Archiv für die Kategorie 'ISAF'

Winterhilfe für Afghanistan statt Winteroffensive in Afghanistan

Montag, 17. November 2008

Während sich im Norden Afghanistans die radikal-islamischen Taliban auf eine Winteroffensive auf die deutschen Feldlager Mazar-i-Sharif, Kunduz, Feyzabad und unsere derzeit insgesamt 3.670 Bundeswehr-Soldaten und 160 Soldatinnen, darunter 280 Reservisten und 90 FWDL´er  im ISAF-Einsatz dort vorbereiten, machen sich die Menschen in Deutschland Gedanken, um für eine Vielzahl der 32,7 Millionen Menschen mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von unter 45 Jahren bei afghanischen Frauen und Männern sowie einem Bevölkerungsanteil von 44 Prozent im Lebensalter von 0-14 Jahren die Winterhilfe in das gebirgige Afghanistan (höchster Berg: Nowshak, 7.485 Meter) auf den Weg zu bringen.

Der PHOENIX Afghanistan-Blog bietet Unterstützung für alle, die helfen wollen. Boris Barschow, der Moderator des Afghanistan-Blogs, der beim ZDF heute journal als Redakteur, als Journalist und Buchautor tätig ist und als Stabsoffizier d.R. im Rang eines Oberstleutnants Auslandseinsatz-Erfahrung bei ISAF aufweist, zeigt einen Weg ins Land am Hindukusch auf, das insbesondere in den vergangenen Wintern auf unsere Hilfe angewiesen war.

In seinem heute geposteten Beitrag und Video “Bilder statt Worte” im PHOENIX Afghanistan-Blog meint mein Blog-Freund Boris Barschow, “Taten statt Worte”.

(Bildquelle: Einsatz.Bundeswehr.de,
Landeskundliche Faktenquelle, The World Fact Book, CIA.gov
)



Rekrutierung, Anstiftung und Modus Operandi der Taliban-Attentäter (Video)

Sonntag, 16. November 2008

Dieser Selbstmordattentäter kann dem IOD-Anschlag am Samstag, 18. Oktober in Afghanistan zugeordnet werden. Er griff mit seinem im typischen Terror-Propaganda-Video der Taliban (die ständig von den Nachrichtendiensten und Site und IntelCenter ausgewertet werden) gezeigten Sprengstoff-gefüllten Auto eine Patrouille italienischer Soldaten der NATO-Schutztruppe ISAF an und sprengte sich dabei selbst in die Luft.

Der Anschlagsort lag südlich der west-afghanischen Stadt Herat, nach Angaben der Polizei starb der Attentäter, was das Video verdeutlicht in seiner eigenen Detonation. Die ISAF bestätigte am 18.10., bei dem Anschlag seien auch ISAF-Soldaten zu Schaden gekommen. Nach italienische Medienberichten sollen fünf Soldaten leicht verletzt worden sein.

Ein afghanischer Polizeisprecher berichtete, die Explosion sei so heftig gewesen, dass eines der gepanzerten Fahrzeuge von der Straße geschleudert worden sei.
Derzeit sind rund 2.400 italienische Soldaten bei ISAF überwiegend im Westen Afghanistans im Einsatz.

Die Selbstmord-Attentäter bekommen von der Taliban den Auftrag, das Ziel, den Sprengstoff und sonstige logistische Unterstützung. Ein Video-Film vom Anschlag, den die Taliban bzw. Mittäter aus der Deckung selbst anfertigen, wertet die Tat auf, auch in finanzieller Hinsicht als höheres “Blutgeld” für die hinterlassene Familie. Die Taliban geben an die Familien des Attentäters nach vollbrachter Tat mindestens 10.000 US-Dollar und sagen zu, sich um die Familenangehörigen und die Kinder “zu kümmern und diese schützen”.

Nach Soldatenglück.de vorliegenden Informationen (von bei ISAF eingesetzten Soldaten), soll das Attentat des 20. Oktober nahe Kunduz auf eine deutsche Bundeswehr-Patrouille, von einem afghanischen Attentäter verübt worden sein, der erkrankt war und die Zukunft seiner Familie nicht sichern konnte, dessen Familie (mit Kindern) soll ebenfalls einen 5-stelligen Betrag erhalten haben. Die Taliban haben den Motorrad-Attentäter angestiftet, die Blutttat, die zwei deutschen Soldaten das Leben kostete, zu verüben und haben dabei gezielt dessen schwere Erkrankung und mangelnde existenzielle Zukunkunftsperspektive kombiniert mit dem islamistischen Irrwahn der Glaubensauslegung ausgenutzt.

Das perfide System der Taliban-Terrors ist erschreckend banal und zugleich dramatisch in seiner Dimension und für uns vor allem in seinen Folgen. Die Taliban kann potentielle Täter rekrutieren, radikale Islampredieger helfen der Auswahl, und zum fanatischen, tödlichen Werkzeug machen und solche Taten anstiften, weil sie ihren Rückzugsraum vor dem Fahndungsdruck und ihre logistische Basis in Pakistan hat sowie über Gelder (Gewinne aus dem Drogenhandel etc) verfügt, die in afghanischen Verhältnissen ein Vermögen bedeuten, für das Menschen in der Not und willfährige islamistisch Aufgeputschte offenbar alles tun.

Anschlag auf Bundeswehr-Patrouille in Afghanistan, zwei Soldaten verletzt, ein toter und mehrere verletzte Zivilisten

Sonntag, 16. November 2008

Wieder in der Provinz Baghlan verübte ein Attentäter einen Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Bundeswehr-Patrouille der QRF auf dem Weg von Kunduz nach Masar-i-Sharif nahe der Stadt Baghlan. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) bestätigte, eine deutsche Patrouille ist heute gegen 10.20 Uhr Ortszeit (06:50 Uhr MEZ) mit einer schweren Improvised Explosive Device (IED), einem Explosions-Sprengsatz diesmal in einem Auto (Toyota), angegriffen worden.

Nach Angaben des EinsFüKdoBw ist ein deutscher Soldat leicht, ein Kamerad “schwerer” verwundet. Die beiden Soldaten wurden unverzüglich nach dem Anschlag noch vor Ort von einem Arzttrupp versorgt, der die Patrouille begleitete. Der schwerer verwundete Soldat ist mit der Rettungskette zur Stunde zur weiteren Behandlung ins Einsatzlazarett im Feldlager Masar-i-Sharif unterwegs.

Weitere Angaben über andere Opfern oder zur Zahl der beschädigten Bundeswehrfahrzeuge machte das Einsatzführungskommando zunächst nicht.
Ein Transportpanzer FUCHS ist wohl schwer beschädigt.

Beim deutschen Nachrichtenmagazin SPIEGEL meldeten sich die Taliban telefonisch und bekannten sich zu dem Anschlag, auch der afghanische Provinzkommandeur von Baghlan sprach mit dem SPIEGEL.

zum SPIEGEL-Artikel

zur Mitteilung des BMVg zum Anschlag

Afghanistan: Taliban-Bombenleger mißbrauchen Kinder als menschliches Schutzschild

Freitag, 24. Oktober 2008

Die Taliban töten afghanische Kinder nicht nur ebenso heimtückisch, rücksichtslos und kaltblütig wie internationale Soldaten der ISAF-Schutztruppe, wie am Montag, 20. Oktober mit fünf Kindern und zwei deutschen Soldaten geschehen, sie mißbrauchen Kinder auch als menschliches Schutzschild.

US-Marines (2. Bataillon des 7. Marine Regiment, Special Purpose Marine Air Ground Task Force) der ISAF-Schutztruppe haben in dieser Woche am Samstag, den 18. Oktober in der Provinz Farah im westlichen Afghanistan im Rahmen ihres Auftrages vier Verdächtige beobachten können, die eine Hauptverkehrs-Route für zivilen und Militär-Konvoi-Verkehr im Distrikt Golestan (an Helmand anschließend) mit Sprengfallen präparierten.
Vier Erwachsene mit Pritschenwagen (Bild oben) in Begleitung von zwei Kindern und beladen und ausgestattet mit Leinensäcken mit Explosivmaterial (IED) und Schaufeln wurden durch Aufklärung festgestellt. Als die Bombenleger begannen, die Sprengfallen im Straßenverlauf zu verlegen, wurden die zwei als Attentäter identifizierten Personen durch Marines-Scharfschützen (Snipers) mit gezielten Schüssen außer Gefecht gesetzt, die anderen beiden Täter bemächtigten sich unterdessen der mitgebrachten Kinder und hielten diese als Schutzschild vor sich. (weiter…)

Ausbildung der Afghan National Army, ANA (Video)

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Counter IED/EOD-Training, Masar-i-Sharif,
ANSF EOD SCHOOL,
Lieutenant Colonel (LTC) Ahmadullah, Commanding Officer

 

Hintergrundinformationen: Afghan National Army.gov



Afghanistan: Trauerfeier in Kunduz

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Trauriger Abschied von den gefallenen Kameraden

“Mit einer bewegenden Zeremonie haben die Soldatinnen und Soldaten des Provincial Reconstruction Teams (PRT) Kunduz heute Abschied von zwei getöteten Kameraden genommen.”
zum vollständigen Bericht bei Bundeswehr.de

Die im ISAF-Einsatz gefallenen Soldaten der Fallschirmjäger-Truppe kommen wie das letzte Anschlagsopfer vom Fallschirmjägerbataillon 263 des Standortes Zweibrücken, in der dortigen Niederauerbach Kaserne wollen die Kameraden einen Erinnerungsstein als Ehrenmal errichten, Sie können dieses Vorhaben unterstützen.

(Bild, Textquelle: Bundeswehr.de)

ABC News Kabul: Interview mit einem gefassten Selbstmord-Attentäter (Video)

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Afghanistan/Pakistan:
Portrait of a Killer
oder von einem irregeleiteten
von den Taliban unter Drogen gesetzten Menschen?

 

SPIEGEL ONLINE: “Das ist, wie wenn jemand aus der Familie gerissen wird”

Mittwoch, 22. Oktober 2008

DER SPIEGEL nimmt sich des Themas Bundeswehr im Auslandseinsatz an, SPIEGEL ONLINE berichtet heute:
Getötete Afghanistan-Soldaten |
Das ist, wie wenn jemand aus der Familie gerissen wird

Aus Zweibrücken berichtet Katharina Peters
Trauer in Zweibrücken: Innerhalb weniger Monate sind fünf Soldaten aus der Kaserne in Rheinland-Pfalz getötet worden. Ihre Kameraden und Bekannten sind erfüllt von Schmerz – und Wut. Afghanistan ist zwar weit weg. Doch die Angst um die Freunde ist ganz nah.

Zweibrücken – An diesem lauen Herbsttag muss Oberstleutnant Holger Bonnen wieder von toten Kameraden in Afghanistan sprechen. Fünf Soldaten der Zweibrücker Kaserne wurden innerhalb von fünf Monaten getötet. Die Flagge weht auf Halbmast. Gefasst spricht Bonnen über die Zeit der Trauer, die nun anbreche. Doch er redet auch über Wut. Über die Wut der Soldaten auf Taliban-Attentäter, die als Zivilisten verkleidet Soldaten und Kinder töten.Ein Selbstmordattentäter hat in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kundus zwei Angehörige des Fallschirmjägerbataillons 263 mit in den Tod gerissen, einen 25-jährigen Stabsunteroffizier und einen 22 Jahre alten Stabsgefreiten. Viel mehr ist über die beiden nicht bekannt. Offenbar stammen sie aus dem Saarland und aus Brandenburg. Im Juni wurden sie nach Afghanistan versetzt, vier Monate sollten sie bleiben. Morgen werden ihre Leichen nach Deutschland überführt.”
weiter zum vollständigen SPIEGEL ONLINE-Artikel

European Union High Representative Javier Solana zu den gestrigen tödlichen Anschlägen in Afghanistan:

Dienstag, 21. Oktober 2008

Javier SOLANA, EU High Representative for the CFSP,
condemns terrorist attacks in Kunduz and Kabul.

Javier Solana, EU High Representative for the Common Foreign and Security Policy, issued the following statement today condemning the suicide bomb attack in Kunduz, Afghanistan and the gunning down of an aid worker in Kabul:

“I condemn in the strongest possible terms the despicable terrorist attack perpetrated in Kunduz today, which killed five Afghan children and two German soldiers and wounded a number of others.

I convey my most sincere condolences to the families of the victims and to the Afghan and German authorities and I hope that the injured will make a swift recovery. (weiter…)

RTL berichtet zum gestrigen Anschlag auf deutsche Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan (Video)

Dienstag, 21. Oktober 2008

ISAF-Kommandeur, General David McKiernan:
“Ich sage den Deutschen, das ist eine schwierige Mission für die NATO, in der auch Deutschland Mitglied ist, und die Stabilität in Afghnistan ist im nationalen Interesse auch Ihrer Landsleute zuhause.”

(Bildquelle: NATO.ISAF.int)