Archiv für die Kategorie 'POLIZEI Land/Bund, GSG9'

Europäische Polizeisondereinheiten im ATLAS-Verbund (Video)

Sonntag, 12. Mai 2013

Bw-Cobra AT 042013 ATLAS Uebung

Europaweite Antiterror-Einsatzübung

Die deutsche GSG 9 kooperiert national eng mit den Spezialeinheiten der Bundesländer und ist darüber hinaus Mitglied des internationalen ATLAS-Verbundes, in dem derzeit 36 Spezialeinheiten verschiedener Länder zusammenarbeiten. Im Oktober 2012 übernahm GSG 9-Kommandeur Olaf Lindner den Vorsitz über diesen Kompetenzverbund der Spezialeinheiten von EU-Mitgliedsstaaten.

Spezialeinsatzkräfte der Polizei trainierten im April 2013 zeitgleich in neun EU-Ländern den Ernstfall. In Salzburg fand die Cobra-Großübung in der Rainerkaserne in Elsbethen statt. Acht Terroristen stürmen eine internationale Eliteschule in Salzburg: Sie besetzen das Direktions- und das Schulgebäude und nehmen insgesamt 90 Geiseln. Sie legen Sprengfallen aus. Es gibt Todesopfer und Verletzte. Da die Sondereinheit Cobra den Einsatz nicht allein bewältigen kann, rücken zudem Mitglieder der tschechischen URNA, der deutschen GSG 9 und des SEK Baden-Württemberg aus, um die Geiselnahme zu beenden.

(Videoquelle: Salzburg.com via YouTube;
Bildquelle: Österreichs Bundesministerium für Inneres.at, Artikel: Einsatzkommando Cobra – EKO Cobra trainierte mit europäischen Einsatzkommandos eine Geiselnahme-Situation)



Fahnder sind deutschland- und weltweit 50 KZ-Aufsehern aus Vernichtungslager Auschwitz auf der Spur

Samstag, 6. April 2013

Tatvorwurf: Beihilfe zum Mord

68 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind deutsche Fahnder einer größeren Zahl bisher unbelangter mutmaßlicher NS-Täter auf die Spur gekommen. Die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg will nach Informationen der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgaben) in den nächsten Wochen Vorermittlungen gegen 50 frühere KZ-Aufseher des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau einleiten. Der Vorwurf lautet auf Beihilfe zum Mord.

Den Ermittlern liegen die Namen und die Angaben zu den Wohnorten der Tatverdächtigen vor, bestätigte der Behördenleiter, der Leitende Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm. Sie lebten über ganz Deutschland verteilt. Es handele sich um Personen im Alter um die 90 Jahre.

Schrimm hält es seit dem Urteil gegen John Demjanjuk, der Wachmann im Lager Sobibor war, für aussichtsreich, auch gegen KZ-Aufseher Prozesse zu führen – selbst, wenn ihnen unter anderem aus Mangel an Zeugen keine direkte Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann. Demjanjuk war 2011 wegen Beihilfe zum Mord in 20.000 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. “Der Angeklagte war Teil der Vernichtungsmaschinerie”, hieß es dazu in der Urteilsbegründung des Landgerichts München. Anders als früher reiche seit diesem Spruch “jede Tätigkeit in einem Konzentrationslager aus, um wegen der Beihilfe zum Mord zu verurteilen”, sagt Schrimm.

Die Ludwigsburger Zentrale Stelle wird seit 1958 von den Bundesländern unterhalten. Sie hat seither insgesamt 7485 Vorermittlungsverfahren geführt. Man ist zuversichtlich, weitere Täter auch außerhalb Deutschlands zu enttarnen. Die Staatsanwälte durchforsten derzeit brasilianische Einwanderungsakten aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Damals waren zahlreiche Nazi-Schergen nach Südamerika geflohen. Schrimm: “In Brasilien stehen die Dinge nicht schlecht.”

Das Lager Auschwitz-Birkenau im besetzten Polen war zwischen 1942 und 1945 das größte deutsche Vernichtungslager. Hier brachten die Nazis 900.000 Juden in den Gaskammern um. Weitere 200.000 starben bei Hinrichtungen durch die SS oder durch Hunger, Entbehrungen und Krankheiten. Vor fast genau 50 Jahren, am 16. April 1963, wurde die erste Anklage gegen Verantwortliche des Lagers erhoben. (Zitatende)

Berichtet die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung”.

(Textquelle kursiv: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de;
Bilderquellen: Archiwum Panstwowego Muzeum Auschwitz-Birkenau, The unloading ramp and the main gate called the “Gate of Death”. The main gate of Auschwitz I camp. The picture was taken after the war. The picture was taken in Auschwitz I after the liberation.
Picture from Karl Hoecker album – Foreground (from the left): Richard Baer, the third and the last commandant of KL Auschwitz; Dr Josef Mengele, one of the camp doctors; Rudolf Hoess, the founder and the first commandant of KL Auschwitz. MiÄ™dzybrodzie Bialskie, SS resort. (Courtesy of United States Holocaust Memorial Museum.)]

Hintergrundinformationen: Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, zur Bewältigung ihrer Aufgabe sind der Zentralen Stelle in 71638 Ludwigsburg Richter, Staatsanwälte und Polizeibeamte zugewiesen, die mit ihrer Zustimmung aus den Bundesländern abgeordnet werden.
Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau

Bundesminister und Fallschirmjäger Niebel in Mali unbeeindruckt von BKA-Bedenkenträgern – Draufgänger oder Durchsetzer?

Freitag, 29. März 2013

 

Zu gefährlich: BKA versagt Minister Niebel in Mali den Begleitschutz

Unbewacht von deutschen Sicherheitsbehörden absolvierte der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) seinen Besuch in der nördlichen Krisenregion Malis. Das mitgereiste mindestens 15-köpfige Spezialkommando aus Personenschützern und perfekt ausgerüsteten Krisenspezialkräften samt Sprengstoffexperten des Bundeskriminalamtes (BKA) musste, nach einem Bericht der “Leipziger Volkszeitung” (Montagsausgabe), auf direkte Anweisung des in Deutschland amtierenden BKA-Abteilungsleiters in der malischen Hauptstadt Bamako verbleiben. Wegen unkalkulierbaren Risikos in der nordmalischen Sadt Mopti, dem Ziel Niebels, und wegen nicht vorhandener geschützter Transportfahrzeuge und einer nicht garantierten Rettungskette wurden Niebels BKA-Begleitern die Mitflug-Genehmigung nicht erteilt. Niebel machte daraufhin seine Reise mit Besuch in einem Flüchtlingslager und zu Bewässerungsinitiativen in Mopti auf eigenes Risiko. Allein das Ausladen der vom BKA mitgeführten Ausrüstungs- und Abwehrmaterialien hatte am Flughafen der malischen Hauptstadt fast eine Stunde gedauert.

Journalisten und Minister-Delegation waren mit einer Bundeswehr-Transall nach Mopti geflogen. Er habe sich “so sicher wie in kaum einer anderen Krisenregion gefühlt”, meinte Niebel. Gegenüber der “Leipziger Volkszeitung” sagte Niebel zur Begründung seines Einsatzes: “Es gibt Dinge, die in der Politik sein müssen. Dazu gehören auch Symbole.” Er habe deutlich machen wollen, “dass nicht das Militärische sondern das Zivile in Mali dominiert.”

Niebel, der vor Wochen noch einen missverständlichen Zusammenhang zwischen der Krisensituation in Afghanistan und der in Mali gezogen hatte, sagt jetzt: “Anders als Afghanistan ist Mali nicht durch einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg belastet.” Mit der richtigen Unterstützung “haben die Bürger Malis eine echte Chance auf eine zivile Entwicklung und eine gute Zukunft. Das war zu Beginn des Einsatzes in Afghanistan bei weitem nicht der Fall.”

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, hatte zuvor der Zeitung gegenüber seine Hoffnung über ein absehbares Ende der deutschen Ausbildungsmission in Mali geäußert. General Wieker sagte: “Wenn es uns gelingt, die Gefechtsverbände der malischen Armee auf die Platte zu stellen, dann sehe ich unseren Auftrag als erfüllt an.” Vereinbart ist, dass sechs bis maximal acht Gefechtsverbände der neu auszubildenden malischen Truppe von je rund 800 Kräften, ausgebildet werden sollen. Die Bundeswehr leistet schwerpunktmäßig Hilfe zur Pionierausbildung. Das Bundeswehr-Mandat ist auf 15 Monate angelegt. Insider sprechen aber bereits von einer jahrelang anhaltenden Aufgabe. (Zitatende)

Berichtet die “Leipziger Volkszeitung”.

Niebel verteidigt Nord-Mali-Besuch ohne Personenschutz – “Ich entscheide, was durchführbar ist”

 Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat seine umstrittene Entscheidung verteidigt, trotz Warnungen des Bundeskriminalamtes ohne Personenschützer den Norden Malis besucht zu haben. “Am Ende haben sich alle sicher gefühlt. Denn es gab einen ausreichenden Schutz durch die örtlichen Sicherheitskräfte”, sagte Niebel der “Saarbrücker Zeitung” (Mittwoch-Ausgabe).

Niebel räumte ein, dass es zu unterschiedlichen Lagebeurteilungen gekommen sei. “Die Bundeswehr hat die Region Mopti problemlos angeflogen, auch die Deutsche Botschaft war dabei. Und auch die Personenschützer wären bei mir geblieben, wenn nicht die Verwaltung des Bundeskriminalamtes eine andere Entscheidung getroffen hätte”, erläuterte der FDP-Politiker. “Insofern bleibt es meine Entscheidung, was ich als durchführbar erachte und was nicht”, sagte Niebel. Außerdem sei es notwendig gewesen, “ein politisches Zeichen zu setzen, dass wir an der Seite der demokratischen Kräfte in Mali stehen”, so Niebel.

Zugleich bekundete der Minister seine Bereitschaft, im Falle einer erfolgreichen Bundestagswahl weiter an der Spitze des Entwicklungsressorts zu stehen. “Wenn es die Möglichkeit gäbe, meine Aufgabe fortzusetzen, dann würde ich sie gerne unumkehrbar abschließen. Und dafür würde ich eine Wahlperiode garantiert noch brauchen”, erklärte Niebel. (Zitatende)

Berichtete die “Saarbrücker Zeitung” daraufhin.

Die aktuellen Aufgaben der Bundeswehr in dem Einsatzgebiet Mail/Afrika stellen sich in der letzten Märzwoche 2013 wie folgt dar:
European Union Training Mission Mali (EUTM MALI)
Einsatz der Europäischen Union
Der Aufbau des Rettungszentrums im Ausbildungslager Koulikoro (Koulikoro Training Camp / KTC) schreitet voran. Die Fähigkeit zur Role 1-Versorgung (allgemein- und notfallmedizinische Behandlung) ist gegeben. Die Fähigkeit zur Role 2-Versorgung (notfallchirurgische Behandlung) ist noch im Aufbau. Hierzu wurde in der vergangenen Woche Personal und Material von Deutschland über Bamako in das KTC verlegt.
Die deutschen Pionierausbilder und ein nationales Unterstützungselement (National Support Element / NSE) sollen unverändert im Laufe des Aprils 2013 folgen.
Einzelpersonal zur Vorbereitung des deutsche Beitrags EUTM MLI befindet sich bereits vor Ort.
Deutsche Beteiligung: 57 Soldaten

African-led International Support Mission to Mali (AFISMA)
Das deutsche EinsKtgt führt unverändert planmäßig Lufttransport und Luftbetankung in Unterstützung der afrikanisch geführten Stabilisierungsoperation AFISMA durch.
Deutsche Beteiligung: 88 Soldaten.

Dazu bei BMZ.de der Artikel: Ein Jahr nach dem Putsch – Dirk Niebel besucht Mali

(Textquelle kursiv: Leipziger Volkszeitung.de, Saarbrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr, Vergleichsbild bei Dirk Niebel.de bei den Fallschirmjägerkameraden der DSO)

Deutsche Islamisten in Syrien: Mann aus Kassel ruft zum “Heiligen Krieg” auf (Video)

Montag, 11. März 2013

Sendung: NDR Panorama 3, Dienstag 12. März, 21.15 Uhr im NDR Fernsehen

Der Krieg in Syrien zieht immer mehr deutsche Islamisten an. Nach Informationen des NDR-Politikmagazins “Panorama 3″ kämpfen bereits einige von ihnen in Städten wie Homs und Aleppo. Dies bestätigte auf Nachfrage das Bundesamt für Verfassungsschutz. Genaue Zahlen gebe es aber derzeit nicht.

Erstmals hat sich nun ein deutschsprachiger Islamist direkt aus dem Bürgerkriegsgebiet gemeldet. In einem Internetvideo ruft Hayan M. deutsche Glaubensbrüder dazu auf, in den Dschihad, den Heiligen Krieg, nach Syrien zu ziehen. “Das hat eine neue Qualität”, heißt es in Sicherheitskreisen zu den Bildern. Botschaften wie diese, in deutscher Sprache, verknüpft mit der eindeutigen Intention, Anhänger der Salafisten ins syrische Kampfgebiet zu locken, hat es bisher nicht gegeben.

In dem Video, das “Panorama 3″ am Dienstag, 21.15 Uhr, im NDR Fernsehen exklusiv in Ausschnitten zeigt, wird der 38-jährige Hayan M. bei Kämpfen in der syrischen Stadt Homs gezeigt. Der Gotteskrieger mit Flecktarnjacke ist schwer verwundet, sein rechtes Bein wurde amputiert. Trotzdem zieht Hayan M. in den Kampf, seine Kameraden schieben ihn im Rollstuhl an die Front. Geschützfeuer ist zu hören. Gemeinsam mit seinen Gefährten ruft er “Labbayk ya Allah” – Gott zu Diensten. Dann feuert er mit einem russischen Maschinengewehr vom Typ PK, verschanzt hinter einer Mauer aus Sandsäcken, auf Soldaten Baschar Al-Assads.

Bilder von Kampfszenen hat schon oft gegeben während dieses Bürgerkriegs. Doch dann die Überraschung: Hayan M. spricht plötzlich Deutsch: “Jeder Muslim, ich möchte ihm sagen, ihr sollt Dschihad machen! Nach Syrien fliegen! Und warum machst Du das nicht? Warum hilfst du den Leuten hier nicht?”

Zum Beweis, dass er vor seinem Kampf in Deutschland gelebt hat, hält er seinen deutschen Führerschein und seine Krankenversicherungs-Karte der AOK in die Kamera. Zuletzt wohnte er offenbar im hessischen Kassel – mit deutscher Frau und zwei Kindern.

Das Video vom Kampf des Hayan M. in Syrien haben seine islamistischen Kameraden ins Internet gestellt. Sie stilisieren ihn zum Helden, der trotz Beinamputation weiter kämpft und offensichtlich bereit ist, als Märtyrer zu sterben. Bilder, die der Stimmungsmache, der Propaganda dienen. Ziel der Veröffentlichung sei ganz klar die Rekrutierung weiterer Deutscher für den Heiligen Krieg in Syrien, sagt die Islamismus-Expertin Claudia Dantschke vom “Zentrum Demokratische Kultur” (ZDK) in Berlin.

Sie warnt vor der Wirkung solcher Videos auf deutsche Islamisten: “Da wird eine Identität gegeben. Die Identität eines mutigen Mudschahids, eines Kämpfers für den Islam. Das ist eine riesige Aufwertung!” Ein solches Video könne “ganz stark handlungsleitend sein”.

Mehr zur Sendung erfahren Sie im Internet unter NDR.de/panorama3.

(Textquelle: NDR Norddeutscher Rundfunk.de;
Grafikquelle: CIA.gov)

Kriminalistische Spurensuche – vom Spürhund bis zur molekularbiologischen DNA (Video)

Samstag, 23. Februar 2013

Spurensuche: Sie zählt zum Kerngeschäft eines jeden Ermittlers – gleich ob er einen Versicherungsbetrug oder einen Mord aufklären will. “X:enius” zeigt, welche ausgefeilten Techniken und Methoden dafür heute zum Einsatz kommen.

Die “X:enius”-Moderatoren Caro Matzko und Gunnar Mergner sind zu Gast bei hochbegabten Nachwuchsspürnasen – die im fränkischen Neuendettelsau in die Zollhundeschule gehen. Die tierischen Detektive lernen und trainieren dort auch in den entlegensten Winkeln und Verstecken gefährliche Substanzen wie Drogen oder Sprengstoff zu erschnüffeln – um dann auf unterschiedliche Weise Meldung bei ihren menschlichen Kollegen zu machen.

Die “X:enius”-Moderatoren lernen, welche Eigenschaften die vierbeinigen Spezialisten für den wichtigen Job mitbringen müssen, wie und von wem die Hunde ausgebildet werden und wo sie später zum Einsatz kommen.

(Deutschland, 2012, 26mn)

(Videoquelle: Textauszug: arte.tv HR, 7 Tage sichtbar;
Bildquelle: Bundespolizei.de)



Politische Morde in der Geschichte – Von der Antike bis zur Gegenwart

Samstag, 23. Februar 2013

Politischer Mord gehört zur Geschichte, ob in der Antike oder in der Gegenwart. Oft gewinnen die Taten als Mythos ein dauerhaftes Eigenleben. Aber Mord ist nicht gleich Mord.

Zwölf spannende Fälle politischen Mordes werden in ihren historischen und gesellschaftlichen Rahmen eingeordnet, auch mit Blick auf die unterschiedliche Wahrnehmung durch Zeitgenossen und Nachwelt. Motive und Muster ändern sich, doch ist das persönliche Charisma der Opfer vielfach eine treibende Kraft. Die politische Gewalt in Gestalt des Mordes manifestiert sich dabei in zwei Richtungen, denn nicht nur Herrscher und Politiker als Repräsentanten der Macht werden zum Ziel, sondern auch die Staatsmacht bedient sich des Mordes an Einzelnen oder an Personengruppen.

Gerade die jüngsten blutigen Ereignisse um Osama Bin Laden und Muammar al-Ghaddafi zeigen die Aktualität des Themas. Heldentaten oder Verbrechen? Die Antwort scheint je nach Standpunkt klar. Doch lässt sich immer so einfach Gut und Böse unterscheiden?

Herausgeber: Georg Schild, Anton Schindling

Zur Leseprobe und Bestellmöglickheit beim Ferdinand Schönigh Verlag.

Pressestimmen
Der Tagesspiegel
Die detaillierten Fallstudien arbeiten aber eindrucksvoll den historischen Kontext und die Motivationslage der Täter heraus [...]
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1. Aufl. 2012, 260 Seiten, 12 s/w Abb., 3 s/w Tabellen, Festeinband mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-506-77416-3, Auslieferung Schweiz: Verlag NZZ, EUR 29.90

(Bildgrafik-, Textquelle: Ferdinand Schönigh Verlag.de)

Bundespolizei steigt zur Länderentlastung in Autobahn-Streifendienst ein

Samstag, 12. Januar 2013

Gewerkschaft sieht “absolut richtigen Weg”

Der Bund reagiert auf die ständigen Klagen über zu wenig Personal bei gleichzeitig ständig steigender Anforderungen an die Bundesländer im Bereich der Polizei. “Steigende Anforderungen erfordern eine noch bessere Bündelung der Kräfte”, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Gespräch mit der “Leipziger Volkszeitung” (Sonnabend-Ausgabe). Deshalb werde im Zusammenspiel mit Sachsen beispielhaft die Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Landespolizei zur Entlastung der Landespolizei erprobt. “Konkret haben wir jetzt ein Pilotprojekt zwischen der Bundespolizei und dem Freistaat Sachsen vereinbart: Wir wollen gemeinsame Polizeistreifen auf den Bundesautobahnen im Bereich der A 4 und der A 17 möglich machen.” Der Streifendienst auf den Bundesautobahnen bindet bei den Ländern viel Polizeipersonal. Die Autobahn A 4 ist die wichtigste West-Ost-Achse der Bundesrepublik. Die Autobahn A 17 verbindet unter anderem Dresden mit Prag und steht traditionell im Blickfeld einiger krimineller Aktivitäten. “Wir überlegen auch, ob wir eine gemeinsame Polizeiwache in der Grenzregion zu Tschechien oder Polen einrichten”, kündigte Friedrich mit Blick auf die Debatte um die offenen Grenzen im Rahmen des Schengen-Abkommens an. “Die verbesserte Zusammenarbeit wird spürbar zur Sicherheit der Bürger beitragen und das ist mein Hauptinteresse”, so die Hoffnung des Ministers. Die Deutsche Polizeigewerkschaft begrüßte die Initiative als “absolut richtigen Weg” und verspricht sich davon auch deutlich mehr praktisch erlebbare Sicherheit für die Bürger, durch frei werdende Einsatzkräfte. Ihr Vorsitzender Rainer Wendt sagte der “Leipziger Volkszeitung”: “Das Pilotprojekt ist der absolut richtige Weg.” Aber darüber, dass die Polizei ihr Personal so vernünftig einsetze, dürfe sich nicht nur der Finanzminister freuen. “Darüber muss sich der Bürger freuen können, der dann als Folge vor Ort mehr Polizei zur Verfügung hat, die ihn konkret beschützen kann.” Es sei zu hoffen, dass sich nach Auswertung des Pilotprojektes zwischen Bundespolizei und Landespolizei in Sachsen andere Behörden der Kooperation anschlössen, sagte Wendt. Manchmal würden dabei auch schon bessere Absprachen helfen.” Es kann nicht sein, dass auf der Autobahn Zoll, Bundesamt für Güterverkehr und Polizei ihre Kontrollstellen hintereinander aufbauen”, meinte er. “Wenn sie schon nicht zusammen Streife fahren, sollten sie wenigstens sämtliche Aktivitäten im grenznahen Bereich und darüber hinaus vernünftig absprechen.” (Zitatende)

(Textquelle kursiv: Leipziger Volkszeitung.de)

Hintergrundnformationen: Bundespolizei (BPOL)

NSU-Ermittlungsversagen: Detaillierte Hinweise auf Rechtsterroristen blieben 2006 unbeachtet

Sonntag, 2. Dezember 2012

Die Polizei hatte bereits 2006 konkrete Hinweise, dass hinter der Mordserie der NSU an neun Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund rechtsextreme Terroristen stecken könnten. Das geht aus internen Dokumenten hervor, die dem WDR Politikmagazin Westpol vorliegen. Sogenannte Profiler des bayerischen und des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes hatten im Mai 2006 darauf hingewiesen, dass die Täter Rechtsextreme sein könnten, die sich aber möglicherweise Ende der neunziger Jahre aus dieser Szene zurückgezogen hätten. Die Morde wurden von den Profilern als “Kommandoaktionen” eingestuft. Die Motivation sei Hass auf Ausländer, die Täter würden mit der Vorstellung einer eigenen “Mission” handeln. Dokumentiert wird darüber hinaus eine “ausgeprägte Schießfertigkeit”. Eine “professionelle Ausbildung”, etwa beim Militär, sei wahrscheinlich.

Die Erkenntnisse der Ermittler von 2006 passen verblüffend gut zu den Biographien von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Ihr Wissen präsentierten die Profiler damals der Ermittlungsgruppe “Bosporus” in Nürnberg, die die Suche nach den Verantwortlichen für die Mordserie koordinierte. Einen Monat vor dem Bericht waren der Kioskbesitzer Mehmet Kubasik in Dortmund (4.4.2006) und der Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat in Kassel (6.4.2006) durch den NSU ermordet worden.

Die Profiler aus Bayern und NRW wiesen zudem auf mehrere Parallelen zwischen der Mordserie und dem Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße hin, bei dem im Juni 2004 22 Menschen verletzt wurden. Wie Westpol letzte Woche berichtet hatte, waren schon kurz nach diesem Anschlag Hinweise auf rechtsextreme Täter aufgetaucht. Dennoch wurde die tat in der Keupstraße, von der sogar ein Video der Täter vorlag, 2006 nicht in die Ermittlungen der Bosporus-Fahnder aufgenommen. Die damalige Empfehlung der Profiler, einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Bombenattentat und der Mordserie genauer zu untersuchen, wurde nicht verfolgt, obwohl der Leiter der Ermittlungsgruppe Bosporus sogar den Auftrag dazu gab. Doch seine Vorgesetzten, Vertreter verschiedener Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes, hielten weiterhin die These “rechter Terrorismus” für unwahrscheinlich.

(Textquelle: Westpol, WDR.de;
Bildgrafik: BKA.de)

Die nordrhein-westfälische Polizei lässt Diebe mit Millionenbeute entkommen

Donnerstag, 29. November 2012

“Wir mussten erst ein Rechtshilfeabkommen stellen”

Die internationale Zusammenarbeit von Polizeibehörden funktioniert offenbar längst nicht so gut wie von der Politik wiederholt behauptet. Die nordrhein-westfälische Polizei kannte am Sonntag den Standort eines Transporters, der in der Nacht zuvor im Kreis Gütersloh gestohlen worden war und gestohlene Designerkleidung im Millionenwert geladen haben sollte, schreibt das Bielefelder Westfalen-Blatt (Donnerstags-Ausgabe).

Da die Täter aber die Grenze zu den Niederlanden überquerten, blieben sie unbehelligt, heißt es in dem Zeitungsbericht. Der Besitzer des Transporters hatte der Polizei permanent die Position seines gestohlenen Wagens gemeldet, der mit einem GPS-Tracker ausgerüstet war. Danach stand der Wagen am Sonntag zwischen 9 Uhr und 21.11 Uhr in einem Wald hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Ein Zugriff erfolgte aber nicht. Eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde Gütersloh sagte dem WESTFALEN-BLATT, man habe erst ein Rechtshilfeersuchen stellen müssen. Jörg Rademacher, Sprecher im NRW-Innenministeriums, wollte den Fall nicht kommentieren. Er verwies darauf, das solche Fälle vertraglich zwischen den Ländern geregelt seien. »Wir sind der Meinung, dass die Zusammenarbeit zwischen NRW und den Niederlanden traditionell gut funktioniert.« Die Täter fuhren den gestohlenen Transporter später zurück nach Deutschland und zündeten ihn in der Nähe von Neuss an, heißt es in dem Zeitungsbericht. (Zitatende)

Berichtet das “Westfalen-Blatt” aus Bielefeld.

(Textquelle kursiv: Westfalen-Blatt.de;
Kartengrafikquelle: CIA.gov, Niederlande
)

GSG 9 – Der Kommandeur berichtet (Video)

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Die GSG 9 der Bundespolizei mit Sitz in Sankt Augustin ist nach wie vor geheimnisumwittert. Kommandeur Olaf Lindner gibt Einblicke in das Tätigkeitsspektrum der Einheit.

(Videoquelle: WDR.de, lexi vom 26.09.2012;
Bild-, Grafikquelle: Bundespolizei.de; BMI.Bund.de)

 

Hintergrundinformationen: GSG 9 der Bundespolizei

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