
Beim Sommerfest 2008 des Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Potsdam Schwielowsee-Geltow war ihre Exzellenz die Botschafterin der Islamischen Republik, Frau Prof. Dr. Maliki Zulfacar, heute Ehrengast und Rednerin.
Der Befehlshaber des EinsFüKdoBw, Generalleutnant Karlheinz Viereck, eröffnete als Gastgeber das Sommerfest unter dem Motto “Unsere Einsätze” (Im Schwerpunkt – Afghanistan).
Die rund 500 Gäste aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Gesellschaft und öffentlichem Leben, aus dem diplomatischen Korps, aus Wirtschaft, Verbänden, sozialen Organisationen und die Angehörigen der Soldaten sowie die Nachfahren des Namensgebers der Kaserne, des Wehrmacht-Offiziers im Deutschen Widerstand, Henning von Tresckow, nahm Generalleutnant Viereck in seiner Ansprache mit auf eine Reise durch die weltweiten Einsatzgebiete der Bundeswehr auf 3 Kontinenten.
Bei EUFOR in Bosnien-Herzegowina sei die Arbeit bald erfolgreich erledigt, bei KFOR im Kosovo gebe die deutsche und internationale Truppenpräsenz der Politik Freiraum und die erforderliche Sicherheit, die Probleme alsbald zu lösen. Am Horn von Afrika bei OEF sei Deutschland gemeinsam mit den französischen Partnern ein Garant für Kontinuität und professionelle Auftragserfüllung, bei UNIFIL im
Libanon konnte die Truppenstärke reduziert werden und man habe im internationalen Verbund gemeinsam mit den Libanesen mehr erreicht als anfangs erhofft. In Afghanistan sei man “mitten drin” und die Fortschritte im geschundenen Land Afghanistan seien für diejenigen, die ehrlich hinschauen, überall greifbar. Von Taliban-Angriffen liessen sich die deutschen Soldaten (auch nicht die anderen Nationen) weder einschüchtern noch von der partnerschaftlichen Aufbauhilfe gemeinsam mit den afghanischen Freunden abhalten. Der General ging auf den erneuten Anschlag am heutigen Morgen gegen 07:00 Uhr ein und sprach als Soldat mit Verantwortung für Menschen die emotionale Dimension bewußt an, jeder verwundete oder gefallene Soldat gehe ihm und den Soldaten und Mitarbeitern des EinsFüKdo persönlich sehr, sehr nahe, die Soldaten bezahlten einen hohen Preis in den Einsätzen. Die Soldatinnen und Soldaten stießen immer öfter an ihre physischen und psychischen Grenzen und wachsen darüber hinaus. Die jungen Feldwebel und jungen Offiziere als Führungspersönlichkeiten in den schwierigen Einsatzbedingungen lobte der Befehlshaber von derzeit über 6.200 Soldatinnen und Soldaten im weltweiten Einsatz besonders, die Fähigkeiten und der Spirit dieser Soldatinnen und Soldaten seien bewundernswert. Der erfahrene Befehlshaber strich heraus, dass die politisch-militärische Kooperation und der ressortübergreifende Ansatz der beste und einzige Weg zur Lösung der schwierigen Pobleme sei. Karlheinz Viereck gab aber auch zu verstehen, dass die Truppenstärke der Soldaten in Zahlen nicht allein die Lösung sei, sie könnten lediglich den Faktor ‘Zeit in Sicherheit’ herstellen, damit die Politik die Konflikte in Ruhe löst.
Die enge Verbundenheit
Deutschland mit dem afghanischen Volk kam auch durch die Anwesenheit der Botschafterin Afghanistans zum Ausdruck. Die Botschafterin war mit vielen Mitarbeitern zum Fest gekommen, darüber hinaus spielte eine afghanische Musikgruppe Lieder aus dem fernen Land, Kulinarisches aus der Region am Hindukusch wurde für die Gäste geboten, es war atmosphärisch ein deutsch-afghanisches Freundschaftsfest. Botschafterin Maliki Zulfacar hielt ihre Grußadresse in deutscher Sprache. Sie dankte Deutschland für die
vielfältige Aufbauhilfe in allen Bereichen, besonders der Bundeswehr für den Schutz des Aufbaus und bei der Ausbildungshilfe der Afghanischen Nationalpolizei, der Bundesregierung für die bewilligten Gelder, zuletzt die Millionenhilfe aus dem Etat des BMZ. Die Diplomatin beteuerte, dass die afghanische Regierung ihren Beitrag leiste, das gemeinsame Ziel, ein friedliches, lebenswertes Afghanistan entstehen zu lassen, mit aller Kraft verfolge. Deutschland sei dabei ein besonderer Partner und eine eng befreundete Nation.
Beim Sommerfest waren die Informations- und Gesprächsangebote so vielfältig wie die Aufgaben und Partner der Bundeswehr. Zivile Hilfsorganisationen, das Bundespolizeipräsidium (Auslandseinsätze), die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz), KinderBerg International, das Bundeswehrsozialwerk, der Deutsche BundeswehrVerband, Lachen Helfen und militärische Abordnungen von Heer, Luftwaffe, Marine, des Zentralen Sanitätsdienstes sowie der Streitkräftebasis und der Militärseelsorge waren mit Vertreteren zugegen und die Feldpost stellte sich aktiv vor.
Leider waren Besucherzahl und Multiplikatorendichte gemessen an dem Aufwand und der Angebotsvielfalt zu gering. Interessierte und verantwortliche politische Entscheider, Mandatsträger aus Parlament und Bundespolitik oder Leitende Beamte aus den Partner-Ressorts (AA, BMZ) waren nur vereinzelt oder gar nicht dabei, eine TV-Kamera war nicht einmal vom regionalen PotsdamTV oder bwtv und auch nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zu sehen, am Ende war es ein Sommerfest unter Freunden und trotz der Nähe zur Hauptstadt Berlin allzu fernab von politischer Anteilnahme – nach wie vor freundliches Desinteresse eben.

Das Bild zeigt Generalleutnant Karlheinz Viereck, Befehlshaber Einsatzführungskommando der Bundeswehr, mit der “Gelben Schleife/Support Our Troops“, die symbolisch die Solidarität mit den Soldaten im Einsatz kenntlich macht.
(Bildquelle: Soldatenglück.de,
Grafik Verbandsabzeichen: Einsatz.Bundeswehr.de)