Archiv für die Kategorie 'Soldatenglück Kultur'

Lothar-Günther Buchheim: Das Boot – Die Fotografien (Video)

Samstag, 24. Juli 2010

Soldatenglück Kultur

 

Ausstellung im Buchheim Museum
vom 06. Juli bis 10. Oktober 2010,
heute am 24. Juli um 18:15 Uhr das Klaus Doldinger’s Passport Open Air Konzert am Starnberger See im Park des Museums im Zeichen der Ausstellung Lothar-Günther Buchheim: Das Boot – Die Fotografien.

Die rund 250 Fotografien von Lothar-Günther Buchheim, die im Buchheim Museum erstmals in einer Ausstellung gezeigt und von Textauszügen aus Buchheims Büchern aus dem U-Boot-Krieg begleitet werden, sind unmittelbar vor Ort, im Zweiten Weltkrieg, vorwiegend während Unternehmungen mit dem U-Boot U 96 entstanden, also Jahrzehnte bevor Buchheims Roman “Das Boot” (1973) erschien, nach dem der gleichnamige Film von Wolfgang Petersen (1981) gedreht wurde.

Die Aufnahmen vergegenwärtigen den U-Boot-Krieg aus dem Blickwinkel des jungen Malers, der seit Herbst 1940 als Marinekriegsberichter zunächst von Stützpunkten in der Bretagne auf Zerstörern, Vorpostenbooten und anderen Schiffen der Kriegsmarine eingesetzt und schließlich einer Unterseebootsflottille zugeteilt war.

Maßgeblich für die Ereignisse, welche sich in seinem Roman “Das Boot” und in seinen Fotografien widerspiegeln, waren seine Erfahrungen auf der 7. U-Boot-Unternehmung von U 96 im Herbst 1941 unter Kommandant Heinrich Lehmann-Willenbrock, “dem Alten” seiner Romantrilogie “Das Boot”, “Die Festung”, “Der Abschied”. Alle Fotografien entstanden im eigenen Auftrag, da sich Buchheim damals, wie er später betonte, zur Zeugenschaft aufgerufen fühlte.

Auf der Brücke von U 96

“Der Seekrieg ist die grauenhafteste Form des Krieges” schreibt Buchheim in seinem Bildband “U-Boot-Fahrer” (1998): “Der Seekrieg war weitaus schrecklicher als es die versammelten Bilder zeigen können. Er verschaffte manchem Erlebnisse, die so grauenhaft waren, daß er sie nicht mehr wahrhaben will. Im Seekrieg haben beide Gegner stets einen zweiten Feind, die See – ‚the cruel sea’”. Die große Wassergarotte wartet im Krieg auf jeden Seemann. Der Seekrieg ist ein pervertierter Krieg. Er ist es auch deshalb, weil er ein ganz und gar “sauberer” Krieg ist: keine im Stacheldraht hängenden Verwundeten, keine Trümmer und Ruinen, keine aufgedunsenen Leichen. Die Seeschlacht hinterlässt keine Spuren… Ich habe selber erlebt, wie spiegelglatt die See im Morgendämmern dalag, nachdem sie eben ein von einer Fliegerbombe getroffenes Kameradenboot verschlungen hatte…”.

Anlässlich der Ausstellung konnten in den erstmals zugänglichen Archiven rund fünftausend Fotografien in Form von Kontaktbogen, die weder datiert noch näher bezeichnet sind, durchgesehen werden. Dabei zeigte sich, dass viele der Buchheim’schen Fotografien noch nicht publiziert sind. Zudem fanden sich ausführliche Fotosequenzen von Ereignissen, die bislang nur durch einige wenige Fotografien überliefert waren. Sie führen uns das Geschehen wie einen Film vor Augen. Während eines Wasserbombenangriffs auf U 96 beispielsweise, hat Buchheim eine Reihe von Aufnahmen gemacht, die die Situation im Inneren des Bootes und das Verhalten des Kommandanten und einiger seiner Besatzungsmitglieder auf beklemmende Weise veranschaulichen. Diese und andere Bildsequenzen, etwa die Begegnung von U 96 mit einem anderen deutschen U-Boot während eines Sturms im Atlantik oder die Rettung Überlebender eines soeben untergegangenen deutschen U-Bootes, werden erstmals vollständig in der Ausstellung gezeigt.

“Der Alte” in Buchheims Roman “Das Boot” (1973),
Heinrich Lehmann-Willenbrock, Kommandant von U 96

Die Auswahl der Fotografien konzentriert sich auf Bilder von U 96: Sie berichten von den Besatzungsmitgliedern und ihren Aufgaben, vom Alltag an Bord, von Verrichtungen wie “Torpedoziehen”, die tägliches Pensum waren. Auch das Innere des U-Bootes, etwa Zentrale, Diesel- , E-Maschinen- sowie Bugraum, ist durch Buchheims Fotografien überliefert. Den Gegensatz zur bedrückenden Enge im Boot bilden Aufnahmen, die Buchheim auf der Brücke des U-Bootes machte. “Für mich ist es eine Erlösung, auf der Brücke zu stehen”, schreibt er in seinem Roman “Das Boot”. “Ich nütze die Gelegenheit aufzuentern, sooft sie sich bietet. Kaum habe ich den Kopf zum Turmluk hinausgesteckt, überkommt es mich schon wie eine Befreiung: Ich steige aus dem Maschinenpferch, aus der Enge der Wände, aus Dunst, Gestank und Feuchtigkeit ans Licht zur reinen Luft empor. Zuerst suche ich den Himmel nach Wetterzeichen ab, dann lasse ich den Blick schnell ringsum über die Kimm gehen. Erst dann drehe ich den Kopf hierhin und dahin und lege ihn schließlich in den Nacken. Durch ein paar Wolkenlöcher kann ich in die Tiefe des Kosmos blicken…”. Bilder von den wachhabenden Brückenposten vergegenwärtigen die stete Gefahr.

Desaster

Zu diesem Komplex von Fotografien kommen Aufnahmen vom Atlantikstützpunkt Saint-Nazaire: vom Bau der Bunker, von den Werftanlagen, von zurückkehrenden U-Booten und den seinerzeit üblichen Flottillenritualen, dem Schlösschen Kernével, in dem Karl Dönitz eine zeitlang Quartier bezogen hatte, von Kommandanten und weiteren U-Boot-Fahrern. Aber auch Bilder der Zerstörung hat Buchheim dokumentiert: zerschellte Flugzeuge, ausgebrannte Eisenbahnwaggons und zerbombte Städte und Landschaften.

Lothar-Günther Buchheim als Kriegsberichter, um 1941

Und weil die Durchsicht des Archivs mit Buchheims Fotos aus der Kriegszeit ergab, dass der Maler, wie schon auf seinen privaten Reisen zuvor, hingebungsvoll die Menschen, die Landschaft und das Leben in der Bretagne fotografierte, ist auch diesem Aspekt der Buchheim’schen “Kriegsfotografie” ein eigener Raum gewidmet worden.

Schreibt Dr. Clelia Segieth, die Kuratorin des Buchheim Museums über die Ausstellung im Buchheim Museum – Museum der Phantasie / Sammlung Buchheim, Am Hirschgarten 1, 82347 Bernried.


PDF-Flyer

 

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung “Das Boot”:

24. Juli 2010, 18.15 Uhr
Klaus Doldinger’s Passport
Open Air Konzert im Museumspark am See

o5. September 2010, 16 Uhr
Hans A. Neunzig
Lesung aus Buchheims Roman “Das Boot” und dem soeben posthum erschienenen Erlebnisbericht des jungen Buchheim “Vagabund und Flusspirat – Mit dem Faltboot auf der wilden Drina”

19. September 2010, 11 Uhr
Dr. Mirko Wittwar
Das Bild vom Krieg in Buchheims Romanen
Vortrag und Lesung

 

(Textauszug kursiv, Bild-, Grafikquelle: Buchheim Museum.de;
Videoquelle: via YouTube)

DKB - Weltweit Geld abheben

Karl-Theo­dor zu Gut­ten­berg – Aris­to­krat, Po­lit­star, Mi­nis­ter

Samstag, 17. Juli 2010

Soldatenglück Kultur

Über den Auf­stieg des Frei­herrn aus Fran­ken, der jeden seiner Ber­li­ner Kol­le­gen in den Schat­ten stellt

• Die erste Bio­gra­fie über den Men­schen und Po­li­ti­ker Karl-Theo­dor zu Gut­ten­berg
• Von der Jour­na­lis­tin und Freun­din der Fa­mi­lie Anna von Bayern
• Ex­klu­siv: Un­be­kann­te Fakten und über­ra­schen­de De­tails aus dem Leben von Deutsch­lands be­lieb­tes­tem Po­li­ti­ker

Auf­rich­tig, selbst­be­wusst, un­be­quem – das sind die Mar­ken­zei­chen, mit denen sich der lang­jäh­ri­ge Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, eins­ti­ge CSU Ge­ne­ral­se­kre­tär und jüngs­te Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter der Ge­schich­te im ver­gan­ge­nen Jahr pro­fi­lier­te. Das Kri­sen­jahr for­der­te und för­der­te den 37-Jäh­ri­gen: In Re­kord­zeit avan­cier­te Karl-Theo­dor zu Gut­ten­berg zum be­lieb­tes­ten Po­li­ti­ker Deutsch­lands – vor Kanz­le­rin Merkel.​Undmit seiner Be­wer­tung der Lage in Af­gha­nis­tan als »kriegs­ähn­li­che Zu­stän­de« sprach der jüngs­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter aus, was für die deut­schen Sol­da­ten längst­Wirk­lich­keit ge­wor­den ist.

Gut­ten­berg strahlt Kom­pe­tenz aus, ist elo­quent, be­steht in­ter­na­tio­nal. Er ist ein Ad­li­ger ohne Al­lü­ren, ver­hei­ra­tet mit der Ur­ur­en­ke­lin von Bis­marck und öko­no­misch un­ab­hän­gig. Die Fa­mi­li­en­tra­di­ti­on reicht bis ins 12. Jahr­hun­dert zurück. Demut vor dem Amt und Pflicht­be­wusst­sein bei der Arbeit sind die Leit­li­ni­en seines Han­delns.

Anna von Bayern, eng mit der Fa­mi­lie Gut­ten­berg ver­bun­den, zeich­net ein sehr per­sön­li­ches Por­trät des po­li­ti­schen Senk­recht­star­ters, der dem ein­ge­fah­re­nen Po­li­tik­be­trieb ein sym­pa­thi­sches Ge­sicht ver­leiht und bald der erste Kanz­ler aus Bayern sein könnte.

Autorin
Anna von Bayern, Jahrgang 1978, absolvierte zunächst ein Studium der Geschichte und Politik an der Stanford University in Kalifornien, USA. Anschließend erwarb sie einen Master of Arts in Creative Writing an der University of East Anglia in Norwich, Großbritannien. Als freie Journalistin schrieb sie u.a. für das SZ-Magazin, die Welt und Welt am Sonntag. Seit 2008 ist sie Politikredakteurin der Bild am Sonntag. Anna von Bayern ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

ge­bun­den mit Schutz­um­schlag, ca. 30 Abb., 224 Seiten, Format 14 x 21,5 cm, ISBN: 978-3-7716-4453-6, EUR 19,95

Nachtrag: In die SPIEGEL Sachbuch Bestseller-Liste hat es die Neuerscheidnung bereits geschaft, es ist dort in guter Gesellschaft, Helmut Schmidt, Margot Käßmann und Eckart von Hirschhausen sind auch schon da.

(Graifikquelle, Textauszug: Fackelträger Verlag.de)

Kriegs­heim­keh­rer der Bun­des­wehr – Ich krieg mich nicht mehr unter Kon­trol­le

Samstag, 17. Juli 2010

Soldatenglück Kultur

»Die zusammengetragenen Berichte sind beeindruckende Zeugnisse von Menschen, die erstmals seit mehr als sechs Jahrzehnten wieder mit ähnlichen psychischen Folgen zurechtkommen müssen wie die Soldaten nach Ende des Zweiten Weltkriegs.«

• Bri­sant und top­ak­tu­ell: deut­sche Sol­da­ten im Krieg
• Ein Tabu wird ge­bro­chen: Kriegs­heim­keh­rer be­rich­ten
• Er­schüt­tern­de und au­then­ti­sche Er­leb­nis­se

Sol­da­ten der Bun­des­wehr sind nicht erst seit ges­tern in Kri­sen­ge­bie­ten im Ein­satz, aber spä­tes­tens seit Af­gha­nis­tan hat sich die Qua­li­tät der Be­dro­hung dras­tisch ver­än­dert. Wie er­le­ben die­je­ni­gen die Si­tua­ti­on, die der Gefahr täg­lich aus­ge­setzt sind? Welche Er­fah­run­gen brin­gen sie aus den Ein­sät­zen mit, und wie gehen sie damit um? In diesem Buch kommen erst­mals die Sol­da­ten selbst zu Wort. Ein Leben in stän­di­ger Be­dro­hung, das Gefühl der ei­ge­nen Macht­lo­sig­keit, der An­blick brutal er­mor­de­ter Men­schen – es sind jeden Tag Ex­trem­si­tua­tio­nen, denen sich Bun­des­wehr­sol­da­ten im Aus­lands­ein­satz stel­len müssen. Part­ner­schaf­ten leiden unter der langen Tren­nung, nicht selten zer­bre­chen die Fa­mi­li­en. Schlim­mer noch als phy­si­sche Ver­let­zun­gen wiegt oft die see­li­sche Ver­wun­dung: Die Zahl der Sol­da­ten, die an einer Post­trau­ma­ti­schen Be­las­tungs­stö­rung er­kran­ken, steigt kon­ti­nu­ier­lich.

Ute Su­san­ne Werner sprach ex­klu­siv mit Kriegs­heim­keh­rern aus Af­gha­nis­tan und dem ehe­ma­li­gen Ju­go­sla­wi­en. Dar­über hinaus in­ter­view­te sie die Mutter eines Sol­da­ten, einen Mi­li­tär­pfar­rer und den Po­li­ti­ker Win­fried Nacht­wei, der als Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter viele Male in Kriegs­ge­bie­ten war. Die Er­leb­nis­se haben bei ihnen allen Spuren hin­ter­las­sen; der Krieg, aus dem kol­lek­ti­ven Ge­dächt­nis der Bun­des­re­pu­blik lange ver­bannt, wird plötz­lich real.

Herausgeberin
Ute Susanne Werner, Jahrgang 1969, lebt in Berlin. Sie ist seit über 15 Jahren als Lektorin für Synchrontexte im Bereich Kino und Fernsehen tätig. Die Idee zu diesem Buch kam ihr beim Besuch eines Theaterstücks, das mit der Rückkehr amerikanischer Soldaten aus dem Irak einsetzt. Der Gedanke, wie es den Bundeswehrsoldaten nach ihrem Auslandseinsatz ergeht, ließ sie fortan nicht mehr los, und sie machte – gegen den Widerstand der Bundeswehr – Kriegsheimkehrer in ganz Deutschland ausfindig. Deren Erlebnisberichte hat sie in diesem Buch zusammengestellt.

Stim­men aus dem Buch:
»Ich bin kälter ge­wor­den. Ich habe vieles in mich hin­ein­ge­fres­sen; so man­ches konnte ich erst nach dem Ein­satz ver­ar­bei­ten.«

»Wir wurden von allen Seiten be­schos­sen und konn­ten uns nicht ver­tei­di­gen. Das nagt an einem, man fühlt sich ir­gend­wie aus­ge­lie­fert.«

»Ich leide ganz extrem, wenn mein Sohn im Ein­satz ist.«

»Wer im Ein­satz war, egal wo, und nach Hause zu­rück­kommt und sagt: Alles ist wie vorher, es hat sich nichts ver­än­dert – der lügt. Das gibt es nicht.«

Pressestimmen
»Die zu­sam­men­ge­tra­ge­nen Be­rich­te sind be­ein­dru­cken­de Zeug­nis­se von Men­schen, die erst­mals seit mehr als sechs Jahr­zehn­ten wieder mit ähn­li­chen psy­chi­schen Folgen zu­recht­kom­men müssen wie die Sol­da­ten nach Ende des Zwei­ten Welt­kriegs.« Das Erste, ttt – Titel, Thesen, Tem­pe­ra­men­te

»Ein be­mer­kens­wer­tes Buch.« NDR Kul­tur­jour­nal

ge­bun­den mit Schutz­um­schlag, 288 Seiten, Format 14 x 21,5 cm, ISBN: 978-3-7716-4438-3, EUR 19,95

(Grafikquelle; Textauszug: Verlag Fackelträger.de)

Ruhet in Frie­den, Sol­da­ten!

Samstag, 17. Juli 2010

Soldatenglück Kultur

Wie Po­li­tik und Bun­des­wehr die Wahr­heit über Af­gha­nis­tan ver­tusch­ten

• Brand­heiß und top­ak­tu­ell – das skan­da­lö­se Schei­tern von Bun­des­wehr und Po­li­tik in Af­gha­nis­tan
• Af­gha­nis­tan-Ex­per­ten be­rich­ten aus erster Hand, wovon die deut­sche Öf­fent­lich­keit nicht er­fah­ren darf
• Man­gel­haf­te Aus­bil­dung, schlech­te Aus­rüs­tung: Wie die Sol­da­ten im Stich ge­las­sen werden

»Wir bauen hier keine Schu­len, wir kämp­fen um unser Leben.« So die Worte eines deut­schen Sol­da­ten in Af­gha­nis­tan. Vorbei die Mär von der frie­dens­stif­ten­den Mis­si­on am Hin­du­kusch. Man­gel­haft aus­ge­rüs­tet, un­ge­nü­gend auf den Kriegs­ein­satz vor­be­rei­tet, zu wenig Trup­pen für die er­bit­ter­ten Ge­fech­te mit den Ta­li­ban – diese Wahr­hei­ten über die Bun­des­wehr wurden jah­re­lang ver­tuscht. Statt­des­sen wurden den Medien – und den Men­schen in Deutsch­land – win­ken­de, fröh­li­che Kinder, ge­bohr­te Brun­nen und neu ge­bau­te Mäd­chen­schu­len prä­sen­tiert.

»Hier gilt die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung« ist auf einem Schild im deut­schen Feld­la­ger Kunduz zu lesen; nur eines von vielen Sym­bo­len für die un­zäh­li­gen bü­ro­kra­ti­schen Regeln, mit denen sich die Bun­des­wehr in Af­gha­nis­tan jeden Tag her­um­schla­gen muss. Die Folge: zu­tiefst ver­un­si­cher­te und frus­trier­te Sol­da­ten. Die beiden Jour­na­lis­ten Julian Rei­chelt und Jan Meyer schil­dern, wie igno­ran­te Po­li­ti­ker und über­for­der­te Ge­ne­ra­le jah­re­lang die Wahr­heit über den Krieg in Af­gha­nis­tan ver­tusch­ten.

Autoren

Julian Rei­chelt, Jan MeyerJulian Rei­chelt, ge­bo­ren 1980 in Ham­burg, ist Che­f­re­por­ter für die bun­des­wei­te Aus­ga­be der Bild. Seit über fünf Jahren be­reist er die Krisen und Kriegs­ge­bie­te dieser Welt. Für seine Re­por­ta­ge über US-Fall­schirm­jä­ger wurde er 2008 mit dem Axel-Sprin­ger-Preis für junge Jour­na­lis­ten aus­ge­zeich­net. Zu­letzt er­schien von ihm bei Fa­ckel­trä­ger das Buch »Kriegs­re­por­ter« (2009).
Jan­ Mey­er, ge­bo­ren 1968 in Göt­tin­gen, ist Kor­re­spon­dent im Ber­li­ner Haupt­stadt­bü­ro der Bild. Zu­sam­men mit Julian Rei­chelt re­cher­chier­te er die Hin­ter­grün­de des Luft­an­griffs in Kunduz am 4. Sep­tem­ber 2009, die die Affäre um Oberst Klein mit ihren höchst po­li­ti­schen Folgen erst ins Rollen brach­ten.

Klap­pen­bro­schur, 224 Seiten, Format 14 x 21,5 cm, ISBN: 978-3-7716-4466-6, EUR 16,95

Dazu der BMVg.de Artikel “Zu Guttenberg: Debatte zum Afghanistan-Einsatz notwendig”
Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg war bei der Präsentation des Buches “Ruhet in Frieden, Soldaten!” und forderte einen breiten Diskurs über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan in der Bevölkerung.

“Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan wurde von Beginn an verharmlost”, erklärte der Verteidigungsminister vor rund 80 Journalistinnen und Journalisten in Berlin. “Es wurden Fehler gemacht.” Grund hierfür sei allerdings kein Vorsatz gewesen, sondern eher eine gemeinsamen Überforderung. “Die Soldaten fühlten sich deshalb im Stich gelassen”, so zu Guttenberg. Deshalb sei es so wichtig, dass die Debatte kontinuierlich fortgesetzt werde. “Ich habe einen Diskurs zu dem Thema gefordert und mittlerweile haben wir ihn”" stellte der Minister fest.

(Grafikquelle; Textauszug: Verlag Fackelträger.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de)

Meet the Germans – Typical German (Video)

Samstag, 17. Juli 2010

Soldatenglück Kultur

Typisch Deutsch

Ab wann ist etwas eigentlich typisch? Vielleicht, wenn fast alle Leute über diese Sache sagen: “Ja, ganz genauso ist das!” Was für Deutschland und die deutsche Gesellschaft typisch ist, wollen wir (das Goethe-Institut) mit Meet the Germans erkunden. Wir stellen Menschen in unterschiedlichen Lebenswelten vor und werfen einen Blick hinter die Kulissen deutscher Gewohnheiten.

 

What determines whether something is typical? Maybe when nearly everyone says: “Yes, that’s exactly how it is!” With Meet the Germans we want to explore what’s typical of Germany and German society. We’ll introduce people in different walks of life and try and find out what lies behind various German habits.

(Videoquelle, Textauszug: Gothe-Institut.de, Meet the Germans via YouTube)



Verfassungsgerichtspräsident liest “Krieg und Frieden”

Samstag, 10. Juli 2010

Soldatenglück Kultur

Andreas Voßkuhle: “Große Romane sind wichtiger als wissenschaftliche Bücher”

Der Präsident des Bundesverfassungsgericht, Andreas Voßkuhle, räumt klassischer Literatur und Krimis einen höheren Stellenwert als wissenschaftlichen Büchern ein. “Krimis sind für mich auch eine schöne Möglichkeit, über das Leben zu lernen, wie überhaupt Literatur den Zugang zur Welt eröffnet”, sagte der Verfassungsgerichtspräsident dem Magazin der in Bielefeld erscheinenden “Neuen Westfälischen” (Samstagausgabe). “Wenn ich mir die Frage stellte, wodurch ich mehr gelernt habe, durch wissenschaftliche Bücher oder Belletristik, würde ich fairerweise sagen müssen: durch große Romane”, so Voßkuhle. Aktuell liest der Gerichtspräsident Leo Tolstois “Krieg und Frieden”. “Das ist mein Ewigkeitsprojekt, große Romane zu lesen, um ein bisschen Weltliteratur zu durchforsten. Ab und zu streue ich Krimis ein, zuletzt ‘Verblendung’ von Steig Larsson”, so Voßkuhle. (Zitatende)

Berichtet die Neue Westfälische aus Bielefeld.

Eine breit angelegte Familienchronik, ein Gesellschaftsporträt und Sittenbild Russlands im 19. Jahrhundert: Buchstäblich vor dem Hintergrund von Krieg und Frieden entfaltet Tolstoi das ganze Spektrum menschlicher Gefühle, Triebkräfte und Verhaltensweisen. Mit seiner Vielschichtigkeit und den virtuos gezeichneten Figuren gehört Tolstois Roman zum Kanon der Weltliteratur.

(Textquelle kursiv: Neue Westfälische.de;
Grfaikquelle Buch: Thalia.at)

Die Wildgänse kommen – Kult bei afrikanischer Hitze ( Videos)

Freitag, 9. Juli 2010

Soldatenglück Kult(ur)

 

 

1978 wurde das militärische Abenteuer-Spektakel mit Männlichkeits- und Kameradschafts-Getue in Großbritannien und der Schweiz produziert (von Euan Lloyd) und größtenteils in Südafrika gedreht mit den Schauspielern Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris, Hardy Krüger und anderen. Als Kino-Geschichte einer Söldnertruppe, die eine Kommando-Befreiungsaktion in Afrika vorbereitet und verlustreich durchführt mit gestürtzer Regierung und Abbaurechten für Bodenschätze als ökonomische Hintergrund-Story, bekam der 129 minütige Film mit leichtem Thrill Kultstatus bei Freunden des Genres – die Wildgänse (The Wild Geese) kommen.
Heute ist “Die Wildgänse kommen” wegen der Darstellung der Arikaner und der hemmungslosen, rassistischen Vorgehensweise der Filmhelden umstritten. Der deutsche Darsteller Hardy Krüger distanzierte von seiner Rolle, nachdem der fertige Schnitt des Kinofilms und Kassenschlagers ein kritisches Hinterfragen des Söldnertums oder ein Blick auf die tatsächlichen sozialen und politischen Verhältnisse auf dem afrikanischen Kontinent verstellte.
Ein Vorgeschmack auf die Privaten Militär- und Sicherheitsfirmen aus Großbritannien und den USA sowie mittlerweile aus Deutschland bei der Durchsetzung ökonomischer oder geopolitischer Interessen durch nichtstaatliche Söldner, die bis heute weltweit zum Einsatz kommen.
Der Film erhielt im Jahr 1980 für seinen kommerziellen Erfolg die “Goldene Leinwand”.
Als Wildgänse (Wild Geese) bezeichnete man Iren, die im 17./18. Jahrhundert in europäischen Armeen unter fremder Flagge kämpften.

(Videoquelle: via YouTube)

Warum Soldaten?

Mittwoch, 7. Juli 2010

Soldatenglück Kultur

Mit der Ausstellung “Warum Soldaten” wollen studierende Soldaten der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) den Diskurs über die Rolle der Streitkräfte in Deutschland neu entfachen. 1500 Passanten und Vertreter des öffentlichen Lebens wurden über die Rolle der Bundeswehr befragt, 500 Antworten kamen, ihnen wurden 500 Soldaten-Portraits gegenübergestellt.
Die Ausstellung wurde am 05. Juli von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Bundespresseamt in Berlins politischer Mitte eröffnet.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Juli 2010 im Bundespresseamt, Dorotheenstraße 84, Eingang vom Reichtsagufer aus, in 10117 Berlin zu sehen. Anschließend soll sie in vielen weiteren Städten gezeigt werden. Interessierte Aussteller können sich unter der Email-Adresse warum-soldaten@hsu-hh.de melden.

“Warum Soldaten” – Studierende der Helmut-Schmidt-Universität konzipieren Ausstellung bei Streitkräftebasis.de;

“Warum Soldaten?” – Soldaten geben Anstoß für einen gesellschaftlichen Diskurs bei BMVg.de.

Nachtrag: Dazu dieser Artikel bei tagesspiegel.de Rolle der Bundeswehr “Warum Soldaten?”

(Bilderquelle: Bundeswehr.de)

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für israelischen Autor David Grossman (Video)

Sonntag, 13. Juni 2010

Soldatenglück Kultur

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den israelischen Schriftsteller David Grossman. Der 56-jährige Autor setze sich aktiv für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein, hieß es vom Stiftungsrat in Frankfurt am Main. Die Jury würdigte vor allem Grossmans Roman “Eine Frau flieht vor einer Nachricht”.

Begründung des Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels:
“Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2010 David Grossman und ehrt damit den israelischen Schriftsteller, der sich aktiv für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. In seinen Romanen, Essays und Erzählungen versucht er, nicht nur die eigene, sondern immer auch die Haltung der jeweils Andersdenkenden zu verstehen und zu beschreiben. David Grossman gibt dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird. Seine Bücher zeigen, dass die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden kann. In seinem Hauptwerk “Eine Frau flieht vor einer Nachricht” zeigt David Grossman die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warnt vor ihrer zunehmenden Militarisierung. So bietet er inmitten einer Realität von Willkür, Zwang und Entfremdung Auswege aus dem jetzigen Zustand der Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Frieden befindet.”

Die deutsche Bundesregierung und die parlamentarische Opposition begrüßten die Entscheidung ausnahmsweise einhellig. Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert formuliert Deutschland betreffend den Kulturbegriff so: “Kunst und Kultur sind nicht die sympathische Nische unsere Gesellschaft, sondern das Eigentliche, das sie zusammenhält”. Israel und Palästina sind zwei unterschiedliche Kulturen und verschiedene Religionskreise auf einem “gemeinsamen” Territorium, darum ist es wichtig, dass Kulturschaffende wie David Grossmann sich dem Dialog und der Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern als Brücke der Kulturen annehmen. Soldatenglück.de berichtete bereits im September 2009 über David Grossmann und sein aktuelles Buch, eine Familiengeschichte und zugleich das Psychogramm einer traumatisierten Nation: “Eine Frau flieht vor einer Nachricht” von David Grossman (Videos)

David Grossman, geboren am 25.Januar 1954 in Jerusalem/Israel, zählt zu den einflussreichsten Schriftstellern und Journalisten Israels. In seinen Romanen und Erzählungen, Essays und Kinderbüchern, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, setzt er sich vor allem mit der Identität seines Landes und dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinander. Er beteiligt sich zudem aktiv an der politischen Debatte um eine friedliche Lösung im Nahen Osten.

Bereits während seines Studiums der Philosophie und Theaterwissenschaften arbeitet David Grossman als Nachrichtenredakteur, Hörspielautor und -sprecher beim israelischen Rundfunk. 1983 veröffentlicht er mit “Das Lächeln des Lammes” (dt. 1988) seinen ersten Roman. Mit dem 1986 erscheinenden Roman “Stichwort: Liebe” (dt. 1991) über die zweite nachfolgende Generation der Opfer der Shoah und der Reportagensammlung “Der gelbe Wind” (1987, dt. 1988) über das Verhältnis zwischen Israelis und Arabern wird er weltweit bekannt. Als er sich 1988 weigert, seine Berichterstattung über die Unabhängigkeitserklärung der Palästinenser zensieren zu lassen, bei der Jassir Arafat erstmals indirekt von einem Existenzrecht Israels spricht, wird Grossman fristlos entlassen. Fortan konzentriert er sich auf die Schriftstellerei und veröffentlicht in den folgenden Jahren zahlreiche Kinder- und Jugendbücher sowie Romane, in denen er die Komplexität des Lebens in der heutigen Welt beschreibt. Zunehmend setzt er sich als Unterstützer der Genfer Initiative auch in seinen politischen Kommentaren für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ein und dokumentiert in der Essaysammlung „Diesen Krieg kann keiner gewinnen“ (2003) seine wachsende Enttäuschung darüber, dass der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern nicht gelöst wird.

Bei Ausbruch des Zweiten Libanonkriegs 2006 fordert David Grossman mit anderen Schriftstellern eine Waffenruhe zwischen Israel und Libanon. Einige Tage später wird sein Sohn Uri von einer Rakete der Hisbollah getötet. Diese leidvolle Erfahrung versucht er in seinem Roman “Eine Frau flieht vor einer Nachricht” (2008, dt. 2009) zu verarbeiten. In dem als sein epochales Hauptwerk bezeichneten Roman erzählt er von einer Frau und ihrem verzweifelten Versuch, sich und ihr Familienleben vor der harten und gewalttätigen Realität zu schützen, und verwebt ihre Erlebnisse auf der Reise durch Israel mit ihren Erinnerungen und den politischen Ereignissen. Auf eindrückliche Weise zeigt er dabei, wie das Schicksal der Menschen in Israel unauflöslich mit Politik und Krieg verbunden ist.

David Grossman hat für seine schriftstellerisches Werk und sein politisches Engagement zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Nelly-Sachs-Preis (1991), Premio Mondello (Italien, 1996), Manès Sperber-Preis (2002), Bialik Prize (Israel, 2004), Emet-Prize (Israel, 2007), Geschwister-Scholl-Preis (2008) und den Albatros-Preis (2010).

David Grossman ist verheiratet und hat drei Kinder, er lebt in Mevaseret Zion, einem Vorort von Jerusalem.

 

Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 10. Oktober 2010, in der Paulskirche statt und wird live in der ARD übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

(Textauszüge: Börsenverein des Deutschen Buchhandels.de;
Grafikquelle:  Hanser Literaturverlag.de;
Videoquelle: 3sat KULTURZEIT via YouTube)

Lili Marleen – Die Geschichte eines Liedes von der Liebe und vom Tod (Video)

Freitag, 11. Juni 2010

Soldatenglück Kultur

Buch von Rosa Sala Rose

1915 hatte Hans Leip die Verse verfasst. 1938 schrieb der Komponist Norbert Schultze eine Melodie dazu, wie übrigens auch zu ›Bomben auf Engeland‹ und ›Panzer rollen in Afrika vor‹. Er war mit Lale Andersen bekannt. Es entstand eine Platte, die zum Misserfolg wurde. 1941 fiel sie in die Hände von Richard Kistenmacher, der in Belgrad einen Soldatensender betrieb, dessen Aufgabe es war, möglichst patriotische Grüße von Verwandten an Soldaten zu verlesen und dazwischen heitere Musik zu spielen. Er legte das Lied auf. Sein Vorgesetzter verbot es ihm. Der Sender wurde mit Protestbriefen überschüttet. Von da an kam das Lied jeden Tag um 21.55 Uhr, und die Soldaten versammelten sich vor dem Radio und dachten an zu Hause. Die britischen Soldaten, die den Sender hören konnten, taten es auch. Spätestens 1943, als Marlene Dietrich mit der englischen Version auf Tour ging, wurde das Lied “the biggest hit of World War II”. Und in Abwandlungen zum Kampflied gegen Hitler. Die Erfolgsgeschichte war nach dem Krieg nicht zu Ende.

Rosa Sala Rose, Jahrgang 1969, ist eine spanische Germanistin mit einer deutschen Mutter, zweisprachig aufgewachsen, lebt in Barcelona. Sie hat bereits einiges veröffentlicht und unter anderem mehrere Übersetzungen von Goethe-Werken ins Spanische besorgt. Im Wintersemester 07/08 hatte sie eine Gastprofessur an der Universität Münster.

»Vor der Kaserne/ Vor dem großen Tor/ stand eine Laterne und steht sie noch davor…« Zu diesen Klängen weinten, beteten, hofften und starben die Soldaten an der Front. Mehr dazu im dtv-Magazin.

Rosa Sala Rose
Lili Marleen
dtv premium
Wie ein deutsches Soldatenlied zum Welterfolg wurde.
Preis: Euro 19,90, ISBN 978-3-423-24801-3

 

Interpretation von “Lili Marleen” des Marinemusikkorps Nordsee im Dezember 2007.

(Textauszüge, Bildgrafikquelle: Deutscher Taschebuch Verlag, dtv.de;
Videoquelle: via YouTube)

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