Archiv für die Kategorie 'Soldatenglück Natur'

General Winter – Was die plötzliche Eiseskälte für unsere Tierwelt und Pflanzen bedeutet

Mittwoch, 1. Februar 2012

Soldatenglück Natur

Plötzlich gleicht Deutschland einem riesigen Gefrierschrank. Nicht nur wir Menschen müssen uns mit dem frostigen Temperatursturz arrangieren, auch unsere Tier- undPflanzenwelt muss mit den tiefen Minustemperaturen zurechtkommen. So fliegen Kraniche, die bei den so lange so milden Temperaturen hier geblieben sind, nun doch noch nach Süden. Und die ersten Weißstörche, die schon zurückgekehrt sind, erleben eine unangenehme Überraschung. Doch nicht die Kälte an sich ist das Problem, sondern der damit verbundene Futtermangel. Denn auch wenn kein Schnee liegt, finden sie durch die Kälte beispielsweise weniger Mäuse. Flugfähige Störche brauchen aber dennoch nicht gefüttert werden, da diese in kurzer Zeit wieder in milde Regionen Südwesteuropas ausweichen können.

“Für unsere Wildtiere, die nicht in wärmere Regionen entfliehen können gibt es mehrere Strategien, diese recht lebensfeindliche Zeit zu überleben. Entweder verschläft man den Winter einfach, oder man trotzt den tiefen Temperaturen mit einer dicken Speckschicht oder emsiger Futtersuche”, erklärt Julian Heiermann, Zoologie-Experte des NABU. “Unsere heimische Tierwelt ist zwar an diese extremen Witterungsbedingungen angepasst und kommt auch mit zweistelligen Minusgraden zurecht – doch mit einfachen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen Wildtiere zusätzlich zu unterstützen, die frostige Zeit gut zu überstehen.”

So ist der Igel ein typischer Winterschläfer, der wie andere Tiere häufig in Laub- und Reisighaufen Zuflucht sucht. Diese sollte man ungestört liegen lassen, um die Tiere nicht zu gefährden. Igel, die durch die vergangene milde Witterung aus dem Schlaf gerissen wurden und nun bei Minustemperaturen umherlaufen, sind meist hilfebedürftig und sollten von Experten untersucht werden, rät der NABU. Bei Spaziergängen im Wald ist es nun besonders wichtig, die Wege nicht zu verlassen, denn durch das Betreten des Waldbodens können Wildtiere, wie Rehe und Wildschweine, aufgeschreckt werden – sie müssen jetzt mit ihren Fettreserven sehr sparsam haushalten und jede Fluchtaktion verbraucht lebenswichtige Energie.

Den Pflanzen, die vielfach schon wieder zu knospen begannen, kann die die plötzliche Kälte kurzfristig schaden, wenn empfindliche Triebe absterben. In der Regel verkraften sie diesen Verlust und können im Frühjahr erneut austreiben.

Frische Maulwurfshügel deuten darauf hin, dass der Frost auch in den Boden kriecht und die Maulwürfe tiefere Bodenschichten aufsuchen. Insekten und andere Gliedertiere, wie Spinnen und Asseln, halten es ähnlich wie Winterschläfer. Sie verfallen in eine Kältestarre und ihr körpereigenes Frostschutzmittel verhindert beim Einfrieren die Entstehung von Eiskristallen, die das Körpergewebe sonst zerstören würden.

Wer unseren Gartenvögeln was Gutes tun möchte, kann geeignetes Vogelfutter anbieten. “Obwohl unsere Vögel auf diese Futtergabe nicht angewiesen sind, nehmen sie es als ‘Zubrot’ zur natürlichen Nahrung häufig gerne an”, so Julian Heiermann. Viele Vogelfreunde haben in den letzten Wochen die gewohnt winterliche Ansammlung typischer Gartenvögel vermisst. Dies dürfte sich jetzt mit dem Wetterumschwung ändern, wenn Vogelfütterungen wieder verstärkt aufgesucht werden. In Naturgärten finden Vögel an den Samenständen stehen gelassener Stauden und an vielen heimischen Strauchgehölzen zusätzlich natürliche Nahrung

Vogelfütterung im Winter

(Text-, Bildquelle: NABU.de, Amsel-Foto NABU/Frank Derer)

Hintergundinformationen: NABU – Naturschutzbund Deutschland



Schwarzkittel im Schlaraffenland (Video)

Dienstag, 10. Januar 2012

Soldatenglück Natur

600.000 Wildschweine werden jährlich in Deutschland geschossen. Doch das reicht kaum, um die Bestände stabil zu halten. Weil sich die Tiere durch Maisfelder fressen und wohlgenährt sind, werden sie immer früher geschlechtsreif.

(Videoquelle: ARD.de, W wie Wissen;
Bildquelle: Deutsche Wildtier Stifung.de)

Hintergrundinformationen: Deutsche Wildtier Stiftung.de

Schreiadlerschutz – den Absturz verhindern!

Montag, 26. September 2011

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung zieht nach fünf Jahren Arbeit Bilanz

Geduldig hat das Schreiadlerweibchen die Eier 40 Tage lang bebrütet, während das Männchen emsig Futter in den Horst flog. “Viele Mitarbeiter der Deutschen Wildtier Stiftung saßen bis zum Einbruch der Dunkelheit vor dem Computer, um den Schreiadler-Nachwuchs vor laufender Kamera schlüpfen zu sehen”, erinnert sich Margit Meergans, Projektleiterin des Schreiadler-Schutzprogrammes der Deutschen Wildtier Stiftung. “Wir hatten eine Webcam am Horst installiert, um das Brutpaar samt Nachwuchs den Sommer über zu beobachten.”

Der Blick in die Kinderstube der Adler-Küken wäre eine Sensation gewesen, doch es hat sich ein Drama abgespielt. Die Eier waren unbefruchtet! Und in einem anderen Nest wurde das bereits geschlüpfte Küken von einem Marder gefressen. “Der Verlust jedes einzelnen Kükens ist furchtbar, denn vor allem in Deutschland ist der Schreiadler mit seinen knapp hundert Brutpaaren extrem vom Aussterben bedroht”, sagt Margit Meergans.

Projektleiterin Meergans blickt auf fünf Jahre Schreiadlerschutz der Deutschen Wildtier Stiftung zurück. Auf dem Schreiadlersymposium, das am 29. September in Potsdam stattfindet, kommen alle namhaften Schreiadler-Experten aus Deutschland und Lettland zusammen, um Bilanz zu ziehen, Lösungsmöglichkeiten zur Rettung dieser stark gefährdeten Vogelart zu diskutieren und gemeinsam in die Zukunft zu schauen.

“Zur Rettung des Schreiadlers ist in den letzten fünf Jahren viel passiert”, sagt Margit Meergans. “Wir haben mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 65 Jungvögel aufgezogen und zum ersten Mal eine große Anzahl von Vögeln mit Sendern versehen, um sie auf ihrer Reise in die Winterquartiere zu verfolgen”, erläutert die Projektleiterin. Dabei haben die Wissenschaftler erstaunliche Erkenntnisse über die 10.000 Kilometer lange Flugroute gewonnen. Es gibt Schreiadler, die den kräftezehrenden Flug direkt übers Mittelmeer wagen, andere nehmen den Weg über Gibraltar. Doch die klassische Reiseroute führt über den Bosporus. “Dort lauern Wilderer den majestätischen Vögeln auf”, sagt Margit Meergans. “Immer wieder haben wir Abschüsse von Schreiadlern zu beklagen”, sagt sie betroffen.

Schreiadler haben viele Feinde! Der Schutz auf den Zugwegen dieser seltenen Vögel ist eine große Herausforderung an den internationalen Artenschutz. Doch der Mangel an geeigneten Lebensräumen ist vielleicht das größte Problem für die bedrohte Adlerart. Deshalb hat die Deutsche Wildtier Stiftung für die Sicherung und Optimierung von Lebensräumen ein neues Schutzprojekt gestartet. Neben der maßgeblichen Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wird das Projekt durch das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Mit rund 1,5 Millionen Euro sollen in fünf Schreiadlerlebensräumen modellhaft Maßnahmen zum Schutz des Schreiadlers erprobt und die Vorkommen so langfristig gesichert werden.

“Die Zukunft der Schreiadler in Deutschland hängt entscheidend vom Erhalt und der Wiederherstellung der Lebensräume ab”, sagt Margit Meergans. “Um Interessenkonflikte zu lösen, müssen Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, aber auch Landnutzer, Naturschützer und Wissenschaftler gemeinsam an einen Tisch kommen – und dafür ist das Schreiadlersymposium ein wichtiger Schritt.”

Der Schreiadler im Sturzflug
Schreiadlersymposium der Deutschen Wildtier Stiftung, 29. September, 13 Uhr, Universität Potsdam in Griebnitzsee (Campus Griebnitzsee, Universitätskomplex II, Haus 6)
(Zitatende)

(Text-, Bilder-, Grafikquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de, der Schreiadler gehört zu den bedrohtesten Greifvögeln Deutschlands)

Ist der “Osterhase” bald obdachlos?

Dienstag, 19. April 2011

Soldatenglück Natur

Deutsche Wildtier Stiftung: Feldhasen verlieren Lebensräume durch intensive Landwirtschaft

Hasen haben vor Ostern Hochkonjunktur. Sie sind aus Schokolade, haben Marzipan oder Nougat im hohlen Bauch und erobern sich die Lebensräume der Menschen. In feine Folie gewickelt sitzen sie in Nasch-Nestern, hocken verführerisch auf dem Esstisch und verstecken sich listig bei der Ostereier-Suche! Die Populationsdichte in Supermärkten ist derzeit erschreckend hoch. “Ihre lebenden Vorbilder auf dem Acker haben es dagegen von klein auf schwer”, sagt Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. “Der Lebensraum der Feldhasen wird durch die intensive Landwirtschaft immer ungeeigneter. Auf den riesigen Ackerflächen finden vor allem Junghasen nur wenig Schutz vor Feinden.”

Viele Junghasen überleben die ersten Wochen nicht. “Sie fallen der Bearbeitung der Äcker im Frühjahr zum Opfer”, sagt Andreas Kinser. Die kleinen Feldhasen werden von den landwirtschaftlichen Maschinen oft einfach untergepflügt oder beim Walzen der Wiesen erdrückt. Im Sommer ist der Bewuchs der Felder dann häufig so dicht, dass sich die Feldhasen nur noch in den Fahrspuren der Maschinen bewegen können. Das Getreide ist ihnen quasi über den Kopf gewachsen! “Die Lebensbedingungen für Feldhasen haben sich seit dem Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung 2007 immens verschlechtert”, bedauert Kinser. “Früher waren die Landwirte verpflichtet, einen Teil ihrer Ackerflächen brach fallen zu lassen. Diese Flächen waren gute Rückzugräume für Wildpflanzen und Wildtiere. Heute wächst auf ehemaligen Brachen vorwiegend Mais für die überall entstehenden Biogasanlagen.” Daher ist die Agrarpolitik gefordert: Statt Agrarsubventionen per Gießkanne zu verteilen, sollten gezielt Landwirte honoriert werden, die sich für den Umwelt- und Naturschutz stark machen.

Denn auch der Tisch des Feldhasen ist heute nicht so reichlich gedeckt wie früher. Sein Speiseplan ist weitgehend auf Weizenhalme, Raps und andere Kulturpflanzen beschränkt. Doch das perfekte Hasen-Dinner sieht anders aus: Ein bisschen Klee als Vorspeise, Wildkräuter an Fenchelgemüse mit Karotten als Hauptgang und als Nachtisch junge Halme vom Klatschmohn. “Feldhasen futtern am liebsten fetthaltige Kräuter”, sagt Andreas Kinser. Doch all das wird Feldhasen heute nur noch selten aufgetischt, denn das Angebot an Wildkräutern ist in der intensiv genutzten Agrarlandschaft dürftig. Da haben “Schoko-Osterhasen” es besser…!

(Text-, Bilder-, Grafikquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de)

Greenpeace-Studie benennt erstmals konkrete Gebiete zum Schutz der Buchenwälder

Mittwoch, 13. April 2011

Soldatenglück Natur

Umweltschützer fordern zehn neue Nationalparks in Deutschland

Greenpeace hat heute erstmalig in einem Gutachten dargelegt, wie Rotbuchenwälder in Deutschland im Verbund geschützt werden können. Die Umweltschützer fordern bis 2020 zehn neue Nationalparks und den sofortigen Schutz der alten Buchenbestände. Die Nationalparks sollen in folgenden Waldgebieten eingerichtet werden: Nordschwarzwald, Pfälzer Wald, Spessart, Steigerwald, Ammergebirge, Stechlinsee, Taunus, Solling, Teutoburger Wald und Thüringer Wald.

“Durch den Schutz der Buchenwälder auf fünf Prozent der Waldfläche bis 2020 werden künftig nicht nur Arten wie Luchs, Wolf und Wildkatze geschützt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet”, sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. “Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen haben eine besondere Verantwortung für den Schutz der natürlichen Buchenwälder in Deutschland.”

Deutschland ist beim Waldschutz Schlusslicht

In Deutschland sind bislang weniger als ein Prozent der Wälder geschützt. Bis heute gibt es kein Gesamtkonzept für den Buchenwaldschutz. Stattdessen werden diese Wälder immer intensiver genutzt, auch für die Gewinnung von Holz als Brennstoff. Deutschland hat 2007 im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossen, fünf Prozent der deutschen Waldfläche dauerhaft aus der forstlichen Nutzung zu nehmen und dabei dem Buchenwaldschutz Vorrang zu geben. Die Bundesregierung und die Bundesländer haben bisher keinen Plan vorgelegt, wie die waldrelevanten Ziele der Biodiversitätsstrategie erreicht werden sollen.

Von Natur aus liegt Deutschland mitten im Verbreitungsgebiet der Rotbuche (Fagus sylvatica). Buchen und Buchenmischwälder bilden in Deutschland die typischen Laubwald-Ökosysteme. Tatsächlich umfasst jedoch der heutige deutsche Buchenwaldbestand nur noch etwa sieben Prozent des ursprünglichen Areals. Lediglich sechs Prozent der Buchenwaldbestände in Deutschland sind älter als 160 Jahre.

“Deutschland trägt als eines der buchenwaldreichsten Länder Europas eine besondere, internationale Verantwortung für den Schutz dieser einzigartigen Wälder”, sagt Martin Kaiser. Das Gutachten benennt 75 Gebiete in verschiedenen Bundesländern. Den Kern des Buchenwald-Verbundes bilden nutzungsfreie Großgebiete, die durch Korridore und Trittsteine miteinander verbunden werden sollen.

Das Gutachten “Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen” finden Sie unter: http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/schutzgebiete_fuer_buchenwaelder-2/

(Textquelle: Greenpeace.de;
Bilderquelle: Nationalpark Kellerwald-Edersee.de)



Der Osterhase ist kein Kaninchen!

Mittwoch, 6. April 2011

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung erklärt die Unterschiede

Kaninchen und Feldhase sind nur weitläufig verwandt und recht einfach zu unterscheiden. “Wer sich Abbildungen unseres Osterhasen genau anschaut und ihn mit seinem lebenden Vorbild vergleicht, erkennt sofort: der Osterhase ist ein Feldhase und kein Kaninchen!”, sagt Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. “Denn Feldhasen sind viel größer und schwerer als Kaninchen. Ausgewachsene Exemplare wiegen bis zu fünf Kilo – ein Kaninchen bringt durchschnittlich nur 1,5 Kilo auf die Waage. Die langen Löffel fallen beim Hasen sofort auf, Kaninchen müssen mit wesentlich kürzeren Ohren leben. Feldhasen haben obendrein lange Hinterbeine und sind damit über lange Strecken sehr gute Sprinter, Kaninchen flitzen dagegen mit ihren wesentlich kürzeren Beinen möglichst schnell ins Gebüsch.

Von Geburt an sind die Unterschiede zwischen Feldhase (Lepus europaeus) und Kaninchen (Oryctogalus cuninculus) unübersehbar. Kaninchen kommen nackt und blind in einer Erdhöhle auf die Welt. Der Hasennachwuchs wird hingegen oberirdisch geboren und hat schon bei der Geburt ein Fell. Hasenjunge können sofort sehen und laufen. “Feldhasen sind Einzelgänger, Kaninchen hingegen lieben das Leben in Kolonien”, sagt Andreas Kinser.

Der Feldhase ist der Spitzensportler auf dem Acker! Er kann drei Meter weit und zwei Meter hoch springen. Berühmt sind seine abrupten Richtungswechsel: Er schlägt einen Haken und verwirrt so seine Verfolger. Wegen seiner langen Hinterbeine erreicht der Feldhase Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Kaninchen hingegen suchen bei Gefahr nach Möglichkeit sofort ein Versteck auf – ihr gedrungener Körper eignet sich auf der Flucht nicht für lange Laufstrecken.

Rund um den Osterhasen gibt es viele Mythen und Legenden. Die alten Griechen glaubten, dass der Hase der Liebesgöttin Aphrodite heilig war. Im antiken Rom verbot ein Papst den Verzehr von Hasenfleisch – es sollte die sexuelle Lust beflügeln. Für die Tradition mit den Eiern gibt es mehrere Erklärungen. Eine Geschichte besagt, dass im Mittelalter an Gründonnerstag alle Schulden beglichen werden mussten – die Zahlung konnte auch in Eiern und Hasen erfolgen.

(Text-, Bilderquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)

NABU zum Internationalen Jahr der Wälder: Deutschland braucht Urwälder

Mittwoch, 5. Januar 2011

Soldatenglück Natur

 

Zu Beginn des internationalen Jahres der Wälder 2011 hat der NABU auf die besondere Funktion der Wälder weltweit und in Deutschland aufmerksam gemacht. “Wälder gehören zu den wichtigsten und gleichzeitig am stärksten bedrohten Lebensräumen der Erde. Sie zu schützen und zu erhalten ist unsere Pflicht, hier und weltweit”, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.”

Jeden Tag verliert unser Planet rund 356 Quadratkilometer Wald, vor allem in den Tropen, aber auch in den weitläufigen Gebieten der russischen Taiga. Diese immense Waldvernichtung verursacht rund 20 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. “Das ist mehr als alle Autos und Flugzeuge der Welt zusammen”, so Tschimpke. Mit dem Wald gehen auch die an ihn gebundenen Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren.

Der NABU fordert deshalb, die Beschlüsse der Weltklimakonferenz in Cancún zügig umzusetzen und einen globalen Fonds zum Schutz der Wälder aufzulegen. “Deutschland muss hier eine Führungsrolle übernehmen, schließlich sind wir im europäischen Vergleich nach Finnland und Großbritannien einer der größten Importeure für Holz aus Raubbau”, so Tschimpke.

“Das internationale Jahr der Wälder sollte auch für uns in Deutschland ein Ansporn sein, noch mehr für den Schutz des Waldes zu tun. Während wir in Indonesien und Brasilien noch um den Erhalt echter Urwälder kämpfen, hat man sich in Deutschland schon vor mehr als hundert Jahren der letzten Urwälder entledigt”, sagte NABU Waldexperte Johannes Enssle.

Wirkliche Naturwälder, in denen sich der Wald ungestört nach den Gesetzen der Natur entwickeln kann, gebe es in Deutschland heute gerade mal auf ein Prozent der Waldfläche. “Das ist beschämend wenig, denn die Zahl liegt weit unter dem, was wir von Ländern wie Brasilien oder Indonesien zum Schutz ihrer Wälder einfordern. Damit macht sich Deutschland auf dem internationalen Parkett unglaubwürdig”, so Enssle. Es sei an der Zeit, dem Wald in Deutschland wieder etwas von seiner Urwüchsigkeit zurückzugeben und auf fünf bis zehn Prozent der Waldfläche wieder eine ungestörte, natürliche Waldentwicklung zuzulassen.

Hintergrund:
Internationales Jahr der Wälder 2011

Das Jahr 2011 ist von den Vereinten Nationen zum “Internationalen Jahr der Wälder” erklärt worden. Das Jahr der Wälder wurde ins Leben gerufen, um auf allen Ebenen darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Wälder für uns Menschen sind. Damit sollen insbesondere die Bemühungen zum Schutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder hier in Deutschland und weltweit gestärkt werden. Somit richten sich die Vereinten Nationen mit dem Jahr der Wälder nicht nur an Regierungen, Waldbesitzer, Förster und Holzhändler, sondern auch an jeden einzelnen von uns, denn als bewusste Verbraucher können wir alle zum Schutz der Wälder beitragen. Wie das geht, erfahren Sie unter http://www.nabu.de/themen/wald/jahrderwaelder/

(Textquelle: NABU.de;
Bildquelle:
Nationalpark Hainich.de)

Die Deutsche Wildtier Stiftung und der Bayerische Jagdverband fordern “Freiheit für den Rothirsch”!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Soldatenglück Natur

Der Rothirsch – als Waldschädling verunglimpft und in Reservate eingesperrt

Der Hirsch ist so bayerisch wie Weißbier und Weißwurst. Bayern tragen Hirschhorn-Knöpfe an der Trachtenjacke, essen Hirschbraten im “Goldenen Hirschen” und holen Medizin aus der “Hirsch-Apotheke”. Doch kaum ein Bayer weiß, dass der Rothirsch im Freistaat ein eingesperrtes Tier ist! Sein Lebensraum ist auf zehn Rotwildbezirke reduziert, die rund 14 Prozent der Fläche Bayerns ausmachen. Bei den Rotwildbezirken handelt es sich zudem überwiegend um Wälder und die sind als Lebensraum für Hirsche eher ungeeignet. Wildfeindlicher Waldbau und politische Vorgaben haben dazu geführt, dass das Rotwild in Bayern ein wenig artgerechtes Leben führt.

Im Vorfeld des gemeinsam veranstalteten Rotwildsymposiums, das vom 1. bis 3. Dezember in München stattfindet, fordern die Deutsche Wildtier Stiftung und der Bayerische Jagdverband einen tief greifenden Wandel in der Rotwildpolitik Bayerns. “Die Rotwildgebiete sind aufzulösen – der Rothirsch muss sich seinen Lebensraum selbst suchen dürfen”, fordert Haymo G. Rethwisch, Stifter und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Professor Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, stellt klar: “Unsere gesetzliche Aufgabe ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes zu sicher und zu verbessern. Für das Rotwild bedeutet das, dass es nicht nur in den Wäldern eingesperrt sein darf. Aber auch in Wäldern ist Rotwild ein unverzichtbarer Bestandteil und gehört zu einem gesunden Ökosystem Wald.”

Mit dem Rotwildsymposium soll ein Signal für den Rothirsch gesetzt werden. “Wir freuen uns über den regen Zuspruch und die Teilnahme von fast 300 Waldbesitzern und Jägern, die nicht länger zusehen wollen, wie der Rothirsch immer mehr als Schädling verunglimpft wird”, so Vocke. “Aber die Freiheit des Rotwildes ist nur zusammen mit der Land- und Forstwirtschaft in Bayern umsetzbar. Nur zusammen mit den Grundeigentümern können wir langfristig erfolgreich sein und Lebensraum für das Rotwild zurückbekommen.” Haymo G. Rethwisch erklärt: “Die Forstwirtschaft hat in Deutschland nicht nur eine ethisch-moralische Verantwortung für das Rotwild – sie ist auch rechtlich verpflichtet, monetäre Folgen der Fraßeinwirkungen im Wald zu dulden.” Er ergänzt: “Laut Urteil des Bundesgerichtshofes müssen Wildschäden im Wald bis zu einer Höhe von rund fünf Prozent des Umsatzes der Forstwirtschaft akzeptiert werden. Das wären 113 Millionen Euro im Jahr.”

Neben der Fachdiskussion und der politischen Auseinandersetzung geht es der Deutschen Wildtier Stiftung und dem Bayerischen Jagdverband auch darum, die Öffentlichkeit für den Rothirsch zu gewinnen. “Der Rothirsch ist tief in der bayerischen Kultur verankert, aber außer einigen Jägern in den ausgewiesenen Rotwildgebieten hat kaum ein Mensch die Gelegenheit, Rotwild in freier Wildbahn zu beobachten”, sagt Haymo G. Rethwisch. Um neue Rotwildfreunde zu gewinnen und Menschen für unser größtes heimisches Säugetier zu begeistern, hat die Deutsche Wildtier Stiftung in Bayern ihre Kampagne “Unfrei im Freistaat” gestartet – mit Anzeigen und Zeitungsbeilagen sowie einem Spot, der über 30.000 Mal auf Info-Screens an Münchener U- und S-Bahn-Haltestellen zu sehen sein wird.

(Text-, Grafik, Bildquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de)

Wolfsrüde im Straßenverkehr getötet

Mittwoch, 3. November 2010

Soldatenglück Natur

NABU: Zukunft des einzigen Brandenburger Wolfsrudels ungewiss

Am vergangenen Freitag wurde der Rüde des Welzower Wolfsrudels in Südbrandenburg offenbar durch einen Zusammenstoß mit einem Auto getötet. Der leblose Körper des Tieres wurde von einer Passantin an der B 97 nördlich von Spremberg gefunden, Sie verständigte die Polizei, die den bedauerlichen Fund der zuständigen Landesbehörde, dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) meldete, das weitere Untersuchungen veranlasste. Der tote Rüde soll nun im Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin obduziert werden.

“Der Verlust des Wolfes hat uns wieder vor Augen geführt, wie gefährlich der Straßenverkehr auch für seltene und bedrohte Tierarten ist. Der NABU setzt sich seit längerem dafür ein, dass Korridore und Brücken für wandernde Wildtierarten bei der Verkehrsplanung berücksichtigt werden”, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der Verkehrstod sei die häufigste nichtnatürliche Todesursache bei Wölfen und rangiere damit vor bekannten illegalen Abschüssen. Seit 2000 sind auf Deutschlands Straßen zehn Wölfe im Straßenverkehr umgekommen. Dieser Wolf war jedoch das erste Elterntier unter den Opfern.

“Mit dem Verlust des Vatertieres ist die Zukunft des einzigen brandenburgischen Rudels bei Welzow ungewiss. Da Wolfspaare monogam ihr Rudel als Familie führen, muss sich bei der zurück bleibenden Fähe erst ein neues Männchen einfinden, damit die Existenz der Familie weiterhin gesichert ist”, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Angesichts der fünf weiteren Rudel in der sächsischen Lausitz bestehe jedoch Hoffnung, dass diese Lücke geschlossen werde. Der Verlust des Vatertieres bedeute für die Welpen des Rudels den Wegfall eines Versorgers. Die im Rudel lebenden Jährlinge können jedoch als erfahrene Geschwister bei der Aufzucht helfen.

Beim dem toten Rüden handelt es sich um einen dreibeinigen Wolf. Trotz seines Handicaps war der Vater von zwei Welpenwürfen ein vitales und gesundes Tier, das seine Familie versorgt hat. Das Welzower Rudel ist wesentlich für den Erhalt der Deutsch-westpolnischen Wolfspopulation.

Eine Fotofallen-Aufnahme des Wolfes zu Lebzeiten sowie ein Bild des toten Tieres und weitere Informationen im Internet unter http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/verkehrsopfer/12993.html

(Textquelle: NABU.de;
Bilderquelle: NABU.de, Rüde des Daubitzer Wolfsrudels auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz im sächsischen Teil der Lausitz.Foto: NABU/Jan Noack;
Frei lebende Wolfswelpen in Deutschland, Foto: NABU/G.Delpho;
Wölfe durchstreifen früh morgens das Teichgebiet bei Niederspree südlich der Muskauer Heide in der sächsischen Lausitz. Foto: NABU/Jan Noack)

Hintergrundinformationen: NABU-Projekt zum Schutz der Wölfe in Deutschland, NABU-Wolfsposition – Leitlinien zum Schutz des Wolfes

Der Rothirsch ist kein Schädling!

Montag, 1. November 2010

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung plädiert für Fairness mit Wild im Wald

In wilder Jagd hetzte Hubertus von Lüttich (655-727) dem prächtigen Rothirsch hinterher. Der Legende nach stellte der Adelige das Tier nach langer Verfolgung, spannte den Bogen und hielt dann ergriffen inne: Der Heilige, der heute als Schutzpatron der Jagd gilt, erblickte ein strahlendes Kruzifix im Geweih des Tieres. Demütig kniete er nieder und achtet fortan die Tiere des Waldes. Am 3. November gedenken die Jäger Jahr für Jahr des Heiligen Hubertus und damit auch an das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Doch das Bild des größten Landsäugetieres Deutschlands hat sich seit dem Mittelalter gewandelt. Als Schädling wird das prächtige Tier heute vor allem von der Forst- und Landwirtschaft gesehen. Selbst Naturschutzverbände fordern immer höhere Abschussquoten, um den Bestand von Rotwild im Wald zu reduzieren. Zum Hubertustag 2010 hat die Deutsche Wildtier Stiftung deshalb die Broschüre “Wild im Wald” veröffentlicht, die die positiven Wirkungen des größten heimischen Wildtieres und seine Bedeutung für den Wald und die Artenvielfalt aufzeigt. “Der Rothirsch ist sehr viel mehr als nur Waldschädling oder Jagdbeute”, sagt Andreas Kinser, Forst- und Jagdexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. “Er ist auch Gestalter des Waldes und der Artenvielfalt!”

Der Rothirsch übernimmt wichtige Aufgaben in der Natur. “Als Spediteur transportiert er Pflanzensamen in seinem Fell und im Kot”, so Kinser. Bei der Brunftwanderung eines Rothirsches können Samen auf diese Weise über 100 Kilometer weit befördert werden. Darüber hinaus werden einige Bereiche in den Wäldern durch die Fraßeinwirkungen der großen Wildtiere offen gehalten. Davon profitieren seltene, Licht liebende Pflanzenarten. In den feuchten Suhlen von Rotwild entstehen Lebensräume für Wasserinsekten. “Selbst sein ausfallendes Fell findet Abnehmer – viele Vogelarten nutzen es für den Nestbau”, verrät Andreas Kinser.

Mit der Broschüre “Wild im Wald”, die gemeinsam mit dem renommierten Fachbuchautor Burkhard Stöcker entwickelt wurde, fordert die Deutsche Wildtier Stiftung nicht etwa höhere Wildbestände, aber eine faire Sichtweise auf Schalenwild in unseren Wäldern. Um das Thema “Wald und Wild” geht es auch auf dem 5. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung. Es findet vom 1. bis 3. Dezember 2010 im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München statt.

Die Broschüre “Wild im Wald” können Sie kostenlos unter Telefon 040 73339-1880 bestellen. Weitere Informationen zum Rotwildsymposium finden Sie auch unter http://www.rothirsch.org/ .

(Text-, Bildquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)