Archiv für die Kategorie 'Auslandseinsätze'

In 2011 weltweit 35 Bedienstete der Vereinten Nationen getötet

Mittwoch, 4. Januar 2012

Im Jahr 2011 sind weltweit 35 Mitarbeiter/innen der Vereinten Nationen getötet worden.

UN-Einrichtungen würden stärker gezielt angegriffen als in der Vergangenheit, sagte eine Sprecherin der UN-Mitarbeiter. Sie rief die UNO auf, ihre Mitarbeiter besser zu schützen.
Im April 2011 berichtete Soldatenglück.de: Tödliche Attacke auf das UN Office Mazar-e Sharif/Nordafghanistan: ISAF kam als der Pulverrauch sich verzogen hatte (die sieben Opfer sind unten abgebildet, vier aus Nepal, jeweils einer aus Norwegen und Rumänien und eine Frau aus Schweden, sie wurde geköpft), UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon verurteilt den Angriff auf die UN-Mission in Nordafghanistan scharf (Video) und “Afghanischer Mob stürmt in Mazar-i Sharif nach Freitagsgebet UN-Office und tötet und enthauptet Internationale (Videos)”. Im Vorjahr 2010 wurde am 28. Oktober die UN-Unterkunft in Kabul/Afghanistan angegriffen und forderte ebenfalls Todesopfer, Soldateglück.de berichtete: Afghanistan: Die Gefallenen der United Nations, dazu auch der UNAMA-Artikel: In Memoriam of fallen colleagues in Mazar-i-Sharif and in Kabul.

Der tödlichste Angriff ereignete sich am 26. August 2011 in Abuja/Nigeria. 11 UN-Mitarbeiter kamen dort bei der Explosion einer Autobombe ums Leben.
2010 waren 15 UN-Mitarbeiter im Einsatz ums Leben gekommen; 2009 waren es 38.

(Bilderquelle: UN.org)



Afghanistan: Entwicklungsminister Niebel lobt Karzais Korruptionsbekämpfung und will deutsche Interessen befördern

Samstag, 31. Dezember 2011

Genau zehn Jahre nach Beginn des deutschen militärischen Afghanistaneinsatzes hat Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) der afghanischen Regierung ein positives Zwischenzeugnis bei der Bekämpfung der Korruption ausgestellt. Zugleich forderte Niebel in einem Gespräch mit der “Leipziger Volkszeitung” (Sonnabend-Ausgabe) die deutschen Unternehmen auf, sich auch aus eigenen wirtschaftlichen Interessen heraus viel stärker in der Himalaya-Region zu engagieren. Am 1. Januar 2002 begann mit der Entsendung eines Bundeswehr-Vorauskommandos, die deutsche Beteiligung am Hindukusch-Einsatz

Bis 2014 will die Bundeswehr ihre kämpfenden Soldaten aus der Region abgezogen haben. Auf dem Weg dahin sollte sich die afghanische Regierung unter Einschluss der Taliban auf einen Machtausgleich verabredet haben, mahnte Niebel. “Um dauerhaften Frieden zu gewährleisten darf man nicht darauf warten, dass man mit Freunden Gespräche führen kann. Man muss mit Gegnern Gespräche führen, um auf eine Basis des gemeinsamen Zusammenlebens zu kommen.” Zugleich versicherte Niebel, “unsere zivile Begleitung der Entwicklung in Afghanistan wird sehr viel länger dauern als die Zeit, in der unsere Soldaten am Hindukusch stationiert sind”. Dadurch hoffe man “die Lebensbedingungen der Menschen dauerhaft so zu gestalten, dass sie nie wieder totalitären Regimes ausgeliefert” seien.

Bei der Korruptionsbekämpfung sei die Regierung Karsai “auf einem besseren Weg als erwartet, auch durch die personellen Veränderungen innerhalb der Regierung”. Es gebe mittlerweile maßgebliche Personen, die nachweislich aktiv Korruptionsbekämpfung in ihren Zuständigkeitsbereichen durchsetzten. “Das hat Vorbildcharakter.”

Diese Fortschritte seien auch auf die veränderte Freigabe von deutschen Fördermitteln für Afghanistan zurückzuführen. “Ausgezahlt wird erst, wenn vereinbarte Ziele bei den afghanischen Stellen erreicht sind. Auch 2013 stehen bis zu 430 Millionen Euro für den zivilen Wiederaufbau bereit, davon bis zu 250 Millionen Euro aus dem Etat des Entwicklungsministeriums.” Voraussetzung für den tatsächlichen Abfluss der Mittel “ist eine noch weitere Verbesserung der afghanischen Regierungsführung, insbesondere bei der Korruptionsbekämpfung”, unterstrich Niebel.

Die Bundesrepublik stelle 2013 bis zu 430 Millionen Euro für den zivilen Wiederaufbau bereit, davon bis zu 250 Millionen Euro aus dem Etat des Entwicklungsministeriums.

Als “beispielgebend” nannte der Entwicklungsminister ein in dieser Woche getroffenes chinesisch-afghanisches Abkommen zur Ausbeutung eines großen Erdölfeldes in Afghanistan. “Es geht um eigene Einnahmen von fünf Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren. Das kommt den Menschen direkt zugute, und es macht Afghanistan unabhängiger von der internationalen Gebergemeinschaft.” Damit könne die Regierung den eigenen Leuten zeigen, man tue etwas für Infrastruktur, für Schulen, für Gesundheitsdienste. “Ich würde mir wünschen, dass viele deutsche Unternehmen in vielen anderen Bereichen, auch gerne im Rohstoffbereich, sehr viel mehr Engagement zeigten, sofern es die Sicherheitslage zulässt”, sagte Niebel. “Es gibt in Afghanistan enorme Chancen auf einem regional sehr großen Markt. Bei der Entwicklungszusammenarbeit sollte der Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit noch deutlicher heraus gestellt werden.”

Es sei natürlich im deutschen Interesse zulässig, beim Engagement in Afghanistan nicht nur an den Schutz vor Terrorismus zu denken. “Selbstverständlich ist es auch legitim, eigene Interessen zu verfolgen. Deshalb ist es das vernünftigste, Interessen und Werte in Übereinstimmung zu bringen. Das tun wir auch in Afghanistan.” (Zitatende)

Berichtet die “Leiziger Volkszeitung” heute.

(Textquelle kursiv: Leipziger Volkszeitung.de;
Bilderquellen: ISAF.NATO.int, Afghan President Hamid Karzai and Gen. Abdul Rahim Wardak, Minister of Defense, participate in the Afghanistan Independence Day celebration held at the Ministry of National Defense in Kabul, Aug. 19. Marine Corps Gen. John R. Allen, commander of NATO and International Security Assistance Force troops in Afghanistan, and U.S. Ambassador to Afghanistan Ryan Crocker attended the ceremony. Afghan Independence Day is celebrated in Afghanistan on Aug. 19 to commemorate the Treaty of Rawalpindi in 1919. The treaty granted independence from Britain; although Afghanistan was never officially a part of the British Empire. U.S. Air Force photo by Master Sgt. Michael O’Connor;
Bundeswehr.de, Vergleichsfoto, Bundesminister Niebel beim Landeskommando Baden-Württemberg)

EU will Anti-Piraten-Mission ausweiten (Video)

Samstag, 31. Dezember 2011

Die EU denkt darüber nach ihre Anti-Piraten-Mission vor Somalia auszuweiten. Die EU-Marinesoldaten sollen die Piraten auch am Strand aus der Luft zu bekämpfen. Doch die Eskalationsgefahr ist groß.

Soldatenglück.de berichtete zuletzt am 30. Dezember 2011 “Effektive Bekämpfung somalischer Piraten” – Klartext von Generalleutnant a.D. Hans-Heinrich Dieter und am 29. zum Thema: Horn von Afrika: EU will Piraten an Land bekämpfen und regelmäßig in der Rubrik Auslandseinsätze/EU-Missionen/EUNAVFOR Somalia.

(Videoquelle: ZDF heute vom 29.12.2011;
Bildquelle: Marine.de)

Horn von Afrika: EU will Piraten an Land bekämpfen

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Die Piraten am Horn von Afrika sollen offenbar künftig auch an Land bekämpt werden, “Land” meint “Strand”.

Die Führung des EU-Militäreinsatzes EUNAVFOR Operation ATALANTA erarbeite entsprechende Pläne, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z) und meint mit Land “am Strand”. Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird wiedergegeben mit der Wertung: “Mit den bisherigen Maßnahmen auf See ist kein Ende der Piraterie in Sicht.”

Das deutsche Verteidigungsministerium habe daie EU-Planungen bestätigt, demnach sollen künftig Soldaten von EU-Staaten identifizierte Piraten-Boote und deren Versorgungs-Skiffs sowie Seeräuber-Logistik an den Stränden Somalias zerstören können.

Für die an der ATALANTA EU-Mission beteiligte Bundeswehr (Marine) wäre aber eine Mandatsänderung bzw. -erweiterung durch den Deutschen Bundestag notwendig, um solche Einsätze auszuführen.

Auch wenn die deutsche Marine in der EU-Mission mittlerweile Piratenboote und deren Versorgungsskiffs versenkt und die Piraten mit einem Schlauchboot an die somalische Küste zurück schickt, so kann von einer Eindämmung der Piraterie keinesfalls gesprochen werden, das belegen die Zahlen der anhaltenden Überfalle und gelungenen Kaperungen mit Lösegeld-Erfolgen für die somalische Piarterie-Industrie, die auch in London/GB sowie in Deutschland Informanten und Gewährsmänner sitzen hat.
Das politisch-gebremste “Katz und Maus-Spiel” auf See mit Millionenausgaben deutscher Euros ist gegenwärtig mehr eine schön-teure Übung für deutsche Marinekräfte als die ernsthafte Bekämpfung der international organisierten Piratenkriminalität zum verlustreichen Nachteil der deutschen Seeschifffahrt. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) schreibt: Seeleute schützen! Piraterie ist ein Gewaltverbrechen. Leib und Leben der Seeleute müssen geschützt werden”, und weiter: “Die akute Bedrohung der Seeleute durch Piraten hält an. Insbesondere im Golf von Aden und im Indischen Ozean sind Seeleute rund um die Uhr von brutalen Geiselnahmen durch somalische Piraten, die bei ihren Angriffen auf die friedliche Handelsschifffahrt Mord billigend in Kauf nehmen, bedroht.”

Zum F.A.Z.-Artikel von Stephan Löwenstein: Piraten in Somalia Die Hintermänner sitzen an Land, der auch den F.A.Z.-Blog “Zur Sicherheit” betreibt.

(Bilderquellen: EUNAVFOR.eu, Marine.de;
Kartengrafikquelle: CIA.gov, Afrika mit Somalia am Horn am Golf von Aden und am Indischen Ozean)

Hintergrundinformationen: EUNAVFOR.eu

Wirtschaftsmacht China im “Afghanistan-Einsatz”

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Chinas Weisheit

Während Deutschland seine Sicherheit am Hindukusch angeblich verteidigt, kassiert China in Afghanistan ab, ohne einen Schuss abzugeben. USA und Europa schicken Soldaten zum Töten und Sterben, das Reich der Mitte Ingenieure zum Ausbeuten der Rohstoffvorkommen zwischen Kandahar und Mazar-i-Sharif. Wer hier Verlust und Gewinn macht, ist offensichtlich.

Doch es kommt für die westlichen Strategen noch schlimmer: Denn im Grunde müsste die NATO den Chinesen täglich ein Dankschreiben schicken. Schließlich schaffen die Milliarden-Investitionen der Staatskonzerne das, wozu die westliche Entwicklungspolitik weitgehend unfähig ist: Arbeitsplätze im großen Stil und wichtige Infrastrukturprojekte. Nur so lässt sich die Armut überwinden, die viele Afghanen in die Hände der Taliban treibt.

Was etwa das deutsche Entwicklungsministerium im Vergleich zu den chinesischen Investoren leistet, ist äußerst fragwürdig. Bis die westliche Hilfsbürokratie eine Mini-Schule gebaut hat, haben chinesische Arbeiter schon unzählige Kilometer Straße fertiggestellt. Die rohstoffhungrige Wirtschaftsmacht hantiert nicht mit Millionen, sondern mit Milliarden. Wie das Reich der Mitte seinen Einfluss auf Afghanistan, aber auch auf Pakistan ausweitet, ist strategisch weise. Dagegen kann der Westen in der Krisenregion nur noch verlieren. (Zitatende)

Kommentiert die “Neue Osnabrücker Zeitung”.

Dazu die Karte Chinas als großer Nachbar Afghanistans:

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int,
German Minister of Foreign Affairs Guido Westerwelle responds to a question during a press conference for Afghan and international media aduring his visit to Provincial Reconstruction Team Kunduz. U.S. Navy photo/Mass Communications Specialist 1st Class Eric Dehm;
this new ANA forward position, which will serve as intermediate base between the localities of Ludina, where a Spanish Unit along with an Afghan Unit is deployed, and Bala Murghab will contribute to increase largely the security in the area, with strong insurgency presence to date and to get a higher freedom of movement along Lithium route, also easing the improvement works that have to be made on it. These improvement works, carried out by an Afghan company, are paid by Spanish aid for development in Afghanistan funds and will allow to close the famous “Ring Road” that encircles the entire Afghan territory.
Kartengrafikquelle: CIA.gov)



Soldaten am Hindukusch – Keine stille Nacht in Afghanistan (Videos)

Freitag, 23. Dezember 2011

Der Alltag deutscher Soldaten in Afghanistan ist von der Sorge um die eigene Sicherheit bestimmt. Auch an Weihnachten kommt kaum festliche Stimmung auf. Hinzu kommt die Sehnsucht nach der Familie.

Weihnachtsgrüße senden an die Soldaten im Auslandseinsatz bei Wir.Dienen.Deutschland.de

Dazu das aktuelle Bundeswehr-Video: An vorderster Front

Die Task Force Masar-e-Sharif hat ihre Operationszone im Bereich Baghlan Observationpoint North. Sie gehört zu den gefährlichsten im gesamten deutschen Einsatzgebiet. Von Sprengfallen bis zu direktem Beschuss mit Handwaffen.

(Videoquellen: ZDF.de, Uli Gack aus Afghanistan; Bundeswehr.de, An vorderster Front;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Vergleichsfoto: Weihnachtsbäume bringen ein Stück Heimat ins Camp Marmal, ISAF RC North)

Deutscher Afghanistan-Einsatz – Zehn vertane Jahre

Donnerstag, 22. Dezember 2011

“Versprochen – gebrochen: Vor zehn Jahren beschloss der Bundestag, Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Deutschland sicherte dem Land Frieden, Frauenrechte und Demokratie zu. Erreicht wurde nichts. Die Geschichte eines großen Irrtums”, schreibt Hasnain Kazim als Südasienkorrespondent von DER SPIEGEL aus Islamabad/Pakistan heute und benennt dabei auch den Mißstand der unzureichend ausgestatteten deutschen Soldaten.
Zum vollständigen Artikel “Deutscher Afghanistan-Einsatz – Zehn vertane Jahre”.

Ein später, schwacher Trost in Sachen “unzureichende Ausstattung” der kämpfenden Truppe ist die neueste Anti-Sprengfallen/Minen-Technolgie für die Einsatzsoldaten. Die Bundeswehr und deren Beschaffungsamt haben es geschafft, im 10. Afghanistan-Einsatzjahr nach mehrfacher und lauter Anmahnung durch die Wehrbeauftragten gegen die häufig Tod- und Verwundung-bringenden Sprengfallen als Taliban-Kampfmittel gegen die ISAF-Truppen die German Route Clearance Package (GRCP) auf den Weg zu bringen und damit die US-amerkanische Fähigkeit zu ergänzen und deutsche Soldatenleben hoffentlich risikoarm, nachhaltig und wirksam vor IED-Anschlägen bzw. versteckten Sprengfallen/Minen zu schützen. Die Kampfausstattung der Einsatzarmee Bundeswehr gegen die Bedrohung Sprengfallen/Minen hat technologisch das 21. Jahrhundert erreicht, einen Bw-Film dazu gibt es auch.

Die Bilder zeigen den Demonastrator Transportpanzer (TPz) FUCHS 1A8 Kampfmittelaufklärung und -identifizierung (KAI) zum Verifizieren und Greifen von verdächtigen Objekten/Kampfmitteln, der noch in der Erprobung ist.

Zum German Route Clearance Package GRCP gehören auch das Bedienerfahrzeug FUCHSDetektorfahrzeug WIESEL 1, Manipulatorfahrzeug MiniMineWolf auf MULTI A4 FSA, der MiniMineWolf ist mit zwei Exemplaren im Einsatz im Minengebiet Nordafghanistan.

[Textauszug kursiv: SPIEGEL ONLINE.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Ministerbesuch in Afghanistan - Thomas de Maizière neben Oberst Rosch. Bei einem Blitzbesuch im nordafghanischen Kundus kurz vor Weihnachten hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière den deutschen Soldaten für ihren Einsatz gedankt. Er sei heute gekommen, um ihnen seinen persönlichen Respekt zu zollen für die Erfüllung des Auftrags, sagte er vor etwa 150 Soldaten. Der Afghanistan-Besuch war aus Sicherheitsgründen wie üblich bis zuletzt geheim gehalten worden. Es ist bereits die vierte Afghanistan-Reise von de Maizière als Verteidigungsminister.
German Route Clearance Package (GRCP, Demonstrator TPz Fuchs 1A8 Kampfmittelaufklärung und -identifizierung (KAI) Verifizieren und Greifen von verdächtigen Objekten / Kampfmitteln.GRCP bestehend aus: Detektorfahrzeug WIESEL 1, Manipulatorfahrzeug MiniMineWolf, Bedienerfahrzeug TPz FUCHS 1A8 und TPz Fuchs 1A8 Kampfmittelaufklärung und -identifizierung (KAI)]

Wie die Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan Weihnachten feiern (Video)

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Operation “Heiliger Abend 2011″ in Vorbereitung
Wie die Bundeswehr in Afghanistan Weihnachten feiert

(Videoquelle: ARD Mittagsmagazin vom 21.12.2011;
Bildquelle: Einsatz.Bundeswehr.de, Weihnachtsbaum schmüken in Kunduz, Artikel “Weihnachten fern der Heimat”)

Zehn Jahre Afghanistan-Einsatz: Vergesst die Fehler nicht (Video)

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Es ist leichter, einen Krieg zu beginnen, als ihn zu beenden. Noch schwerer macht es sich, wer erst lernen muss, das Wort Krieg überhaupt in den Mund zu nehmen. Heute vor genau zehn Jahren hat der Bundestag die Bundeswehr in eine Mission geschickt, die sich als Odyssee erwies. Das Ziel war Afghanistan. Was deutsche Soldaten aber in dem seit einer halben Ewigkeit durch Krieg und Korruption gebeutelten Land sollten, war und ist noch immer vielen Menschen nicht klar: Deutschlands Sicherheit verteidigen? Für Frauenrechte eintreten? Schulen bauen? Demokratie einführen? Rohstoffe sichern? Die Region stabilisieren? Kämpfen oder helfen? Den USA vor allem die bedingungslose Solidarität Deutschlands beweisen? Wer nicht weiß und ehrlich sagt, wohin es gehen soll, verrennt sich. So gibt es zehn Jahre später immerhin ein Ziel: Baldmöglichst irgendwie wieder rauszukommen aus dem Einsatz, der jedes Jahr Hunderten internationalen Soldaten wie afghanischen Zivilisten das Leben kostet. Mit dieser Perspektive dürfen wir das Thema Afghanistan jedoch nicht einfach abhaken oder verdrängen. Wer die Fehler beim Thema Krieg und Frieden nicht noch einmal machen will, darf sie nicht vergessen. (Zitatende)

Kommentiert die tz aus München.

Allein in diesem Jahr 2011 sind sieben deutsche Bundeswehr-Soldaten gefallen und viele verwundet worden, insgesamt hat Deutschland 52 Gefallene im Afghanistan-Einsatz zu beklagen und unzählige Verwundete an Leib und Seele zu verzeichnen.

Das Bild oben zeigt den britischen Premierminister David Cameron, der in der unmittelbaren Vorweichnachtszeit mit einer Besucher-Karawane, wie auch der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (Mazar und Kunduz), ins Einsatzland gekommen ist, bei den Soldaten beim Christmas-Truppenbesuch in Kandahar/Südafghanistan. Die britischen Allierten, die nach den US-Amerikanern vor den Deutschen die zweitgrößten Truppenstellern im ISAF-Einsatz am Hindukusch sind, fassen ihre 10 Jahre Afghanistan-Einsatz so zusammen: 10 Years of Operations in Afghanistan

[Textquelle kursiv: tz München.de;
Bilderquelle oben: Bundeswehr.de: Ministerbesuch in Afghanistan - Bei einem Blitzbesuch im nordafghanischen Kundus kurz vor Weihnachten hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière den deutschen Soldaten für ihren Einsatz gedankt. Er sei heute gekommen, um ihnen seinen persönlichen Respekt zu zollen für die Erfüllung des Auftrags, sagte er vor etwa 150 Soldaten. Der Afghanistan-Besuch war aus Sicherheitsgründen wie üblich bis zuletzt geheim gehalten worden. Es ist bereits die vierte Afghanistan-Reise von de Maizière als Verteidigungsminister;
Oberst Rosch begrüßt Thomas de Maizière;
Video-, Bildquelle: Ministry of Defence.gov.uk, 10 Years of Operations in Afghanistan - A new video made by the Ministry of Defence from footage from the last ten years tells the history of operations in Afghanistan and explains why we are there, what progress has been made, and how British service personnel are preparing to hand over control to the Afghans in 2015.
Ten years ago, British service personnel first went into Afghanistan as part of what was then called Operation Enduring Freedom. The new video starts with the terrorist attacks on 11 September 2001 and takes viewers up to the present day, looking towards 2015 when the UK will no longer be involved in combat operations.
Photo: Prime Minister David Cameron meets with aircrew and ground crew from 12 (B) Squadron at Kandahar Airfield, during a pre-Christmas visit to troops in Afghanistan]

Bundeskanzlerin Merkel bei den Bundeswehr-Soldaten im Einsatzgebiet Kosovo (Video)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Weder Krieg noch Frieden

Wie lange müssen deutsche Soldaten im Kosovo noch ihr Leben riskieren? Dazu sagte die Bundeskanzlerin gestern in Pristina kein Wort. Leider. Seit mehr als zehn Jahren stehen NATO-Soldaten in dem Krisenherd, doch noch immer sind die Sicherheits- und Staatsstrukturen äußerst brüchig. Im Vergleich zu 1999 gibt es Fortschritte, aber die fallen unterm Strich bescheiden aus. Schließlich zählt das Kosovo zu den korruptesten und ärmsten Ländern der Welt. Wie zu Zeiten der UÇK-Rebellen bestimmen kriminelle Machenschaften und eine Kalaschnikow-Mentalität den Alltag. Von Rechtsstaatlichkeit fehlt jede Spur. Von einem Aussöhnungsprozess zwischen Kosovaren und Serben ist wenig zu sehen.

Daran trägt Belgrad vielleicht die größte Schuld. Doch das tiefe Misstrauen der serbischen Minderheit im Kosovo gegenüber den Kriegsgewinnern ist verständlich. Weder die Vereinten Nationen noch die EU waren bislang in der Lage, ein Klima des Vertrauens zwischen den Konfliktparteien herzustellen. Auch für die alten Grenzstreitigkeiten ist keine Lösung absehbar. Im Kosovo herrscht zwar längst kein Krieg mehr, aber auch kein Frieden. Zöge sich die NATO aus dem Konfliktherd jetzt zurück, könnte in Pristina die Versuchung groß sein, mit Waffengewalt Tatsachen zu schaffen. Deshalb muss Europa großes Interesse daran haben, das Krisengebiet dauerhaft zu befrieden. Dafür bedarf es Zeit, viel Zeit. Der Einsatz wird noch Jahre dauern. (Zitatende)
Kommentiert die “Neue Osnabrücker Zeitung” heute.

Dazu etwas ausgewogener in der ZDFmediathek “Merkel besucht Soldaten im Kosovo” und bei Bundesregierung.de “Konflikte im Dialog lösen” über Angel Merkels Besuch im Kosovo, hier und unten die Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich ihres Besuchs des KFOR-Hauptquartiers am 19.12.2011 in Pristina.

Dazu auch das Video der Bundesregierung Merkel dankt Polizisten und Soldaten im Auslandseinsatz (bitte anclicken): “Gerade in der Weihnachtszeit sind unsere Gedanken bei Soldaten und Polizisten fernab der Heimat und ihren Familien”, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Videopodcast. Am Mittwoch (14.12.) empfängt die Bundeskanzlerin – wie in den Vorjahren – Angehörige von Soldaten und Polizisten, die im Ausland dienen. schreibt Bundesregierung.de im Videountertext.

Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich ihres Besuchs des KFOR-Hauptquartiers
Montag, 19.12.2011 in Pristina

Liebe Soldatinnen und Soldaten,

ich bin heute gemeinsam mit dem Generalinspekteur gerne hierher zu Ihnen gekommen. Es ist in der Weihnachtszeit besonders angebracht, Soldatinnen und Soldaten, aber auch Polizistinnen und Polizisten – ich schließe die Vertreter von EULEX mit ein, auch wenn ich sie nicht jedes Mal explizit erwähne – einen Besuch abzustatten und sich zu informieren, wie die Lage ist. (weiter…)