Archiv für die Kategorie 'EU NAVFOR Somalia'

EU NAVFOR Somalia “Operation Atalanta” – an Bord der griechische Fregatte PSARA (F454), (Video)

Donnerstag, 15. Januar 2009

Atmosphere aboard the PSARA, the Greek warship leading the EU Naval operation against piracy off the Somali coast and in the Gulf of Aden. Commodore Antonios Papaioannou (GR) is the EU Force Commander.

(Bildquelle: U.S. Navy.mil)



Essay im SPIEGEL: “WIR PIRATEN”

Dienstag, 13. Januar 2009

“Der Kampf gegen einen romantischen Mythos”

Im aktuellen SPIEGEL (3/2009, Seiten 130, 131) schreibt Dirk Kurbjuweit ein schönes Essay “WIR PIRATEN” und beginnt:
Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie die nächste Generation von Piratenfilmen aussehen wird” [...] “Das Problem sind die Piratenjäger. Wenn es Deutsche sein müssten, geht eigentlich nur eine Komödie. Da treten dann Marinesoldaten auf, die Paragrafen studieren, bevor sie zur Waffe greifen. Einer hat Freundschaft geschlossen mit einem Piraten, weil er ihn zehnmal verhaftet und an der Küste ausgesetzt hat. Zudem gibt es einen deutschen Staatsanwalt, der in einem Hotel in Dschibuti bei 40 Grad und hoher Luchtfeuchtigkeit herumsitzt und Haftbefehle ausstellt, für die sich die Somalis überschwänglich bedanken, weil sie ihnen die Einreise nach Deutschland möglich machen. Dort bekommen sie schließlich Asyl und werden die Nachfolger Klaus Störtebekers in Nord- und Ostsee.

Das SPIEGEL-Essay ist zwar in der Rubrik Kultur zu finden, fände aber inhaltlich seinen Platz ebenso in Aktuelles aus Politik und Zeitgeschehen. Aus meiner Sicht sehr lesenswert, aus MilGeoBw-Sicht leicht zu korrigieren, derzeit sind die angenehmsten Monate in Djibouti, da die Temperaturen mit rund 23 bis 30 Grad erträglich sind, und aus maritimer Marine-Sicht hat der Autor alles richtig wieder gegeben, außer dass der Kommandant der Fregatte KARLSRUHE (Bild unten) kein Kapitän ist – nur Nicht-Kriegsschiffe haben Kapitäne.

Lieber SPIEGEL und lieber Dirk Kurbjuweit, bitte mehr von diesen Wahrheiten über Bundeswehr-Auslandseinsätze bei hoher Auflage und vielen Lesern, gerne auch im Essay-Format!

(Bildquelle: U.S. Department of Defence.mil, Marine.de)

Somalische Piraten jagen Schweizer Schiff

Sonntag, 21. Dezember 2008

Horn von Afrika statt Matterhorn

Kaum ist die innenpolitische Diskussion in der Schweiz über den Schutz der 35 Schiffe der Schweizer Hochseeflotte durch die Schweizer Armee vor somalischen Piraten am Horn von Afrika entfacht, Soldatenglück.de berichtete darüber, kommt die Meldung “Piraten jagen Schweizer Schiff”.

Das Schweizer Fernsehen berichtet: “Ein Frachter der Schweizer Reederei Enzian ist vor der Küste Somalias offenbar von Piratenschiffen verfolgt worden. Ein Sprecher der Reederei sagte der «NZZ am Sonntag», die Boote hätten Kurs auf das unter Schweizer Flagge fahrende Schiff genommen. Derweil scheint der Bundesrat entschlossen zu sein, Soldaten zum Schutz von Schweizer Frachtern nach Somalia zu entsenden.

Die Räuber seien dem Schweizer Schiff auch eine Zeit lang hinterher gefahren, hätte dann aber später abgedreht, heisst es weiter. [...]

Laut einem Sprecher ist das Aussendepartement (EDA) über den Vorfall informiert worden. Es handle sich um den ersten derartigen Zwischenfall mit Schweizer Beteiligung, von dem man wisse. [...]

Nachdem bereits ein Schweizer Schiff knapp einem Piratenangriff entgangen ist, hat die 35 Schiffe umfassende Schweizer Hochseeflotte um militärischen Schutz gebeten.

Der Bundesrat prüft jetzt eine Beteiligung an der EU-Schutzaktion «Atalanta» mit eigenen Spezialtruppen. Die EU würde dafür auch Schweizer Schiffe eskortieren.”

Mehr im vollständigen Artikel beim Schweizer Fernsehen.ch

(Bilder-, Grafikquelle: Zermatt.ch, Enzian Shipping.ch)

Maritime Security Center der EU NAVFOR Somalia ist online

Samstag, 20. Dezember 2008

Piraten-Lagezentrum goes online

The Maritime Security Centre (Horn of Africa), run by the EU Naval Force (EU NAVFOR) is a Coordination Centre tasked to safeguard merchant shipping operating in the region by preventing and deterring acts of piracy in the Gulf of Aden, off the Horn of Africa and in the Somali Basin. This site provides information and guidance for the shipping community.

Ständig aktualisierte Informationen zur maritimen Lage am Horn von Afrika, im Golf von Aden und an der somalischen Küste und über die neuesten politische Entwicklungen, die Pressemeldungen zur Region und Situation von CNN und BBC sowie die Piratenaktiviäten gegen bestimmte Schiffe direkt aus dem EU NAVFOR Hauptquartier: MSC HOA.eu

Diese neueste Meldung auf MSC HOA.eu verkündet die deutsche Beteiligung an der Operation “Atalanta” und hebt besonders die 90-prozentige Zustimmung des Bundestages hervor:

German BUNDESTAG decides on German ATALANTA mandate

19/12/2008 16.45 GMT
Today the German Parliament, the “Deutscher Bundestag”, has decided on the mandate for the German participation in the EU anti-piracy mission ‘ATALANTA’. The mandate was agreed by a significant majority of almost 90%. The mandate allows a maximum of 1400 troops for one year.

The German Navy will contribute to the operation with the frigate FGS KARLSRUHE, already operating within theatre of operations for some time. Previously, the ship was deployed to the Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2) and will now change to the EUNAVFOR.

FGS KARLSRUHE (F 212) is one of eight Class 122-frigates, built in the eighties. Mainly designed for anti-submarine-warfare, she carries a wide mix of sensors and armament, including two helicopters SEA LYNX MK 88, for a multi-role capability. Displacing 3700 tons, she is 130 metres long and with a propulsion mix of Gas turbines and Diesel engines providing a capability for a top speed of about 30 knots.

Hier ein Video aus dem EU NAVFOR HQ

Auch die Schweiz will sich am Horn von Afrika vor somalischen Piraten schützen (Video)

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Schutz der Deutschen und auch der Schweizerischen Handelsflotte
vor somalischen Piraten

In diesem Jahr hat die Zahl der Überfälle und Schiffsentführungen vor der somalischen Küste stark zugenommen. Etwa einhundert Schiffe wurden angegriffen, rund vierzig davon gekapert. Derzeit befinden sich zahlreiche Schiffe einschließlich ihrer Besatzung in der Gewalt von somalischen Piraten.

Das Mandat für die EU-Mission EU NAVFOR Operation “Atalanta” vor Somalias Küste am Horn von Afrika behandelt der Deutsche Bundestag (Bild oben) in seiner letzten Sitzungswoche vor den Weihnachtsferien. Heute in erster Lesung, um 13:00 Uhr beginnt die erste Beratung des Antrags der Bundesregierung zur deutschen Beteiligung an der EU-geführten Operation Atalanta (16/11337). Die Bundeswehr-Soldaten sollen auch mithelfen, die Schiffe des Welternährungs-programms (WFP) der Vereinten Nationen vor Seeräubern am Horn von Afrika zu schützen. Die endgültige Entscheidung über das Marine-Mandat fällt der Bundestag am Freitag, dem 19. Dezember. Die deutsche Fregatte KARLSRUHE ist schon im Einsatzgebiet und könnte unmittelbar nach dem Beschluss direkt in die Mission starten.
Die Schweizerische Bundes-Regierung in Bern prüft ebenfalls den Einsatz von Schweizer Armee-Soldaten im Seegebiet am Horn von Afrika. Die Soldaten sollen die Schweizerische Hochseeflotte vor Piraten schützen (Link).

Die Schweiz unterhält eine eigene Hochseeflotte, 33 Schiffe mit 598.560 BRZ verkehren auf den Weltmeeren, sechs Reddereien betrieben die Schweizerische Hochseeschiffahrt. Die “Helvetia-Flotte” besteht aus 13 Schüttgutfrachter, 14 Stückgutfrachter (Containerschiffe), 6 Tanker (für Erdöl und Gas), diese Schiffe sind modern und leistungsfähig, sind sie im Durchschnitt nur vier Jahre alt. Mit seiner Tonnage liegt die Schweiz etwa auf Rang 70 der Welthandelsflotte. Zur Kommunikation mit Seeschiffen unterhält die Schweiz eine eigene Küstenfunkstelle: Bern Radio (Rufzeichen HEB).

Das Horn von Afrika ist die wichtigste Schiffahrts-Route zwischen Europa und Asien und auch schweizerische Passierzone sowie bekanntermaßen Piratengebiet. Mit Schnellbooten werden vor der somalischen Küste Frachter und Tanker geentert. Die europäischen Staaten haben EU NAVFOR Operation “Atalanta” gestartet: eine Armada zum Schutz der Handelsschiffe. Recherchen der Nachrichtensendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens haben ergeben, die Schweiz will sich ebenfalls schützen und erwägt den Einsatz der Armee. Die Schweizer Armee verfügt über Heres und Luftwaffen-Kräfte, eine Marine hat das Alpenland ohne Seezugang nicht, das Armee-Aufklärungsdetachement 10 der Teilstreitkraft Heer soll die Schweizerische Hochsseflotte schützen.

Das Armee-Aufklärungsdetachment 10 (AAD 10) in Rivera/Kanton Tessin des Einsatzverbandes Grenadier Kommando 1 (Gren Kdo 1), eine Berufsformation (Berufssoldaten, Armeeaufklärer) der Schweizer Armee, ist die geeignte Einheit dafür, sie nimmt im Rahmen der Armeeaufträge bislang folgende Aufgaben wahr:

Friedensförderung im Ausland:
Beschaffung von Schlüsselnachrichten; Schutz von Truppen, Personen und Einrichtungen.

Subsidiäre Einsätze im Ausland:
Beschaffung von Schlüsselnachrichten; Rettung und Rückführung von Schweizer Bürgern aus Krisengebieten; Schutz von Personen und Einrichtungen bei erhöhter Bedrohung.

Raumsicherung und Verteidigung:
Beschaffung von Schlüsselnachrichten; Suche und Rettung im Kampf; offensive Aktionen.

Soldatenglück.de berichtete mit Artikeln und Videos über EU NAVFOR Somalia.

Hintergrundinformationen: Schweizer Armee.ch, Schweizerisches Fernsehen.ch, Hochseeschiffe unter Schweizer Flagge, Flottenliste.ch, Lloyd’s Register of Shipping.org

(Bild-, Grafikquelle: Dirk Hamel, Soldatenglück.de; Schweizerische Eidgenossenschaft.ch, CIA.gov)



Bundestag stimmt Freitag über EU NAVFOR Operation “Atalanta” ab – Fregatte KARLSRUHE einsatzbereit vor Somalia am Horn von Afrika (Video)

Montag, 15. Dezember 2008

Am Freitag dieser Woche, am letzten Sitzungstag im Jahr 2008 wird der Deutsche Bundestag in namentlicher Abstimmung über die Beteiligung der Bundeswehr an der Anti-Piraten-Mission, der EU geführten EU NAVFOR Operation “Atalanta” debattieren. Die Abgeordneten werden abschließend am 19. Dezember 2008 ab 09:00 Uhr das Thema im Plenum behandeln. Zuvor hatte der Auswärtige Ausschuss eine Beschlussempfehlung abgegeben. Gegen 10.35 Uhr stimmen die Volksverterter namentlich über den Einsatz ab, es wird ein mehrheitliche Zustimmung erwartet.

Als Einsatzraum wird das Seegebiet bis zu 500 Seemeilen vor der Küste Somalias und der Nachbarländer definiert. Dort ist die Bundeswehr bereits mit einer Fregatte (F 218, Mecklenburg-Vorpommern) im Rahmen der Operation “Enduring Freedom” (OEF) im Einsatz, um den Terror zu bekämpfen. Die Fregatte KARLSRUHE (F212) der Marine der Bundeswehr ist bereits in den Gewässern vor Somalia am Horn von Afrika und wird sich nach erfolgter parlamentarischer Zustimmung in den EU-Verband zum Dienstantritt und “Clear for Action!” melden. Hier ein Video von der Rückkehr der KARLSRUHE in den Heimathafen Wilhelmshaven vom letzten internationalen Einsatz bei der Mission der United Nations UNIFIL 2006-2007 an der Küste vor Libanon.

Um vor der Küste von Somalia operierende Piraten abzuschrecken und zu bekämpfen, soll der Bundestag am 19. Dezember der EU-geführten Operation “Atalanta” zustimmen. Bis zu 1.400 Soldatinnen und Soldaten sind für diesen Zweck vorgesehen, schreibt die Bundesregierung in einem Antrag (16/11337). Dabei solle zum einen die durch Piratenüberfälle gefährdete humanitäre Hilfe für die Not leidende somalische Bevölkerung sichergestellt werden. Zum anderen solle die Operation den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen unterbinden und das Völkerrecht durchsetzen. Das Einsatzgebiet umfasst zur See ein Gebiet bis zu 500 Seemeilen vor der Küste Somalias und seiner Nachbarländer. Hinzu komme der Luftraum über diesen Seegebieten. Die Operation “Atalanta” ist vorerst bis Mitte Dezember 2009 angesetzt. Diese Kosten für diese Mission betrügen insgesamt 45 Millionen Euro.

Wie die Regierung weiter schreibt, leben in Somalia etwa 1,1 Millionen Binnenflüchtlinge. Nach UN-Angaben seien ferner 3,25 Millionen Menschen und damit weit über ein Drittel der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Damit gehöre das Land zu den größten humanitären Krisengebieten weltweit. Die deutsche humanitäre Hilfe belaufe sich in diesem Jahr bislang auf 3,6 Millionen Euro; die Not- und Übergangshilfe auf weitere 3 Millionen Euro. Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage hätten viele Hilfsorganisationen ihre Arbeit in Somalia zuletzt stark einschränken oder ganz einstellen müssen. Die humanitäre Hilfe durch Lieferungen des Welternährungsprogramms erfolge zu 90 Prozent auf dem Seeweg. Der Schutz durch die Operation “Atalanta” sei daher für die Versorgung der somalischen Bevölkerung mit Lebensmitteln von “zentraler Bedeutung”, so die Bundesregierung.

Sie erläutert weiter, durch das Seegebiet von Somalia und vor allem durch den Golf von Aden führe außerdem die wichtigste Handelroute zwischen Europa, der arabischen Halbinsel und Asien. Deutschland habe als Exportnation an sicheren Handelswegen ein besonders großes Interesse, zumal es gleichzeitig auf den Import von Rohstoffen angewiesen sei, die zu einem großen Teil auf dem Seeweg ins Land gelangen. Darüber hinaus hätten zahlreiche Kreuzfahrtveranstalter diese Route in ihrer Katalogen, mehrere tausend deutsche Touristen führen jährlich mit Kreuzfahrtschiffen durch den Golf von Aden.

Soldatenglück.de berichtete über EU NAVFOR und Somalia

Hintergrundinformationen: Fregatte KARLSRUHE bei Marine.de
(Textauszüge: Bundestag.de)

Hauptquartier der EU NAVFOR Operation “Atalanta” (Video)

Sonntag, 14. Dezember 2008

Atmosphere shots in the headquarters of the EU naval operation ATALANTA against piracy off the Somali coast. The HQ is at Northwood, UK. The operation Commander is Rear-Admiral Philip Jones.

Hintergrundinformationen: EU NAVFOR Somalia.eu

Krise am Horn von Afrika: Somalia und Äthiopien (Video)

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Die Ursache der Krise am Horn von Afrika erklärt sich an Land in Somalia und in Äthiopien. Die Symptom-Bekämpfung auf See lenkt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von den ursprünglichen und wirklichen Problemen ab. Priaten-Bekämpfung und Schutz der See- und Handelswege ist telegener als hungernde Menschen und Flüchtlings-lager und ungelöste regionale Konflikte – auch am 60. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung. In Somalia leben rund eine Million Flüchtlinge. Zumeist sind sie im eigenen Land auf der Flucht oder kommen aus Äthiopien. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind weit über ein Drittel der somalischen Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Damit gehört das afrikanische Land zu den größten humanitären Krisengebieten der Welt.
Hier das Video des World Food Programme, the UN food aid agency (WFP) “Horn of Africa Crises“.

Weitere Informationen zur Lage in Somalia: International Crisis Group.org

(Hintergrundinformationen und Grafikquelle: World Food Programme.org)

Clear for Action! Bundeskabinett billigt Marine-Einsatz bei EU NAVFOR Somalia mit robusten Mandat

Mittwoch, 10. Dezember 2008

EU NAVFOR is to be seen in the context of the EU’s global and comprehensive approach to the Somali crisis, covering its political, security and humanitarian aspects.

Heute hat auch das deutsche Bundeskabinett die Teilnahme der Bundeswehr an dieser weiteren EU-Mission im Rahmen der European Security and Defence Policy (ESDP) gebilligt. Die Deutsche Marine wird die Mission EU NAVFOR Somalia (Operation “Atalanta”) der Europäischen Union, den Anti-Piraten-Einsatz an der somalischen Küste mit robusten Mandat unterstützen. Der Deutsche Bundestag wird am 19. Dezember, seinem letzten Sitzungstag im Jahr 2008 per Abstimmung darüber entscheiden und den EU-Beschluss national umsetzen.

Bis zu 1.200 Soldaten der EU NAVFOR nehmen für vorerst 1 Jahr an der EU NAVFOR (Operation “Atalanta”) teil, der deutsche Personal-Beitrag besteht mindestens aus der Besatzung einer Fregatte. Das Mandat beinhaltet die Abschreckung, Verhütung und Beendigung seeräuberischer Handlungen oder bewaffneter Raubüberfalle auf See vor der somalischen Küste sowie den Schutz des World Food Programme (WFP) für Somalia, auch die Eskortierung der Schiffe des WFP ist vorgesehen. An Bord der WFP-Schiffen werden bewaffnete EU NAVFOR-Eskorten mitfahren, im Golf von Aden werden besonders verwundbare Schiffe in Konvois zusammengefasst. Anders als bei OEF können alle “erforderliche Maßnahmen” einschließlich des Einsatzes von Waffen-Gewalt ergriffen werden. Durch das Seegebiet vor Somalia und den Golf von Aden führt die wichtigste Handelsroute zwischen Europa, der arabischen Halbinsel und Asien. Die EU NAVFOR Operation “Atalanta” schützt auch den zivilen Schiffverkehr auf dortigen Handelswegen. Mit “Atalanta” sollen Geiselnahmen und Lösegeldforderungen unterbunden und das Völkerrecht durchgesetzt werden.

Die zusätzlichen Ausgaben für diese neue Aufgabe der Bundeswehr belaufen sich für das laufende Haushaltsjahr 2008 auf bis zu 1,9 Millionen Euro und 2009 auf bis zu 43,1 Millionen Euro. Mit dem zu erwartenden Bundestags-Mandat setzt Deutschland auf Rechtsgrundlage für die Bundeswehr-Auslandseinsatz einen EU-Beschluss um, der die UN Sicherheitsrats-Beschlüsse 1814 (2008), 1816 (2008), 1838 (2008) und 1846 (2008) unterstützt bzw. umsetzt.

Die Fregatte KARLSRUHE (BREMEN-Klasse, Bild unten) des 4. Fregattengeschwaders der Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven mit einer Besatzungsstärke von 219 Marine-Soldatinnen und -Soldaten ausgerüstet mit dem Bordhubschrauber SEA LYNX MK 88 operiert in der Seeregion und könnte unmittelbar nach dem Bundestagsbeschluss im Einsatzgebiet in die multi-national EU-Militärsoperation integriert werden. Die EU hatte die Mission am Montag bereits gestartet. Insgesamt werden sechs Kriegsschiffe und drei Aufklärungsflugzeuge eingesetzt. Neben Deutschland beteiligen sich noch sieben weitere Staaten an der Mission.

Der Befehlshaber/Operation Commander (Bild unten mit EU SR Javier Solana) der EU NAVFOR ist Rear Admiral Phillip Jones (UK), Commodore (Bild unten mit dem britischen Raer Admiral) Antonios Papaioannou (GR) ist der EU Force Commander. Das EU Operational Headquarters ist in Northwood, United Kingdom.

(Bilderquelle:
Ministre de la Defence.fr, Deutsche Marine.de, Europäischer Rat.eu, CIA.gov)