Archiv für die Kategorie 'NATO-Missionen'

Afghanistan berät über seine Zukunft – Loja Dschirga (Video)

Donnerstag, 17. November 2011

Rund 2000 Gesandte aus ganz Afghanistan sind zur großen Loja Dschirga zusammengekommen. Es geht vor allem um das Verhältnis zu den US-Truppen im Land.

(Videoquelle: MDR aktuell vom 16.11.2011;
Bildquelle: President.Afghanistan.gov.af)



Reportage “So nah am Tod” über den Einsatz in Afghanistan

Mittwoch, 16. November 2011

“Wenn hier meine Männer oder Frauen ihr Leben lassen müssen …”
Reportage “So nah am Tod” über den Einsatz in Afghanistan im zehnten Jahr am 21. November 2011, 22.45 Uhr im Ersten

Ein deutscher Offizier, der in Afghanistan stationiert ist, bringt es auf den Punkt: “Wenn man hier wirklich was erreichen will, dann muss man mit der Erziehung der Kinder anfangen, und das ist nicht innerhalb einer Generation abgeschlossen. Und wer dann sagt, wir ziehen 2014 ab oder beginnen 2011 – und wir haben 2011 -, da frage ich mich natürlich schon: Wie geht’s ab 2014 weiter? Und wenn hier meine Männer oder Frauen ihr Leben lassen müssen, dann will ich wissen: wofür?”

Am kommenden Montag, 21.11.2011, sendet Das Erste die Reportage “So nah am Tod” über die Lage in Afghanistan. ARD-Autor Ashwin Raman gelingt es, die militärischen Aktionen der alliierten Streitkräfte gegen die Kämpfer der Taliban zu zeigen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Pläne der Bundesregierung, die Truppen in Afghanistan zu reduzieren, fragt der Film, was der nunmehr zehn Jahre währende Einsatz den Menschen dort gebracht hat. Im Zentrum steht der Norden des Landes, wo die Bundeswehr für Sicherheit und zivilen Aufbau sorgen soll. Doch die gerät selbst immer öfter ins Visier der Aufständischen. Während der Dreharbeiten ereigneten sich gleich mehrere Anschläge auf deutsche Soldaten; darunter ein Selbstmordattentat auf General Markus Kneip und eine tödliche Attacke auf die Besatzung eines Schützenpanzers im Sommer 2011. Beide Vorfälle werden in dem Film dokumentiert.

Der mehrfach ausgezeichnete Kriegsreporter Ashwin Raman begleitete für den Film Bundeswehrsoldaten bei ihrer neuen Strategie, das Land von Aufständischen zu befreien. Und die ist durchaus offensiv: Mit immer neuen Vorstößen in Gebiete der Taliban soll ein Sicherheitsnetz von Außenposten das Land für den zivilen Aufbau erschließen – was ebenso gefährlich wie langwierig ist. Und was die Schwierigkeiten des Bundeswehreinsatzes offenbart. Denn ein Abzug der Bundeswehr könnte am Ende die mühsam errungenen militärischen Erfolge zunichtemachen, für die 50 gefallene deutsche Soldaten und deren Familien einen hohen Preis gezahlt haben.

Der Film “So nah am Tod” wird am 21. November 2011, 22.45 Uhr im Ersten ausgestrahlt und ist erst ab 16 Jahren geeignet. Im Anschluss daran, ab 23.30 Uhr, zeigt das Erste die Dokumentation “Hindukusch und zurück – Ein Jahr im Leben zweier Bundeswehrsoldaten”.

(Text-, Bildquelle: SWR.de, Helikopter-Flug über Afghanistan. Um Raketen der Taliban abzulenken, zündet die Besatzung Leuchtsätze.)

Afghanistan: Loja Dschirga tagt in Kabul (Video)

Mittwoch, 16. November 2011

Zum Auftakt der Großen Ratsversammlung in Afghanistan hat Präsident Hamid Karsai die sofortige Souveränität seines Landes gefordert. Vor den 2000 Mitgliedern der Loja Dschirga erklärte Karsai, die Beziehungen zu den USA sollten die zweier unabhängiger Staaten sein. Karsai sprach sich auch für die zukünftige Beibehaltung US-amerikanischer Militärstützpunkte aus.

(Videoquelle: euronews.net;
Bildquelle: UNAMA.org, Photo of the Day: 16 November 2011 – The Loya Jirga, a key gathering of government officials and elders to discuss peace efforts in Afghanistan, opens today in Kabul.)

Bundeswehr – Vorbereitung auf den Hindukusch (Video)

Mittwoch, 16. November 2011

Panzergrenadierbataillon 411

Ab Januar gehen zwei Kompanien des Panzergrenadierbataillons 411 für jeweils vier Monate in den Afghanistan-Einsatz. Mit dabei sind u.a. die Panzergrenadiere aus Torgelow. Sie werden im Außenstandort Kunduz sowohl Teil des Ausbildungs- und Schutzbataillons, als auch in der Region für die Aufrechterhaltung der Sicherheit zuständig sein.Um für den Einsatz am Hindukusch möglichst gut gerüstet zu sein, werden alle Soldaten im Gefechtsübungszentrum bei Magdeburg vorbereitet.

(Video- und Textquelle kursiv: NDR Nordmagazin, 15.11.2011 via Youtube; Bildquelle: Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 411; deutschesheer.de)

Bundeswehr: Spezial-Training für Ärzte mit Einsatzort Afghanistan (Video)

Dienstag, 15. November 2011

Sechs Ärzte der Bundeswehr werden in einer realitätsnahen Gefechtsübung auf ihren künftigen Einsatz in Afghanistan vorbereitet. Das ist nötig, denn seit das rote Kreuz auf der Kleidung von Sanitätern als “Zielscheibe” für die Taliban dient, sind auch Ärzte nicht mehr gesondert markiert. Damit fallen sie aber nicht mehr unter den Schutz der Genfer Konvention und werden zu “normalen” Soldaten.

(Video- und Textquelle kursiv: SWR Landdesschau Baden-Württemberg, 14.11.2011 via Youtube; Bildquelle: Führungs und Transportfahrzeug BV 206 S (Husky /Hägglund) im Gebirge von Afghanistan überquert eine Brücke. ©Bundeswehr/Piz San Bestimmte Rechte vorbehalten)



Artillerie-Beschuss – “friendly fire” in Kunduz/Afghanistan (Video)

Montag, 14. November 2011

Der WOLF EAGLE IV im Video und die dahinter stehenden DINGOs und FENNEK im ISAF-Einsatz werden beim Artillerie-Schießen in Afghanistan verfehlt, nur rund 25 Meter trennen die Bundeswehr-Soldaten vom Einschlag des Übungsgeschosses, vom “Durchfaller”, die Männer hatten Soldatenglück. Vermutlich ein Übungsschießen der Panzerhaubitzen 2000 (Bild oben) vom PRT Kunduz, die eine Zielgenauigkeit bzw. -Abweichung von wenigen Metern aufweist.

[Videoquelle: via YouTube;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, ISAF Einsatz - Artilleriereserve für Nordafghanistan. Panzerhaubitze im Provincial Reconstruction Team (PRT) Kunduz; Gepanzerter Geländewagen EAGLE IV in Afghanistan]

BundeswehrVerband begrüßt politisches Signal zum Afghanistan-Abzug

Freitag, 11. November 2011

Bundesregierung legt ersten Abzugsplan für Afghanistan vor

Kirsch: Wichtiges politisches Signal!

Berlin. Der Deutsche BundeswehrVerband begrüßt die Pläne der Bundesregierung, das deutsche Afghanistan-Kontingent zu verringern.

Der Bundesvorsitzende Oberst Ulrich Kirsch: “Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und zugleich ein wichtiges politisches Signal: Erstmals wird im kommenden Jahr die Truppenstärke nicht erhöht, sondern gesenkt.”

Die neuen Pläne stellten zwar noch keine signifikante Reduzierung dar, weil zunächst die Reserve in Deutschland betroffen sei, so Kirsch. “Ich bin aber froh über jeden Mann und jede Frau, die eher nach Hause kommen.”

Klar sei, dass 2014 die internationalen Kampftruppen das Land verlassen sollen. Kirsch: “Militärische Kräfte werden aber über diesen Zeitpunkt hinaus zur Unterstützung der Afghanen dort bleiben.”

Jetzt gelte es, so Kirsch weiter, den nahtlosen Übergang in zivile Strukturen sicher zu stellen. “Insofern ist der Reduzierungsplan auch ein deutliches Signal an die afghanische Regierung: Sie muss das Schicksal des Landes jetzt in die eigenen Hände nehmen!”

(Textquelle; Bild-, Grafikquelle: DBwV.de, Deutscher BundeswehrVerband)

Hintergrundinformationen: ISAF, International Security Assistance Force

Afghanistan – Bundesregierung legt Abzugsplan vor (Video)

Freitag, 11. November 2011

Die Bundesregierung plant die Verkleinerung den Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan: Anfang 2012 soll die Mandatsobergrenze zunächst um 450 auf dann 4900 Soldaten gesenkt werden. In den folgenden zwölf Monaten sollen weitere 500 Soldaten abgezogen werden. Der Vorschlag der Regierung kann mit einer großen Mehrheit im Bundestag rechnen. Die SPD signalisierte bereits Zustimmung, den Grünen und der Linkspartei geht der Abzug sogar nicht schnellt genug.

Soldatenglück.de berichtete gestern und heute: Military-Exit, Afghanistan-Abzug: Deutschland wird bis 2013 fast 1.000 Bundeswehr-Soldaten abziehen, Afghanistan-Einsatz: Grünen-Bundestagfraktionsvize Schmidt kritisiert deutsche Truppenabzugspläne vom Hindukusch als “Luftbuchungen” und BundeswehrVerbands-Vorsitzender Kirsch begrüßt Reduzierung des Afghanistan-Kontingentes.

(Videoquelle: ARD Tagesschau vom 10.11.2011;
Bilquelle: ISA.NATO.int, A 4th Combat Aviation Brigade, 4th Infantry Division crew chief stands over the hatch of a CH-47 Chinook, Dec. 20, during a joint recovery operation with German military servicemembers of an unmanned aerial vehicle that failed unexpectedly in the barren northern region of Afghanistan. Photograph by Sgt. Sean Harriman, 4th CAB Public Affairs Office)

Military-Exit, Afghanistan-Abzug: Deutschland wird bis 2013 fast 1.000 Bundeswehr-Soldaten abziehen

Donnerstag, 10. November 2011

Military Exit – Bundesregierung legt Abzugsplan vor: Ende 2013 nur noch 4.400 deutsche Soldaten im Einsatzland am Hindukusch, vollständiger Abzug der Kampftruppen bis Ende 2014

Das deutsche Kontingent im ISAF-Einsatz in Afghanistan soll bis Anfang des übernächsten Jahres 2013 um fast 1.000 Bundeswehr-Soldaten reduziert werden. Das haben Außenminister (Bild unten, beim PRT Kunduz) Dr. Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maiziere (CDU) den Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen in Berlin in einem gemeinsamen Schreiben vorgetragen.

Bereits Anfang 2012 soll die deutsche Truppe am Hindukusch von derzeit (gemäß Bundestags-ISAF-Mandat) bis zu 5.350 auf 4.900 Soldaten verkleinert werden.
Die Stärke des deutschen ISAF-Kontigentes in Afghanistan (Stand 02. November 2011) ist 5.236 Soldaten (darunter 230 Soldatinnen), 1 Soldat ist bei UNAMA im Einsatz.
In den folgenden 12 Monaten im Jahr 2012 sollen weitere 500 Soldaten abgezogen werden, so es die Lage zulässt.

Damit haben des Außen- und Verteidigungsressort der Bundesregierung noch vor der Afghanistan-Konferenz ihre Abzugs-Zielmarken vorgelegt, noch im Monat Dezember 2011 will der Deutsche Bundestag über eine weitere Verlängerung des ISAF-Mandates entscheiden. Per Military-Exit bis Ende 2014 sollen die Kampftruppen vollständig abgezogen sein, was wohl auch dem Bundestagswahlkampf 2013 die Kriegsdiskussion zumindest erleichtern soll, da ein baldiges Ende des militärischen Einsatzes in Sicht. Welche militärischen Fähigkeiten aus welchen nordafghanischen Regionen zuerst abgezogen werden, welche Truppenteile etwa für die weitere Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte (ANSF) und die Absicherung der deutschen Polizeiausbildung und Entwicklungshilfe im Einsatzland verbleiben und welche Stationierungs-Camps genutzt werden, ist noch offen.

[Bilderquelle: ISAF.NATO.int, Mazar-e Sharif, Afghanistan. (July 19, 2011) International Security Assistance Force Convoy commander, Master Sergeant Sebastian D (front), conducts a preliminary briefing before his team makes the dangerous drive from Mazar-e Sharif to Hazrat-e Sultan. Soldiers attached to ISAF, Regional Command North, are currently deployed in support of the Government of the Islamic Republic of Afghanistan, operating to reduce insurgency, support growth of the Afghan National Security Forces and facilitate governance and socioeconomic development. (US Navy Photo By Mass Communication Specialist 2nd Class Nicholas Garratt;
German Minister of Foreign Affairs Guido Westerwelle responds to a question during a press conference for Afghan and international media aduring his visit to Provincial Reconstruction Team Kunduz. U.S. Navy photo/Mass Communications Specialist 1st Class Eric Dehm]

Taliban in Bonn: Teilnahme “gemäßigter Radikalislamisten” an der Afghanistan-Konferenz scheint sicher

Donnerstag, 10. November 2011

An der Afghanistan-Konferenz Anfang Dezember in Bonn werden voraussichtlich auch Taliban teilnehmen. Das berichtet die in Halle erscheinende “Mitteldeutsche Zeitung” (Online-Ausgabe) unter Berufung auf den Sonderbeauftragten der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner. Nach Angaben von Teilnehmern erklärte Steiner während der Sitzung des Verteidigungsausschusses am Mittwochmorgen, die Organisatoren der Konferenz hätten “nichts dagegen, wenn auch diese Seite dabei wäre”. Daraus habe man schließen können, “dass Taliban nach Bonn kommen werden”. Allerdings werde es sich um gemäßigte Kräfte handeln und nicht um solche, die derzeit noch aktiv in Kampfhandlungen verwickelt seien, hieß es weiter. Der Sonderbeauftragte bezifferte die Zahl der Konferenz-Teilnehmer auf 1000, davon 30 der afghanischen Zivilgesellschaft. Bei der Veranstaltung soll geklärt werden, wie es nach 2014, dem geplanten Abzug der westlichen Truppen aus dem Land, in Afghanistan weiter geht. (Zitatende)

Berichtet die “Mitteldeutsche Zeitung” aus Halle heute:

Soldatenglück.de berichetete: “Zurück am Petersberg – Welche Zukunft für Afghanistan?” heute Livestream aus dem Bundestag (Video) und Zehn Jahre Afghanistan-Einsatz: “Nach den Aufbau-Illusionen nun die Abzugs-Illusionen?”, von Winfried Nachtwei MdB a.D.

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bildquelle: Elif Medya, Talibanpropaganda-Site)