Archiv für die Kategorie 'EU NAVFOR Somalia'

BERLIN verlegt ans Horn von Afrika

Dienstag, 24. Januar 2012

Wenn am Samstag, den 28. Januar um 11 Uhr, auf dem Einsatzgruppenversorger (EGV) “Berlin” das Kommando “Alle Leinen los und ein!” ertönt, verlässt die größte Einheit der Deutschen Marine ihren Heimatstützpunkt Wilhelmshaven. Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Martin Waldmann (48) wird die 230-köpfige Besatzung nach einem 14-tägigen Transit die Fregatte “Lübeck” bei der Operation “Atalanta” ablösen.

Mit der “Berlin” wird erstmals ein Einsatzgruppenversorger der Deutschen Marine zur Operation “Atalanta” entsandt. Gemessen an dem Auftrag verfügt die “Berlin” über das Fähigkeitsspektrum einer Fregatte. Zusätzlich befindet sich an Bord des EGV ein Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ). Das MERZ befähigt die “Berlin” zur medizinischen Versorgung in See auf dem Niveau eines Kreiskrankenhauses.

Zur Erfüllung ihres Auftrages wird die “Berlin” durch zusätzliches Personal unterstützt. Neben einem Boarding Sicherungsteam (BST) und einem Vessel Protection Detachment (VPD) befinden sich für den Einsatzzeitraum auch eine Bordfacharztgruppe, ein Rechtsberater sowie Feldjäger und ein Sprachmittler an Bord. Weiterhin wird die “Berlin” durch zwei Bordhubschrauber vom Typ “Sea King” des Marinefliegergeschwaders 5 aus Kiel verstärkt.

Hintergrundinformationen

Der Deutsche Bundestag hat am 1. Dezember 2011 beschlossen, sich weiterhin für die Dauer eines Jahres mit einem signifikanten Beitrag an der Bekämpfung der Piraterie vor der somalischen Küste zu beteiligen.

Die EU-geführte Operation “Atalanta” hat zum Ziel, den humanitären Zugang nach Somalia durch Schutz von Schiffen des Welternährungsprogrammes (WEP) und der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) sicherzustellen. Aktive Piraten vor der Küste Somalias und seinen Nachbarländern sollen abgeschreckt und die Seeräuberei eingedämmt werden.

Die Operation soll zum einen die durch Piratenüberfälle gefährdete humanitäre Hilfe für die Not leidende somalische Bevölkerung sicherstellen. Zum anderen trägt die Operation dazu bei, den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen zu sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen zu unterbinden und das Völkerrecht durchzusetzen.

(Bild-, Textquelle: Marine.de, Foto: Einsatzgruppenversorger BERLIN in Fahrt)



EU will Anti-Piraten-Mission ausweiten (Video)

Samstag, 31. Dezember 2011

Die EU denkt darüber nach ihre Anti-Piraten-Mission vor Somalia auszuweiten. Die EU-Marinesoldaten sollen die Piraten auch am Strand aus der Luft zu bekämpfen. Doch die Eskalationsgefahr ist groß.

Soldatenglück.de berichtete zuletzt am 30. Dezember 2011 “Effektive Bekämpfung somalischer Piraten” – Klartext von Generalleutnant a.D. Hans-Heinrich Dieter und am 29. zum Thema: Horn von Afrika: EU will Piraten an Land bekämpfen und regelmäßig in der Rubrik Auslandseinsätze/EU-Missionen/EUNAVFOR Somalia.

(Videoquelle: ZDF heute vom 29.12.2011;
Bildquelle: Marine.de)

Horn von Afrika: EU will Piraten an Land bekämpfen

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Die Piraten am Horn von Afrika sollen offenbar künftig auch an Land bekämpt werden, “Land” meint “Strand”.

Die Führung des EU-Militäreinsatzes EUNAVFOR Operation ATALANTA erarbeite entsprechende Pläne, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z) und meint mit Land “am Strand”. Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird wiedergegeben mit der Wertung: “Mit den bisherigen Maßnahmen auf See ist kein Ende der Piraterie in Sicht.”

Das deutsche Verteidigungsministerium habe daie EU-Planungen bestätigt, demnach sollen künftig Soldaten von EU-Staaten identifizierte Piraten-Boote und deren Versorgungs-Skiffs sowie Seeräuber-Logistik an den Stränden Somalias zerstören können.

Für die an der ATALANTA EU-Mission beteiligte Bundeswehr (Marine) wäre aber eine Mandatsänderung bzw. -erweiterung durch den Deutschen Bundestag notwendig, um solche Einsätze auszuführen.

Auch wenn die deutsche Marine in der EU-Mission mittlerweile Piratenboote und deren Versorgungsskiffs versenkt und die Piraten mit einem Schlauchboot an die somalische Küste zurück schickt, so kann von einer Eindämmung der Piraterie keinesfalls gesprochen werden, das belegen die Zahlen der anhaltenden Überfalle und gelungenen Kaperungen mit Lösegeld-Erfolgen für die somalische Piarterie-Industrie, die auch in London/GB sowie in Deutschland Informanten und Gewährsmänner sitzen hat.
Das politisch-gebremste “Katz und Maus-Spiel” auf See mit Millionenausgaben deutscher Euros ist gegenwärtig mehr eine schön-teure Übung für deutsche Marinekräfte als die ernsthafte Bekämpfung der international organisierten Piratenkriminalität zum verlustreichen Nachteil der deutschen Seeschifffahrt. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) schreibt: Seeleute schützen! Piraterie ist ein Gewaltverbrechen. Leib und Leben der Seeleute müssen geschützt werden”, und weiter: “Die akute Bedrohung der Seeleute durch Piraten hält an. Insbesondere im Golf von Aden und im Indischen Ozean sind Seeleute rund um die Uhr von brutalen Geiselnahmen durch somalische Piraten, die bei ihren Angriffen auf die friedliche Handelsschifffahrt Mord billigend in Kauf nehmen, bedroht.”

Zum F.A.Z.-Artikel von Stephan Löwenstein: Piraten in Somalia Die Hintermänner sitzen an Land, der auch den F.A.Z.-Blog “Zur Sicherheit” betreibt.

(Bilderquellen: EUNAVFOR.eu, Marine.de;
Kartengrafikquelle: CIA.gov, Afrika mit Somalia am Horn am Golf von Aden und am Indischen Ozean)

Hintergrundinformationen: EUNAVFOR.eu

Flagschiff BAYERN auf Heimatkurs von Anti-Piraterie-Mission EU NAVFOR Somalia

Montag, 19. Dezember 2011

Nach der Teilnahme an der EU-geführten Anti-Piraterie-Mission “EU NAVFOR Atalanta” kehrt die Fregatte “Bayern” am 22. Dezember zurück nach Wilhelmshaven. Begleitet von den Klängen des Marinemusikkorps Nordsee heißt es in Wilhelmshaven um 10 Uhr “Leinen über und fest”.

Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Andreas-Peter Graf von Kielmansegg (44) hat die 242-köpfige Besatzung der “Bayern” in den vergangenen fünf Monaten zur erfolgreichen Eindämmung der Piraterie am Horn von Afrika und im Golf von Aden beigetragen.

Mit der Fregatte “Bayern” als Flagschiff des maritimen EU-Einsatzverbandes stellte die Deutsche Marine erstmals ein Führungsschiff mit eingeschifftem Stab unter der Führung des deutschen Flottillenadmirals Thomas Jugel (53) für die Land-, See- und Seeluftstreitkräfte der EU-Operation “Atalanta”.

Flottillenadmiral Jugel ist stolz und sehr zufrieden auf das Geleistete: “Der Hauptauftrag wurde zu 100 Prozent erfüllt, denn die humanitäre Hilfe des Welternährungsprogramms erreichte die Häfen der Region dank des Schutzes des maritimen Einsatzverbandes ohne jede Beeinträchtigung. Auf der anderen Seite haben wir erfolgreich zur Reduzierung der Piraterie beigetragen – denn deren “Erfolgsrate” ist derzeit so gering wie selten zuvor”.

Während der feierlichen Zeremonie zur Kommandoübergabe am 6. Dezember bedankten sich neben dem Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, dem Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, auch der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière, für das Engagement und die sehr hohe Motivation der Besatzung der Fregatte “Bayern”.

Nun freuen sich die Besatzungsmitglieder darauf, im Kreise ihrer Angehörigen Weihnachten zu feiern.

Hintergrundinformationen

Der Kommandant der Fregatte “Lübeck”, Fregattenkapitän Martin Ruchay (43), übernahm die nationale Führung vor Ort. Deutschland wird in den nächsten Monaten mit der Besatzung der Fregatte “Lübeck” sowie der Crew eines Seefernaufklärungsflugzeugs vom Typ P-3C Orion vertreten sein.

Der Deutsche Bundestag hat am 19. Dezember 2008 beschlossen, dass sich Deutschland an der Anti-Piraterie-Mission der Europäischen Union beteiligen wird. Diese erste maritime Mission der Europäischen Union heißt EU NAVFOR/Operation Atalanta. Die Operation “Atalanta” wurde am 1. Dezember 2011 durch den Deutschen Bundestag um ein weiteres Jahr bis Dezember 2012 verlängert.

Zeitgleich sollen seitens der truppenstellenden Nationen jeweils mindestens drei Kriegsschiffe, ein Unterstützungsschiff sowie drei Seefernaufklärer der Operation “Atalanta” unterstellt werden. Insgesamt haben neun EU-Nationen Beiträge zugesichert, darunter unter anderem Frankreich, Griechenland, Niederlande und Portugal.

Die Europäische Union verfolgt mit dieser Operation das Ziel, die Piraten am Horn von Afrika und im Seegebiet bis zu 500 Seemeilen vor der Küste Somalias und seiner Nachbarländer abzuschrecken und die Seeräuberei einzudämmen.

Vorrangig werden die Schiffe für das Welternährungsprogramm (WEP) geschützt, darüber hinaus auch andere Schiffe mit humanitären Hilfsgütern, Schiffe unter EU-Flagge, Schiffe teilnehmender Nationen und andere Fahrzeuge im Rahmen vorhandener Möglichkeiten.

In diesem Jahr wurden vor der Küste Somalias deutlich weniger erfolgreiche Kaperungen von Piraten registriert, obwohl die Anzahl der Angriffe auf zivile Handelsschiffe in den vergangenen drei Jahren nahezu unverändert blieb. Wurden 2009 und 2010 noch 50 Schiffe durch Piraten gekapert, so wurden in diesem Jahr bislang nur 20 erfolgreiche Angriffe registriert.

Zum einen halten sich immer mehr Reeder ziviler Handelsschiffe an die Empfehlungen des Atalanta-Hauptquartiers im britischen Northwood, nur angemeldet und nach Möglichkeit im Konvoi das gefährliche Seegebiet vor der Küste Somalias zu passieren.

Zum anderen haben die Seeleute der Frachtschiffe passive Schutzmaßnahmen ergriffen, um mit eigenen Mitteln Angriffe abwehren zu können. Und letztlich haben auch die veränderten Einsatzregeln der Operation zu mehr Sicherheit beigetragen.

Seit Mai dieses Jahres gilt ein robusteres EU-Mandat, dessen Rules of Engagement erlauben es, Piraten auch dann noch zu verfolgen, wenn diese einen Angriff aufgrund der Präsenz der Kriegsschiffe erfolglos abbrechen mussten. Außerdem dürfen die Atalanta-Einheiten verdächtige Schiffe durchsuchen.

Momentan hat der spanische Kapitän zur See Jorge Manso das Kommando über die Task Force 456.

Soldatenglück.de berichtete am 11. Dezember 2011: Bundeswehr – Was tun gegen Piraten vor Somalia? (Video).

(Text-, Bildquelle: Marine.de;
Bilderquelle, Grafik unten: EU NAVFOR.eu)

Hintergrundinformationen: Fregatte BRANDENBURG-Klasse (123), EU NAVFOR Somalia Operaton ATALANTA

Bundeswehr – Was tun gegen Piraten vor Somalia? (Video)

Sonntag, 11. Dezember 2011

Eigentlich soll die Bundeswehr die Wasserwege vor Somalia sichern. Doch ihr fehlen Kompetenzen im Kampf gegen Piraten. Braucht die Bundeswehr ein neues Mandat?

Für die somalischen Piraten hat die „Saison“ gerade erst begonnen. Der Südostmonsun mit seinen starken Winden, die auch regelmäßig zum Sturm werden und einen Seegang bis zu vier Metern verursachen, ist vorüber. Insbesondere die Übergangsphase, aber auch der jetzt eingesetzte und mit seinen bis zu sechs Windstärken etwas gemäßigtere Nordwestmonsun machen es den Piraten einfacher, weit entfernt von der somalischen Küste zu operieren und auf zivile Handelsschiffe zu warten.

“„Die Piraten haben ihren Aktionsradius immer mehr ausgeweitet, mittlerweile auf über 1.000 Meilen vor der somalischen Küste bis nach Indien und in die Straße von Madagaskar. Hinzu kommt, dass Piraten nun sogar Schiffe vor den Häfen von Oman überfallen, also nicht nur auf hoher See“”, so Kapitän zur See Marco von Kölln, Leiter der Einsatzzentrale Maritime Security Center bei EU NAVFOR . Dass die Piraten mit der Ausweitung ihres Aktionsradius in den zurückliegenden zwölf Monaten Erfolg hatten, zeigen exemplarisch drei erfolgreiche Schiffsentführungen:

  • Im Golf von Oman (M/V Star of Abu Dhabi, 30. Januar 2011, 1.475 Seemeilen von Haradeere an der somalischen Ostküste entfernt),
  • unweit der indischen Westküste (M/V Jahan Moni, 5. Dezember 2010, 1.450 Seemeilen von Haradeere entfernt) oder
  • direkt vor der Küste Mozambiks (M/V Vega 5, 28. Dezember 2010, 1.750 Seemeilen von Haradeere entfernt).

Neben dem erweiterten „Operationsgebiet“ hat auch die Zahl der Angriffe von Jahr zu Jahr zugenommen. Waren es 2009 noch 117 und im Folgejahr 127, sind es in diesem Jahr bereits auf 140 Angriffe. Das Tankschiff Liquid Velvet wurde am 31. Oktober im Golf von Aden entführt und ist das jüngste Opfer von Piraterie am Horn von Afrika. Es ist das 24. Schiff, das in diesem Jahr in die Hände somalischer Piraten gefallen ist.

Da neben der EU NAVFOR Operation Atalanta über 50 Staaten und internationale Organisationen im Rahmen von Anti-Piraterie-Maßnahmen am Horn von Afrika engagiert sind, ist erheblicher Koordinierungsaufwand erforderlich. Das wichtigste Treffen hierzu sind die regelmäßigen Shared Awareness and Deconfliction (SHADE)-Konferenzen in Bahrain. Die gute Koordination aller Beteiligten, der zunehmend bessere Schutz der Handelsschiffe – unter anderem mit Stacheldraht und Schutzräumen für die Besatzung – und das Einschiffen von Sicherheitsteams zeigen Erfolg. „Im Jahr 2010 wurden 47, und im Jahr 2009 46 Schiffe bei einer ähnlichen Anzahl von Attacken entführt. In diesem Jahr sind es 24. Das zeigt, dass die Erfolgsquote der Piraten in diesem Jahr nahezu halbiert wurde“, zieht Commander Harrie Harrison, Sprecher von EU NAVFOR, eine vorläufige Bilanz des laufenden Jahres.

(Video- und Textquelle: ZDF Berlin direkt, 11.12.2011 via Youtube; Textquelle kursiv: Bundeswehr.de; “Atalanta: Aktionsradius der Piraten hat sich ausgeweitet”; Bildquelle: Vor der Somalischen Küste patrouilliert die Fregatte HAMBURG die Gewässer. Dabei wurden zwei Boote, ein Skiff und ein Walfänger, entdeckt, die mit Kiel nach oben im Wasser schwammen. Der Kommandant der Fregatte HAMBURG entschied beide Boote zu zerstören, damit sie nicht von Piraten genutzt werden können. Die Bundeswehr sendet seit 2008 Soldaten in den Anti-Piraterie-Einsatz am Horn von Afrika. Im Rahmen der EU-geführte Mission ist auch die Fregatte Hamburg vor Ort eingesetzt. ©Bundeswehr/Laudan Aufnahmedatum:14.12.2010 Bestimmte Rechte vorbehalten)



Fregatte “Köln” kehrt vom “Atalanta”-Einsatz zurück

Dienstag, 6. Dezember 2011

Wilhelmshaven (ots) – Nach ihrem Einsatz bei der EU-geführten Anti-Piraterie-Mission “EU NAVFOR ATALANTA” kehrt die Fregatte “Köln” am 9. Dezember in ihren Heimathafen zurück. Unter den Klängen des Marinemusikkorps Nordsee wird das Schiff um 10 Uhr im Marinestützpunkt Wilhelmshaven festmachen.

Im August hatte die “Köln” unter dem Kommando von Fregattenkapitän Christopher Karow (44) mit rund 220 Besatzungsmitgliedern von der Heppenser Groden abgelegt.

Im Hafen von Djibouti übertrug der Kommandeur der Task Force 465, Flottillenadmiral Thomas Jugel, am 13. November das Kommando über die Fregatte “Köln” an Fregattenkapitän Kurt Leonards (43).

Fregattenkapitän Leonards resümiert den zurückliegenden Einsatz der “Köln” mit zufriedenen Worten: “Hinter uns liegt ein ereignisreicher Einsatz. Dort wo Marineschiffe kontinuierlich patrouillieren, hat die Piraterie signifikant abgenommen. Der Golf von Aden ist dafür das beste Beispiel.”

Mehr als 75 Prozent ihres Einsatzes verbrachte die “Köln” zur Auftragserfüllung auf See. Zur Nachversorgung wurde neben der Hafenstadt Djibouti auch der Hafen von Mombasa (Kenia) angelaufen.

Im November verließ die “Köln” das Einsatzgebiet am Horn von Afrika und begab sich auf den Heimweg. Nun freuen sich die Besatzungsmitglieder darauf, im Kreise ihrer Angehörigen Weihnachten zu feiern.

Hintergrundinformationen

Der Deutsche Bundestag hat am 1. Dezember 2011 beschlossen, sich weiterhin für die Dauer eines Jahres mit einem signifikanten Beitrag an der Mission am Horn von Afrika zu beteiligen.
Die Operation trägt dazu bei, den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen zu sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen zu unterbinden und das Völkerrecht durchzusetzen. Die “Köln” brachte im Einsatzgebiet vor der Somalischen Küste mehrere Mutterschiffe der Piraten auf. Insgesamt 42 Piraterieverdächtige wurden an der Küste den somalischen Behörden zur Ermittlung übergeben. Bei den Seepatrouillen kam das Boarding-Team der “Köln” sieben Mal zum Einsatz, um durch Durchsuchen von Booten Piraterieverdächtige zu überführen.


Sechs solcher Boote wurden von der “Köln” versenkt. Zwei von Piraten festgenommene jemenitische Geiseln wurden mit ihrem Boot sicher wieder an Land gebracht. Darüber hinaus rettete die Köln im Oktober fünf in Seenot geratene Fischer im Indischen Ozean, fand aber auch im November zwei verdurstete Seeleute auf einem Fischerboot östlich der somalischen Küste. Nicht zuletzt beteiligte sich die “Köln” zusätzlich für den Zeitraum von zwei Wochen an der Operation Active Endeavour (OAE). Zum 31. Juli 2012 wird die Fregatte “Köln” als erstes Schiff der “Bremen”-Klasse (F 122) außer Dienst gestellt. Dadurch soll zum einen eine personelle Reserve geschaffen, zum anderen finanzielle Ressourcen eingespart werden. Die Marine trägt so zur Konsolidierung des Bundeswehrhaushalts bei. Gleichzeitig wird die operationelle Verfügbarkeit der verbleibenden Fregatten bis zum Zulauf der neuen Fregatten der “Baden-Württemberg”-Klasse (Klasse F 125) ab dem Jahr 2016 erhöht.

Die Fregatten der “Bremen”-Klasse sind mittlerweile fast drei Jahrzehnte im Dienst der Marine. Die “Köln” wurde am 19. Oktober 1984 in Dienst gestellt. Nach ursprünglicher Planung sollten die Schiffe dieser Klasse schrittweise ab 2013 außer Dienst gestellt werden.

(Bildquelle: PIZ Marine, Fregatte K…LN, Björn Wilke, Fregatte “Köln” kehrt vom “Atalanta”-Einsatz zurück, 6.12.2011; Textquelle kursiv: PIZ Marine 6.12.2011)

Marine-Fregatte LÜBECK auf dem Weg ans Horn von Afrika zur europäischen Anti-Piraten-Mission

Dienstag, 15. November 2011

 

Fregatte “Lübeck” verlässt am 18. November den Marinestützpunkt Wilhelmshaven in Richtung Horn von Afrika. Unter den Klängen des Marinemusikkorps Nordsee wird das Schiff um 11.30 Uhr von der Pier ablegen.

Das unter dem Kommando von Fregattenkapitän Martin Ruchay (43) stehende Schiff wird nach einem 14-tägigen Transit die derzeit im Einsatzgebiet befindliche Fregatte “Bayern” ablösen.

Fregattenkapitän Ruchay wird Kommandeur des 10. Deutschen Einsatzkontingentes und übernimmt das Kommando am 6. Dezember vom derzeitigen Kontingentführer, Flottillenadmiral Thomas Jugel.

Hintergrundinformationen

Die EU-geführte Operation “Atalanta” hat zum Ziel, den humanitären Zugang nach Somalia durch den Schutz von Schiffen des Welternährungsprogrammes (WEP) und der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) sicherzustellen sowie die Piraten vor der Küste Somalias und seiner Nachbarländer abzuschrecken und die Seeräuberei einzudämmen.

Die Operation trägt dazu bei, den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen zu sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen zu unterbinden und das Völkerrecht durchzusetzen.

Die Deutsche Marine übernahm am 13. August die Führung der Task Force 465. Der maritime Einsatzverband steht zurzeit unter der Leitung von Flottillenadmiral Thomas Jugel (53). Im Dezember 2011 wird die Spanische Marine das Kommando über die Task Force 456 übernehmen.

(Bild-, Textquelle: Marine.de, Fregatte LÜBECK F214, Besatzung in Passieraufstellung)

Hintergrundinformationen: EU NAVFOR.eu

EU NAVFOR Somalia: Deutsche Fregatte KÖLN beschiesst und versenkt vor Tansania Piraten-Boote (Bilder)

Samstag, 5. November 2011

Aufgespürte Piraten werfen Waffen und Panzerfäuste (RPG) über Bord

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet aus dem Einsatzgebiet EU NAFVOR Somalia Operation ATALANTA von der Ostküste Afrikas vor Tansania:
Boardingeinsatz der Fregatte Köln vor der Küste Tansanias
Berlin/Djibuti, 04.11.2011, Stand: 18.30 Uhr.

Am 4. November gegen 11:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) klärte die Fregatte Köln etwa 60 Seemeilen vor der Küste Tansanias ein vermutliches Piraten- Mutterschiff und ein Motorboot auf.

 

Bei Annäherung der Fregatte Köln an das Motorboot wurde festgestellt, dass Waffen und Leitern durch die Besatzung über Bord geworfen wurden. Nach dem Boardingeinsatz und der Durchsuchung beider Boote wurden insgesamt sieben piraterieverdächtige Personen an Bord der deutschen Fregatte verbracht. Anschließend wurden beide Boote versenkt.

Die piraterieverdächtigen Personen werden mit der Fregatte Köln zur somalischen Küste gebracht und dort abgesetzt. Der Vorfall ist noch nicht abgeschlossen.

Einstellzeit: 19.15 Uhr (Zitatende)

Aktualisierung, 6. November 15.30 Uhr
Am 6. November gegen 8.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) sind die sieben Piraterieverdächtigen sicher an der Somalischen Küste abgesetzt worden.

Der Vorfall ist abgeschlossen.

Einstellzeit: 16.30 Uhr (Zitatende)

EU NAVFOR meldet heute (05.11.211) mit dem Beweisfoto einer über Piraten-Skiff-Bord fliegenden Panzerfaust:
EU NAVFOR warship FGS KOELN disrupts and sinks Pirate Action Group
On 4 November 2011, following a coordinated search and detection by a French Maritime Patrol and Reconnaissance aircraft, the German warship FGS KOELN, operating as part of the EU NAVFOR, disrupted a pirate action group comprising a whaler and skiff, 50 nautical miles off the coast of Tanzania. On detection, the suspect pirates jettisoned their pirate equipment overboard and were detained without resistance. They have been transferred onboard FGS KOELN and the two pirate boats sunk, preventing their use against merchant shipping in the area.

Suspect pirate jettisons an RPG warhead (Zitatende)

[Textquellen kursiv bzw. englisch: Bundeswehr.de; EU NAVFOR.eu;
Bilderquellen: Marine.de, am 4. November gegen 11:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) klärte die Fregatte Köln etwa 60 Seemeilen vor der Küste Tansanias ein vermutliches Piraten- Mutterschiff und ein Motorboot auf. Nach dem Boardingeinsatz und der Durchsuchung beider Boote wurden insgesamt sieben piraterieverdächtige Personen an Bord der deutschen Fregatte verbracht. Anschließend wurden beide Boote versenkt;
EU NAVFOR Somalia.eu, Suspect pirate jettisons an RPG warhead]

Hintergrundinformationen: European Union Naval Force Somalia – Operation Atalanta (EU NAVFOR)

Seeverkehr wächst um 6,4 Prozent im 1. Halbjahr 2011 – Piratengefahr anhaltend

Dienstag, 4. Oktober 2011

In der Fahrtregion Asien/Australien kam es im ersten Halbjahr 2011 zu deutlichen Ratensenkungen von – 22,8 Prozent

Im ersten Halbjahr 2011 nahm der Güterumschlag der Seeschifffahrt gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,4 % zu. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden 144,1 Millionen Tonnen Güter in deutschen Seehäfen umgeschlagen. Allerdings hatte der Seegüterumschlag im Zeitraum Januar bis Juni 2008 – vor der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise – einen Wert von 162,4 Millionen Tonnen erreicht. Damit lag der Seeverkehr im ersten Halbjahr des Jahres 2011 trotz der seit eineinhalb Jahren zu verzeichnenden Erholung immer noch etwa 11 % unter seinem damaligen Höchstwert.

Das Wachstum des Seegüterumschlags in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 beruhte auf Zunahmen sowohl beim Empfang aus dem Ausland (+ 5,9 %) als auch beim grenzüberschreitenden Versand (+ 7,6 %).

Wesentlich positiver als der Gesamtumschlag entwickelte sich der Containerverkehr. Hier kam es – in TEU gemessen – gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 zu einer Zunahme um über 20 Prozent auf jetzt 7,5 Millionen TEU. In absoluten Zahlen am stärksten gewachsen ist dabei der Containerverkehr mit China mit einem Plus von knapp 250 000 TEU. An zweiter Stelle folgt Russland (+ 218 000 TEU), an dritter die USA (+ 123 000 TEU). Auch im Containerumschlag erreichten die deutschen Seehäfen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau. Im ersten Halbjahr 2008 lag der Containerumschlag bei 7,9 Millionen TEU, womit er aktuell seinen damaligen Höchstwert immer noch um knapp 5 % unterschreitet.

Der Index der Seefrachtraten in der Linienfahrt, der die Preisentwicklung der von den deutschen Unternehmen für Im- und Exporte in Anspruch genommenen Seeverkehrsleistungen zeigt, lag im ersten Halbjahr 2011 um 5,4 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraumes. Während die Frachtraten in der einkommenden Linienfahrt um 13,4 % sanken, stiegen sie in der ausgehenden Linienfahrt um 8,7 %.

Der Index der Seefrachtraten wird auf Eurobasis berechnet. Da 75 % der Frachtraten in US-Dollar gemeldet werden, hatte der im ersten Halbjahr 2011 um 5,5 % gesunkene Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro eine preisdämpfende Wirkung.

In der Fahrtregion Asien/Australien kam es im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2010 zu deutlichen Ratensenkungen (- 22,8 %). Dagegen stiegen die Frachtraten in der Amerikafahrt um 28,1 %, wobei hier der Anstieg bei der ausgehenden Fahrt mit 42,8 % deutlich höher ausfiel als bei der einkommenden Fahrt (+ 9,6 %). In der Europafahrt lagen die Frachtraten um 6,3 % höher. Das durchschnittliche Frachtratenniveau für Transporte von und nach Afrika sank dagegen um 1,3 %. (Zitatende)

(Textquelle: Statistisches Bundesamt, destatis.de;
Bidquelle: Marine.de, das Mutterschiff von mutmaßlichen somalischen Piraten wird von Boardingkräften auf Waffen und Leitern durchsucht, Bundeswehr-Melkung “Atalanta: Boarding von Piratenschiffen (Aktualisierung). Seit 2008 engagiert sich die Bundeswehr in der Mission “EU NAVFOR Operation ATALANTA” vor der Küste Somalias. Die Deutsche Marine bekämpft die Piraterie am Horn von Afrika und schützt internationale See- und Handelsrouten, zuletzt haben die Fregatten KÖLN und BAYERN Piraten aufgespürt und deren Schnell- und Versorgungsboote versenkt.]

Kritik an Schutzmaßnahmen gegen Piraten (Video)

Samstag, 20. August 2011

Vor allem vor der Küste Somalias sind Schiffe seit Jahren von Piraten bedroht. Jetzt sollen schwer bewaffnete private Sicherheitskräfte deutsche Schiffe schützen – doch die Idee stößt auf Kritik.

(Video- und Textquelle kursiv: ZDF Heute Journal 19.8.2011 via Youtube; Bildquelle: Vor der Somalischen Küste patrouilliert die Fregatte HAMBURG die Gewässer. Dabei wurden zwei Boote, ein Skiff und ein Walfänger, entdeckt, die mit Kiel nach oben im Wasser schwammen. Der Kommandant der Fregatte HAMBURG entschied beide Boote zu zerstören, damit sie nicht von Piraten genutzt werden können.Im Bild: Soldat greift zum Funkgerät um Bericht an die Fregatte HAMBURG zu funken.Die Bundeswehr sendet seit 2008 Soldaten in den Anti-Piraterie-Einsatz am Horn von Afrika. Im Rahmen der EU-geführte Mission ist auch die Fregatte Hamburg vor Ort eingesetzt..©Bundeswehr/Laudan Aufnahmedatum:14.12.2010 Bestimmte Rechte vorbehalten)