Archiv für die Kategorie 'Zentraler Sanitätsdienst'

Späte Kriegsfolgen – Viele aus der Kriegsgeneration sind bis jetzt von den Grausamkeiten geprägt

Sonntag, 23. Oktober 2011

Noch heute leidet die Hälfte der Menschen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, an späten Folgen von Kämpfen, Bombennächten, Vertreibungen oder Vergewaltigungen, berichtet die “Apotheken-Umschau”. Wissenschaftler der Universität Leipzig fanden bei jedem zehnten Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung wie Depressionen, Schreckhaftigkeit oder Schlafstörungen. In der Folge trugen Betroffene ein mehrfach erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Leiden, Schlaganfall oder Rheuma zu erkranken. (Zitatende)

 

Das Gesundheitsmagazin “Apotheken Umschau” 10/2011 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Soldatenglück.de berichtet regelmäßig über die Kriegsfolgen für diese Generation, wieder Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).

(Text-, Bildgrafikquelle: Apotheken-Umschau.de)

Hintergrundinformationen zum Schrecken der Kriege: Militärshistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden, MHMBw.de



Afghanistan-Einsatz: Zahl traumatisierter Bundeswehr-Soldaten deutlich angestiegen

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Im 2011 kehrten bislang fast 600 PTBS-betroffene Afghanistan-Soldaten zurück nach Deutschland

Die Zahl der in Afghanistan traumatisierten Bundeswehrsoldaten steuert auf einen neuen Höchststand zu. Das geht aus einem Gesetzgebungsverfahren des Bundestags hervor. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ließen sich fast 600 aus dem Einsatz am Hindukusch zurückgekehrte Männer und Frauen wegen Posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) behandeln. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2010. Der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages verständigte sich nach Angaben von Mitgliedern darauf, die Versorgung und Entschädigung der Betroffenen deutlich zu verbessern. Demnach soll künftig schon ab einer Erwerbsminderung von 30 Prozent ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung gelten.

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bringt heute diese Mitteilung heraus:
PTBS – erfolgreiche Behandlung von Soldaten durch individualisierte Therapie
- aktuelle Fallzahlen -

In heutigen militärischen Einsätzen arbeiten die verschiedensten, hochspezialisierten Kräfte in militärischen Operationen eng zusammen. Allerdings sind sie in ihrer konkreten Tätigkeit unterschiedlichen psychischen Belastungen ausgesetzt. Beispielsweise ist der Sanitäter unmittelbar mit Tod und Verwundung konfrontiert, während der Kampfmittelbeseitiger stets die Gefahr einer Explosion vor seinem geistigen Auge hat. „Die Berücksichtigung dieser Aspekte ist ein Schlüsselfaktor zur erfolgreichen Behandlung und auch zur Prävention von einsatzbedingten psychischen Belastungen“ sagt Dr. Jens Kowalski, Leiter der Forschungssektion des Psychotraumazentrums am Bundeswehrkrankenhaus Berlin.

Das Psychotraumazentrum hat die Aufgabe, die Früherkennung von psychischen Erkrankungen weiterzuentwickeln, die Prävention voranzutreiben sowie die Behandlung der Soldatinnen und Soldaten zu verbessern. Dr. Jens Kowalski weist darauf hin, dass das Psychotraumazentrum sich einen hervorragenden Ruf bei den Betroffenen erarbeitet hat: „Wir merken beinahe tagtäglich, dass man uns und unserer Arbeit hier vertraut und Vertrauen ist ein wesentliches Element dafür, dass die Hemmschwelle bei den Betroffenen sinkt, sich in professionelle Behandlung zu begeben. Natürlich spiegeln sich aber in den steigenden Fallzahlen vor allem die vergangenen, teils schweren Gefechte in Afghanistan wider.“

Im laufenden Jahr haben sich bis einschließlich September 2011 715 Soldatinnen und Soldaten wegen einer einsatzbedingten Posttraumatischen Belastungsstörung in den Bundeswehreinrichtungen behandeln lassen. In Zusammenarbeit mit den Patienten und unter Einbeziehung der Angehörigen werden dort individuelle Therapieangebote zur ambulanten oder stationären Behandlung erstellt.

„Wir können unsere Studienergebnisse unmittelbar in die Verbesserung von Prävention und Behandlungsmethoden einfließen lassen. Das ist einzigartig.“ erklärt Dr. Kowalski. Daher sei es nur folgerichtig, dass das Psychotraumazentrum unter dem Motto: „Special treatment for spezial groups – erfolgreiche Behandlung durch individualisierte Therapie“ erstmals zur „14th International Military Mental Health Conference“ vom 05. bis 08. Dezember zivile und militärische Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter aber auch Seelsorger und militärisches Führungspersonal sowie Interessierte nach Berlin einlädt. „Diese Veranstaltung bietet uns ein hervorragendes Forum zum gegenseitigen interdisziplinären Austausch.“ betont der Leiter der Forschungssektion die Bedeutung dieser internationalen Konferenz. (Zitatende)

Soldatenglück.de merkt an: Die Bundeswehr zieht mit den Angeboten des Sanitätsdienstes im 10. Jahr des Afghanistan-Kriegseinsatzes den Realitäten nach, siehe auch am Beispel “Sport für Einsatzgeschädigte” im Artikel “Pilotlehrgang bietet gesundheitliche Perspektive”. Die Zeiten der Nachahmungs- und Abkupferversuche:  Wenn-die-Seele-schreit.de als Bundeswehr-Antwort auf Angriff-auf-die-Seele.de (PTBS-Hilfe) scheinen vorüber zu sein.

(Textquelle: Sanitätsdienst der Bundewehr.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Bundeswehr-Soldaten im ISAF-Einsatz in der Transall über Afghanistan)

Afghanistan-Veteran: “Ich gehörte zu den Schwerverletzten” (Video)

Dienstag, 11. Oktober 2011

Bei einer Raketenentschärfung in Afghanistan 2002 wurde Bundeswehrsoldat Robert Sedlatzek-Müller schwer verletzt. Bis heute kann er nicht arbeiten, er leidet unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung.

(Videoquelle: ZDF.de)

PTBS-Hilfsangebote bei Angriff-auf-die-Seele.de

Bundeswehr – Ärzte trainieren für Afghanistan (Video)

Samstag, 16. Juli 2011

16 Ärzte lernen derzeit in Ulm, sich auf eine ganz neuen Aspekt ihres Berufs vorzubereiten. Sie müssen mit Waffen und Splitterschutzwesten umgehen können. Es sind Ärzte der Bundeswehr, die sich auf einen wahrscheinlichen Einsatz in Afghanistan vorbereiten.

(Videoquelle: SWR Landesschau aktuell Baden-Württemberg vom 15.07.2011;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Barettabzeichen des Sanitätsdienstes)

 Hintergrundinformationen: Sanitätsdienst der Bundeswehr

Dunkelziffer der Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bei Bundeswehr-Soldaten

Mittwoch, 6. April 2011

Psychische Gesundheit bei Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen

Heute 06. April 2011 wurde im Rahmen einer Pressekonferenz im Psychotraumazentrum der Bundeswehr in Berlin im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesverteidigungsministeriums, Thomas Kossendy, die PTBS-Dunkelziffer-Studie vorgestellt. Diese Studie wurde im letzten Jahr vom Sanitätsdienst der Bundeswehr an die TU-Dresden in Auftrag gegeben. Diese Studie untersuchte die psychische Gesundheit bei Soldaten im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen.

Auszug aus der Zusammenfassung der Technischen Universität Dresden:

Rund zwei Prozent aller deutschen Bundeswehrsoldaten, die im Jahre 2009 an einem Auslandseinsatz in Afghanistan im Rahmen der ISAF-Mission teilgenommen haben, kehrten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aus dem Einsatz zurück. In absoluten Zahlen sind also jährlich rund 300 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die zum Auslandseinsatz in Afghanistan waren, betroffen. Dies ist eines der Ergebnisse eines Forschungsprogramms der TUD zu den Folgen von Auslandseinsätzen der deutschen Bundeswehr, die Professor Hans-Ulrich Wittchen und Dr. Sabine Schönfeld vom Institut für Klinische Psychologie und dem „Center of Clinical Epidemiology and Longitudinal Studies (CELOS)“ der TU Dresden durchgeführt und anlässlich einer Pressekonferenz am 6. April 2011 in Berlin vorgestellt haben.

Lediglich jeder Zweite der Betroffenen hat bislang in den zwölf Monaten nach dem Einsatz eine professionelle Hilfe aufgesucht. Dies weist im Zusammenhang mit früheren Daten aus Behandlungseinrichtungen der Bundeswehr darauf hin, dass es eine nicht unerhebliche jährliche Dunkelziffer (150 von 300 Betroffene) gibt.

Im Unterschied dazu wurde bei vergleichbaren Soldatinnen und Soldaten ohne Auslandseinsatz nur bei 0,3 Prozent eine PTBS festgestellt. Die Soldaten in den Afghanistan-Missionen der Bundeswehr haben also ein 6- bis 10-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Erstaunlich ist, dass bei gleichen methodischen Standards die Raten der deutschen Soldaten gravierend niedriger sind als beispielsweise die PTBS-Raten bei englischen und amerikanischen Soldaten, die im Irak oder Afghanistan im Einsatz waren. Die Studienleiter vermuten aufgrund erster vertiefender Analysen, dass die vergleichsweise niedrigeren Raten an einsatzbezogener PTBS mit besseren Auswahlkriterien der Bundeswehr für Auslandseinsätze, einer besseren Einsatzvorbereitung, mit einer kürzeren Einsatzdauer (vier bis fünf Monate statt ein bis zwei Jahre) und einer niedrigeren unmittelbaren Exposition an kriegerischen Kampfsituationen zusammenhängen.

Die scheinbar niedrige Rate an PTBS darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Afghanistan-Auslandseinsätze nahezu ausnahmslos bei allen Soldaten mit einem hohen Ausmaß von Belastungen verbunden sind. Belastende einsatzbezogene Ereignisse (Kampf-, Verletzungs- und Todeskonfrontation) kommen in der überwiegenden Mehrzahl mehrfach in der Einsatzzeit vor. Im Mittel berichten die Soldaten in ihrer Einsatzzeit (im Mittel vier bis fünf Monate) von mehr als 20 solchen Ereignissen; Kampftruppen in Kunduz nahezu doppelt so häufig wie andere Truppenteile und an anderen Standorten. 50 Prozent dieser belastenden Ereignisse erfüllten die Studienkriterien für sogenannte “traumatische Ereignisse”. Ein hoher Anteil der Soldaten und Soldatinnen erlebte multiple traumatische Ereignisse.

Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Größenordnung des Problems zwar erheblich, aber nicht so dramatisch erhöht ist, wie es gelegentlich in der Öffentlichkeit vermutet wurde.

Die Psychologen der TU Dresden weisen auch darauf hin, dass ihre Studie nahelegt, nicht zugunsten einer überaus starken Fokussierung auf die PTBS andere psychische Störungen, insbesondere Angst, depressive und somatoforme Störungen sowie Erschöpfungssyndrome aus dem Auge zu verlieren. Diese Störungen haben ein quantitativ sehr viel größeres Ausmaß. Zwar sind diesbezüglich Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr nicht häufiger betroffen als die deutsche Durchschnittsbevölkerung. Aber auch bei Bundeswehrsoldaten werden derartige psychische Störungen häufig nicht frühzeitig erkannt und adäquat behandelt.

Die Autoren weisen darauf hin, dass derartige unerkannte, vor den Auslandseinsätzen bestehende Störungen ein zusätzlicher Risikofaktor für eine PTBS-Entwicklung sein können. Deshalb sollten psychische Störungen insgesamt und auch unabhängig von Auslandseinsätzen in der Bundeswehr mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Weitere Informationen im Internet:

TU-Dresden.de: “Psychische Gesundheit bei Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen”. Erläuterungen, Präsentationen, Interviews und Filme zum herunterladen.

TU-Dresden.de: PowerPoint-Präsentation von Prof. Hans-Ulrich Wittchen (pdf)

(Textquelle: Angriff-auf-die-Seele.PTBS-Hilfe.de, Frank Eggen; TU Dresden.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Sanitäter transportieren in Afghanistan einen deutschen ISAF-Soldaten auf einer Trage in das gepanzerte Fahrzeug FUCHS. Foto von Andreas Timmermann-Levanas)



Die im Afghanistan-Einsatz am 18. Februar verwundeten Soldaten sind mit dem MedEvac in Deutschland eingetroffen

Dienstag, 22. Februar 2011

 

Die in Afghanistan im ISAF-Einsatz am Freitag, 18.02.2011, im OP North in der Provinz Baghlan schwerverwundeten Bundeswehrsoldaten sind in Deutschland eingetroffen. Mit an Bord des Lazarettflugzeugs (MedEvac Airbus 310) waren auch fünf leichtverletzte Soldaten, darunter die Bundeswehr-Soldaten, die bei einem Angriff am selben Tag auf eine Patrouille in der Provinz Kunduz verwundet wurden, dabei wurde ein Schützenpanzer MARDER in Brand geschossen. Die Soldaten wurden auf die Bundeswehrkliniken Ulm und Koblenz verteilt.

(Videoquelle: SWR Baden-Württemberg Aktuelle vom 21.01.2011;
Bildquelle: Luftwaffe: Airbus 310 MedEvac)

Bundeswehr sucht dringend Psychiater – Behandlung traumatisierter Soldaten stockt

Montag, 22. November 2010

Die Bundeswehr kann den Mangel an Psychiatern zur Behandlung der steigenden Zahl traumatisierter Soldaten nicht beheben. Das ergibt sich nach einem Bericht des “Kölner Stadt-Anzeiger” aus einem vertraulichen Vermerk des Bundesverteidigungsministeriums sowie einem Bericht des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Kossendey (CDU) an den Verteidigungsausschuss des Bundestages. Demnach sind von den 42 psychiatrischen Dienstposten derzeit nur 24 besetzt. Zwar werden bis 2012 acht neu ausgebildete Psychiater hinzukommen; in dem selben Zeitraum scheiden aber sechs Psychiater wegen Ablauf der Vertragszeit oder aufgrund ihrer Pensionierung aus, “sodass”, wie es in dem Vermerk heißt, “der tatsächliche Personalaufwuchs durch Eigenregeneration bis 2012″ lediglich “zwei Fachärzte betragen wird”. Weiter heißt es, ein größerer Aufwuchs könne theoretisch durch Gewinnung qualifizierter Seiteneinsteiger realisiert werden. “Trotz intensiver Bemühungen” gelinge dies jedoch “nur in Einzelfällen, da der zivile Arbeitsmarkt zurzeit bessere Beschäftigungskonditionen bietet”. Die Zahl der traumatisierten Soldaten erreichte mit 483 Fällen in den ersten drei Quartalen 2010 einen Höchststand. (Zitatende)

Berichtet der Kölner-Stadtanzeiger heute.

Soldatenglück.de meldete im September 2009: Mangel ATN: Truppenpsychologen und – Fachärzte für Psychiatrie fehlen der Bundeswehr – im Einsatz und daheim

[Textquelle kursiv: Kölner Stadt-Anzeiger.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Ausbildung der QRF - Kräfte (Quick Reaction Force) .Bergen eines Verwundeten; ISAF Einsatz - Scharfschützen auf dem Rückweg von der Absicherung einer CH-53 Landung. Ortskundige helfen bei der Flussdurchquerung]

Traumatisierte Soldaten – Bundeswehr leidet unter dem Mangel an Psychiatern

Donnerstag, 11. November 2010

Die Bundeswehr kann das Defizit an eigenen Psychiatern trotz der wachsenden Zahl traumatisierter Soldaten nicht beheben. Das berichtet die in Halle erscheinende “Mitteldeutsche Zeitung” unter Berufung auf einen internen Bericht des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU), an den Verteidigungsausschuss des Bundestages, der der Zeitung vorliegt. Danach sind von 42 psychiatrischen Dienstposten nur 24 besetzt. Zwar werden nach Informationen des Blattes bis Ende 2012 acht Sanitätsoffiziere zu Psychiatern weiter gebildet. In demselben Zeitraum würden jedoch sechs Psychiater die Bundeswehr verlassen, weil ihre Verträge ausliefen oder sie in den Ruhestand gingen, so dass in den nächsten zwei Jahren bloß zwei von 18 freien Dienstposten besetzt werden könnten. Ein größerer Aufwuchs ist nach Einschätzung Kossendeys “aufgrund der auch im zivilen Gesundheitswesen herrschenden Mangelsituation in diesem Fachgebiet mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten”. Die Betreuung der Betroffenen erfolgt derzeit unter anderem durch externe Kräfte. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Zahl der traumatisierten Soldaten in diesem Jahr einen Höchststand erreicht hat. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, hatte einen Mangel an Therapeuten beklagt. (Zitatende)

Berichtet die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle heute.

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de)

Ergänzung von Soldatenglück.de: Ersten Rat und Informationen zur psychologischen Unterstützung für Soldatinnen und Soldaten, Angehörige und Ehemalige bei Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bietet Angriff-auf-die Seele.de.

Immer mehr traumatisierte Soldaten

Donnerstag, 11. November 2010

Politik in der Pflicht

Am gestrigen Mittwoch hat die Bundesregierung die Mandate für drei Auslandseinsätze der Bundeswehr verlängert. Ohne viel Aufhebens. Am Mittwoch ist auch bekannt geworden, dass die Zahl der traumatisierten Soldaten einen neuen Höchststand erreicht hat. Das eine hat mit dem anderen zu tun. So selbstverständlich und häufig, wie die Politik inzwischen die Bundeswehr im Ausland agieren lässt, so wenig kümmert sie sich um jene, die seelisch und/oder körperlich zerstört zurückbleiben. In den vielen Debatten um die Auslandseinsätze der Truppe wird den Soldaten immer wieder für ihren Einsatz gedankt. Das ist richtig so. Aber das reicht eben nicht. Weil der Dank den Männern und Frauen der Bundeswehr nichts nutzt, wenn zugleich die Ausrüstung mangelhaft ist, wie der Wehrbeauftragte stets beklagt; wenn viele Rückkehrer aus dem Einsatz schlichtweg im Stich gelassen werden – nicht immer, aber die Defizite bei der Versorgung traumatisierter Soldaten sind seit Langem ein Thema. Geändert hat sich wenig. Dabei ist klar: Die Zahl jener, die mit psychischen Problemen nach Hause kommen, wird weiter steigen. Denn gerade der Einsatz am Hindukusch ist härter und gefährlicher geworden. Der Bundeswehrverband hat recht, wenn er endlich mehr Therapeuten und mehr Therapieplätze einfordert. Die von Minister Guttenberg geplante Bundeswehrreform wird daher nur dann eine wirklich gute Reform sein, wenn sie auch diesen Aspekt berücksichtigt. Die Truppe braucht eine verbesserte Nachsorge für Heimkehrer, eine, die deutlich weniger bürokratisch ist. Diese Bringschuld gegenüber den entsendeten Soldaten muss die Politik endlich einlösen. (Zitatende)

Kommentiert die Lausitzer Rundschau aus Cottbus heute.

(Textquelle kursiv: Lausitzer Rundschau.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Unterwegs mit Sanitäts Einsatzfahrzeug auf schlechter Straße im Einsatzland Afgahnistan)

Ergänzung von Soldatenglück.de: Ersten Rat und Informationen zur psychologischen Unterstützung für Soldatinnen und Soldaten, Angehörige und Ehemalige bei Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bietet Angriff-auf-die Seele.de.

Bundeswehr-Auslandseinsätze hinterlassen immer mehr traumatisierte Soldaten

Mittwoch, 10. November 2010

 

Die Zahl der in Behandlung befindlichen Bundeswehr-Soldaten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) ist so hoch wie noch nie seit Beginn der Auslandseinsätze. Das geht nach einem Bericht der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” aus neuesten Statistiken des Trauma-Zentrums der Bundeswehr hervor, die der Zeitung vorliegen. Die Zahl der 2010 behandelten PTBS-Kranken lag demnach in den ersten drei Quartalen bei 483 und ist damit bereits höher als im ganzen letzten Jahr. Dies entspricht dem Trend. Denn die Häufigkeit der PTBS-Fälle hat zuletzt kontinuierlich zugenommen – von 149 im Jahr 2007, 245 (2008), 466 (2009) auf 483 bis Ende September 2010. In diesem Jahr entfallen 397 der 483 PTBS-Behandlungen auf Soldaten im Afghanistan-Einsatz, 28 auf Soldaten, die auf dem Balkan Dienst taten, und 58 auf andere, nicht näher spezifizierte Auslöser. Peter Zimmermann, Psychiater am Bundeswehr-Krankenhaus in Berlin und Leiter des Trauma-Zentrums, sagte der “Mitteldeutschen Zeitung” zu den Zahlen: “Der Behandlungsbedarf ist im Laufe der Jahre gewachsen. Denn der Einsatzdruck und die Einsatzbelastung sind gestiegen. Ich sehe aber auch einen Trend zu mehr Bereitschaft bei den Soldaten, sich in Behandlung zu begeben. Das haben wir nicht zuletzt den Vorgesetzten zu verdanken, die offener geworden sind und ihre Leute stärker dazu motivieren.” Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, erklärte: “Dass die Rückkehr an der Seele verwundeter Soldatinnen und Soldaten zunimmt, verwundert nicht. Schließlich finden vermehrt Gefechte statt. Die Soldaten erleben nicht nur, dass der Kamerad neben ihnen verwundet wird oder fällt. Hinzu kommt das Selber-Töten-Müssen.” Er beklagte zudem Defizite bei der Versorgung: “Es fehlen vor allem Therapeuten, die sich mit den Betroffenen intensiv auseinandersetzen und sie wie Lotsen durch die Bürokratie begleiten. Davon gibt es nicht genug. Das muss uns nachdenklich machen.” Im Frühjahr waren von 42 psychiatrischen Dienstposten in der Truppe lediglich 24 besetzt. (Zitatende)

Berichtet die Mitteldeutsce Zeitung aus Halle heute.

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Einsatzkontingent ISAF in Afghanistan- Der Transportpanzer Fuchs bringt Soldaten sicher auf den Feyzabad International Airport, FIA.)

Ergänzung von Soldatenglück.de: Ersten Rat und Informationen zur psychologischen Unterstützung für Soldatinnen und Soldaten, Angehörige und Ehemalige bei Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bietet Angriff-auf-die Seele.de.