Archiv für die Kategorie 'ISAF'

Afghanistan – Deutsche Soldaten im Stress (Video)

Freitag, 30. Juli 2010

 

Deutsche Berufssoldaten kämpfen mit in einem immer verlustreicheren Krieg, der offiziell nicht Krieg genannt werden darf. Sie sind unzureichend vorbereitet und ausgerüstet und müssen diese Schwächen ständig ausgleichen, wenn sie in Afghanistan bestehen wollen.

Bei ARTE YOUROPE mit vielen weitern interessanten Reportagen in der Sendung Neue Kameraden – Europas Armeen im Umbruch mit dem Originaltext: “Der Einsatz deutscher Soldaten im Ausland ist umstrittener denn je. Gerade erst ist der Bundespräsident zurückgetreten im Zusammenhang mit Äußerungen zu den Aufgaben der Bundeswehr. Beteiligt sich die Bundeswehr in Afghanistan an einem Krieg oder stabilisiert sie dort nur den Frieden? Darf sie sich dort offensiv verhalten oder nur defensiv? Ist sie ausreichend gerüstet und ausgebildet für diesen Einsatz? Passen Struktur der Bundeswehr und allgemeine Wehrpflicht noch in die heutige Zeit, in der es überall in Europa längst Berufsarmeen gibt? Alle diese Diskussionen werden über die Soldaten geführt. Yourope hat nachgehört wie es den Soldaten geht – in Afghanistan zum Beispiel.”

(Videoquelle: ARTE vom 18. Juni 2010 via YouTube)

DKB - Weltweit Geld abheben

ISAF-Sprecher Brigadegeneral Joseph Blotz bolzt aus Kabul gegen den Wehrbeauftragten Königshaus

Donnerstag, 29. Juli 2010

Die Stimme der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF ist seit Monaten eine Deutsche. Brigadegeneral Joseph Boltz, der sich mittlerweile auskennt mit dem Verbreiten von schlechten und wahrhaft  dramatischen Nachrichten, jede Meldung von gefallenen oder verwundeten Soldaten, jeder IED-Anschlag, jeder Angriff und jedes Gefecht, alle zivilen Opfer-Meldungen gehen über seinen Tisch und Pressevertreter dutzender Nationen durch seinen Press Room.

Da kommt ihm eine dramatisierende Stimme aus Deutschland über die schlechte Ausrüstung der Bundeswehr-Soldaten wohl irgendwie unangemessen vor und das sagt der deutsche Ein-Sterne-General dann auch bei einer Videokonferenz nach Deutschland medienöffentlich und nennt die Verwendung des Begriffs “Drama” für die Ausstattung und Versorgung der Bundeswehr in Afghanistan durch den Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hellmut Königshaus “mindestens völlig unangemessen”.
Soldatenglück.de berichtete über das Interview (Kunduz: Partrouille wird angesprengt – Berlin: Wehrbeauftragter beklagt dramatisch schlechte Truppenausrüstung), das der WB Hellmut Königshaus der Sächischen Zeitung gab und das SPIEGEL übernahm, das Wort “Drama” fand sich in den Überschriften und Einleitungen der Artikel landauf und landab wieder, wie das so ist, wenn Presse einen Artikel zum Interview macht und alle übernehmen. Seine Kritik formulierte BrigGen Joseph Blotz allerdings als ISAF-Sprecher und nicht als nationaler Bundeswehr-Soldat auf Nachfrage und er setzte hinzu, die Ausrüstung “entspricht dem, was wir brauchen”.
Damit lag BG Blotz nicht richtig, es mag sein, dass er in seinem Press and Information Office im ISAF HQ alles hat, was er als PIO im Generalsrang braucht, die deutschen Soldaten in der Fläche haben noch lange nicht alles, was sie brauchen. Der Wehrbeauftragte Königshaus wird es ihm nachsehen, dieser Fehler wird Blotz nicht wiederholen, der Job des Wehrbeauftragten ist das Anmahnen von Mißständen, der Job der ISAF Spokesperson die Mission der Presse gegenüber zu erläutern.

Selbst Verteidigungsminister zu Guttenberg formuliert, die Aufgabe des Wehrbeauftragten sei es , “den Finger in die Wunde zu legen im Sinne der Soldaten”, er sei “dem Wehrbeauftragten sehr dankbar für gerade die klaren Worte”, Guttenberg sei auf diese Hinweise angeweisen, denn manchmal sei der Lauf durchs Ministerium durch die gegegeben Strukturen zu lang und über Inhalte könne man sich mit Königshaus austauschen.

Die WikiLeaks-Veröffentlichung der vertraulichen bis geheimen Afghanistan-Einsatz Unterlagen bezeichnete BrigGen Blotz als ”ausgesprochen unverantwortlich” und im Grunde eine Straftat. Einen News-Wert sieht Blotz darin allerdings nicht, die Protokolle könnten “wirklich nur denjenigen aus dem Hocker hauen …, der seit drei Jahren keine Zeitung mehr gelesen hat”. Auch damit liegt die ISAF-Spokesperson BG Blotz nicht richtig, denn in den Unterlagen sollen zum Beispiel hunderte von bislang geheim gehaltenen Namen der Afghanen stehen, die der ISAF-Mission diskrete Unterstützungsdienste leisten, die bangen jetzt um ihr Leben.

(Bilderquelle: NATO.ISAF.int, International Security and Assistance Force Spokesperson Germany Army Brig. Gen. Joseph Blotz, ISAF, makes a statement on current weekly operations and respond to questions on Afghanistan to a standing room only crowd of local and international media June 23 in the GIRoA Government Media Information Center briefing room in Kabul. Photo by Sgt. 1st Class Matthew Chlosta,
Left, Afghan journalist Farrukh Leqa Sultani, TKG, interviews International Security Assistance Force’s Spokesperson Germany Army Brig. Gen. Joseph Blotz, ISAF after a press conference June 23 in the GIRoA Government Media Information Center briefing room Kabul. Photo by Sgt. 1st Class Matthew Chlosta)

Neues Datenleck beim US-Militär (Video)

Mittwoch, 28. Juli 2010

 

Es ist wohl eines der größten Datenlecks der Geschichte: Mehr als 75.000 vornehmlich als geheim eingestufte US-Militärdokumente über den Krieg in Afghanistan sind von der Internetplattform WikiLeaks im Netz veröffentlicht worden. Wie WikiLeaks an die Berichte kam, ist unbekannt. Die “New York Times”, der britische “Guardian” und der “Spiegel” konnten die Papiere jedoch prüfen und kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass das Material authentisch sei.

Insgesamt wurden WikiLeaks nach eigenen Angaben mehr als 91.000 Dokumente zugespielt. Rund 15.000 seien noch aus Sicherheitsgründen zurückgehalten worden, schreiben die Betreiber. Diese Dokumente sollen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden – wenn es die Sicherheitslage zulässt.

Was teilweise nur vermutet oder bruchstückhaft über den Krieg in Afghanistan bekannt wurde, lässt sich anhand der Dokumente nunmehr oft präzise nachvollziehen und dürfte noch für viele Schlagzeilen sorgen. Denn die Militärberichte, Meldungen und Abhörprotokolle aus den Jahren 2004 bis 2009 zeichnen ein anderes Bild von dem Konflikt als es die US-Regierung öffentlich darstellt.

(Videoquelle, Textauszug: ARD tagesthemen vom 27.07.2010;
Grafikquelle: WikiLeaks.org)

Bei der Truppe in Kunduz (Video)

Mittwoch, 28. Juli 2010

 

Jeden Tag leisten Soldaten der Bundeswehr einen gefährlichen Dienst am “Brennpunkt” Kunduz in Nordafghanistan. Sie erleben Gefechte, aber auch Phasen einer relativen Ruhe. Die Situation ist unberechenbar. Ein Fernsehteam der ARD hat Soldaten im Raum Kunduz begleitet — zu einem befestigten Posten und auf Patrouille zu Fuß. Denn trotz der schwierigen Lage suchen die Soldaten immer wieder den Kontakt zur Bevölkerung.

(Videoquelle: ARD tagesthemen vom 27.07.2010 via YouTube)

Afghanistan-Einsatz: Das Wesen der Bedrohung in Kunduz (Video)

Dienstag, 27. Juli 2010

 

Druckbetankung über die Situation in Kunduz, PRT, Patrouillen,Höhe 431, ein German Mastersergeant, ISAF Spokesperson Brigadegeneral Joseph Blotz, ISAF Chief of Staff Generalmajor Bruno Kasdorf von NATOChannel.

Dazu diese Fund-Bildgrafik aus dem Internet:

(Videoqelle: NATOChannel.tv, Facing The Threat in Kunduz, an update on the security situation in Kunduz, northern Afghanistan)



Geheime US-Militärakten im Internet (Video)

Dienstag, 27. Juli 2010

 

Auf der Internet-Plattform Wikileaks wurden zahlreiche US-Geheimdokumente zum Afghanistan-Einsatz veröffentlicht. Sie zeigen, dass die US-Truppen in Afghanistan zunehmend an Boden verlieren.

(Videoquelle: ZDF heute journal vom 26.07.2010)

Zu den geheimen Pentagon-Papieren und Wikileaks

Montag, 26. Juli 2010

Was wissen wir? Oder noch wichtiger: Was wollen wir eigentlich wirklich wissen?

Wir wissen, dass in Afghanistan Krieg geführt wird. Das bedeutet, Menschen mit Waffen schießen auf Menschen mit Waffen – und töten sie. Wollen wir das wissen? Wir wissen, dieser Krieg ist ein Guerilla-Krieg. Das heißt, Zivilisten und Kombattanten sind kaum unterscheidbar, sollen es aus Sicht des “Feindes”, der Taliban, auch gar nicht sein. Also sterben Zivilisten. Getötet auch von Soldaten unserer Allianz. Wollen wir das wissen? Wir wissen: Ein solcher Guerilla-Krieg ist militärisch kaum zu gewinnen. Schon gar nicht in Afghanistan. Engländer, Sowjets – keiner hat das geschafft. Unsere Soldaten werden wahrscheinlich scheitern, unsere Politiker vielleicht. Wollen wir das wissen? Die Dokumente, die nun vom Internet-Enthüller Wikileaks veröffentlicht wurden, belegen all das, was wir im Grunde bereits wissen. Viel wichtiger ist deshalb, wie schonungslos sie offenlegen, dass wir all das in einem politischen Sinne systematisch seit beinahe zehn Jahren in Wahrheit gar nicht wissen wollen. Der Diskurs um den militärischen Einsatz am Hindukusch wurde von den politisch Verantwortlichen systematisch weichgespült durch Geschichten vom Schulenbauen, Mädchen-in-die-Bildung-retten und Drogenfelder-Roden. Und das hat erschreckend gut funktioniert. Eingehegt in eine militärisch unrealistische “Krieg-Gegen-den-Terror-Rhethorik” nach dem 11. September. Brandbeschleunigt durch eine hollywoodverbrämte Fantasie vom modernen, antiseptischen High-Tech-Krieg. In dem Drohnen als fliegende Waffen die Arbeit machen und grünstichige Medien-Bilder von Nachtsichtgeräten die Wahrnehmung von dem ablenken, was Krieg bedeutet: blutende Wunden auf beiden Seiten – und Tote im Staub eines fernen Landes. Man kann das alles wollen. Es gibt zweifellos sehr wichtige, wenn auch komplexe politische Gründe für diesen Krieg. Bündnis-Raison innerhalb der Nato, Geopolitik zwischen Indien, Kaukasus und Pakistan. Aber die Lebenslüge vom humanitären Beglückungseinsatz belastet nicht nur unseren politischen Diskurs, dem nicht zuletzt ein absurd unzureichendes Bundestagsmandat für den Einsatz entsprang. Sie belastet vor allem auf unerträgliche Weise all jene jungen Männer und Frauen, die diesen Krieg führen müssen. Denn sie haben von Beginn an eine realitätsferne Erwartungshaltung aus der Heimat im Nacken, die sie auf einem veritablen Schlachtfeld allein lässt, sobald die Lüge vom THW-Einsatz offensichtlich wird. Afghanistan galt als “guter” Krieg, der Irak-Krieg als schlechter. Historisch scheint sich das gerade umzudrehen. Der Gute wird zum Desaster. Er hätte möglicherweise nie gestartet werden dürfen. Das Problem ist nur, dieser Krieg muss jetzt eben doch gewonnen werden. Dazu gehört, konsequent hinter den Soldaten zu stehen. Und zwar in vollem Bewusstsein der Tatsache, was Kriegführen bedeutet. Und es bedeutet vor allem, die politischen Hausaufgaben zu erledigen und dem “failing state” Afghanistan, dessen Schicksal wir an uns gerissen haben, wirtschaftlich massiv zu helfen. Damit das gelingt, müssen wir die Wahrheit endlich wissen wollen. Die Wikileaks-Dokumente können dabei helfen. (Zitatende)

Kommentiert die Berliner Morgenpost.

(Textquelle kursiv: Berliner Morgenpost.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int)

Task Force 373 – Die dreckigste Seite des Krieges

Montag, 26. Juli 2010

Was macht die Task Force 373 in der deutschen Zone in Afghanistan? Die jetzt enthüllten Geheimdokumente geben weitreichende Einblicke in die Kommandoaktionen der US-Spezialkräfte – wie sie Top-Taliban jagen, wie das Töten für sie Routine ist. Die Opposition fordert Aufklärung von der Bundesregierungzum vollständigen Artikel bei SPIEGEL ONLINE

Soldatenglück.de meint: Schön, dass sich DER SPIEGEL so intensiv mit dem Afghanistan-Einsatz befasst im Dreiklang mit The New York Times und The Guardian, allerdings gilt in der sich wiederholenden Presse-Berichterstattung auch hier und jetzt in Zeiten des Sommerlochs: “wovon man ganz besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt”.

(Textauszug: SPIEGEL.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int)

Julian Assange on the Afghanistan war logs: ‘They show the true nature of this war’ (Video)

Montag, 26. Juli 2010

 

Ungeschminkt. Über Afghanistan und Wikileaks

Prüfen, herunterspielen, abwiegeln- die Reaktion des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin auf den Daten-Coup von Wikileaks ist verständlich, doch durchschaubar. Natürlich mag keine Armee der Welt zugeben, an einer empfindlichen Stelle getroffen worden zu sein. Die einzelnen kurzen Lage-Nachrichten haben es in der Gesamtschau durchaus in sich. Die vielen, im knappen Nachrichtenstil verfassten Meldungen geben ein ungeschminktes Bild des Krieges wieder.

Gewinnen wird auch Wikileaks selbst. Der “Geheimdienst des Volkes” hat bereits mehrfach mit zugespielten Original-Dokumenten auf sich aufmerksam gemacht. In Deutschland etwa mit der Veröffentlichung der Toll-Collect-Verträge zur Lkw-Maut oder dem Bericht der Bundeswehr über das Bombardements der zwei Tanklaster in Afghanistan im vergangenen Jahr. Trotzdem war die Internetseite noch bis vor kurzem nicht zu erreichen – angeblich mussten erst ausreichend Spenden für den Weiterbetrieb der Server gesammelt werden. Das sollte nun kein Problem mehr sein.

Zwei erstaunliche Reaktionen aus der Bundesregierung hat es gestern aber doch gegeben: Außenminister Guido Westerwelle sieht sich – natürlich – bestätigt, da er nie die Lage beschönigt habe. Etwas mehr Gefühl für das, was die Leute hören wollen, bewies Verteidigungsminister zu Guttenberg. Er bekannte, dass die Realitäten in Afghanistan in der Vergangenheit weichgezeichnet wurden. Aha. Und die Zukunft wird transparenter? (Zitatende)

Kommentiert Susanne Keeding von der Frankfurter Neuen Presse für die morgen erscheinende Ausgabe.

(Textquelle kursiv: Frankfurter Neue Presse.de;
Videoquelle:
The Guardian via YouTube, Julian Assange, the founder of Wikileaks, explains why he decided to publish thousands of secret US military files on the war in Afghanistan)

zur interaktiven IED-Karte bei The Guardian

Afghanistan: Steinreich? Bodenschätze zwischen Wunsch und Wirklichkeit (Video)

Montag, 26. Juli 2010

 

Billionen Dollar sollen sie wert sein, die verborgenen Bodenschätze in Afghanistan. Seitdem amerikanische Experten das Land kürzlich zu einem der reichsten Länder der Welt erklärt haben, hat der Run auf die Mineralien eingesetzt.

Soldatenglück.de berichtete zum Thema Bodenschätze in Afghanistan und fragt sich, ob sich die deutsche Wirtschaft auch schon um Kooperationen und Abbau-Rechte bemüht oder ob wir nur deutsches Geld für Sicherheit und Wiederaufbau geben ohne langfristig auch wirtschaftliche Interessen zu verfolgen.

(Videoquelle: ARD Weltspiegel vom 26. Juli 2010 via YouTube)

DKB - Weltweit Geld abheben