
Der Verfasser dieses Artikels ist Armin Blase, Hauptmann a.D. d.R.
Wurde früher in Deutschland der Begriff “Feldpost” meist in Verbindung mit den schrecklichen kriegerischen Ereignissen im Ersten und Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht, so ist heute die Feldpost der Bundeswehr ein wichtiges Element und ein Teil der Betreuungsmaßnahmen für die Soldatinnen und Soldaten sowie deren Angehörigen im Auslandseinsatz. Knapp 8.000 Angehörige aller Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche der Bundeswehr verrichten heute bei unterschiedlichen Auslandseinsätzen ihren Dienst. Deutschland ist damit einer der größten Truppensteller für internationale Missionen in der Welt. Im Jahr 2007 konnte die Bundeswehr auf ein Doppeljubiläum zurückblicken (25 Jahre aktive Feldpost [1982-2007] bzw. 15 Jahre Feldpost bei internationalen Auslandseinsätzen [1992-2007]).
1. Von der Übungs- zur Einsatzfeldpost
Wie jeder Staat war auch die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet für einen Verteidigungsfall eine Postversorgung der Streitkräfte und deren Angehörigen sicherzustellen. Erste Überlegungen gehen bis in die 60er Jahre zurück. Hierbei wurde zuerst auf Erfahrungen aus den Weltkriegen zurückgegriffen, wobei dies in der Öffentlichkeit aus Geheimhaltungsgründen wenig publik gemacht wurde. Die Feldpostversorgung gehörte als Teil der Alarm- und Mobilmachung zu den Vorbereitungen für einen Spannungs- oder Verteidigungsfall. So wurden zum Beispiel spezielle Feldpostkarten (MobFormBw… oder AuM/Bw…), die den Angehörigen die eigene Feldpostnummer mitteilen sollten, in den Tresoren bei den Alarmunterlagen der Dienststellen aufbewahrt. Diese wären nach einer gewissen Alarmierungsphase an die Soldaten ausgegeben worden. (weiter…)