Marineinspekteur führt Fitness-Test für “Gorch-Fock”-Kadetten ein

von Oliver ~ 9. Februar 2011

 

Unmittelbar nach dem tödlichen Unfall an Bord des Bundeswehr-Segelschulschiffs “Gorch Fock” im November hat Marineinspekteur Axel Schimpf (Bild unten) einen speziellen Fitness-Test für die Kadetten eingeführt. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende “Rheinische Post” (Mittwochausgabe) aus hochrangigen Marinekreisen. Demnach dürfen die Kadetten nur in die Masten klettern, wenn sie sich mindestens 30 Sekunden lang mit einer Hand an einem Seil oder einer Stange halten können. Die Kraftübung sei nunmehr Voraussetzung für das Aufentern eines jeden Marineschülers, hieß es. (Zitatende)

Berichtet die Rheinische Post aus Düsseldorf heute.

 

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bilderquelle: Marine.de, anstrengendes Segel setzen von der Segelcrew auf der GORCH FOCH;
der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf)



UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert mehr deutsche Soldaten für UN-Einsätze (Video)

von Oliver ~ 8. Februar 2011

Mehr Einsatz

Ban Ki – wer? Viel zu wenigen ist der UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ein Begriff. Auf dem internationalen Parkett bewegte er sich bisher allzu unauffällig. Jetzt aber fordert der Spitzendiplomat mehr deutsche Soldaten für UNO-Einsätze. Das hat immerhin bei uns das Zeug zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte, denn der Generalsekretär berührt einen empfindlichen Punkt.

Die Bundeswehr beteiligt sich derzeit zwar mit rund 7400 Männern und Frauen an Auslandseinsätzen. Aber: Allein 5000 davon sind Teil der NATO-Mission in Afghanistan. Der deutsche Beitrag zu Blauhelm-Einsätzen ist dagegen verschwindend gering: Während es insgesamt rund 120 000 UNO-Soldaten für Friedensmissionen gibt, stellt Deutschland davon lediglich etwa 200. Zum Vergleich: Guatemala steuert rund 300 bei, die Türkei etwa 600.

Ausgerechnet die UNO scheint Deutschland keinen größeren Truppenbeitrag wert zu sein. Das ist auch deshalb unverständlich, weil die Organisation wie keine zweite erfolgreich für den Frieden eintritt. Dabei geht es oft genug auch um deutsche Interessen. Gerne profitieren wir von offenen Märkten und fordern andere auf, Flüchtlingsströme einzudämmen. Angesichts des deutschen Beitrags ist das aber reichlich unglaubwürdig. Ban fordert zu Recht mehr Einsatz. Vielleicht gelingt es ihm sogar, eine Debatte in Deutschland anzustoßen, die zu Ergebnissen führt. Schön wäre es. (Zitatende)

Kommentiert die Neue Osnabrücker Zeitung.

[Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Videoquelle:
United Nations.org, UN pays tribute to peacekeepers' work and sacrifices in world's hot spots;
Bilderquelle: United Nations.org, 

Secretary-General Meets Chancellor of Germany in Munich, Secretary-General Ban Ki-moon (right) meets with Angela Merkel, Chancellor of Germany, in Munich, Germany, where the 47th Munich Security Conference (4-7 February) is underway. 05 February 2011 , Munich, Germany;
Secretary-General En Route to Berlin Meeting - Secretary-General Ban Ki-moon (entering car) is shown on his way to a meeting with the German Committe on Foreign Affairs, in Berlin, Germany, against the backdrop of Berlin's famous Brandenburg Gate. 04 February 2011 , Berlin, Germany]

Segler in Not

von Oliver ~ 8. Februar 2011

 

Zwei tote Kadetten in drei Jahren, Berichte über Erniedrigungen, Schlampereien, Alkoholexzesse. Es wird Zeit, dass der einst so stolze Segler “Gorch Fock” vor Anker oder gleich ins Museum geht. Der Ruf des Ausbildungsschiffes der Bundeswehr ist ohnehin nicht zu retten. Die neuen Berichte der Marine-Kommission und die Aussagen der ehemaligen Kadetten lassen den Schluss zu, dass die Bedingungen und Rituale an Bord des Dreimasters kaum mit dem modernen Prinzip der “inneren Führung” vereinbar sind. Wenn es stimmt, dass der diensthabende Unteroffizier am Tag des tödlichen Unfalls von Sarah Lena Seele nicht ausreichend mit seinen Aufgaben als Vorgesetzter vertraut war und die Marineschüler nur einen Tag nach ihrer Ankunft gleich sechs- oder siebenmal in die Takelage getrieben wurden, ist dies kaum mit der notwendigen harten Schule der Bundeswehr zu begründen. Sollte nur eine geringe Möglichkeit bestehen, dass der tödliche Absturz der Offiziersanwärterin vermeidbar gewesen wäre, ist eine Ausmusterung des Schiffs wohl die richtige Lösung. Wir reden über Computerkriege und Drohnenangriffe. Ist die Ausbildung an Bord eines Segelschiffs da noch zeitgemäß? Als Museumsschiff dürfte die “Gorch Fock” immerhin noch gut sein. (Zitatende)

Kommentiert Michael Bröcker von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Marine.de, GORCH FOCK läuft aus Kiel aus)

Bis zu 40 Standorte durch Bundeswehr-Strukturreform bedroht

von Oliver ~ 8. Februar 2011

Garantie für Big Band und Sportförderkompanie, neue Debatte um “Gorch Fock”

Im Zuge der geplanten Bundeswehrverkleinerung auf “bis zu 185 000″ Soldaten soll es, nach den Vorstellungen der obersten Generalität, zu einer Reduzierung der Bundeswehr-Standorte um rund 40 kommen. Das erfuhr die “Leipziger Volkszeitung” (Dienstag-Ausgabe) aus den zuständigen Bundeswehrkreisen. Ein entsprechender Vorschlag, koordiniert vom Generalinspekteur Volker Wieker, erregt aber weiterhin den Unmut im Kanzleramt. Man halte auf Arbeitsebene mit diesen Kürzungs-Plänen das Sparziel des Verteidigungsministeriums – bis 2015 müssen laut Minister-Festlegung 8,4 Milliarden Euro eingespart werden – für “nicht erreichbar”, wurde der Zeitung gegenüber aus dem Machtzentrum von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärt.

Mit dieser Standort-Empfehlung wird der Minister im März in die Haushaltsberatungen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eintreten. Einen endgültigen Standort-Plan für die neu zu strukturierende Bundeswehr soll es dann im Juni 2011 geben.

Als “gesichert” gelten weiterhin die Sportförderkompanie sowie die Big Band der Bundeswehr. Die bisher ebenfalls als geschützt geltende “Gorch Fock”, das Segelschulschiff der Marine, steht dagegen weiterhin auf der Kippe. Vor allem auch dann, so erfuhr die Zeitung, wenn sich neue Hinweise mit Blick auf die “Gorch Fock” erhärten sollten. Danach könnte es im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall der 25-jährigen Seekadettin Sarah Lena Seele, die am 7. November 2010 im Hafen von Salvador da Bahia in Brasilien aus rund 27 Metern aus der Takelage der “Gorch Fock” gestürzt war, zur Umgehung medizinischer und körperlicher Dienstvoraussetzungen gekommen sein. Die Bundeswehr-Führung geht derzeit entsprechenden Informationen, auch mit Hinweis auf den seinerzeit verantwortlichen Kapitän Norbert Schatz, erneut nach.

Betroffen von Standortschließungen sind, nach diesen Planungen, die ostdeutschen Bundeswehr-Niederlassungen deutlich weniger stark als die Kasernen in Westdeutschland. Die neuen Länder profitieren dabei in erster Linie von der in früheren Jahren durchgeführten beinah durchgängigen Modernisierung. So seien, nach derzeitigem Stand, beispielsweise für Sachsen keinerlei Standorte durch die Strukturreform bedroht.

Neben Standorten wie Warnemünde (Schnellboote) oder Wittmund (Luftwaffe) droht aber auch einigen Bundeswehr-Niederlassungen im Freistaat Bayern das Aus. Dazu hieß es im Verteidigungsministerium angesichts der Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Horst Seehofer, er werde um die Bundeswehr-Standorte im Freistaat mit Zähnen und Klauen kämpfen: Die Reform der Bundeswehr werde mittelfristig Spielräume schaffen für Investitionen in eine attraktive Bundeswehr. “Die bayerische Industrie hat gerade im wehrtechnischen Bereich eine besondere Expertise und wird deshalb von neuen Spielräumen sicher auch profitieren.” (Zitatende)

Berichtet die Leipziger Volkszeitung.

(Textquelle kursiv: Leipziger Volkszeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Umstrukturierung der Bundeswehr – Am 07.02.2011 präsentierte der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl Theodor zu Guttenberg, die Reformvorschläge zur Umstrukturierung der Bundeswehr den Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums.)

NRW-CDU Bundestagsabgeordneter und BMWi StS Peter Hintze warnt vor Verlagerung des Verteidigungsministeriums nach Berlin

von Oliver ~ 8. Februar 2011

Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU-Bundestagsabgeordneten, Peter Hintze, hat vor einer Verlagerung des Verteidigungsministeriums von Bonn nach Berlin gewarnt. “Die CDU-Landesgruppe wird sorgfältig darauf achten, dass Geist und Buchstabe des Bonn-Berlin-Gesetzes vollumfänglich erfüllt werden”, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Dienstag-Ausgabe). Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte sich formal zu Bonn als Hauptsitz des Ministeriums bekannt. Aus dem Ministerium verlautet jedoch, ab 2014 könnten 1000 der künftig 1800 Mitarbeiter in Berlin sitzen. Dann seien in der Bundeshauptstadt die baulichen Voraussetzungen gegeben. Verteidigungs-Staatssekretär Walther Otremba hatte die Frage nach dem Dienstsitz in seinem am Montag veröffentlichten Reformpapier völlig ausgespart. Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels hält die Umbau-Pläne für zu wenig ambitioniert. “Das ist schlicht eine Umorganisation”, erklärte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger”. “Die Reduzierung ist im Wesentlichen eine Ausgliederung. Die Arbeit wird weiter gemacht, aber an anderer Stelle. Es hieße, sich etwas schön zu reden, wenn man behaupten würde, dass das Personal spart.” Die Zahl der 3050 Dienstposten soll auf 1800 reduziert werden. Die übrig bleibenden Mitarbeiter könnten dem Vernehmen nach in einem Bundeswehramt unterkommen. (Zitatende)

Berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.

(Textquelle kursiv: Kölner Stadt-Anzeiger.de;
Bildquelle: CDU/CSU.de)



Bundeswehr schließt Mittelbehörde in Düsseldorf (Video)

von Oliver ~ 8. Februar 2011

Die Wehrbereichsverwaltung (WBV) West in Düsseldorf, die größte Bundesbehörde in Nordrhein-Westfalen, steht vor der Auflösung. Das erfuhr die “Rheinische Post” (Dienstagausgabe) aus der Bundeswehr-Verwaltung. Die Zeitung bezieht sich auf Aussagen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu den zukünftigen Verwaltungsstrukturen. Demnach sollen ein zentrales Personalamt und ein Bundeswehr-Dienstleistungsamt eingerichtet werden. Damit verbleiben für die bundesweit insgesamt vier Wehrbereichsverwaltungen keine Aufgaben mehr. Das Verteidigungsministerium wollte diese Schlussfolgerung nicht kommentieren. Die WBV West ist zuständig für die Bundesländer NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Sie führt unter anderem 19 Kreiswehrersatzämter, die nach dem Verzicht auf die Wehrpflicht wesentliche Aufgaben wie die Musterung verloren haben. In der Zentrale in Düsseldorf arbeiten zurzeit 1200 zivile Beamte und Angestellte, im gesamten Zuständigkeitsbereich sind rund 22.000 Mitarbeiter betroffen. (Zitatende)

Berichtet die Rheinische Post aus Düsseldorf.

Landesregierung unterstützt Bundeswehr-Standort Düsseldorf

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Grafik: Bundeswehr.de, Aufbau der Territorialen Wehrverwaltung;
Videoquelle: centertvddorf, am 7. Februar hat Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Vorschläge für die Neugestaltung der Bundeswehr vorgestellt. Seitdem ist die Verunsicherung bei den Mitarbeitern der Wehrbereichsverwaltung West in Düsseldorf groß. Denn ob die Dienststelle im Rahmen der Reformpläne noch eine Zukunft hat, ist fraglich. Nun besuchte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Bundeswehr-Standort in Mörsenbroich)

Hintergrundinformationen: Die Wehrbereichsverwaltung (WBV) sind Mittelbehörden der Territorialen Wehrverwaltung

Nach Notlandung in Afghanistan: Kampfhubschrauber TIGER am Haken

von Oliver ~ 8. Februar 2011

 

Französischer Kampfhubschrauber TIGER im Afghanistan-Einsatz nahe Kabul notgelandet (Video) berichtete Soldatenglück.de gestern. Heute drei Fotos eines ugenzeugen im Einsatzland vom luftverlasteten Abtransport des notgelandeten französischen Kampfhubschrauber TIGER in Afghanistan im ISAF-Einsatz durch einen ISAF CHINOOK Transporthubschrauber mit Tandem-Rotoranordnung. Der TIGER ist zerlegt oder es hat ihn zerlegt, das Heck fehlt.

Der Absturzort liegt östlich von Kabul, am vergangenen Freitag, 04. Februar 2011 musste der Kampfhubschrauber deutsch-französischer Bauart während eines Eskortenfluges notlanden, die beiden franzöischen Besatzungsmitglieder wurden leicht verletzt.
Feindfeuer war nicht die Ursache der Notlandung, es wird nach technischen Gründen gesucht, die Witterungsverhältnisse sollen Mitauslöser gewesen sein.

Soldatengück.de berichtete vorgestern: TIGER im Afghanistan-Einsatz auf französisch: Helicoptre TIGRE contre Talibans (Video) und regelmäßig über den Kampfhubschrauber TIGER, über die Verzögerungen der Einsatztauglichkeit und Fehlplanungen zum Nachteil der kämpfenden Truppe.

(Bildquelle: ZoneOne via Militaryphotos.net, special thanks an ZoneOne für die Veröffentlichungsgenehmigung bei Soldatenglück.de)

DBwV Oberst Ulrich Kirsch: “Bin vorsichtig optimistisch”

von Oliver ~ 7. Februar 2011

BundeswehrVerband prüft Eckpunkte zur Verkleinerung des BMVg

Bonn. Als “Schritt in die richtige Richtung” bezeichnet der Deutsche BundeswehrVerband die am Montag vorgestellten Pläne zur Verkleinerung und Neugliederung des Verteidigungsministeriums.

“Ich bin vorsichtig optimistisch”, sagt Bundesvorsitzender Oberst Ulrich Kirsch. Als besonders positiv bewertet er die frühzeitige Information der Betroffenen durch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. “Erfreulich ist auch, dass der Minister offenbar tatsächlich damit anfängt, die Treppe von oben zu kehren und mit den Veränderungen an der Spitze des Apparates beginnt”, sagt der Verbandschef.

Nach Auffassung von Kirsch bietet das Konzept unter anderem die Chance, Abläufe zu verbessern. Vor allem die Beschaffung von neuen Waffen und Gerät könnte deutlich schneller vonstatten gehen.

Kirsch kündigt an, der BundeswehrVerband werde die nächsten Reform-Schritte kritisch beobachten und dafür sorgen, dass sämtliche Entscheidungen für Soldaten und Zivilbeschäftigte sozial verträglich umgesetzt werden. Entscheidend sei jetzt auch, so Oberst Kirsch, zügig neue Wege für die Nachwuchsgewinnung aufzuzeigen: “Spätestens im Sommer braucht die Bundeswehr genügend Freiwillige.”

Zugleich warnt Kirsch vor verfrühter Euphorie. “Ob die Bundeswehr-Reform als Ganzes funktioniert, hängt nicht nur davon ab, ob die Umstrukturierung des Ministeriums gelingt. 1.800 sind nicht 180.000 – für das Ministerium wie für die Truppe gilt: Jeder gute Plan muss finanziert sein!” Zudem kritisierte der Verbandschef, dass noch kein Wort zur Prozessoptimierung gefallen sei.

(Text-, Grafikquelle: Deutscher BundeswehrVerband, DBwV.de)

CDU/CSU zur Bundeswehr-Reform: Mutige Empfehlungen zügig umsetzen

von Oliver ~ 7. Februar 2011

Staatssekretär Otremba hat heute seine Empfehlungen zu den Vorschlägen der Struktur-Kommission vorgestellt. Dazu erklärt der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ernst-Reinhard Beck:

“Die Empfehlungen von Staatssekretär Otremba zur künftigen Spitzengliederung der Bundeswehr sind mutig und zeugen von ungebrochenem Reformwillen. Sie orientieren sich wesentlich an den Vorschlägen der Weise-Kommission. Die Empfehlung, die Bediensteten des Verteidigungsministeriums auf 1.800 zu verringern, ist begrüßenswert. Die Reform muss unter einer angemessenen Beteiligung des Zivilpersonals durchgeführt werden und darf nicht auf die Uniformträger beschränkt bleiben.

Die Position des Generalinspekteurs wird richtigerweise gestärkt. Er ist insbesondere als Verantwortlicher für die Auslandseinsätze der Bundeswehr gefordert. Die Prozesse im Verteidigungsministerium müssen jetzt so ausgestaltet werden, dass die Informations- und Entscheidungsstränge bei der Leitung des Hauses zusammenlaufen und eine effiziente Führung ermöglichen.

Zu begrüßen ist auch, dass der Zentrale Sanitätsdienst als eigenständiger Organisationsbereich erhalten bleibt. Dies ist notwendig um die medizinische Fachexpertise auch weiterhin in Entscheidungsprozesse einbringen zu können. Positiv zu sehen ist auch, dass Dienstposten von Soldaten oder zivilen Angestellten gleichermaßen besetzt werden können. Dem Dienstleistungsgedanken der zivilen Wehrverwaltung gegenüber den Streitkräften wird somit stärker Rechnung getragen als bisher.

Verteidigungsminister zu Guttenberg hat mit den Empfehlungen von Staatssekretär Otremba eine hervorragende Entscheidungsgrundlage um den Umbau des Ministeriums zu realisieren. Die Reform des Ministeriums ist dabei als Signal für den Gesamtprozess zu sehen. Ihr Gelingen ist für die Akzeptanz der Strukturreform als Ganzes entscheidend.

Künftig wird es darum gehen, die Gewinnung von Freiwilligen durch ein überzeugendes Konzept für attraktive Streitkräfte zu unterstützen. Der Abbau des Personalüberhangs ist sozialverträglich und verantwortungsbewusst zu begleiten. Die Bundeswehr braucht auch in Zukunft hervorragendes Personal. Zur Erreichung des angestrebten Streitkräfteumfangs von 185.000 Soldatinnen und Soldaten sind dabei attraktive Rahmenbedingungen unabdingbar. Sie gibt es aber nicht zum Nulltarif.

(Textquelle: CDU/CSU – Bundestagsfraktion.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Umstrukturierung der Bundeswehr – am 07.02.2011 präsentierte der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl Theodor zu Guttenberg, die Reformvorschläge zur Umstrukturierung der Bundeswehr den Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums.)

Streit um Verlagerung des Verteidigungsministeriums von Bonn nach Berlin

von Oliver ~ 7. Februar 2011

 

Laschet (CDU) lehnt ab, van Essen (FDP) ist dafür, “wenn die Region Bonn keine Nachteile erleidet”

Die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geplante Verlagerung des Verteidigungsministeriums von Bonn nach Berlin hat Streit ausgelöst. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jörg van Essen, begrüßte das Vorhaben. “Wir sind dafür, dass das Ministerium erheblich verkleinert wird”, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Montag-Ausgabe). “Für uns ist aber wichtig, dass die Region Bonn keine Nachteile erleidet. Das Modell, das das Justizministerium gewählt hat, ist genau richtig. Die haben den in Bonn verbliebenen Teil nach Berlin gezogen und stattdessen in Bonn das Bundesamt für Justiz eingerichtet. Das erleichtert die Führung des Ministeriums und vermeidet Doppelstrukturen, die wir im Augenblick eindeutig haben.” Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Armin Laschet, warnte im “Kölner Stadt-Anzeiger” hingegen: “Das Bonn-Berlin-Gesetz darf nicht außer Kraft gesetzt werden. Außerdem darf der Rutschbahn-Effekt Richtung Berlin nicht verstärkt werden. Darauf wird die NRW-CDU achten.” Der für den Standort Bonn zuständige Landesvorsitzende West des Bundeswehrverbandes, Thomas Sohst, erklärte: “Ein schlüssiges Konzept ist nicht erkennbar. Die Sorge der Soldaten ist, dass sie nicht mehr entsprechend ihrer Stärke im Ministerium vertreten sind und damit ihr Einfluss sinkt. Die entscheidende Frage lautet deshalb, wie die zukünftigen ministeriellen Aufgaben definiert sein werden.” Das Hauptproblem bestehe darin, “dass die neue Struktur finanziell nicht unterlegt ist”. Dies gelte für die gesamte Reform, in deren Zuge die Bundeswehr von 250.000 auf 185.000 Soldatinnen und Soldaten schrumpfen und in eine reine Berufsarmee umgewandelt werden soll. Nötig sei eine “Anschubfinanzierung”, betonte Sohst und fügte hinzu: “Wir kommen jetzt an einen Punkt, an dem sich beweist, ob der Ankündigungsminister zu einem Reformminister wird.” Guttenberg will heute gemeinsam mit Staatssekretär Walther Otremba die Pläne erläutern, die auf Grundlage des Berichts einer Strukturkommission erarbeitet worden sind. Vorgesehen war zuletzt, das Ministerium von gut 3000 auf 1800 Dienstposten zu reduzieren und neun von 17 Abteilungen abzuschaffen. Dabei soll das Ministerium, das derzeit seinen Hauptsitz und rund 80 Prozent der Mitarbeiter in Bonn hat, in Berlin konzentriert werden. In Bonn soll als Ausgleich ein Bundeswehramt entstehen. (Zitatende)

Berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger heute.

(Textquelle kursv: Kölner Stadt-Anzeiger.de;
Bildquelle: Bundewehr.de, BMVg-Dienstsitz Bonn-Hardthöhe)