Nationalist Nikolic wird serbischer Präsident – Kosovo-Lösung wird schwieriger
Montag, 21. Mai 2012Der Nationalist und Rechtspopulist Tomislav Nikolic von der konservativen Fortschrittspartei wird neuer serbischer Staatspräsident. In der Stichwahl setzte er sich gegen Amtsinhaber Boris Tadic von der Demokratischen Partei durch. Der Balkanstaat zeigt damit erneut, dass seine nationalistischen Tendenzen in der Bevölkerung verankert sind.
Der moderatere, europafreundlich gesinnte Tadic räumte seine Niederlage ein. Wie das Belgrader Zentrum für Freie Wahlen und Demokratie mitteilte, entfielen in Hochrechungen auf Nikolic 49,4 Prozent der Stimmen. Tadic erhielt 47,7 Prozent. Die offizielle Bestätigung wird für heute erwartet. Die Wahlbeteiligung an der Stichwahl erreicht einen Minusrekord mit 45 Prozent von rund 6,8 Millionen Wahlberechtigten, auch die serbischer Minderheit im Kosovo konnte mitwählen.
Von einer stabilen Mehrheit in Serbien kann man damit nicht sprechen, die Regierung hat anders als das Amt des Staatsoberhauptes eine andere Parteienmehrheit. Der Sieg des nationalistischen Nicolic lässt auch eine Kosovo-Lösung weiterhin schwieriger, auch wenn dieser sich zu Europa bekennt aber in der Kosovo-Frage erklärtermaßen wenig kompromissbereit sein will, ein europäischer Einfluss bleibt damit kompliziert. Auch Nikolic strebt wie sein Amtsvorgänger Tadic für Serbien die begehrte EU-Mitgliedschaft mit all seinen Vorteilen an. Die EU hat Serbien im März 2012 den Status des EU-Beitrittkandidaten zugesprochen.
Soldatenglück.de berichtete zuletzt: Stichwahl in Serbien: Wahlkampf mit Priorität weniger auf Kosovo, vielmehr auf Wirtschaftsthemen und u.a. Kosovo-Lage erfordert militärische Verstärkung, ORF-Bataillon wird in den Einsatzraum verlegt.
(Grafikquelle: CIA.gov)










