Archiv für die Kategorie 'Zentraler Sanitätsdienst'

FDP-Verteidigungspolitikerin Elke Hoff: “Regierung trägt Schuld am Medizinermangel in der Bundeswehr”

Dienstag, 17. März 2009

Der Bundeswehr laufen die Ärzte davon. Trotz Solderhöhung von 600 Euro zieht es viele Truppenärzte in zivile Kliniken. Dort erwartet sie bessere Bezahlung und keine Auslandseinsätze. Allein im vergangenen Jahr verließen bw-sandienst97 Sanitätsoffiziere die Bundeswehr. 85 von ihnen gingen trotz der Pflicht zur Rückerstattung von Ausbildungskosten von bis zu 120.000 Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. “Die Bundesregierung hat das personelle Ausbluten des Sanitätsdienstes zu verantworten”, kritisierte FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff in der “Welt”. Sie hält es für “schlicht inakzeptabel”, dass die Ergebnisse einer extra eingerichteten Arbeitsgruppe erst nach der Bundestagwahl im September vorgelegt werden sollen.

Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion

Die Lage im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Die individuell hohe zeitliche Belastung im Tagesbetrieb, die überaus günstige Arbeitsmarktsituation für Mediziner auf dem zivilen Arbeitsmarkt oder auch die immer häufigeren Auslandseinsätze sind die wesentlichen Ursachen für den Medizinermangel. Wegen des anstrengendem Schichtbetriebs könnte eine bessere Vereinbarkeit von Dienst und Familie beispielsweise durch arbeitsplatznahe Kindertagesstätten Abhilfe schaffen, so die Liberalen.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage geht hervor, bw-santruppedass im vergangenen Jahr 97 Sanitätsdienstoffiziere die Bundeswehr verlassen haben. 85 von ihnen “unter der Pflicht zur Rückerstattung von Ausbildungskosten”, meldet die “Welt”, der die Antwort vorliegt. 2009 seien es bereits acht weitere Mediziner. Und dies bei einer Rückzahlungspflicht von Ausbildungskosten von bis zu 120.000 Euro. Im Vergleich hingen 2006 nur zehn, 2007 acht Sanitätsoffiziere ihre Uniformen an den Nagel. Insgesamt fehlten der Bundeswehr nach ihrem Personalstrukturmodell 429 Ärzte. Soldatenglück.de berichtete im August 2008 mit dem Artikel “Bundeswehr-Sanitätsdienst in Nöten” darüber.

Obwohl das Verteidigungsministerium im Herbst 2008 Gegenmaßnahmen bw-gensanergriffen hatte und beispielsweise den Sold um 600 Euro erhöhte, hält der Exodus an. Grund dafür sei auch der Medizinermangel in Deutschland. In der Bundeswehr glaubt man, dass zivile Kliniken ihre Truppenärzte mit dem Angebot der Übernahme der Ausbildungskosten abwerben würden. Eine Arbeitsgruppe “Attraktivität und Funktionalität des Sanitätsdienstes” arbeitet derzeit an Vorschlägen, wie die Personalbindung erhöht und die Struktur verbessert werden kann.

Elke Hoff, Mitglied im Verteidigungsausschuss der Bundeswehr, hält es für “schlicht inakzeptabel”, dass die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe erst nach der Bundestagwahl im September vorgelegt werden sollen. “Der Minister darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen.” Nach Ansicht von Hoff liegt die Ursache des Personalmangels im Aufbau des Sanitätsdienstes als selbstständiger Organisationsbereich neben den Teilstreitkräften. “Diese falsche Strukturentscheidung muss schleunigst korrigiert werden”, forderte Hoff. Auch die kurzfristig gesetzten Anreize für die Fachärzte würden “verpuffen”.

(Bilderquelle: Sanitätsdienst.Bundeswehr.de)



Der “Angriff auf die Seele” heilt nicht von allein – PTBS-Hilfsangebot trifft auf enorme Resonanz

Sonntag, 8. Februar 2009

Im Kopf geht der Krieg weiter – “Angriff auf die Seele”,
PTBS-Chat trifft auf enorme Resonanz

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Das Internetangebot Angriff-auf-die-Seele.de von Hauptfeldwebel Frank Eggen (als Privatinitiative) ist sehr wichtig und längst überfällig gewesen. Der Umgang mit und die Hilfsangebote für Postraumatische Belastungsstörungen von Soldaten kann und darf nicht allein dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr überlassen werden. Das Angebot für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die in Auslandseinsätzen waren und unter Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden, ist bei allen Anstrengungen der Bundeswehr ausbauwürdig und zivilgesellschaftlich zu ergänzen. Nach der Ausstrahlung des SWR Fernsehfilmes “Willkomen zu Hause” am 02. Februar hat Frank Eggen auf www.Angriff-auf-die-Seele.de nun das Chat-Protokoll mit Militärdekan Joachim Simon als Beauftragter des Katholischen Militärbischofs beim Einsatzführungskommando (EinsFüKdoBw) für die Militärseelsorge in den bw-caht-transscriptEinsatzländern, Katrin Schwarz vom Soldaten- und Angehörigen-Internetforum Frau zu Frau online, Frau Diplom Theologin Petra Hamman, Koordinatorin der Psychosozialen Unterstützung in der Katholischen Militärseelsorge aus der Zeitphase direkt nach der ARD-Ausstrahlung veröffentlicht. Nahezu 4 Millionen Zuschauer haben den Film gesehen. Das Protokoll gibt Auskunft über den dringlichen Bedarf einer vielfältigen Hilfe bei Posttraumatischen Belastungsstörungen von Soldaten. Betroffene, Angehörige, Familienmitglieder, Ehefrauen, Interessierte und Einsatz-Soldaten meldeten sich im Chat zu Wort, das Nachlesen vermittelt einen Eindruck der Stärken und Schwächen des bisher von der Bundeswehr eingerichteten Auffangsystems. zum Chat-Transscript

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Im Kopf geht der Krieg weiter – “Angriff auf die Seele”

Dienstag, 3. Februar 2009

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Die Zahl der Soldaten, die traumatisiert von einem Bundeswehr-Auslandseinsatz zurückkehren, hat steigende Tendenz. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) gab auf Anfrage der FDP-Bundestagsabgeordneten Elke Hoff bekannt, wie sich die Zahl der Fälle von Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) speziell in Afghanistan in den vergangenen drei Jahren entwickelt hat, wie die heutige “Süddeutsche Zeitung” meldete. Die Zahl sei von 55 Fällen im Jahr 2006 über 130 im Jahr 2007 bis auf 226 im vergangenen Jahr gestiegen. In einem gemeinsamen Antrag (Bundestagsdrucksache 16/11410) von SPD und CDU heißt es, dass in diesen Fällen bessere Hilfe für die Betroffenen nötig sei. Der Antrag soll kommende Woche im Deutschen Bundestag verabschiedet werden. Gestern wurde das  Thema im ARD/SWR-Spielfilm “Willkommen zu Hause” behandelt. Soldatenglück.de berichtete dazu, 3,99 Millionen Zuschauer haben den Film gesehen, was einen Marktanteil von 11,9 % ausmacht, eine beachtliche Quote.

Der Fernsehfilm “Willkommen zu Hause” über einen im Afghanistaneinsatz durch einen Sprengstoffanschlag posttraumatisch erkrankten Soldaten kam gestern nach zwei Verschiebungen zur Austrahlung und zeitgleich bieten Bundeswehr.de, Sanitätsdienst.de und Streitkräftebasis.de auf den Internetseiten zwischen einem Podcast über “Kampfmittelbeseitiger: Die Bombenjungs der Bundeswehr” und dem Artikel “4998 Kilometer fern der Heimat” umfangreiche Berichterstattung zu Posttraumatischen Belastungsstörungen und Psychologischer Betreuung in der Truppe an.

Relativ neu, aber sehr, sehr wichtig und längst überfällig, ist das Angebot www.angriff-auf-die-seele.de/ptbs, die Redaktion & Administration macht Hauptfeldwebel Frank Eggen, die fachliche, professionelle medizinische Beratung bietet Oberfeldarzt Dr. med. Peter Zimmermann, unterstützt wird das lobenswerte und notwendige Vorhaben als großartige Initiative von der Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V., Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. sowie von Reinhold Robbe, dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages.

Bei “Angriff auf die Seele – Posttraumatische Belastungsstörung bei Soldaten” finden sich wichtige Informationen für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die im Auslandseinsatz besonderen psychischen Belastungen bw-angriff-auf-die-seeleausgesetzt sind. Das Internet-Angebot richtet sich aber nicht nur an die aktiven Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, sondern auch an ehemalige Einsatzsoldaten, einschließlich Reservisten, sowie an die zurückgebliebenen Angehörigen, die vielfältige neue Herausforderungen bewältigen müssen und dabei psychosozialer Unterstützung bedürfen.

Einsatzbetroffene erhalten Antwort auf die Frage: Welche Ansprüche und Möglichkeiten der Hilfe für seelische Verwundungen gibt es? Dazu wird auf fachliche Beratungs- und Hilfsangebote innerhalb und außerhalb der Bundeswehr aufmerksam gemacht. Links führen zu zentralen Anlaufstellen für psychologische und psychiatrische Beratung und Behandlung. Als besonderer Service kann online ein vertraulich behandelter “Rat vom Fachmann” zur Thematik der Posttraumatischen Belastungsstörungen eingeholt werden.

Die für diese Internetseite verantwortliche noch im Aufbau befindliche private Initiative “Angriff auf die Seele – Posttraumatische Belastungsstörung bei Soldaten”, wird fachlich von Bundeswehrpsychologen unterstützt. Ein sehr sinnvolles Angebot, da sie dem Wunsch vieler Einsatzsoldaten nach kurzfristig verfügbaren Informationen zum Thema Posttraumatische Belastungsstörung entspricht.

Diese Initiative ist darüber hinaus ein weiteres eindrucksvolles Beispiel für eine wirkungsvolle Hilfe zur Selbsthilfe für betroffene Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familienangehörigen, die Förderung und Unterstützung verdient. Soldatenglück.de weist gerne aus diese großartige Initiative hin.

Die Bundeswehr berichtet über ihre Hilfsangebote und Aktivitäten im Umgang mit Posttraumatischen Belastungsstörungen: (weiter…)

Sanis und Experimentalphysik

Donnerstag, 4. September 2008

 

Geländegängiger
Krankenkraftwagen der Bundeswehr, KrKw, 2 Tonnen
gegen
Kettenbasierter, gepanzerter
Manschaftstransportwagen, MTW M 113, 12,3 Tonnen

Bundeswehr-Sanitätsdienst in Nöten

Dienstag, 5. August 2008

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Wer als Bundeswehrsoldat in den San-Bereich muss, der trifft oft auf Vertragsärzte in Zivil, weil die uniBw-Arztformierten Stabsärzte im Auslandseinsatz sind. Das ist nicht immer gleich ein Beinbruch, denn bei den uniformierten Kameraden gehört zur Standardmedikation Voltaren-Salbe und Fußpilzmittel gegen alles (dieser Spruch ist so alt wie die Bw selbst) und der Soldat wundert sich über die Heilmethoden der Männer und Frauen mit dem Äskulapstab auf der Schulter. Das missratene Gesundheitssystem unseres Landes macht auch vor der Bundeswehr nicht halt.

Die deutsche Militärmedizin zähle zur “internationalen Spitzenklasse”, verkündete Franz-Josef Jung immer wieder. Egal, ob ein Lazarett in Berlin, Koblenz, Masar-i-Scharif oder Prizren steht: DBw-SanRettungsketteer Standard sei “weltweit führend”. Der Mann hat gut reden, seine heimatnahe Wehrpflicht-Dienstzeit 1968/69 in Lahnstein und Lorch am Rhein bei den Flusspionieren ist lange her, die Blasen am Fuß nach dem ersten Leistungsmarsch wird ihm ein Sanitätskamerad gut versorgt haben, derzeit sieht er als IBuK schmerzfrei die Bw-Spitzen-Medizin-Technik, MedEvac-Airbusse auf High-Tech-Niveau, frisch gewienerte Bundeswehrkrankenhaus-Flure und attraktiv-lächelnde Stabsärztinnen in strahlendem Persil-Weiß anlässlich des Ministerbesuchs. (weiter…)