NATO-Report: Pakistans Geheimdienst unterstützt Taliban
Mittwoch, 1. Februar 2012Neuigkeiten sind das gerade nicht, die der aktuelle NATO-Report über die Beziehungen zwischen den radikal-islamischen Taliban und dem pakistanischen Geheimdienst ISI berichtet. Wie sonst hätten sich die Gotteskrieger seit über zehn Jahren im pakistanischen Grenzgebiet zurückziehen können? Dennoch kann der Bericht selbstverständlich nur beunruhigen. Denn wenn es stimmt, dass sich die Taliban derzeit mit Anschlägen zurückhalten, um den Abzug der ISAF-Truppen nicht zu verzögern, umgekehrt aber dort, wo die ISAF bereits abgezogen ist, rege mit afghanischen Sicherheitskräften kooperieren, dann wäre dieser Einsatz ein einziger Misserfolg. Alle Errungenschaften, vor allem aber alle Opfer, wären umsonst. Aber das wird dann der nächste Bericht aufarbeiten. (Zitatende)
Kommentiert die “Märkische Oderzeitung” aus Frankfurt/Oder.
Soldatenglück.de merkt an: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere sprach heute bei einer Diskussionveranstaltung der Atlantik-Brücke in Berlin (“Sicherheit und Verteidigung. Eckpfeiler und Ergebnis intakter transatlantischer Beziehungen”) u.a. auch von diesen NATO-Report bzw. die Veröffentlichung durch BBC. Der deutsche Verteidigungsminister relativierte die Brisanz und den News-Wert des Reports insofern, dass die Ergebnisse des Berichts auf Aussagen von gefangenen Tabilan- und Al Qaida-Kämpfern basiere, die befragt wurden und ihre eigene Sicht auf die Dinge haben. Im übrigen gäbe es den pakistanischen Geheimdienst nicht, vielmehr ganz unterschiedliche Machtzentern im ISI, wie es auch die pakistanische Armee nicht gäbe, sondern auch dort verschiedene Machtzentern mit vielfältigen Interessen und Abhängigkeiten - was alles nicht neu sei.
(Textquelle kursiv: Märkische Oderzeitung.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int, Taliban legen Waffen nieder)














