Archiv für die Kategorie 'Auslandseinsätze'

Deutsche Marine-Schnellboote auf dem Weg ins Mittelmeer zum Libanon UNIFIL-Einsatz

Dienstag, 22. Mai 2012

Am Donnerstag, den 24. Mai 2012 werden die Flugkörper-Schnellboote “S71 Gepard” und “S73 Hermelin” um 10 Uhr ihren Heimathafen Warnemünde in Richtung östliches Mittelmeer verlassen. Die beiden Boote werden dort im maritimen Einsatzverband der “United Nations Interim Force in Lebanon” (UNIFIL) eingesetzt. Sie lösen die Kieler Minenabwehrboote “Ensdorf” und “Auerbach/Oberpfalz” ab, die sich anschließend auf den Heimweg begeben.

Abhängig von der weiteren Entwicklung des Bundestagsmandates werden die Kommandanten, Korvettenkapitän Volker Kübsch (33) und Korvettenkapitän Göran Swistek (34), mit ihren jeweils 40-köpfigen Besatzungen für vier Monate im Einsatz vor der Levante-Küste verbleiben, bevor sie nach Warnemünde zurückkehren. Geplant ist im Anschluss, die Besatzungen durch solche von weiteren Schwesterbooten zu ersetzen, die Boote aber als Plattform im Einsatz zu belassen.

Auf ihrem Weg ins Einsatzgebiet werden die Häfen von Plymouth (Großbritannien), La Coruna, Cadiz, Palma de Mallorca (alle Spanien), La Valletta (Malta) sowie Souda Bay auf der griechischen Insel Kreta zur Nachversorgung angelaufen. Die Ankunft im Hafen von Limassol auf Zypern ist für den 10. Juni 2012 geplant. Von dort laufen die Boote jeweils zu ihren Einsätzen vor der libanesischen Küste aus. In Limassol treffen die Besatzungen ihren Geschwaderkommandeur, Fregattenkapitän Christian Meyer, wieder. Er ist derzeit der Kommandeur des gesamten deutschen Kontingentes im UNIFIL-Einsatz.

Hintergrundinformationen

Der Auftrag des maritimen Einsatzverbandes der Vereinten Nationen besteht darin, die Seewege vor der libanesischen Küste in enger Abstimmung mit den libanesischen Streitkräften zu überwachen und damit den Waffenschmuggel auf dem Seeweg in den Libanon zu unterbinden. Der Verband setzt sich aus einer wechselnden Anzahl von Schiffen und Booten zusammen, die derzeit unter brasilianischer Führung aus Griechenland, der Türkei, Indonesien, Bangladesch und Deutschland gestellt werden. Schwerpunkt des deutschen Kontingentes ist zusätzlich die Ausbildung der libanesischen Marine, mit dem Ziel, diese zur Überwachung ihrer Küstengewässer künftig selbst zu befähigen. Der Einsatzverband wurde im September 2006 aufgestellt. Die Deutsche Marine ist seitdem permanent mit mehreren Einheiten beteiligt. Das Mandat des Deutschen Bundestages für diesen Einsatz endet nach derzeitigem Stand am 30. Juni 2012.

(Text-, Bilderquelle: Marine.de, Schnellboote HERMELIN S73 GEPARD S71)



Kunduz/Afghanistan: IED-Anschlag auf deutsche ISAF-Patrouille – Soldatenglück gehabt, nur Sachschaden

Dienstag, 22. Mai 2012

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet:

Afghanistan: Sprengstoff-Anschlag auf deutsche Kräfte bei Kundus
Berlin/Kundus, 22.05.2012, Einstellzeit: 11.55 Uhr.

Am 22. Mai um 6.15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (8.45 Uhr Ortszeit) kam es zu einem Sprengstoffanschlag gegen deutsche Kräfte circa elf Kilometer nordostwärts des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Kundus in der Provinz Kundus.

Bei diesem Anschlag wurde ein Fahrzeug vom Typ Dingo beschädigt. Das Fahrzeug ist jedoch noch roll- und fahrfähig. Deutsche Soldaten wurden nicht verwundet. Die Patrouille verlegt zurück in das PRT Kundus. Der Vorgang ist abgeschlossen.

Stand: 11.30 Uhr (Zitatende)

(Text-, Bildquelle kursiv: Bundeswehr.de, Vergleichsfoto)

Afghanistan: Western Union und Roshan führen internationalen Geldtransferservice ein

Dienstag, 22. Mai 2012

Roshan, Afghanistans führender Anbieter lückenloser Kommunikationsdienste, und Western Union, ein erstrangiger globaler Zahlungsdienstleister, führten heute gemeinsam den Western Union Mobile Money Transfer Service in Afghanistan ein, der die M-Paisa-Kunden von Roshan in die Lage versetzt, Geldzahlungen aus dem Ausland zu empfangen. Roshan rief M-Paisa im Jahr 2008 ins Leben und war damit das erste Unternehmen, das den Menschen in Afghanistan mobile Finanzdienste zur Verfügung stellte.

Nun können die M-Paisa-Kunden in Afghanistan Western Union Mobile Money Transfers aus der ganzen Welt direkt in ihren mobilen Geldbörsen empfangen, insbesondere aus Nationen wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Deutschland und Kanada, in denen die größten Gemeinden von Auslandsafghanen leben. (weiter…)

Exit-Protection – Rolle der Bundeswehr in Afghanistan im ISAF-Abzugsszenario

Montag, 21. Mai 2012

Der 25. NATO-Gipfel in Chicago/USA mit vorherigem G8-Gipfel in Camp David machen öffentlich, was Insidern seit Monaten bekannt ist. Der Abzug der NATO-Truppe International Security Assistance Force (ISAF) Afghanistan ist beschlossen, die ISAF-Mission wird am 31.12.2014 auslaufen. Der Abzug wird über den Norden via Usbekistan organisiert.

Im Norden Afghanistan ist Deutschland Lead Nation im ISAF Regional Command North mit HQ in Mazar-i Sharif, wo besonders die US-Amerikaner für die Kriegsführung mit Spezialkräften, Feuerkraft und MEDEVAC-Kapazitäten an unserer Seite stehen und wo ein Luftumschlagplatz und eine traditionelle und wieder hergerichtete Eisenbahnlinie Richtung Usbekistan (Bild unten) verläuft.

Usbekistan (Karte unten)  lässt sich schon jetzt von Deutschland und der NATO die Nutzungssrechte für den militärisch genutzten Flughafen Termez monitär und politisch teuer bezahlen. Um die Menschenrechtslage, Demokratie- und Umwelt-Standards in der ehemaligen Sowjetrepublik und heutigen zentralistischen Präsidialrepublik mit Hauptstadt Taschkent mit rund 30 Millionen Einwohnern, bestehend aus 100 Ethnien, ist es nicht gut bestellt, aber wer will schon den Demokratie-Zeigefinger erheben? Wir brauchen die Usbeken derzeit mehr als sie uns.

Nicht Pakistan bietet sich zum Abtransport und Einschiffen der ISAF-Logistik an, denn schon der Nachschub aus dieser Himmelrichtung über den Seeweg via Hafen Karachi oder auf dem Land via Kyber-Pass geriet bereits ins Wanken, ganze Konvois wurden im Feuer zerstört, die LKW-Fahrer erschossen. Regelmäßige Taliban-Attacken und zuletzt die Unterbrechung der ISAF-Routen durch Pakistans Regierung als Reaktion auf unerwünschte US-Drohnenangriffe waren die Folge.

Nun ist amtlich, der Rückzug exit aus Afghanistan geht über die Nordroute und den Schutz protection hat die Lead Nation im ISAF RC North mit der Bundeswehr zu übernehmen und zu gewährleisten.
Diese Transit-Region muss nun besonders gesichert werden, die Konvoi-Routen und die 75 Kilometer lange Eisenbahn-Verbindung Mazar-i Sharif/Afghanistan – Termez/Usbekistan könnte zum genuinen Angriffs-Ziel der Taliban werden. Die Exit-Protection muss federführend die Bundeswehr übernehmen und wer den Abzug sichert, muss seine Kampfkraft und Durchhaltefähigkeit lange und teuer beibehalten und geht als letzte Kampftruppe raus. Davon ausgenommen die militärischen Ausbildungstruppen der NATO Training Mission Afghanistan (NTM-A) für die afghanischen Sicherheitskräfte, die über 2014 als diese Mission oder mit neuem Namen hinaus bleiben werden.

Während andere Nationen einen Abzugs-Schnelligkeits- und Kosteneinsparwettbewerb oder Alleingänge betreiben, wie aktuell Frankreich, das nach dem Regierungswechsel Sarkozy-Hollande in Paris entgegen der NATO-Absprachen bereits Ende 2012 seine Kampftruppen aus dem ISAF Regional Command East abziehen wird, dafür sollte die NATO den Franzosen die zugestandenen NATO-Spitzenposten wieder nehmen, bleiben die “treuen Germanen” bis zuletzt am Hindukusch mit dem Auftrag: Exit-Protection.

(Bilderquellen: WhiteHouse.gov, President Barack Obama talks with Chancellor Angela Merkel of Germany as they walk to Aspen Cabin during the G8 Summit at Camp David, Md., May 19, 2012. Official White House Photo by Pete Souza;
ISAF.NATO.int, Hairatan railroad BALKH PROVINCE, Afghanistan, May 20, 2010 – The rear-gunner in a Sikorsky UH-53 helicopter watches the end of the new Mazar-e-Sharif to Termez, Uzbekistan railroad stretch into the distance. When completed, the 47-mile long line will provide a valuable commercial link between Afghanistan and Uzbekistan across the Amu Darya River. Photo by U.S. Navy Petty Officer 1st Class Mark O’Donald
NATO.int: The French President, Francois Hollande and the German Chancellor, Angela Merkel during the working dinner of Heads of State and Government; Secretary General Anders Fogh Rasmussen meets with US President Barack Obama;
Grafikquelle: CIA.gov, Usbekistan-Karte)

UNSMIS-Beobachtermission fast komplett – Terror und Gewalt in Syrien gehen weiter (Video)

Samstag, 19. Mai 2012

Mehr als 250 von 300 UN-Militärbeobachtern im Einsatzland

Trotz der inzwischen fast vollzähligen Beobachtermission der Vereinten Nationen geht die Gewalt in Syrien unvermindert weiter. Über die Hintergründe des Angriffs auf drei UN-Fahrzeuge in der Provinz Idlib am vergangenen Mittwoch ist noch immer nichts bekannt. Inzwischen sind mehr als 250 Beobachter vor Ort, weitere sollen heute eintreffen. Deutschland wird gemäß Kabinettsbeschluss 10 Militärbeobachter aus den Bundeswehr in die UNSMIS nach Syrien entsenden, ein erster Stabsoffizier ist bereits vor Ort. Die bürgerkriegsähnlichen Unruhen und vermuteten Al Qaida Unterorganisations-Terroranschläge gefährden die Zivilbevölkerung und ebenso die unbewaffneten UN-Militärbeobachter.

Der Chef der Mission, der norwegische Generalmajor Robert Mood, sagte, auch eine hohe Anzahl von Beobachtern könne keine Fortschritte oder gar ein Ende der Gewalt erreichen, wenn sich nicht alle Konfliktparteien – innere und äußere – dazu verpflichteten, dem Dialog eine Chance zu geben.

Amateurvideos aus der Stadt Rastan nördlich von Homs zeigen auch an diesem Freitag wieder schweren Artilleriebeschuss. Regierungstruppen versuchen seit Tagen Rastan, das seit Januar von den Auftändischen kontrolliert wird, zurückzuerobern. Landesweit gibt es offenbar weiterhin täglich Dutzende Tote. Die Vereinten Nationen sprechen von mindestens 9000 seit dem Beginn des Auftandes im vergangenen Jahr, die Zahl dürfte aber weitaus höher sein. Wie jetzt bekannt wurde, soll ein syrischer Revolutionär wegen Hochverrats hingerichtet werden, weil er einem arabischen Fernsehsender ein Interview gegeben hat.

Soldatenglück.de berichtete über die Situation im Nahen Osten: Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video)Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).

(Videoquelle: euronews.com;
Bildquelle: UN.org, UNSMIS Delegation Meets Opposition in Homs – A view of the convoy as Major General Robert Mood, Head of the newly-established UN Supervision Mission in Syria (UNSMIS), leads an UNSMIS delegation to the Khalidiyyeh neighbourhood of Homs to meet opposition members. 03 May 2012 Homs, Syria )

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)



Afghanischer Präsident Karzai erwägt, früher aus dem Amt zu scheiden – Der bisherige internationale Kampf und Antiterroreinsatz “lief falsch”(Video)

Freitag, 18. Mai 2012

 

Afghanistans Präsident Hamid Karzai im ZDF-Interview

Vor dem Nato-Gipfel in Chicago, auf dem die zukünftige Sicherheit Afghanistans besprochen werden soll, erwägt Afghanistans Präsident Hamid Karzai, früher aus dem Amt zu scheiden als geplant. Karzai sagte dem ZDF, dass es fraglich sei, ob sein Land im Jahr 2014 beide Großereignisse stemmen könnte: den Abzug der internationalen Truppen und die regulären Präsidentschaftswahlen. Deshalb denke er darüber nach, die Präsidentschaftswahlen auf 2013 vorzuverlegen. Der Verfassung nach kann er nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren.

Unter anderem sagte Karzai dem ZDF: “Ich habe mir überlegt, dass die Agenda ziemlich gewaltig sein wird im Jahr 2014, wegen der beiden großen Ereignisse: also die Präsidentschaftswahl und der Abzug der internationalen Truppen. Deshalb dachte ich, dass ich entweder die Wahlen auf 2013 vorziehe oder den Abzug der ausländischen Truppen, je nachdem, wie es am besten passt.” Noch sei aber nichts entschieden, fügte der Präsident hinzu: “Wenn jedoch wir den Eindruck haben, es ist besser, früher wählen zu lassen, dann werden wir es früher tun. Was immer Afghanistan mehr nützt.”

Karzai kritisierte, dass der bisherige Kampfeinsatz in seinem Land teilweise “falsch lief”. Die alliierten Truppen hätten sich zu wenig auf die wahren Rückzugsräume der Terroristen konzentriert. “Der Krieg gegen den Terror hätte stärker auf die Verstecke der Terroristen außerhalb Afghanistans zielen müssen”, sagte Karzai dem ZDF. Auf dem Nato-Gipfel wolle er verlangen, “den Krieg gegen den Terror anders zu führen als bisher. So, dass das afghanische Volk nicht weiter leiden muss.”

Von Deutschland erwarte er weitere Hilfe im Friedensprozess mit den Taliban. Es sei für ihn sogar vorstellbar, dass gemäßigte Taliban Afghanistan mitregieren. Wenn sie als Ergebnis des Friedensprozesses “einen Teil der Regierung bilden, sind sie willkommen”, sagte Karzai dem ZDF. Kein Entgegenkommen und auch keinen Waffenstillstand dürfe es hingegen für Taliban geben, die mit Al Kaida zusammen arbeiteten. (Zitatende)

(Video-, Textquelle kursiv: ZDF.de, Im ZDF-Interview zum Einsatz in Afghanistan denkt Präsident Hamid Karsai laut darüber nach, den Abzug der internationalen Truppen aus seinem Land um ein Jahr auf 2013 vorzuverlegen;
Bilderquelle: ISAF.NATO.int, Präsident Hamid Karzai im Dezember 2010 mit Angela Merkel. Der Paschtune Karazi bei einer Rede in Afghanistan)

Deutsche Millionenhilfe für Afghanistan nach 2014 – Merkel und Karzai unterzeichnen in Berlin Partnerschaftsabkommen (Video)

Mittwoch, 16. Mai 2012

Die Weltgemeinschaft wird sich nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch nach einem Truppenabzug langfristig in Afghanistan engagieren. “Die internationalen Kräfte werden Afghanistan helfen, so lange das notwendig ist”, sagte Merkel beim Besuch des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai in Berlin bereits im Jahr 2010. Der Abzugstermin der Bundeswehr ist bekanntermaßen benannt, 2014 sollen die deutschen Truppen größtenteils abgezogen sein.
Deutschland wird sich nach dem Abzug seiner Kampftruppen vom Hindukusch langfristig – 2014+5+x – weiter in Afghanistan engagieren. Deutschland und Afghanistan legten heute dafür den Grundstein mit einem zunächst auf fünf Jahre angelegten Partnerschaftsabkommen (Video unten). Zum Pressestatements von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Staatspräsidenten der Islamischen Republik Afghanistan, Hamid Karsai, Partnerschaft mit Afghanistan vertiefen bei AA.de.

Vor wenigen Tagen Anfang Mai 2012 hat auch U.S. Präsident Barack Obama mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai in Kabul/Afghanistan ein strategisches Partnerschaftsbabkommen unterzeichnet (Bild unten) , Soldatenglück.de berichtete: Afghanistan-Abzug 2014 – U.S. Präsident Barack Obama: “Unsere Truppen kommen nach Hause” (Videos).

Das Westfalen-Blatt” aus Bielefeld kommentiert dazu in seiner morgigen Ausgabe.
Auf den ersten Blick wirft Deutschland noch mehr Geld in ein Fass ohne Boden. Das neue Partnerschaftsabkommen mit Afghanistan erhöht die Zahlungen auf bis zu 430 Millionen Euro im Jahr. Wer genauer hinsieht, erkennt, dass Berlin zu einer einmal übernommenen Verantwortung steht. Mehr noch: Die Bundesrepublik erweist sich vor der gesamten Welt als verlässlicher und ehrlicher Anwalt einer fairen Entwicklung, die auf Chancen für alle setzt. Weder geriert sich Deutschland als gierig nach Bodenschätzen noch als neokoloniale Wirtschaftsmacht. Tatsächlich darf sich Kabul glücklich schätzen, dass Deutschland Afghanistan sehr viel stärker fördert als viele andere Länder – und das trotz der extrem schwierigen Lage vor Ort. Schon bald werden mehr Bundesbürger in Zivil als im Kampfanzug am Hindukusch unterwegs sein. Deshalb muss auch Präsident Hamid Karsai alles dafür tun, dass seine hilfreichen und wohlwollenden Gäste unbehelligt wirken können. Berlin hat das ferne Ziel einer friedlichen Zivilgesellschaft nicht aufgegeben, sondern gestern seinen Glauben daran bekräftigt. (Zitatende)

(Textquelle kursiv: Westfalen-Blatt.de;
Bilderquellen: Bundeskanzlerin.de, Foto: Bundesregierung, Bergmann, “Merkel empfängt Karzai” in Berlin am 16.05.2012 im BKAmt;
ISAF.NATO.int, President Barrack Obama and Afghan President Hamid Karzai arrive to sign a strategic partnership agreement May 1, 2012Photo by U.S. Army SPC Anthony Murray Jr;
Videoquelle: dapd.de)

EU ATALANTA-Mission bekämpft erstmals Piraten-Logistik an somalischer Küste (Video)

Dienstag, 15. Mai 2012

Die Anti-Piraten-Mission EUNAVFOR Somalia Operation ATALANTA hat erstmals Einrichtungen der Seeräuber an der Küste Somalias aus der Luft bekämpft. “Wir glauben, dass diese Operation von EU-Marineeinheiten den Druck auf die Piraten erhöhen wird und ihre Bemühungen unterläuft, in See zu stechen und Handelsschiffe sowie Dhows (kleine lokale Segelschiffe) anzugreifen” eklärte der Operation Commander EU Naval Force Rear Admiral Duncan Potts (Bild rechts) von der britischen Royal Navy. Hubschrauber haben Ziele beschossen, der Angriff habe auf Ausrüstung der Piraten gezielt, weder Soldaten, noch Piraten oder Zivilisten seien verletzt worden, gab die EU-Mission bekannt, die Auwertung der Operation läuft noch. Deputy Operation Commander EU Naval Force ist der deutsche Bundeswehr-Admiral Rainer Endres. Force Commander EU Naval Force der französische Rear-Admiral Jean-Baptiste Dupuis. Dazu dieses EU-Video:
EU Naval Force (EU NAVFOR) – Operation ATALANTA

Das Mandat der EU-Truppe wurde erst kürzlich ausgeweitet, um Angriffe auf Ziele an der Küste zuzulassen, diesem militärischen Vorgehen hat die somalische Übergangsregierung zugestimmt. Die aktuelle Operation an der somalischen Küste fand auf Grundlage der UN-Sicherheitsrats-Resolution 1851 in Übereinkunft mit der Übergangsregierung Somalias statt. Operativ vor Ort waren deutsche Kräfte des EU-Verbandes nicht an der Operation beteiligt.
Der Deutsche Bundestag hatte am vergangenen Donnerstag (10.05.2012) der Erweiterung (auf eine Tiefe von maximal 2.00 Metern landeinwärts gegen logistische Einrichten der Piraten am Strand) des ATALANTA-Bundeswehrmandats mit den Stimmen der Regierungskoalition zugestimmt, Soldatenglück.de berichtete u.a.: Anti-Piraterie-Mission Somalia: Bundestagsopposition versagt Zustimmung. Der Beschluss war umstritten und fand – für Bundeswehr-Auslandseinsätze – ungewöhnlich, keine breite Mehrheit im Parlament, die Oppostion war dagegen.
EUNAVFOR berichtet atuell: EU Naval Force Delivers Blow Against Somali Pirates On Shoreline.

[Videoquelle: CSDP.eu, The European Union is concerned with the continuing impact of piracy and armed robbery at sea off the coast of Somalia on international maritime security and on the economic activities and security of countries in the region. As a result and as part of a comprehensive approach, the EU has launched European Naval Force Somalia -- Operation ATALANTA (EU NAVFOR -- ATALANTA) within the framework of the European Common Security and Defence Policy (CSDP) and in accordance with relevant UN Security Council Resolutions (UNSCR) and International Law.]

Internationale Friedensmission in Syrien, DW-Interview mit Annan-Deputy Nasser al Kidwa (Video)

Montag, 14. Mai 2012

Die UNO bemüht sich um eine Lösung im Syrien-Konflikt. Die Beobachtermission mit den UN-Blauhelmen soll zunächst die brüchige Waffenruhe sichern. Wie geht es weiter in Syrien? Darüber spricht der stellvertretende Syrien-Beauftragte der UNO, Nasser al Kidwa, im Interview der DW.

Soldatenglück.de berichtete über die Situation im Nahen Osten: Syrien: Bundesregierung hat deutschen Soldaten im UN-Einsatz (Videos), Syrien: Sprengstoffanschlag gegen norwegischen Commander der UN-Beobachtermission UNSMIS (Videos) und Syrien: Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will 300 Beobachter schicken (Video).

[Videoquelle: Deutsche Welle.de, Journal Interview;
Bildquelle: UN.org, Joint UN-Arab League Special Envoy on Syria, Kofi Annan, speaks to the press in Geneva, Switzerland, following his briefing to the Security Council this morning. 08 May 2012, Geneva, Switzerland;
Head of UNSMIS Holds First Press Conference in Homs - Major General Robert Mood (at podium) holds his first press conference as Chief Military Observer and Head of the UN Supervision Mission in Syria (UNSMIS), in the Syrian town of Homs. 03 May 2012, Homs, Syria;
UN Observers Make Preparations in Damascus - Ahmed Himmiche (right), the head of the UN Military Observers (UNMO) group dispatched to Syria, briefs his team on the day’s plan in Damascus. 23 April 2012, Damascus, Syria ]

Hintergrundinformationen: United Nations Supervision Mission in Syria (UNSMIS)

Afghanistan: Friedensunterhändler Arsala Rahmani von Taliban ermordet (Video)

Montag, 14. Mai 2012

In Afghanistan ist erneut ein wichtiger Friedensunterhändler ermordet worden. Laut Polizei wurde Arsala Rahmani in der Hauptstadt Kabul aus einem Auto heraus erschossen.

Rahmani war Mitglied im Hohen Friedensrat und ein enger Berater von Staatspräsident Hamid Karsai. Im Friedensrat war er zuständig für gefangene Taliban-Aufständische. Unter der Herrschaft der Taliban bis 2001 gehörte er zur Regierung.

Die Taliban bestreiten, dass sie mit dem Anschlag auf Rahmani etwas zu tun hätten. Zu einer früheren Ermordung haben sie sich nie geäußert: Damals, im Herbst, wurde Burhanuddin Rabbani getötet, der damalige Vorsitzende des Friedensrats. Die jetzige Ermordung ist erneut ein schwerer Rückschlag für die angestrebte Aussöhnung mit den Taliban.

Am Wochenende wurden in Afghanistan auch wieder mehrere ausländische Soldaten getötet. Unter ihnen waren zwei Briten, die in der südlichen Provinz Helmand von afghanischen Polizisten erschossen wurden, für deren Ausbildung sie zuständig waren. Bei ähnlichen Vorfällen wurden dieses Jahr schon mehr als zwanzig ausländische Soldaten von afghanischen Mitstreitern getötet.

(Videoquelle: euronews.com;
Bildquelle: NATO.ISAF.int, KABUL, Afghanistan – Afghan Commandos from the Sixth Commando Kandak practice infiltration techniques using the Afghan National Army Air Corps Mi-17 helicopter on April 1, 2010 at Camp Morehead in the outer regions of Kabul. The training was in preparation for future air assault missions needed in order to disrupt insurgent activity and bring stability to the population and the region. US Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class David Quillen)

Hintergrundinformationen: ISAF Afghanistan International Security Assistance Force