1955/1956 im geteilten Berlin mit vier alliierten Sektoren (F, USA, GB, UdSSR) führten der amerikanische CIA (Central Intelligence Agency) und der britischen SIS (Secret Intelligence Service) die Operation GOLD/Operation STOPWATCH in den sowjetischen Sektor hinein durch.
In den 50er Jahren herrscht der Kalte Krieg zwischen Ost und West. Die verfeindeten Machtblöcke drohen, bei einem offenen Schlagabtausch Atomwaffen einzusetzen. Um mehr über die Absichten des Gegners zu erfahren, kommt es zu einer spektakulären Spionageaktion. Mitten in Berlin soll unbemerkt ein Tunnel bis unter den sowjetischen Sektor gegraben werden, um dort Telefonkabel aus dem sowjetischen Hauptquartier anzuzapfen und Telefonate nach Moskau abzuhören.
Die versiertesten Spezialisten für schwierige Bauvorhaben vom Ingenieurskorps der US Army werden für die “Operation Gold” eingeflogen. Im Februar 1955 ist es dann soweit: Die Telefonkabel sind in Reichweite. Britische Spezialisten müssen nun aus dem Wust von Kabeln die richtigen herausfinden und sie so manipulieren, dass niemand etwas merkt. Dann gibt es am 21. April 1956 einen Wassereinbruch, der die Sowjets dazu bringt, die Kabelschächte zu untersuchen. Als schließlich Offiziere der Roten Armee den Tunnel und seine Funktion entdecken, feiern sich beide Seiten mit viel Propagandaaufwand in den Medien: die Amerikaner und Briten für ihren Wagemut und die gewonnenen Informationen, die Sowjets für die Aufdeckung einer Aktion des “imperialistischen Westens”.
Aber damit ist die Geschichte der “Operation Gold” noch nicht zu Ende. 1962 wird George Blake, einer der entscheidenden britischen Geheimdienstoffiziere, als sowjetischer Spion entlarvt. Es wird klar, dass Moskau von Anfang an über die Aktion informiert war. Damit scheint die Operation gescheitert, ein großer Batzen des US-Miltärbudgets wurde buchstäblich in den Sand gesetzt. Erst die Analyse jüngst geöffneter Geheimdokumente lässt noch eine andere Schlussfolgerung zu. Die Beteiligten von damals durften bislang nie über ihre Beteiligung an “Operation Gold” reden. In dieser Dokumentation sprechen sie über ihre Erlebnisse und Erinnerungen und setzen zum ersten Mal das vollständige Bild dieser hoch geheimen Aktion zusammen. (Deutschland, 2011, 52mn) WDR
(Videoquelle, Textauszüge kursiv: arte.tv, 7 Tage sichtbar;
Bild-, Kartengrafikquelle: CIA.gov)
Auf dem Madrider Almudena-Friedhof ist die Inschrift über den Gräber der acht gefallenen deutschen Soldaten der Legion Condor entfernt worden, die im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) auf Seiten des späteren spanischen Diktators Francisco Franco gekämpft hatte. Wie der “Kölner Stadt-Anzeiger” (Donnerstag-Ausgabe) berichtet, wurde die Grabstätte nach dem Bürgerkrieg zur Verherrlichung der von Hitler entsandten Kampfpiloten angelegt. Die Inschrift über den Gräbern verkündete: “Hier ruhen deutsche Flieger gefallen im Kampfe für ein freies Spanien.” Die Inschrift fehlt inzwischen – nachdem der “Kölner Stadt-Anzeiger” beim deutschen Auswärtigen Amt um Informationen zum Mahnmal gebeten hatte. “Die Aufschrift ignorierte die Leiden der Opfer, die der Einsatz der Legion im spanischen Bürgerkrieg insbesondere auch unter der spanischen Zivilbevölkerung gefordert hat”, erklärte das Auswärtige Amt. “Die Aufschrift wurde daher entfernt.” Vor 75 Jahren, am 26. April 1937 legten 21 Flugzeuge der Legion Condor, unterstützt von drei italienischen Maschinen, das baskischen Städtchen Guernica mit damals 6000 Einwohnern in Schutt und Asche. Rund 300 Menschen starben. (Zitatende)
Um keinen deutschen König ranken sich so viele Anekdoten wie um Friedrich II. von Preußen , dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.
Liegt das vor allem an einer gut funktionierenden PR-Maschinerie, die der nach Ruhm strebende Alte Fritz höchstselbst zu befeuern vermochte? Mit der er sich als jugendlichen Draufgänger, als Feingeist und Philosoph oder als Feldherr inszenierte?
Die Eckpfeiler der vom Bundestag beschlossenen Stiftung für radargeschädigte Soldaten der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee stehen. Wie Recherchen von NDR Info ergeben haben, soll sich die Stiftung bis zum Sommer konstituieren. Nach der Sommerpause soll dann über die ersten Entschädigungen entschieden werden. Wie aus mehreren Bundestagsfraktionen zu erfahren war, ist die Ausarbeitung der Satzung so gut wie abgeschlossen. Außerdem soll im April mit dem Soldatenhilfswerk als Träger der Stiftung ein Treuhandvertrag geschlossen werden. Das Bundesverteidigungsministerium wollte auf Nachfrage die Zeitplanung nicht kommentieren.
Über die Kriterien der Vergabe soll ein fünfköpfiger Stiftungsrat entscheiden. Ein Mitglied soll nach Angaben des Bundeswehrverbandes dessen langjähriger Vorsitzender Bernhard Gertz werden. Außerdem bestätigte der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Hans-Peter von Kirchbach, dem Sender seine Mitarbeit. Der FDP-Verteidigungspolitiker Burkhardt Müller-Sönksen erklärte, dass die Stiftung aus dem Bundeshaushalt zunächst mit sieben Millionen Euro ausgestattet werde. Müller-Sönksen betonte, dass auch Soldaten, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, von der Stiftung entschädigt werden können. “Wir wollen einen unbürokratischen Ausgleich bei krankheitsbedingten Härtefällen. Es soll das Menschliche im Vordergrund stehen und nicht das Juristische.”
Die Vertretung der Betroffenen, der Bund zur Unterstützung Radargeschädigter (BzUR), begrüßt die Entwicklung und sprach von einem Erfolg. “Ich hoffe, dass wir abseits der Bürokratie etwas für die Betroffenen erreichen können”, sagte der Vorsitzende Dietmar Glaner zu NDR Info. Wichtig sei, dass sich jeder Betroffene direkt an die Stiftung wenden könne, betonte Glaner. Das Stiftungskapital von sieben Millionen Euro sei aber zu gering und müsse in den kommenden Jahren erhöht werden. Ähnlich äußerte sich das zuständige Vorstandsmitglied des Bundeswehrverbandes, Rolf Meyer. Er sagte, es sei “kein Ruhmesblatt”, dass es erst jetzt zu einer Lösung des seit den 90er-Jahren bekannten Problems komme.
Der Bundestag hatte im November 2011 mit den Stimmen von Union, SPD, FDP und Grünen die Bundesregierung beauftragt, die Gründung einer Stiftung zu prüfen. Sie soll vor allem Soldaten und Zivilbeschäftigten helfen, die hauptsächlich in den 60er- und 70er-Jahren mit Radarstrahlung in Berührung gekommen sind. Von den etwa 3800 Betroffenen haben bislang nur etwa 20 Prozent eine versorgungsrechtliche Anerkennung erhalten, da die Bundeswehr einen Zusammenhang zwischen der Arbeit und Erkrankungen nicht anerkennt. (Zitatende)
(Textquelle kursiv: NDR Norddeutscher Rundfunk.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Vergleichsbilder, z.B. das HAWK-System zur Flugabwehr mit High-Powered Illuminator Radar wurde seit 1962 eingesetzt, Bediener-Soldaten mussten ab 1981 Bleischürzen tragen. Auch z.B. das von der NVA der DDR genutzte  Radar der sowjetischen Schilka-Flugabwehr weist für Soldaten gesundheitliche Folgeschädigungen auf.)
Über 600 Menschen starben im Juni 1944 bei einem Massaker der Nazis in dem französischen Dorf Oradour-sur-Glane. Erst jetzt wurden in Deutschland die Wohnungen von mehreren Beteiligten untersucht. Bis heute stand keiner der Verantwortlichen vor einem bundesdeutschen Gericht. Jetzt – fast 70 Jahre später – ordnete die Staatsanwaltschaft Dortmund Hausdurchsuchungen bei sechs ehemaligen Soldaten an. Gesucht wurde vor allem nach Fotos, Tagebüchern und anderen Dokumenten, die als Beweise dienen könnten. Die Beschuldigten selbst sind so alt, dass sie kaum mehr vernehmungsfähig sind. In Frankreich werden die Ermittlungen gleichwohl mit großem Interesse verfolgt. Das Kriegsverbrechen von Oradour ist unvergessen.
(Videoquelle, Text: Deutsche Welle.de; Grafikquelle: CIA.gov, Frankreich Karte)
Doku soll Zeit zwischen 1941 bis 1946 an der Ostfront und in Berlin zeigen
Für eine mehrteilige Dokumentation zum Zweiten Weltkrieg und die Erfahrungen der damals Anfang 20-Jährigen sucht die ZDF-Redaktion Zeitgeschichte Frauen, die den Kriegsalltag in Berlin oder in einem Frontlazarett miterlebt haben. Zeitzeugen werden gebeten, sich beim ZDF zu melden.
Gesucht werden außerdem Amateurfilmaufnahmen aus den Jahren 1941 bis 1946, die das Geschehen an der Ostfront und in der Heimat ungefiltert jenseits der offiziellen Propagandabilder zeigen. Hinweise auf Originalfilme aus jener Zeit nimmt die Redaktion gerne entgegen. Im Gegenzug kann eine DVD-Kopie des Filmmaterials erstellt werden. Eine spätere Verwendung in den Dokumentationen wird honoriert.
Die ZDF-Kontaktadressen: Per E-Mail: ostfront@zdf.de
Per Post: ZDF, Redaktion Zeitgeschichte, Kennwort: “Ostfront”, 55100 Mainz
Der Reichskanzler und Fürst Otto von Bismarck lebte vom 01. April 1815 bis 30. Juli 1898. 114 Jahre nach seinem Ableben meldet sich seine Stimme von der Ostküste der USA aus dem Edison-Archiv im Bundesstaat New Jersey. Das Tondokument ist einmalig, vor 123 Jahren entstand die Aufnahme auf einer Wachswalze. Die aufgezeichnte Stimme ist nach mittlerweile über einem Jahrhundert von keiner guten Qualität mehr, Nebengeräusche der rotierenden Walze sind präsenter als die aufgezeichnete Bismarck-Stimme, dennoch ist die Entdeckung bzw. technische Wiederherstellung des Audio-Vermächtnisses nicht nur für Bismarck-Anhänger ein zeithistorsischer Erfolg dn interessantes Dokument.
Im Jahr 1889 hatte Fürst Bismarck in Friedrichsruh bei Hamburg am 07. Oktober Besuch von einem Amerikaner mit deutschen Wurzeln, der als Mitarbeiter von Thomas Alvin Edison kam, dem technischen Erfinder, dem wir auch die Glühbirne verdanken, der Besucher führte dem 74-jährigen den Edison-Phonograph als Vorgänger aller Audio-Aufzeichnungsgeräte praktisch vor und Bismarck im Alter von 74 war dem Neumodischen gegenüber offen und machte mit Freude mit. Mehrsprachig unter anderem die französiche “Hymne Marseillaise” rezitierte und das Studentenlied ”Gaudeamus igitur” schmetterte Otto von Bismarck in die neumodische Apparatur, was uns noch heute im Jahr 2012 seine Stimme hören lässt.
(historisches Bild: Otto von Bismarck als Ministerpräsident von Preußen;
Videoquelle: via YouTube, Sensation, die Stimme des “Eisernen Kanzlers” Bismarcks. Tonaufnahme: Friedrichsruh am 07. Oktober 1889)
“Genialer Feldherr, toleranter Fürst, Philosoph auf dem Thron: Friedrich II. avancierte in den vergangenen drei Jahrhunderten zum gut ausgeleuchteten deutschen Vorbild. Am nächsten stand dem Preußenkönig sein Kammerdiener Fredersdorf. Ihm vertraute Friedrich blind bei Geld, Spionen und Hämorrhoidenleiden. Der erhaltene Briefwechsel zwischen König und Diener zeigt den Alten Fritz ohne Legende – dafür voller Liebe”, schreibt Oliver Das Gupta bei Süddeutsche.de: Zum vollständigen Artikel 300 Jahre Friedrich der Große – Der schwule Fritz mit Comic-Bildern aus Fritzens Leben.
Dazu das Video: Flötenkonzert e-Moll -Allegro ma non tanto, Ensemble Sans-Souci Berlin
[Textauszug: Süddeutsche.de;
Bilder: Flötenkonzert Friedrichs des Großen zu Sanssouci von Adolph Menzel, 1850/52;
Friedrich II. (der Große), König von Preußen, im Jahr 1781 im Alter von 68 Jahren; Ölbild von Anton Graff (1736–1813);
Videoquelle: via YouTube]
Slideshow über Friedrich II., auch Friedrich der Große oder der Alte Fritz genannt, Sohn von Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig. Musik: Präsentiermarsch des Leib-Kürassier-Regiments “Großer Kurfürst” (schlesisches) Nr. 1 von Cuno Graf von Moltke (1896).
Mit der Geschichte des eigenen Volks ist es wie mit der Familie: Man kann sie sich nicht aussuchen; man muss sie nehmen, wie sie ist. Im Guten wie im Bösen. Selbst nach Jahrhunderten. Der Preußenkönig Friedrich II., im 19. Jahrhundert zum Großen befördert, ist ein schönes Beispiel dafür. Ein Monarch mit zwei Gesichtern. Als Philosoph eine Ausnahmeerscheinung schon zu Lebzeiten, der der Aufklärung, also den Prinzipien von Vernunft, Toleranz, Freiheit und Gerechtigkeit nicht nur das Wort redete. Er setzte sie – freilich in Grenzen – als erster Herrscher in Europa auch durch. Pflichterfüllung als preußisches Führungsprinzip kam hinzu und gipfelte im Anspruch des “Alten Fritz”, erster Diener seines Staates zu sein. Es gibt aber auch den anderen Friedrich; den ziemlich skrupellosen Machtpolitiker. Ein Feldherr und Schlachtenlenker, der weder Risiken scheute noch Menschenleben schonte, um aus dem Flickenteppich Preußen in den drei Schlesischen Kriegen eine europäische Großmacht neben Frankreich, Russland, Österreich und England zu formen. Diese Sucht nach Macht und Ruhm gehört ebenso zu Fridericus Rex und drückt die Ambivalenz im Charakter des bedeutendsten Königs Preußens aus, der uns bis heute wie kein anderer fasziniert. Heute vor 300 Jahren erblickte er in Berlin das Licht der Welt. Über die Zeitläufe standen mal seine reformerischen Tugenden, mal seine kriegerischen Ambitionen im Zentrum der Betrachtungen. Weder das eine noch das andere für sich genommen wird ihm gerecht. Die verkrampften Urteile über den Monarchen schwanden denn auch noch während der Teilung Deutschlands, als die SED-Führung den lange Jahre verunglimpften Friedrich am Forum Fridericianum Unter den Linden wieder auf den Sockel hob. Seitdem ist er anerkanntes, zumindest respektiertes gesamtdeutschen Erbe. Keiner, der im Herzen Berlins oder in Potsdams Schlössern und Gärten auf den Spuren des heutigen Geburtstagskönigs wandelt, kann sich der Faszination entziehen, die mit seiner Person und Geschichte verbunden ist. Zugleich sind es die von ihm vorgelebten Werte, die in unserer hedonistisch geprägten Welt eine Renaissance erleben. Pflichterfüllung, Bescheidenheit im Amt, dem Staate, was des Staates ist (aber auch nicht mehr), Toleranz – das sind Prinzipien, nach denen wieder Sehnsucht herrscht in der Gesellschaft. Zu Recht. Es ist kein Zufall, dass vielleicht etwas langweilige, aber verlässliche, pflichtbewusste Politiker wie Thomas de Maizière oder Angela Merkel mit den preußischen Tugenden in Verbindung gebracht werden und deshalb mehr Respekt und Vertrauen genießen als andere. Auch unserem Staatsoberhaupt sei empfohlen, sich ein bisschen mehr für den König zu interessieren, in dessen Bruders Haus er residiert. Nur ein Drittel der Deutschen weiß noch, dass Friedrich der Große ein preußischer König war. Das wird sich am Ende dieses Jahres mit den Ausstellungen, Schauen und Lesungen ihm zu Ehren hoffentlich ändern. Wir haben in unserer Geschichte nicht so viele Könige, Kanzler oder Präsidenten, von denen wir auch heute noch etwas lernen können. (Zitatende)
Kommentiert die BERLINER MORGENPOST des Axel-Springer-Verlages.
Komentiert das “Westfalen-Blatt” aus Bielefeld.
Dazu das Video: FRIEDRICH DER GROSSE – EINE REISE ZU DEN ORTEN SEINES LEBENS
Zum 300. Geburtstag Friedrich des Großen sind etliche neue Bücher über den Preußenkönig erschienen. Das Sachbuch von Bernd Ingmar Gutberlet konzentriert sich auf die Orte, die für das Leben und Wirken von Friedrich II. wichtig waren.
[Textquellen kursiv: Berliner Morgenpost.de, Westfalen-Blatt.de; Bildquelle: Friedrich II. (der Große), König von Preußen, im Jahr 1781 im Alter von 68 Jahren; Ölbild von Anton Graff (1736–1813);
Videoquelle: lettra.tv via YouTube]