De Maiziere hält an bewaffneten Drohnen zum Schutz der Soldaten fest

von admin ~ 10. April 2013

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hält an der Notwendigkeit bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr fest, will vor den Wahlen aber keine Kaufentscheidung mehr auf den Weg bringen. “In dieser Legislaturperiode wird es keine Bitte an den Deutschen Bundestag zur Beschaffung von bewaffnungsfähigen Drohnen geben”, sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Mittwochausgabe). Das sei mit den Regierungsfraktionen so abgestimmt. Zugleich bezeichnete es de Maizière als legitim, die eigenen Soldaten zu schonen und den Gegner auf Abstand zu halten. “Schon Pfeil und Bogen dienten diesem Ziel”, sagte der Minister. Er bleibe dabei, dass es “keinen ethischen, fachlichen und rechtlichen Unterschied bei Fragen des Waffeneinsatzes zwischen bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen gibt”. Die Debatte in Deutschland leidet nach Ansicht des Ministers darunter, dass von einer bestimmten Art der Anwendung von Drohnen, wie etwa durch die USA, auf das Waffensystem als solches geschlossen werde. Das sei falsch, denn in Deutschland gälten für den Einsatz aller militärischen Waffen ganz klare Regeln. Grundgesetz, Parlamentsbeteiligungsgesetz, Völkerrecht und Rechtskultur im Allgemeinen seien “die besten Garanten, jeglichen Missbrauch auszuschließen”, so de Maizière. (Zitatende)

Berichtet die ‘Rheinische Post’ aus Düsseldorf.

(Textquelle: Rheinische Post.de,
Bilderquelle: Bundeswehr.de)



Vizekanzler Rösler fordert ethische Debatte über Kampfdrohnen-Anschaffung

von admin ~ 8. April 2013

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warnt vor einer voreiligen Entscheidung über den Ankauf waffenfähiger Drohnen für die Bundeswehr. “Ich halte es für notwendig, zunächst eine ausführliche ethische Debatte über den Einsatz bewaffneter Drohen zu führen”, sagte Rösler der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Montagausgabe). Erst nach sorgfältiger Abwägung aller Argumente könne eine Entscheidung getroffen werden, so Rösler. “Ob der Kauf solcher Waffen notwendig ist, werden wir deshalb vermutlich erst nach der Bundestagswahl entscheiden.” (Zitatende)

Berichtet die ‘Rheinische Post’ aus Düsseldorf.

(Textquelle: Rheinische Post.de;
Bildquelle: USAF.mil, PREDATOR Drohne)

Fahnder sind deutschland- und weltweit 50 KZ-Aufsehern aus Vernichtungslager Auschwitz auf der Spur

von admin ~ 6. April 2013

Tatvorwurf: Beihilfe zum Mord

68 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind deutsche Fahnder einer größeren Zahl bisher unbelangter mutmaßlicher NS-Täter auf die Spur gekommen. Die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg will nach Informationen der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgaben) in den nächsten Wochen Vorermittlungen gegen 50 frühere KZ-Aufseher des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau einleiten. Der Vorwurf lautet auf Beihilfe zum Mord.

Den Ermittlern liegen die Namen und die Angaben zu den Wohnorten der Tatverdächtigen vor, bestätigte der Behördenleiter, der Leitende Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm. Sie lebten über ganz Deutschland verteilt. Es handele sich um Personen im Alter um die 90 Jahre.

Schrimm hält es seit dem Urteil gegen John Demjanjuk, der Wachmann im Lager Sobibor war, für aussichtsreich, auch gegen KZ-Aufseher Prozesse zu führen – selbst, wenn ihnen unter anderem aus Mangel an Zeugen keine direkte Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann. Demjanjuk war 2011 wegen Beihilfe zum Mord in 20.000 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. “Der Angeklagte war Teil der Vernichtungsmaschinerie”, hieß es dazu in der Urteilsbegründung des Landgerichts München. Anders als früher reiche seit diesem Spruch “jede Tätigkeit in einem Konzentrationslager aus, um wegen der Beihilfe zum Mord zu verurteilen”, sagt Schrimm.

Die Ludwigsburger Zentrale Stelle wird seit 1958 von den Bundesländern unterhalten. Sie hat seither insgesamt 7485 Vorermittlungsverfahren geführt. Man ist zuversichtlich, weitere Täter auch außerhalb Deutschlands zu enttarnen. Die Staatsanwälte durchforsten derzeit brasilianische Einwanderungsakten aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Damals waren zahlreiche Nazi-Schergen nach Südamerika geflohen. Schrimm: “In Brasilien stehen die Dinge nicht schlecht.”

Das Lager Auschwitz-Birkenau im besetzten Polen war zwischen 1942 und 1945 das größte deutsche Vernichtungslager. Hier brachten die Nazis 900.000 Juden in den Gaskammern um. Weitere 200.000 starben bei Hinrichtungen durch die SS oder durch Hunger, Entbehrungen und Krankheiten. Vor fast genau 50 Jahren, am 16. April 1963, wurde die erste Anklage gegen Verantwortliche des Lagers erhoben. (Zitatende)

Berichtet die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung”.

(Textquelle kursiv: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de;
Bilderquellen: Archiwum Panstwowego Muzeum Auschwitz-Birkenau, The unloading ramp and the main gate called the “Gate of Death”. The main gate of Auschwitz I camp. The picture was taken after the war. The picture was taken in Auschwitz I after the liberation.
Picture from Karl Hoecker album – Foreground (from the left): Richard Baer, the third and the last commandant of KL Auschwitz; Dr Josef Mengele, one of the camp doctors; Rudolf Hoess, the founder and the first commandant of KL Auschwitz. MiÄ™dzybrodzie Bialskie, SS resort. (Courtesy of United States Holocaust Memorial Museum.)]

Hintergrundinformationen: Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, zur Bewältigung ihrer Aufgabe sind der Zentralen Stelle in 71638 Ludwigsburg Richter, Staatsanwälte und Polizeibeamte zugewiesen, die mit ihrer Zustimmung aus den Bundesländern abgeordnet werden.
Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau

Operation Redeployments/Rückzug/Rückverlegung – Die Bundeswehr verlässt Afghanistan (Video)

von admin ~ 6. April 2013

Es ist die größte logistische Herausforderung in der Geschichte der Bundeswehr. 6.000 Container und 1.700 Fahrzeuge, Waffen, Munition, Panzer, Laster und Haubitzen das alles muss vom Hindukusch wieder in die Heimat: per Luftfracht, auf Landstraßen oder mit der Eisenbahn. Der erste größere deutsche Stützpunkt, den die Bundeswehr schließt, ist Faizabad im Osten Afghanistans – hier muss die Bundeswehr beweisen, ob sie die Mammutaufgabe Abzug stemmen kann. Denn wie baut man eine Garnison mit Hunderten Soldaten und Dutzenden Fahrzeugen zurück, wenn bis zum letzten Tag Essen, Wasser, Strom und Sicherheit gewährleistet werden muss?

Mitten in der Anschlags-Hochsaison, bei laufenden Operationen und Erfüllung täglicher mandatsbezogener Aufgaben, ist eine logistische Herausforderung zu bewältigen, für die es bei der Bundeswehr keine Erfahrungen gibt. Dafür braucht es Spezialisten Männer und Frauen, die wissen, wie man einen Container so packt, dass er eine über 6000-Kilometer-lange Reise übersteht, die sich mit Hygienevorschriften und Tierseuchen auskennen und den Papierkram mit den lokalen Behörden erledigen können.

PHOENIX begleitet den Abzug mit der Kamera, verfolgt den Weg von tonnenschwerer Ausrüstung und Fahrzeugen. Im Mittelpunkt der Reportage steht die logistische Herkulesaufgabe Rückzug und die Menschen, die sie schultern müssen.

(Videoquelle: PHOENIX via YouTube;
Grafikquelle: Bundeswehr.de, )

“Wir. Dienen. Deutschland.” als Militärmusikvideo a la Bundeswehr (Video)

von admin ~ 5. April 2013

“Wir. Dienen. Deutschland.” lautet der Claim der Bundeswehr, “Wir. Dienen. Deutschland.” ist auch ihre Erkennungsmelodie betitelt. Mit facetten- und actionreichen Filmsequenzen aus dem Soldatenalltag ist das Musikstück unterlegt.

Bw Das Musikvideo
Die Bundeswehr hat jetzt eine eigene Erkennungsmusik — auch “Branding” genannt. Laut des Komponisten Simon Theisen basiert das Hauptthema dieses Stückes auf den Morsezeichen der Buchstaben “b” und “w”.

(Videoquelle; Bild: Bundeswehr.de)



Ex-Generalinspekteur Kujat hält Anschaffung bewaffneter Drohnen für dringlich

von admin ~ 4. April 2013

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat die Verteidigungsexperten der Koalitionsfraktionen kritisiert, weil sie anders als Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) behauptet hatten, die Anschaffung von bewaffneten Drohnen sei nicht eilig. “Das ist nicht eilig, weil bald Wahlen sind”, spottete er in der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Online-Ausgabe). “De Maizière hat völlig Recht. Aber das ist eben kein Thema bei uns. Denn Politiker wollen so kontroverse Diskussionen aus Wahlkämpfen heraushalten.” Kujat fügte hinzu, die Anschaffung sei sehr wohl eilig, denn: “Es kann sehr schnell zu Einsätzen kommen – siehe Mali. Und eine alte Weisheit lautet: Man zieht immer in den Krieg mit dem, was man hat, und nicht mit dem, was in der Planung ist. So einfach ist das. Und so ist es bei den Drohnen auch.” Bei einer besseren Ausrüstung wäre den Deutschen in Afghanistan jedenfalls vieles erspart geblieben. Verteidigungsexperten von Union und FDP hatten zuvor erklärt, eine Entscheidung werde in dieser Legislaturperiode nicht mehr fallen, und das sei auch gar nicht nötig. Der Minister hatte hingegen auf eine Entscheidung noch vor der Bundestagswahl am 22. September gedrungen. (Zitatende)

 Berichtet die “Mitteldeutsche Zeitung” aus Halle.

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bildquelle: NATO.int, General Harald Kujat im Jahr 2005 als Vorsitzender des NATO-Militärausschusses in Uniform)

BundeswehrVerband: Politisches Gesamtkonzept für Bundeswehr-Einsatz in Mali fehlt

von admin ~ 2. April 2013

DBwV-Vorsitzender Ulrich Kirsch im Gespräch mit ZDF-Nachrichtenportal heute.de

Der Bundeswehrverband vermisst ein “politisches Gesamtkonzept” für den Bundeswehr-Einsatz in Mali. Er hoffe, dass es nicht zu einem “zweiten Afghanistan” komme, sagte der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, Ulrich Kirsch, im Interview mit dem ZDF-Nachrichtenportal heute.de.

Eine Voraussetzung für den Erfolg der Mission sei ein “politisches Gesamtkonzept für die gesamte Region. Das kann ich allerdings bis jetzt noch nicht erkennen.” Kirsch hält es für “äußerst unwahrscheinlich”, dass die Mission nach einem Jahr beendet sein wird. “Die jüngsten Erfahrungen haben bereits gezeigt, dass solche Konflikte unberechenbar sein können”, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenseite des ZDF.

Er rechne jedoch nicht damit, dass die Soldaten in Kämpfe verwickelt werden. “Eine Gefährdung durch Selbstmordattentäter ist allerdings nie ganz auszuschließen.” Die deutschen Soldaten würden in Mali “nicht nur die Sicherheit Deutschlands, sondern die Sicherheit Europas in einem multinationalen Einsatz verteidigen”, sagte Kirsch.

Ab heute bilden Bundeswehrsoldaten Pionier-Einheiten der malischen Streitkräfte aus.

(Textquelle: ZDF.de, heute;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Flughafen von Bamako, in Mali eingetroffene deutsche Sanitätssoldaten verladen Material in Bamako und verlegen über Land nach Koulikoro;
Grafikquelle: CIA.gov, Mali in Afrika)

Schwere Vorwürfe gegen US-Streitkräfte in Deutschland in Sachen ‘Civilians on the Battlefield’ (COB´s)

von admin ~ 2. April 2013

Schwere Vorwürfe gegen US-Armee und deren deutschen Vertragspartner wegen Beschäftigung ziviler Arbeitnehmer

“Report Mainz”, heute, 2. April 2013, 21.45 Uhr im Ersten

Die zeitweilige Beschäftigung ziviler Arbeitnehmer aus Deutschland bei Übungseinsätzen der US-Armee im bayerischen Hohenfels bezeichnet der anerkannte Frankfurter Arbeitsrechtler, Prof. Peter Wedde, im Interview mit “Report Mainz” als “Ausbeutung pur”. Zu dieser Einschätzung gelangt der Direktor der Europäischen Akademie der Arbeit aufgrund der ihm von “Report Mainz” vorgelegten Arbeitsverträge, sonstigen Unterlagen und etlichen Schilderungen von Betroffenen.

Bevor US-Streitkräfte Deutschland in Richtung Einsatz- oder Kriegsgebiet verlassen, proben sie den Ernstfall auf dem 16.000 Hektar großen Truppenübungsplatz in Hohenfels. Dabei werden auch zivile deutsche Arbeitnehmer beschäftigt. Sie spielen zum Beispiel die widerspenstige irakische oder afghanische Zivilbevölkerung, um die US-Soldaten zu trainieren. Überwiegend drei, manchmal aber auch sechs Wochen dauert der Einsatz der so genannten COB´s – Civilians on the Battlefield, also der Zivilisten auf dem Schlachtfeld. Während der gesamten Zeit sind die Teilnehmer auf dem Truppenübungsgelände kaserniert, dürfen dieses nicht verlassen. Sie unterschreiben kurz vor Beginn ihres Einsatzes, dass für sie täglich “eine 24-Stunden-Bereitschaft” besteht. Folglich sind die COB´s im Dauereinsatz rund um die Uhr. Mehrere zehntausend hiesige Arbeitskräfte, so die Recherchen von “Report Mainz”, waren in den vergangenen zehn Jahren bei solchen Übungen dabei.

Einige COB´s beschreiben im Interview mit “Report Mainz” ihre Einsätze. Diese seien “eine Mischung aus Knast und Bundeswehr” und “echt menschenverachtend” gewesen. “Das Schlimmste waren einfach die Arbeits- und Lebensbedingungen und die Hygiene”, erzählte zum Beispiel eine Teilnehmerin. Ein anderer Teilnehmer bezeichnete den Einsatz als “Sklaventätigkeit” und kritisierte grundsätzlich “eine unmenschliche Behandlung”. Außerdem: Manchmal wären “80 oder mehr Leute in einer Baracke untergebracht (gewesen), die sicherlich nur für die Hälfte der Leute ausgelegt war”, sagte ein ehemaliger COB gegenüber “Report Mainz”. Ein anderer berichtete unabhängig davon: Privatsphäre habe es während des kompletten Einsatzes keine gegeben. Es hätten “Zustände wie in der Massentierhaltung” geherrscht. Außerdem, so berichtete eine Arbeitnehmerin, habe man “teilweise mit Männern gemeinsam den Waschraum benutzen” müssen. Dass es solche Beschäftigungsverhältnisse überhaupt noch gibt, bezeichnet Prof. Wedde als überraschend und auch erschreckend: “Ein Arbeitsverhältnis, das Beschäftigten jegliche Rechte abschneidet im Bereich der Privatsphäre, das sie ständig verfügbar hält, die kennt man eigentlich nur aus längst vergangenen Zeiten wie Leibeigenschaft oder Sklaverei.”

Während ihres Einsatzes ist es den COB´s verboten, Handy, Computer und Internet sowie Fotoapparate zu benutzen. Alkohol und Sex sind ebenfalls tabu. Aus den Arbeitsverträgen geht hervor, dass die Teilnehmer der “Kontrolle aller Postsendungen”, also auch der gesamten Privatpost, zustimmen müssen. Außerdem besteht eine umfassende “Verschwiegenheitspflicht”. Für “entstandene Schäden und/oder Folgeschäden” besteht kein “Anspruch auf Entschädigung und/oder therapeutischen Beistand”, heißt es in den Arbeitsverträgen weiter. Teilnehmer an diesen Übungen seien vor allem Hartz-IV-Empfänger, die “das Geld ganz dringend brauchen”, berichtet ein ehemaliger COB.

Für ihren 24 Stunden-Dauereinsatz erhalten die Teilnehmer, nach “Report Mainz” vorliegenden Unterlagen, durchschnittlich einen Lohn von 90 Euro am Tag. Auf die Stunde umgerechnet sind das weniger als vier Euro brutto. Diese Entlohnung stuft Arbeitsrechtler Prof. Wedde als sittenwidrig ein: Eine Entlohnung von “neunzig Euro für einen ganzen Tag, für 24 Stunden Bereitschaft, fällt schon in den Bereich, den man als sittenwidrig kennzeichnen kann, nach den Maßstäben, die sich aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch ableiten lassen.”

Die US-Regierung ist der Auftraggeber für das Trainingsprogramm der US-Streitkräfte in Deutschland. Die hiesigen Streitkräfte wiederum vergeben den Auftrag zur Rekrutierung und Beschäftigung der COB´s an eine deutsche GmbH – die Supply & Service Team GmbH (SST GmbH) im bayerischen Krailling. Sie fungiert als Personaldienstleister der US-Armee. Fazit des Arbeitsrechtlers Prof. Wedde über die Beschäftigung der COB´s: “Man kann so ein Modell, wo man Leute drei, vier Wochen kaserniert rund um die Uhr, schlecht bezahlt und unter schlechten Bedingungen arbeiten und leben lässt, als Ausbeutung pur bezeichnen.”

Die US-Armee in Deutschland erklärt auf Anfrage von “Report Mainz”, dass ihr von Verstößen gegen deutsches Arbeitsrecht nichts bekannt sei. Außerdem sei ihr deutscher Vertragspartner, also die SST GmbH, für das Einhalten hiesiger Gesetze verantwortlich. Im “Report Mainz”-Interview kritisiert der Arbeitsrechtler Prof. Wedde die US-Administration deutlich: “Dass die US-Regierung solche Aufträge erteilt und um die Arbeitsbedingungen sicher auch wissen muss in einem solch sensiblen Hochsicherheitsbereich, macht es noch schlimmer, den Rechtsverstoß, der dort zu erkennen ist. Aber auch die moralische Bewertung muss man hier sehr deutlich treffen. Und da muss man sagen: Ein Auftraggeber, der so etwas zulässt, macht sich mitschuldig an solchen Zuständen.” Trotz mehrwöchiger Bemühungen von “Report Mainz” war auch kein Verantwortlicher der SST GmbH zu einer Stellungnahme bereit. Nachdem die Firma erst ein Interview abgelehnt hatte, kam auf mehrmalige Nachfrage von “Report Mainz” nach drei Wochen eine Einladung, an einer der kommenden Übungen teilzunehmen.

[Textquelle: "Report Mainz", SWR.de;
Bilderquelle: U.S. Army Europe.mil, USAREUR, Romanian soldiers OMLT training JMRC10 21Jan2012. A U.S. Soldier from the New Jersey National Guard tries to contain role-players acting as protesting civilians as part of a base defense exercise during Operational Mentor and Liaison Team training at U.S. Army Europe's Joint Multinational Readiness Center in Hohenfels, Germany, Jan. 21. JMRC conducts several OMLT rotations each year, training multinational partners to deploy to Afghanistan to survive on the battlefield while training, advising and enabling Afghan National Army forces.
Interviewing the village elder - Lt Travis Wessler from the 2nd Stryker Cavalry Regiment, US Army Europe, and his interpreter listen to a village elder as he describes the theft of food and supplies by insurgents at a scenario during the 2nd SCR mission readiness exercise at Hohenfels Training Area. In the forground, civilians on the battlefield (COBs) wait patiently for the results of the meeting.
Time to move on - Civilians on the battlefield (COBs) depart on village and head to another as part of scenarios during the 173rd Airborne Brigade Combat Team's Full Spectrum Training Event.
The long road - Civilians on the battlefield (COBs) depart on village and head to another as part of scenarios during the 173rd Airborne Brigade Combat Team's Full Spectrum Training Event. US Army Europe Public Affairs]

SPD wirft Verteidigungsminister de Maiziere in Kampfdrohnen-Debatte “provozierende Eile ohne schlüssige Begründung” vor

von admin ~ 1. April 2013

Erler warnt vor gezielten Hinrichtungen

Eine “provozierende Eile ohne schlüssige Begründung” wirft die SPD Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) im Streit um die von ihm geforderte rasche Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr vor. Der für Außen- und Sicherheitspolitik zuständige SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Gernot Erler, nannte es im Gespräch mit der “Leipziger Volkszeitung” (Dienstag-Ausgabe) “bemerkenswert, dass jetzt CDU-Verteidigungspolitiker offenbar kalte Füße kriegen” und das Thema aus dem Bundestagswahlkampf heraushalten wollten. Die SPD, so versichert Erler, “kritisiert das nicht begründbare Vorpreschen des Ministers scharf und wird keine voreilige Entscheidung zugunsten von Kampfdrohnen mittragen”. Der SPD-Politiker wies darauf hin, dass die Bundeswehr bereits über Aufklärungsdrohnen verfüge und diese auch einsetze. Das Thema rufe nach einer breiten gesellschaftlichen Diskussion. “Denn in der Öffentlichkeit verbindet sich die Frage der Kampfdrohnen mit der amerikanischen Praxis in Afghanistan, also mit ,targeted killing’ in der Form von Hinrichtungen von Talibanführern ohne Gerichtsurteil und mit der Inkaufnahme der Tötung von unbeteiligten Zivilisten”, warnt Erler. (Zitatende)

Berichtet die ‘Leipziger Volkszeitung’ vorab.

(Textquelle kursiv: Leipziger Volkszeitung.de;
Bidlquelle: Bundeswehr.de, die Drohne HERON 1 dient der taktischen Luftaufklärung über Afghanistan, sie ist unbewaffnet)

Am 1. April haben alle Wildtiere Geburtstag

von admin ~ 31. März 2013

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung betont: Das ist kein Aprilscherz!

In der Natur gehen die Uhren anders. Das Jahr beginnt draußen im Wald und auf dem Feld erst am 1. April. Mit dem Start der neuen Vegetationsperiode beginnt nämlich auch das neue Jagdjahr: “Von Amts wegen” haben daher alle heimischen Wildtiere am 1. April “Geburtstag”! Und so wird am zweiten Ostertag aus dem männlichen Rothirsch-Kalb des letzten Jahres rein formell ein Schmalspießer und aus dem letztjährigen Nachwuchs der Wildschweine, den Frischlingen, ein “Teenager”, der als Überläufer bezeichnet wird. Die Überläufer des letzten Jahres werden nun endlich “erwachsen” und nach Ostern je nach Geschlecht als Bache oder Keiler bezeichnet.

“Das ist jedoch nur eine formelle Altersbestimmung”, sagt Dr. Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Da in einem Land wie Deutschland alles irgendwie geregelt wird, ist auch der Geburtstag der Hirsche und Wildschweine festgelegt. “Diese Altersbestimmung hat selbstverständlich nichts mit ihrem biologischen Alter zu tun”, betont Kinser. Wer es genau wissen will, muss dem Wild schon ins Maul schauen. “Der Entwicklungsstatus des Gebisses gibt bei Wildtieren wesentlich genauere Hinweise auf ihr Alter.”

(Text-, Bild-, Grafikquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)