
Der “Goldene Igel” ist der einzige deutsche Medienpreis im sicherheits-politischen Spektrum, gestern wurde er vom Reservistenverband (VdRBw) verliehen.
“Medienarbeit über die Bundeswehr ist Sisyphos-Arbeit und es ist überfällig, sie zu würdigen“, so eröffnete der Präsident des Reservistenverbandes, Ernst-Reinhard Beck MdB, die Verleihung des Goldenen Igel 2008 in Berlins politischer Mitte im Hauptstadt-Sitz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Ausgezeichnet wurde Dorothea Siegle in der Kategorie Print für ihren im Tagesspiegel
veröffentlichten Artikel “Hinter der letzten Linie“. Die engagierte, junge Journalistin (Ltd. Redakteurin bei JS, dem Magazin der Evangelischen Militärseelsorge und Absolventin der Evangelischen Journalistenschule/ Medienakademie) befasste sich mit dem Thema Stressbelastung in den Auslandseinsätzen und beleuchtete das sensible Thema Tod und Verwundung sowie Betreuung der Angehörigen – ein Thema, von dem die Öffentlichkeit zu wenig weiß. Das Urteil der Jury brachte der Preisträgerin nicht nur Medienpreis ein, sondern auch einen Sonderpreis der Deutschen Marine: Ein Erlebnistag bei der Teilstreitkraft der Marine; überreicht von Korvetten-kapitän Arne Krüger, Leiter des Dezernats Presse im Presse- und Informationszentrum (PIZ) Marine in Glücksburg.
Den Goldenen Igel 2008 in der Kategorie Fernsehen erhielt Axel Rothkehl
für seinen MDR-Fernsehbeitrag “Reservist Rex Lau bildet in Kabul afghanische Soldaten aus”. Rothkehl – selbst Reservist (Leutnant d.R.) und regelmäßig als Journalist in Einsatzgebieten – erhielt zusätzlich den Sonderpreis des Heeres. Axel Rotkehl ist ein ausgezeichneter Journalist, 2004 wurde er vom Christlichen Medienverbund KEP im Rahmen der Verleihung des “Goldenen Kompass” mit dem CMA-Nachwuchsjournalistenpreis gewürdigt.
Mit einem Sonderpreis wurde die Lokalredaktion der Schwäbischen Zeitung Tuttlingen für ihr Projekt “Zeitung auf der Stube” ausgezeichnet. Das Tuttlinger Projekt überzeugte die Jury durch die intensive Beschäftigung mit
dem Thema Bundeswehr im Lokaljournalismus. Die Schwäbische Zeitung hat das Beziehungsgeflecht von Kommune und Kaserne in der Gemeinde anschaulich dargestellt und zudem aktive Soldaten an der konkreten Zeitungsarbeit beteiligt. Aus dem Redaktionsteam nahmen Ludger Möllers und Tanja Knieler stellvertretend den mit 1.500 Euro dotierten Medienpreis entgegen. Die Luftwaffe stiftete ebenfalls einen Tag für die Redakteure. Spontanen Applaus gab es vom Publikum für die Aussage, das Preisgeld für den Verein “Lachen helfen e.V.” zu spenden.
Die ausgewählten Beiträge seien allesamt journalistisch und fachlich überzeugend, urteilte die mehrköpfige Jury aus Journalisten, Soldaten/Generalen und ehemaligen Preisträgern. Der Blog-Freund Boris Barschow vom PHOENIX Afghanistan-Blog war als Preisträger der Vorjahre Jury-Mitglied und ist zur Teilnahme an der gestrigen Verleihung extra von Mainz nach Berlin angereist, er berichtet bebildert von der Preisverleihung.
Der “Goldene Igel” ist bislang der einzige Medienpreis im sicherheitspolitischen Spektrum und wird vom Reservistenverband (VdRBw) bereits zum siebten Mal seit 1993 vergeben. Prämiert werden Arbeiten, die sich in besonderer Weise mit diesem Fachgebiet befasst haben. Jede Kategorie ist mit 1.500 Euro
dotiert. Information und Aufklärung von sicherheitspolitischen Themen in der Bevölkerung und deren Verbreitung ist ein wesentlicher Teil des Auftrags der Reservisten als Mittler und Brückenbauer zwischen Bundeswehr und Gesellschaft. Der “Goldene Igel” soll künftig als der sicherheitspolitische Medienpreis regelmäßig in der Hauptstadt an einem renommierten Medienplatz verliehen werden, so Reservistenverbands-Präsident Ernst-Reinhard Beck MdB. Bei der Preisverleihung waren neben Gästen aus Bundeswehr, BMVg, Verband, Medien und Öffentlichkeit auch die Parlamentarier des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Mönika Brüning MdB, Rainer Arnold MdB, Ernst Burgbacher MdB sowie der Wehrbeauftrage Reinhold Robbe dabei.
Hintergrundinformationen, Textauszüge, Bild- und Grafikquelle: Reservistenverband.de