Kosovarische “potemkinsche Dörfer” zerfallen in sich

Flughafen Pristina/Kosovo, Temperatur frostig, Minus 3 Grad, Wolkendecke, nur gelegentliches Durchbrechen der Sonne -Â diese Abflugwetterdaten treffen aktuell auch auf die gegenwärtige politische Großwetterlage zwischen Deutschland und dem Kosovo zu.
Aus einem abstrakten Anfangsverdacht der kosovarischen Polizei und Staatsanwaltschaft und eines verdeckten BND-Mitarbeiter bewaffnet mit einer Digitalkamera in geheimer, nicht
angemeldete Aufklärung-Mission am Sprengstoff-Anschlag-Tatort ICO/EU SR HQ drei Stunden nachdem der Explosionsrauch verzogen war, haben Kosovo-Politiker ein Exempel statuiert und unverantwortlich einen ungeheuerlichen Vorwurf der Weltöffentlichkiet präsentiert. Allen voran Hashim Thaci, Kampfname “Schlange”, der derzeit amtierende Premierminister des Kosovo mit einschlägiger Vergangenheit, aufgestiegen aus der Guerilla-Welt über die Unterwelt in die Weltpolitik.
Ob zur Gesichtswahrung oder aus tatsächlichen Gründen wird jetzt eine Selbstbezichtigung oder ein Bekennerschreiben einer bislang nicht in Erscheinung
getretenen paramilitärische Organisation vorgelegt, die sich zum Anschlag auf das ICO/EU SR Hauptquartier am 14. November bekennt. Es handele sich um den Auftakt des bewaffneten Kampfes gegen die EU-Mission (EULEX), die zu serbischen Bedingungen arbeiten solle und von den Albanern abgelehnt werde, erklärte die “Armee der Republik Kosovo” heute. “Wir nehmen solche Behauptungen sehr ernst”, sagte der Sprecher des Kosovo Police Service (KPS) Veton Elshani zu der Erklärung der neuen Gruppe.
Die drei Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) mit den Decknamen Andreas Brunken (41), Andreas Jackel (41) und Robert Zoller (47) waren in ihrer Agenten-Legende tätig für die BND-Tarnfirma Logistics Coordination &
Assessment Service Hohenstein & Hagen (LCAS Kosovo Branch) unterwegs mit einem Geländewagen japanischer Bauart mit dem “unauffälligen” deutschen Kennzeichen “M – . ….” für Landkreis München und eingetragenem GmbH-Sitz (HRB 168132 AG München, Geschäftsführer Dipl. Kfm. Michael Hohenstein, Geschäftskonto bei der Dresdner Bank) in der Alten Landstraße 23 in 85521 Ottobrunn (10 km Luftlinie von Pullach entfernt) bei München. Die Dienstleistungen der LCAS GmbH umfassten wörtlich die “Beratung und Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen und Behörden auf dem gesamten Feld der Logistik und Personalgewinnung, Individuelle Auswertung lokaler und internationaler Entwicklungen, situationsgerechte, weltweite Betreuung vor Ort, Optimierung von logistischen Prozessen und Human Ressources, Controlling im Logistik- und Personalsektor”. Die deutschen Nachrichtendienst-Mitarbeiter haben in ihrer Firmenbeschreibung nicht geschummelt, in etwa trifft alles zu, nur das Controlling von Personal stellte sich die kosovarische Staats- und OK-Spitze anders herum vor.
Die BND´ler wurden von kosovarischen Behörden als Täter des Sprengstoff-Anschlags verdächtigt, sie könnten ab jetzt jeder Zeit, wahrscheinlich morgen aus der Untersuchungshaft im Pristina Stadt-Gefängnis frei kommen, denn ein Richterausschuss des Obersten Gerichts hat darüber befunden, so der Präsident des
Bezirksgerichts von Pristina, Anton Lokaj an, ob, wie und wann die Männer freigelassen werden, da diese Kosovo-Richter keinen Haftentlassungs-Beschluss zustande brachten, wird der Fall an den UN-Richter Vinont Bolello (UNMIK Justice) abgetreten, der ab sofort zuständig und morgen entscheidungsfähig sein wird. Allerdings ist im Kosovo morgen ein inoffizieller Feiertag, der albanische Flaggentag, an dem Stimmung in Bevölkerung aufkommt, wie das dann zusammenpasst, wird sich zeigen.
Zeitgleich tagte heute im Deutschen Bundestag in Berlin hinter verschlossenen Türen das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG *) für die Kontrolle der Nachrichtendienste des Bundes und lässt sich von der Bundesregierung und dem Präsidenten des BND, Ernst Uhrlau, über die Ereignisse und das jüngste Engagement des BND im Kosovo unterrichten, dabei wird von der Regierung offiziell zugegeben, dass es sich um BND-Beamte handelt.
Bereits am Samstag, noch bevor die kosovarische Justiz gegen die drei Verdächtigen 30 Tage Untersuchungshaft anordnete, ging der BND von einer Freilassung seiner Beamten aus und wollte eine zivile Maschine im Kosovo landen lassen, um die drei Mitabeiter auszufliegen, was verwehrt wurde.
Die Beweislage gegen die Verdächtigen bricht nun auch subtantiell kriminaltechnisch zusammen, ein türkisches Labor hat keinerlei Sprengstoff-Spuren an der Kleidung und der Ausrüstung der Deutschen nachweisen können. Es gebe “sehr wenig Chancen”, Beweise gegen die drei mutmaßlichen Agenten vorzulegen, hatte das staatliche Kosovo-Fernsehen RTK berichtet. der zuständige Staatsanwalt Feti Tunuzliu räumte ein, dass die Labortests keine Beweise geliefert hätten, will jedoch an der U-Haft bis 22. Dezember festhalten. Das angebliche Beweismittel Videofilm, der einen der deutschen U-Inhaftierten beim Bombenwurf zeigen soll, hat auch ebensowenig stichhaltigen Bestand.
UN-Sicherheitsrat gibt EULEX-Mission der Europäischen Union im Kosovo grünes Licht
Der UN-Sicherheitsrat hat gestern in den Abendstunden der lange blockierten EU-Rechtsstaatsmission im Kosovo EULEX einstimmig zugestimmt. Allerdings dürfen die rund 2.000 europäischen Polizisten, Richter und Verwaltungsexperten nur in Kosovo-albanischen Wohngebieten stationiert werden. In den Kosovo-Regionen mit serbischer Minderheit bleibt weiter die seit 1999 bestehende UN-Kosovo-Verwaltung (UNMIK) zuständig. Die Kosovo-albanische Regierung und auch die Opposition im Kosovo hatten diese Regelung als Beeinträchtigung der Souveränität des seit neun Monaten unabhängigen Landes strikt abgelehnt. Die gestrige UN-Sicherheitsrats-Entscheidung für EULEX fiel einstimmg. Zuvor hatten die Außenminister von Serbien und Kosovo, Vuk Jeremic und Skender Hyseni, vor dem Sicherheitsrat ihre Bereitschaft zur Kooperation mit EULEX versichert. (weiter…)