Archiv für die Kategorie 'Bundeswehr'

Afghanistan: Belastungsprobe für Soldaten (Video)

Montag, 21. November 2011

Heute Abend und in der Nacht werden die drei Reportagen “So nah am Tod – Afghanistan im zehnten Kriegsjahr“,”Hindukusch und zurück – Ein Jahr im Leben zweier Bundeswehrsoldaten” und “Afghanistan privat – Innenansichten eines unbekannten Landes” ausgestrahlt.

So nah am Tod – Afghanistan im zehnten Kriegsjahr
Film von Ashwin Raman
Das Erste | 21.11.2011 | 22:45 Uhr
Es ist der 28. Mai 2011. Am Morgen noch hatte General Markus Kneip, der Kommandeur der Nato-Truppen in Nordafghanistan, bei der Trauerfeier für einen gefallenen deutschen Soldaten im Lager Kunduz gesprochen; davon, dass der Einsatz trotzdem für jeden weitergehen müsse: Tage, Wochen – oder wie bei ihm selbst – bis weit in das nächste Jahr. Nur wenige Stunden später ist alles anders. Der General gerät persönlich ins Visier der Taliban. Ein verheerendes Selbstmordattentat überlebt er schwer verletzt, sieben andere Menschen sterben, darunter der afghanische Polizeichef und zwei Soldaten der Bundeswehr. Der Anschlag gehört zu den schlimmsten in einem überaus blutigen afghanischen Sommer. ARD-Autor Ashwin Raman hat diesen Tag in Kunduz dokumentiert. Im Sommer 2011 ist er unterwegs im Norden Afghanistans. Der mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Kriegsreporter reist wie immer auf eigene Faust und auf eigenes Risiko, ausgerüstet mit einer kleinen Videokamera und einer kugelsicheren Weste. Sein Ziel: eine möglichst hautnahe Bestandsaufnahme nach zehn Jahren Krieg – in jener Region, in der die Bundeswehr für Sicherheit und Stabilität sorgen muss.

Hindukusch und zurück – Ein Jahr im Leben zweier Bundeswehrsoldaten
Film von Georg Schmolz und Thomas Kaspar
Das Erste | 21.11.2011 | 23:30 Uhr
Die Soldaten Frank und Daniel gehen im Januar 2011 zum ersten Mal in den Auslandseinsatz nach Afghanistan. Sechs Monate werden die beiden Pioniere gemeinsam mit Fallschirmjägern in einem der neuen Ausbildungs- und Schutzbataillone in Kundus Dienst tun. Kohäsionskräfte nennt sich das.

Zitat:
Ich kannte den Soldaten. Wusste sofort, als der Dienstposten gefallen ist, um wen es sich handelt. Es macht nachdenklich, traurig, betroffen. (..) und (..) es hätte einen selber treffen können.” (Frank)

Beide sind verheiratet. Frank, 34, wird sich von seinem einjährigen Sohn verabschieden. Der 32-jährige Daniel wird im November zum ersten Mal Vater. Die Zeit, der Ort, der Einsatz wird sie prägen. Wie wird er sie verändern? Wie kommen sie mit dem Unaussprechlichen zurecht, Verwundung oder Tod? Wie werden ihre Familien mit den abwesenden Vätern umgehen? Ihr Kommandeur sagt: „Im Einsatz stellt sich schnell heraus, was Fassade ist, was Imponiergehabe….“. Die Langzeitbeobachtung will Psychogramm sein, will diese oft vernachlässigte Lücke in der Berichterstattung schließen helfen. Beide Soldaten werden mit der Kamera in ihren Familien besucht, um zu erfahren, wie ihre Frauen mit dem Einsatz umgehen: Wie gestalten sie den Alltag wenige Monate vor Verlegung in das Einsatzgebiet? Welche Fragen tauchen auf? Eine der Frauen war schon in Afghanistan, als Sanitäterin. Eine Zeit, an die sie nicht gerne zurückdenkt. Parallel dazu läuft die militärische Vorbereitung: Schießübung in Munster, simulierte Einsatzübung am Computer in Hannover und dann 14 Tage Einsatzübung mit den “verbundenen” Kräften in der Colbitz Letzlinger Heide. Erstmals kommen die drei verschiedenen Truppenteile des Ausbildungs- und Schutzbataillons Kundus zusammen. Vor dem Einsatz steht diese Vorbereitung: Gespräche mit Sozialdienst und Pfarrer. Sie sollen vorbereiten auf den Alltag im seelischen Ausnahmezustand, Verletzung, Tod.

Afghanistan privat – Innenansichten eines unbekannten Landes
Film von Georg Schmolz und Thomas Kaspar
MDR Fernsehen | 22.11.2011 | 00:40 Uhr
Fast zehn Jahre währt der Kampf gegen die Taliban, bestimmen Gefechte, blutige Anschläge und Terror die tägliche Berichterstattung aus Afghanistan. Das alltägliche Leben der Afghanen in der Misere aber wird weitgehend ausgeblendet. Und doch lassen Kinder Drachen steigen, werden Äcker bestellt und Häuser gebaut und Bäume gepflanzt. Mit der Reportage “Afghanistan privat – Innenansichten eines unbekannten Landes” ist es dem MDR gelungen, seltene Bilder vom normalen Afghanistan einzufangen. Bilder, wie sie noch nicht im deutschen Fernsehen zu sehen waren.

Eine kleine Zusammenfassung bzw. einen Zusammenschnitt der Reportagen wurde gestern ausgestrahlt.

Bundeswehrsoldaten werden bei ihrem Einsatz in Nordafghanistan begleitet. Die Situation der Soldaten ist absurd, da sie einerseits den Afghanen helfen sollen, andererseits aber aus Sicherheitsgründen Distanz halten. Der psychische Stress der Gefahr und die Kasernierung ohne Zerstreuung verlangt den Soldaten alles ab. Gleichzeitig strapaziert diese Situation auch die Angehörigen, wenn sie von Anschlägen erfahren.

Für eine ARD-Dokumentation haben zwei junge Männer das alltägliche Leben in Afghanistan gefilmt. Sie erlauben einen Blick hinter die Mauern, auf Bilder, die selten gezeigt werden.

(Video- und Textquelle: MDR aktuell / MDR Windrose, 20.11.2011 via Youtube; Bildquelle: Deutsche Kräfte unterstützen die ANA-Kräfte (Afghan National Army) bei der Aufklärung der Ortschaft Aq Tappeh. ©Bundeswehr/Wayman Bestimmte Rechte vorbehalten)



Sonntagsgespräch: Franz Josef Jung und Afghanistan (Video)

Montag, 21. November 2011

Vier Jahre lang hatte er eines der schwierigsten Ämter in Deutschland. Von 2005 bis 2009 war Franz Josef Jung Bundesverteidigungsminister und damit auch Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt über eine Armee, deren Soldaten in Afghanistan kämpften.

(Video- und Textquelle: HR-Fernsehen, 20.11.2011 via Youtube)

Der Wehrbeauftragte zu Gast in der Jägerkaserne Sonthofen (Video)

Donnerstag, 17. November 2011

Dass sich bei der Bundeswehr nicht alles nur um die Auswirkungen der Reform dreht, wurde gestern in Sonthofen deutlich. Hellmut Königshaus, 11ter Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, war in der Jägerkaserne zu Gast. Er ist der Kummerkasten der deutschen Bundeswehr. Seine Aufgaben: die Soldaten vertreten und gleichzeitig dem Parlament bei der Kontrolle der Streitkräfte helfen. Aber auch über Missstände bei der Bundeswehr informieren. So geschehen bei den Vorgängen auf der “Gorch Fock”, Anfang des Jahres. Anlässlich der aktuellen Geschehnisse könnte man meinen, es gäbe nur ein Thema, dass die Soldaten momentan bedrückt.

(Video- und Textquelle: tvallgaeunachrichten, 16.11.2011 via Youtube; Bildquelle: Hellmut Königshaus.de)

Fliegende Hunde bei der Bundeswehr (Video)

Mittwoch, 16. November 2011

Seedorfer Diensthundezug zeigt seine Vielseitigkeit

Der Diensthundezug des Fallschirmjägerbataillons 313 hat es wieder einmal gezeigt: Norddeutsche Fallschirmjäger sind vielfältig – ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. An zwei Tagen vertieft der Diensthundezug im Rahmen der Verwendungsausbildung seine Fähigkeiten. Dabei kommen als Ausbildungsmittel neben dem leichten Transporthubschrauber Bell UH-1D auch ein Sturmboot der Luftlandepionierkompanie 270 und der 20 Meter hohe Seedorfer Kletterturm zum Einsatz.

Wie jeden Morgen empfangen die Soldaten des Diensthundezuges ihre Waffen und versorgen zuerst die Diensthunde, die in Personenspürhunde und Kampfmittelspürhunde unterschieden werden. Danach beginnt deren Ausbildung schon am frühen Morgen. „Die Unterordnung, der Formaldienst für den Diensthund, ist ein wesentlicher Bestandteil für die weitere Ausbildung“, sagt Hauptfeldwebel K., Zugführer des Diensthundezuges des Fallschirmjägerbataillons 313. Und so zollen alle Diensthunde auf dem Unterordnungsplatz ihrem Hundeführer ihre bedingungslose Disziplin. Doch etwas ist anders an diesem Morgen, das spüren die Hunde. Und richtig, pünktlich um 11.00 Uhr landet ein leichter Transporthubschrauber Bell UH-1D von der Fliegerischen Abteilung 101 auf dem Landeplatz nahe der Fallschirmjägerkaserne. „Für manche Diensthunde ist es heute das erste Mal, dass sie fliegen. Da gilt es, sie erstmal langsam an das Fliegen zu gewöhnen“, teilte Hauptfeldwebel K. mit. Doch die tapferen Vierbeiner lassen sich nichts anmerken. Im Gegenteil, kaum wieder gelandet erfüllen sie beherzt die nächste Aufgabe: das Stellen eines Gegners. Und so kommen während des Tages alle zwei- und vierbeinigen Kameraden in den Genuss der Anladungsausbildung. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung für die Vierbeiner.

(Videoquelle: ZDF Drehscheibe, 15.11.2011 via Youtube; Textquelle kursiv: deutschesheer.de; Bildquelle: Diensthundeführer mit seinem Hund. ©Bundeswehr/Herholt Bestimmte Rechte vorbehalten)

Luftverteidigungsfregatte F124 weist Fähigkeit zum Verbandschutz nach – Fregatte SACHSEN mit Kurs auf Wilhelmshaven

Mittwoch, 16. November 2011

Am Freitag, den 18. November um 10 Uhr wird die Fregatte “Sachsen” unter den Klängen des Marinemusikkorps Nordsee im Marinestützpunkt Wilhelmshaven festmachen.

Im August verließ die “Sachsen” ihren Heimathafen, um im Schießgebiet “Denel Oveberg Test Range” vor Südafrika das Flugkörperschießen “Missile Firing Exercise F124 – 2011″ zu absolvieren.

Dabei wurde unter anderem nachgewiesen, dass die Fregatte “Sachsen” und damit die Luftverteidigungsfregatte der Klasse F 124 in der Lage ist, nicht nur sich selbst gegen schnell anfliegende Flugkörper zu verteidigen, sondern auch andere Einheiten im Verband zu schützen.

In der Geschichte der Marine wurde diese Fähigkeit in diesem Umfang erstmals nachgewiesen. Alle Flugkörpersysteme konnten zeitgleich und erfolgreich zur Wirkung gebracht werden.

Gemeinsam mit dem Flugabwehrraketengeschwader 2 “Mecklenburg-Vorpommern” übernahm die “Sachsen” vor der Insel Kreta (Griechenland), im Rahmen der taktischen Schießübung “Rapid Arrow 2011″, die Führung eines landgestützten Flugabwehrraketenverbandes vom Typ “Patriot”.

Während des Hafenaufenthalts in Walvisbay (Namibia) übernahm Fregattenkapitän Andreas Krug das Kommando von Fregattenkapitän Markus Nolte. Ebenfalls erstmalig in der Geschichte der Deutschen Marine stellte der Aufenthalt in Luanda den Besuch eines deutschen Kriegschiffes in Angola dar.

Hintergrundinformationen

Die Fregatten der Klasse F124 zeichnen sich dadurch aus, die besonderen Aufgaben der Luftverteidigung wahrzunehmen und Führungsaufgaben auf der Ebene eines Luftverteidigungsgefechtsstandes zu übernehmen.

Während der zweijährigen Vorbereitungszeit wurden anspruchsvolle Szenarien zusammengestellt, um eine breite Palette möglicher Bedrohungen zu skizzieren.

Die während des Schießens aufgezeichneten System- und Telemetriedaten der Flugkörper werden nun einer umfangreichen Auswertung durch das Kommando Truppenversuche der Marine und das Kommando Marineführungssysteme unterzogen. Ein abschließender Ergebnisbericht wird der Marine in einigen Monaten vorliegen.

(Bilder-, Texquelle: Marine.de)



Bundeswehr – Vorbereitung auf den Hindukusch (Video)

Mittwoch, 16. November 2011

Panzergrenadierbataillon 411

Ab Januar gehen zwei Kompanien des Panzergrenadierbataillons 411 für jeweils vier Monate in den Afghanistan-Einsatz. Mit dabei sind u.a. die Panzergrenadiere aus Torgelow. Sie werden im Außenstandort Kunduz sowohl Teil des Ausbildungs- und Schutzbataillons, als auch in der Region für die Aufrechterhaltung der Sicherheit zuständig sein.Um für den Einsatz am Hindukusch möglichst gut gerüstet zu sein, werden alle Soldaten im Gefechtsübungszentrum bei Magdeburg vorbereitet.

(Video- und Textquelle kursiv: NDR Nordmagazin, 15.11.2011 via Youtube; Bildquelle: Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 411; deutschesheer.de)

Bundeswehr: Spezial-Training für Ärzte mit Einsatzort Afghanistan (Video)

Dienstag, 15. November 2011

Sechs Ärzte der Bundeswehr werden in einer realitätsnahen Gefechtsübung auf ihren künftigen Einsatz in Afghanistan vorbereitet. Das ist nötig, denn seit das rote Kreuz auf der Kleidung von Sanitätern als “Zielscheibe” für die Taliban dient, sind auch Ärzte nicht mehr gesondert markiert. Damit fallen sie aber nicht mehr unter den Schutz der Genfer Konvention und werden zu “normalen” Soldaten.

(Video- und Textquelle kursiv: SWR Landdesschau Baden-Württemberg, 14.11.2011 via Youtube; Bildquelle: Führungs und Transportfahrzeug BV 206 S (Husky /Hägglund) im Gebirge von Afghanistan überquert eine Brücke. ©Bundeswehr/Piz San Bestimmte Rechte vorbehalten)

Bundeswehr-Nachwuchswerbung: Kampfschwimmer, Minentaucher und Boardingsoldaten in spe (Videos)

Sonntag, 13. November 2011

Nachwuchs im Visier
Informationstage für Jugendliche bei der Marine in Eckernförde:
praktisch, realitätsnah und im Element

15 Jugendliche haben gemeinsame Berufswünsche, sie wollen Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten bei der Marine werden. Nicht einfach Rekruten für x-beliebiges, sondern für sportlich ambitioniertere Verwendungsreihen — Kampfschwimmer, Minentaucher oder Boardingsoldat wollen sie werden.
Die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine (SEK M; künftig Kommando Spezialkräfte Marine, kurz KS M) in Eckernförde in Schleswig-Holstein boten für Jugendliche ein Info-Praktikum an, das die Teilnehmer/innen an ihre körperlichen und mentalen Leistungsgrenzen führte und dabei das Berusfbild ungeschminkt mit allen Erschwernissen und Vorzügen vermittelte.
Dazu diese Marine-Videos

(Bild-, Videoquelle: Bundeswehr.de, Kampfschwimmer während einer Anlandungsübung)

Gedenkstunde zum Volkstrauertag per Livestream aus dem Bundestag (Video)

Sonntag, 13. November 2011

Die zentrale Gedenkstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag 2011 findet heute am Sonntag, 13. November, ab 16:00 Uhr im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes Deutscher Bundestag in Berlin statt.

Die Gedenkrede hält der ehemalige Bundesaußenminister und jetzige Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Frank-Walter Steinmeier. Bundespräsident Christian Wulff spricht das Totengedenken, das Staatsoberhaupt ist der Schirmherr dieser Veranstaltung.

Die Trauer um gefallene Soldaten (der Weltkriege) hat wieder die Gegenwart erreicht, 53 Bundeswehr-Soldaten, Polizeibeamte und auch zivile Kräfte der Entwicklungshilfe haben in den letzen Jahren im deutschen Auslandseinsatz in Afghanistan ihr Leben verloren, deren Familien, Angehörigen und Freunde trauern um einen unersetzbaren, lieben Menschen. (“Diese Trauer ist privat – Ansprechstelle der Bundeswehr für Hinterbliebene, das BMVg hat Verantwortung für die Fürsorge und Betreuung von Hinterbliebenen gefallener und verstorbener Bundeswehrangehöriger”  bei Volksbund.de)

Die musikalische Gestaltung der Gedenkstunde übernehmen die Regensburger Domspatzen und das Kammermusikensemble des Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg.

Zum Livestream bei Bundestag.de (Vollbild), auch das ARD überträgt.

Nachtrag: Hier das Video (1:15) der Gedenkveranstaltung von Bundestag.de

(Bildquelle: Volksbund.de;
Videoquelle: Bundestag.de)

Hintergrundinformationen: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa zwei Millionen Kriegstoten auf über 824 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung.
Das Leitwort ist: Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden.

Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr rekrutiert erstmals offensiv Frauen

Sonntag, 13. November 2011

Ab Sommer 2012 verfügt die Truppe über Kommandosoldatinnen -
Feminine Offensive in Calw

Soldatinnen werden auch in Spezialeinheiten gebraucht, die US-amerikanischen Kameraden wissen das schon lange und setzen zum Beispiel im Afghanisan-Einsatz weibliche Soldaten bei den Special Operations ein. Nun wird auch das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gezielt Soldatinnen rekrutieren.

Die Einsatzerfahrung hat gezeigt, dass sich das KSK in den Einsatzgebieten wiederholt Soldatinnen aus anderen Bundeswehreinheiten “ausleihen” mußte, um operationelle Anforderungen zu erfüllen. So waren bei Einsätzen in den Dörfern Afghanistans, wenn es um die Fahndung nach Taliban-Kämpfern mit dem Ziel der Festnahme beim Durchsuchen von Unterkünften der muslimischen Bevölkerung ging, die im Alltag geschlechtlich getrennt lebt, weibliche Soldaten hilfreich und deeskalierend wirksam. Auch politische Forderungen nach Frauen in der Spezialtruppe nahmen zu.

Ab Sommer 2012 soll nun die Truppe in Calw/Baden-Württemberg und weltweit im Einsatz mit Kommandosoldatinnen verstärkt werden. Vier Kommandosoldaten bilden einen Kommandotrupp, jeder Kommandosoldat ist Spezialist für eine der vier Funktionen: Waffen-, Spreng-, Fernmelde- oder Sanitätsspezialist. Das Herzstück des KSK bilden die Einsatzkräfte, sie bestehen aus vier Kommandokompanien und einer Spezialkommandokompanie. Die vier Kommandokompanien bestehen aus Spezialzügen, die für je eine bestimmte “Verbringungsart” ausgebildet sind. Darunter versteht man die Fähigkeit, ein Einsatzgebiet auf bestimmte Art zu erreichen, um dort einen Auftrag auszuführen: Spezialzug für Land/Wüste; Fallschirmspezialzug; Amphibischer Zug; Gebirgs-/Arktiszug; Fernspäh-/Scharfschützenzug. Eine KSK-Frauenkommandokompanie oder ein KSK-Frauenzug wird nicht gebildet, die Kommandosoldatinnen sollen alle Aufgaben integriert übernehmen können.
Ein auf die weiblichen KSK-Anwärterinnen zugeschnittenes Trainingsprogramm und ein differenziertes Auswahlverfahren soll den Einstieg in die Elitetruppe für weibliche Soldaten möglich machen und die bisherige Männerdomäne intelligent öffnen.
Bisher fanden Frauen als Unterstützungskräfte (siehe bitte Struktur-Grafik unten) im KSK Verwendung, nun sollen auch weibliche Einsatzkräfte, Kommandosoldatinnen, geschaffen werden.
Derzeit führt als KSK-Kommandeur Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann das Spezialkommando der Bundeswehr in Brigadestärke. Heinz Josef Feldmann (Jahgang 1960, Bild rechts) hat als Artillerist, Zugführer-, Batteriechef- und Bataillons-Kommandeur Führungsposten durchlaufen und S3, G3 CoS Funktionen bekleidet, den amerikanischen Generalstabslehrgang am Command and General Staff College, Ft. Leavenworth, Kansas (1996-97) gemacht und war Heeresattaché an der Deutschen Botschaft in Washington D.C. und im BMVg Adju des Heeresinspekteurs und zuletzt bis 2010 Referatsleiter Fü S III 2 im BMVg Berlin. Feldmann ist kein typischer Komisskopf, sondern ein weltoffener, innovativer kluger Kopf, der dem geheimnisumwobenen Myhtos KSK mit Offenheit und Transparenz begegnet. Als Menschenführer mit Humor und Sinn für das Wesentliche und Machbare ist Feldmann bei seinen KSK-Soldaten respektiert und beliebt. Die politische Vorgabe “Frauen bei der KSK” kann er mit seinem Kommandostab militärisch zweckdienlich und sogar qualitätssteigernd zielführend umsetzen (siehe Video: Kommando Spezialkräfte – Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann).
Die intensive Aufnahmeprüfung des KSK, auch Höllenwoche genannt, mit körperlichen und mentalen Tests mit Gewaltmärschen, Duchschlage-Üungen sowie anspruchsvollen psychologischem Auswahlverfahren sollen erhalten bleiben, doch weibliche KSK-Anwärterinnen sollen durch ein spezielles Trainingsprogramm befähigt werden, diese Hürden trotz geschlechtspezifisch-körperlicher Kraftnachteile zu nehmen.

Das Kommando Spezialkräfte wurde am 20. September 1996 in Calw am Nagold, einem Fallschirmjäger-Standort, in Dienst gestellt. Derzeit leisten in ihm über 1.100 Soldaten Dienst. Das Kommando Spezialkräfte wird künftig auf etwa 1.300 Soldaten und Soldatinnen aufwachsen, es gehört zur Division Spezielle Operationen (DSO) (KSK-Struktur unten).

Soldatenglück.de berichtete am 13. Oktober 2011: Zukünftig Frauen beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr und setzt regelmäßig das Thema KSK der Bundeswehr in Wort, Bild und Video in den Fokus, u.a. mit Kommando Spezialkräfte – German Special Forces (Video), “Töten gehört zum Auftrag” (Video), Stille Kämpfer – Mythos Kommando Spezialkräfte (Video),
In geheimer Mission – Das Kommando Spezialkräfte (Video), Hans-Christoph Ammon referiert über deutsche Spezialeinheiten (Video).

(Bilder-, Grafikquelle: Bundeswehr.de, Kommando Spezialkräfte – Kommandosoldaten des KSK sichern die Hubschrauberlandezone; der KSK Kommandeur BrigGen Feldmann; KSK-Verbandsabzeichen; die KSK-Struktur)