Archiv für die Kategorie 'Bund & more'

Scharia-Gerichte haben keinen Platz in Deutschland, so die CDU/CSU (Video)

Freitag, 3. Februar 2012

Der rheinland-pfälzische Justizminister Hartloff kann sich bei zivilen Rechtsstreitigkeiten islamische Scharia-Gerichte in Deutschland vorstellen. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Günter Krings:

“Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion lehnt islamische Scharia-Gerichte in Deutschland zur Beilegung zivilrechtlicher Rechtsstreitigkeiten ab. Wenn es um Geld- oder Erbstreitigkeiten geht, dann sind bei uns die ordentlichen Gerichte zuständig.

Es ist falsch verstandene Toleranz, wenn der SPD-Justizminister Hartloff islamischen Scharia-Gerichten das Wort redet.

Die Errungenschaften unseres Rechtsstaates gelten für alle in Deutschland lebenden Menschen – unabhängig von ihrem Glauben. Dieses Prinzip werden wir nicht wegen der Scharia aufgeben.” (Zitatende)

Dazu eine flotte Klarstellung aus Mainz aus dem SPD-geführten Verbraucherschutz- und Justizministerium:
03.02.2012 | Klarstellung

Klarstellung

Diskussion um außergerichtliche Streitbeilegung und Scharia

In einigen Medien wird der Minister der Justiz und für Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz Jochen Hartloff mit Überschriften wiedergegeben wie “SPD-Justizminister setzt sich für Scharia-Recht ein” (Welt online vom 02.02.2012) oder “SPD-Minister hält Scharia-Richter bei uns für denkbar” (BZ vom 02.02.2012). Hierzu stellen wir fest, dass sich Minister Hartloff weder “für Scharia-Recht einsetzt” noch “Scharia-Richter für denkbar” hält. Bei diesen Überschriften handelt es sich um bewusste Verdrehungen des Sachverhalts. Justizminister Hartloff hat in einem Interview mit epd sowie mit der BZ vom gestrigen Tage sich über die Frage außergerichtlicher Streitbeilegungen unter dem Einfluss islamisch geprägter Rechtsetzung geäußert. Die oben genannten beispielhaften Überschriften sind bewusst sinnentstellend, dienen lediglich einer möglichen Skandalisierung und geben nicht die in den beiden Interviews gemachten Äußerungen auch nur im Ansatz wieder.

Der Minister hat in den Interviews betont, dass auch bei außergerichtlichen Streitbeilegungen keinerlei Diskriminierungen erfolgen dürfen und das deutsche Rechtssystem nicht ausgehöhlt werden darf. Die Frage von “Scharia-Richtern” war hierbei überhaupt nicht das Thema. (Zitatende)

(Textquelle: CDU/CSU – Bundestagsfraktion.de, Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz.de;
Videoquelle: via YouTube)



Soldatin tröstet Gefallenen-Angehörigen – Erster Preis für politische Fotografie und Karikatur für Bild mit Bundeswehr-Bezug

Montag, 30. Januar 2012

Eine Soldatin umarmt tröstend den Angehörigen eines in Afghanistan getöteten Bundeswehr-Soldaten. (aus urherbrechtlichen Gründen kann das Bild hier leider nicht gezeigt werden, bitte zum Foto einfach der Verlinkung folgen)

“Rückblende” heißt der deutsche Wettbewerb und Preis für politische Fotografie und Karikatur. Die “Rückblende” ist ein gemeinsamer Wettbewerb für politische Fotografie und Karikatur in Deutschland. Veranstalter der mittlerweile 28. “Rückblende” sind die Landesvertretung Rheinland-Pfalz und der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger in Kooperation mit der Bundespressekonferenz.

Die “Rückblende” 2011 zeichnet mit dem ersen Preis das Bild des AFP-Fotoreporters John MacDougall (Jahrgang 1974, geboren in Paris) aus. Eine Soldatin umarmt den Angehörigen eines in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten. Im 10. Jahr des Afghanistan-Einsatzes der deutschen Soldatinnen und Soldaten, ist es das erste Mal seit Bestehen der Rückblende, dass ein Foto mit Bundeswehr-Bezug mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Das Foto zeigt eine ausdrucksstarke Begebenheit am Rande der offiziellen Trauerfeier für die in Afghanistan gefallnenen Bundeswehr-Soldaten Major Thomas Tholi, Hauptmann Markus Matthes und Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein am 03. Juni 2011 in Hannover. Soldatenglück.de berichtete darüber. Der AFP-Fotograf wurde für dieses besondere Foto mit dem ersten Preis der “Rückblende” 2011 ausgezeichnet.
Das prämierte Foto konzentriere sich auf die menschliche Dimension der Tragödie, indem es eine Soldatin in tröstender Umarmung mit einem Angehörigen zeigt, erklärten die Organisatoren des Preises “Rückblende”. “Ich freue mich, dass unter den vier Fotos, die ich für den Wettbewerb eingereicht hatte, nun dieses ausgezeichnet wurde. Denn es war für mich das ausdrucksstärkste”, sagte John MacDougall, als er den Preis (dotiert mit 7.000 Euro) in Berlin entgegennahm. Den zweiten Preis erhielt Marc-Steffen Unger für dieses Bild mit Atkanzler Helmut Schmidt, auch dieses ausgezeichnete Foto von Marcus Brandt von Papst Benedikt XVI. hat einen Bw-Bezug.

Alle Teilnehmer-Beiträge werden in einer Bilddatenbank im Internet präsentiert unter: Rückblende.rlp.de (Grafik oben)

Die Ausstellung können Sie persönlich anschauen in
Berlin, Landesvertretung Rheinland-Pfalz 27. Januar bis 19. Februar 2012
Trier, Kurfürstliches Palais der ADD, 29. Februar bis 20. März 2012
Mainz, SWR-Funkhaus, 28. März bis 20. April 2012
Bonn, Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, 9. Mai bis 10. Juni 2012
Brüssel, Rückblende-Abend in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz, 19. Juni 2012
Leipzig, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, 5. Juli bis 12. August 2012
Koblenz, Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, 22. August bis 14. September 2012
Neustadt a.d. Weinstraße, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 26. September bis 26. Oktober 2012

Deutscher Bierabsatz 2011 liegt bei 98,2 Millionen Hektolitern

Montag, 30. Januar 2012

Im Jahr 2011 setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager insgesamt rund 98,2 Millionen Hektoliter Bier ab. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ging damit der Bierabsatz gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,1 % beziehungsweise um 0,1 Millionen Hektoliter zurück. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – machten 2011 mit 3,8 Millionen Hektolitern 3,9 % des gesamten Bierabsatzes aus. Gegenüber dem Jahr 2010 reduzierte sich der Absatz in diesem Biersegment um 3,4 %.

84,2 % des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Die versteuerte Menge sank gegenüber 2010 um 0,8 % auf 82,7 Millionen Hektoliter. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 15,5 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (+ 4,0 %). Davon gingen 11,2 Millionen Hektoliter (+ 2,0 %) in EU-Länder, 4,1 Millionen Hektoliter (+ 10,5 %) in Drittländer und 0,2 Millionen Hektoliter (- 4,8 %) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

Der Bierabsatz war 2011 – wie auch in den Vorjahren – in Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 24,4 % und in Bayern mit 22,5 % am höchsten. Diese beiden Bundesländer führten auch den Inlandsabsatz an: in Nordrhein-Westfalen lag er bei 26,1 %, in Bayern bei 22,0 %. Den höchsten Bierabsatz über die bundesdeutschen Grenzen hinweg erzielten dagegen die Brauereien oder Bierlager mit Sitz in Niedersachsen oder Bremen mit einem Anteil von 28,1 %. Alle Angaben zum regionalen Absatz von Bier richten sich nach dem Sitz der Steuerlager (Brauereien und Bierlager). (Zitatende)

Zur Tabelle: Entwicklung des Bierabsatzes in Deutschland, im Jahr 2000 lag der Bierabsatz noch bei 109,8 Millionen Hektolitern im Jahr, der Verbrauchs-Abwärtstrend setzte sich über die Jahre bis 2011 auf 98,2 Millionen Hektoliter fort.

(Textquelle: Statistisches Bundesamt, destatis.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, ein Fest bei der Bundeswehr mit zivilen Gästen, Polizisten und mit Bier)

Daniel Craig: Echte Helden sind schüchtern

Mittwoch, 11. Januar 2012

Der britische Schauspieler Daniel Craig sieht die Faszination für Actionhelden in deren Makeln und Schwächen begründet. Interessant sei, so Craig im Interview mit der ZEIT, “wie sie diese überwinden. Man schaut ihnen zu, wie sie über sich selbst hinauswachsen. Das möchte jeder können.” Im echten Leben seien echte Helden dagegen eher schüchtern. “Ich kenne Feuerwehrleute, die bei 9/11 dabei waren, die in die brennenden Türme reingingen, um Menschenleben zu retten. Sie sprechen nur widerwillig darüber.”

Craig musste bei den Dreharbeiten für “Ein Quantum Trost” seine Angst überwinden: “Ich habe Höhenangst. Aber bei den Dreharbeiten für “Ein Quantum Trost” sollte ich aus dem Fenster springen, auf einen fahrenden Bus.” Er dachte, er müsse sterben, sei aber dennoch gesprungen. “Ich hatte wohl mehr Angst vor der Blamage, wenn ich runterklettere und nicht springe, als vor dem Sprung selbst. Ich habe es geschafft, aber ich will es nicht noch einmal erleben”, so Craig. (Zitatende)

(Textquelle kursiv: Zeit.de;
Bidlddquelle: Royal Navy.mod.uk)

Lammert lehnt Wulff-Nachfolge ab: “Ich will es auch jetzt nicht” – Gauck wäre bei Wulff-Rücktritt Favorit

Mittwoch, 11. Januar 2012

Bundestagspräsident beklagt im “stern” “massiven, flächendeckenden Vertrauensverlust”

Bundestagspräsident Norbert Lammert ist als erster führender CDU-Politiker offen vorsichtig auf Distanz zu dem angeschlagenen Bundespräsidenten Christian Wulff gegangen. “Die wochenlange Auseinandersetzung hat sicherlich nicht nur den Amtsinhaber persönlich strapaziert, sondern leider wohl auch das Amt. Und über diesen Effekt kann niemand glücklich sein”, sagt Lammert in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins “stern”. Die Situation sei “nicht banal”, allerdings auch “keine Staatskrise”.

Ebenso vorsichtig nimmt Lammert Wulff jedoch auch in Schutz. Zu dessen Anruf bei “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann sagt er: “Mein Eindruck ist, dass dahinter eher ein hohes Maß an persönlicher Verletztheit steht, das ich nachvollziehen kann, das aber nicht zu dieser Reaktion hätte führen dürfen.” Lammert, der als Favorit für Wulffs Nachfolge gehandelt wird, weist jegliche Ambitionen auf das Amt strikt zurück. Er hätte schon 2009 nicht Bundespräsident werden wollen. “Ich will es auch jetzt nicht, und bin froh dass sich die Frage gar nicht stellt”, sagt der CDU-Politiker dem “stern”.

Auch angesichts der aktuellen Debatte um den Bundespräsidenten beklagt Lammert gegenüber dem “stern” einen “massiven, flächendeckenden Vertrauensverlust”, der allerdings weit über die Politik hinaus reiche und Medien, Kirchen, Schulen, Gewerkschaften und Sport betreffe, “von Wirtschaft und Banken gar nicht zu reden”. Den Medien wirft der Bundestagspräsident vor, sie lieferten sich “einen Überbietungswettbewerb, wer früher, schneller, spektakulärer mit einer Vermutung auf dem immer heftiger umkämpften Medienmarkt aufmarschieren könne”. Zwar müssten sich Politiker mehr bieten lassen als Andere, so Lammert, ein “auf Dauer gesetztes Misstrauen” mache aber “die Wahrnehmung öffentlicher Mandate unmöglich”. Er halte die Vorstellung für “absurd, ein politisches System sei dann perfekt, wenn die Amtsinhaber nur noch Rollenträger, aber keine lebendigen Menschen mehr sind und im Übrigen alles offen und transparent sei”.

Lammert spricht sich im Interview mit dem “stern” auch dafür aus, dem Staatsoberhaupt jeweils nur eine, allerdings längere Amtsperiode zu gewähren. “Ich hielte es für klüger, man würde den Präsidenten nur für eine einmalige Amtszeit wählen, möglicherweise für sieben Jahre”, so Lammert. So würde er unabhängiger und entziehe sich dem politischen Wettbewerb: “Das würde ihn von jeglichem Verdacht befreien, dass er sich mit bestimmten Äußerungen oder Handlungen um seine eine Wiederwahl bemüht.”

Der politischen Klasse bescheinigt Lammert ein Defizit beim Erläutern der immer komplexer werden Zusammenhänge. “Da leistet Politik nicht genug.” Auf bemerkenswerte Weise verteidigt der Bundestagspräsident im “stern” Angela Merkels mangelnde Leistungen auf diesem Gebiet. Lammert wörtlich: “Wenn die Kanzlerin außer dem riesigen Vorzug, dass ihr eigentlich niemand ein besonderes Maß an persönlicher Eitelkeit, an besonderem persönlichen Geltungsbedürfnis oder auch an überentwickeltem Machttrieb vorhält, auch noch die Gabe einer überragenden Fähigkeit zur Erläuterung komplizierter Sachverhalte hätte, wären wir ja von einer konstitutionellen Monarchie nicht mehr weit entfernt: Sie wäre über Wahlen kaum mehr aus dem Amt zu heben.” (Zitatende)

“stern”-Umfrage: Gauck wäre bei einem Rücktritt Favorit für die Wulff-Nachfolge, Von der Leyen oder Schäuble abgeschlagen

Sollte Bundespräsident Christian Wulff am Ende doch noch zurücktreten, würde knapp ein Drittel der Bundesbürger (31 Prozent) gerne den einstigen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck als Nachfolger sehen. Das ergab eine Umfrage für die neue, am Donnerstag erscheinende Ausgabe des Hamburger Magazins “stern”. Der parteilose Gauck war bei der Wahl im Juni 2010 als Kandidat von Rot-Grün Wulff unterlegen gewesen.

Nur elf Prozent der Bürger würden im Fall eines Wulff-Rücktritts gern Arbeitsministerin Ursula von der Leyen im Schloss Bellevue sehen. Mit neun Prozent Zustimmung liegt die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann auf Platz drei. Für Finanzminister Wolfgang Schäuble und Ex-SPD-Chef Franz Müntefering sprachen sich je sieben Prozent der Befragten aus. Am wenigsten können die Deutschen sich Bundestagspräsident Norbert Lammert (vier Prozent) oder Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (zwei Prozent) im höchsten Staatsamt vorstellen.

Dass es die Institution Bundespräsident gibt, findet trotz der wochenlangen Wulff-Affäre die große Mehrheit der Bürger (69 Prozent) richtig. Nur 27 Prozent halten nach der “stern”-Umfrage das Amt für überflüssig.

Datenbasis: 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 5. und 6. Januar 2012, statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Institut: Forsa. Auftraggeber: “stern”. (Zitatende)

Meldet der stern aus Hamburg heute.

(Textquelle kursiv: Gruner+Jahr, stern.de;
Bilderquelle: Norbert Lamert.de; Dr. Norbert Lammert als Bundestagspräsident und als CDU-Politiker im Wahlkampf mit Bundeskanzlerin Angela Merkel)



Der umstrittene Präsident: Wirbel um Christian Wulff – das Protokoll einer Affäre (Video)

Montag, 9. Januar 2012

Seit Mitte Dezember muss sich Bundespräsident Christian Wulff gegen immer neue Vorwürfe wehren. Die Dokumentation erklärt die Hintergründe und blickt hinter die Kulissen.

(Videoquelle: ARD.de;
Bildquelle: Soldatenglück.de, Bundespräsidialamt bei Nacht, Schloss Bellevue Berlin)

Guttenbergs- und CSU-Pläne einer erneuten Bundestags-Kandidatur des Verteidigungsministers a.D. i. USA

Montag, 9. Januar 2012

Wie man es auch drehen und wenden will, eine Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg in den Bundestag und damit auf die bundespolitische Bühne hätte einen schalen Beigeschmack. Einerseits, weil der Freiherr sich und anderen nach wie vor nicht eingestehen will, dass seine Plagiatsaffäre mehr als ein stressbedingter Patzer gewesen ist. Den Vorwurf des dreisten Täuschungsversuches hat Guttenberg bisher jedenfalls nicht überzeugend widerlegen können. Genau deshalb ist seine Glaubwürdigkeit weitgehend dahin. Andererseits wirkt es zunächst reichlich merkwürdig, dass die CSU, die von Guttenberg so hart beschimpft worden ist, ihm nun wieder den roten Teppich ausrollen will. Das sagt jedoch etwas über den desolaten Zustand der Christsozialen aus. Und darüber, welches Kalkül der Vorsitzende Seehofer offenbar verfolgt, der einer Bundestagskandidatur Guttenbergs 2013 keine Steine in den Weg legen will. In einem Jahr also, in dem auch in Bayern neu gewählt wird. Man weiß, dass der CSU-Chef sein politisches Personal gern wie Schachfiguren zu seinen Gunsten hin- und herschiebt. Seehofer erhofft sich somit von der Rückkehr Guttenbergs politischen Profit beim bayerischen Urnengang. Schließlich gibt es im Freistaat noch viele KT-Fans und nicht nur dort. Zugleich wäre Guttenbergs Neustart damit einer von Seehofers Gnaden. Und genau das dürfte dem eitlen CSU-Chef besonders gut gefallen. Bleibt nur die Frage, wie lange sich KT mit einer solch devoten Rolle zufrieden geben würde. Angesichts des Ehrgeizes, mit dem der Freiherr auch an seiner raschen Rückkehr gebastelt hat, sicherlich nur kurze Zeit. (Zitatende)

Kommentiert die “Lausitzer Rundschau” aus Cottbus.
Hintergrund: DER SPIEGEL berichtet, der Landrat im Landkreis Lichtenfels und dortige CSU-Kreisvorsitzende im oberfränkischen Bundestagswahlkreis 240 (Kulmbach), Christian Meißner (oben rechts und unten mittig im Bild), habe Karl-Theodor zu Guttenberg zu einer persönlichen Zusammenkunft innerhalb der nächsten Wochen aufgefordert, KTz Guttenberg habe aus der Ferne per SMS geantwortet: “Machen wir.”
Bei der Bundestagswahl 2009 hat Karl-Theodor zu Guttenberg als CSU-Direktkandidat im Wahlkreis Kulmbach (173.473 Stimmberechtigte, 74,1 Prozent Wahlbeteiligung) 68,1 Prozent der Stimmen erzielt. Der CSU-Bezirkschef in Guttenbergs fränkischer Heimat, Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, rechnet dem Bericht zufolge damit, dass der mit seiner Familie temporär in die Vereingten Staaten gezogene Guttenberg während eines geplanten Deutschland-Aufenthalts Ende Januar Klarheit über eine mögliche Kandidatur schafft: “Ich gehe davon aus, dass er dann die Gelegenheit nutzt, mit seinen politischen Freunden zu reden”, so der CSU-Spitzenpolitker Friedrich.

(Textquelle kursiv: Lausitzer Rundschau.de;
Bilderquelle: CSU.de, Christian Meißner CSU.de, Vergleichsfoto: Stimmkreis Kronach/Lichtenfels – Politischer Sommer 2010 mit unserem Bundestagsabgeordneten KT zu Guttenberg in Lahm)

Joachim Gauck, Bundespräsident in spe? Koalitionsspitze hat sich auf Verfahren zur möglichen Wulff-Nachfolge geeinigt (Video)

Samstag, 7. Januar 2012

Die Parteichefs der schwarz-gelben Koalition, Angela Merkel (CDU), Philipp Rösler (FDP) und Horst Seehofer (CSU) haben sich bereits auf ein Verfahren zur Nominierung eines neuen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt geeinigt. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende “Rheinische Post” (Samstagsausgabe) aus Regierungskreisen. Sollte Bundespräsident Christian Wulff überführt werden, die Unwahrheit gesagt zu haben, wollen Merkel, Seehofer und Rösler die Unterstützung für Wulff beenden und nach einem Rücktritt in einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Kandidaten vorschlagen, der auch vom rot-grünen Lager akzeptiert werden könnte. Man werde einen Vorschlag machen, den “Rot-Grün nicht ablehnen kann”, hieß es in den Regierungskreisen. (Zitatende)

Berichtet die “Rheinische Post” aus Düsseldorf heute.
Soldatenglück.de hat im Sommer 201 nach seinen Kräften während dessen Bundespräsidentenkandidatur Joachim Gauck unterstützt und freut sich, dass höchstwahrscheinlich er der Vorschlag ist, den “Rot-Grün nicht ablehnen kann” und damit der 11. Bundespräsident Deutschlands.

Dr. h.c. Joachim Gauck
Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock als Sohn eines Kapitäns geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie. Ab 1965 bis 1990 ist er im Dienst der Ev.-Luth. Landeskirche Mecklenburgs, die längste Zeit als Pastor in Rostock, wo er im Nebenamt u.a. auch Stadtjugendpastor und später Leiter der Kirchentagsarbeit seiner Landeskirche war.

Früh wurde er durch seine offenen und kritischen Worte bekannt. 1989 gehörte Joachim Gauck zu den Mitbegründern des Neuen Forum, dessen Sprecher er in seiner Heimatstadt wurde. Im Herbst 1989 war Gauck Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstandes gegen die SED-Diktatur. Er leitete wöchentliche Abendgottesdienste, aus denen sich machtvolle Protestdemonstrationen entwickelten, die auch in Rostock das DDR-Regime beendeten.

Im März 1990 zog er als Abgeordneter der Bürgerbewegungen, die sich im Bündnis 90 zusammengeschlossen hatten, in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein und wurde zum Vorsitzenden des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) gewählt.

Nach Wahl durch die Volkskammer wurde Joachim Gauck zum 3. Oktober 1990 vom Bundespräsidenten und Bundeskanzler zum Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes berufen; nach Verabschiedung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes des Deutschen Bundestages Ende 1991 war er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik mit Dienstsitz in Berlin. Am 21. September 1995, vom Deutschen Bundestag mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt, wurde er zum 3. Oktober 1995 für eine zweite Amtsperiode berufen, die am 2. Oktober 2000 endete. Eine weitere Amtszeit war nach dem Gesetz nicht möglich.

Im Jahr 2001 moderierte er 14-tägig in der ARD die WDR-Sendung „Joachim Gauck“. Von 2001 bis 2004 war Joachim Gauck deutsches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien (Ehrenamt).

Seit November 2003 ist er als Nachfolger von Dr. Hans-Jochen Vogel und Dr. h. c. Hans Koschnick Bundesvorsitzender der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. Am 30. Juni 2010 kandidierte Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten.

Ehrungen

Theodor-Heuss-Medaille (1991), Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1995), Hermann-Ehlers-Preis (1996), Hannah-Arendt-Preis, Bremen (1997), Ehrendoktor der Universität Rostock (1999), Imre- Nagy-Gedenkplakette, Budapest (1999), Dolf-Sternberger Preis für Öffentliche Rede (1999), Cicero Rednerpreis (2000), Wartburgpreis (2000), Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern (2000), Ehrendoktor der Universität Jena (2001), Erich Kästner-Preis, Dresden (2001), Goldenes Lot (der deutschen Vermessungsingenieure) (2002), Wittenberg Award, Washington D.C. (2002), Courage-Preis, Osnabrück/Bad Iburg (2003), Heinz Herbert Karry-Preis, Frankfurt/Main (2005), Ehrendoktor der Universität Augsburg (2005), Thomas-Dehler-Preis, München (2008), Glas der Vernunft, Kassel (2009), Medienpreis des Vereins der ausländischen Presse, Berlin (2010), Internationaler Deutscher PR-Preis als „Kommunikator des Jahres“ (Deutsche Public Relations Gesellschaft 2010), Goldene Victoria, Berlin (2010), Geschwister-Scholl-Preis, München (2010), Europäischer Menschenrechtspreis, Straßburg (2011), Ludwig-Börne-Preis, Frankfurt am Main (2011)

Letzte Veröffentlichung

Joachim Gauck: Winter im Sommer- Frühling im Herbst, Siedler-Verlag 2009

Nachtrag: 07.01.2012: Berlin: Anti-Wulff-Demo auf Arabisch

Rund 300 Menschen haben vor dem Schloss Bellevue in Berlin für einen Rücktritt von Bundespräsident Christian Wullf demonstriert. Sie reckten dazu Schuhe in die Luft, ein aus der arabischen Welt entliehenes Zeichen, mit dem man Ärger, Ablehnung und Verachtung ausdrückt. “Shoe for you” hieß die Aktion, zu der ein Verein namens “Creative Lobby of Future” aufgerufen hatte.

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Grafikquelle: Bundespraesident.de;
Textquelle Lebenslauf unten:
 Gegen Vergessen – Für Demokratie
Videoquelle: euronews.net)

Bundespräsident Christian Wulff: Jeder zweite Deutsche will seinen Rücktritt

Mittwoch, 4. Januar 2012

Deutschland ist gespalten, wenn es um die Frage geht, ob Bundespräsident Christian Wulff nach seiner Kreditaffäre und Drohanrufen bei der Presse zurücktreten soll. 46 Prozent der Deutschen meinen, er sollte sein Amt zur Verfügung stellen, ebenso viele meinen aber, er solle bleiben. Das ergab eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe Madsack (Hannoversche Allgemeine Zeitung, Leipziger Volkszeitung, Ostsee-Zeitung, Märkische Allgemeine Zeitung) unter 1005 Befragten. (Erhebungszeitraum war der 3. Januar) Vor allem die Ostdeutschen sowie die 18- bis 29-Jährigen wollen Wulff weiter als Bundespräsident sehen. Für einen Rücktritt sprechen sich vor allem die über 60-jährigen Bürger und Beamte aus.

Käme es zu einer Neuwahl, hätte Wulffs Kontrahent der letzten Wahl, der frühere Chef der Stasi-Unterlagenbehörde Joachim Gauck, mit 30 Prozent Zustimmung den meisten Rückhalt in der Bevölkerung. Auf den Plätzen folgen: der Moderator Günther Jauch (13 Prozent), Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 12 und die frühere Bischöfin Margot Käßmann mit 11 Prozent Zustimmung.

Auf die Frage, ob es besser wäre, wenn der Bundespräsident künftig direkt vom Volk gewählt würde, sagten 56 Prozent der Befragten ja. 40 Prozent meinten, nein, es wäre egal, wie der Bundespräsident gewählt würde.

Erhebung: Forsa unter 1005 Befragten am 3. Januar 2012 (Zitatende)

Meldet die Mediengruppe Madsack der “Leipziger Volkszeitung”.
ARD und ZDF melden für heute Abend ein Interview mit Bundespräsident Christian Wulff.
Heute (04. Januar 2012) um 20.15 Uhr senden Das Erste und das ZDF ein Interview mit dem Bundespräsidenten. Die Moderatoren Ulrich Deppendorf (ARD) und Bettina Schausten (ZDF) befragen Christian Wulff in der Sendung “Bundespräsident Wulff stellt sich” zur Debatte um seinen Hauskredit und zu seiner hochumstrittenen Einflussnahme auf Journalisten.

Christian Wulff lehnt Rücktritt vom Bundespräsidenten-Amt ab

Erste Ausschnitte aus dem Interview präsentiert Das Erste in einer dreiminütigen Extra-Ausgabe der “Tagesschau” um 19.00 Uhr. Eine Einordnung der Aussagen des Bundespräsidenten erfolgt um 22.05 Uhr in den “Tagesthemen”.
Vorab wird der Inhalt des Interview verbreitet, einen Rücktritt lehnt Wulff ab, er nehme seine Verantwortung gerne wahr, schwere Fehler räumt er ein und entschuldigte sich erneut.
Übrigens, Soldatenglück.de hielt Joachim Gauck für den geeigneteren Kandidaten im Amt des Bundespräsidenten – heute noch.

(Texquelle: Leipziger Volkszeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de)

Pioniergeist in den Alpen – Schweizerkreuz leuchtet am Gipfel des Jungfaujochs

Montag, 2. Januar 2012

Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchtet die Jungfrau

Lichtkünstler Gerry Hofstetter hat in der Nacht vom 1. Januar das Schweizerkreuz und weitere Motive an die Jungfrau-Nordwand projiziert. Damit läutete er das 100-Jahr-Jubiläum der Jungfraubahn ein, der bedeutendsten Bergbahn der Schweiz.

Gerry Hofstetter hat unterhalb des Gipfels der Jungfrau auf 3380 Metern über Meer ein Camp eingerichtet und wohnt während neun Tagen auf dem Gletscher mitten in den Schweizer Alpen. Von dort aus beleuchtet er an acht Abenden bis zum 8. Januar 2012 die Jungfrau, falls das Wetter dies zulässt. Dargestellt werden das Schweizerkreuz, ein Zug der Jungfraubahn und ein Porträt von Adolf Guyer-Zeller, dem Gründer der Jungfraubahn. Die Temperaturen auf dieser Höhe können bis auf minus 30 Grad fallen. Essensvorräte wurden für drei Wochen mitgenommen, da bei schlechtem Wetter kein Helikopter für eine Rettung fliegen kann.

Mit der Beleuchtung der Jungfrau begannen die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum der Jungfraubahn. Am 21. Februar 1912 hatten italienische Mineure mit einer gewaltigen Ladung Dynamit den Durchschlag auf dem Jungfraujoch geschafft. Sie vollendeten den Bau des Eisenbahntunnels, der durch die Berge Eiger und Mönch zur höchsten Bahnstation Europas führt. Aus dem Pionierwerk ist die bedeutendste Bergbahn der Schweiz geworden. Heute befördert die Jungfraubahn jährlich rund 700’000 Personen.

Das Projekt wird dank einer Zusammenarbeit zwischen Gerry Hofstetter, der Jungfraubahn und Bayer ermöglicht. Als Kulturpartner der Jungfrau-Beleuchtung will Bayer die Schönheit und die Einmaligkeit der Schweizer Bergwelt in die Welt tragen. Bayer ist seit 1956 in der Schweiz tätig und engagiert sich für wissenschaftliche Projekte in der Schule, die Entwicklung energiesparender Technologien und visionäre Kulturinitiativen.

Am 1. Januar 2012 ist zudem auf der Kleinen Scheidegg eine Weltpremiere eröffnet worden, der ART-Run – eine Kunstausstellung für Skifahrer. Der Bau der Jungfraubahn, Gerry Hofstetters Beleuchtungen auf der ganzen Welt und Bayers Kulturengagement werden hier mit eindrücklichen Bildern gezeigt.

Die Beleuchtung der Jungfrau kann auf einer Webcam live unter http://www.jungfrau.ch/de/winter/tourismus/news-events/100-jahre-jungfraubahn/lichtkunst-an-der-jungfrau/ mitverfolgt werden.

Folgen Sie Gerry Hofstetter und seinem Team auf http://twitter.com/bayerCH

Weiter Bilder unter www.flickr.com/photos/bayerch

(Text-, Bildquelle: jungfrau.ch; Foto: Lichtkünstler Gerry Hofstetter hat in der Nacht vom 1. Januar 2012 das Schweizerkreuz und weitere Motive an die Jungfrau-Nordwand projiziert. Damit läutete er das 100-Jahr-Jubiläum der Jungfraubahn ein, der bedeutendsten Bergbahn der Schweiz. obs/Jungfrau Railways/martinkeller.ch)