Grüne äußern Zweifel an Guttenbergs Aussagen zu Kundus
Mittwoch, 9. Dezember 2009“Der sicherheitspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, hat angesichts des jüngsten “Stern”-Berichts über zivile Opfer beim
Luftangriff in Kundus die bisherigen Darstellungen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zu dem Fall in Zweifel gezogen. “Wenn das so stimmen sollte, dann ist einiges von dem entwertet, was er seitdem gesagt hat”, erklärte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Donnerstag-Ausgabe). “Denn dann hätte er einige von den Berichten, von denen er uns erzählt hat, sie hätten ihm nicht vorgelegen, doch gehabt. Dies ist auch deshalb von großer Bedeutung, weil er mit der Begründung, dass er sie alle nicht habe, Schneiderhan und Wichert entlassen hat. Das wiederum würde bedeuten, dass da eine handfeste Sündenpolitik gemacht worden ist, um den eigenen Hals zu retten.” Zu Guttenbergs Amtsführung sagte Nouripour: “Es gibt vieles, was er besser macht als sein Vorgänger. Die semantischen Verrenkungen um den Kriegsbegriff zu beenden und zu bekennen, dass es in Kundus zivile Opfer gab, war richtig.” Aber mit Franz Josef Jung “den schlechtesten Mann im alten Kabinett als Maßstab zu nehmen, heißt noch nicht, dass er ein großer Minister ist.” Der “Stern” schreibt, das Internationale Rote Kreuz habe Guttenberg bereits am 6.November schriftlich darüber informiert, dass es bei dem von Deutschen befohlenen Bombardement zahlreiche zivile Opfer gegeben habe. Der Angriff vom 4. September stehe zudem nicht in Einklang mit dem internationalen Völkerrecht.” (Zitatende) Berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner morgigen Ausgabe.
Vorgestern (07.12.2009) brachte der Bundestagsabgeordnete und sicherheitspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Omid Nouipour, folgende Pressmitteilung heraus:
Kundus-Opfer: Entschädigung überfällig
“Zur Ankündigung der Bundesregierung, die Verletzten und Hinterbliebenen des Luftangriffs von Kundus zu entschädigen, erklärt Omid Nouripour, sicherheitspolitischer Sprecher:Die Entscheidung, die Opfer und ihre Hinterbliebenen zu entschädigen, ist richtig und längst überfällig. Dies ist ein spätes Signal an die Menschen in Afghanistan, dass Deutschland zu seiner Verantwortung steht.
Es ist traurig, dass die Bundesregierung erst jetzt reagiert, wo die Opfer und Hinterbliebenen angekündigt haben, vor dem Europäischen Gerichtshof in Den Haag Klage einzureichen.” (Zitatende)
Omid Nouripour wurde 1975 in Teheran/Iran geboren, er ist verheiratet, vor seinem Bundestagsmandat war er als selbstständiger Poltikberater tätig, über die Landesliste Hessen zog er ins Parlament ein, seit dem Jahr 2006 ist er als Nachrücker für Joschka Fischer Abgeordneter im Bundestag für Bündnis 90/DIE GRÜNEN und in der 17 Legistaturperiode u.a. ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss und damit im “Kunduz-Untersuchungsauschuss”.
(Textquelle: Kölner Stadt-Anzeiger.de;
PM-Quelle: Nouripour.de; Portrait-Bilquelle: Grüne-Bundestag.de);
Bilderquellen: Bundeswehr.de, Andrea Bienert; von links nach rechts: Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, der Bundesminister der Verteidigung, Karl-Theodor zu Guttenberg und Staatssekretär des Bundesministeriums der Verteidigung, Dr. Peter Wichert bei der Verabschiedung mit Großen Zapfenstreich am 03. Dezember 2009 im BMVg Dienstsitz Berlin beim Bendlerblock;
DoD.mil; U.S. Air Force F-15E Strike Eagle aircraft from the 335th Fighter Squadron drop 2,000-pound joint direct attack munitions on a cave in eastern Afghanistan Nov. 26, 2009. The 335th is deployed to Bagram Airfield, Afghanistan, from Seymour Johnson Air Force Base, N.C. DoD photo by Staff Sgt. Michael B. Keller, U.S. Air Force)






















deutschen Einsatzkontingents bei KFOR in Prizren möchte sich Nobert Lammert (Bild rechts: mit seiner Parteifreundin Angela Merkel) in persönlichen Gesprächen mit den Soldaten einen Eindruck von der Situation im Einsatzalltag und über den Verantwortungs-bereich der Bundeswehr verschaffen. Eine Begegnung mit dem deutschen Soldatensender “Radio Andernach” findet ebenfalls statt. Bei seinem Besuch trifft der Bundestagspräsident mit dem Kommandeur der Multinational Task Force South, dem österreichischen Brigadegeneral Starlinger, und dem Kommandeur des deutschen Kontingents, Brigadegeneral Fugger, zusammen. Außerdem sind Gespräche mit dem internationalen Befehlshaber des im Kosovo stationierten NATO-Kontingents KFOR, dem italienischen General Gay (COMKFOR), und dessen Stabschef, dem deutschen Brigadegeneral Lichtenauer, vorgesehen. In der Hauptstadt Pristina trifft er mit Staatspräsident Fatmir Sejdiu zu einer Unterredung zusammen.




