Archiv für die Kategorie 'Soldatenglück Natur'

Am 1. April haben alle Wildtiere Geburtstag

Sonntag, 31. März 2013

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung betont: Das ist kein Aprilscherz!

In der Natur gehen die Uhren anders. Das Jahr beginnt draußen im Wald und auf dem Feld erst am 1. April. Mit dem Start der neuen Vegetationsperiode beginnt nämlich auch das neue Jagdjahr: “Von Amts wegen” haben daher alle heimischen Wildtiere am 1. April “Geburtstag”! Und so wird am zweiten Ostertag aus dem männlichen Rothirsch-Kalb des letzten Jahres rein formell ein Schmalspießer und aus dem letztjährigen Nachwuchs der Wildschweine, den Frischlingen, ein “Teenager”, der als Überläufer bezeichnet wird. Die Überläufer des letzten Jahres werden nun endlich “erwachsen” und nach Ostern je nach Geschlecht als Bache oder Keiler bezeichnet.

“Das ist jedoch nur eine formelle Altersbestimmung”, sagt Dr. Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Da in einem Land wie Deutschland alles irgendwie geregelt wird, ist auch der Geburtstag der Hirsche und Wildschweine festgelegt. “Diese Altersbestimmung hat selbstverständlich nichts mit ihrem biologischen Alter zu tun”, betont Kinser. Wer es genau wissen will, muss dem Wild schon ins Maul schauen. “Der Entwicklungsstatus des Gebisses gibt bei Wildtieren wesentlich genauere Hinweise auf ihr Alter.”

(Text-, Bild-, Grafikquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)



Schnepfelvogel Bekassine ist “Vogel des Jahre 2013″

Freitag, 12. Oktober 2012

Soldatenglück Natur

Vom Aussterben bedrohte Bekassine ist “Vogel des Jahres 2013″
Botschafterin für die Lebensräume Moor und Feuchtwiesen

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bekassine (Gallinago gallinago) zum “Vogel des Jahres 2013″ gekürt. In Deutschland leben heute nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare – etwa die Hälfte des Bestandes von vor 20 Jahren. Die Bekassine soll als Botschafterin für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen werben. Der taubengroße Schnepfenvogel mit dem beige-braunen Federkleid und dem markanten Schnabel wird wegen seines lautstarken Balzflugs gern “Meckervogel” genannt.

“Die Bekassine hätte tatsächlich guten Grund, sich zu beschweren, denn mit Mooren und Feuchtwiesen schwindet ihr Lebensraum zusehends. Es wird allerhöchste Zeit, die letzten Moore in Deutschland streng zu schützen – auch im Interesse des Klimaschutzes. Gleiches gilt für Feuchtwiesen. Wir dürfen nicht länger zulassen, dass der Grundwasserspiegel abgesenkt und Flächen entwässert, Grünland umgepflügt, Ackerkulturen wie Mais für Biogasanlagen großflächig angebaut, Torf abgebaut und Wiesen aufgeforstet werden”, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.

“Dass die Bekassine in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, liegt vor allem an der systematischen Zerstörung ihrer Lebensräume. Der Biotopschwund betrifft viele weitere Arten, darunter nahe Verwandte wie den Großen Brachvogel oder die Uferschnepfe. Von der Politik erwarten wir daher einen konsequenten Schutz für alle Arten der Feuchtwiesen und Moore. Wiesen und Weiden zu erhalten und wiederzuvernässen ist zudem ein sehr effizienter Beitrag zum Klimaschutz”, so LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann.

Heute sind 95 Prozent der heimischen Moore zerstört und 90 Prozent des Grünlandes in Deutschland intensiv bewirtschaftet. Auch die Jagd macht dem Schnepfenvogel zu schaffen. Allein in der Europäischen Union werden jährlich über ein halbe Million Bekassinen geschossen. “Mit der Jagd auf Bekassinen muss endlich Schluss sein. Die Art gehört in der gesamten Europäischen Union dringend ganzjährig unter Schutz gestellt”, fordern Opitz und Sothmann.

Hierzulande ist die Bekassine am häufigsten noch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg anzutreffen. Ursprünglich war sie in ganz Mitteleuropa vom Tiefland bis in mittlere Höhen in größerer Zahl vertreten. Seit einigen Jahrzehnten gehen die Bestände fast überall dramatisch zurück. Für Europa schwanken aktuelle Schätzungen zwischen 930.000 und 1,9 Millionen Brutpaaren. Zwei Drittel des mitteleuropäischen Bestandes von etwa 24.000 bis 45.000 Paaren leben in Polen. Die meisten in Deutschland heimischen Brutvögel sind Kurzstreckenzieher. Sie verbringen den Winter in Südfrankreich, Spanien und Portugal.

Ein zentrales Merkmal der Bekassine ist der spektakuläre Balzflug der Männchen mit einem lautstarken “Wummern”, das wie Meckern klingt. Der Laut entsteht während des Sturzflugs durch den Wind, wenn der Vogel seine beiden äußeren Schwanzfedern abspreizt. Die Männchen steigen auf meist 50 Meter Höhe in scharfem Zickzack steil auf, um dann jäh zur Seite abzukippen. Dieser Kunstflug ist besonders gut von März bis Mai zu beobachten. Der mit sieben Zentimetern überproportional lange und gerade Schnabel ist ihr auffälligstes Kennzeichen. Bekassinen stochern mit ihm tief im weichen Boden, um Kleintiere zu orten und zu ertasten. Neben Würmern, Schnecken und Insekten stehen auch Sämereien und Beeren auf dem Speiseplan.

NABU und LBV verfolgen seit Jahren die Strategie des Flächenkaufs für den Naturschutz und übernehmen die fachkundige Betreuung von Schutzgebieten. Dadurch konnten bereits viele Gebiete als Lebensräume für den Vogel des Jahres 2013 gerettet werden. Darüber hinaus kann jeder Einzelne zum Schutz der Bekassine beitragen, indem er torffreie Blumenerde verwendet, so die Verbände.

Der “Vogel des Jahres 2012″ ist die Dohle.

Mehr zur Bekassine ist zu finden unter NABU.de, LBV.de oder Vogel-des-Jahres.de zu finden.

 

(Text-, Grafik-, Bildquelle: NABU.de)

Soldat und Wölfe beim Nachtmarsch – Truppenübungsplatz Munster Wolfsrevier

Sonntag, 23. September 2012

Die Tiere sind neugierig aber nicht gefährlich

Munster – Im Rahmen des Ausbildungsbetriebes der Bundeswehr ist es vor kurzem zu einer ersten Begegnung eines Soldaten mit Jungwölfen gekommen. Während einer Nachtausbildung traf ein Soldat im Bereich des Truppenübungsplatzes Munster Nord auf mehrere Jungwölfe. Die Tiere folgten ihm auf seinem Orientierungsmarsch in einigem Abstand über einen längeren Zeitraum. Blieb der Soldat stehen, stoppten auch die Wölfe, ging er weiter, liefen sie ihm wieder hinterher. Als der Soldat zur Erfüllung seiner Aufgaben auf einen Turm kletterte, kam einer der Jungwölfe bis an die Leiter heran und lief erst davon, als der Soldat wieder herabkletterte und mit Füßen nach ihm trat. Mit einigem Abstand folgten die Wölfe dem Soldaten dann noch ein Stück auf seinem weiteren Weg, verloren nach einiger Zeit offensichtlich das Interesse und verschwanden in der Dunkelheit.

In enger Abstimmung mit dem Wolfsbeauftragten der Truppenübungsplätze Munster Nord und Süd hat der Standortälteste, Brigadegeneral Bernd Schütt, diesen Vorfall zum Anlass genommen, an die Soldaten Verhaltenshinweise für den Umgang mit Wölfen herauszugeben.

Da sich die Wölfe nicht nur in dem überwiegend gesperrten Bereich des Truppenübungsplatzes aufhalten, informieren die Bundeswehr Munster und die Bundesforst die Bevölkerung über diesen Vorfall. Es ist nicht auszuschließen, dass z.B. Pilzsammler oder Spaziergänger auf die Wölfe treffen.

Helge John, Wolfsberater des Bundesforstbetriebes für den Bereich Munster / Bergen stellt klar, dass die Jungwölfe, die jetzt circa sechs Monate alt sind, grundsätzlich keine Gefahr darstellen. “Die jungen Tiere sind neugierig, interessiert an allem Unbekannten!” Während “Alttiere” die Flucht ergreifen, wenn sie auf Menschen treffen oder Gefahr wittern, hierbei auch ihre Jungen zurücklassen, gehen die jungen Wölfe auf fast alles Unbekannte zu.

Für den Fall, dass Sie auf Wölfe treffen, gibt Helge John folgende Empfehlungen: “Verhalten Sie sich ruhig! Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand! Falls das Tier noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist, sprechen Sie den Wolf bestimmend an.”

Der Wolfsberater hat auch eine Bitte: Prägen Sie sich das Aussehen des Tieres gut ein, machen Sie gegebenenfalls ein Foto und teilen Sie ihre Beobachtungen mit. Helge John, der auch für weitere Fragen zur Verfügung steht, ist unter der Telefonnummer 05192 / 9825-19, erreichbar. Weitere Auskünfte können auch die Wolfsberater für den Heidekreis, Martin Tripp, Telefon 0170 / 3300940, bzw. des Landkreis Uelzen, Volker Einhorn, Telefon:05829 / 216, geben

Anmerkung:
Es ist bekannt, dass sich im Bereich Munster das erste Wolfsrudel, zwei Alttiere mit drei circa sechs Monate alten Jungtieren, aufhält. Diese Tiere sind bereits mehrfach gesehen worden, einer Begegnung mit Menschen war bisher nicht bekannt geworden.

(Textquelle: Polizei Niedersachsen.de, Polizeinspektion Celle;
Bildquelle: Wolfswelpen” von Sebastian Koerner / NDR-Naturfilm)

“Wildtier-Paradiese schaffen!´” – Der neue Naturfilm der Deutschen Wildtier Stiftung (Video)

Donnerstag, 17. Mai 2012

 

Soldatenglück Natur

Die Natur hat viele Feinde. Intensiv genutztes Ackerland duldet keine Feuchtwiesen und Tümpel mit Teichfröschen, intensive Forstwirtschaft duldet kein Totholz für Vögel wie den Schwarzspecht und die Schellente. Natur wird entwässert, übernutzt, versiegelt, asphaltiert und zubetoniert. Jeden Tag gehen in Deutschland 100 Hektar Natur verloren. Mit den Wäldern, Wiesen und Feuchtgebieten verschwinden Lebensräume für Wildtiere. Sie finden immer weniger Rückzugsräume. Die Deutsche Wildtier Stiftung wirkt diesem Trend entgegen: Sie schafft Wildtier-Paradiese, erhält und sichert Flächen aus dem Nationalen Naturerbe (NNE) für den Natur- und Artenschutz. “Die alten Wälder, die wir heute so genießen und die so wichtig für viele Tiere sind, haben unsere Ur-Urgroßeltern einst gepflanzt. Was wir heute tun, tun wir für unsere nachfolgenden Generationen.” Der neue Naturfilm der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt, wie wichtig die Arbeit rund um NNE-Flächen ist.

Am Anfang stand eine Schenkung: Die Bundesregierung hat der Deutschen Wildtier Stiftung 1200 Hektar Flächen in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Nationalen Naturerbe übereignet. Darunter sind Wälder mit wertvollen Feuchtgebieten, alten Laubbäumen und Schreiadler-Brutplätzen “Wir haben auf diesen Flächen die historische Chance, Natur sich selbst zu überlassen”, sagt Birgit Radow.

Imposante Bilder zeigen in einem elfminütigen Film die Schönheit dieser Natur und ihre beeindruckende Tierwelt. Alte Bäume dürfen auf den NNE-Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung fallen, liegenbleiben und verrotten. Denn Totholz ist wertvoller Lebensraum und bietet für viele Wildtiere perfekte Bedingungen. Der Film zeigt anschaulich, wie in einem intakten Ökosystem alles zusammenhängt, voneinander abhängig ist und miteinander interagiert. Zu sehen ist der Film unter http://www.deutschewildtierstiftung.de/

Die Filmproduktionsfirma “little green bag” war von der Arbeit der Deutschen Wildtier Stiftung für die NNE-Flächen so begeistert, dass sie den Film maßgeblich gefördert hat.

(Text- und Videoquelle: DeutscheWildtierStiftung.de; Film: “Wildtier-Paradiese schaffen”, das Nationale Naturerbe bewahrt schützenswerte Lebensräume von Wildtieren für den Naturschutz. Lernen Sie im Video das Nationale Naturerbe der Deutschen Wildtier Stiftung kennen!)

General Winter – Was die plötzliche Eiseskälte für unsere Tierwelt und Pflanzen bedeutet

Mittwoch, 1. Februar 2012

Soldatenglück Natur

Plötzlich gleicht Deutschland einem riesigen Gefrierschrank. Nicht nur wir Menschen müssen uns mit dem frostigen Temperatursturz arrangieren, auch unsere Tier- undPflanzenwelt muss mit den tiefen Minustemperaturen zurechtkommen. So fliegen Kraniche, die bei den so lange so milden Temperaturen hier geblieben sind, nun doch noch nach Süden. Und die ersten Weißstörche, die schon zurückgekehrt sind, erleben eine unangenehme Überraschung. Doch nicht die Kälte an sich ist das Problem, sondern der damit verbundene Futtermangel. Denn auch wenn kein Schnee liegt, finden sie durch die Kälte beispielsweise weniger Mäuse. Flugfähige Störche brauchen aber dennoch nicht gefüttert werden, da diese in kurzer Zeit wieder in milde Regionen Südwesteuropas ausweichen können.

“Für unsere Wildtiere, die nicht in wärmere Regionen entfliehen können gibt es mehrere Strategien, diese recht lebensfeindliche Zeit zu überleben. Entweder verschläft man den Winter einfach, oder man trotzt den tiefen Temperaturen mit einer dicken Speckschicht oder emsiger Futtersuche”, erklärt Julian Heiermann, Zoologie-Experte des NABU. “Unsere heimische Tierwelt ist zwar an diese extremen Witterungsbedingungen angepasst und kommt auch mit zweistelligen Minusgraden zurecht – doch mit einfachen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen Wildtiere zusätzlich zu unterstützen, die frostige Zeit gut zu überstehen.”

So ist der Igel ein typischer Winterschläfer, der wie andere Tiere häufig in Laub- und Reisighaufen Zuflucht sucht. Diese sollte man ungestört liegen lassen, um die Tiere nicht zu gefährden. Igel, die durch die vergangene milde Witterung aus dem Schlaf gerissen wurden und nun bei Minustemperaturen umherlaufen, sind meist hilfebedürftig und sollten von Experten untersucht werden, rät der NABU. Bei Spaziergängen im Wald ist es nun besonders wichtig, die Wege nicht zu verlassen, denn durch das Betreten des Waldbodens können Wildtiere, wie Rehe und Wildschweine, aufgeschreckt werden – sie müssen jetzt mit ihren Fettreserven sehr sparsam haushalten und jede Fluchtaktion verbraucht lebenswichtige Energie.

Den Pflanzen, die vielfach schon wieder zu knospen begannen, kann die die plötzliche Kälte kurzfristig schaden, wenn empfindliche Triebe absterben. In der Regel verkraften sie diesen Verlust und können im Frühjahr erneut austreiben.

Frische Maulwurfshügel deuten darauf hin, dass der Frost auch in den Boden kriecht und die Maulwürfe tiefere Bodenschichten aufsuchen. Insekten und andere Gliedertiere, wie Spinnen und Asseln, halten es ähnlich wie Winterschläfer. Sie verfallen in eine Kältestarre und ihr körpereigenes Frostschutzmittel verhindert beim Einfrieren die Entstehung von Eiskristallen, die das Körpergewebe sonst zerstören würden.

Wer unseren Gartenvögeln was Gutes tun möchte, kann geeignetes Vogelfutter anbieten. “Obwohl unsere Vögel auf diese Futtergabe nicht angewiesen sind, nehmen sie es als ‘Zubrot’ zur natürlichen Nahrung häufig gerne an”, so Julian Heiermann. Viele Vogelfreunde haben in den letzten Wochen die gewohnt winterliche Ansammlung typischer Gartenvögel vermisst. Dies dürfte sich jetzt mit dem Wetterumschwung ändern, wenn Vogelfütterungen wieder verstärkt aufgesucht werden. In Naturgärten finden Vögel an den Samenständen stehen gelassener Stauden und an vielen heimischen Strauchgehölzen zusätzlich natürliche Nahrung

Vogelfütterung im Winter

(Text-, Bildquelle: NABU.de, Amsel-Foto NABU/Frank Derer)

Hintergundinformationen: NABU – Naturschutzbund Deutschland



Schwarzkittel im Schlaraffenland (Video)

Dienstag, 10. Januar 2012

Soldatenglück Natur

600.000 Wildschweine werden jährlich in Deutschland geschossen. Doch das reicht kaum, um die Bestände stabil zu halten. Weil sich die Tiere durch Maisfelder fressen und wohlgenährt sind, werden sie immer früher geschlechtsreif.

(Videoquelle: ARD.de, W wie Wissen)

Hintergrundinformationen: Deutsche Wildtier Stiftung.de

Schreiadlerschutz – den Absturz verhindern!

Montag, 26. September 2011

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung zieht nach fünf Jahren Arbeit Bilanz

Geduldig hat das Schreiadlerweibchen die Eier 40 Tage lang bebrütet, während das Männchen emsig Futter in den Horst flog. “Viele Mitarbeiter der Deutschen Wildtier Stiftung saßen bis zum Einbruch der Dunkelheit vor dem Computer, um den Schreiadler-Nachwuchs vor laufender Kamera schlüpfen zu sehen”, erinnert sich Margit Meergans, Projektleiterin des Schreiadler-Schutzprogrammes der Deutschen Wildtier Stiftung. “Wir hatten eine Webcam am Horst installiert, um das Brutpaar samt Nachwuchs den Sommer über zu beobachten.”

Der Blick in die Kinderstube der Adler-Küken wäre eine Sensation gewesen, doch es hat sich ein Drama abgespielt. Die Eier waren unbefruchtet! Und in einem anderen Nest wurde das bereits geschlüpfte Küken von einem Marder gefressen. “Der Verlust jedes einzelnen Kükens ist furchtbar, denn vor allem in Deutschland ist der Schreiadler mit seinen knapp hundert Brutpaaren extrem vom Aussterben bedroht”, sagt Margit Meergans.

Projektleiterin Meergans blickt auf fünf Jahre Schreiadlerschutz der Deutschen Wildtier Stiftung zurück. Auf dem Schreiadlersymposium, das am 29. September in Potsdam stattfindet, kommen alle namhaften Schreiadler-Experten aus Deutschland und Lettland zusammen, um Bilanz zu ziehen, Lösungsmöglichkeiten zur Rettung dieser stark gefährdeten Vogelart zu diskutieren und gemeinsam in die Zukunft zu schauen.

“Zur Rettung des Schreiadlers ist in den letzten fünf Jahren viel passiert”, sagt Margit Meergans. “Wir haben mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 65 Jungvögel aufgezogen und zum ersten Mal eine große Anzahl von Vögeln mit Sendern versehen, um sie auf ihrer Reise in die Winterquartiere zu verfolgen”, erläutert die Projektleiterin. Dabei haben die Wissenschaftler erstaunliche Erkenntnisse über die 10.000 Kilometer lange Flugroute gewonnen. Es gibt Schreiadler, die den kräftezehrenden Flug direkt übers Mittelmeer wagen, andere nehmen den Weg über Gibraltar. Doch die klassische Reiseroute führt über den Bosporus. “Dort lauern Wilderer den majestätischen Vögeln auf”, sagt Margit Meergans. “Immer wieder haben wir Abschüsse von Schreiadlern zu beklagen”, sagt sie betroffen.

Schreiadler haben viele Feinde! Der Schutz auf den Zugwegen dieser seltenen Vögel ist eine große Herausforderung an den internationalen Artenschutz. Doch der Mangel an geeigneten Lebensräumen ist vielleicht das größte Problem für die bedrohte Adlerart. Deshalb hat die Deutsche Wildtier Stiftung für die Sicherung und Optimierung von Lebensräumen ein neues Schutzprojekt gestartet. Neben der maßgeblichen Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wird das Projekt durch das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Mit rund 1,5 Millionen Euro sollen in fünf Schreiadlerlebensräumen modellhaft Maßnahmen zum Schutz des Schreiadlers erprobt und die Vorkommen so langfristig gesichert werden.

“Die Zukunft der Schreiadler in Deutschland hängt entscheidend vom Erhalt und der Wiederherstellung der Lebensräume ab”, sagt Margit Meergans. “Um Interessenkonflikte zu lösen, müssen Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, aber auch Landnutzer, Naturschützer und Wissenschaftler gemeinsam an einen Tisch kommen – und dafür ist das Schreiadlersymposium ein wichtiger Schritt.”

Der Schreiadler im Sturzflug
Schreiadlersymposium der Deutschen Wildtier Stiftung, 29. September, 13 Uhr, Universität Potsdam in Griebnitzsee (Campus Griebnitzsee, Universitätskomplex II, Haus 6)
(Zitatende)

(Text-, Bilder-, Grafikquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de, der Schreiadler gehört zu den bedrohtesten Greifvögeln Deutschlands)

Ist der “Osterhase” bald obdachlos?

Dienstag, 19. April 2011

Soldatenglück Natur

Deutsche Wildtier Stiftung: Feldhasen verlieren Lebensräume durch intensive Landwirtschaft

Hasen haben vor Ostern Hochkonjunktur. Sie sind aus Schokolade, haben Marzipan oder Nougat im hohlen Bauch und erobern sich die Lebensräume der Menschen. In feine Folie gewickelt sitzen sie in Nasch-Nestern, hocken verführerisch auf dem Esstisch und verstecken sich listig bei der Ostereier-Suche! Die Populationsdichte in Supermärkten ist derzeit erschreckend hoch. “Ihre lebenden Vorbilder auf dem Acker haben es dagegen von klein auf schwer”, sagt Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. “Der Lebensraum der Feldhasen wird durch die intensive Landwirtschaft immer ungeeigneter. Auf den riesigen Ackerflächen finden vor allem Junghasen nur wenig Schutz vor Feinden.”

Viele Junghasen überleben die ersten Wochen nicht. “Sie fallen der Bearbeitung der Äcker im Frühjahr zum Opfer”, sagt Andreas Kinser. Die kleinen Feldhasen werden von den landwirtschaftlichen Maschinen oft einfach untergepflügt oder beim Walzen der Wiesen erdrückt. Im Sommer ist der Bewuchs der Felder dann häufig so dicht, dass sich die Feldhasen nur noch in den Fahrspuren der Maschinen bewegen können. Das Getreide ist ihnen quasi über den Kopf gewachsen! “Die Lebensbedingungen für Feldhasen haben sich seit dem Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung 2007 immens verschlechtert”, bedauert Kinser. “Früher waren die Landwirte verpflichtet, einen Teil ihrer Ackerflächen brach fallen zu lassen. Diese Flächen waren gute Rückzugräume für Wildpflanzen und Wildtiere. Heute wächst auf ehemaligen Brachen vorwiegend Mais für die überall entstehenden Biogasanlagen.” Daher ist die Agrarpolitik gefordert: Statt Agrarsubventionen per Gießkanne zu verteilen, sollten gezielt Landwirte honoriert werden, die sich für den Umwelt- und Naturschutz stark machen.

Denn auch der Tisch des Feldhasen ist heute nicht so reichlich gedeckt wie früher. Sein Speiseplan ist weitgehend auf Weizenhalme, Raps und andere Kulturpflanzen beschränkt. Doch das perfekte Hasen-Dinner sieht anders aus: Ein bisschen Klee als Vorspeise, Wildkräuter an Fenchelgemüse mit Karotten als Hauptgang und als Nachtisch junge Halme vom Klatschmohn. “Feldhasen futtern am liebsten fetthaltige Kräuter”, sagt Andreas Kinser. Doch all das wird Feldhasen heute nur noch selten aufgetischt, denn das Angebot an Wildkräutern ist in der intensiv genutzten Agrarlandschaft dürftig. Da haben “Schoko-Osterhasen” es besser…!

(Text-, Bilder-, Grafikquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de)

Greenpeace-Studie benennt erstmals konkrete Gebiete zum Schutz der Buchenwälder

Mittwoch, 13. April 2011

Soldatenglück Natur

Umweltschützer fordern zehn neue Nationalparks in Deutschland

Greenpeace hat heute erstmalig in einem Gutachten dargelegt, wie Rotbuchenwälder in Deutschland im Verbund geschützt werden können. Die Umweltschützer fordern bis 2020 zehn neue Nationalparks und den sofortigen Schutz der alten Buchenbestände. Die Nationalparks sollen in folgenden Waldgebieten eingerichtet werden: Nordschwarzwald, Pfälzer Wald, Spessart, Steigerwald, Ammergebirge, Stechlinsee, Taunus, Solling, Teutoburger Wald und Thüringer Wald.

“Durch den Schutz der Buchenwälder auf fünf Prozent der Waldfläche bis 2020 werden künftig nicht nur Arten wie Luchs, Wolf und Wildkatze geschützt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet”, sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. “Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen haben eine besondere Verantwortung für den Schutz der natürlichen Buchenwälder in Deutschland.”

Deutschland ist beim Waldschutz Schlusslicht

In Deutschland sind bislang weniger als ein Prozent der Wälder geschützt. Bis heute gibt es kein Gesamtkonzept für den Buchenwaldschutz. Stattdessen werden diese Wälder immer intensiver genutzt, auch für die Gewinnung von Holz als Brennstoff. Deutschland hat 2007 im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossen, fünf Prozent der deutschen Waldfläche dauerhaft aus der forstlichen Nutzung zu nehmen und dabei dem Buchenwaldschutz Vorrang zu geben. Die Bundesregierung und die Bundesländer haben bisher keinen Plan vorgelegt, wie die waldrelevanten Ziele der Biodiversitätsstrategie erreicht werden sollen.

Von Natur aus liegt Deutschland mitten im Verbreitungsgebiet der Rotbuche (Fagus sylvatica). Buchen und Buchenmischwälder bilden in Deutschland die typischen Laubwald-Ökosysteme. Tatsächlich umfasst jedoch der heutige deutsche Buchenwaldbestand nur noch etwa sieben Prozent des ursprünglichen Areals. Lediglich sechs Prozent der Buchenwaldbestände in Deutschland sind älter als 160 Jahre.

“Deutschland trägt als eines der buchenwaldreichsten Länder Europas eine besondere, internationale Verantwortung für den Schutz dieser einzigartigen Wälder”, sagt Martin Kaiser. Das Gutachten benennt 75 Gebiete in verschiedenen Bundesländern. Den Kern des Buchenwald-Verbundes bilden nutzungsfreie Großgebiete, die durch Korridore und Trittsteine miteinander verbunden werden sollen.

Das Gutachten “Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen” finden Sie unter: http://www.greenpeace.de/themen/waelder/nachrichten/artikel/schutzgebiete_fuer_buchenwaelder-2/

(Textquelle: Greenpeace.de;
Bilderquelle: Nationalpark Kellerwald-Edersee.de)

Der Osterhase ist kein Kaninchen!

Mittwoch, 6. April 2011

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung erklärt die Unterschiede

Kaninchen und Feldhase sind nur weitläufig verwandt und recht einfach zu unterscheiden. “Wer sich Abbildungen unseres Osterhasen genau anschaut und ihn mit seinem lebenden Vorbild vergleicht, erkennt sofort: der Osterhase ist ein Feldhase und kein Kaninchen!”, sagt Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. “Denn Feldhasen sind viel größer und schwerer als Kaninchen. Ausgewachsene Exemplare wiegen bis zu fünf Kilo – ein Kaninchen bringt durchschnittlich nur 1,5 Kilo auf die Waage. Die langen Löffel fallen beim Hasen sofort auf, Kaninchen müssen mit wesentlich kürzeren Ohren leben. Feldhasen haben obendrein lange Hinterbeine und sind damit über lange Strecken sehr gute Sprinter, Kaninchen flitzen dagegen mit ihren wesentlich kürzeren Beinen möglichst schnell ins Gebüsch.

Von Geburt an sind die Unterschiede zwischen Feldhase (Lepus europaeus) und Kaninchen (Oryctogalus cuninculus) unübersehbar. Kaninchen kommen nackt und blind in einer Erdhöhle auf die Welt. Der Hasennachwuchs wird hingegen oberirdisch geboren und hat schon bei der Geburt ein Fell. Hasenjunge können sofort sehen und laufen. “Feldhasen sind Einzelgänger, Kaninchen hingegen lieben das Leben in Kolonien”, sagt Andreas Kinser.

Der Feldhase ist der Spitzensportler auf dem Acker! Er kann drei Meter weit und zwei Meter hoch springen. Berühmt sind seine abrupten Richtungswechsel: Er schlägt einen Haken und verwirrt so seine Verfolger. Wegen seiner langen Hinterbeine erreicht der Feldhase Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Kaninchen hingegen suchen bei Gefahr nach Möglichkeit sofort ein Versteck auf – ihr gedrungener Körper eignet sich auf der Flucht nicht für lange Laufstrecken.

Rund um den Osterhasen gibt es viele Mythen und Legenden. Die alten Griechen glaubten, dass der Hase der Liebesgöttin Aphrodite heilig war. Im antiken Rom verbot ein Papst den Verzehr von Hasenfleisch – es sollte die sexuelle Lust beflügeln. Für die Tradition mit den Eiern gibt es mehrere Erklärungen. Eine Geschichte besagt, dass im Mittelalter an Gründonnerstag alle Schulden beglichen werden mussten – die Zahlung konnte auch in Eiern und Hasen erfolgen.

(Text-, Bilderquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)