Ein Quantum Trost für den Bundesnachrichtendienst

Gesetz über den Bundesnachrichtdienst (BNDG)
§ 1 Organisation und Aufgaben
(1) Der Bundesnachrichtendienst ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundeskanzleramtes. Einer polizeilichen Dienststelle darf er nicht angegliedert werden.
(2) Der Bundesnachrichtendienst sammelt zur Gewinnung von Erkenntnissen über das Ausland, die von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland sind, die erforderlichen Informationen und wertet sie aus. [...]
Bei den Briten heißt der Doppelnull-Agent James Bond und er hat viele Pässe, Lizenzen und übernatürliche Fähigkeiten, um im Auftrag ihrer Majestät weltweit seinen Job zu erledigen und in Gefangenschaft geriet er auch schon mehrmals. Beim Bundenachrichtendienst (BND) haben die real existierenden BND-Agenten an der Residentur der Deutschen Botschaft Pristina in der
jungen Republik Kosovo die (Deck-)Namen A. K. und C. W.
Der A. K. ist nicht mehr als Resident in der mittlerweile Deutschen Botschaft Pristina (Bild oben) eingesetzt, vorher bis zur Anerkennung der Unabhängigkeits-Erklärung Deutsches Verbindungsbüro Kosovo genannt. C. W. hat übernommen, nachdem A. K. im Mai überraschend abberufen wurde. Der akkreditierte BND-Resident mit diplomatischer Immunität in diesen bewegten Zeiten ist C. W., ein lebenserfahrener Beamter aus Pullach im Isartal, der als Oberamtsrat (A 13 g) seine letzte Verwendung vor dem verdienten Ruhestand absolviert, was bei diesem Worst Case Szenario mit Chaos-Tagen in Pristina und in der Pullacher Heilmannstraße und im Berliner Gardeschützenweg sogar ein Positivum ist, denn der Puls bleibt ruhig, wenn der Präsident über abhörsichere Leitung selbst anruft, pro Tag mehrerer chiffrierte Drahtberichte in die Zentrale und ins Kanzeleramt gesandt werden, denn die Heldentaten sind schon alle vollbracht und die meisten Messen gesungen. Bei den BND-Kollegen ist eine Verwendung im Kosovo als wenig attraktiv eingestuft. BND-Karrierebeamte lassen sich ungern bzw. nicht als Residenten in den Kosovo schicken, kein schöner Aufenthaltsort für 3-5 Jahre, viel Arbeit, wenig Freude, für Familien nur bedingt geeignet, andere Einsatzorte bieten objektiv mehr für den Beamten des höheren Dienstes des deutschen Auslandsnachrichtendienstes BND. Auch dort ist man wählerisch, Beamte und Angestellte des Öffentlichen Dienstes sind sie schließlich alle. Und die vornehmlich Juristen des höheren Dienstes “unmilitärischer Herkunft” kennen ihre Mitarbeiter-Rechte, auch wenn sie die Rechte, Pflichten und gesetzlichen Rahmen ihres Dienstherrn BND manchmal allzu großzügig auslegen, wie die letzten Untersuchungsausschüsse des Deutschen Bundestages und das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) feststellten. Die ehemaligen bzw. temporär versetzten Bundeswehr-Soldaten (Ex-ZNBw und AMK*), die beim BND tätig sind, sind in der Einsatzland-Wahl schon schmerzfreier, Irak, Kosovo, Djibouti, Afghanistan usw. stellen kein Neuland oder keine No-go-Area dar.
Die Arbeit im Dienste des BND hat gewiss auch seine unerfreulichen Seiten, besonders in Konfliktregionen, aufreibende Aufenthalte in C-Länder und gelegentliche Inhaftierungen mit anschließenden Disziplinarverfahren und Befragungen durch Parlaments-Untersuchungsauschüsse inbegriffen.
Am Mittwochabend, 19. November wurden drei deutsche Staatsangehörige von der Counter Terrorism Unit des Kosovo Police Service (KPS) festgesetzt. Der kosovarische Polizeisprecher Veton Elshani (zur Meldung)teilte nach der Festnahme mit, drei deutsche Staatsbürger würden verdächtigt, am Bombenanschlag auf das International Civilian Office (ICO) bzw. das Hauptquartier des European Union Special Representative (EU SR) in Kosovo beteiligt zu sein. Gelegen ist der Tatort auf dem KFOR-Hill etwa 500 Meter Luftlinie entfernt vom KFOR HQ in Film City in der Kosovo-Hauptstadt Pristina, Tatzeit war am Freitag, 14. November gegen 17:30 Uhr. Das ICO/EU SR HQ wird in der Wahrnehmung der kosovarischen Bevölkerung als Liegenschaft/Dienstgebäude des EU SR Pieter Feith (NL) und als Hauptquartier der *Â EULEX-Mission (ein EULEX-Dienstwagen mit den “Insignien der Macht”, Bild unten) wahrgenommen. Soldatenglück.de berichtete darüber und erste Kommentare von Kosovo-albanischer und serbischer Seite gingen dazu ein.

Die drei festgenommenen deutschen Staatsbürger sollen offizielle Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes sein, allerdings keine akkreditierter Botschaftsresidenten oder KFOR-Soldaten, noch deutsche entsandte UN- oder EU-Mitarbeiter mit Spezial- oder Ermittlungsauftrag. Die BND-Zentrale äußerte sich (generell) nicht zu den Vorwürfen. Auch in den nächsten Tagen seien vom Auslandsgeheimdienst keine Kommentare zu erwarten, sagte der BND-Sprecher heute dazu. Die Kosovo-Zeitung “Express” hingegen will über die die Namen der drei BND´ler verfügen, die freilich nur Decknamen sein können, dass bei den Verdächtigen ein Diplomatenpass gefunden worden sei, kursierte als Meldung im Kosovo TV-Sender RTK.
Die Festgenommenen haben beteuert, sie hätten lediglich den Tatort des Anschlags inspiziert. Einer von ihnen sei beobachtet worden, wie er in ein leeres Nachbargebäude (im Bau befindlich) einstieg, von dem aus offenbar der Sprengsatz geworfen worden war. Der Agent habe von dort aus die beim Anschlag beschädigte Gebäudefront fotografiert. Er und seine beiden Begleiter seien daraufhin am Mittwoch festgenommen worden, weitere Beweismittel seien gefunden worden. Die Männer arbeiteten mit einer Legende angeblich für eine Logistik-Firma, die als BND-Operationsbasis diente. Bislang fiel andernorts das weltweit operierende in München beheimateten Unternehmen SIEMENS oder das weltweit in 83 Ländern vernetzte Goethe-Institut durch gelegentliche “BND-Personalunion” auf. (weiter…)