Archiv für die Kategorie 'Soldatenglück Natur'

Achtung Autofahrer, Rehe im Verkehr! Die Deutsche Wildtier Stiftung warnt vor verliebten Böcken

Montag, 19. Juli 2010

Soldatenglück Natur

Die hochsommerliche Hitze bringt die Hormone der Rehe in Wallung! “An schwülen Tagen, vor allem wenn ein Gewitter in der Luft liegt, lockt die Ricke den Rehbock jetzt mit Fieptönen und einem Duftsekret, um dem Bock ihren Paarungswillen zu signalisieren”, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Bock, vom aufreizenden Duft und dem Liebesgeflüster der Ricke fremdbestimmt, nimmt blindlings die Verfolgung auf und jagt hinter dem weiblichen Tier her. “Dabei können verliebte Rehe Autofahrern gefährlich werden”, warnt Münchhausen. Während der Rehbrunft, der so genannten Blattzeit, kommt es gerade jetzt häufiger zu Wildunfällen. Autofahrer, die ein Reh sehen, müssen auf alles gefasst sein und immer mit nachfolgenden Tieren rechnen.

Generell nehmen Wildunfälle auf Deutschlands Straßen zu. Laut Statistik gab es 2009 in Deutschland rund eine Viertel Million Zusammenstöße mit Wildtieren. Nicht immer gehen Wildunfälle glimpflich aus. Im letzten Jahr wurden etwa 3000 Menschen verletzt und 27 sogar getötet.

Deshalb ist das Warnschild “Achtung Wildwechsel” unbedingt zu beachten! “Sofort die Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit fahren und die Straßenränder im Auge behalten”, empfiehlt Hilmar Freiherr von Münchhausen. Besonders gefährlich sind Übergangsbereiche zwischen Wald und Feld. Kommt es zu einem Wildunfall, muss zunächst die Unfallstelle gesichert und dann die Polizei gerufen werden. “Die Beamten schalten den zuständigen Jäger oder Förster ein.” Ist das verletzte Tier geflohen, sollte sich der Autofahrer möglichst den Fluchtweg merken und ihn kennzeichnen. “Der Jäger kann der Fährte des Wildes mit einem dafür ausgebildeten Hund folgen und das Tier von seinem Leid erlösen.” Es ist verboten, tote Wildtiere mitzunehmen. Außerdem besteht die Gefahr, sich mit Wildkrankheiten zu infizieren. “Bei Wildunfällen sollte sich der Mensch unbedingt vom verletzten Tier fernhalten”, rät Münchhausen. “Denn der Anblick des Menschen versetzt Wildtiere in Panik. Außerdem besteht Verletzungsgefahr.”

(Text-, Bildquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)

DKB - Weltweit Geld abheben

Soldaten, Jäger und Waidwerk (Videos)

Donnerstag, 24. Juni 2010

Soldatenglück Natur

 

 

 

 

 

Für die Jäger und Naturfreunde unter uns, der Hinweis auf den Norweger Kristoffer Clausen, ein passionierter Jäger, der einen Blog (http://blogg.jaktogdvd.no/), einen YouTube-Kanal (http://www.youtube.com/user/kristofferclausen) und die Internetseite http://www.jaktogdvd.no/ betreibt.
Dort kann so mancher deutscher Waidmann, Surival-Praktiker, Scharfschütze und Einzelkämpfer nur vom Zuschauen noch einiges lernen.

(Videoquelle: Kristoffer Clausen via YouTube)

Der Rothirsch im Juni – Wächst das Geweih, herrscht Frieden in der Männer-WG

Samstag, 5. Juni 2010

Soldatenglück Natur

Der Rothirsch setzt es als Waffe ein und um zu imponieren: das Geweih. Im Juni lässt sich jedoch schlecht kämpfen und angeben, denn die imposanten “Knochen” auf dem Kopf des männlichen Tieres fehlen. Sie wurden schon im Februar abgeworfen. Jetzt wächst dem Rothirsch ein kolbenartiges Gebilde auf dem Schädel, das von einer Basthaut überzogen ist. “Die Tiere stehen jetzt friedlich in Rudeln zusammen und äsen”, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.”Gelegentliche Auseinandersetzungen werden nur mit den Vorderläufen ausgetragen, denn das Bastgeweih ist sehr schmerzempfindlich.”

Für Münchhausen ist das rasante Geweihwachstum ein Wunder der Natur. Bis zu 14 Kilogramm Knochensubstanz werden nach dem Abwurf der Geweihstangen innerhalb von nur 140 Tagen gebildet. Das Geweih wächst in Rekordgeschwindigkeit mit bis zu zwei Zentimetern am Tag. Der Bedarf der Hirsche an Calcium und Phosphor ist enorm hoch und wird teilweise sogar aus dem eigenen Skelett gedeckt. “Man muss sich vor Augen führen, dass dem Tier jedes Jahr erneut innerhalb kurzer Zeit zwei gigantische Knochen auf dem Kopf wachsen – ein natürlicher Prozess, der auch in der medizinischen Forschung auf großes Interesse stößt”, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen.

Das sogenannte Kolbengeweih ist von hellbraunen, feinen Härchen der Basthaut überzogen und hat einen samtigen Glanz. Blutgefäße, die unter der äußeren Schicht entlanglaufen, versorgen das wachsende Geweih mit Nährstoffen. Ende Juli ist der Aufbauprozess der Geweihstangen abgeschlossen, die Blutgefäße veröden und der Hirsch streift das abgestorbene Gewebe an Bäumen und Sträuchern ab. Der Jäger spricht vom “Fegen”. Frisch gefegt, ist das neue Geweih fast weiß. Durch Pflanzensäfte, die beim Geweih-Fegen in die Knochensubstanz eindringen, bekommt das Geweih entweder eine helle, dunkle oder graubraune Farbe. Nur die Enden der Stangen leuchten dann noch elfenbeinfarben.

(Bilder-, Grafik-, Textquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de)

Hasen-Power auf Facebook!

Montag, 10. Mai 2010

Soldatenglück Natur

Als tierischer Werbeprofi hoppelt “Lepus der Feldhase” für die Deutsche Wildtier Stiftung durchs Netz

Er ist als Spitzensportler schnell auf 80, hat als Feinschmecker eine eigene Kräuter-Apotheke und kommt bei allen Häschen extrem sexy an: Der Feldhase! (Öko-)logisch, dass Herr Hase in Zeiten von Apps, Blogs und Twitter ein eigenes Facebook-Profil hat. Der tierische Werbeprofi, der als “Lepus der Feldhase” für die Deutsche Wildtier Stiftung durchs Netz hoppelt, hat sogar “Hohe Tiere” auf sich aufmerksam gemacht.

Lepus wirbt auf Facebook nicht nur für sich, sondern ist als “Meisterwerk der Natur” für alle heimischen Wildtiere unterwegs. Mit jedem Klick – er hat mittlerweile knapp 1000 Fans – macht er auf sympathische Weise Werbung. Für die Deutsche Wildtier Stiftung mit Sitz in Hamburg gehört der Feldhase auf Facebook längst zum Sympathieträger und modernen Botschafter für alle heimischen Wildtiere. Er soll web-affine Menschen animieren, auf die Wildtiere vor der eigenen Haustür zu schauen.

“Mittlerweile hat unser Facebook-Hase richtig Karriere gemacht”, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. “Er hat die Städte bundesweit auf Plakatwänden, Citylight-Säulen und Postern erobert.” Der Hintergrund der Aktion ist ernst. “Der Feldhase braucht Freunde, denn dort draußen, wo die wirklich wilden Tiere leben, hat Lepus hart zu kämpfen”, sagt Goris. “Die industrielle Landwirtschaft macht ihm ebenso zu schaffen wie der Autoverkehr und die Zersiedlung und Zerstörung der Landschaft.” Ist das Frühjahr regenreich und nasskalt, ist die Sterblichkeitsrate beim Hasennachwuchs besonders hoch. Neben ungünstigen Witterungsbedingungen machen Lepus auch Krankheiten das Überleben schwer.

“Vor allem Junghasen haben viele Feinde”, sagt die Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. “Sie stehen zwar noch nicht als Hasenbraten auf der Speisekarte der Menschen, aber Greif- und Rabenvögel, Füchse und sogar Hauskatzen und Hunde jagen den Hasennachwuchs.” Jetzt im Mai droht obendrein der Junghasen-Tod unter den scharfen Messern der Mähmaschinen, wenn die Landwirte die erste Mahd schneiden. “Auf dem Acker ist das Hasenleben kein Zuckerschlecken”, sagt Eva Goris “Deshalb braucht der Feldhase noch mehr Fans und Freunde – und freut sich über jeden Facebook-Klick.”

Sympathisieren Sie mit “Lepus dem Feldhasen”: Einfach auf www.facebook.com/feldhase klicken und Hasen-Fan werden.

(Bilder-, Grafik-, Textquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de)

Auch Soldatenglück.de ist nun bei facebook vertreten, denn Feldhasen mögen auch Glücksklee in der Kräuter-Apotheke: Facebook Soldatenglück

Schwanger im Wald: Jetzt sind die Hirschkühe trächtig

Montag, 26. April 2010

Soldatenglück Natur

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt erklärt. Die Deutsche Wildtier Stiftung nimmt das zum Anlass, auf die Situation heimischer Wildtiere aufmerksam zu machen. Begleiten Sie mit der Deutschen Wildtier Stiftung den unbekannten König der Wildtiere – den Rothirsch – durchs Jahr. Im Mai sind die Hirschkühe hochträchtig.

Über die Geburt der Hirschkälber wissen die Menschen nur wenig, denn trächtige Hirschkühe ziehen sich zur Geburt in die stillsten Winkel zurück. Ende Mai bis Mitte Juni ist es wieder soweit und die Hirschkälber 2010 erblicken das Licht der Welt.

Langsam macht sich beim Rotwild Unruhe breit. Bis zum Geburtstermin dauert es nur noch wenige Wochen: Zwischen Ende Mai und Mitte Juni kommen nach 34 Wochen Tragzeit die Hirschkälber zur Welt. Die meisten sind im Gegensatz zum Rehwild “Einzelkinder”, Zwillingsgeburten sind selten. “Die Föten wiegen jetzt bereits rund drei Kilogramm. Bis zur Geburt kann sich das Gewicht noch einmal verdoppeln”, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Für Waldspaziergänger bleibt die Geburt der Hirsche in den meisten Fällen unsichtbar. “Selbst Wildbiologen und Jäger haben nur sehr selten eine Geburt beobachten können”, sagt Münchhausen. “Denn Hirschkühe ziehen sich kurz vor dem Termin in einen stillen Winkel zurück.” Sie wollen allein sein.

Das eigentliche Setzen dauert bis zu vier Stunden. Der Platz wird anschließend akribisch gesäubert, um Feinde wie den Fuchs vom Kalb fernzuhalten. Die frisch geborenen Kälber werden in dichtem Gras oder in Krautflächen versteckt. Sie drücken sich flach und regungslos auf den Boden, verschließen alle Körperöffnungen und verharren dort laut- und vor allem geruchlos. Auf Klagelaute reagiert das Alttier sofort: Die Hirschkuh stellt sich schützend vor das Kalb und ist zur Verteidigung bereit – sogar gegenüber Menschen!

“Die Bindung zwischen Hirschkuh und Kalb ist eng, die mütterliche Fürsorge sehr groß”, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen. “Hirschkühe sind gute Mütter, die das Neugeborene ständig bewachen.” Für die Kälber des Vorjahres, die Schmalspießer oder Schmaltiere, beginnt jetzt eine schwere Zeit: Sie werden von der Hirschkuh vertrieben und schließen sich erst im Laufe des Sommers zu Rudeln zusammen.

Die dringende Bitte der Deutschen Wildtier Stiftung an Spaziergänger: Bleiben Sie auf den Waldwegen und leinen Sie den Hund an, um trächtigen Hirschkühen Stress zu ersparen.

(Textquelle: Deutsche Wildtier Stiftung.de;
Bildquelle. T. Martin, DWS.de)



Der Rothirsch im April

Freitag, 26. März 2010

Soldatenglück Natur

Happy Birthday, Spießer!

Begleiten Sie mit der Deutschen Wildtier Stiftung einen unbekannten König der Wildtiere – den Rothirsch – 2010 Monat für Monat durchs Jahr. Im April feiern alle Wildtiere “Geburtstag” – und aus dem Hirschkalb wird ein Spießer

In der Natur gehen die Uhren anders. Anders als unser Kalenderjahr beginnt am 1. April mit dem Ende des Winters und dem Start der neuen Vegetationsperiode auch das neue Jagd-Jahr. Und da auch unsere heimischen Wildtiere älter werden müssen, haben alle mit dem Beginn des neuen Jagd-Jahres Geburtstag (Achtung: kein Aprilscherz!). Und so wird in wenigen Tagen aus dem Rothirsch-Kalb des letzten Jahres ein Schmalspießer.

Damit beginnt für den jungen Rothirsch eine schwere Zeit: Der Jährling, der jetzt zwischen 45 und 60 Kilogramm wiegt, wird erwachsen! Er muss sich von seiner Mutter trennen, die bis in den Januar hinein noch Milch für ihr Kalb im Gesäuge hatte. Doch jetzt ist die Hirschkuh, die Jäger sprechen vom Alttier, hochträchtig. Ende Mai, Anfang Juni kommt nach einer Tragezeit von 34 Wochen das neue Kalb auf die Welt. Und wenn der Nachwuchs da ist, vertreibt die Hirschkuh den Schmalspießer.

“Da die Bindung zwischen Alttier und Kalb sehr eng ist, fällt dem Schmalspießer die Trennung zunächst schwer”, erläutert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, den Ablösungsprozess. “Noch wird der heranwachsende Hirsch bei den weiblichen Tieren, dem Kahlwildrudel, geduldet.” Später wird er dann in Junggesellen-Verbänden leben, bis er vielleicht eines Tages als stolzer Platzhirsch im Brunftrudel den Ton angibt.

(Text-und Bilderquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)

Mach` mir ein Ei!

Freitag, 19. März 2010

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung über das Balzverhalten heimischer Vögel

Morgen ist Frühlingsanfang! Mit steigenden Temperaturen wächst die Fortpflanzungs-Freude im Tierreich. Das Balzverhalten unserer heimischen Vögel ist jetzt überall zu beobachten. “Eine Vogel-Hochzeit hat durchaus komische Aspekte”, sagt Dr. Dieter Martin, Leiter der Forschungsstation der Deutschen Wildtier Stiftung. “Dabei zeigen die Männchen immer ein typisches Angeberverhalten.”

 Bergfink (Fringilla montifringilla)

Herr Spatz wirbt mit monotonem Schilpen und dem so genannten Spatzen-Tanz um das Weibchen. “Dabei plustert er sein Gefieder auf und zeigt demonstrativ seinen schwarzen Kehlfleck”, erläutert Dr. Martin. “Je größer der Fleck, umso größer sind seine Chancen bei den Spatzenfrauen”. Zusätzlich stellt der Spatz die Schwanzfedern wie einen Fächer auf und wedelt mit den Flügeln. Dann hüpft er in steifen Verbeugungen um die Angebetete herum, um sie anschließend mit vor Erregung vibrierenden Flügeln zur Kopulation aufzufordern. “Entscheiden für die Partnerwahl ist jedoch der Nistplatz”, ergänzt der Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. “Wer das schönste Haus besitzt, hat auch die größten Chancen!” Für das Familienleben der inzwischen bedrohten Spatzen und gegen ihren Wohnungsnotstand hat die Deutsche Wildtier Stiftung ein artgerechtes Spatzen-Reihenhaus (29,90 Euro plus Versandkosten, Bild unten) als Nisthilfe entwickelt.

Weitere Paarungsverhalten von Vögeln mit Frühlingsgefühlen: Rotkehlchen füttern das Weibchen während der Balz. Sie zittern mit den Flügeln und fordern in vorgeneigter Haltung zur Kopulation auf. Stare sträuben ihre Kehlfedern und rudern heftig mit den Flügeln, während sie ihr Balzlied singen. Die Männchen tragen Halme und Blüten ins Nist. Amseln umkreisen die Auserwählte mit erhobenem Kopf. Die Schwanzfedern werden aufgefächert, die Flügel rhythmisch gehoben und gesenkt. Ihr melodisch flötendes Amsellied begeistert nicht nur Vogel-Frauen. Meisen zeigen ihre Brust und schaukeln angeberisch hin und her. Dann stellt der Meisen-Mann die Schwanzfedern auf und trippelt laut singend, bis das Weibchen um Futter bettelt und damit signalisiert: “Mach mir ein Ei…!”

Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Haussperling (Fringilla montifringilla)

(Text-, Bilderquelle T. Martin: DeutscheWildtierStiftung.de)

Das perfekte Hasen-Dinner

Donnerstag, 4. März 2010

Soldatenglück Natur

Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert mehr Wildkräuter für Feldhasen

 

Der Speiseplan des Feldhasen ist heute weitgehend auf Weizenhalme, Raps und andere Kulturpflanzen beschränkt. Doch das perfekte Hasen-Dinner sieht anders aus: Ein bisschen Klee als Vorspeise, Wildkräuter an Fenchelgemüse mit Karotten als Hauptgang und als Nachtisch junge Halme vom Klatschmohn. “Feldhasen beginnen ihr Dinner in der Abenddämmerung und futtern am liebsten fetthaltige Kräuter”, sagt Andreas Kinser, Feldhasenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung.

Doch das perfekte Hasen-Dinner wird heute nur noch selten aufgetischt. Denn das Angebot an Wildkräutern ist in der intensiv genutzten Agrarlandschaft dürftig. “Die Lebensbedingungen für Feldhasen haben sich seit dem Wegfall der Flächenstilllegung 2007 weiter verschlechtert”, bedauert Andreas Kinser. “Früher waren die Landwirte verpflichtet, einen Teil ihrer Ackerflächen brach fallen zu lassen, um Subventionen zu bekommen. Diese Flächen waren oft gute Rückzugräume für Wildpflanzen und Wildtiere. Heute wächst auf ehemaligen Brachen vorwiegend Mais für die überall entstehenden Biogasanlagen.”

Von der Flächenstilllegung hat nicht nur der Feldhase profitiert. “Bodenbrüter wie Rebhühner und Kiebitz, Insekten wie Schmetterlinge und Insektenjäger wie die Eulen finden auf Blüh-Streifen am Ackerrand und den Brachflächen Nahrung und Deckung”, so Kinser. Mit dem Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung ist die Vielfalt in unseren Agrarlandschaften weiter zurück gegangen. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher, Subventionen nicht per Gießkanne zu verteilen, sondern Naturschutz in der Landwirtschaft gezielt zu honorieren. “Dann hätten Brachen und Wildkräuter wieder eine Chance und der Tisch für das perfekte Hasen-Dinner wäre gedeckt.”

Rund um den Feldhasen dreht sich alles bei der “Fachtagung Feldhase” der Universität Kassel am 19. und 20. März 2010. Andreas Kinser, Deutsche Wildtier Stiftung, spricht dort über die Frage “Was tun Feldhasen Nachts?”.

Was macht der Feldhase im Winter?

Jetzt Facebook besuchen und Fan von Lepus dem Feldhasen werden!

http://www.facebook.com/pages/Lepus-der-Feldhase/116072953990

(Text-, Grafik- und Bilderquelle: DeutscheWildtierStiftung.de, Fotos T. Martin)

Operation “Krummschnabel” – Polizei leitet Strafverfahren gegen Wilderer ein, der Greifvögel fängt und tötet

Sonntag, 28. Februar 2010

Soldatenglück Natur

Ein Falkner aus dem Kreis Soest ist gestern Abend beim illegalen Fang von streng geschützten Greifvögeln erwischt worden. Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, hatte der Mann im Waldstück “Altes Lager” westlich von Bad Waldliesborn insgesamt drei sogenannte Habichtfangkörbe aufgestellt. Als Köder verwendete der Mann lebende Tauben, die mit Schnüren an den Fallen befestigt worden waren, um hungrige Greifvögel anzulocken.

Mitarbeiter des Komitees hatten sich nach einem Hinweis der ABU Soest im Wald auf die Lauer gelegt und die Fallen mehrere Stunden mit Videokameras überwacht. Dabei stellten sie fest, dass sich in einer der Fallen ein lebender, frisch gefangener Mäusebussard befand. “Als wir die Überwachung abends wegen Dunkelheit abbrechen und den Bussard befreien wollten, erschien ein etwa 35jähriger Mann und machte sich an den Fallen zu schaffen”, berichtet Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Die Vogelschützer verließen daraufhin ihr Versteck und stellten den Vogelfänger mit Taschenlampen und laufenden Videokameras zur Rede. “Der Mann war völlig überrascht und hat sofort zugegeben, die Fallen aufgestellt und den Bussard gefangen zu haben.”, so Hirschfeld. Den Greifvogel, so behauptete der Falkner, habe er kurz vor Eintreffen der Vogelschützer wieder freigelassen.

Gegen 21 Uhr traf eine Streifenwagenbesatzung der Polizei Lippstadt am Tatort ein und stellte die Fanggeräte sicher. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet. Bei einer anschließenden Kontrolle der Wohnräume des Verdächtigen wurde in einer Voliere ein lebender Habicht entdeckt. Ob auch dieses Tier illegal gefangen wurde, wird zur Zeit überprüft.

Heute Morgen dann ein weiterer schockierende Fund: Bei einer gründlichen Nachsuche im Bereich der Fangstellen fanden Mitarbeiter des Komitees einen frisch toter Mäusebussard mit eingeschlagenem Schädel entdeckt. Dabei handelt es sich eindeutig um den Vogel, der gestern in die Falle geraten und angeblich von dem Verdächtigen freigelassen worden ist, so das Komitee. “Wir vermuten, dass der Mann unsere Leute gehört und den Bussard kurz vor deren Ankunft am Tatort in Panik getötet und in den Wald geschmissen hat”, so Hirschfeld. Der tote Vogel wurde von der Polizei zur weiteren Untersuchung übergeben.

Angesichts der Zustände in dem betroffenen Jagdrevier fordern die Vogelschützer nun eine gründliche Überprüfung des Falles durch die Behörden. So gibt es laut Komitee Hinweise, dass sowohl der zuständige Jagdpächter und der Jagdaufseher als auch ein Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde des Kreises Soest seit Monaten über die illegalen Machenschaften des Verdächtigen informiert waren, jedoch nichts unternommen haben.

Die Aktion bei Bad Waldliesborn war Teil der Operation “Krummschnabel”, bei der Vogelschützer, Polizisten und Veterinäre am Wochenende zeitgleich verdächtige Jagdreviere in ganz NRW kontrolliert haben. Dabei wurden insgesamt 18 tote Greifvögel und Eulen entdeckt und zahlreiche illegale Fallen, darunter Tellereisen, Habichtfangkörbe und verschiedene Typen von Käfigfallen, beschlagnahmt oder den Behörden gemeldet. Betroffen waren laut Komitee Jagreviere in den Kreisen Warendorf, Steinfurt, Soest, Kleve, Düren und dem Rhein-Erft Kreis.

(Text-, Bilderquelle: Komitee gegen den Vogelmord)

Eine ausführliche Fotodokumentation des Einsatzes ist im Internet: Komitee gegen den Vogelmord.de.

Ein Bericht des WDR, der die Operation “Krummschnabel” mit einem Fernsehteam begleitet hat, wird heute abend um 19:30 Uhr bei WDR/Westpol ausgestrahlt.
Das renommierte WDR-Politikmagazin Westpol berichtet am heutigen 28. Februar 2010 über die illegale Greifvogelverfolgung in Nordrhein-Westfalen. Ein Kamerateam hatte das Komitee gegen den Vogelmord am Wochenende begleitet und dabei das immer mehr ausufernde Problem dokumentiert. Bei einer groß angelegten Suchaktion hatten Komitee-Mitarbeiter Jagdreviere im Rheinland, im Münsterland und in Ost-Westfalen unter die Lupe genommen und zahlreiche Fälle schwerer Umweltkriminalität aufgedeckt.

Der Rothirsch im März: Holz für den Hirsch

Montag, 22. Februar 2010

Soldatenglück Natur

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt erklärt. Die Deutsche Wildtier Stiftung nimmt das UN-Jahr zum Anlass, auf die Situation heimischer Wildtiere vor unserer Haustür aufmerksam zu machen. Denn Feldlerche und Feldhase, Reh und Rothirsch, Luchs und Laubfrosch sind ebenso faszinierend wie exotische Tierarten. Begleiten Sie mit der Deutschen Wildtier Stiftung einen unbekannten König der Wildtiere – den Rothirsch – 2010 Monat für Monat durchs Jahr. Im März mögen Hirsche frisches Grün.

Der Rothirsch im März: Holz für den Hirsch

Rothirsche sind Wiederkäuer. Wie Rinder haben sie einen Pansen, der bis zu 25 Liter Nahrung fassen kann. Hirsche verdauen verholztes Gras genauso gut wie Kräuter und Knospen, Moose und Flechten, Eicheln und Kastanien. Am Tag nehmen sie etwa zwanzig Kilogramm Nahrung auf – sie “äsen”, wie es der Jäger nennt. Doch Nahrung ist am Winterende besonders knapp. “Die Tiere beginnen deshalb auch die Rinde von den Baumstämmen zu schälen”, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen. Das Schälen von Bäumen ist aus Sicht der Forstwirtschaft ein Schaden, denn Baumwachstum und Holzqualität werden erheblich gemindert. Geschälte Bäume finden sich vor allem dort, wo der Rothirsch keine andere Nahrung findet und er zudem auch noch durch Menschen aufgeschreckt wird. Die Folge: der Rothirsch gilt als Schädling.

“Nicht der Rothirsch ist das Problem, sondern die fehlenden Äsungsflächen und Ruhezonen für das Wild”, erklärt Baron Münchhausen. Dabei sind Jäger, Land- und Forstwirte gleichermaßen gefragt. “Wildwiesen bieten bei geeigneter Lage dem Wild schon früh im Jahr Nahrung. Auch Prossholz-Flächen werden gern angenommen”, sagt Baron Münchhausen. Unter Prossholz versteht der Fachmann schnell wachsende Weichholzarten wie Weide und Holunder, Robinie und Eberesche. Rinde und Knospen dieser für das Wild gepflanzten Bäume sind eine hervorragende Äsung nicht für den Rothirsch, sondern auch für Reh und Feldhase.

Der Rothirsch verbringt bis zu zehn Stunden am Tag mit dem Äsen. Dann wird die Nahrung weitere sechs Stunden wiedergekäut. Können die Tiere nicht regelmäßig Nahrung aufnehmen, leiden sie unter Äsungsstörungen, die sogar zu Pansenerkrankungen führen können.

“Rothirsche sind eigentlich Tiere der halboffenen Landschaft und nicht die Könige des Waldes”, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Erst der Mensch hat den Hirsch in den Wald zurückgedrängt und selbst dort leidet er unter Störungen durch den Menschen. Daher ist Ruhe in den Lebensräumen des Rotwildes das wichtigste Gebot. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert deshalb mehr Wildruhezonen, die Einhaltung des Nachtjagdverbotes, eine Verkürzung der Jagdzeit und “Holz für den Hirsch” – damit er nicht weiter als Waldschädling in Verruf gerät.

Die gemeinnützige Deutsche Wildtier Stiftung mit Sitz in Hamburg wurde 1992 von Haymo G. Rethwisch errichtet. Ihr Ziel ist es, in Deutschland Wildtiere zu schützen und Menschen für die Schönheit und Einzigartigkeit heimischer wilder Tiere zu begeistern. Schirmherr ist Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog.

(Text- und Bilderquelle: DeutscheWildtierStiftung.de)

Hintergrundinformationen: Rothirsch.org, Deutsche Wildtier Stiftung.de;
Lesenswert: ZEIT-Artikel vom 07. Januar 2010 “Himmel der Hirsche”, Dr. Hans Schuh veröffentliche in der ZEIT einen ausführlichen Artikel über Rotwild auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr/Hohenfels und über die Rotwildpolitik in den einzelnen Bundesländern. Neben ausführlichen Informationen über die natürliche Lebensweise von Rotwild bietet er einen gelungenen Überblick über die aktuellen Probleme unserer größten heimischen Wildtierart.

DKB - Weltweit Geld abheben