Archiv für die Kategorie 'Weltregionen'

UN im Kongo mit Interventionbrigade kampfbereit – Mehr als Säbelrasseln?

Samstag, 30. März 2013

Die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika steht seit Jahren am Rande des Zerfalls. Längst haben die Rebellen der Bewegung des 23. März die strategisch wichtige Stadt Goma im Osten des Staates eingenommen. Ihr Versprechen, sich zurückzuziehen, haben sie gebrochen – Konsequenzen hatte dies nicht. Unter den Augen der UN-Einsatztruppe, die das an Bodenschätzen reiche Riesenland befrieden soll, führen die Rebellen ihren Kampf rücksichtslos und brutal fort. Hilfloser als hier kann sich die Weltgemeinschaft kaum präsentieren.

Nun soll ein historischer Beschluss dem Treiben ein Ende setzen. Offensiv darf die neue UN-Truppe gegen die Kämpfer vorgehen, das hat der Sicherheitsrat beschlossen. UN-Blauhelme als schnelle Eingreiftruppe: Das gab es noch nie. Entsprechend unsicher dürften sich die Soldaten im Einsatzgebiet fühlen; sie werden ahnen, dass ihr Auftrag Opfer fordern wird.

Das Leid der Bevölkerung ist unerträglich. Die humanitäre Katastrophe ist da. Schon lange. Bereits mehrmals mussten die Blauhelme ihr Versagen angesichts von Massenverbrechen an Zivilisten einräumen. Jetzt wird ihnen mehr Durchschlagskraft zugestanden. Offenbar haben die UN dazugelernt. Auch ihr Ultimatum für die Aufklärung von Massenvergewaltigungen ist richtig. Ob die Ankündigungen mehr sind als Säbelrasseln, muss sich allerdings erst zeigen. (Zitatende)

Kommentiert Cornelia Mönster von der “Neue(n) Osnabrücker Zeitung”.

Dazu die UN-Sicherheitsratsresolution 2098/2013 vom 28. März 2013 und zum Security Council Artikel.

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bilderquelle: MONUC.org, IDP camp appeared around MONUSCO base in Kitshanga after heavy fighting broke between APCLS and FARDC, it is estimated that 5000 peoples where displaced and at least 90 where killed, the 7th of March 2013.
A small girl washes her ands in a puddle near MONUSCO base in Kitshanga;
Kitshanga Camp)

Hintergrundinformationen: UN-Mission MONUC.org, United Nations Organization Stabilization Mission in the Democratic Republic of the Congo



Nordkorea zeigt Einmarsch in Seoul als Propagandafilm (Video)

Samstag, 23. März 2013

Fragiler Waffenstillstand

Dieses Propagandavideo zeigt den Einmarsch nordkoreanischer Truppen in den Süden des Landes mit wehenden nordkoreanischen Fahnen. Eine weiter Provokation gegen Südkorea und die USA. Nord- und Südkorea befinden sich noch heute formell im Kriegszustand und die geben Südkorea Beistand. Eine 248 Kilometer lange und 4 Kilometer breite “Demilitarisierte Zone” (DMZ) teilt die Koreanische Halbinsel mit einer Demarktionslinie in Nord und Süd.
Nach dem 3 Jahre andauernden Koreakrieg im Jahre 1953 wurde sie eingerichtet, sie verläuft quer über die koreanische Halbinsel, wobei sie nördlich Seouls den 38. Breitengrad schneidet.
Das aktuelle Video mit dem Einmarsch-Szenario ist eine weitere Provokation Nordkoreas gegen den westlich orientierten Süden.
Die nordkoreanische Bevölkerung leidet existenzielle Not und der Staatsapparat gibt das Geld mit vollen Händen für Waffen, Militär und Propaganda aus.

Der YouTube-, Twitter- und Flickr-Kanal “Uriminzokkiri” ist der von Nordkrea im Jahr 2010 online gestellte Mitteilungsdienst des ‘Komitees für die friedliche Wiedervereinigung Koreas’ (in China gehostet), den die nordkoreanische Regierung betreibt. Videobeiträge und Bilder nordkoreanischer Medien (Korean Central News Agency, Korean Central Television) werden verbreitet – Propaganda pur

BND schliesst militärische Provokationen Nordkoreas und “gefährliche Weiterungen” nicht aus

Samstag, 16. März 2013

Der Bundesnachrichtendienst (BND) schließt begrenzte militärische Provokationen Nordkoreas nicht aus. In einem Interview mit der ‘Neuen Osnabrücker Zeitung’ sagte BND-Präsident Gerhard Schindler, der neue Machthaber Kim Jong Un dürfte einen Krieg nicht riskieren wollen. “Das schließt begrenzte militärische Provokationen nicht aus, die in der gespannten Lage aber gefährliche Weiterungen haben können.”
Nordkorea sei zwar in absehrer Zeit nicht zu einem Nuklearschlag in der Lage, habe aber Fortschritte in der Atom- und Raketentechnik erreicht.

Zum Orginal-Interview: BND-Chef Schindler: “Wir dürfen Nordkorea nicht unterschätzen”

(Grafikquelle: CIA.gov, Nordkorea Karte- und -Flagge;
Info-Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung.de)

Gefährdete Staaten der Sahelzone – Hat Al-Qaida eine neue Front aufgemacht (Video)

Montag, 21. Januar 2013

Algerien, Mali, Nigeria, Mauretanien, Senegal, …

Rund zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September scheint sich der Terrorismus nach Asien, in den Nahen Osten und nach Afrika verlegt zu haben. So ist die afrikanische Sahelzone, in der einige der ärmsten Staaten der Welt liegen, zum Schauplatz von Anschlägen und Entführungen geworden, die sich sowohl gegen die lokalen Regierungen als auch gegen die westlichen Interessen richten. Hat Al-Qaida hier eine neue Front aufgemacht? “Mit offenen Karten” analysiert die möglichen Destabilisierungsfaktoren dieser Region.

(Videoquelle: arte.tv, Grafikquelle: CIA.gov, Staat Mali in Afrika)

Bundeswehr kann in Mali in die Nähe eines Kampfeinsatzes geraten

Freitag, 18. Januar 2013

Bei ihrer Mali-Mission läuft die Bundeswehr nach Einschätzung des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), Gefahr, auch in die Nähe eines Kampfeinsatzes zu geraten. “Es kann natürlich dazu kommen, dass es im Laufe der Lage-Entwicklung Berührungspunkte zwischen den drei Mali-Missionen gibt”, sagte Polenz der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post”. Zwar beteilige sich Deutschland nicht an der französischen Offensive, aber doch am Transport und an der Ausbildung afrikanischer Soldaten. Aber alle diese Einsätze hätten mit “demselben Land und mit den gleich Problemen” zu tun, so Polenz. Deshalb sei es sinnvoll, wenn diese miteinander abgestimmt würden. “Es ist wichtig, dass wir uns dafür die notwendige Flexibilität erhalten”, sagte der CDU-Außenexperten. (Zitatende)

Berichtet die “Rheinische Post” aus Düsseldorf.

[Textquelle: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, EATT - European Air Transport Training (2012). Zum ersten Mal richtet die European Defency Agency (EDA) ein multinationales Training für Transportflugzeuge aus. Im Bild: Aufnahme von Personal auf sandigem Boden]

Hintergrundinformationen: Auswärtiger Ausschuss des Deutschen Bundestages



Sahara-Raum und Sahelzone, 1000 Kilometer Luftlinie von Europa – Zu spät hingeschaut (Video)

Donnerstag, 17. Januar 2013

Urplötzlich scheinen der Sahara-Raum und die Sahelzone höchst explosive Räume zu sein. Überall militante Islamisten, dazu noch Al-Kaida-Anhänger. Und dies nur 1000 Kilometer Luftlinie von Europa entfernt – viel näher als Brennpunkte wie Afghanistan, Jemen oder Somalia. Für manchen in Europas Hauptstädten dürfte dies eine böse Überraschung sein. Das eher fahrige und zögerliche Verhalten der deutschen Regierung legt nahe, dass dies auch in Berlin so ist.

Die Gegend vom Maghreb ab südwärts hatte eben in der Vergangenheit nur dann ein größeres Interesse erregt, wenn es um Rohstoffe ging. Manchmal auch, wenn die Rallye Paris-Dakar ihren Weg durch die Wüste nahm. Seit 2008 tut sie dies aber nicht mehr. Der Grund: Terrorgefahr durch Al-Kaida-Ableger. Mit anderen Worten: Spätestens seitdem war offiziell klar, dass sich etwas zusammenbraut. Wobei es einen ersten schlagzeilenträchtigen Zwischenfall bereits 2003 gegeben hat. Seinerzeit nahm eine Terroristenbande in Algerien 32 Sahara-Touristen als Geiseln.

Wer also offenen Auges die Region betrachtete, war frühzeitig alarmiert. Aber nur wenige taten dies. Die Welt bot schließlich genug andere und vermeintlich wichtigere Krisengebiete. Weshalb es versäumt wurde, den Anfängen zu wehren – etwa durch energische Aufbauhilfen. Der betroffene Raum gehört zu den benachteiligtsten Gegenden der Erde. Die Hauptbevölkerung sind Beduinen, denen in Zeiten des globalen Wirtschaftens nicht einmal mehr eine ökonomische Nische bleibt, zumindest keine legale. Ihre bedeutendsten Einkommenszweige sind inzwischen der Menschen- und Drogenschmuggel in Richtung Europa.

Schon diese Mischung aus Kriminalität und Armut, gepaart mit dem Gefühl, von den eigenen Heimatländern ignoriert zu werden, bereitete den Islamisten das Feld. Als dann noch gutgerüstete Kämpfer aus dem Libyenkrieg eintrafen, beschleunigte sich die Destabilisierung der Region. Mali war nur das erste Opfer. Hätte der Westen – und speziell Europa – früher hingeschaut, wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen. (Zitatende)

Kommentiert die “Schwäbische Zeitung” aus Leutkirch.
Dazu das euronwes-Video: Offenbar Tote bei Angriff auf Geiselnehmer in Algerien

(Textquelle: Schwäbische Zeitung.de;
Grafikquelle: CIA.gov, Algerien-Karte)

 

Islamisten feiern im afrikanischen Mali Erfolge (Video)

Montag, 14. Januar 2013

Im Kampf um Mali feiern die Islamisten ebenfalls Erfolge. Sie haben jetzt bei einem Gegenangriff die Stadt Diabali eingenommen. Das bestätigt auch die französische Regierung. Andererseits zeigt sich die Regierung in Paris zuversichtlich, dass die Kämpfe bald zu Ende sein würden – sie spricht von “einer Frage von Wochen”.

Seit Freitag sind französische Truppen in dem westafrikanischen Land, wo zwei verschiedene Gruppen den Norden als ihr Gebiet beanspruchen. Neben den Islamisten ist das eine Gruppe von Tuareg. Beide sind verfeindet; die Tuareg bieten Frankreich jetzt ihre Hilfe im Kampf gegen die Islamisten an.

Die französischen Soldaten haben seit Freitag dabei geholfen, die Stadt Kona zurückzuerobern, und greifen die Aufständischen im Norden aus der Luft an. Inzwischen bereitet auch die Ecowas, die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft, die Entsendung von gut dreitausend Soldaten nach Mali vor. Sie sollen ebenfalls die dortige Armee im Kampf gegen die Aufständischen unterstützen.

Die “Südwest Presse” aus Ulm kommentiert den Mail-Einsatz aus deutscher Sicht:

Mali? Bis vor kurzem noch wussten viele nicht, wo das Land liegt, in dessen Sand bald schon deutsche Soldaten sterben könnten. Dann, wenn unsere Sicherheit im Herzen Afrikas verteidigt wird. Nach dem Hindukusch und dem Meer vor Somalia wäre es der dritte Fall, der zeigt, wie sich der Auftrag der Bundeswehr von der Landesverteidigung zum Kampf gegen Kräfte wie Al-Kaida gewandelt hat. Wieder robbt sich Deutschland heran, während andere längst das Feuer eröffnet haben. Erst die Zusage, einheimische Kräfte auszubilden; dann das Versprechen logistischer Unterstützung; schließlich, falls die Bundeswehr entgegen aller Vorsätze in Scharmützel verwickelt wird, die staunende Erkenntnis: Hier herrscht Krieg.

(Textquelle: unten Südwest Presse.de;
Videoquelle: euronews.com;
Grafikquellen: CIA.gov, Mali Karten)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un will Wiedervereinigung, dabei militärisch stark bleiben (Video)

Dienstag, 1. Januar 2013

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un will die Konfrontation zwischen Nord- und Süd-Korea beenden – mit dem Fernziel einer Wiedervereinigung. In einer Neujahrsansprache betonte er aber auch, Nordkorea brauche bessere Waffen, um seine militärische Stärke auszubauen.

Kim Jong-un:
“Der Verlauf der innerkoreanischen Beziehungen zeigt, dass Konfrontation zwischen Landsleuten zu nichts führt als Krieg.”

Tags zuvor hatte Südkoreas scheidender Präsident Lee Myung-bak den Norden zur Wiedervereinigung aufgerufen.
Nach einem Raketentest Mitte Dezember 2012 rechnen Fachleute andererseits jederzeit mit einem neuen Atomtest Nordkoreas.
Kim Jong-un forderte zum neuen Jahr außerdem einen radikalen Umschwung, der das Land zu einem “wirtschaftlichen Riesen” machen solle.
2013 werde ein Jahr “großer Schöpfungen und Veränderungen, die einen radikalen Umschwung bewirkten.”

Soldatenglück.de berichtet regelmäßig über die Lage in Nordkorea.

(Videoquelle, Text: euronews.de;
Kartengrfaikquelle: CIA.gov)

Israel: Mit Verteidigungsminister und General a.D. Ehud Barak geht ein Besonnener (Video)

Dienstag, 27. November 2012

Dass Ehud Barak die israelische Politik verlassen will, ist keine gute Nachricht. Der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident ist einer der Klügsten, den die israelische Politik jemals hervorgebracht hat. Er ist kein Hitzkopf, sondern geprägt von seinen Erfahrungen als Mitglied in Sondereinsatzkommandos, mit denen er israelische Geiseln aus den Händen arabischer Terroristen befreite. Er gilt als besonnen, auch wenn er oft überheblich wirkt.

Wer nach ihm kommt, kann schnell zur Gefährdung für den Nahen Osten werden. Wenn der derzeitige Ministerpräsident Netanjahu sich weiter nach rechts orientiert und einen Haudrauf nach Barak installiert, könnte der mit dem Feuer spielen. Ehud Barak hat den jüngsten Angriff auf den Gazastreifen organisiert, weil er um Israels Stärke wusste und um die regionale Begrenztheit des Konfliktes. Er hat aber auch einen israelischen Schlag gegen das Atomprogramm Irans bisher nicht zugestimmt. Über ein solches Vorgehen entscheidet der Verteidigungsminister mit dem Ministerpräsidenten. Barak sagt, er wolle sich nach seinem Rückzug im Januar eine “gute Zeit” machen. Für einen 70-Jährigen ist das verständlich, für den Nahen Osten ist es keine gute Aussicht. (Zitatende)

Kommentiert die “Schwäbische Zeitung” aus Leutkirch.
Soldatenglück.de ergänzt: Gestern kündigte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak (Jahrgang 1942) vor Journalisten in Tel Aviv/Israel seinen Rückzug aus der Politik angekündigt, ob politisch-geschicktes Manöver oder Rentenpläne wird sich zeigen. Ab 1959 diente Ehud Bark 35 Jahre in den Isreael Defence Forces, zuletzt als Generalstabschef, dem höchsten Posten als Soldat in Israel. Ehud Barak ist zudem der höchstdekorierte Soldat Israels mit Doktortiteln der Universäten Jerusalem und Stanford/USA. Nach seiner militärischen Laufbahn wurde Ehud Barak 1995 von Jitzchak Rabin ins Kabinett berufen, als Innenminister begann er seine politische Karrire.
Er werde nach der Neuwahl des Parlaments im Januar 2013 aus der Politik ausscheiden, teilte der 70-jährige mit. Im Laufe seiner politischen Karriere nach Ausschieden aus dem Militärdienst hatte Ehud Barak eine Reihe hoher Ämter in verschiedenen israelischen Regierungen inne. Der langjährige Vorsitzende der Arbeiterpartei AWODA war Innen-, Verteidigungs- und Außenminister. Von 1999 bis 2001 war er Ministerpräsident Israels.

(Textquelle kursiv: Schwäbische Zeitung.de;
Bilderquelle: Israel Defence Forces.il, Lieutenant General Gantz, Minister of Defense Ehud Barak and Gabi Ashkenazi – Major General Benny Gantz was appointed IDF Chief of the General Staff and received the rank of Lieutenant General February 14th 2011, at a national ceremony held in the Prime Minister’s office. The appointed Chief of the General Staff, Lieutenant General Gantz, will replace Lieutenant General Gabi Ashkenazi, who served as Chief of the General Staff during the last four years, and is retiring from the IDF after 40 years of service.
IDF General Staff Meeting, January 17, 2012, an IDF General Staff meeting was held with The Israeli Prime Minister, Mr. Benjamin Netanyahu, and the Defense Minister, Mr. Ehud Barak. The forum members reviewed the strategical changes in the Middle East and discussed the outcomes and implications. Photo by Cpl. Gal Ashuach, IDF Spokesperson Unit.
U.S.gov, Barak, Clinton, Arafat – the three leaders prior to their trilateral meeting at the Ambassador’s residence in Oslo;
Videoquelle: AFP via YouTube)

Insel-Streit: Taiwan und Japan liefern sich Wasserschlacht (Video)

Dienstag, 25. September 2012

Der Streit zwischen Japan, China und Taiwan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer wird immer heftiger: Dutzende taiwanische Schiffe drangen jetzt in japanisches Hoheitsgewässer vor – beide Seiten setzten Wasserwerfer gegeneinander ein.

(Videoquelle: Spiegel.tv;
Grafikquelle: CIA.gov)