Schande statt Ruhm und Ehre für die Clausewitz-Gesellschaft, die Bundeswehr-Universität Hamburg, das Militärgeschichtliche Forschungsamt der Bundeswehr und das Bundesamt für Wehrtechik und Beschaffung!
Dr. Olaf Rose (Jahrgang 1958), der NPD-Kandidat zur Bundespräsidenten-Wahl in der 15. Bundesversammlung, hat sich den Doktor phil. von der Bundeswehr-nahen Clausewitz-Gesellschaft als Promotions-stipendiat unterstützen lassen. Rose promovierte 1992 mit finanzieller Unterstützung der Bonner Clausewitz-Gesellschaft an der Universität der Bundeswehr in Hamburg (Fachbereich Pädagogik) zum Dr. phil. Seine Dissertation war eine wissenschaftliche Arbeit über “Carl von Clausewitz: Wirkungsgeschichte seines Werkes in Russland und der Sowjetunion 1836–1991″ (siehe unten). Im Jahr 1995 veröffentlichte das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) die 281-seitige Rose-Dissertation wegen seines militärhistorischen Bezuges in der Schriftenreihe des MGFA im Oldenbourg Verlag. Der Leiter des MGFA Freiburg-Potsdam (Kpt zS Dr. Werner Rahn) schrieb als Herausgeber der Publikation im Jahr 1995 das Vorwort und bezeichnete die vorgelegte Arbeit als Forschungslückenschluß in der Clausewitz-Forschung.
Die Examensarbeit des Olaf Rose hatte den Titel: “Das Unternehmen Barbarossa. Die deutsche Präventivkriegsthese und die Memoiren sowjetischer Militärs”.
In seinen Dissertations-Vorbemerkungen (siehe unten) dankt Rose 1995 der Clausewitz-Gesellschaft für die “großzügige finanzielle Unterstützung” und das Vertrauen in einen “Zivilisten”. Namentlich dankt Rose dem ehemaligen Vorsitzenden Generalleutnant a.D. Lothar Domröse (Jg. 1920) und Generalmajor a.D. Dr. phil. Eberhard Wagemann (1918-2010). Roses Dank ging an die Universität der Bundeswehr und natürlich seinem Doktorvater, Prof. Dr. Franz Golczewski (Jg. 1948), der Anfang 2012 an der Bw-UniÂverÂsiÂtät HamÂburg sein 40-​jähÂriÂges DienstÂjuÂbiÂläÂum feierte.
Seit Anfang 2007 ist der revisionistische Historiker Olaf Rose (geboren in Arnsberg/NRW, vermutlich lebend in Balje/Niedersachsen und Pirna/Sachsen, arbeitend in Dresden/Sachsen) beim “Parlamentarischen Beratungsdienst” als einer von acht “Parlamentarischen Beratern” der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag tätig und dort nach NPD-Angaben zuständig für Innenpolitik, Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien. Fraktionsvorsitzender in Sachsen ist der seit November 2011 NPD-Parteivorsitzende Holger Apfel.
Rose ist NPD-Aktivist und Verfechter der ”Nationaldemokratie”. Rose gehörte von 05/2008 bis 03/2009 dem NPD-Bundesvorstand an.
Der Präsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) hat den “Werner-Hahlweg-Preis für Militärgeschichte und Wehrwissenschaften” in den 90er Jahren u.a. an Olaf Rose vergeben. Seit 1992 wird der Militärwissenschafts-Preis im zweijährigen Turnus durch das ”Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung” geldwert verliehen. Namensgeber ist der Militärhistoriker * Prof. Dr. Werner Hahlweg (1912-1989). Professor Hahlweg, der 1989 verstarb, hat im Rahmen seiner Hinterlassenschaft verfügt, daß zur Förderung von Militärgeschichte und Wehrwissenschaften aus einem Teil seines Erbes alle zwei Jahre ein Preis für herausragende Arbeiten dieser Wissenschaftsgebiete aus dem vorausgegangenen Zeitraum vergeben werden soll. Besondere Anerkennung wurde Hallweg als Nestor der Clausewitz-Forschung zuteil. Für den Preis muss sich der Wissenschaftler proaktiv beim BWB bewerben. An Preisgeldern stehen insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung. Preise werden für die besten eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten in deutscher Sprache, wie z. B. Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften zuerkannt, die in den jeweils beiden Vorjahren abgeschlossen wurden, so beschreibt die BWB die Preisauslobungs-Regularien.
Die * Clausewitz-Gesellschaft e. V., gegründet 1961, mit heutigem Sitz in Meckenheim und in Hamburg in der Führungsakademie der Bundeswehr (Internationales Clausewitz-Zentrum, bestehend seit 1999) ist ein “Zusammenschluss von Offizieren im Generalstabs-/ Admiralstabsdienst der Bundeswehr und von Persönlichkeiten, die im Sinne der Zielsetzung der Clausewitz-Gesellschaft hervorgetreten sind, diese vertreten und unterstützen”.
Ein Trost ist, dass die “NPD – Deutsche Volksunion” nur mit drei Wahlmännern in der Bundesversammlung vertreten sein wird:
Der NPD Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag und seit November 2011 NPD-Parteivorsitzende (Nachfolger von Udo Voigt, bis SaZ 1984 Lw-Hauptmann, bis 2009 DBwV-Mitglied, ebenfalls eine Schande für die Bundeswehr), Holger Apfel,
der NPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag Mecklenburg-Vorpommern und stellvertretende NPD-Vorsitzende, Udo Pastörs,
und der sächsische Landtagsabgeordneten Dr. med. Johannes Müller.
Hier die Liste der 620 Mitglieder der 15. Bundesversammlung insgesamt 1.240 Mitglieder), die nicht Bundestagsabgeordnete sind, aus den Ländern.
Der stellvertretende sächsische NPD-Fraktionsvorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführer wollte im Vorfeld er 15. Bundesversammlung höchstrichterlich erreichen, daß er oder ein von ihm Beauftragter als Beobachter an der Auszählung der Stimmen in der Bundesversammlung am 18. März teilnehmen darf, das Bundesverfassungsgericht lehnte dieses Ansinnen ab.
Die NPD unterstellt der Bundesversammlung damit eine theoretisch mögliche Manipulationen bei eventuellen Fremdstimmen für den NPD-Kandidaten Dr. Olaf Rose.
Unterdessen wird der Bundestags-Untersuchungsauschuss zum Neonazi-Terror in Deutschland mit dem Sächsischen Landtags-Untersuchungsauschuss (eingesetzt am 07. März 2012) nicht zusammen arbeiten können, weil die dortige 8-köpfige NPD-Fraktion, wo Olaf Rose arbeitet, darin mit einem NPD-Landtagsabgeordneten vertreten ist. Vertrauliche Ausschuss-Informationen können somit an die NPD gelangen, die es zu verbieten gilt.
* Clausewitz-Gesellschaft:
“Die Clausewitz-Gesellschaft e.V. wurde 1961 als unabhängige, überparteiliche und gemeinnützige Vereinigung gegründet. Ihr gehören zurzeit ca. 1.000 Mitglieder an, mehrheitlich aktive und ehemalige Offiziere im Generalstabs-/Admiralstabsdienst, zunehmend aber auch Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Publizistik. Derzeitiger Präsident der Gesellschaft ist Generalleutnant a. D. Dr. Klaus Olshausen, ihr Ehrenpräsident der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, General a.D. Wolfgang Altenburg. Die Clausewitz-Gesellschaft e.V. hat sich die Aufgabe gestellt, aus der Begegnung mit den Gedanken des militärischen Denkers und großen Philosophen Carl von Clausewitz Nutzen für die Gegenwart zu ziehen. Dabei geht es nicht um eine historische Rückschau auf Clausewitz und seine Zeit oder gar um die detaillierte Exegese seines Werkes, sondern vielmehr um den Versuch, die gegenwärtigen Aufgaben der Politik und der Strategie im Spiegel der Einsichten des Carl von Clausewitz zu sehen und dabei zu prüfen, welche der von ihm formulierten Grundsätze und Einsichten heute noch von Bedeutung sind und damit überzeitliche Geltung besitzen. Stand im Mittelpunkt der Arbeit der Gesellschaft anfangs das Bestreben, das geistige Erbe des deutschen Generalstabes zu bewahren und die Clausewitz-Forschung zu unterstützen, so ist heute vor allem die kritische und intensive Auseinandersetzung mit den strategischen und sicherheitspolitischen Fragen unserer Zeit in den Vordergrund getreten.”
* Professor Werner Dr. Hahlweg (1912 – 1989) war Inhaber des Lehrstuhls für Militärgeschichte und Wehrwissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster/Westfalen, dem seinerzeit einzigen Lehrstuhl dieser Art in Deutschland. Werner Hahlweg hat bedeutende, international anerkannte Lehr- und Forschungsarbeit geleistet. Besondere Anerkennung wurde ihm als Nestor der Clausewitz-Forschung zuteil.
(Textquellen kursiv: Clausewitz-Gesellschaft.de, BWB.org)