Archiv für die Kategorie 'UN-Missionen'

Deutsche Marine-Schnellboote auf dem Weg ins Mittelmeer zum Libanon UNIFIL-Einsatz

Dienstag, 22. Mai 2012

Am Donnerstag, den 24. Mai 2012 werden die Flugkörper-Schnellboote “S71 Gepard” und “S73 Hermelin” um 10 Uhr ihren Heimathafen Warnemünde in Richtung östliches Mittelmeer verlassen. Die beiden Boote werden dort im maritimen Einsatzverband der “United Nations Interim Force in Lebanon” (UNIFIL) eingesetzt. Sie lösen die Kieler Minenabwehrboote “Ensdorf” und “Auerbach/Oberpfalz” ab, die sich anschließend auf den Heimweg begeben.

Abhängig von der weiteren Entwicklung des Bundestagsmandates werden die Kommandanten, Korvettenkapitän Volker Kübsch (33) und Korvettenkapitän Göran Swistek (34), mit ihren jeweils 40-köpfigen Besatzungen für vier Monate im Einsatz vor der Levante-Küste verbleiben, bevor sie nach Warnemünde zurückkehren. Geplant ist im Anschluss, die Besatzungen durch solche von weiteren Schwesterbooten zu ersetzen, die Boote aber als Plattform im Einsatz zu belassen.

Auf ihrem Weg ins Einsatzgebiet werden die Häfen von Plymouth (Großbritannien), La Coruna, Cadiz, Palma de Mallorca (alle Spanien), La Valletta (Malta) sowie Souda Bay auf der griechischen Insel Kreta zur Nachversorgung angelaufen. Die Ankunft im Hafen von Limassol auf Zypern ist für den 10. Juni 2012 geplant. Von dort laufen die Boote jeweils zu ihren Einsätzen vor der libanesischen Küste aus. In Limassol treffen die Besatzungen ihren Geschwaderkommandeur, Fregattenkapitän Christian Meyer, wieder. Er ist derzeit der Kommandeur des gesamten deutschen Kontingentes im UNIFIL-Einsatz.

Hintergrundinformationen

Der Auftrag des maritimen Einsatzverbandes der Vereinten Nationen besteht darin, die Seewege vor der libanesischen Küste in enger Abstimmung mit den libanesischen Streitkräften zu überwachen und damit den Waffenschmuggel auf dem Seeweg in den Libanon zu unterbinden. Der Verband setzt sich aus einer wechselnden Anzahl von Schiffen und Booten zusammen, die derzeit unter brasilianischer Führung aus Griechenland, der Türkei, Indonesien, Bangladesch und Deutschland gestellt werden. Schwerpunkt des deutschen Kontingentes ist zusätzlich die Ausbildung der libanesischen Marine, mit dem Ziel, diese zur Überwachung ihrer Küstengewässer künftig selbst zu befähigen. Der Einsatzverband wurde im September 2006 aufgestellt. Die Deutsche Marine ist seitdem permanent mit mehreren Einheiten beteiligt. Das Mandat des Deutschen Bundestages für diesen Einsatz endet nach derzeitigem Stand am 30. Juni 2012.

(Text-, Bilderquelle: Marine.de, Schnellboote HERMELIN S73 GEPARD S71)



UNSMIS-Beobachtermission fast komplett – Terror und Gewalt in Syrien gehen weiter (Video)

Samstag, 19. Mai 2012

Mehr als 250 von 300 UN-Militärbeobachtern im Einsatzland

Trotz der inzwischen fast vollzähligen Beobachtermission der Vereinten Nationen geht die Gewalt in Syrien unvermindert weiter. Über die Hintergründe des Angriffs auf drei UN-Fahrzeuge in der Provinz Idlib am vergangenen Mittwoch ist noch immer nichts bekannt. Inzwischen sind mehr als 250 Beobachter vor Ort, weitere sollen heute eintreffen. Deutschland wird gemäß Kabinettsbeschluss 10 Militärbeobachter aus den Bundeswehr in die UNSMIS nach Syrien entsenden, ein erster Stabsoffizier ist bereits vor Ort. Die bürgerkriegsähnlichen Unruhen und vermuteten Al Qaida Unterorganisations-Terroranschläge gefährden die Zivilbevölkerung und ebenso die unbewaffneten UN-Militärbeobachter.

Der Chef der Mission, der norwegische Generalmajor Robert Mood, sagte, auch eine hohe Anzahl von Beobachtern könne keine Fortschritte oder gar ein Ende der Gewalt erreichen, wenn sich nicht alle Konfliktparteien – innere und äußere – dazu verpflichteten, dem Dialog eine Chance zu geben.

Amateurvideos aus der Stadt Rastan nördlich von Homs zeigen auch an diesem Freitag wieder schweren Artilleriebeschuss. Regierungstruppen versuchen seit Tagen Rastan, das seit Januar von den Auftändischen kontrolliert wird, zurückzuerobern. Landesweit gibt es offenbar weiterhin täglich Dutzende Tote. Die Vereinten Nationen sprechen von mindestens 9000 seit dem Beginn des Auftandes im vergangenen Jahr, die Zahl dürfte aber weitaus höher sein. Wie jetzt bekannt wurde, soll ein syrischer Revolutionär wegen Hochverrats hingerichtet werden, weil er einem arabischen Fernsehsender ein Interview gegeben hat.

Soldatenglück.de berichtete über die Situation im Nahen Osten: Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video)Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).

(Videoquelle: euronews.com;
Bildquelle: UN.org, UNSMIS Delegation Meets Opposition in Homs – A view of the convoy as Major General Robert Mood, Head of the newly-established UN Supervision Mission in Syria (UNSMIS), leads an UNSMIS delegation to the Khalidiyyeh neighbourhood of Homs to meet opposition members. 03 May 2012 Homs, Syria )

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video)

Montag, 14. Mai 2012

Die UNO bemüht sich um eine Lösung im Syrien-Konflikt. Die Beobachtermission mit den UN-Blauhelmen soll zunächst die brüchige Waffenruhe sichern. Wie geht es weiter in Syrien? Darüber spricht der stellvertretende Syrien-Beauftragte der UNO, Nasser al Kidwa, im Interview der DW.

Soldatenglück.de berichtete über die Situation im Nahen Osten: Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).

[Videoquelle: Deutsche Welle.de, Journal Interview;
Bildquelle: UN.org, Joint UN-Arab League Special Envoy on Syria, Kofi Annan, speaks to the press in Geneva, Switzerland, following his briefing to the Security Council this morning. 08 May 2012, Geneva, Switzerland;
Head of UNSMIS Holds First Press Conference in Homs - Major General Robert Mood (at podium) holds his first press conference as Chief Military Observer and Head of the UN Supervision Mission in Syria (UNSMIS), in the Syrian town of Homs. 03 May 2012, Homs, Syria;
UN Observers Make Preparations in Damascus - Ahmed Himmiche (right), the head of the UN Military Observers (UNMO) group dispatched to Syria, briefs his team on the day’s plan in Damascus. 23 April 2012, Damascus, Syria ]

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos)

Donnerstag, 10. Mai 2012

Mindestens ein deutscher Soldat der Bundeswehr ist bei der UN-Mission United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS) auf Grundlage der UN-Sicherheitsratsresolution 2043 vom 21. April 2012 (Annex) mit Hauptquartier in Damaskus im Einsatz.

Heute forderten zwei nahezu zeitgleiche Explosionen in der syrischen Hauptstadt Damaskus mindestens 50 Tote und 150 Verletzte, ein Sprengsatz mit vermutlich mehreren 100 Kilo Sprengstoff explodierte auf der Autobahn Richtung Flughafen nahe des Gebäudes des syrischen Militärgeheimdienstes.
Gestern wurde der Konvoi des UN-Chefbeobachters, des Commander und Head der UN-Mission, Generalmajor Robert Mood (NOR), südlich von Damaskus in der Provinz Daraa mit einer IED (improvised explosive device) angegriffen, der norwegische Generalmajor blieb unverletzt. Bei dem Sprengstoffanschlag wurden 8 syrische Soldaten verwundet, die den UN-Konvoi sicherten.
In der heutigen Ausgabe (10.05.2012) der tagesschau kam der deutsche UN-Beobachter Oberstleutnant Hagen Peukert (J2er, Fernspäher, Luftlandetruppe, derzeit eigentlich bei der UN in New York im Einsatz) zu Wort und brachte die Anschläge in Damaskus mit der Terrorgruppe Al Qaida, seinem Spezialgebiet, in Verbindung.
Das Video unten zeigt den deutschen Stabsoffizier als unbewaffneten UN-Militärbeobachter ab Min. 0:35

Derzeit hat die UNSMIS-Mission eine Stärke von 113 Kräften aus 38 Nationen, inklusive 70 Militärbeobachtern sowie 43 zivilen Mitarbeitern, der Militärbeobachter-Anteil soll gemäß UN-Mandat bis zu 300 ansteigen, der deutsche OTL i.G. Hagen Peukert (Bild unten, 2007 in Italien) gehört derzeit dem UN-Staff der UNSMIS an, sonst dem UN Department of Peacekeeping Operations bzw. des Military Staff des United Nations Security Council.

Deutschland will bis zu zehn Militärbeobachter der Bundeswehr in diese UN-Mission nach Syrien entsenden, in der Folgewoche wird das Bundeskabinett dazu beraten. Die UN-Beobachter sollen die Umsetzung des Sechs-Punkte-Plans des UN-Sondergesandten Kofi Annan überwachen, die Aufnahme eines politischen Dialogs, der Zugang für humanitäre Organisationen, die Freilassung politischer Gefangener, Bewegungsfreiheit für Journalisten sowie Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit in Syrien sieht der UN-Plan vor.

Dass der Bundeswehr-Soldat bereits zu diesem Zeitpunkt ohne Kenntnis des deutschen Parlamentes in Syrien im Einsatz ist, entspricht nicht den Gepflogenheiten, auch wenn Militärbeobachter im Einsatz generell unbewaffnet sind. Selbst wenn OTL i.G. Peukert derzeit vom BMVg via AA an die Vereinten Nationen ins Department of Peacekeeping Operations (DPKO, Asia and Middle East Division, Organigramm) bzw. an den Military Staff des United Nations Security Council mit Dienstsitz New York sekundiert ist, ist er aktuell deutscher Soldat unter dem Blauhelm in einem gefährlichen Einsatzgebiet.
Über Auslandseinsätze auch ohne parlamentarische Mandatserfordernis ist der Deutsche Bundestag bzw. der Verteidigungsausschuss auch in Einzelfällen zu informieren, dies ist nach vorliegenden Erkenntnissen nicht geschehen. Vielmehr versuchte das BMVg den Einsatz eines Bundeswehrsoldaten in Syrien verdeckt zu halten, Transparenz und Informationsfreiheit sind nicht die Stärken des Verteidigungsressorts. Nach den heutigen tagesschau- und tagesthemen Ausstrahlungen (Video unten, ab Minute 01:09) dürfte sich diese Vorgehensweise überholt haben und morgen dürfte im BMVg-Parlaments und Kabinettsreferat das Telefon und Fax klingeln und Bundestags-Verteidigungspolitiker verlangen Aufklärung.

Soldatenglück.de berichtete gestern: Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos).

(Videoquelle: via YouTube, ARD.de;
Bilderquellen: UN.org, Vergleichsfoto: Chief Observer Meets Opposition in Al-Rastan, Syria -Major General Robert Mood (centre), Chief Military Observer and Head of the UN Supervision Mission in Syria (UNSMIS), meets with members of the opposition in Al-Rastan, a town in Syria’s Homs province. 04 May 2012, Al-Rastan, Syria;
Ministero della Defesa.it, Comando Brigata Aeromobile “Friuli”)

Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos)

Mittwoch, 9. Mai 2012

In Syrien in der Daraa Provinz ist der Konvoi des UN-Beobachtermissions Commander und Head, Generalmajor Robert Mood (Jahrgang 1958) aus Norwegen, im Stadtgebiet durch einen Sprengstoffanschlag mittes IED (improvised explosive device) angegriffen worden. Generalmajor Robert Mood (Videos von Mai 2012 unten) blieb unverletzt, 8 syrische Sicherungssoldaten wurden verwundet. Robert Mood ist Chief Military Observer und Head of Mission of the United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS) gemäß der UN-Sicherheitsratsresolution 2043 vom 21. April 2012 (Annex) mit Hauptquartier in Damaskus, Mood berät auch den UN-Sondergesandten für Syrien, Kofi Annan.

Der norwegische Soldat war Chef des Stabes der Norwegischen Armee, GenMaj Mood hat Erfahrungen in United Nations Missionen, zuletzt in der United Nations Truce Supervision Organization [Middle East] (UNTSO) sowie bei UNIFIL im Libanon, mit der NATO war er bei KFOR im Kosovo-Einsatz. Militärisch und akademisch ausgebildet ist der Offizier als Masters of Military Studies an der United States Marine Corps University, beim Norwegian Army Staff College und am NATO Defence College in Rom. Der norwegische General Robert Mood ist verheiratet und hat einen Sohn.

Beim Sprengstoffanschlag wurden 8 Soldaten der syrischen Armee verwundet, die auf einem ungeschützten Transportfahrzeug (Video unten) den UN-Konvoi in der Provinz Daraa südlich von Damaskus zur Absicherung begleiteten.

Der Angriff gegen den UN-Konvoi soll nach ersten Verlautbarungen von der so genannten Free Syrian Army (FAS), einer bewaffenten Oppositionsgruppierung von ehemaligen Soldaten der regulären syrischen Armee, verübt worden sein, von “Terroristen um den Terrorführer und Verräter ”Colonel Riyad Al-Asad wie es heißt, die den internationalen UN-Beobachtern falsche Augenzeugenberichte unterstellen. Die UN wolle damit angeblich die syrische Regierung weiter stützen. Inwiefern diese angebliche Täterschaft wahr, unwahr oder halbwahr ist, kann derzeit nicht gesagt werden, ob möglicherweise der syrische Geheimdienst, Terrorakteure oder politische/islamistische Gruppierungen dahinter stecken ebensowenig.
Soldatenglück.de berichtete zuletzt Ende April 2012: Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video). Derzeit hat die UNSMIS-Mission eine Stärke von 113 Kräften aus 38 Nationen, inklusive 70 Militärbeobachtern sowie 43 zivilen Mitarbeitern, der Militärbeobachter-Anteil soll gemäß UN-Mandat bis zu 300 ansteigen. Deutschland will bis zu zehn Militärbeobachter der Bundeswehr in diese UN-Mission nach Syrien entsenden, in der Folgewoche wird das Bundeskabinett einen AA/BMVg-Entwurf dazu beraten.

(Bildquelle: Norwegian Defence Force.no;
Videoquellen: via YouTube;
Grafikquelle: CIA.gov, Syrien Karte)

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)



Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video)

Samstag, 21. April 2012

Endlich kommt Bewegung in den Syrienkonflikt, denn die Weltdiplomatie wird zunehmend nervös.
Der UN-Sicherheitsrat hat sich darauf geeinigt, noch an diesem Wochenende eine Beobachtermission ins Land zu schicken.

Insgesamt sollen 300 Mann die kürzlich vereinbarte Waffenruhe überwachen. Zivile Helfer sollen sie dabei unterstützen. Noch im Laufe des Tages will der Sicherheitsrat das Mandat dafür in New York verabschieden. Ein Sprecher von Kofi Annan bestätigte dies:
“Sobald der Sicherheitsrat die Resolution über die 300 Mann verabschiedet hat, werden wir sehr, sehr schnell einsatzfähig sein.”
Der Entwurf für das Mandat ist ein Kompromiss aus zwei Vorschlägen, die von Russland und den Europäern eingebracht worden waren. Der Einsatz soll zunächst auf 90 Tage beschränkt werden. Ob es aber tatsächlich dazu kommen wird, bleibt bis zur Abstimmung abzuwarten.

Hintergrundinformationen: United Nations Scurty Council.org

(Videoquelle, Textauszug: euronews.de;
Grafikquelle: CIA.gov)

Nach 25.000 Seemeilen zurück in Kiel – Minenjagdboot PASSAU nach UN-Einsatz wieder im Heimathafen

Donnerstag, 8. März 2012

Am kommenden Freitag, den 9. März 2012, wird das Minenjagdboot “Passau” im Kieler Marinestützpunkt festmachen. Das zum 3. Minensuchgeschwader gehörende Boot wird unter den Klängen des Marinemusikkorps Ostsee um 10 Uhr im Kieler Marinehafen zurückerwartet.

Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Bastian Fischborn (34) waren die 41 Besatzungsmitglieder und ihr Boot, gemeinsam mit dem Hohlstablenkboot “Ensdorf”, am 16. September 2011 von Kiel aus zur UNIFIL-Mission (United Nations Interim Force in Lebanon) ausgelaufen und operierten seitdem vor der Küste des Libanon. “Die Zusammenarbeit mit neun Schiffen aus sechs Nationen, zu denen auch Bangladesch oder Indonesien gehörten, verlief hoch professionell und man hat gemerkt, wie hoch motiviert die Soldaten für den Dienst unter der hellblauen UN-Flagge und am libanesischen Volk sind”, so das Resümee des Kommandanten.

Neben der Ausbildung und der Unterstützung beim Aufbau einer eigenständigen libanesischen Marine gehörte auch die Kontrolle des Seeverkehrs vor der Küste des Libanon zu den Aufgaben des Minenjagdbootes. In ihrer Einsatzzeit kontrollierte die Besatzung der “Passau” rund 300 Schiffe, von denen aber keines als verdächtig eingestuft wurde.

“Das erste Einlaufen in den Hafen von Beirut, unter eigener Sicherung, der damit verbundenen Anspannung und unter Begleitung eines libanesischen Speedbootes hatte den Einsatz erst richtig “fassbar” werden lassen”, so beschreibt Kapitänleutnant Fischborn einen der prägendsten Momente in seinem ersten UNIFIL-Einsatz als Kommandant.

Während der vergangenen sechs Monate haben das Boot und seine Besatzung rund 25.000 Seemeilen zurückgelegt, was einer Strecke von gut 46.000 Kilometern entspricht. Auf der Rückfahrt wurden die Häfen von Catania in Italien, Malaga und Vigo in Spanien sowie Brest in Frankreich angelaufen. Nach der Ankunft in Kiel hat die Besatzung der “Passau” vier Wochen Einsatzurlaub.

Hintergrund zu UNIFIL

Der Auftrag des maritimen Einsatzverbandes der Vereinten Nationen besteht darin, die Seewege vor der libanesischen Küste in enger Abstimmung mit den libanesischen Streitkräften zu überwachen und damit den Waffenschmuggel auf dem Seeweg in den Libanon zu unterbinden. Der Verband setzt sich aus einer wechselnden Anzahl von Schiffen und Booten zusammen, die derzeit unter brasilianischer Führung aus Griechenland, der Türkei, Indonesien, Bangladesch und Deutschland gestellt werden. Schwerpunkt des deutschen Kontingentes ist zusätzlich die Ausbildung der libanesischen Marine, mit dem Ziel, diese zur Überwachung ihrer Küstengewässer künftig selbst zu befähigen. Der Einsatzverband wurde im September 2006 aufgestellt. Das Mandat des Deutschen Bundestages für diesen Einsatz endet nach derzeitigem Stand am 30. Juni 2012.

(Bilder-, Textquelle: Marine.de, Minenjagdboot PASSAU M1096 während schneller Fahrt)

Darfur, Sudan: UN-Soldaten von Rebellen festgesetzt (Videos)

Montag, 20. Februar 2012

In der sudanesischen Krisenregion Darfur haben Rebellen nach eigenen Angaben rund 50 Blauhelms-Soldaten gefangen genomen.

Die Soldaten der UNAMID-Mission der Vereinen Nationen (VN) und Afrikanischen Union (AU) seien nach ihrem Eindrigen in eine von den Rebellen kontrollierte Zone festgenommen worden, sagte ein Rebellensprecher. Die UN-Soldaten hätten ihr Eindringen weder angekündigt noch um Erlaubnis gebeten.

In Darfur herrscht seit 2003 Bürgerkrieg. Mehrere Rebellengruppen kämpfen gegen regierungstreue Milizen und Streitkräfte.

Deutschland ist in der Region mit Soldaten der Bundeswehr im Südsudan (der jüngste Staat der UN) in der UN-Mission UNMISS mit 13 Soldaten vertreten, in der UN-Mission UNAMID im Sudan (Darfur), dazu gehört Darfur mit 9 Soldaten, darunter eine Soladatin und ein Reservist. Unsere deutschen Soldaten sind von der Gefangennahme nach bisherigem Informationsstand nicht betroffen.

Dazu die Videos:
Darfur-Rebellen: “Wir haben dutzende Blauhelm-Soldaten”

 UNAMID-Video: Darfur Up Close: Photo Exhibition

[Video-, Bildquelle: UNAMID.org, Thai peacekeepers - 30 March 2011. Buru (West Darfur): UNAMID Peacekeepers from Thailand on patrol in Buru market (more than 50 km to the south of the team site in Muhkjar) controlled by the Government forces. This is the first time that many villagers see blue helmets in Buru due to difficulties of access. Local leaders complain due to the lack of water, education and health system (the nearest clinic is 30 km away). Photo by Albert Gonzalez Farran / UNAMID
Grafikquelle: CIA.gov;
Videoquelle unten: euronews.net]

Hintergrundinformtionen: United Nations Mission in Darfur (UNAMID)

In 2011 weltweit 35 Bedienstete der Vereinten Nationen getötet

Mittwoch, 4. Januar 2012

Im Jahr 2011 sind weltweit 35 Mitarbeiter/innen der Vereinten Nationen getötet worden.

UN-Einrichtungen würden stärker gezielt angegriffen als in der Vergangenheit, sagte eine Sprecherin der UN-Mitarbeiter. Sie rief die UNO auf, ihre Mitarbeiter besser zu schützen.
Im April 2011 berichtete Soldatenglück.de: Tödliche Attacke auf das UN Office Mazar-e Sharif/Nordafghanistan: ISAF kam als der Pulverrauch sich verzogen hatte (die sieben Opfer sind unten abgebildet, vier aus Nepal, jeweils einer aus Norwegen und Rumänien und eine Frau aus Schweden, sie wurde geköpft), UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon verurteilt den Angriff auf die UN-Mission in Nordafghanistan scharf (Video) und “Afghanischer Mob stürmt in Mazar-i Sharif nach Freitagsgebet UN-Office und tötet und enthauptet Internationale (Videos)”. Im Vorjahr 2010 wurde am 28. Oktober die UN-Unterkunft in Kabul/Afghanistan angegriffen und forderte ebenfalls Todesopfer, Soldateglück.de berichtete: Afghanistan: Die Gefallenen der United Nations, dazu auch der UNAMA-Artikel: In Memoriam of fallen colleagues in Mazar-i-Sharif and in Kabul.

Der tödlichste Angriff ereignete sich am 26. August 2011 in Abuja/Nigeria. 11 UN-Mitarbeiter kamen dort bei der Explosion einer Autobombe ums Leben.
2010 waren 15 UN-Mitarbeiter im Einsatz ums Leben gekommen; 2009 waren es 38.

(Bilderquelle: UN.org)

Marine-Schnellboote mit Kurs auf Rostock-Warnemünde – ZOBEL und HYÄNE kehren heim

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Die Flugkörperschnellboote S 75 “Zobel” und S 80 “Hyäne” kehren am Dienstag, den 25. Oktober 2011, aus dem UNIFIL-Einsatz in ihren Heimathafen Warnemünde zurück. Unter den Klängen des Landespolizeiorchesters Mecklenburg-Vorpommern werden die Schnellboote um 17 Uhr im Marinestützpunkt “Hohe Düne” festmachen.

Neben ihren Familienangehörigen und Freunden werden die Besatzungen durch den Kommandeur des 7. Schnellbootgeschwaders, Fregattenkapitän Christian Walter Meyer sowie durch den Leiter des Einsatzstabes bei der Einsatzflottille 1 in Kiel, Kapitän zur See Axel Deertz, empfangen.

Die “Hyäne” nahm seit November 2010 an der UNIFIL-Mission teil. Der “Zobel” folgte im Januar 2011. Im Einsatzgebiet vor dem Libanon legten die Boote auf ihren Patrouillen insgesamt rund 5.000 beziehungsweise rund 4.200 Seemeilen zurück. Um die Abwesenheitszeiten der Marinesoldaten zu minimieren, fanden im Laufe des Einsatzes mehrere Besatzungswechsel statt.

Unter dem Kommando von Korvettenkapitän Uwe Lahl (35), Kommandant der “Hyäne”, und Kapitänleutnant Stefan Königsmark (32), Kommandant auf dem “Zobel”, traten die Boote am 7. Oktober gemeinsam den Heimweg von Limassol auf Zypern nach Deutschland an.

Kapitänleutnant Stefan Königsmark blickt zufrieden auf einen erfolgreichen Einsatz zurück: “Die Besatzung hat sich den Bedingungen fernab der Heimat hervorragend angepasst und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Für das UN Mandat sehe ich, gerade mit Hinblick auf frühere Aufenthalte im Einsatzgebiet, eine erhebliche Steigerung der libanesischen Marine in operativen Belangen”.

Die Rückreise wurde im Rahmen der Ausbildung unter anderem für ein Flugkörperschießen im Übungsgebiet vor der Insel Kreta (Griechenland) genutzt.

Hintergrundinformationen

Aktuell stellen der Tender “Werra”, das Minenjagdboot “Passau” und das Hohlstablenkboot “Ensdorf” vom 3. und 5. Minensuchgeschwader aus Kiel den deutschen Anteil an der UNIFIL-Mission (United Nations Interim Force in Lebanon).

Die UNIFIL-Mission wird seit ihrem Beginn im September 2006 durchgängig durch die Deutsche Marine begleitet. Das derzeitige Mandat des Deutschen Bundestages für den Einsatz endet am 30. Juni 2012.

Die Vereinten Nationen setzen eine maritime Einsatzgruppe ein, um in enger Abstimmung mit der libanesischen Marine die Seewege entlang der libanesischen Küste zu überwachen, um so den Waffenschmuggel in den Libanon auf dem Wasserweg zu unterbinden. Darüber hinaus wird die Ausbildung der libanesischen Marine dahingehend gestaltet, dass sie zukünftig in der Lage ist, ihre Küste selbst zu überwachen.

Unter dem UN-Mandat arbeiten abwechselnd Schiffe und Boote verschiedener Nationen zusammen. Zurzeit stellen Bangladesch, Deutschland, Griechenland, Indonesien und die Türkei die schwimmenden Einheiten.

(Text-, Bilderquelle: Marine.de)