Friedensgutachten 2012 von BICC, IFSH, HSFK und FEST: Drohnen ächten, Finanzkrise Gefahr für Europa …
Dienstag, 22. Mai 2012Die deutschen Friedensforscher haben bei der Vorstellung des Friedengutachtens 2012 von BICC, IFSH, HSFK und FEST die Ächtung von Drohnen verlangt. Der vermehrte Einsatz der ferngesteuerte unbemannten Kleinflugzeuge für Kampfeinsätze minimierten eigenen Todesopfer und senkten so die Hemmschwelle zur Wahl militärischer Gewalt, bemängelten die Wissenschaftler. “Gezielte Tötungen von Verdächtigen verstärken den irregulären Charakter”, hiet es weiter bei der Vorstellung des Friedensgutachten in Berlin.
Die Wissenschaftler der vier großen Frieden- und Konfliktforschungssinstitute forderten die Bundesregierung auf, sich für eine Ächtung von Kampf-Drohnen einzusetzen.
Deutschland hat mit der Bundeswehr bisher nur Beobachtungs-Drohnen im Einsatz, insbesondere die USA setzen bewaffnete Drohnen (Bild unten; Predator) zur Bekämpfung von Zielen und Gegnern ein.
Die Friedensforscher sehen in der Finanzkrise eine Friedensgefahr in Europa. Die Wirtschaft- und Finanzkrise kann auch Sicht der Forschungsinstitute den inneren Frieden in Europa gefährden – Stichwort Griechenland (Bild unten), Italien oder Spanien. Nach Einschätzung der Hamburger Friedensforscherin Margret Johannsen führt der “eklatante Mangel an Solidarität” zu einer wachsenden Fremdenfeindlichkeit.
Es bestehe die Gefahr, dass das aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs erwachsene Friedensprojekt Europa auseinanderbreche, so Johannsen bei der Vorstellung des Gutachtens der vier Institute.
Hintergrund bei IFSH.de:
Friedensgutachten 2012
Das Friedensgutachten 2012 befasst sich mit den globalen Machtverschiebungen und ihren Auswirkungen auf deutsche und europäische Friedenspolitik. Die Dominanz des transatlantischen Bündnisses ist angeschlagen. Es ist dabei, in Afghanistan seinen ersten Krieg zu verlieren. Der Westen ist absorbiert von seiner Finanz-, Schulden- und Wirtschaftskrise, während die BRICS-Staaten, allen voran China, immer selbstbewusster auftreten. Wir leben in einer Ära des Übergangs. Die Bedeutung der pazifischen Region nimmt zu.
Staatliche Macht diffundiert zusehends zu nichtstaatlichen Akteuren: “Die Märkte” erscheinen als Subjekt, Ratingagenturen treiben Staaten und die ganze EU vor sich her; grenzüberschreitende Kriminalität fordert wachsende Opferzahlen; der transnationale Terrorismus ist keinesfalls am Ende. Diese Tendenzen entziehen sich staatlicher Kontrolle, sie verlangen nach neuen Formen kooperativer Gegenwehr. Zudem durchdringen Informations- und Kommunikationsmedien immer mehr Lebensbereiche. Die Steuerungsfähigkeit, sei es der Staaten, sei es des internationalen Systems, steht vielfach in Frage. Neue soziale Bewegungen deuten auf erwachendes zivilgesellschaftliches Selbstbewusstsein und Engagement.
Der Schwerpunkt thematisiert die Verunsicherungen, die mit beiden Dimensionen der Machtverschiebung einhergehen. Und wir entwerfen friedenspolitische Lösungsstrategien.
Auch der Süden muss sich mit einschneidenden Veränderungen auseinandersetzen. Was wird aus dem Arabischen Frühling? Revolutionen, Bürgerkriege und ständig eskalierende Kriegsdrohungen im Nahen und Mittleren Osten halten die Welt in Atem und verlangen nach kritischer Analyse, Reflexion und kluger Politik.
Das Friedensgutachten 2012 wird im Auftrag der vier Institute herausgegeben von Bruno Schoch, Corinna Hauswedell, Janet Kursawe und Margret Johannsen. Es wird wie schon in den letzten Jahren von der Deutschen Stiftung Friedensforschung gefördert.
Inhalt | PDF
Vorwort | PDF
Presseerklärung des IFSH
Stellungnahme | PDF
Zusammenfassungen | PDF
[Textquelle kursiv: IFSH.de;
Bilderquellen: White House.gov, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei U.S. Präsident Barack Obama im Weißen Haus anlässlich Ihres USA-Besuches zur Verleihung Medal of Freedom an Sie am 07. Juni 2011 in Washington D.C./USA;
Defence.gov, US-Drohne Predator;
CIA.gov: an Evzone (member of the Presidential Guard) at the Tomb of the Unknown Soldier in Syntagma Square, Athens]
















