Archiv für die Kategorie 'POLIZEI Land/Bund, GSG9'

Ein Giftmord des Mossad und die Entführung der Landshut

Montag, 5. Juli 2010

“Tödliche Schokolade” am 7. Juli 2010, 23.55 Uhr im Ersten

Fast 33 Jahre nach der Entführung der Lufthansa-Maschine “Landshut” wirft eine ARD-Dokumentation neues Licht auf die damaligen Ereignisse. Anfang September 1977 hatten Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer in ihre Gewalt gebracht. Um den Forderungen der deutschen Terroristen Nachdruck zu verleihen, hatte ein Kommando palästinensischer Terroristen Wochen später die Lufthansa-Maschine “Landshut” gekapert. Planer und Drahtzieher der Aktion war der palästinensische Arzt Wadi Haddad. Wie der Film “Tödliche Schokolade” von Egmont R. Koch erstmals rekonstruiert, lief offenbar zeitgleich eine streng geheime Operation des israelischen Geheimdienstes Mossad gegen Terrorchef Wadi Haddad. Mehrere Versuche der Israelis, die Schlüsselfigur des internationalen Terrorismus auszuschalten, waren in den Jahren zuvor gescheitert. Doch diesmal war das Attentat erfolgreich. Wie ehemalige israelische Geheimdienst-Offiziere im Film berichten, brachte ein enger Vertrauter Haddads seinem Chef im September 1977 mit Gift präparierte Pralinen von einer Europareise mit. Dieser Verbindungsmann hatte schon seit Jahren als “Maulwurf” für den Mossad arbeitet.

Während der “Landshut”-Entführung zeigte Haddad schwere Vergiftungssymptome und dürfte kaum noch in der Lage gewesen sein, die Operation zu leiten. Er starb sechs Monate später in Ost-Berlin. Der jetzt aufgefundene Obduktionsbericht spricht von einem “toxisch-nutritiven Leberschaden” – von einer Giftaufnahme über die Nahrung. Die Chronologie des Giftmords hinterlässt Fragen: Wusste der Mossad-Maulwurf in Haddads engstem Umfeld auch etwas von der Planung der “Landshut”-Entführung? Hätte der israelische Geheimdienst also die Informationen nach Deutschland weitergeben und die Entführung damit verhindern können?

“Wer so eng dran war, wird alle geplanten Operationen Haddads gekannt haben”, sagt Winfried Ridder, damals Chef-Auswerter im Bundesamt für Verfassungsschutz und führender RAF-Experte der deutschen Geheimdienste. Vom Mossad sei aber damals nichts gekommen, jedenfalls nichts Konkretes, erinnert er sich. Ridder zeigt als ehemaliger Nachrichtendienstler Verständnis für die israelischen Kollegen, denn die Weitergabe so sensibler Informationen gefährde womöglich Leib und Leben der Quelle. Wäre das “Landshut”-Kommando in Mallorca aufgeflogen, hätte Wadi Haddad ahnen können, dass es einen Verräter in den eigenen Reihen geben muss. Und für Verräter hätte es keine Gnade gegeben. “Um einen guten Agenten zu schützen, muss man manchmal unschuldige Menschen opfern”, sagt ein ehemaliger Mossad-Offizier. Unschuldige Opfer waren in diesem Fall der Lufthansa-Kapitän Jürgen Schumann, den die palästinensischen Kidnapper auf der Odyssee der “Landshut” durch den Nahen Osten erschossen, sowie Passagiere und Besatzung, die überlebten, von denen aber einige bis heute traumatisiert sind. “Die Entführung der Landshut wäre womöglich zu verhindern gewesen”, fasst Egmont R. Koch seine zweijährigen Recherchen für die Dokumentation “Tödliche Schokolade” zusammen – “aber der Preis, das Leben seines Maulwurfs aufs Spiel zu setzen, war den Israelis wohl zu hoch.”

“Tödliche Schokolade” am 7. Juli 2010, 23.55 Uhr im Ersten.

(Textquelle: SWR.de)



Der INTERPOL Global Complex in Singapur soll die weltweite Überwachung verbessern und stärken

Mittwoch, 30. Juni 2010

Das Exekutivkomitee der INTERPOL hat die Schaffung eines INTERPOL Global Complex in Singapur einstimmig gutgeheissen. Die Ausführungsplanung wird im November auf der 79. Generalversammlung der INTERPOL in Qatar vorgestellt und die Inbetriebnahme ist für Ende 2013 bzw. Anfang 2014 geplant.

Der globale Komplex wird das Generalsekretariat der INTERPOL in Lyon (Frankreich), das auch weiterhin die weltweite Zentrale der Organisation darstellt, ergänzen und unterstützen.

“Der Aufbau des hochmodernen INTERPOL Global Complex in Singapur ist für die INTERPOL, Singapur und Asien gleichermassen von Vorteil und wird zur Bewältigung der komplexen Herausforderungen beitragen, die das Verbrechen im 21. Jahrhundert darstellt”, erklärte Khoo Boon Hui, Präsident der INTERPOL. “Hierin spiegelt sich die Notwendigkeit wider, über den heutigen Tag hinaus zu denken, um morgen für weltweit mehr Sicherheit zu sorgen.”

Zu den Schwerpunkten des INTERPOL Global Complex gehören:
Innovative Forschung und Entwicklung zur Verbesserung der forensischen Möglichkeiten und Datenbankkapazitäten, insbesondere für die Aufdeckung von Straftaten und Identifizierung von Tätern;
Befriedigung der Forderungen nach technologisch innovativen Polizeischulungen und Ausbau der entsprechenden Kapazitäten;
Verbesserung der Möglichkeiten der INTERPOL, Polizeiorganisationen zeitzonenübergreifend – und dank einer grösseren Mobilität auch auf grössere Entfernung – rund um die Uhr zu unterstützen.

Generalsekretär Ronald K. Noble begrüsste die Entscheidung und nannte sie “eine Initiative, die zur Verbesserung der weltweiten operationellen Reichweite der INTERPOL beiträgt”.

“Angesichts des moderne Technologien einsetzenden Verbrechens und der immer problematischer werdenden Verbrechensbekämpfung, werden die INTERPOL und andere Polizeiorganisationen weltweit dank des Global Complex in die Lage versetzt, dem grenzüberschreitenden Verbrechen mit kriminalistischen Hightech-Kompetenzen und der Singapur und Asien eigenen dynamischen Innovationskultur auch weiterhin immer einen Schritt voraus zu bleiben”, sagte Noble.

“Die Schaffung des Global Complex der INTERPOL ist für die Geschichte der internationalen Strafverfolgung und für die INTERPOL ein neuer Meilenstein und unterstreicht Singapurs Engagement für Sicherheit auf internationaler Ebene. Der neue Komplex wird gemeinsam mit öffentlichen und privaten Organisationen Bereiche der Zusammenarbeit und Kooperation festlegen und den 188 Mitgliedsländern der INTERPOL jeweils ein noch breites Spektrum an Dienstleistungen bieten können”, schloss Noble.

(Text-, Bilder-, Grafikquelle: INTERPOL.int, Lyon/Frankreich)

Hamburg: Polizeibeamte wurden brutal angegriffen (Videos)

Dienstag, 29. Juni 2010

Da die Rechte an den Handybilder von einer News-Agentur angekauft wurden
und besonderem Rechtschutz unterstehen,
kann das Video hier nicht mehr gezeigt werden.

Schläger-Attacke in Hamburg
Polizisten werden brutal angegriffen

Ein neuerlicher brutaler Gewaltakt gegen Polizisten hat Diskussionen ausgelöst, wie man solche Exzesse verhindern könnte. Eine größere Gruppe junger Männer hatte am Samstag in Hamburg fünf Polizisten bei einem Einsatz wegen eines Exhibitionisten erst angepöbelt und dann attackiert.

Da die Rechte an den Handybilder von einer News-Agentur angekauft wurden
und besonderem Rechtschutz unterstehen,
kann das Video hier nicht mehr gezeigt werden.

Hamburg: Angriff auf Polizisten

In Hamburg-Neuwiedenthal hat sich eine Gruppe Randalierer eine Auseinandersetzung mit der Polizei geliefert. Bei dem Angriff wurden fünf Beamte zum Teil schwer verletzt.

Zwischenzeitlich hat sich der Haupttäter der Polizei gestellt: Nach dem Angriff auf Polizeibeamte in Hamburg-Neuwiedenthal ist der mutmaßliche Haupttäter gefasst. Der 31-Jährige stellte sich bereits am Montagabend gegen 23 Uhr im Polizeipräsidium in Alsterdorf, wie NDR 90,3 berichtete. Der Verdächtige soll am Samstagabend einen 46-jährigen Polizeikommissar mit einem Tritt ins Gesicht lebensbedrohlich verletzt haben. Dem Beamten wurden der Kiefer, das Jochbein und die Nase gebrochen. Noch unklar ist, ob er an einem Auge die Sehkraft verliert. Nach Angaben der Polizei schweigt der 31-Jährige noch zum Vorwurf der schweren Körperverletzung. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt.

(Videoquelle: n-tv.de vom 29. Juni; Textauszug und Videoquelle; NDR aktuell vom 28. Juni 2010 via YouTube-Kanal Soldatenglück;
Bild- und Grafikquelle, Copyright: Polizei Hamburg, Foto: Matthias Wiechmann)

Hintergrundinformationen: Polizei Hamburg

Deutsche Islamisten in Terrorcamps: Enttäuschte Hoffnung auf Dschihad und Märtyrertod

Montag, 28. Juni 2010

Sie träumten vom Heiligen Krieg und gingen an den Hindukusch – doch jetzt wollen viele von ihnen lieber wieder heim nach Deutschland.

Als die RAF noch eine echte Gefahr für das Land war, gab es ein Aussteigerprogramm, das von den Behörden eher verhalten betrieben wurde. Der Erfolg war entsprechend bescheiden. Noch in diesem Sommer will das Bundesamt für Verfassungsschutz ein Aussteigerprogramm für Islamisten ins Leben rufen … zum vollständigen Artikel von Hans Leyendecker und Tobias Matern bei Süddeutsche.de

Soldatenglück.de berichtete über die “Deutsche Taliban” und Dschihadisten aus Deutschland.

(Textauszug kursiv: Süddeutsche.de;
Bildquelle: ELIF MEDYA, Propaganda-Plattform von Dschidaisten)

Unterstützer der “Sauerlandgruppe” soll deutschen Pass verlieren Entzug der Staatsangehörigkeit durch Stadt Ulm bereits verfügt

Dienstag, 22. Juni 2010

Einer der Terroristen der “Sauerland-Gruppe” soll seine deutsche Staatsangehörigkeit verlieren und nach seiner Haftzeit in die Türkei abgeschoben werden. Das Ausländeramt der Stadt Ulm hat dem 34jährigen Atilla Selek die deutsche Staatsangehörigkeit bereits entzogen, wie die Stadtverwaltung und Seleks Anwalt bestätigen. Die Verfügung ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da Selek Widerspruch eingelegt hat. Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) geschah der Entzug der Staatsbürgerschaft auf Druck der baden-württembergischen Landesregierung. Ihrer Auffassung zufolge hätte Selek die deutsche Staatsangehörigkeit, die ihm am 7. April 2005 erteilt worden war, nie erhalten dürfen. Unter anderem durch die Berichterstattung des SWR wurde das Ministerium auf den Vorgang aufmerksam.

Hintergrund ist offenbar eine Informationspanne zwischen den beteiligten Behörden: Selek hatte bereits 2004 seine Einbürgerung beantragt. Die Stadt Ulm hatte den Vorgang daraufhin geprüft und hatte keine Einwände. Parallel gab es bei Landeskriminalamt und Verfassungsschutz aber mehrere Hinweise über die Nähe von Selek zur Ulmer Islamistenszene sowie ein Ermittlungsverfahren der bayerischen Polizei gegen ihn. Diese Erkenntnisse wurden aber offenbar nicht an das zuständige Ausländeramt weitergegeben oder wurden dort bei der Einbürgerung nicht berücksichtigt. Nun wirft die Stadtverwaltung Selek vor, er habe die Behörde bei seinem Antrag arglistig getäuscht, in dem er das Ermittlungsverfahren verschwiegen hat.

Nach der Festnahme der “Sauerlandgruppe” 2007 wegen der Planung terroristischer Sprengstoffanschläge in Deutschland wurde Selek im Herbst 2007 in der Türkei festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Er sitzt derzeit in Freiburg in Haft und kann im Sommer auf eine Entlassung nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner 5jährigen Strafe hoffen. Hat er bis dahin die deutsche Staatsbürgerschaft rechtswirksam verloren, droht ihm die Ausweisung in die Türkei.

Die drei Haupttäter, Fritz Gelowicz aus Ulm, Adem Yilmaz aus Langen (Südhessen) und Daniel Schneider aus Saarbrücken haben noch langjährige Haftstrafen abzusitzen. Dem Türken Adem Yilmaz droht danach ebenfalls die Ausweisung aus Deutschland. (Zitatende)

Mehr auch unter http://www.swr.de/blog/sauerland-verfahren/

(Textquelle kursiv, Bildgrafik: SWR.de)



Bundeskriminalamt-Präsident Ziercke: Russland strebt geänderte Afghanistan-Strategie gegen Drogen an

Montag, 21. Juni 2010

Russland erwartet von der Afghanistan-Schutztruppe ein stärkeres Vorgehen gegen den Drogenanbau. “Anscheinend strebt Moskau eine mit dem Westen abgestimmte Strategie an, um den Drogenanbau und -handel zu unterbinden”, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke der “Rheinischen Post”. So habe Präsident Dmitri Medwedew unlängst selbst unterstrichen, wie bedrohlich der Drogenanbau in Afghanistan auch für Russland geworden sei. Überraschend offen, so Ziercke, habe Moskau dabei von jährlich über 30.000 Drogentoten im Land gesprochen. “Deshalb will Moskau seine Strategie bei der Bekämpfung des internationalen Rauschgifthandels ändern”, sagte Ziercke. Auch das BKA sehe in Afghanistan selbst den “Schlüssel für eine nachhaltige Drogenbekämpfung und damit auch eine Möglichkeit, dem Terrorismus eine seiner finanziellen Grundlagen zu entziehen”, betonte Ziercke. (Zitatende)

Berichtet die Rheinische Post aus Düsseldorf.

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int,
a U.S. Marine with the 2nd Battalion, 2nd Marine Regiment, patrols a poppy field in the Garmsir District of Helmand province. U.S. Navy photo by Petty Officer 1st Class Mark O’Donald;
HERAT, Afghanistan – an Afghan Border Police, ABP),member provides security during the processing of illegal narcotics which were seized during an ambush on Dec. 14. This was the largest seizure to date by the 4th Brigade of the ABP. ISAF photo by U.S. Air Force TSgt Laura K. Smith)

Neue Initiative will Suche nach vermissten Personen effizienter gestalten

Sonntag, 20. Juni 2010

Rund 70.000 Menschen werden jedes Jahr beim Bundeskriminalamt als vermisst gemeldet. 50 Prozent dieser Fälle klären sich innerhalb weniger Tage und Wochen sowie weitere 30 Prozent binnen Monaten auf. In den verbleibenden 20 Prozent der Vermisstenfälle bleibt das Schicksal der vermissten Personen aber häufig über Jahre hinweg oder sogar gänzlich ungeklärt. So auch im Fall Tanja Gräff. Bereits seit dem 7. Juni 2007 fehlt von der damals 21-jährigen Studentin aus Korlingen jede Spur. Sie verschwand nach dem Besuch eines Sommerfestes der Fachhochschule Trier. Auch die Zahl der brauchbaren Hinweise, die Aufschlüsse über den Verbleib von Tanja Gräff geben könnten, hat sich trotz großen Medienechos und einer zwischenzeitig ausgesetzten Belohnung in Höhe von 30.000 Euro gen Null gesenkt. Was bleibt, ist die Ungewissheit, die auch die Angehörigen und Freunde von vermissten Personen zu Opfern macht.

Nun hat sich mit “Vermissten-Suche” eine neue Initiative gegründet, die die Suche nach vermissten Personen künftig effizienter und wirkungsvoller gestalten möchte. “Wir wollen Angehörigen aber auch Opfern im In- und Ausland in ihren schweren Stunden mit Rat und Tat unterstützend zur Seite stehen”, erklärt Benjamin Dressen, einer der Initiatoren von Vermissten-Suche.

Im Internet unter www.vermissten-suche.com bietet die neue Initiative eine Anlaufstelle, für all diejenigen, die Hilfe suchen oder sich über aktuelle Vermisstenfälle informieren und helfen möchten, vermisste Personen zu finden.

“Der Fall Tanja Gräff hat uns die Augen geöffnet und offenbart, dass trotz großer Anstrengungen auch heute noch das Schicksal von viel zu vielen vermissten Menschen – ganz gleich ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – ungewiss bleibt”, erläutert Dressen die Hintergründe, die zur Gründung der Initiative am 29. März 2010 geführt hatten. Die Initiatoren von Vermissten-Suche wollen jetzt ihren Beitrag dazu leisten, dies zu ändern und die Aufklärungsquote zu steigern. Zugleich möchten sie möglichst viele Menschen dazu motivieren, sich ebenfalls zu beteiligen und dazu beizutragen, dass vermisste Menschen in Zukunft schneller aufgefunden werden können.

Weitere Informationen unter www.vermissten-suche.com

Über Vermissten-Suche

Die Initiative “Vermissten-Suche” ist am 29. März 2010 ins Leben gerufen worden. Ihr Ziel ist es, die Suche nach vermissten Personen effizienter sowie wirkungsvoller zu gestalten und Angehörigen aber auch Opfern im In- und Ausland beizustehen. Unter www.vermissten-suche.com informiert die Initiative über aktuelle Vermisstenfälle und darüber, wie interessierte Menschen bei der Suche nach vermissten Personen helfen können.

(Text-, Grafikquelle: Vermissten-suche.com;
Bildquelle: Polizei.NRW.de)

Ausbildung der Polizei-Kräfte für den Afghanistan-Einsatz in Lübeck bei der Bundespolizei (Video)

Montag, 14. Juni 2010

 

Bevor die Sicherheitskräfte in Afghanistan ausgebildet werden, bereiten sich die deutschen Polizisten auf die Aufgabe vor. Dabei geht es auch um militärisches Grundwissen.

(Videoquelle: MDR aktuell vom 13.06.2010 via YouTube-Kanal Soldatenglück)

Anschlag auf Berliner Polizei: Experten erkennen Internet-Anleitung für Splitterbomben (Video)

Montag, 14. Juni 2010

Bereits am Sonntag analysierten Experten, unter Ihnen Gutachter und militärisch ausgebildete Sprengspezialisten, das per Internet verbreitete Video zum Anschlag auf die Berliner Polizei vom 12.06.2010.

 

Es besteht kein Zweifel, dass es sich bei dem aufsteigendem weißen Rauch in der Sekunde 32 des Videos um die Rauchwirkung eines selbstgebauten Initialzünders handelt. Die ersichtliche Aufstiegsgeschwindigkeit und die Farbe der Rauchwolke, nach der in der Sekunde 33 der Sekundärsprengstoff zündet, und die ersichtliche Druckwelle, die Splitter der Bombe lebensgefährlich beschleunigt, bestätigen die Ersteinschätzung: Es handelt sich um eine selbstgebaute Splitterbombe.

Der Typ der Splitterbombe, des Anschlags auf die Berliner Polizei am vergangenen Samstag, basiert auf zwei Anleitungen eines Berliner Internet-Forums, dass sich insbesondere mit der Herstellung von Zündern und Sprengstoffen beschäftigt. Unter Experten gilt das Internet-Forum eines jungen Berliner Linksextremisten bereits seit 2008 als eine der gefährlichsten Ansammlungen von Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen im europäischen Internet.

Hierzu sagte Bert Weingarten, Vorstand der PAN AMP AG: “Ich habe den Berliner Innensenator und den Polizeipräsidenten bereits im Februar 2009, auf dem 12. Europäischen Polizeikongress, persönlich auf dieses extrem gefährliche Internet-Forum aus Berlin aufmerksam gemacht. Das Forum ist sehr leicht im Internet zu finden und beinhaltet extrem gefährliche Anleitungen für Leib und Leben. Mir wurde zugesagt, dass man sich der Angelegenheit annimmt und es ist nicht mehr nachzuvollziehen, warum das Internet-Forum im Juni 2010 noch immer online ist”.

Bis zu einer Abschaltung des Internet-Forums muss davon ausgegangenen werden, dass insbesondere Extremisten sich die extrem gefährlichen Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen aneignen. Auch Anschläge, die auf den Anleitungen aus Berlin basieren, können nicht ausgeschlossen werden.

Soldatenglück.de berichtete IED-Anschlag gegen deutsche Polizei mitten in Berlin (Video) 

(Textquelle kursiv: PAN AMP AG.de, Internet-Gefahrenabwehr und Sicherheits-Beratung)

IED-Anschlag gegen deutsche Polizei mitten in Berlin (Videos)

Sonntag, 13. Juni 2010

 

Sprengsatz auf Polizisten geworfen

Einen Sprengsatz haben Unbekannte bei einer Demonstration in Mitte gestern auf die eingesetzten Polizeibeamten geworfen. Dadurch wurden 15 Polizisten verletzt, wovon zwei zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Unter dem Motto “Die Krise heißt Kapitalismus – Banken und Konzerne sollen zahlen” setzte sich gegen 13 Uhr an der Spandauer Straße in Mitte ein Aufzug mit mehreren tausend Personen, darunter etwa 450 Personen aus dem sogenannten “Antikapitalistischen Block”, in Bewegung. Bereits kurz danach verstärkte der Block Transparente um den mitgeführten Lautsprecherwagen mit Seilen, verknotete sie und hielt sie so, dass die Teilnehmer verdeckt wurden. Außerdem vermummten sich einzelne Personen. Gegen 14 Uhr 15 wurden Polizisten in der Torstraße aus diesem Block heraus mit Steinen, Flaschen und einem Sprengsatz beworfen. Durch die Wucht der Detonation des derzeit noch unbekannten Sprengsatzes wurden zwei Polizisten im Alter von 36 und 47 Jahren schwer verletzt. Sie kamen in ein Krankenhaus und wurden sofort operiert. Weitere 13 Beamte wurden ambulant behandelt werden. Die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen.

Anschließend erreichte der Aufzug ohne weitere Vorkommnisse den Endplatz am Marx-Engels-Forum. Hier kam es zum Abbrennen von Pyrotechnik. Gegen 16 Uhr 30 hat die Versammlungsleitung die Demonstration beendet. Im Verlauf des Einsatzes waren drei Personen festgenommen worden, die im Verdacht stehen, mit der Zündung des Sprengsatzes zu tun zu haben. Sie wurden inzwischen wieder entlassen.

Eine Kundgebung “Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas: Solidarität mit Israel”, an der gegen 14 Uhr 15 in der Kleinen Alexanderstraße rund 150 Personen teilnahmen, endete gegen 16 Uhr 10 weitestgegend störungsfrei. Eine Teilnehmerin der Demonstration versuchte, sich ihrer Unterwäsche zu entledigen, was durch Polizeibeamte verhindert wurde.

Gegen 16 Uhr 20 und 17 Uhr 20 setzten sich zwei Aufzüge mit dem Motto “create utipia, freiraumdemo” am Kottbusser Damm sowie an der Kreuzung Liebigstraße Ecke Rigaer Straße in Bewegung. An der Skalitzer Straße Ecke Schlesisches Tor kamen beide Aufzüge zusammen und gingen mit etwa 600 Demonstranten weiter. Gegen 19 Uhr 15 wurde dieser Aufzug vor dem Erreichen des Endplatzes plötzlich vom Veranstalter für beendet erklärt. Danach kam es zu Stein- und Flaschenwürfen auf die Einsatzkräfte. Vereinzelte ehemalige Versammlungsteilnehmer rannten in das Haus Bethanien. Polizisten durchsuchten sofort das Gebäude und stellte neun Personen fest, die nun Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs entgegensehen.

Gegen 21 Uhr 30 erfolgte ab 22 Uhr über einen Internetaufruf ein Spontanaufzug zur Muskauer Straße. Es gab zwei Freiheitsentziehungen nach Flaschenwürfen und diverse Platzverweise.

Insgesamt waren bis zu 1.200 Polizisten im Einsatz. Die Polizei nahm insgesamt neun Personen fest und nahm 17 Freiheitsbeschränkungen vor und leitete Ermittlungsverfahren u.a. wegen Verdachts des versuchten Totschlags, Landfriedensbruchs, Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und versuchte Gefangenenbefreiung ein. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden alle wieder auf freien Fuß gesetzt.

IED = Improvised Explosive Device = improvisierte Sprengsätze

Zusatz: Danke an “Bob” für den Video-Hinweis (am 15.06. dazu eingestellt)

 

 

(Text-, Grafikquelle: Polizei Berlin.de;
Videoquelle: 
via YouTube  und n-tv via YouTube)