Archiv für die Kategorie 'Pakistan'

Pakistan: “Das Ringen um die Macht geht weiter”

Dienstag, 26. Juni 2012

“Pakistans neuer Premier Raja Pervez Ashraf wird vermutlich eine Übergangsfigur sein. Seine Ernennung ist Teil eines seit Wiederaufnahme der demokratischen Regierungsform (2008) anhaltenden Machtkampfes, der zumeist durch Korruptionsvorwürfe vor Gerichten ausgetragen wird.
Legislative (vor allem Parlament), Exekutive (vor allem Militär und Nachrichtendienste) sowie Judikative (vor allem Verfassungsgericht) ringen um Einfluss. Trotz des turbulenten Geschehens sind ein politisches Chaos oder gar eine Machtübernahme des Militärs nicht zu befürchten. Vielmehr werden Pakistans demokratische Institutionen sich besser voneinander abgrenzen und an Kontur gewinnen”, schreibt das Projektbüro der Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) in Islamabad in ihrem Bericht aus aktuellem Anlass Nr. 27/12.
Zum vollständigen FNSt-Bericht: “Pakistan: Das Ringen um die Macht geht weiter”.

(Textquelle kursiv: FNSt.org;
Grafikquelle: CIA.gov)



Pakistan: “Kasernenhofdemokratie” und “gefährlichstes Land der Welt”

Samstag, 2. Juni 2012

“Brennpunkt Pakistan – Islamische Atommacht im 21. Jahrhundert”
von Dr. habil Christian Wagner (SWP)

Pakistan genießt den zweifelhaften Ruf, das “gefährlichste Land der Welt” zu sein. Spektakuläre Aktionen militanter islamistischer Gruppen haben die Angst vor einer Talibanisierung und vor einem Zerfall des Landes geschürt. Nirgends sonst liegen Al-Qaida-Camps und Atomwaffenlager so nahe beieinander.

Darüber wurden die moderaten und demokratischen Traditionen des Landes oft vernachlässigt oder vergessen. Trotz seiner zahllosen Probleme ist Pakistan weder der Gazastreifen noch das nächste Somalia, die große Mehrheit der Pakistanis lehnt radikale Formen des Islam und islamistische Parteien ab. Der Autor skizziert die Geschichte dieses jungen Staates von der religiös motivierten Gründung zur heutigen “Kasernenhofdemokratie”, er analysiert die Innen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik des Landes, fragt nach der nationalen Identität sowie nach Pakistans Verhältnis zu Indien, Afghanistan, China und den USA.

Autor: Christian Wagner, geb. 1958, Dr. habil., Leiter der Forschungsgruppe Asien an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Neuerscheinung im Mai 2012 im Dietz Verlag Bonn, 192 Seiten, Broschur, 16,90 Euro, ISBN 978-3-8012-0424-2.

(Bildgrafikquelle, Text: Dietz Verlag.de)

Pakistan: Tod Osama bin Ladens – 33 Jahre Haft wegen “Hochverrates” für Arzt in Abbottabad

Mittwoch, 23. Mai 2012

In Pakistan ist ein Arzt in Zusammenhang mit der Tötung von Osama bin Laden zu 33 Jahren verurteilt worden.

Der Medziner wurde des Hochverrats für schuldig befunden, weil er dem US-Geheimdiesnt CIA (Central Intelligence Agency) beim Aufsprüren des Al Qaida Terornetzwerk-Führeres und Verantwortlichen für den 11. September 2001 geholfen haben soll.

Der Mann hatte in der pakistanischen Stadt Abbottabad Gen-Proben gesammet und den US-Amerikanern ausgehändigt. Anhand der Proben wurde Bin Ladens Aufenthaltsort in dem ummauerten allein stehenden Haus (CIA-Grafik unten) festgestellt. Vermutungen, dass pakistanische Geheimdienstkreise (Inter-Services Intelligence, ISI) den Al Qaida Führer gedeckt haben, sind bis heute nicht entkräftet.

In der Nacht zum 02. Mai 2011 kam es zu einer Operation des CIA und von militärischen Spezialkräften im Unterschlupf Osama bin Ladens, der Terrorführer und einige seiner bewaffneten Helfer wurden dabei ausgeschaltet. Soldatenglück.de berichtete über die US-Kommando-Operation gegen Osama bin Laden in Abbottabad/Pakistan mit u.a. den Artikeln: CIA-Direktor Leon Panetta mit Details zur US-Operation gegen Terrorführer Osama bin Laden (Video), Details der Operation GERONIMO des U.S. Special Operations Command und der CIA gegen Osama bin Laden (Video) und Präsident Obama: USA veröffentlicht keine Bilder des getöteten Terror-Führers bin Laden (Video).

(Grafikquelle: CIA.gov, Illustration des Verstecks des Terrornetzwerk Al Qaida Führes Osama bin Laden in Abbottabad/Pakistan; Kartenausschnitt Nord-Pakistan)

Pakistan: Die Marke Al-Kaida lebt weiter

Freitag, 27. April 2012

Lange Zeit waren die Witwen von Osama bin Laden von der Außenwelt abgeschottet. Mit der Abschiebung der drei Frauen kurz vor dem ersten Todestag des einstigen Terror-Führers will Pakistan nun einen Schlussstrich unter das Kapitel Al-Kaida ziehen.

Legitim ist das nicht. Denn Pakistans Sicherheitskräfte haben mindestens versagt, wenn sie den geistigen Brandstifter des globalen islamistischen Terrorismus nicht sogar über Jahre deckten. Ohne Hilfe von außen hätte dieser nie so lange in seinem Versteck ausharren können. Ganze fünf Jahre lebte Bin Laden im Zentrum von Abbottabad, einer Stadt von 100 000 Einwohnern nahe Islamabad. Das komplexe Anwesen lag nicht weit von einer Militärakademie entfernt.

Die USA haben mit ihrer Aktion “Geronimo” vor einem Jahr der Hydra das Haupt abgeschlagen. Aber wie bei dem Wesen aus der griechischen Mythologie wuchsen der Terrororganisation dafür neue Köpfe nach. So ist Al-Kaida im Grenzgebiet zu Afghanistan zwar inzwischen unter Druck geraten, vor allem, weil die USA deren Anhänger mit gezielten Drohnen-Angriffen töten.

Ausgewichen aber ist das Netzwerk in andere Regionen. Als Marke, ähnlich wie beim Franchise-Konzept aus den USA, wurde es exportiert. Schrecken verbreitet der Name nun in Nordafrika und erst recht im Jemen. Selbst die somalische Al-Shabaab am Horn von Afrika hat sich inspirieren lassen. Insofern gilt: Bin Laden terrorisiert weiter. (Zitatende)

Kommentiert die “Neue Osnabrücker Zeitung” heute.
Soldatenglück.de berichtete über die US-Operation gegen Osama bin Laden in Abbottabad/Pakistan.

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Al Qaida Propaganda-Videoausschnitt)

Terrorbekämpfung: Pakistan will keinen Druck aus Washington (Video)

Freitag, 30. September 2011

Der pakistanische Regierungschef Yousuf Raza Gilani hat die USA aufgefordert, bei der Suche nach Islamisten nicht weiter Druck auf Pakistan auszuüben. Die USA müssten aufhören, Pakistan für die instabile Lage in der Region verantwortlich zu machen. Gilani betonte, seine Regierung arbeite nicht mit islamischen Terroristen zusammen.

(Videoquelle: euronews.net;
Kartengrafik: CIA.gov)



Massiver Taliban-Angriff gegen Marinestützpunkt Mehran in Pakistan (Video)

Dienstag, 24. Mai 2011

Nach dem vernichtenden Angriff der pakistanischen Taliban auf die Marinebasis Mehran gilt es, Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani beim Wort zu nehmen: Solch ein feiger Akt könne die Entschlossenheit der Regierung und des Volkes zur Bekämpfung des Terrorismus nicht erschüttern. Im Interesse einer freien Welt muss der Regierungschef der Atommacht recht behalten; Fanatiker dürfen nie eine Nuklearbombe besitzen, sie würden sie zünden.

Doch Pakistan viel Glück für den Kampf gegen die Taliban zu wünschen reicht nicht. Die Führung muss sich diese Frage gefallen lassen: Wie konnte ein scheinbar stark gesicherter Militärkomplex wie jener in Karatschi so hart getroffen werden? Drei Wochen, nachdem Al-Kaida-Chef Osama bin Laden nach jahrelangem Aufenthalt im Land erst von der US-Armee ausgeschaltet wurde! Es sind Zweifel angebracht, was die Ernsthaftigkeit Pakistans in Sachen Terrorismus-Bekämpfung angeht. Um sie zu zerstreuen, müssen Taliban und Al-Kaida gejagt und empfindliche Einrichtungen bestmöglich geschützt werden, idealerweise im Schulterschluss mit den USA.

Der jüngste Anschlag als Vergeltung für Bin Ladens Tod zeigt noch mehr: Al-Kaida und Taliban können unabhängig, aber auch im Sinne der jeweils anderen Organisation zuschlagen. Was geschieht erst, sollte Talibanführer Mullah Omar gefasst werden? Dessen Tod wurde schon gemeldet, doch wahrscheinlich lebt er. (Zitatende)

Kommentiert die Neue Osnabrücker Zeitung.

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Videoquelle: via YouTube, PNS MEHRAN Terrorist Attack – 22nd May 2011 – Day/Night shots – Federal Minister Rehman Malik on Monday said that 8 terrorists were killed and 10 security personnel were martyred in Security forces’ operation against the terrorists who last night sneaked onto Pakistan Navy Base Mehran.
Talking to media here Rehman Malik said that it was an attack on Pakistan and the enemies of country want to destabilize the country.
Kartengrafikquelle: CIA.gov)

Botschaft eines Toten – Osama bin Ladens letzte Al Qaida Propaganda (Video)

Donnerstag, 19. Mai 2011

Al Qaida hat eine Audiobotschaft des von den USA getöteten Bin Laden veröffentlicht.

Darin ruft der frühere Al-Qaida-Chef zum Sturz arabischer “Tyrannen” auf. In der posthum publizierten Aufnahme äußerte sich bin Laden positiv über die aktuellen Rebellionen in den islamischen Staaten.

Der Aufnahmeort des Videos ist mit großer Wahrscheinlichkeit Abbottabad in Pakistan, dort wo in der Nacht zum 02. Mai 2011 US-Spezialkräfte in der Operation GERONIMO den Al Qaida Führer final ausschalteten. Das Video wurde durch Kuriere und Gefolgsleuteverberitet, Kuriere, die die US-Sicherheitsbehörden auf die Spur zum Versteck des meist gesuchten Teroristen brachten.

(Videoquelle: euronews.net;
Bildquelle: Al Qaida Propaganda-Video im Besitz des Pentagon)

Anschlag in Pakistan – “Rache für Osama” – ein gefälliges Etikett und eine willkommene Rechtfertigung für das ziellose Morden

Freitag, 13. Mai 2011

“‘Rache für Osama’ – ein gefälliges Etikett und eine willkommene Rechtfertigung für das ziellose Morden. Der Tod Bin Ladens ist da nebensächlich – diesen Anschlag hätte es eh gegeben.”

“Das war die erste Rache für Osamas Märtyrertod”, pries ein Sprecher der pakistanischen Taliban den heimtückischen Doppelanschlag im Distrikt Charsadda. “Rache für Osama” – ein gefälliges Etikett und eine willkommene Rechtfertigung für das ziellose Morden. Der Tod Bin Ladens ist da nebensächlich – diesen Anschlag hätte es eh gegeben. Terror steht seit Jahren in Pakistan auf der Tagesordnung. Das gestrige Attentat war zwar der schwerste Anschlag seit Monaten, doch diese Toten reihen sich ein in die lange Reihe tausender Opfer des Terrorismus. Die – gerade auch in Pakistan umstrittene – Tötung des El-Kaida-Chefs Bin Laden durch ein US-Kommando brauchte es dafür bisher nicht als Anlass. Denn darum geht es ja auch gar nicht. Folgt man, auch wenn es zynisch scheint, einmal kurz der Logik der Terroristen: Müssten Ziel eines Racheakts nicht die verhassten USA, vielleicht auch Pakistans Politiker sein, die das Kommandounternehmen im eigenen Land stillschweigend zuließen? Doch dieser Anschlag traf – wieder einmal – die Schutzlosen, die leichtesten Opfer. Damit entlarvt sich der Terrorismus als das, was er wirklich ist: Nicht Kampf der Unterdrückten, Aufstand der Armen, sondern zielloses Blutvergießen. Den Familien bleibt nicht einmal der Trost, dass ihre Söhne als Märtyrer einer guten Sache gestorben seien. Ihr Tod ist einfach sinnlos. (Zitatende)

Kommentiert Sören Sgries von der Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg.

Soldatenglück.de berichtete heute: Pakistan: Taliban Rache-Anschlag für die Tötung des Al Qaida-Führers Osama bin Ladens kostete 80 Menschen das Leben, 115 wurden verletzt (Video).

(Textquelle kursiv: Rhein-Neckar-Zeitung.de;
Bildgrafikquelle: Flagge Pakistans)

Pakistan: Taliban Rache-Anschlag für die Tötung des Al Qaida-Führers Osama bin Ladens kostete 80 Menschen das Leben, 115 wurden verletzt (Video)

Freitag, 13. Mai 2011

Die Taliban haben sich zu einem Doppelanschalg im Norden Pakitans bekannt und ihn als Racheaktion für die Tötung von Al Qaida Chef Osama bin Ladens bezeichnet.

Ziel des Anschlags war ein Ausbildungslager der pakistanischen Grenzpolizei in Charsadda 30 Kilometer von Peschawar (Karte oben) in den Stammesgebieten, was auf nördlicher Linie von Islamabad Richtung Abbottabad gelegen ist. In Abbottabad haben US-Spezialkräfte der NAVY SEALs und der CIA in der Nacht zum 02. Mai 2011 bei der Operation GERONIMO Bin Laden und weitere Unterstützer getötet. Wenige Tage danach hat Al Qaida die Tötung ihres Gründers und Führers bestätigt und die pakistanische Taliban zu Rache-Aktionen aufgerufen.
Mindestens 80 Menschen wurden heute durch den Taliban-Anschlag getötet und 115 verletzt, als zwei Selbstmordattentäter nacheinander ihre Sprengsätze zündeten.

Bei den Opfern handelt es sich zumeist um Rekruten der paramilitärisch strukturierten pakistanischen Grenzpolizei. Nach Abschluss ihrer Ausbildung verluden sie vor einem Grenzpolizei-Gebäude gerade ihr Gepäck, um in den Heimaturlaub zu fahren. Dies war der in Opferzahlen gemessen bislang schwerste Anschlag in Pakistan im Jahr 2011. In Pakistan wurden in den vergangene 4 Jahren mehr als 4.300 Menschen bei Bombenanschläge getötet. Die meisten der Anschläge ereigneten sich im Nordwesten (Ostafghanistan oder Paschtunistan oder Stammesgebiete genannt), ein Sammelbecken der islamistischen Taliban und von Al Qaida und wie wir neuerdings wissen und schon immer ahnten, den seit 2001 mehrjährigen Verstecken des Al Qaida Gründers Osama bin Laden.

(Videoquelle: CNNInternational.com, The Pakistani Taliban claims responsibility for suicide bomb attacks.)

“Obama gets Osama”, Berichte der deutschen Politischen Stiftungen aus Pakistan

Sonntag, 8. Mai 2011

Die Tötung Usama bin Ladins hat die pakistanische Öffentlichkeit genauso überrascht wie die Welt. Nur statt der richtigen Fragen reagieren viele Pakistanis nach oft erlebten Mustern: Leugnung, Gegenanschuldigung und Verschwörungstheorien. Auch hält sich die Freude in Grenzen: Im Gegensatz zur Ermordung des Gouverneurs Salman Taseers wurden diese Mal keine Süßigkeiten verteilt. Dafür muss das Land jetzt bittere Pillen schlucken: trotz der Kampfes des Armee gegen die Taliban, gilt Pakistan international als ein Hort von Terroristen, Armee wie Geheimdienst haben ein Imageproblem und die politische Führung einen Vertrauensverlust.

Die Nachricht von der Kommando-Aktion der Navy Seals in Abbotabad hat die Pakistanis, die politische Führung wie auch Militär und Geheimdienste ebenso unerwartet getroffen wie die Weltöffentlichkeit. Waren in den Montagszeitungen noch neutral von einem Hubschrauberabsturz und einer Explosion berichtet worden, klärte sich das Bild am Fernsehschirm in den frühen Morgenstunden: “Obama gets Osama” titelte die volksnahe “The News” am darauffolgenden Tag ..

Zum vollständigen Bericht aus aktuellem Anlass “Pakistan – Von Süssigkeiten und bitteren Pillen” von Olaf Kellerhoff, Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Islamabad/Pakistan vom 06. Mai 2011.

Die Projektleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Pakistan, Britta Petersen, kommentierte die Operation gegen Osama bin Laden in deutschen Zeitungen: Nach Osama bin Ladens Tod wie folgt: “Anspannung in Pakistan steigt”.
Der letzte öffentliche Bericht der Friedrich-Ebert-Stiftung in Pakistan datiert aus 2009 mit dem Titel: Pakistan: Rückschlag für die Taliban? - Pakistanische Taliban bestätigen den Tod Baitullah Mehsuds.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung bewertet die Situation aktuell: “Der pakistanische Geheimdienst hat bei Al Qaida offenbar die Geduld verloren” und “Pakistan nimmt Anti-Terror-Kampf sehr ernst”.

(Textquelle kursiv: FNSt.org, Stiftung für die Freiheit;
Kartengrafikquelle: CIA.gov)