Archiv für die Kategorie 'Soldatenglück Kultur'

“Allgäu Sixties” – eine Hommage an die Zeit beim Bund

Montag, 30. Januar 2012

Soldatenglück Kultur

Die Story eines Luftwaffe-Soldaten, voller Musik, wie sie sich in den 60er Jahren überall zugetragen haben könnte. Außerdem ist das Buch “Allgäu Sixties – Die 60er in Kaufbeuren und am Fliegerhorst” ein Stück Zeitgeschichte über die FKGrp 13 und die Technische Schule der Luftwaffe 1 (Wappen unten) in Kaufbeuren.

Allgäu Sixties von Peter M. Roese – eine olivgrün angehauchte Liebeserklärung an das Allgäu und die 60er Jahre. Kaufbeuren ist Hauptschauplatz dieser bisweilen nicht ganz ernst gemeinten Story um den Luftwaffensoldaten Rossner und seine Clique. Dienst in der Kaserne, heiße Feten, eine Band und Liebeleien am Bärensee – all dies ist eingebettet in die stürmischen Sixties, die auch das beschauliche Allgäu ganz ordentlich aufmischten. Humor wird aber nicht nur rund um den Fliegerhorst groß geschrieben – Rossner & Co. lassen es sich nicht nehmen, auch die Umgebung zu erkunden: Landsberg, Memmingen, Mindelheim, Marktoberdorf, Schongau, Füssen, Kempten, Oberstdorf, Tirol …
Außerdem verschlägt es den Leser ins fränkische Neuhaus an der Pegnitz, ins baden-württembergische Mengen und nach Diepholz bei Bremen, stets garniert mit politischen und gesellschaftlichen Ereignissen der wilden 60er. Eine kurzweilige Lektüre voller lebendiger Zeitgeschichte und Lokalkolorit – nicht nur für Allgäufans.

Die Allgäuer Zeitung schreibt über das Buch: “Dokumentiert das besondere Lebensgefühl von damals.” Der Kreisbote Kaufbeuren meint: “Ein Stück Stadtgeschichte” und das Diepholzer Kreisblatt stellt fest: “Da lernt die Leserin und der Leser ganz nebenbei auch einige Sehenswürdigkeiten kennen”, Soldatenglück.de meint: “Eine Hommage an die Zeit beim Bund und den Fliegerhorst Kaufbeuren, der leider geschlossen werden soll”.

Der Autor
Peter Max Roese, 1944 in Erlangen geboren, landete als junger Mechaniker zunächst im Fliegerhorst Kaufbeuren. Nach der dortigen Dienstzeit und einer Fortbildung zum Techniker arbeitete er viele Jahre als Projektleiter und Entwickler für öffentliche und Industrieunternehmen u. a. in Nigeria und im Iran, im Nahen und Mittleren Osten in den Bereichen Consulting, Produktion und Markting von Medizinalgeräten sowie in Deutschland in der Entwicklung und Herstellung von Desinfektionsprodukten.
Neben zwei Kriminalromanen (Nigeria Connection, 2006; AFN Tehran, 2007) verfasste Roese zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften zum Thema Afrikanistik. Derzeit lebt und arbeitet der weitgereiste Schriftsteller in Lautertal / Odenwald.

Allgäu Sixties – Die 60er in Kaufbeuren und am Fliegerhorst,
Paperback, 320 Seiten, € 14,80, ISBN 978-3-88190-630-2, Lindemanns Bibliothek

(Bildgrafikquelle: Info Verlag.de;
Grafikquelle: Luftwaffe.de; Wappen der Technischen Schule der Luftwaffe 1 TSLw1)

Hintergrundinformationen: Technische Schule der Luftwaffe 1, Geschichte des Standortes und Fliegerhorstes Kaufbeuren/Bayern



Udo Lindenberg Unplugged und Live aus dem Hotel Atlantic (Video)

Samstag, 28. Januar 2012

Soldatenglück Kultur

Udo Lindenberg – Die Highlights des MTV Unplugged

Udo Lindenberg: “Cello feat. Clueso”

Das neue Video zu “Cello” von Udo Lindenberg feat. Clueso aus dem fantastischen MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic!

(Videoquelle: Warner Music Germany via YouTube)

Hintergrundinformationen: Udo Lindenberg.de

Pin-Up Girlsday in den Kasernen – Bilder aus einer Zeit, als die Erotik noch unschuldig war

Dienstag, 20. Dezember 2011

Soldatenglück Kultur

The Great American Pin-Up
Busenwunder

Bilder aus einer Zeit, als die Erotik noch unschuldig war

Sie haben Generationen von Männern erfreut, auf Kalendern und Covers, auf aufklappbaren Doppelseiten oder Spielkarten: die Pin-up-Mädchen. Was als Ölmalerei begann, verbreitete sich bald in anderen Medien. Pin-up-Maskottchen schmückten den Rumpf von US-Kampfjets und wurden zu einem wesentlichen Teil der Männerwelt von Autowerkstätten, Kasernen oder Sportvereinen. Im Zeitalter der Political Correctness wiederum schätzen wir ihren spielerischen Optimismus – und bewundern das enorme zeichnerische Können, welches sich in ihnen manifestiert.

Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Genres, das so uramerikanisch ist wie die Gemälde von Edward Hopper. Genese und Entwicklung werden detailliert beschrieben und die bekanntesten Künstler vorgestellt. Mit über 500 Abbildungen ist The Great American Pin-Up eine umfassende Studie dieses populären Phänomens.

Die Autoren:
Charles G. Martignette war Kunsthändler und Sammler von Originalwerken amerikanischer Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Seine Galerie in Hallandale Beach, Florida, beherbergte die weltgrößte Sammlung kommerzieller Grafik. Er verfasste zahlreiche Artikel über die Illustrationskunst in Zeitschriften, Taschenbüchern, Werbung, Kalendern und Pulp Fiction sowie über Glamour- und Pin-up-Malerei. Werke aus seiner Sammlung wurden im Smithsonian Institute und in vielen anderen Museen in den USA und Europa ausgestellt.
Louis K. Meisel ist Besitzer und Direktor einer der ältesten Galerien im New Yorker Stadtteil SoHo. Er hat mehrere Bücher und viele Artikel zur zeitgenössischen Kunst veröffentlicht. Neben dieser sammelt er auch Pin-up-Werke.

The Great American Pin-Up
Charles G. Martignette, Louis K. Meisel
Hardcover, 24 x 31.6 cm, 280 Seiten, € 14.99
ISBN 978-3-8365-3244-0
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

(Textauszüge; Bildgrafikquelle: Taschen Verlag.de)

Hintergrundinformationen: Gallery The Great American Pin-Up in New York/USA

Orchester reist durch Afghanistan (Video)

Freitag, 11. November 2011

„Ein erwachsenes, demokratisches Heer“

Teil 1:
Das Orchester „Die Freibeuter der Klassik“ reist durch Afghanistan, um dort Konzerte für Soldaten zu spielen. Leiter Clemens Maria Haas beschreibt im Videotagebuch die ungewöhnliche Expedition.

Teil 2:
Doch vorerst hausen die Musiker in Usbekistan – und warten auf ihr erstes Konzert.

Teil 3:
Dort werden die tollpatschigen Musiker gleich mal zurechtgewiesen.

Teil 4:
Doch die lauernde Gefahr schlägt den Musikern auf die Stimmung.

Teil 5:
In Kundus ist die Stimmung allerdings gruselig. Der Grund: Das Lager war tagszuvor unter Beschuss.

Teil 6:
Abschied von Kundus, unterwegs nach Mazar-e-Scharif: In Afghanistan ist Reisen ein heikles Unterfangen. Während Das Orchester auf seine Transall-Maschine wartet, keimen mulmige Gedanken auf, untermalt von Maschinengewehrsalven.

Teil 7:
Die Stimmung innerhalb der Band Das Orchester ist am Tiefpunkt. Vor endgültigem Frust retten nur eine unerwartete Jam-Session mit Soldaten und das Wissen, Gutes für Kinder getan zu haben.

(Video- und Textquelle: Focus Online “Afghanistan-Tagebuch: Ein Orchester am Ende der Welt” via Youtube; Oktober/November 2011)

Afghanistan in Stuttgart: Homers “Ilias” mit Berichten von traumatisierten deutschen Einsatz-Soldaten (Video)

Sonntag, 16. Oktober 2011

Soldatenglück Kultur

Von der Antike bis zur Gegenwart

ZDF Kultur Kulturpalast – Volker Lösch inszeniert in Stuttgart Homers “Ilias” mit Berichten von deutschen Soldaten in Afghanistan.
Die Kulturpalast-Moderatorin namens Pegah mit der Tonart von “Feuchtgebiete” Charlotte Roche stellt vermeintlich amüsant und frech die von PTBS betroffenen Bundeswehr-Soldaten als Kunstobjekte in eine Reihe mit verurteilten Verbrechern, Prostituierten und Hartz IV-Empfängern. Diese Kulturschaffende hält Soldaten offenbar für Underdogs – auch ZDF-Mitarbeiterinnnen können sich täuschen …

(Videoquelle: ZDF.de, ZDF Kulturpalast)

Hintergrund: 07. Juni 2003 – Ein deutscher Konvoi, der sich auf der Fahrt zum Kabul International Airport befindet, wird durch ein Selbstmordkommando angegriffen. Mittels einer in einem Taxi gezündeten Bombe wird ein deutscher Bus zerstört. Vier Soldaten verlieren ihr Leben, 29 werden zum Teil schwer verletzt.

PTBS-Hilfsangebote bei Angriff-auf-die-Seele.de



“Afghanistan-Krieg und Soldatenfamilie daheim” inszeniert auf dem Theaterschiff Potsdam (Video)

Dienstag, 4. Oktober 2011

Soldatenglück Kultur

34,5 cm neben dem Glück

Stückentwicklung von Martina König, Niclas Ruge
nach Tatsachenberichten aus den Büchern “Das ist auch euer Krieg”,

 “Ein schöner Tag zum Sterben” von Heike Groos,

erschienen im Krüger Verlag 2009, 2010.

Handlung: Sven und Anna (Bild oben) haben ein Abkommen geschlossen: Sven ist Zeitsoldat und sichert mit seinem Sold die Erfüllung ihres Traumes vom privaten Glück mit einem Eigenheim. Alles ist wohl durchdacht und geplant,sogar die Tujagartenhecke pflanzt Anna in 34,5cm Abstand.

Die Rechnung scheint aufzugehen, das Haus ist fertig und bezahlt, nur noch ein letzter Einsatz in Afghanistan muss gemeinsam durchgestanden werden.

Doch das Leben nimmt einen eigenen, unberechenbaren Verlauf und fordert Anna heraus.

In 6 Monaten wurde nach einer Idee von N. Ruge und M. König eine authentische Geschichte rekonstruiert. Die Schauspieler(innen) sind in Improvisationen mit ihren eigenen Befindlichkeiten in Kontakt zu den Figuren gegangen und haben diese emotional ausgelotet und mit ihren Worten zum Sprechen gebracht.

Entstanden ist eine Geschichte darüber, auf welche Art und Weise Krieg in einem deutschen Haushalt ankommt, was er mit den einzelnen Familienmitgliedern macht und darüber, was Menschen auf sich nehmen, um ihre Sehnsucht nach Glück, Sicherheit und Wohlstand zu stillen.

Der Zuspruch des Publikums der öffentlichen Probe hat gezeigt,dass es dem Ensemble offensichtlich gelungen ist, ein Tabuthema anzupacken.

Mit: Katrin Bauer, Mario Neubert, Barbara Schaffernicht, Bob Schäfer, Karen Schneeweiß, Irene Ossa Moyzes
Regie: Martina König
Choreographie: Ulrike Henning

Kritiken: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 29.08.2011, Märkische Allgemeine Zeitung vom 30.08.2011.

Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam ist eine traditionsreiche Garnisionsstadt sowie Sitz des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) der Bundeswehr und hat in seiner unmitelbaren Nähe das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) in Schwielowsee-Geltow, vielleicht liegt es daran, dass die Potsdamer Kulturschaffenden sich um das Thema Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan und das Schicksal von Soldatenfamilien bemühen. Soldatenglück.de berichtete am 22. April 2010 über die Potsdamer Ausstellung “Kunduz, 4. September 2009. Eine Spurensuche”, die der damalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg besuchte.

(Textauszüge, Bild- und Videoquelle: Theaterschiff Potsdam;
Bildgrafikquellen: Fischer Verlage.de)

Herbert Grönemeyer – “Zu Dir” mit “Fernweh” bei “Schiffsverkehr” (Videos)

Samstag, 24. September 2011

Soldatenglück Kultur

“Zu Dir” und

“Fernweh” aus dem Album “Schiffsverkehr” von 2011.

(Video-, Grafikquelle: Herbert Grönemeyer.de)

MOSSAD-Agententhriller spielt in Ost-Berlin: Eine offene Rechnung (Video)

Freitag, 23. September 2011

 Ab 22. September 2011 ist der Geheimdienst- und Polit-Thriller “Eine offenen Rechnung” in den deutschen Kinos. Hier der Trailer.

Soldatenglück Kultur

Ost-Berlin 1966, die Welt befindet sich im Kalten Krieg. In diesem hochexplosiven Klima haben drei blutjunge Agenten – zwei Männer, eine Frau – des israelischen Geheimdienstes Mossad eine monströse Aufgabe zu erledigen. Sie sollen den diabolischen ehemaligen KZ-Arzt Dieter Vogel, der mittlerweile unbehelligt eine gynäkologische Praxis betreibt, in den Westen entführen, damit ihm der Prozess gemacht werden kann.

31 Jahre später: Die drei Agenten sind mittlerweile gefeierte Helden. Doch plötzlich tauchen neue Informationen auf, die ihren Heldenmut von damals in einem anderen Licht erscheinen lassen. Eine Rechnung ist noch offen, die unter allen Umständen beglichen werden muss…

“Eine offene Rechnung” ist der höchst spannende, neue Film von Regisseur John Madden (“Shakespeare In Love”), der am 22. September in den deutschen Kinos startet. Mit Oscar-Preisträgerin Helen Mirren, dem zweimal für den Oscar nominierten Tom Wilkinson, Sam Worthington (“Avatar”) und Shooting-Star Jessica Chastain (“The Tree Of Life”) ist der Politthriller herausragend besetzt.(Zitatende)

Soldatenglück.de berichtet regelmäßig über den israelischen Nachrichtendienst MOSSAD sowie die Kameraden der Israel Defence Forces (IDF).

(Video-, Bild-, Textquelle kursiv: Eine offene Rechnung.de von Universal Pictures Germany)

Hintergrundinformationen, Grafikquelle: MOSSAD.gov.il

Loriot, Oberleutnant Vicco von Bülow ist gestorben (Video)

Dienstag, 23. August 2011

Loriot, bürgerlich Prof. Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren, in seinem Leben wurde er zu einem einzigartigen deutscher Künstler als Humorist, Karikaturist, Regisseur und Schauspieler. Gestern am 22. August 2011 entschlief er sanft in Ammerland am Starnberger See. Der Künstlername Loriot ist die französische Bezeichnung des Pirols, des Wappentieres der Familie von Bülow.

Entsprechend der Familientradition des mecklenburgischen Adelsgeschlechts von Bülow begann Victor (Vicco) von Bülow nach dem Notabitur 1941 eine Offizierslaufbahn, drei Jahre war von Bülow während des Zweiten Weltkrieges mit dem Panzergrenadierregiment 3 der 3. Panzerdivision der Wehrmacht an der Ostfront im Einsatz und wurde im Russland-Feldzug mit dem Eisernen Kreuz zweiter (EK II.) und erster Klasse (EK I.) ausgezeichnet, er wurde als junger Offizier bis zum Dienstgrad Oberleutnant befördert. Sein kleinerer Bruder Johann-Albrecht fiel in den letzten Kriegswochen 1945 als junger Leutnant im Oderbruch.
Auf die Frage, ob er im Zweiten Weltkrieg ein guter Offizier gewesen sei, antwortete Vicco von Bülow in einem Interview: “Nicht gut genug, sonst hätte ich am 20. Juli 1944 zum Widerstand gehört. Aber für den schauerlichen deutschen Beitrag zur Weltgeschichte werde ich mich schämen bis an mein Lebensende.”

Die Deutschen verdankten Loriot unendlich viel Heiterkeit und fröhliche Augenblicke, Vicco von Bülow aber auch von größter Ernsthaftigkeit zeugende Sätze. “Beide, Loriot wie Vicco von Bülow, werden uns sehr fehlen”, so Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert.

Loriots Bundestagsrede

Loriot – Drei Dinge braucht der Mann

Zum Loriot YouTube-Kanal

(Bildquelle: Wiki-Nutzer: Massimovonpontifex, ein eigenes Photo vom Künstler, welches 2005 im August während einer Lesung entstand, das Photo wurde bei einem Wiedersehen handsigniert;
Videoquellen: via YouTube)

Briefe von der Heimatfront – Ich kämpf’ mich zu dir durch, mein Schatz

Mittwoch, 3. August 2011

Von Feldpost-Briefen von Soldaten aus dem Einsatz in die Heimat – war schon viel zu lesen. Doch was schreiben die Angehörigen den Soldaten? Wie sieht die andere Seite der Feldpost von heute aus?

Mit dem Buch “Ich kämpf’ mich zu dir durch, mein Schatz. Briefe von der Heimatfront (2000 – 2010)” rückt die Herausgeberin Katrin Schwarz einen wichtigen Briefwechsel in den Blickpunkt: “Unbeschreiblich Weibliches und tief Bewegendes” schrieb die Rhein-Zeitung:

Die Sammlung von Briefen von “Soldatenfrauen” – Partnerinnen, Mütter, Schwestern und Ehefrauen von Bundeswehrsoldaten – an ihre Männer in Afghanistan, im Kosovo oder vor Somalia beschreibt das Erleben an der “Heimatfront”, erzählt von Ängsten und Sorgen der Familien während eines Auslandseinsatzes, aber auch von Liebe und Sehnsucht, und der Bewältigung des nicht-alltäglichen Alltags als Angehörige eines Soldaten.

In berührender Weise lässt Katrin Schwarz jene zu Wort kommen, die zuhause bleiben, wenn der Soldat ins Ausland geschickt wird, und die versuchen, hinter ihm zu stehen, egal wo er ist.

“Würde mich schon irgendwie zu Dir durch kämpfen, oder ich würde es jedenfalls versuchen! Liebe und Sehnsucht sind da sicher sehr hilfreich.”
Julia, 17. April 2010

In einer Auswahl aus über 200 Briefen aus den letzten zehn Jahren zeigt Herausgeberin Katrin Schwarz die andere Seite der Feldpost – die Welt der Angehörigen von Soldaten im Auslandseinsatz. Frauen, die mit einem Soldaten verheiratet, anderweitig verwandt oder liiert sind, haben fast schon Exotenstatus.

Und von “Soldatenfrau” zu sprechen klingt in diesen emanzipierten Zeiten etwas rückständig. Aber der Beruf spielt im Falle der Bundeswehrangehörigen auch für die Familie eine so große Rolle, dass der Begriff “Soldatenfrau” Erfahrungswelten beschreibt, die sich im “zivilen” Leben kaum finden lassen. Seit 1993 beteiligt sich die Bundeswehr an friedenserhaltenden, stabilisierenden und auch friedenserzwingenden “Out of area”-Operationen.

Frau oder Freundin eines Soldaten zu sein bedeutet damit ebenfalls an einem Einsatz teilzunehmen, wenn es auch zuhause im gewohnten Umfeld ist. Nicht erst seit man vom “Krieg” in Afghanistan spricht, ist die Soldatenfrau auch von Kriegsschäden, Tod, Verwundung, Traumatisierung, in jedem Fall aber von der Angst davor, unmittelbar betroffen. Diese Erfahrungen außerhalb des Bundeswehrumfeldes zu teilen, ist schwer.
Auch in telekommunikations-verwöhnten Zeiten ist der klassische, handgeschriebene Brief für viele Angehörige wesentlichster Träger persönlicher Botschaften. Katrin Schwarz lässt die oft über Tage entstandenen Briefe zu Wort kommen und begleitet die Leser durch die Etappen eines Auslandeinsatzes aus der Sicht der Daheimgebliebenen.
In berührender Weise zeigt dieses Buch das Auf und Ab der Gefühle, das Vor und Zurück zwischen Offenheit und Rücksichtnahme, das Hin und Her zwischen banalem Alltag und herzzerreißender Sehnsucht und Angst, das die Angehörigen während eines bis zu zwölf Monate dauernden Auslandseinsatzes ihres Soldaten durchleben.

“Gott, Du fehlst mir so sehr. Es ist wie sterben. Wenn einem die Luft genommen wird oder einem das Leben ausgesaugt wird. Aber ich weiß, dass Du wieder kommst, auch wenn es sechs Jahre dauert, ich warte auf Dich. Bis ans Ende meiner Tage.
Ich liebe Dich über alles mein Held”
Melanie, ohne Datum

Herausgeberin:
Katrin Schwarz (Bild rechts) wurde 1964 in Berlin geboren. Aufgewachsen in Hessen wohnt sie nach mehreren Umzügen mit ihrem Ehemann und ihren vier Kindern nun in Rheinland-Pfalz. Die Diplomverwaltungswirtin engagiert sich seit dem Jahr 2000 ehrenamtlich für die Interessen von Soldatenfamilien und betreibt die Internet-Plattform http://www.frauzufrau.de/joomla/

Ich kämpf’ mich zu dir durch, mein Schatz
Briefe von der Heimatfront (2000 – 2010)
Broschur, 176 Seiten, € 14,90 (D)
ISBN 978-3-940461-16-2
adatia Verlag / Sankt Augustin
Juli 2011

(Bild-, Grafikquelle, Textauszüge: adatia Verlag)