Archiv für die Kategorie 'Wehrbeauftragter'

BundeswehrVerband zum Wehrbeauftragten-Bericht 2012: “Familie und Beruf sind Schlüsselbegriffe für die Zukunft der Bundeswehr!”

Dienstag, 29. Januar 2013

Wehrbeauftragter stellt Jahresbericht 2012 vor
Kirsch: “Familie und Beruf sind Schlüsselbegriffe für die Zukunft der Bundeswehr!”

Zum heute vorgestellten Jahresbericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus erklärt der Bundesvorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch:
“Einmal mehr hat Hellmut Königshaus aufgeschrieben, woran es der Truppe fehlt. Viele der Mängel sind nicht neu, auch der BundeswehrVerband spricht sie immer wieder an. Die Erkenntnisse des Wehrbeauftragten decken sich in weiten Teilen mit den Ergebnissen unserer Zielgruppenbefragung vom letzten September.”

Als dramatisch bewertete Kirsch die tiefgreifende Verunsicherung der Truppe durch die Neuausrichtung. Kirsch: “Wenn auch nach drei Jahren Reform weder der nächste Dienstposten feststeht noch adäquate Karrierechancen für diejenigen in Aussicht sind, die die Reform stemmen müssen, braucht man sich über die miese Stimmung nicht zu wundern.”

Nach wie vor leiden die Soldatinnen und Soldaten unter den Auswirkungen der Pendlerarmee, immer noch ist das schöne Wort von der Vereinbarkeit von Familie und Dienst weitgehend eine hohle Floskel. Kirsch: “Mit jedem weiteren Jahr, in dem diese Mängel nicht abgestellt werden können, vergibt die Bundeswehr wichtige Chancen. Offensichtlich hat man nicht verstanden, dass die Attraktivität des Dienstes wesentlich von diesen weichen Faktoren abhängt.”

Sollte es nicht gelingen, hier endlich nachzusteuern, werde die Truppe angesichts der demografischen Entwicklung ein ernsthaftes Nachwuchsproblem bekommen, sagte Kirsch voraus. “Dann laufen wir Gefahr, den Kampf um die besten Talente zu verlieren!”

Der Bundesvorsitzende weiter: “Auch der Jahresbericht 2012 unterstreicht wieder, wie unverzichtbar und wichtig die Arbeit des Wehrbeauftragten ist. Ich danke ihm einmal mehr im Namen all unserer Mitglieder!”

Zum Jahresbericht 2012 des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages

(Text-, Grafikquelle: DBwV.de;
Bildquelle: Soldatenglück.de: Symbolfoto: der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Enkelkind im BMVg Berlin in familiärer Geste)

Hintergrundinformationen: Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages



Wehrbeauftragter sieht Bundeswehr mit Auslandseinsätzen am Limit

Samstag, 26. Januar 2013

In der Debatte um ein zusätzliches militärisches Engagement Deutschlands im Ausland warnt der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, vor einer Überforderung der Bundeswehr. “Es geht bei möglichen zukünftigen Einsätzen der Bundeswehr nicht zuerst und allein um die Frage, ob wir mehr tun sollten, sondern ob wir derzeit überhaupt durchhaltefähig mehr leisten könnten”, sagte Königshaus der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Samstagausgabe). “Die Truppe ist jetzt schon sehr angespannt.” Viele Soldaten seien deutlich länger als vier Monate im Auslandseinsatz und hätten zu geringe Regenerationszeiten, so Königshaus. “Darunter leiden auch Ehen und Partnerschaften”, sagte Königshaus. Er verwies darauf, dass nicht alle Soldaten für jeden Einsatz eingeplant werden könnten. Dies führe dazu, dass “die immer gleichen Soldaten immer wieder in die Einsätze müssen”. Königshaus warnte davor, angesichts der Rückzugsbeschlüsse Afghanistan als Einsatzgebiet bereits abzuhaken. “Noch sind wir dort, noch dürfen wir die ständigen Belastungen für die Soldaten und ihre Familien nicht aus dem Blick verlieren”. Er schlug vor, mit den Verbündeten zu “klaren Absprachen” zu kommen, wer in welchem Bereich vielleicht noch Reserven habe. “Es kann nicht jeder alles leisten wollen”, so Königshaus. (Zitatende)

Berichtet die “Rheinische Post” aus Düsseldorf.

(Textquelle: Rheinische Post.de,
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages; Soldaten kommen im Einsatzland AFG an)

Hintergrundinformationen: Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages

Wehrbeauftragter: Bundeswehr braucht bewaffnete Dohnen

Montag, 24. September 2012

Der Bundestags-Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus (FDP) fordert die Nutzung bewaffneter Drohnen bei Auslandsinsätzen der Bundeswehr wie in Afghanistan.
“Hätten unsere Soldaten bewaffnete Drohnen zur Verfügung, müssten sie nicht mehr hilflos zuschauen, wenn eigene Leute bedroht werden”, sagte er der ‘Süddeutschen Zeitung’. “Sie könnten dann eingreifen und den Gegener vertreiben, ohne Leben und Gesundheit eigener Kräfte zu gefährden.”

Die Bundeswehr hat in letzter Zeit wiederholt den Bedarf nach einer Bewaffnung mit Kampfdrohnen formuliert, Soldatenglück.de berichtete dazu, zuletzt Deutsche klar für Kampfdrohnen-Einsätze durch die Bundeswehr.

Zum SZ-Artikel: Afghanistan-Einsatz – Wehrbeauftragter für Kauf bewaffneter Drohnen.

Die ‘Neue Osanbrücker Zeitung’ kommentiert heute dazu:
Die Epoche der Kampfroboter hat begonnen

Die Bundeswehr benötigt für Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten die bestmögliche Ausrüstung. Kaum ein deutscher Verteidigungspolitiker würde dieser Grundmaxime widersprechen. Nur: In der Praxis wird gegen dieses wichtige Gebot immer wieder verstoßen, wie die unsägliche Debatte über den Kauf von Kampfdrohnen zeigt.

Es ist eine Zumutung für die deutschen Einsatzsoldaten in Afghanistan, dass sie im Unterschied zu den verbündeten US-Truppen seit Jahren keinen eigenen Zugriff auf diese moderne Technologie haben. Der Vorteil der Waffe liegt auf der Hand: Gegner können gezielter bekämpft werden, ohne das Leben eigener Soldaten gefährden zu müssen.

Künftige Militärhistoriker werden den verstärkten Einsatz von Kampfdrohnen wohl als Beginn einer Epoche einstufen, in der Roboter angefangen haben, den Menschen auf dem Schlachtfeld zu ersetzen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Pazifisten diese Entwicklung schrecklich finden. Daher sind die Gegenstimmen von Teilen der Opposition nicht verwunderlich.

Aus Sicht kämpfender Soldaten stellen bewaffnete Drohnen jedoch einen enormen Fortschritt dar, weil die Maschinen für sie das Risiko reduzieren, verletzt zu werden oder zu sterben.

Was mit den neuen Robotern gemacht wird, bleibt aber eine politische, rechtliche und ethische Frage. Der Drohnenkrieg des US-Präsidenten Obama in Pakistan wäre etwa nach deutschem Recht undenkbar. (Zitatende)

(Bilderquellen: Bundeswehr.de, Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus bei den Soldaten im ISAF-Einsatz;
U.S. AF.mil, PREDATOR-Drohne;
Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de) 

Hintergrundinformationen: Wehrbeauftrager des Deutschen Bundesatges

Wehrbeauftragter Königshaus fordert bessere Betreuung der Bundeswehr-Veteranen

Donnerstag, 28. Juni 2012

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), hat eine bessere Betreuung der Bundeswehr-Veteranen angemahnt. “Ich glaube nicht, dass unsere Veteranen schon optimal versorgt sind, jedenfalls nicht, was ihre langfristigen speziellen Bedürfnisse anbelangt”, sagte Königshaus der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Donnerstagausgabe). Posttraumatische Belastungsstörungen träten oft erst Jahre nach den Einsätzen und der Entlassung aus der Truppe auf. Dann aber hätten die Betroffenen durch “eine ganze Tretmühle von Begutachtungsverfahren” zu gehen, bevor die Ursachen anerkannt würden. Veteranen müssten daher einen eigenen Status erhalten, ihre Verwendung in Einsätzen sollte registriert werden, und dann müsse man sie mit ihren Angehörigen langfristig im Auge behalten. “Dafür brauchen wir eine Betreuungseinrichtung mit funktionierendem Apparat”, betonte Königshaus. Deshalb müsse der Verteidigungsminister auch Geld in die Hand nehmen. (Zitatende)

Berichtet die “Rheinische Post” aus Düsseldorf vorab.

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Fußpatrouille deutscher Bundeswehr-Soldaten im ISAF-Einsatz im Raum Kunduz/Afghanistan, Einsatzsoldaten > Veteranen)

Hintergrundinformationen: Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages

Wehrbeauftragter beklagt mangelnde deutsche Luft-Rettungskapazitäten für Bundeswehrsoldaten im Einsatz

Samstag, 12. Mai 2012

Größeres Risiko in Afghanistan beim Abzug

Der Wehrbeauftragte des Bundestages hat die mangelnden eigenen Bundeswehr-Fähigkeiten bei der Luftrettung von kämpfenden Soldaten in Krisenregionen beklagt. In einem Interview mit der “Leipziger Volkszeitung” (Sonnabend-Ausgabe) sagte Helmut Königshaus: “Es ist bedauerlich, dass wir noch nicht selbst im Notfall deutsche Kräfte von überall her retten und evakuieren können.”

Der Wehrbeauftragte verwies auf die verteidigungspolitischen Richtlinien. Danach müsse sich “die Bundeswehr zukünftig auf mehr und noch ganz andere Einsätze als in Afghanistan einstellen, das kündigt auch der Minister immer wieder an”. Da sei es nur verständlich, das die Bundeswehr-Soldaten wissen wollten, ob und wann bestehende Fähigkeitslücken wie beispielsweise beim Lufttransport geschlossen würden. “Insbesondere die Absicherung mit eigenen Rettungshubschraubern im Einsatz muss sichergestellt werden”, verlangte Königshaus. Dankenswerterweise würden die den Deutschen fehlenden Kapazitäten in Afghanistan derzeit noch immer von den US-Streitkräften ausgeglichen. Er könne nur hoffen, dass es stimme, dass “Mitte 2013 eigene Hubschrauber zumindest für das sogenannte Forward-Air-Medevac eingesetzt werden können”, ergänzte Königshaus.

Der Wehrbeauftragte, der demnächst wieder nach Afghanistan zum Truppenbesuch reisen will, versprach den am HIndukusch stationierten Bundeswehr-Soldaten, dass bis zum endgültigen Abzug ihre größtmögliche Sicherheit garantiert sein werde. Königshaus machte aber darauf aufmerksam, dass das Risiko deutlich größer werden könnte. “Die Geschichte anderer Konflikte hat uns gelehrt, dass Abzüge eine komplexe Herausforderung sind. Dessen sind sich meiner Wahrnehmung nach die Verantwortlichen bewusst. Und das wissen auch unsere Soldatinnen und Soldaten.” Momentan gebe es glücklicherweise eine deutlich sicherere Lage in den Teilen Afghanistans, in denen die Bundeswehr stationiert sei. “Das ist ein Erfolg der Arbeit unserer Soldatinnen und Soldaten und auch des partnerschaftlichen Zusammenwirkens”, sagte Königshaus. (Zitatende)

Berichtet die “Leipziger Volkszeitung” heute.

(Textquelle kursiv: Leipziger Volkszeitung.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, MEDEVAC CH-53, NH-90, US Black Hawk)



Kosovo-Eingreiftruppe: Wehrbeauftragter beklagt Dauereinsatz-Belastung deutscher ORF-Soldaten für KFOR

Dienstag, 1. Mai 2012

Auf Anforderung der NATO hat Deutschland zum wiederholten Male zusätzliche Bundeswehr-Soldaten als Eingreifreserve in den KFOR-Einsatz in den Kosovo verlegt. Das ABC-Abwehrregiments 750 aus Bruchsal und des Artilleriebattaillons 295 aus Immendingen Baden-Württemberg stellen mit 428 Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten den deutschen Anteil gemeinsam mit Österreichs Bundesheer in der insgesamt 550 Soldaten starken Eingreiftruppe ORF-Bataillon, die Operational Reserve Force (ORF).
“Für deutlich zu hoch” hält der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus diese Einsatzbelastung, denn große Teile der Einheiten seien “zum dritten Mal innerhalb von anderthalb Jahren in den Einsatz” entsendet worden. Damit sind viele Soldaten damit quasi seit 18 Monaten im Dauereinsatz.
Denn auch bei der Verwendung im Inland ist ORF Ready Status einzuhalten, das heißt volle Einsatzbereitschaft innerhalb von 7 Tagen und Verlegung in den Einsatzraum, wie nun geschehen. Die volle Einsatzbereitschaft des deutsch-österreichischen ORF-Bataillons ist heute zum 01. Mai 2012 erreicht worden. Am 06. Mai wird in Serbien gewählt, was auch Auswirkungen auf das Nordkosovo haben wird, Soldatenglück.de berichtete ausführlich darüber.

Deutschland stellt zum dritten Mal in Folge den Commander KFOR (Bentler, Bühler, Drews), auch davor waren unterbrochen von Franzosen und Italienern deutsche Generale der COM KFOR. Das NATO-Mitglied Germany sieht sich im Kosovo offenbar besonders in der Pflicht und will gleichwohl sein KFOR-Kontingent abbauen, was an der bereits reduzierten Stärke von 799 Bw-Soldaten am 25. April 2012 gegenüber der nationalen deutschen Kontingentstärke von 1.243 als größter Truppensteller vor Italien, USA und Österreich bei den rund 6.000 KFOR-Soldaten noch am 30. März sichtbar wird.

(Bilderquelle: Bundeswehr.de, Ankunft des ORF-Bataillons in Pristina/Kosovo; Soldatinnen und Soldaten marschieren vom Flugfeld)

Hintergrundinformationen: NATO Kosovo Force (KFOR), Wehrbeauftrager des Deutschen Bundestages

Wehrbeauftragten-Jahresbericht – Große Sinnkrise der Bundeswehr (Video)

Mittwoch, 25. Januar 2012

Der Bundeswehr wird viel zugemutet. Der Afghanistan-Krieg zerrt an den Nerven. Zusätzlich schlägt die große Strukturreform auf die Stimmung, wie der Wehrbeauftragte in seinem Bericht kritisch anmerkt. Die Klagen sind teils verständlich. In der Heimat werden Standorte und Stellen gestrichen, während die Soldaten an der afghanischen Front immer stärker am Sinn des Einsatzes zweifeln. Zudem ist die Ausrüstung weiter so bescheiden, dass Kampfeinsätze überwiegend den Alliierten überlassen bleiben. Die Bundeswehr ist im Vergleich zur US-Armee nur drittklassig. Hinzu kommen große Belastungen für Ehen und Familien, wenn etwa der nächste Auslandseinsatz ansteht oder der künftige Standort Hunderte Kilometer vom Heimatort entfernt liegt.

Natürlich müssen auch andere Berufsgruppen Entbehrungen in Kauf nehmen. Manch ein Lkw-Fahrer oder Handelsvertreter etwa sieht sein Kind nur am Wochenende. Und das Risiko für Leib und Leben kann bei Polizei und Feuerwehr ähnlich hoch sein wie bei der Bundeswehr. Deshalb muss manche Kritik im Bericht des Wehrbeauftragten relativiert werden, genauso wie die darin aufgestellte Behauptung, die Truppe sei trotz allem sehr motiviert. Frustriert sind viele Soldaten aber vor allem darüber, dass sie in der Gesellschaft kaum öffentliche Anerkennung erfahren, wenn sie etwa am Hindukusch ihr Leben riskieren. Das verstärkt die große Sinnkrise der Bundeswehr ungemein. (Zitatende)

Kommentiert die “Neue Osnabrücker Zeitung”.

Nachtrag: Dazu das Video: Viele Probleme bei der Bundeswehr

Die Trauma-Erkrankungen bei Bundeswehr-Soldaten haben im vergangenen Jahr zugenommen. Doch die seelischen Verletzungen sind nicht die einzigen Probleme, mit denen die Truppen zu kämpfen haben.

 

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, ISAF.NATO.int; Soldaten der Bundeswehr aus Deutschland angetreten in Kunduz/Nordafghanistan;
Videoquelle: ZDF Heute 24.1.2012)

Hintergrundinformationen: Jahresbericht 211 des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages

Stark belastet, Durchhaltefähigkeit gefragt – Kommentare zum Wehrbeauftragten Jahresbericht 2011

Dienstag, 24. Januar 2012

Der Wehrbeauftragte des Bundestags prangert Jahr für Jahr Missstände bei der Bundeswehr an. Das ist sein Job. Selten zuvor aber war die Kritik so umfassend und fundamental, wie diesmal. Hellmut Königshaus lässt keinen Zweifel daran, dass die Reform die Truppe auf eine echte Bewährungsprobe stellt – von der noch keineswegs sicher ist, ob sie sie auch besteht. Weite Wege zur Dienststelle, horrende Scheidungsraten, mangelhafte Ausrüstung und schlechte Stimmung – wer sich nach dem Bild, das Königshaus über die Lage der Soldaten zeichnet, noch für eine berufliche Zukunft an der Waffe entscheidet, muss schon sehr überzeugt sein. Wer die Wahl hat, dürfte sich wohl eher für einen Job in der Wirtschaft oder dem öffentlichen Dienst entscheiden. Woher aber soll die Bundeswehr dann die qualifizierten Leute bekommen, die sie so dringend braucht? Die Politik sollte den Weckruf von Königshaus ernst nehmen und sich vor allem klar machen, dass die Reform der Bundeswehr Geld kosten wird. Die Abgeordneten – die stets betonen, wie schwer es ihnen fällt, die Bundeswehr in einen Einsatz zu schicken – könnten ihr Gewissen etwas erleichtern, wenn sie zumindest dafür sorgen, dass die Soldaten die bestmögliche Vorbereitung und Ausrüstung erhalten. (Zitatende)

Kommentiert Christian Altmeier von der “Rhein-Neckar-Zeitung” aus Heidelberg.

Durchhaltefähigkeit gefragt – Zum Jahresbericht des Wehrbeauftragten kommentiert die Lausitzer Rundschau aus Cottbus:

Was sollte jemanden locken, freiwillig den Beruf Soldat zu ergreifen? Zumal wenn er solche Berichte über Missstände und Unzulänglichkeiten liest, wie der Wehrbeauftragte am Dienstag in Berlin wieder einen veröffentlichte. Die berufliche Sicherheit und die Aufstiegschancen könnten es sein. Doch derzeit werden Offiziere und Zivilkräfte bei der Bundeswehr in großer Zahl entlassen – wenn auch mit einem goldenen Handschlag -, um die Armee zu verkleinern. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Kinder haben und groß ziehen, ein normales Leben, nichts ist angesichts der zahlreichen Versetzungen und Auslandseinsätze ferner. Dazu kommen die vielen geplanten Standortschließungen, die neue Umzüge mit sich bringen werden. Die Faszination Technik? Das reizt viele, doch wird gerade gespart an allen Ecken und Enden. Vielfach ähnelt die Bundeswehr mehr einer Landmaschinenschlosserei als einer High-Tech-Firma. Die Verantwortung? Die wäre ein starker Grund, doch der Rückzug aus Afghanistan, ohne dort wirklich einen Erfolg erreicht zu haben, ist nicht gerade vorbildlich. Und die abschätzige innenpolitische Debatte über die Auslandseinsätze motiviert auch nicht. Nach der abrupten Umstellung von der Wehrpflichtigen- zur Freiwilligenarmee beginnt für die Bundeswehr jetzt die schwierigste Phase, die des Übergangs. Und der sonstige Arbeitsmarkt lässt zurzeit nicht viele Bewerber übrig. Jetzt ist die Durchhaltefähigkeit der Politik gefragt, vor allem ihre Fantasie und ihre Kreativität. Ein bisschen Werbekampagne wird da nicht reichen. Sehr wahrscheinlich wird man für das geplante Attraktivitätsprogramm wesentlich mehr Geld und mehr Zeit brauchen, als man bisher dachte. (Zitatende)

[Textquelle kursiv: Rhein-Neckar-Zeitung.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Teilnahme des Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), an der Debatte und namentlichen Abstimmung im Deutschen Bundestag über die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO auf Grundlage der Resolutionen 1386 (2001) und folgender Resolutionen, zuletzt Resolution 1943 (2010) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Aufnahmedatum: 28.01.2011;
ein deutscher ISAF-Konvoi in Afghanistan]

Hintergrundinformationen: Jahresbericht 211 des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages

Wehrbeauftragter für Ausländer in der Bundeswehr – vereinfachte Einbürgerung als Anreiz (Video)

Sonntag, 25. Dezember 2011

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), will die Bundeswehr für Ausländer öffnen.

“Vorraussetzung muss natürlich sein, dass sich ausländische Kanditen klar zu unserem Land und zum Grundgesetz bekennen und die deutsche Sprache beherschen”, sagte Königshaus der Nachrichtenagentur dpa. Als Anreiz sollte den Migranten eine vereinfachte Einbürgerung angeboten werden.

Ohne die Öffnung könne der Personalbedarf der Bundeswehr langfristig nicht gedeckt werden.

Soldatenglück.de merkt an: Bei den US-amerikanischen Streitkräften ist die Rekrutierungs-Methode mit Naturalisierungs-Zerememonie (siehe Bilder) bewährt, allerdings verstehen sich die USA im Gegensatz zu Deutschland seit Jahrhunderten als Einwanderungsland udn patriotische Nation. Die Abbrecher-Zahlen bei den jungen Freiwilligen in der Bundeswehr sind zwar keine Erfolgsmeldung für ein attraktives Berufsbild, aber 27,7 Prozent Aussteiger begründen nacheiner Phase von 6 Monaten Aussetzen der Wehrpflicht noch keine solchen Maßnahmen.

Mehr Zustimmung dürfte Königshaus wohl mit seiner Forderung an die Politik, Bundeswehr bzw. das BMVg bekommen, ein Maßnahmenpaket aufzulegen, um personellen Engpässen bei der Truppe vorzubeugen, worin untere und mittlere Dienstgrade besser besoldet werden, da diese nur dann länger bei der Truppe blieben.
Die bisherige Bundeswehr-Praxis, alle paar Jahre in großem Umfang Kompetenz und Erfahrung zu verschenken, um dann wieder neues Personal einzustellen und auszubilden, lasse sich so nicht weiterführen – allein schon wegen der demografischen Entwicklung.

So in etwa stellt sich der Wehrbeauftrage Königshaus die Ausländer-Anwerbung wohl vor, so machen es die US-Amerikaner, mit einem Security Check up:
Video USCIS Naturalization at Basic Training: Fort Sill, Oklahoma

Hintergrundinformationen: U.S. Citizenship and Immigration Services (USCIS), Citizenship for Military Members & Dependents, Military Help Line im Zuständigkeitsbereich des U.S. Department for Homelnand Security.

(Bilderquellen: White House.gov, President Barack Obama salutes an active duty service member following a naturalization ceremony in the Rose Garden of the White House, April 23, 2010. Official White House Photo by Pete Souza; Defense.gov, U.S. Service members recite the Oath of Allegiance given by Robert Daum during a naturalization ceremony at Bagram Air Field, Afghanistan, Sept. 28, 2011. Daum is the deputy district director of the U.S. Citizenship and Immigration Services office, U.S. Department of Homeland Security, Bangkok, Thailand. DoD photo by Sgt. Edwin Rodriguez, U.S. Army;
U.S. service members pose for a photo with Vice President Joe Biden during his tour of the Coalition Caf? dining facility on Camp Victory, Iraq, July 4, 2009. During his trip to Iraq, Biden met with Iraqi officials and attended a naturalization ceremony for U.S. service members. DoD photo by Sgt. Denise M. Serrano, U.S. Marine Corps);
Videoquelle: U.S. Citizenship and Immigration Services, USCIS.gov)

Wehrbeauftragter lobt Standortkonzept des Verteidigungsministeriums

Donnerstag, 27. Oktober 2011

 

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière für sein neues Standortkonzept gelobt. Der Minister habe nicht nur die Interessen der Soldaten berücksichtigt, sondern ihnen ein “besonderes Gewicht” verliehen. “Das begrüße ich sehr”, sagte Königshaus der Rheinischen Post (Donnerstag-Ausgabe). Er appellierte an de Maizière, bei der Umsetzung des neuen Standortkonzeptes vorrangig auf heimatnahe Versetzungen zu achten. Königshaus verwies darauf, dass die Bundeswehr jetzt schon eine Pendlerarmee sei, in der 70 Prozent der Soldatinnen und Soldaten zwischen Wohnort und Arbeitsort längere Strecken zurücklegen müssten. “Wenn wir aus Wochenendpendlern Tagespendler machen könnten, oder wenn Soldaten eine Standortgewissheit bekommen, die es ihnen ermöglicht, die Familie mitzunehmen und künftig täglich zu sehen, sich in die örtliche Gemeinschaft zu integrieren, vielleicht sogar ein Haus zu bauen, dann wäre letztlich mehr gewonnen als verloren, trotz des Umzugs”, betonte Königshaus. Dieses Reformkonzept sei eines, das länger Bestand haben könne als seine Vorgänger. (Zitatende)

Berichtet die “Rheinische Post” aus Düsseldorf heute.
Soldatenglück.de berichtete gestern u.a.: Verteidigungsminister de Maiziere: Bundeswehrreform & Standortschließungen (Video), BundeswehrVerband: Ungewissheit für Soldaten endlich vorbei / Jetzt müssen Härten abgefedert werden und Von 281.500 Bundeswehr-Dienstposten auf 197.500 zusammengeschmolzen – Neues Stationierungskonzept der Bundeswehr.

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Marine.de, WB Hellmut Königshaus bei der Marine, Artikel “Den Soldaten eine Perspektive für die Zukunft geben”)

Hintergrundinformationen: Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages