Archiv für die Kategorie 'ISAF'

Afghanistan: Frankreich beginnt Truppenabzug vom Hindukusch (Video)

Sonntag, 23. Oktober 2011

200 französische Soldaten der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan werden in die Heimat zurückkehren. Die Staatengemeinschaft hofft, dass die afghanischen Sicherheitskräfte in der Lage sind, die Situation im Land zu kontrollieren. Doch das ist angesichts der erstarkenden Taliban alles andere als sicher.

(Videoquelle: arte.tv Reportage vom 19.10.2011;
Bilderquelle: Defence.gov.fr, derniere ceremonie pour les legionnaires du 2eme REP avant de quitter definitivement la FOB de Tora.Revue des troupes; kepi blanc et sac pret , les legionnaires du 2eme REP quittent definitivement la FOB de Tora)

Hintergrundinformationen: Ministère de la Défense.gouv.fr



Afghanistan: Deutscher Soldat verwundet, Sprengstoffanschlag auf Bundeswehr-ISAF-Kräfte nahe Pol-i Khomri

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet:

Afghanistan: Sprengstoffanschlag auf deutsche Kräfte
Berlin/Pol-i Khomri, 19.10.2011, Einstellzeit: 17 Uhr.

Am 19. Oktober wurden deutsche Kräfte gegen 12.50 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (15.20 Uhr Ortszeit) auf dem Weg nach Masar-i Scharif, 15 Kilometer nordwestlich Pol-i Khomri mit einer improvisierten Sprengfalle angegriffen.

Bei dem Sprengstoffanschlag wurde ein deutscher Soldat mittelschwer verwundet. Er wurde mit luftgestützten Rettungskräften (US-AirMedEvac) zum Stützpunkt Khilagay geflogen.

Es ist beabsichtigt, den verwundeten Soldaten in das Einsatzlazarett Masar-i Scharif zur weiteren Behandlung zu fliegen.

Stand: 16.40 Uhr

1. Aktualisierung: 19. Oktober, 18.30 Uhr

Der bei dem Sprengstoffanschlag mittelschwer verwundete deutsche Soldat wurde nach der Erstversorgung in der Sanitätseinrichtung des Stützpunktes Khilagay zur weiteren Untersuchung in das Einsatzlazarett Masar-i Scharif ausgeflogen. Sein Zustand ist nicht lebensbedrohlich und stabil.

Alle beteiligten deutschen Kräfte haben inzwischen wieder den Stützpunkt „OP Nord“ erreicht.

Einstellzeit: 18.45 Uhr (Zitatende)

Soldatenglück.de berichtet regelmäßig und in kameradschaftlicher Dankbarkeit anerkennend über die MEDEVAC-Einsätze der US-Amerikaner in Nordafghanistan.

(Textquelle kursiv: Bundeswehr.de;
Bildquelle:
 Bundeswehr.de, Vergleichsfoto: MEDEVAC Black Hawk der US Army im Raum Kunduz)

Frauen aus Afghanistan verschaffen sich Gehör in Europa

Montag, 17. Oktober 2011

Das “South Asia Democratic Forum” (SADF) hält es für unumgänglich, dass die Interessen afghanischer Frauen bedacht werden, während über die Zukunft Afghanistans entschieden wird. Das SADF und die “Jalal Foundation” haben demnach ein Abkommen geschlossen, das am kommenden 17. Oktober in Berlin unterzeichnet werden soll und auf eine Erleichterung ihres Kontakts mit der Zivilbevölkerung und politischen Behörden im Westen abzielt.

Eine Delegation der Jalal Foundation wird dabei durch Berlin, Brüssel, Paris und Genf reisen. Die Jalal Foundation wurde von Dr. Massouda Jalal gegründet und wird von ihr geleitet. Die ehemalige afghanische Frauenministerin und Kandidatin während der Präsidentschaftswahlen 2004, wird eine Delegation von fünf Mitarbeitern der Jalal Foundation leiten. Zu diesen gehören die Mitarbeiterinnen Ghulam Murtaza Belquis, Maliha Partaw, Bibi Rogul Parwin und Sadat.

Während ihres Aufenthalts in Berlin wird die Delegation der Jalal Foundation von mehreren Institutionen empfangen. Zu den gastgebenden Institutionen gehören die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch, die Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Konrad Adenauer-Stiftung, das deutschen Auswärtige Amt sowie das Grundrechtekomitee.

Über das SADF

Gegründet wurde das “South Asia Democratic Forum” (SADF) Anfang 2011 in Brüssel als Gesprächsplattform für den gedanklichen Austausch zwischen öffentlichen und privaten Institutionen der Europäischen Union sowie Mitgliedern der “South Asia Association for Regional Cooperation” zu Themen, die von der “Charter of Democracy” des SAARC als entscheidend für den Aufbau einer Demokratie festgelegt wurden.

Über die Jalal Foundation

Die Jalal Foundation widmet sich der Förderung, Unterstützung, Ermächtigung, Ausbildung und Aufklärung afghanischer Frauen und ist darin bestrebt, deren Position durch Aufklärung in Bezug auf Menschenrechts- und Gleichstellungsfragen sowie Menschenführung zu stärken. In Stiftungsprogrammen werden Frauen ausgebildet und darin geschult, lebens- und berufsbezogene Fertigkeiten zu entwickeln, damit sich diese eine Zukunft nach dem Konflikt aufbauen können. Die Programme der Stiftung stellen weiterhin eine Plattform dar, auf der sich Frauen in den Medien Ausdruck verschaffen können und sollen den Frieden sowie die Rechte der Frauen fördern.

[Textquelle: sadf.eu;
Vergleichsbild: ISAF.NATO.int, CAMP MARMAL, Balkh province Afghanistan (September 5, 2011) - More than 80 participants attended the second northern women's security shura on Monday in Mazar-e Sharif to discuss women's roles in governance transition. Maj. Gen. Markus Kneip, Regional Command North Commander, expressed his opinion that Afghan women represent a significant portion of the population and they have to play a major role in Afghan society. It is important for International Security Assistance Forces to support Afghan females at all levels. (Photo by Norwegian PAO MES Capt. Kim Gulbrandsen]

Hintergrundinformationen: Jalal Foundation.org, Massouda Jalal bei Facebook

Bundeswehr – Lehren aus zehn Jahren Afghanistan? (Video)

Montag, 17. Oktober 2011

Erwartungen waren überhöht

Krieg, Gefallene, Veteranen, Ehrenmal – Begriffe, die jahrzehntelang in Deutschland nicht verwendet wurden, fallen immer häufiger, denn die Zeiten haben sich durch die Mission am Hindukusch gewandelt. “Der Einsatz in Afghanistan hat die Bundeswehr verändert”, sagt Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière im “Berlin direkt”-Interview.

Als Lehre sei die Erkenntnis zu ziehen, “wenn man irgendwo anfängt, muss man eine Vorstellung darüber haben, wie lange es dauern kann und ob sich die Zustände ändern”. Die Erwartungen an den Einsatz vor zehn Jahren seien überhöht gewesen, “jetzt sind sie realistisch geworden”. Die Abzugsstrategie solle noch in diesem Jahr beginnen.

Der Preis war hoch, bis heute sind 52 Bundeswehrsoldaten gefallen. Von der Demokratisierung des Landes ist schon lange keine Rede mehr, stattdessen wurde Stabilität zum obersten Ziel. Denn wenn die afghanischen Sicherheitskräfte selbst für Ruhe und Ordnung sorgen, können die westlichen Truppen abziehen. Doch die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, der afghanische Präsident Hamid Karsai bezeichnet die Bemühungen seiner Regierung und der internationalen Gemeinschaft um die Sicherheit in seinem Land als gescheitert.

(Video- und Textquelle kursiv: ZDF Berlin direkt 14.10.2011 via Youtube; Bildquelle: Fahrzeuge der 1. Infanteriekompanie warten auf halben Weg von Mazar-e-Sharif nach Kunduz auf einen Konvoi, um zwei Panzerhaubitzen zu übernehmen. ©Bundeswehr/PizKunduz Bestimmte Rechte vorbehalten)

Überraschungsbesuch des Bundespräsidenten in Afghanistan mit Kinderfahrrad mit Stützrädern für Karzai junior

Sonntag, 16. Oktober 2011

Christian Wulff kam mit einem kleinen bunten Kinderrad mit Stützrädern. Was als Geschenk für den jüngsten Sohn des afghanischen Präsidenten Karsai gedacht war, lässt gewiss ein Kinderherz höher schlagen. Es taugt aber auch als Symbol für das Engagement in Afghanistan. (…) Vielleicht gelingt es bis zum Abzug 2014, die Regierung bei Sicherheit, Bildung und Gesundheit so zu stärken, dass sie auf eigenen Beinen stehen kann. Bis dahin aber braucht das Land am Hindukusch weiter Stützräder. Auch aus Deutschland. (Zitatende)

Kommentiert die “Märkische Oderzeitung” aus Frankfurt/Oder.

Nach dem Staatsbesuch be seinem Amtskollegen Karzai in Kabul ging die Afghanistan-Reise des deutschen Bundespräsidenten Wulff mit der Transall weiter in den Norden nach Mazar-e Sharif zu den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.
Soldatenglück.de berichtete heute: Bundespräsident auf Staatsbesuch in Afghanistan – Christian Wulff in Kabul, erst bei afghanischen Menschenrechts-Aktivisten dann bei Hamid Karzai.
Zur Tischrede des Bndespräsidenten Wulff beim Mittagessen auf Einladung von Präsident Karsai anlässlich des Staatsbesuchs in Afghanistan.
Kabul, Afghanistan, 16. Oktober 2011 (Änderungen vorbehalten. Es gilt das gesprochene Wort.)

Es ist mir eine große Ehre und Freude, heute bei Ihnen hier in Kabul zu sein. Die Gastfreundschaft, mit der ich in Afghanistan von Ihren Landsleuten heute empfangen wurde, ist überwältigend. Hierfür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Deutschland und Afghanistan verbindet eine lange Freundschaft. Und doch ist dies der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Kabul seit 44 Jahren. Auch deshalb ist mein Besuch ein sehr emotionaler Moment. Wir haben sehr schmerzhafte Jahrzehnte hinter uns, aber vor uns liegen große Chancen für Ihr Land und unsere Beziehungen. (weiter…)



Bundespräsident auf Staatsbesuch in Afghanistan

Sonntag, 16. Oktober 2011

Christian Wulff in Kabul, erst bei afghanischen Menschenrechts-Aktivisten dann bei Hamid Karzai

 

Bundespräsident Christian Wulff ist am heutigen Sonntagmorgen zu einem Staatsbesuch in der Islamischen Republik Afghanistan eingetroffen. Am Vormittag kam er in der Hauptstadt Kabul mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft zusammen. Der afghanische Präsident Hamid Karsai wird den Bundespräsidenten am Mittag mit militärischen Ehren empfangen. (Man achte auf die Reihenfolge: erst Menschenrechts-Aktivisten, dann den afghanischen Präsidenten)

Der Staatsbesuch von Bundespräsident Christian Wulff ist der erste eines deutschen Staatsoberhaupts seit 44 Jahren. Zuletzt besuchte Bundespräsident Heinrich Lübke im März 1967 die afghanische Hauptstadt Kabul mit allen protokollarischen Ehren.

Bei seinem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern größerer afghanischer Nichtregierungsorganisationen und Dachverbänden im Bereich der Frauen- und Menschenrechte sagte der Bundespräsident: “Ich habe großen Respekt vor der Leistung der afghanischen Zivilgesellschaft. Sie spielt gerade im Übergangsprozess hin zur vollen Souveränität Afghanistans eine zentrale Rolle. Ich ermutige die afghanischen Nichtregierungsorganisationen, ihre Positionen in die bevorstehende Afghanistan-Konferenz in Bonn einzubringen.”

Im Zentrum des Gesprächs standen die Entwicklung der Menschenrechtslage sowie die politische Zukunft Afghanistans. Der Bundespräsident machte deutlich, dass Deutschland auch weiterhin darauf dringen wird, dass die Menschenrechte in Afghanistan immer besser verwirklicht werden.

Bei seiner Zusammenkunft am Mittag mit Präsident Karsai wird es unter anderem um die Konferenz der afghanischen Regierung für die Zeit nach der vollständigen Übernahme der Sicherheitsverantwortung gehen, die Anfang Dezember 2011 in Bonn stattfinden soll. Außerdem möchte sich der Bundespräsident ein Bild vom Stand der Übergabe der Sicherheitsverantwortung in afghanische Hände machen und sich mit den deutschen Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan intensiv austauschen.

Bundespräsident Christian Wulff: “Ich bin nach Afghanistan gekommen, um deutlich zu machen: Deutschland wird Afghanistan nicht im Stich lassen. Wir werden Afghanistan bei der Bewältigung der kommenden Aufgaben auch nach vollständiger Übernahme der Sicherheitsverantwortung 2014 ein verlässlicher und dauerhafter Freund und Partner sein.”

Wulffs Amtsvorgänger, der 9. Bundespräsident Horst Köhler, hat nach seinem Afghanistan-Besuch im Mai 2010 sein Amt aufgegeben. Soldatenglück.de berichtete: Bundespräsident Horst Köhler scheitert an deutscher Afghanistan-Innenpolitik, Camp Marmal/Mazar-e-Sharif – Schloss Bellevue/Berlin (Videos) und die Chronolgie des Amtsverzichtes nach dem Truppenbesuch.

Hintergrundinformationen, Textauszüge: Bundespräsident.de, Office of the President, Afghanistan.gov.af

“Afghanistan 2001-2011, 10 Jahre, 100 Blicke” bei arte

Freitag, 14. Oktober 2011

Zehn Jahre Krieg in Afghanistan – Oktober 2001 bis Oktober 2011, kommentiert aus der Sicht von Afghanen und von internationalen Augenzeugen.

Zehn Jahre Krieg in Afghanistan (2001 – 2011)

Im Mittelpunkt dieser arte.tv Web-Dokumentation stehen nicht die großen militärischen oder politischen Strategien, sondern die kleinen Geschichten aus dem Alltag der Menschen in Afghanistan – was sich in den Städten und Dörfern veränderte, die Stimmung in den Gesprächen mit den Leuten auf der Straße. Die Dokumentation zeigt das Land am Hindukusch einmal aus ganz anderen, aus neuen Blickwinkeln.
arte.tv läßt auch die Afghanen selbst zu Wort kommen – persönlich und subjektiv, Exil-Afghanen berichten ihre Erlebnisse, Augenzeugen aus aller Welt schildern den Krieg (darunter Joe Grimaldi, ein 20-jähriger US-Soldat, der 2011 nach 11 Monaten ISAF-Einsatz zurück kam, als Sprengmeister des Pionierregimentes 455 tat er Dienst am Hindukusch, sein Andenken: ein Rosenkranz), Fotojournalisten kommentieren ihre Arbeit in Afghanistan, internationale Experten analysieren den Konflikt, die afghanische Geschiche wird erläutert und die afghanische Kultur entdeckt.

Zur WEB DOKU “Afghanistan, 10 Jahre, 100 Blicke” bei arte.tv

[Textauszüge: arte.tv;
Bildquelle: ISAF.NATO.int, Embracing the People - A German soldier exchanges a fist bump with an Afghan boy during a patrol in northern Afghanistan. The International Security Assistance Force (ISAF) is a NATO-led, 46-nation military coalition committed to the security, reconstruction and extension of governance across the country. Photo by ISAF Public Affairs]

Afghanistan: Truppenverpflegung im Camp Marmal macht 70 Soldaten krank

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet:

Afghanistan: Erkrankungen im Camp Marmal
Masar-i Scharif, 13.10.2011, Einstellzeit: 8.05 Uhr.

Am 12. Oktober gegen 12 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (14.30 Uhr Ortszeit) kam es im Camp Marmal in Masar-i Scharif zu einer Gruppenerkrankung von etwa 70 Personen verschiedener Nationen.

Alle betroffenen Personen hatten zuvor in der deutschen Küche Verpflegung zu sich genommen. Als Ursache der Erkrankung wird derzeit von einer Lebensmittelvergiftung ausgegangen. Die betroffenen Personen wurden isoliert behandelt. Aufgrund des schnellen Abklingens der Symptome ist eine Einschränkung der Einsatzbereitschaft der Truppe nicht zu befürchten.

Die Küche wurde zwischenzeitlich gesperrt, desinfiziert und ist wieder zur Nutzung zugelassen.

Stand: 7.43 Uhr (Zitatende)

Soldatenglück.de merkt an, dass die deutsche Küche im Camp Marmal in der Vergangenheit immer wieder zu Beschwerden der Soldatinnen und Soldaten führte, ein kulinarisches Erlebnis war diese Verpflegung nie, bei Außentemperaturen von über 40 Grad wird beispielsweise schwere Winterkost mit Rotkohl etc offeriert. Am Ausgang der Küchengebäudes liegt ein Kommentarbuch aus, in dem Soldaten ihre Meinung niederschreiben können, darin ist der Tenor zu finden, dass Essen für Soldaten nicht nur Kalorienzufuhr ist, sondern auch schmecken und Klima-angepasst sein sollte, nun macht das Hindukusch-Futter auch noch krank.

Nachtrag von Bundeswehr.de:
Aktualisierung: 13.45 Uhr

Als Ursache der am gestrigen Tag gemeldeten Massenerkrankung hat sich der Verdacht auf eine Lebensmittelintoxikation verdichtet. Abschließende mikrobiologische Befunde liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor.

Nach neuesten Erkenntnissen waren insgesamt 206 ISAF-Soldaten betroffen, davon 138 Deutsche. Seit dem gestrigen Abend wurden keine weiteren Neuerkrankungen gemeldet. Die Einsatzbereitschaft der Truppe ist nicht gefährdet, da die Symptome rasch abklingen.

Einstellzeit: 14.05 Uhr (Zitatende)

[Textquelle kursiv: Bundeswehr.de;
Bildquelle: ISAF.NATO.int, Vergleichsfoto: Mazar-e Sharif, Afghanistan. (Aug. 08, 2011) Staff Sergeant Christian S. briefs members of the Camp Marmal Force Protection Group prior to a patrol. These soldiers of the International Security Assistance Force’s Regional Command North are responsible for protecting Camp Marmal and its airfield against intrusion attempts and attacks, as well the protection of aircraft during takeoff and landing. U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 1st Class Burt W. Eichen])

Bundeswehr-Afghanistan-Einsatz: Letzter Stabschef des ISAF Regional Command North benennt schwere Mängel

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Der Kommandeur des Luftwaffenstützpunkts der Bundeswehr in Holzdorf (Brandenburg) und ehemalige Chef des Stabes des deutschen Isaf-Kontingents im Hauptquartier Nord im afghanischen Mazar-i-Sharif, Oberst Michael Dederichs, hat massive Kritik am Afghanistan-Einsatz geübt. Das berichtet die in Halle erscheinende “Mitteldeutsche Zeitung” (Donnerstag-Ausgabe). Dederichs äußerte sich demzufolge bei einer öffentlichen Veranstaltung der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg. “Schwierig ist insbesondere die Führungsarbeit unserer Politiker, unseres Parlaments und der Spitzenmilitärs”, sagte Dederichs dem Blatt zufolge. “Die muss ich da ganz bewusst mit an Bord nehmen. Da fehlt mir persönlich manchmal das profunde Wissen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass man sein Großhirn nicht mit Detailkenntnissen plagt.” Man müsse aber wissen, wovon man spricht.

Deutschland dürfe sich zudem “nie rein militärisch engagieren, sondern immer mit einem Ressort-übergreifenden Ansatz. Und wenn sich Deutschland engagiert, dann muss sich Deutschland richtig engagieren. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass – das funktioniert nicht. Da kriegt man nur ein paar hinter die Ohren. Da bezahlen deutsche Soldaten, aber auch deutsche Zivilisten mit Leib und Leben für dieses Herangehen.”

Dederichs mahnte: “Wir müssten viel mehr Soldaten reinschicken, wir müssten viel mehr Geld reinstecken, wir müssten viel mehr zivile Expertise dort hinschicken. Würde man es ernst meinen, dann müsste man das so tun. Man tut’s aber nicht.” So habe die Bundeswehr “teilweise strategisch wichtige Gebiete frei gekämpft”, dann allerdings “nicht genügend Truppen” gehabt, “um sie zu halten”. Auch der Aufbau der Armee am Hindukusch sei zweifelhaft. Wörtlich erklärte der Kommandeur: “Ich habe an der Effizienz und Glaubwürdigkeit der afghanischen Streitkräfte zumindest Bedenken – um es ganz vorsichtig auszudrücken.” Und er sehe “den Afghanistan-Einsatz heute ein bisschen so wie das Vietnam-Trauma in den USA”. Der Einsatz sei halbherzig und müsse darum scheitern. “Insofern”, so Dederichs, “kann ich die Kritik von verschiedenen Generälen im Ruhestand gut nachvollziehen.”

Erst Ende letzter Woche hatte sich der ehemalige Generalinspekteur Harald Kujat ähnlich geäußert. Die Bundesregierung hatte seine Kritik indes umgehend zurückgewiesen. Dederichs kehrte erst im Frühjahr aus Afghanistan zurück. (Zitatende)

Berichtet die “Mitteldeutsche Zeitung” aus Halle heute.
Soldatenglück.de berichtete am 07. Oktober 2011: Ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und NATO-General Harald Kujat hält Afghanistan-Einsatz für gescheitert.
Soldatenglück.de merkt, die Lutherstadt Wittenberg ist ein guter Ort, um unbequeme Wahrheiten auszusprechen, der Oberst Michael Dederichs weiß genau wovon er spricht, als Chief of Staff (CoS) des ISAF Regional Command North im HQ in Mazar-e Sharif im Feldlager Camp Marmal hatte er in alle Bereiche des Bundeswehr- und internationalen Auslandseinsatzes und den deutschen ressortübergreifenden Ansatzes (BMVg/AA/BMZ/BMI) im Norden Afghanistans einen datalierten Einblick als hochrangiger Entscheidungsträger.

Bei der öffentlichen Veranstaltung am 11. Oktober in der Evangelischen Akademie in Wittenberg war das Thema: Deutsche Truppen in aller Welt? – Politisches Quartette – Über den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan wird immer wieder heftig gestritten. Dabei ist er nur einer von vielen Auslandseinsätzen der Bundeswehr seit 1991. Es wird immer mehr zur Normalität, dass deutsche und europäische Verbände in vielen Ländern der Erde aktiv sind. Welche Hintergründe und Interessenlagen haben zu den Einsätzen geführt? Und welche Folgen und Erfolge sind mit ihnen verbunden? Drei Bücher werden zu diesen Fragen vorgestellt und im Quartett diskutiert. Die Leitung hatten: Friedrich Kramer (Akademiedirektor) mit Astrid Becker von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Vergleichsfoto Oberst Michael Dederichs)

Bundeswehr – 10 Jahre Afghanistankrieg (Video)

Samstag, 8. Oktober 2011

Seit zehn Jahren herrscht Krieg in Afghanistan. Auch mit Beteiligung der Bundeswehr. BRANDENBURG AKTUELL hat einen Potsdamer besucht, der als Soldat 2010 sechs Monate in Afghanistan verbracht hat.

(Video- und Textquelle kursiv: RBB Brandenburg aktuell 7.10.2011 via Youtube; Bildquelle: Bundeswehr.de, Dingo im Gelände – Auf Patrouille im Einsatzland Afghanistan, Dingo durchfährt ein Flussbet Bestimmte Rechte vorbehalten)