Archiv für die Kategorie 'Sicherheitspolitik'

Verbotsvertrag für Streumunition tritt in Kraft (Video)

Freitag, 30. Juli 2010

Cluster Bombs

Am 01.08. 2010 tritt die Konvention zu Streumunition in Kraft. Bislang haben 107 Staaten die Konvention unterzeichnet. Die völkerrechtlich verbindliche Konvention sieht ein vollständiges Verbot aller bislang eingesetzten Streumunitionen vor und beinhaltet umfassende humanitäre Verpflichtungen in Bezug auf Opferhilfe und die Räumung von Blindgängern. Streumunitionen haben bislang vermutlich über 100.000 Opfer gefordert. Die USA und Russland gehören zu den Staaten, die die Konvention nicht unterzeichnet haben und in der Vergangenheit immer wieder Gebrauch von Streumunition gemacht haben. Insgesamt haben 18 der 26 NATO-Staaten bzw. 20 der 27 Mitglieder der Europäischen Union das Verbot unterzeichnet. Die Slowakei, Griechenland, Finnland, Polen und Rumänien gehören nicht dazu.

Die im Aktionsbündnis Landmine.de zusammengeschlossenen Nichtregierungsorganisationen betrachten die Konvention als wichtigsten Beitrag zur humanitären Rüstungskontrolle der letzten 10 Jahre und begrüßen, dass auch Deutschland diesem Vertrag beigetreten ist. Die Bundeswehr hat bereits im Jahr 2009 annähernd 4,5 Mio. ihrer 50 Mio. Streumunitionen vernichtet.

“Nachdem wir die Verbotsverträge erreicht haben, ist es jetzt unsere Aufgabe, auf die Umsetzung aller Vertragsverpflichtungen zu drängen”, gibt der Geschäftsführer von Handicap International, François De Keersmaeker zu bedenken. “Wir benötigen für besonders betroffene Länder wie Laos oder Vietnam einfach mehr Mittel für Opferhilfe und Räumung,” sagt Marion Gnanko von SODI.

Klärungsbedarf sieht das Aktionsbündnis zudem in Bezug auf nicht eindeutig formulierte Paragrafen der Konvention.

“Die Konvention und das neu gefasste Kriegswaffenkontrollgesetz verbieten unseres Erachtens jegliche Förderung der Herstellung”, betont Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis. “Dies bedeutet, es besteht sowohl ein Verbot für Investitionen in die Herstellung von Streumunition als auch für die Herstellung von Komponenten,” so Küchenmeister. Das Aktionsbündnis fordert deshalb Finanzdienstleister, Banken und alle Vertragsstaaten eindringlich auf, die Verbotsvorschriften der Konvention (hier besonders Artikel 1c) umfassend umzusetzen, sieht aber in Bezug auf die Konvention und das Kriegswaffenkontrollgesetz Präzisionsbedarf: “Das sowohl in der Konvention als auch im Kriegswaffenkontrollgesetz festgeschriebene Verbot jeglicher Förderung der Herstellung von Streumunition muss in Bezug auf ein explizites Verbot von Beteiligungen, Krediten, Anleihen und anderen finanziellen Dienstleistungen bzw. der Komponentenfertigung präzisiert werden,” fordert Küchenmeister.

Artikel 21 der Konvention erlaubt den Vertragsstaaten auch weiterhin an gemeinsamen Militäraktionen mit Nicht-Vertragsstaaten (z.B. den USA) teilnehmen zu können, in denen diese Streumunition einsetzen. Vom Verbot ausgeschlossen bleiben außerdem Streuminen und sensorgezündete Flächenmunition (z.B. SMArt-155).

Das Aktionsbündnis Landmine.de und SODI führen am Sonntag, 01. August 2010 ab 13:00 Uhr in Berlin vor den Botschaften der USA und der Russischen Föderation die Aktion BEAT THE DRUM durch. Handicap International organisiert gemeinsam mit bundesweiten Partnern seit dem 17. Juli bis zum 10. August Aktionen in Augsburg, Rosenheim, München, Frankfurt und Hamburg.

(Textquelle kursiv: Aktionsbündnis Landmine.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de; Videoquelle: Deutsches Rotes Kreuz.de, Das Rote Kreuz setzt sich seit Jahren für ein Verbot von Streubomben ein und unterstützt die traumatisierten Opfer.)

 

Hintergrund:
Streumunition ist eine Flächenwaffe, die mittels einer hohen Anzahl von explosiven Submunitionen (von meist cirka 100 bis 1.000) in einem vorgegebenen Zielgebiet von bis zu cirka 1.000 mal 1.000 Metern unterschiedslos alles zerstört, was getroffen wird. Dabei hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass viele Submunitionen beim Aufprall nicht explodiert sind, sondern als Versager am Boden eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung nach Ende des bewaffneten Konfliktes darstellten.

Am 03. Dezember 2008 haben 111 Staaten in Oslo/Norwegen den internationalen Vertrag über ein Verbot von Streumunition unterzeichnet, darunter auch Deutschland. Mit der Unterzeichnung kommt der so genannte “Oslo-Prozess”, der Anfang 2007 von Norwegen initiiert wurde, zu einem erfolgreichen Abschluss. Deutschland übernimmt bei den Bemühungen um ein wirksames Streumunitionsverbot eine Vorreiterrolle.
Das “Übereinkommen zu Streumunition”, das am 30. Mai 2008 in Dublin/Irland von 111 Staaten geschlossen wurde und am 3. Dezember 2008 im Rathaus zu Oslo unterzeichnet worden ist, sieht vor, die Bestände an Streumunition innerhalb von acht Jahren zu zerstören. Jahresabrüstungsbericht 2008 der Bundesregierung

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SWP-Studie: Piraterie und maritime Sicherheit

Dienstag, 27. Juli 2010

Fallstudien zu Afrika, Südostasien und Lateinamerika
sowie Beiträge zu politischen, militärischen, rechtlichen
und ökonomischen Aspekten

von Stefan Mair (Herausgeber)

Die maritime Sicherheit hat in den vergangenen 15 Jahren erheblich gelitten; die Zahl der Übergriffe auf Schiffe und Einrichtungen der maritimen Wirtschaft ist deutlich gestiegen. Allerdings hat sich der Schwerpunkt solcher Vorfälle verlagert – weg von der Straße von Malakka und Südostasien hin zum Golf von Aden und dem Somali-Becken. Trotz der hohen Prominenz, die das Thema mittlerweile in der europäischen Öffentlichkeit erreicht hat, halten sich die unmittelbaren gesamtwirtschaftlichen Kosten der Überfälle vergleichsweise in Grenzen. Piraterie und ein Mangel an maritimer Sicherheit rufen die internationale Gemeinschaft vor allem dann auf den Plan, wenn sie nicht nur direkte wirtschaftliche Kosten verursachen, sondern sich in eine schwer zu überblickende Gemengelage regionaler Unsicherheit einfügen, die weitere Gebiete in Mitleidenschaft ziehen könnte. Dann ist die militärische Bekämpfung von Piraterie eine zentrale Maßnahme, um der Ausdehnung dieses Problems entgegenzuwirken. Dennoch wird ein rein militärischer Einsatz nicht ausreichen, um der Gefahr der Piraterie am Golf von Aden, im Somali-Becken und andernorts zu begegnen. Multilaterales, grenzüberschreitendes Engagement zur Lösung politischer Konflikte und zur Herstellung effektiver Staatlichkeit ist – wie in den Anrainerstaaten der Straße von Malakka – der entscheidende Hebel, um Seeräuberei und maritime Unsicherheit zu bekämpfen.

zur vollständigen SWP-Studie 2010/S 18, Juli 2010, 104 Seiten

Weitere SWP-Studien zur Sicherheitspolitik bei/via Soldatenglück.de.

(Textquelle, SWP-Grafik: Stiftung Wissenschaft und Politik.de;
Grafikquelle: Weltweite Piraterie-Karte, GNU-Lizenz für freie Dokumentation “Lencer”;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Fregatte BRANDENBURG F 215 geleitet Handelsschiff, Marinesoldaten der Fregatte RHEINLAND-PFALZ F209 nehmen vor Somalia Piraten in Gewahrsam)

SWP-Studie: Statebuilding in der Legitimitätskrise

Montag, 19. Juli 2010

 

Alternativen sind gefragt

von Lars Brozus

Seit Jahren engagiert sich Deutschland im Rahmen internationaler Missionen beim Staatsaufbau in Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und Kosovo. Ziel der Einsätze ist der Aufbau moderner Staatlichkeit auf der Grundlage einer umfassenden Transformation von Staat und Gesellschaft. Diese trifft auf vielfältigen Widerstand, der den Erfolg der Missionen gefährdet. Mit ausbleibendem Erfolg schwindet die öffentliche und politische Unterstützung in den am Staatsaufbau beteiligten Nationen. Inzwischen wird die Legitimität von Statebuilding grundsätzlich in Frage gestellt. Die vorgeschlagene Alternative verbindet effektives und legitimes Regieren durch staatliche und nichtstaatliche Akteure auf lokaler und internationaler Ebene. Dadurch wird das Recht auf Selbstbestimmung gestärkt und die Wirksamkeit des Regierens sichergestellt.

zur vollständigen SWP-Aktuell 2010/A 52, Juni 2010, 4 Seiten

Weitere SWP-Studien zur Sicherheitspolitik bei/via Soldatenglück.de.

(Textquelle, SWP-Grafik: Stiftung Wissenschaft und Politik.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int, (weiter…)

SWP-Studie: Die Gaza-Blockade beenden

Montag, 28. Juni 2010

- aber wie?

von Muriel Asseburg

Ende Mai 2010 erfuhr die nunmehr seit vier Jahren andauernde Blockade des Gaza-Streifens endlich, wenn auch auf tragische Art und Weise, die gebührende internationale Aufmerksamkeit. Die Blockade hat die ansässige Bevölkerung in eine katastrophale humanitäre Lage gebracht und sie vollständig von internationalen Hilfslieferungen und der Hamas abhängig gemacht. Zugleich ist es Israel nicht gelungen, die Hamas nachhaltig zu schwächen oder gar einen Regimewechsel herbeizuführen. Ebenso wenig hat Israel erreicht, den 2006 entführten Soldaten Gilad Schalit zu befreien oder den Waffenschmuggel in das Gebiet zu verhindern. Tatsächlich konnte die Hamas ihre Kontrolle weiter ausbauen. Damit hat sich die Blockade als kontraproduktiv erwiesen. Eine bloße Lockerung, wie jetzt von Israel angekündigt, oder eine temporäre Öffnung der Grenzübergänge seitens Ägyptens sind keine Lösung des Problems. Um Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen und die Bevölkerung des Gaza-Streifens aus der Kollektivhaft zu befreien, müssen die Übergänge dauerhaft und verlässlich für Personen und Waren geöffnet werden. Ohne Einbindung der De facto-Regierung in Gaza dürfte dies jedoch nicht gelingen.

zur vollständigen Studie SWP-Aktuell 2010/A 51, Juni 2010, 4 Seiten

Weitere SWP-Studien zur Sicherheitspolitik bei Soldatenglück.de.

(Textquelle, SWP-Grafik: Stiftung Wissenschaft und Politik.de;
Kartengrafikquelle: UN OCHA oPt.org)
Grafik-, Bilderquelle: Free Gaza.org
;
Bildquelle unten: Israel Defence Forces.il)

Deutscher Wissenschaftler dämpft Euphorie über Bodenschätze am Hindukusch

Donnerstag, 17. Juni 2010

Freibrger Wissenschaftler: Bodenschätze in Afghanistan sind “Schnee von gestern”

Die zu Wochenbeginn von den USA verbreiteten neuen Erkenntnisse über ungeheuere Mengen von Bodenschätzen in Afghanistan sind von einem Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg als Schnee von gestern bewertet worden. Lothar Ratschbacher, Professor am Institut für Geologie, stellte im Gespräch mit der in Chemnitz erscheinenden “Freien Presse” klar, dass lediglich eine Neubewertung von Erkenntnissen aus den 1960er und 1970er Jahren erfolgt sei. Sowohl deutsche, vor allem aber Wissenschaftler der Sowjetunion hätten die Region damals geologisch erforscht. Die TU Bergakademie, die auf dem Weg ist, sich als Ressourcen-Universität zu etablieren, sei gegenwärtig in ein Forschungsprojekt zur Entstehung des Pamir-Tibet-Plateaus eingebunden. Die Wissenschaftler wollen erkunden, wie das größte Plateau der Erde entstanden ist, um daraus Rückschlüsse auf mögliche Lagerstätten zu ziehen. Weitere geologische Expeditionen Freiberger Forschen starten in Kürze. Sie wollen 1,5 Tonnen Gesteinsproben nach Freiberg holen und analysieren. 2011 ist ein Projekt direkt in Afghanistan geplant.

In der Folge stellt “Freie Presse” das in der Ausgabe vom 17. Juni erscheinende Interview zur Verfügung.

Wissenschaftler dämpft Euphorie über Goldrausch am Hindukusch

TU Bergakademie Freiberg befasst sich seit Jahren mit Bodenschätzen im Pamir – Im Sommer startet neue Expedition

Freiberg. Die Nachricht von “einem atemberaubenden Potenzial” an Bodenschätzen in Afghanistan ist an der TU Bergakademie eher verhalten aufgenommen worden. Die sächsische Einrichtung, die sich als die Ressourcenuniversität Deutschlands etabliert, befasst sich schon lange mit der Geologie dieser Region. Maßgeblich daran beteiligt ist Lothar Ratschbacher von der Professur für Tektonik. Er arbeitet seit 1999 in Freiberg. Mit dem Österreicher sprach gestern Gabi Thieme.

Freie Presse: Warum schmunzeln Sie bei so sensationellen Meldungen? Lothar Ratschbacher: Erstens gab es keine neuen Untersuchungen durch amerikanische Geologen. Und schon gar nicht wurden systematische Untersuchungen vor Ort durchgeführt. Es ist vielmehr eine wissenschaftliche Neubewertung geologischen Materials, vor allem von Karten, aus der Zeit der Sowjetunion erfolgt. Die UdSSR hatte Afghanistan vor allem in den 1970er Jahren systematisch geologisch erforscht – übrigens aufbauend auf deutschen Arbeiten, die vor allem in den 1960er Jahren, in einer friedlicheren Epoche in Afghanistan, durchgeführt wurden. Die jetzt verbreiteten Untersuchungen führte der geologischen Dienst der USA durch, das ist eine Art Bundesanstalt für Rohstoffe und Geowissenschaften der Vereinten Staaten. Dazu kamen noch neuere Untersuchungen aus der Luft mittels Satellit und Flugzeug, die aber für eine Bewertung von Mineralvorkommen nicht aussagekräftig sind.

Freie Presse: Was uns als Neuigkeiten mitgeteilt wurde, ist also für Sie Schnee von gestern? Ratschbacher: So ungefähr. Das ergibt sich daraus, dass die geologischen Bedingungen Afghanistans auch in den Ländern Tadschikistan, im Nordteil Pakistans und im Westen Chinas anzutreffen sind. Und diese Gebiete kennt man und kennen wir viel besser als Afghanistan.

Freie Presse: Woher kennen Sie die? Ratschbacher: Meine Gruppe arbeitet seit 1993 im angrenzenden Pamirgebirge, das zu Tadschikistan, Kirgistan und China gehört. Zurzeit laufen dort zwei Projekte. Eines ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt, in dem Wissenschaftler der Universitäten Freiberg, Jena und vom Geoforschungszentrum Potsdam geologische und geophysikalische Untersuchungen zur Entstehung des Pamir-Tibet-Plateaus durchführen.

Freie Presse: Was hat das mit Erkenntnissen über vermutete Rohstoffvorkommen zu tun? Ratschbacher: Nur wenn man weiß, wie ein Gebirge oder in diesem Fall das größte Plateau der Erde entstanden ist, weiß man um die Prozesse, die zur Bildung einer Lagerstätte führen und wo sich solche befinden. Bestimmte Vorkommen gibt es nur in ganz bestimmten Gesteinen.

Freie Presse: Sie sprachen gerade von zwei Forschungsprojekten? Ratschbacher: Ja, in diesen Wochen ist ferner eine zehnköpfige Freiberger Gruppe im afghanisch-tadschikischen Becken unterwegs. Diese Forschung wird von der französischen Ölfirma Total finanziert und zielt auf eine Analyse möglicher Erdgasvorkommen. Man versucht, die Vorkommen neu zu bewerten. Ölkonzerne müssen langfristig, also fünf bis zehn Jahre im Voraus planen, genau abwägen, ob und wann sie die Konzession zur Förderung erwerben.

Freie Presse: Reiche Mineralvorkommen sind nur ein Aspekt. Der wirtschaftliche Abbau und Verkauf sowie die politische Situation der andere. Ratschbacher: So ist es. Das sieht man auch daran, dass zurzeit kein Bergbau in jenen Bereichen Tadschikistans, Pakistans und Chinas betrieben wird, die ähnliche geologische Bedingungen wie Afghanistan aufweisen. Aktive Gold- und Kupferminen finden sich nur weiter nördlich im Tien Shan. Am Tibetplateau gibt es auch bedeutende Salzseen. Sie enthalten Lithium, den Rohstoff der Zukunft. Die Seen liegen in etwa 5000 Meter Höhe. Viele Gebiete des Plateaus sind so unzugänglich, dass dort bisher viel weniger Menschen als in der Antarktis waren. Es ist unglaublich aufwändig, diese Lagerstätten zu erforschen, zu erschließen und wirtschaftlich zu betreiben. Selbst dann, wenn es eine große Nachfrage aus dem Boomland China gibt.

Freie Presse: Haben Sie noch mehr solcher Beispiele? Ratschbacher: Reiche, bereits genau untersuchte Kupfer- und Goldvorkommen gibt es zum Beispiel in Südtibet, in geologischen Gebieten, wie man sie auch in Afghanistan findet. Aber auch diese werden zurzeit nicht weiter aufgeschlossen, obwohl bereits eine neue Bahnlinie diesen Raum mit Westchina verbindet.

Freie Presse: Warum nicht? Ratschbacher: Dazu müssen der Weltmarktpreis steigen und sich die chinesische Politik ändern. Denn China behält sich ganz bewusst strategische Reserven vor. Für Afghanistan gilt, dass dort zuerst einmal die Infrastruktur aufgebaut werden muss, um nach einer langen Phase der Neuerkundung und Erschließung zu einer wirtschaftlichen sinnvollen Verwertung zu kommen. Dort fehlt es an allem.

Freie Presse: Dazu kommt doch sicher auch die politische Situation? Ratschbacher: Auf jeden Fall. Total weiß genau, dass es auch mittelfristig keinen Sinn macht, Erdgas aus dem afghanisch-tadschikischen Becken zu fördern, da es problematisch ist, die Vorräte zu vermarkten. Die Firma finanziert nur eine Ausweitung unserer Grundlagenforschung. Im Fall von politisch-ökonomischen Änderungen will man aber reagieren können.

Freie Presse: Sie werden in Kürze wieder in diese Region reisen? Ratschbacher: Es werden in diesem Sommer drei Gruppen zeitversetzt jeweils drei bis vier Wochen unterwegs sein. Sie arbeiten genau nordwestlich der gold-, eisen- und kupferreichen afghanischen Provinzen Badachshan und Wachan, und zwar in der tadschikischen Provinz Gorny-Badakshan. Wir werden Gesteinsproben entnehmen und pro Expedition etwa eine halbe Tonne als Luftfracht mit nach Freiberg bringen. Die Proben werden dann hier analysiert. Das alles ist ein auf 1,5 Jahre angelegtes Forschungsprojekt.

Freie Presse: Und 2011 steht tatsächlich Afghanistan auf dem Plan? Ratschbacher: Wir sind natürlich nicht lebensmüde und werden uns als Geologen nicht in verminte Gebiete begeben. Wir planen eine Expedition in die afghanische Provinz Wachan. Das ist ein Korridor, in dem es keine Kämpfe gibt. Wir arbeiten dazu auch mit der Aga-Khan-Stiftung zusammen. Das ist eine nichtstaatliche Entwicklungshilfsorganisation, die neben Schulen dort auch eine neue Universität baut. Wir bilden in Freiberg zum Beispiel Wissenschaftler aus diesen zentralasiatischen Ländern aus, die dort als Dozenten arbeiten werden. (Zitatende)

Berichtet die Freie Presse aus Chemnitz in Sachsen.

Soldatenglück.de berichtet über die Bodenschätze in Afghanistan.

(Textquelle kurisv: Freie Presse.de;
Bilderquellen:
NATO.ISAF.int, Überflug mit ISAF-Helikopter
CIA.gov, Band-e-Amir in Bamyan Province is Afghanistan’s first national park; it consists of six spectacular turquoise lakes separated by natural dams of travertine)



Kein Aufschwung für Afghanistan (Video)

Mittwoch, 16. Juni 2010

 

Von den neu entdeckten Rohstoffvorkommen werde die Bevölkerung keinen wirtschaftlichen Fortschritt haben, vielmehr werde nur “eine kleine Gruppe von Politikern profitieren”, sagt Citha Maaß, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Soldatenglück.de berichtet über die Bodenschätze in Afghanistan.

(Videoquelle: ZDF Morgenmagazin vom 16. Juni 2010 via YouTube-Kanal Soldatenglück)

Einsatzkräfte zwischen Fähigkeitslücken und Sparzwängen

Dienstag, 15. Juni 2010

7. Handelsblatt Jahrestagung “Sicherheitspolitik und Verteidigungspolitik” (5. und 6. Oktober 2010, Pullman Berlin Schweizerhof, Berlin)

Die Sparpläne der Bundesregierung sehen auch eine Reform der Bundeswehr vor. 2013 und 2014 sollen jeweils zwei Milliarden Euro eingespart werden und ein Personalabbau um 40.000 Mann wird geprüft. Schon im Vorfeld der Haushaltsgespräche betonte Bundesverteidigungsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg die Notwendigkeit, den Wehretat zu begrenzen und kündigte eine “Paradigmenumkehr” an. Der Finanzrahmen solle in Zukunft den strukturellen Rahmen und das Anspruchsniveau der Bundeswehr bestimmen. Mit massiven Kürzungen in der Kommandostruktur will auch die NATO ihre Ausgaben um 1,5 Milliarden Euro absenken.

Die Handelsblatt Konferenz “Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie” (5. und 6. Oktober 2010, Berlin) greift die Diskussion um die neuen Sparzwänge der Bundeswehr und der NATO auf und stellt Lösungsansätze von Politik, Militär und wehrtechnischer Industrie für einen effizienten Umbau der Einsatzkräfte vor. Zum Auftakt der Veranstaltung spricht Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg. (weiter…)

Lithium-Vorkommen entdeckt – Wertvolles Afghanistan

Dienstag, 15. Juni 2010

Der afghanische Präsident Karsai freut sich über den Rohstoff-Fund. Doch ob Lithium und Kupfer das umkämpfte Land nach vorne bringen können, ist fraglich. Bodenschätze können Fluch und Segen sein. Meistens machen sie die Menschen reich, die über das Wissen und die Technik verfügen, sie zu fördern. Die Bevölkerung des Landes profitierte so gut wie nie. Das Öl in Nigeria ist ein schlimmes Beispiel. Oder die Schätze im Kongo. Dort gibt es alles, was der Weltmarkt begehrt: Gold, Silber, Diamanten, Zinn, Kobalt. Und es herrscht seit Jahren Krieg darum. Aber es geht auch anders: Vom Öl Norwegens profitiert das ganze Land, weil eine starke Regierung selbst fördert und den Wohlstand klug verwaltet. Doch Afghanistan ist von einer stabilen Regierung so weit entfernt wie vom Frieden. Und das lässt nichts Gutes ahnen. Für die Amerikaner aber sind die Bodenschätze von großem Wert. Der verlustreiche Kampf gegen den Terror am Hindukusch ist beim amerikanischen Wähler nicht beliebt. Der Zugang zu wertvollen Ressourcen jedoch gibt der US-Präsenz in der Region ein neues Gewicht. “Bedeutend” seien die Funde, sagt General Patraeus, US-Kommandeur der Streitkräfte in Afghanistan. Für die USA in jedem Fall. (Zitatende)

Berwertet Gudrun Büscher im Leitartikel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung aus Essen die Meldungen über Bodenschätze am Hindukusch.

(Textquelle kursiv: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de;
Bildqulle: NATO:ISAF.int, Handel und Wandel in Afghanistan)

Afghanistans Bodenschätze – Fluch oder Segen?

Montag, 14. Juni 2010

Dass Afghanistan reiche Bodenschätze besitzt, ist keine sensationelle Neuigkeit. Dies wussten schon die Sowjets. Ein chinesischer Staatskonzern hat am Hindukusch bereits vor zwei Jahren den Zuschlag zur Ausbeutung einer der größten Kupferminen der Welt erhalten. Und weitere Reichtümer warten darauf, geborgen zu werden. Kobalt, Gold, Lithium, Niob – sie können ein Segen für das bitterarme Land sein. Oder ein Fluch.

Abschreckende Beispiele sind Nigeria und der Kongo, die reich an Bodenschätzen sind. Dort sorgen aber Bürgerkriege, Stammesfehden und korrupte Eliten dafür, dass breite Bevölkerungsschichten in Armut und Chaos gefangen bleiben. Australien und Norwegen, aber auch Botswana sind Staaten, an denen sich Afghanistan orientieren könnte. Der Aufbau von Minen verspricht hunderttausende Arbeitsplätze und erhebliche Exportgewinne: Der Krisenherd hätte eine reale Chance, der Armutsfalle zu entrinnen.

Eine gigantische Herausforderung, denn die Sicherheitslage ist durch den Terror der Taliban und El Kaida in Teilen des Landes katastrophal. Zudem herrschen in Kabul Korruption, Vetternwirtschaft und politische Instabilität. Dies ließe sich langfristig durchaus ändern. Nur ist zu befürchten, dass sich die Mehrheit im Westen nichts Schlichteres einfallen lassen wird als den Slogan: kein Blut für Kupfer. (Zitatende)

Kommentiert die Neue Osnabrücker Zeitung.

Soldatenglück.de berichtete: Afghanistan: Gold- und Kupfer-Minen statt Spreng-Minen, Bodenschätze statt Opiumfelder?

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildquelle:
NATO.ISAF.int, (weiter…)

Afghanistan: Gold- und Kupfer-Minen statt Spreng-Minen, Bodenschätze statt Opiumfelder?

Montag, 14. Juni 2010

USA finden riesige Rohstofflager in Afghanistan

Kupfer, Lithium, Eisen, Gold: Die USA haben wertvolle Bodenschätze in Afghanistan entdeckt. Die Mineralvorkommen sind nach ersten Schätzungen fast eine Billion Dollar wert. US-Militärs schwärmen schon vom Aufschwung in dem zerrütteten Land – sie brauchen dringend gute Nachrichten von der Front.
Washington – Das karge Afghanistan ist reich an Bodenschätzen. Erst investierte in den achtziger Jahren die Sowjetunion massiv, dann spekulierten die Taliban auf die Ausbeutung – nun brüsten sich die USA mit einer Sensationsmeldung: US-Geologen hätten einer Untersuchung zufolge riesige Mineralvorkommen entdeckt. Schätzwert: fast eine Billion Dollar …”
berichtet DER SPIEGEL, zum vollständigen SPIEGEL-Artikel “Multimilliarden-Schatz”.

(Textauszug kursiv: SPIEGEL.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int,
Captain Julian Hohnen, Officer Commanding a combined Australian and Afghan Army patrol base in the Baluchi Valley Region mentors Afghan National Army Officer, Lieutenant Farhad Habib.
All across the MTF1 area of operations partnered mentoring is being conducted on mounted and dismounted combined patrols with ever increasing security presence being experienced by local communities from the Southern Baluchi Valley to the Northern Chora reaches as well as east through the Mirabad.
Ongoing combined ANA and MTF1 security operations involving infantry, combat engineer and reconnaissance capabilities in Oruzgan have achieved multiple layers of effects including an increased rate of IED “find and render safe” percentages, increased cache finds, and enhanced trust fostered within local communities.
Photo courtesy Australian Government Department of Defence;
KANDAHAR, Afghanistan, June 14, 2010, — Afghan President Hamid Karzai attends a shura with hundreds of tribal and religious leaders in Kandahar, the core area of Taliban insurgency. The gathering highlighted the need for support of NATO-led forces in order to stabilize parts of the province. U.S. Navy photo by Petty Officer 1st Class Mark O’Donald)

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