Soldatenglück Kultur
Joachim Gauck erlebte als “Revolutionspfarrer” und Bürgerrechtler die friedliche Revolution in der DDR, war erster Chef der Stasiunterlagen-Behörde und ist jetzt von SPD und Grünen als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert worden. Die packenden Erinnerungen einer Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte!
Der politische und sehr persönliche Rückblick eines friedlichen Revolutionärs
Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.
Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied.
Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.
JOACHIM GAUCK
Winter im Sommer – Frühling im Herbst
Erinnerungen

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 20 s/w Abbildungen, ISBN: 978-3-88680-935-6, € 22,95 (UVP), Verlag: Siedler, Erscheinungstermin: 12. Oktober 2009, zur Leseprobe
Über Joachim Gauck (Autor)
Joachim Gauck, geboren am 24. Januar 1940 in Rostock, war von 1990 bis 2000 Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit. Seit 2003 ist er Vorsitzender des Vereins “Gegen Vergessen – Für Demokratie” und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Liberales Netzwerk. Er lebt in Berlin und ist seit der Vorwoche Kandidat zur Bundespräsidentenwahl am 30. Juni 2010.

Lebenslauf
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Dr. h. c. mult. Joachim Gauck
Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik a. D.
Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock als Sohn eines Kapitäns geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie. Ab 1965 bis 1990 ist er im Dienst der Ev.-Luth. Landeskirche Mecklenburgs, die längste Zeit als Pastor in Rostock, wo er im Nebenamt u.a. auch Stadtjugendpastor und später Leiter der Kirchentagsarbeit seiner Landeskirche war.
Früh wurde er durch seine offenen und kritischen Worte bekannt. 1989 gehörte Joachim Gauck zu den Mitbegründern des Neuen Forum, dessen Sprecher er in seiner Heimatstadt wurde. Im Herbst 1989 war er Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstandes gegen die SED-Diktatur. Er leitete wöchentliche Abendgottesdienste, aus denen sich machtvolle Protestdemonstrationen entwickelten, die auch in Rostock das DDR-Regime beendeten.
Im März 1990 zog er als Abgeordneter der Bürgerbewegungen, die sich im Bündnis 90 zusammengeschlossen hatten, in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein und wurde zum Vorsitzenden des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) gewählt.
Nach Wahl durch die Volkskammer wurde Joachim Gauck zum 3. Oktober 1990 vom Bundespräsidenten und Bundeskanzler zum Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes berufen; nach Verabschiedung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes des Deutschen Bundestages Ende 1991 war er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik mit Dienstsitz in Berlin. Am 21. September 1995, vom Deutschen Bundestag mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt, wurde er zum 3. Oktober 1995 für eine zweite Amtsperiode berufen, die am 2. Oktober 2000 endete. Eine weitere Amtszeit war nach dem Gesetz nicht möglich.
Im Jahr 2001 moderierte er 14-tägig in der ARD die WDR-Sendung “Joachim Gauck”.
Von 2001 bis 2004 war Joachim Gauck deutsches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien (Ehrenamt).
Seit November 2003 ist er als Nachfolger von Dr. Hans-Jochen Vogel und Dr. h. c. Hans Koschnick, Bundesvorsitzender der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.
Ehrungen :
Theodor-Heuss-Medaille (1991), Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1995), Hermann-Ehlers-Preis (1996), Hannah-Arendt-Preis, Bremen (1997), Ehrendoktor der Universität Rostock (1999), Imre-Nagy-Gedenkplakette, Budapest (1999), Dolf-Sternberger Preis für Öffentliche Rede (1999), Cicero Rednerpreis(2000), Wartburgpreis (2000), Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern (2000), Ehrendoktor der Universität Jena (2001), Erich Kästner-Preis, Dresden (2001), Goldenes Lot (der deutschen Vermessungsingenieure) (2002), Wittenberg Award, Washington D.C. (2002), Courage-Preis, Osnabrück/Bad Iburg (2003), Heinz Herbert Karry-Preis, Frankfurt/Main (2005), Ehrendoktor der Universität Augsburg (2005), Thomas-Dehler-Preis, München (2008), Glas der Vernunft, Kassel (2009).
letzte Veröffentlichung:
Joachim Gauck: Winter im Sommer- Frühling im Herbst, Siedler-Verlag 2009.
(Textauszüge, Bildgrafiken: Siedler Random House.de;
Bildquelle Lebenslauf: Gegen Vergessen – Für Demokratie)