Archiv für die Kategorie 'UNSMIS'

Syrien: Assads C-Waffen

Sonntag, 22. Juli 2012

Der Nahe Osten steht vor dramatischen Tagen.
Es geht dieses Mal nicht um das iranische Atomprogramm und den vermuteten Bau einer Teheraner Atombombe, die Israel bedrohen würde. Die neue Gefahr ist der Zerfall Syriens. Dabei ist nicht der wünschenswerte Machtverlust der Assad-Clique das Problem. Doch was geschieht bei einem Machtwechsel mit dem ungeheuren Chemiewaffen-Arsenal? Das Teufelszeug weckt Besitzgelüste von Radikalen, Extremisten oder Terroristen. Die neuen Besitzer können die gesamte Region bedrohen, sie könnten Israels Existenz gefährden und die für die Industrieländer so wichtigen Ölländer erpressen. Insofern ist es logisch, dass sich der Westen Gedanken über die Sicherung chemischer Massenvernichtungswaffen Gedanken macht. Israel hat schon mit seinem Eingreifen gedroht. Doch ein solch risikoreicher Schritt würde das Land unweigerlich in einen Krieg ziehen und die Region in Brand setzen. Schon jetzt beschießt die bisher von Syrien gestützte Hisbollah (ohne C-Waffen!) vom Libanon aus israelische Städte. Es wird Zeit, dass angesichts der Chemiewaffen-Gefahr die UN-Vetomächte Russland und China ihren Assad stützenden Kurs aufgeben und helfen, diese Gefahrenquelle abzudichten. (Zitatende)

Kommentiert Godehard Uhlemann von der “Rheinische(n) Post” aus Düsseldorf.

(Textquelle: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Vergleichsfoto: ABC-Abwehr, ATV Yamaha Kodiak 400 – Informationslehrübung der Panzerlehrbrigade 9 auf den Truppenübungsplätzen Bergen und Munster)



Syrien: “Reporter zwischen den Fronten” im Bürgerkrieg – von Steffen Schwarzkopf (Video)

Sonntag, 22. Juli 2012

Steffen Schwarzkopf berichtet in SAT.1 vom syrischen Bürgerkrieg – am Montag, 23. Juli 2012, 23.30 Uhr, in SAT.1.

“Das Töten ist zum Alltag geworden. Mittlerweile sind beide Seiten völlig verroht. Selten habe ich so viel Angst und Sprachlosigkeit bei meinen Gesprächspartnern erlebt. In diesem Konflikt ist es schwer zu beurteilen, wer die Hauptschuld trägt”, sagt SAT.1-Reporter Steffen Schwarzkopf. Der erfahrene TV-Journalist war eine Woche in Syrien unterwegs und berichtet von beiden Seiten: dem Regime in Damaskus und den Assad-Gegnern. Die 30-minütige Reportage “Reporter zwischen den Fronten” zeigt am Montag, 23. Juli 2012, um 23.30 Uhr erschreckende Bilder des Bürgerkriegs in dem gespaltenen Land.

17.000 Tote, zerstörte Städte und Dörfer, Flüchtlingselend – das ist Syrien heute. Täglich erreichen uns Meldungen von eskalierender Gewalt und Massakern. Doch selten herrscht Klarheit, welche Seite die Greueltaten begangen hat. Steffen Schwarzkopf und seinem Team ist es trotz Verhinderungsversuchen durch Geheimdienst und Militär gelungen, bei Anti-Assad-Demonstrationen zu drehen und sich mit Kämpfern der Freien Syrischen Armee zu treffen. (Zitatende)

Der Kriegsberichterstatter und Reporter Steffen Schwarzkopf (Jahrgang 1973) berichtete auch aus dem ISAF-Einstazgebiet Afghanistan “Krieg im Indianerland – Die Bundeswehr in Kundus” und “Die zweite Front – Traumatisierte Bundeswehr-Soldaten”, Soldatenglück.de berichtete darüber. Für die Reportage “Krieg im Indianerland” über die deutschen Soldaten in Kunduz/Afghanistan war Steffen Schwarzkopf mit Helm und Schutzweste ganz nah am Geschehen, es setzte sich dabei (unbewaffnet) den gleichen Gefahren aus wie die Soldaten.

Dazu das aktuelle N24-Video: Situation in Syrien – Steffen Schwarzkopf war im Krisengebiet

N24-Reporter Steffen Schwarzkopf war eine Woche lang in Syrien unterwegs und berichtet nur exklusiv im Studio, von seinen Erlebnissen vor Ort.

(Textquelle kursiv: SAT1.de;
Videoquelle: N24.de;
Bildquelle: UNSMIS.org, UNSMIS military observers inspecting a residential area at Talbisah area in Homs city, Syria – 11 June 2012;
Grafikquelle: CIA.gov, Syrien-Flagge)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

Bürgerkrieg in Syrien und eine Zeit nach Assad – UNSMIS-Beobachter Einsatz wird um 30 Tage verlängert (Video)

Sonntag, 22. Juli 2012

Der Fall des syrischen Despoten Baschar al-Assad scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Die syrischen Rebellen kontrollieren wichtige Straßen und Grenzübergänge, manche Städte sind beinahe komplett in ihrer Hand. Doch man sollte sich von den verwackelten Kriegsbildern, die regelmäßig aus den Rebellenhochburgen gesendet werden, nicht täuschen lassen. Assad ist militärisch nach wie vor stark. Einigen Zehntausend Guerillakämpfern stehen 300.000 Soldaten der Armee gegenüber. Assads Diktatur ist verwundet, aber sie wankt noch nicht. Das von den Rebellen gewonnene Terrain wird immer wieder blutig vom Regime zurückerobert. So kann es noch lange weitergehen. Dennoch wird man sich in Washington und Moskau, in Ankara und in Teheran zurzeit nicht nur mit der aktuellen militärischen Lage beschäftigen. Längst werden Szenarien entworfen, wie es in Syrien nach einem Sturz, einem Rücktritt oder einer Flucht Assads weitergehen könnte. Doch welche Rechnungen da auch immer aufgemacht werden – sie beinhalten viele Unbekannte. Ein halbwegs geordneter, ja friedlicher Übergang zu einer syrischen Demokratie scheint derzeit völlig unrealistisch. Sollte Assad von der Bildfläche verschwinden, wäre der Konflikt nicht gelöst. 42 Jahre Despotie lassen sich nicht mit einem einzigen Familienclan bewerkstelligen. Wenn Assad stürzt, haben nicht nur seine Verwandten um Macht und Einfluss zu fürchten. Teheran wird mit allen Mitteln zu verhindern suchen, seinen wichtigsten Bündnispartner in der Region zu verlieren; auch Moskau kämpft um bleibenden Einfluss in Damaskus – und nicht zuletzt um direkten Zugang der russischen Kriegsflotte im Mittelmeer. Auf der anderen Seite will sich der Westen nicht in eine militärische Auseinandersetzung ziehen lassen, die am Ende eher an den jugoslawischen Bürgerkrieg erinnern würde als an den “arabischen Frühling”. Die Interventionen auf dem Balkan, in Afghanistan, dem Irak haben nicht nur die USA müde und mürbe gemacht. Es herrscht Skepsis: Das militärische Ziel der syrischen Rebellen heißt Damaskus. Worin aber die politischen Ziele der FSA bestehen, wie stark ihr islamistischer Flügel ist; ob die säkularen syrischen Liberalen nicht nur auf Pressekonferenzen im Ausland, sondern auch in den umkämpften Gebieten etwas zu sagen haben, ist ungewiss. Über das syrische Schachbrett beugen sich viele Köpfe, aber welche Züge nun dran sind, scheinen sie zum Teil selbst nicht zu wissen. Angesichts der komplizierten Situation wird sogar in Washington schon unter der Hand empfohlen, man solle das Gespräch mit Teheran suchen. Wie angesichts der sich widersprechenden Interessen ein Kompromiss praktisch aussehen könnte – dazu reicht die Fantasie bisher nicht. Was aber kommt nach Assad? Bestenfalls handeln die Türkei und der Iran einen Plan aus, in dem der Schutz der syrischen Zivilbevölkerung im Mittelpunkt steht und der anschließend von Washington und Moskau mitgetragen wird. Schlimmstenfalls zerfällt das Land in seine ethnischen, religiösen und politischen Einzelteile, die nur noch vom Chaos regiert werden. Der anwachsende Flüchtlingsstrom zeigt, dass die Menschen dort eher mit dem Letzteren rechnen. Die syrische Tragödie hat wohl erst begonnen. (Zitatende)

Komentiert Claus Christian Malzahn von der “Berliner Morgenpost”.
Dazu das euronews-Video: Regime Assads verliert Macht und UN-Beobachtermission wird fortgesetzt

Knapp eine Woche, nachdem die Kämpfe zwischen Regimegegnern und Regierungstreuen in Syriens Hauptstadt begannen, scheint es, dass die syrische Staatsmacht mehr und mehr die Oberhand verliert. Mit Kontrollen in der Zivilbevölkerung versucht sie dagegen anzugehen.

Am Freitag hatten zugleich Kommandeure der Freien Syrischen Armee bewaffnete Oppositionskräfte aufgefordert, ausländische Kämpfer auf Seiten des Regimes zu töten. Legitime Ziele seien Mitglieder der libanesischen Schiiten-Bewegung Hisbollah, der iranischen Revolutionsgarden sowie der Palästinensergruppen im Dienst Baschar al-Assad.

Kriegspropaganda derweil beim Begräbnis des Verteidigungsministers, der am Mittwoch bei einem Bombenattentat auf den nationalen Krisenstab mit drei anderen engen Vertrauten Assads getöten worden war. Allerdings blieb Assad der Zeremonie fern und schickte seinen Vize-Pràsidenten. Auch dies interpretieren Experten als Machtverlust.

Der UN-Sicherheitsrat hatte sich am Freitag auf eine einmalige Verlängerung der Beobachtermission in Syrien geeinigt. Damit bleiben die Blauhelme weitere 30 Tagen im Land.

Die syrische Muslimbruderschaft erklärte am Samstag den Friedensplan von UN-Sondervermittler Kofi Annan für gescheitert: Er habe das Sterben von Zivilisten nicht verhindern können und dem Regime von Baschar al-Assad nur Zeit verschafft.

Soldatenglück.de berichtete zuletzt über die Region: UN-Militärbeobachter bezeugen: Syrische Armee war am Ort des erneuten Massakers (Videos), Syriens Armee beschießt libanesisches Territorium (Video), Abgeschossene türkische PHANTOM: SAR-Kräfte finden Leichen (Video), NATO, Türkei und ein militärisch starkes Syrien (Video) und Syrien schiesst türkische PHANTOM in Küstennähe ab, Besatzungsmitglieder vermisst (Videos) und über die UN-Militärbeobachtermission UNSMIS in Syrien.

(Textquelle kursiv: BERLINER MORGENPOST.de;
Grafikquelle: CIA.gov;
Videoquelle: euronews.com)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

UN-Militärbeobachter bezeugen: Syrische Armee war am Ort des erneuten Massakers (Videos)

Samstag, 14. Juli 2012

Das syrische Dorf Tremseh wurde auch am Freitag von Regierungskräften bombardiert. Das bezeugen UN-Beobachter in der Umgebung. In dem Dorf waren laut Opposition am Donnerstag bis zu 250 Menschen umgebracht und an die 300 verletzt worden.

Die syrische Regierung hatte Oppositionskräfte für das Massaker verantwortlich gemacht – sie wollten die Stimmung gegen Syrien aufheizen.

Robert Mood, Leiter der UNSMIS-Beobachter:
“Wir können bestätigen, dass es gestern in dem Gebiet von Tremseh länger andauernde Gefechte gab. Beteiligt waren motorisierte Einheiten, Militärhubschrauber und Geschütze.”
Sein Team sei bereit, vor Ort zur Aufklärung der Vorfälle in Tremseh beizutragen, “sobald es eine glaubwürdige Waffenruhe gibt”.

Nach Darstellung der Opposition hat die Armee das Sunniten-Dorf in der Nähe von Hama am Donnerstag erst belagert und dann unter Beschuss genommen, so Abu Omar, örtlicher Kommandeur der oppositionellen Freien Syrischen Armee.

Dann seien Milizionäre des Regimes aus umliegenden Dörfern in den Ort gekommen, um die Menschen in ihren Häusern zu töten.

Dazu das aktuelle UNSMIS-Video: General Mood remarks to press in Damascus, July 13

Remarks to the press by the Head of the UN Supervision Mission in Syria, General Robert Mood Damascus – July 13, 2012

Und die UN-Stellungnahme dazu: New York, 13 July 2012 – Secretary-General’s statement on Syria

Soldatenglück.de berichtete zuletzt über die Region: Syriens Armee beschießt libanesisches Territorium (Video), Abgeschossene türkische PHANTOM: SAR-Kräfte finden Leichen (Video), NATO, Türkei und ein militärisch starkes Syrien (Video) und Syrien schiesst türkische PHANTOM in Küstennähe ab, Besatzungsmitglieder vermisst (Videos) und über die UN-Militärbeobachtermission UNSMIS in Syrien.

(Videoquelle: euronews.com, UNSMIS.org;
Bildquelle: UN.org, Vergleichsfoto: Action Group for Syria Meets at Ministerial Level in Geneva – At its first meeting in Geneva, the UN-backed Action Group for Syria agreed on steps for a peaceful transition in the country. Kofi Annan (centre), Joint Special Envoy of the United Nations and the League of Arab States for Syria, converses with Secretary-General Ban Ki-moon (left) and Sergey V. Lavrov, Minister for foreign Affairs of the Russian Federation (right), at the meeting. Behind Mr. Anann is Major General Robert Mood, UN Chief Military Observer and Head of the UN Supervision Mission in Syria. 30 June 2012 – Geneva, Switzerland )

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

Syriens Armee beschießt libanesisches Territorium (Video)

Sonntag, 8. Juli 2012

Syriens Armee hat erneut libanesische Dörfer beschossen. Bewohner der Gegend sagten, letzte Nacht seien Mörsergranaten eingeschlagen, mehrere Kilometer entfernt von der Grenze. Auch tagsüber habe es wieder Explosionen gegeben, außerdem Schüsse an der Grenze.

Mehrere Menschen wurden demnach getötet, etliche weitere verletzt. Offenbar hatten sich zuvor Kämpfer gegen die syrische Regierung über die Grenze nach Libanon in Sicherheit gebracht.

Der Nordlibanon ist ein Rückzugsgebiet für syrische Aufständische. Daher kam es schon mehrfach zu derartigen Angriffen der syrischen Armee. Viele Moslems der sunnitischen Glaubensrichtung in Libanon sympathisieren mit dem Aufstand gegen die syrischen Machthaber, die zum größten Teil einer anderen Richtung angehören.

Soldatenglück.de berichtete zuletzt über die Region: Abgeschossene türkische PHANTOM: SAR-Kräfte finden Leichen (Video), NATO, Türkei und ein militärisch starkes Syrien (Video) und Syrien schiesst türkische PHANTOM in Küstennähe ab, Besatzungsmitglieder vermisst (Videos) und über die UN-Militärbeobachtermission UNSMIS in Syrien.

(Videoquelle: euronews.com;
Grafikquelle: CIA.gov; Syrien- und Libanon-Karte)



UN-Militärbeobachter im Syrien-Konflikt – Verantwortungsvolle Kapitulation

Montag, 18. Juni 2012

Eine bittere, aber verantwortungsvolle Entscheidung hat Generalmajor Mood getroffen, als er die Aussetzung der UN-Patrouille in Syrien anordnete. Ihm blieb keine Wahl, als vor der eskalierenden Gewalt in dem Bürgerkrieg zu kapitulieren.

Die 300 UN-Soldaten sind unbewaffnet und können sich nicht einmal selbst verteidigen, geschweige Zivilisten vor Übergriffen schützen. Sie sahen sich in den vergangenen Tagen immer wieder Angriffen und Aggressionen ausgesetzt. Die Hoffnung, die Beobachter der Vereinten Nationen könnten allein durch ihre Anwesenheit deeskalierend wirken, hat sich zudem als trügerisch herausgestellt. Die Truppen von Diktator Assad schossen ungeachtet der Präsenz internationaler Zeugen die Rebellenhochburgen weiter sturmreif. Und sie werden nun auch morden, wenn sich die UN-Beobachter in Schutzzonen verschanzen müssen.

Die Vereinten Nationen sollten deshalb aufpassen, dass die unbewaffnete Blauhelm-Mission nicht in einem Desaster endet. Das Beste wäre wohl, die UN-Soldaten ganz abzuziehen.

Denn die Gefahr ist groß, dass der Bürgerkrieg in einen internationalen Konflikt ausufert. Das Horrorszenario: UN-Blauhelme werden entführt, massakriert oder bei einem Terroranschlag getötet. Dann könnten sich Amerikaner und Europäer gezwungen sehen, in den Konflikt militärisch einzugreifen. Das wäre jedoch fatal, weil der Westen in Syrien nur verlieren kann. (Zitatende)

Kommentiert die “Neue Osnabrücker Zeitung”.

 Soldatenglück.de berichtete über Situation und Mission: UNSMIS Militärbeobachter-Mission in Syrien vorerst gescheitert (Videos), Syrien: UN-Militärbeobachter am Ort des letzten Massakers in Mazraat al-Qubeir (Video) Syrien: UN-Militärbeobachter unter Beschuss – Wieder Massaker an Zivilbevölkerung (Video), Syrien: UN-Sicherheitsrat verurteilt Blutbad von Al-Hula – UNSMIS quasi machtlos und unbewaffnet (Videos), berichtete zum Syrien-Konflikt: UNSMIS-Beobachtermission fast komplett – Terror und Gewalt in Syrien gehen weiter (Video), Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video), Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Norwegian Defence Force.no;
Grafikquelle: CIA.gov, Syrien-Karte)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

UNSMIS Militärbeobachter-Mission in Syrien vorerst gescheitert (Videos)

Samstag, 16. Juni 2012

Die Militärbeobachter der UN-Mission in Syrien haben ihren Einsatz bis auf weiteres ausgesetzt. Angesichts der eskalierenden und zunehmende Gewalt in den vergangenen Tagen sind für die unbewaffneten Militärbeobachter keine Patrouillen, Operationen und sonstige Beobachter-Tätigkeiten mehr möglich.

Der UNSMIS Head of Mission Generalmajor Robert Mood aus Norwegen erklärte die Entscheidung in dem Video unten: Die beiden Konfliktparteien sind ohne guten Willen, jeden Tag geht das Töten von Zivilisten, Männern, Frauen und Kindern weiter, die unbewaffneten UN-Beobachter sind in großer Gefahr auch für ihr Leib und Leben, eine high risk situation wie General Mood formuliert.

Der politische Dialog geht trotz Einstellung der operativen Beobachter-Tätigkeit weiter, UNSMIS wird die Arbeit wieder aufnehmen, wenn die Lage sicherer wird und die Konfliktparteien Dialogbereitschaft zeigen, bis dahin bleiben die UN-Militärbeobachter in ihren Basen zurück gezogen.

General Mood suspends UNSMIS activities in Syria

Unterdessen sollen in einigen Vierteln der zentralsyrischen Stadt Homs tausende Zivilisten eingekesselt sein und stehen unter Beschuss durch die reguläre syrischen Armee, u.a. durch Artillerie.
Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat das Rote Kreuz und den Roten Halbmond aufgefordert, humanitäre medizinische Hilfe in Homs (Bild unten) zu leisten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wurde von der Humanitären Beobachtungsstelle aufgefordert, dem Kampf gegen die Zivilbevölkerung Einhalt zu gebieten.

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Video vom 15.06.2012: General Mood on UNSMIS work

Major General Robert Mood, the head of the United Nations Supervision Mission in Syria talks about the challenges of the mission.

(Video-, Bilderquelle: UNSMIS.org; Photos: An observer with the UN Supervision in Syria interviews a local man while conducting a fact-finding mission in the village of Mazraat al-Qubeir.
This UN vehicle was damaged by an angry crowd in El-Haffeh, Syria, on 12 June 2012 as it tried to access the area.
Smoke drifts into the sky from buildings and houses hit by shelling in Homs, Syria.)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

Syrien: UN-Militärbeobachter am Ort des letzten Massakers in Mazraat al-Qubeir (Video)

Samstag, 9. Juni 2012

Die UNO spricht von Verbrechen. UN-Militärbeobachter haben zum ersten Mal, nachdem sie zuerst daran gehindert und in der Region beschossen wurden, den Schauplatz des mutmaßlichen Massakers in syrischen Dorf Al-Kubeir inspizieren können. Dort sollen syrische Regierungstruppen am Mittwoch (06. Juni 2012) Dutzende Menschen getötet haben.
In dem Dorf sei defintiv ein schreckliches verbrechen verübt worden, sagte eine Sprecherin der UN-Beobachtermission UNSMIS. Sie berichtete vom Geruch verbrannter Leichen und blutverschmierten Wänden.
Das Video unten zeigt die Situation in Al-Kubeir (Mazraat al-Qubier):
UN observers today (June 08) entered the village of Mazraat al-Qubeir to verify reports of mass killings in the village. After hours of coordination with local authorities and communities in the area, the observers were able to access the village at 3:30 local time.

Mazraat al-Qubier was empty of its own residents and thus the observers were not able to talk to anyone who witnessed Wednesday’s horrific tragedy.

Upon the arrival of UN observers villagers from a neighbouring town came and spoke of what they heard and the relatives they lost.

Soldatenglück.de berichtete aus der Region und Mission: Syrien: UN-Militärbeobachter unter Beschuss – Wieder Massaker an Zivilbevölkerung (Video), Syrien: UN-Sicherheitsrat verurteilt Blutbad von Al-Hula – UNSMIS quasi machtlos und unbewaffnet (Videos), berichtete zum Syrien-Konflikt: UNSMIS-Beobachtermission fast komplett – Terror und Gewalt in Syrien gehen weiter (Video), Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video), Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).
Dazu die aktuellen UN-Artikel: UN observers in Syria obstructed in attempts to reach site of reported massacre und After earlier obstructions, UN observers reach reported site of massacre in Syria.

(Video-, Bildquelle: UNSMIS.org; Foto: UNSMIS staff in the Syrian village of Mazraat al-Qubeir conduct a fact-finding mission.)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

Syrien: UN-Militärbeobachter unter Beschuss – Wieder Massaker an Zivilbevölkerung (Video)

Donnerstag, 7. Juni 2012

Die Militärbeobachter der United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS) sind bei ihrer Untersuchung eines neuen Massakers in der Provinz Hama unter Beschuss durch “small arms” geraten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte vor der UN-Vollversammlung in New York, die UN-Beobachter seien auf auf dem Weg zu den Nachbardörfern Al-Kubeir und Maasaraf angeriffen worden, in denen syrische Regierungstruppen und Milizen nach Oppositionsangaben Dutzende Menschen, darunter auch Kinder, getötet wurden.

Statement attributable to the Head of the UN Supervision Mission in Syria, General Robert Mood (Vergleichsbild oben)

UNSMIS dispatched UN Observers to Mazraat al-Qubeir, early Thursday morning, to verify reports of large-scale killings in the village. The observers have not yet been able to reach the village. Their mission is being obstructed by three factors:

1. They are being stopped at Syrian Army checkpoints and in some cases turned back.

2. Some of our patrols are being stopped by civilians in the area.

3. We are receiving information from residents of the area that the safety of our observers is at risk if we enter village of Mazraat al-Qubeir.

Despite these challenges, the observers are still working to get into the village to try to establish the facts on the ground.

UNSMIS is concerned about the restriction imposed on its movement as it will impede our ability to monitor, observe and report.

Damascus, 7 June 2012

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon nannte das Massaker “schockierend und widerwärtig” und erklärte, Syriens  Staatschef Baschar al-Assad habe jede Legitimität verloren.
Soldatenglück.de berichtete aus der Region und Mission: Syrien: UN-Sicherheitsrat verurteilt Blutbad von Al-Hula – UNSMIS quasi machtlos und unbewaffnet (Videos), berichtete zum Syrien-Konflikt: UNSMIS-Beobachtermission fast komplett – Terror und Gewalt in Syrien gehen weiter (Video), Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video), Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).
Dazu der aktuelle UN-Artikel: UN observers in Syria obstructed in attempts to reach site of reported massacre

Dazu das UNSMIS-Video: Hama City UNSMIS Patrol 04 June 2012

(Videoquelle: UNSMIS.org, UN military observers based in Hama on one of the daily patrols. The atmosphere is tense. There is heavy military presence and several roadblocks where residents are stopped and screened. Tanks and armored vehicles are still visible on the outskirts of the city. The streets are empty and many shops are closed. Many residents have fled their homes and those that remain are mourning the loved ones they have lost. Knowing very well that only the Syrian Government and opposition can end the violence, the UN observers are in daily contact with both parties, trying to bridge the confidence gap and offering support in the implementation of the 6-point peace plan.
Bildquelle: UNSMIS.org, Major-General Robert, Chief Military Observer and Head of Mission of UNSMIS.)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS

Syrien: UN-Sicherheitsrat verurteilt Blutbad von Al-Hula – UNSMIS quasi machtlos und unbewaffnet (Videos)

Montag, 28. Mai 2012

Massaker von Hula: UN-Sicherheitsrat verurteilt in einer Sondersitzung Syriens Regierung und macht das Assad-Regime für die Tötung von über 107 Zivilisten und für über 300 Verletzte verantwortlich. Laut UNSMIS-Chef Generalmajor Robert Mood (NOR) ist entgegen der Behauptungen des syrischen Außenministerium, dass Terrorattacken mit Panzerfäusten und Mörsern für den Tod der Zivilisten verantwortlich sein sollen, eine Vielzahl der syrischen Zivilisten durch Panzer-Geschosse, Artillerie-Granaten und schwere Waffen getötet worden, damit durch Waffen und Soldaten der regulären syrischen Armee: Security Council strongly condemns massacre of civilians in Syria, Security Council Press Statement on Attacks in Syria.

Die UN-Militärbeobachter der UNSMIS-Mission in Syrien, darunter auch ein deutscher Stabsoffizier der Bundeswehr (insgesamt 10 deutsche MilBeobachter sind für diese UN-Mission angestrebt), sind unbewaffnet und quasi machtlos, gleichwohl setzt die Zivilbevölkerung große Hoffnungen in die United Nations und verlangt Schutz und Hilfe von den Blauhelmen im Land. Das Video zeigt den Deputy Head of UN Mission in Syria Martin Grifith und die UNSMIS-Militärbeobachter bei der Inspektion und Untersuchung des Tatortes der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Al-Hula.

Nach anfänglichem Zögern Russlands hat der UN-Sicherheitsrat die syrische Regierung wegen des Massakers in Hula verurteilt.

Sie liegen Seite an Seite, die Opfer des Blutbads von Al-Hula. Mehr als hundert Zivilisten wurden hier am Freitag getötet. Neue Todesopfer kommen nach und nach zum Vorschein.

Die Toten von Al-Hula, sie sind ein weiteres Symbol für das Scheitern des Friedensplans von UN-Vermittler Kofi Annan. Sie veranlassten den Syrischen Nationalrat in Istanbul dazu, einen bewaffneten Befreiungskampf zu erwägen, sollte die internationale Gemeinschaft nicht eingreifen.

Wie bereits zuvor wies das Regime in Damaskus jede Verantwortung von sich.

Jihad Makdesi, Sprecher in Syriens Außenministeriums, erklärte, “Regierungstruppen sind nicht die Urheber dieses Massakers. Die Regierung verurteilt das Blutbad. Es wurde von Terroristen verübt, die Syriens Menschen auf kriminelle Weise zur Zielscheibe machten: Frauen, Kinder und alte Menschen.”

Oppositionellen zufolge sollen hingegen Assads Truppen nach Protesten in Al-Hula die Stadt mit schwerer Artillerie beschossen haben. Bei dem Konflikt, der länger als ein Jahr andauert, sind Schätzungen zufolge bereits 10.000 Menschen getötet worden.

Soldatenglück.de berichtete zum Syrien-Konflikt: UNSMIS-Beobachtermission fast komplett – Terror und Gewalt in Syrien gehen weiter (Video), Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video), Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).

(Videoquelle: UNSMIS.org, after a heavy night of shelling and killing, United Nations observers led by Deputy Head of UN Mission in Syria Martin Grifith visited the town Houla on Saturday and witnessed the extent of violence that has local people horrified. UN observers counted at least 90 bodies, including at least 32 children under the age of 10. Some killed by artillery shells and other killed at a closer range with small caliber weapons;
Videoquelle, Textauszüge: euronews.de;
Bildquelle: UNSMIS.org, A convoy of UN observers travels in Syria.)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)