Archiv für die Kategorie 'Alliierte'

USA meets Europe: Obama in Irland auf Verwandschaftsbesuch, in Großbritannien, Frankreich und Polen, Deutschland Fehlanzeige (Video)

Dienstag, 24. Mai 2011

Die Europa-Reise des U.S. Präsidenten ist von Irland aus weitergegangen, gestern wurde der irische Regierung zu politischen Gesprächen aufgesucht und Barack Obamas entfernter Cousin Henry Healy in Moneygall besucht und nebenbei ein frisch gezapftes Guiness gekostet, heute und morgen Großbritannien beim wichtigsten Verbündeten, am Hofe von St. James bei Queen Elisabeth II., Prinz Charles und Prinz William mit Kate im Buckingham Palace, in der “Belgischen Suite”, die der Hochzeitsnacht von Catherine & William, wird übernachtet (Video unten in London), noch eine Rede im britischen Parlament, dann weiter nach Frankreich zum G-8 Gipfel in Deauville und zum guten Schluß noch Polen, möglicherweise noch ein überraschender Truppenbesuch, Deutschland wird nicht gestreift, mit dem deutschen Bundespräsidenten Wulff, Kanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle besteht seitens des U.S. Präsideten Barack Obama kein großer Staatsbesuch-Gesprächsbedarf, weder über Libyen oder die UN, nicht über die transatlantischen Beziehungen, noch über Afghanistan.
Anfang Juni wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem offizellen Besuch in die USA reisen und auch mit U.S. Präsidenten Barack Obama Gespräche führen. Der deutschen Regierungchefin soll die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten, verliehen werden.

(Bildquelle: White House.gov, President Barack Obama and First Lady Michelle Obama fly aboard Marine One from Dublin to Moneygall, Ireland, May 23, 2011. Kearny House, the President’s ancestral home, is located in Moneygall;
President Barack Obama and First Lady Michelle Obama greet Henry Healy, the President’s cousin, after arriving in Moneygall, Ireland, May 23, 2011. The President and First Lady were also welcomed by Counselor Danny Owens, Chair Offaly County, and Counselor John Kennedy, Chair Tipperary County, center;
President Barack Obama watches as First Lady Michelle Obama draws a pint at Ollie Hayes’ Pub in Moneygall, Ireland, May 23, 2011;
President Barack Obama and First Lady Michelle Obama greet people as they walk along Main Street in Moneygall, Ireland, May 23, 2011. Official White House Photos by Pete Souza;
Videoquelle: euronew.net, Obama mit Pomp und Circumstance begrüßt – Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuches in Großbritannien ist US-Präsident Barack Obama mit Königin Elizabeth II. am Dienstagmorgen im Buckingham Palast zusammengekommen. Obama wohnt während seines Aufenthaltes in der Belgischen Suite des Buckingham Palastes. Dort verbrachten auch der Herzog und die Herzogin von Cambridge ihre Hochzeitsnacht.)



Großbritannien beendet nach acht Jahren Irak-Kriegseinsatz(Video)

Montag, 23. Mai 2011

 

Acht Jahre nach dem Einmarsch in den Irak hat Großbritannien seine letzten Soldaten von dort abgezogen. Die meisten Briten waren bereits 2009 zurückgeholt worden. Zuletzt waren britische Soldaten noch an einem Ausbildungsprogramm für die irakische Marine beteiligt (Bild unten).

Britische Einheiten waren vor allem im Süden des Landes, rund um die Stadt Basra eingesetzt.

Verteidigungsminister Liam Fox würdigte den Einsatz der insgesamt 45 000 britischen Soldaten. 179 von ihnen haben im Irak ihr Leben verloren.

(Videoquelle: euronews.de;
Bild-, Grafiquelle: MoD.gov.uk)

Hintergrundinformationen: Operations in Iraq finish with completion of Royal Navy training mission

Die USA und die Demokratiebewegung in der arabischen Welt – U.S. Präsident Barack Obama und Hillary Clinton loben und sagen Unterstützung zu (Video)

Donnerstag, 19. Mai 2011

“Arabischer Frühling”

U.S. Präsident Barack Obama und seine Außenministerin Hillary Rodham Clinton haben die Demokratiebewegung in der arabischen Welt gewürdigt und weitere finanzielle und politische Unterstützung zugesagt.

Die Menschen in Nordafrika, im Nahen und Mittleren Osten hätten ihre Zukunft in die eigenen Hände genommen, sagte Obama am Donnerstag in einer mit Spannung erwarteten Grundsatzrede nach einem Vorwort der Secretary of State im U.S. Außenministerium. Die Rede Obamas: Remarks by the President on the Middle East and North Africa, die Einführung vom Hillary Clinton: Introductory Remarks by Secretary Clinton. Obama verglich den “arabischen Frühling” mit der amerikanische Revoulotion, sie sei überfällig gewesen.

Die friedlichen Demonstrationen hätten in sechs Monaten mehr Freiheit erreicht als Terroristen in mehrenen Jahrzehnten. Obama kündigte an, die demokraischen Bewegungen weiter zu unterstützen. Dikataturen wie in Libyen, Jemen und Syrien würden isoliert und sanktioniert.

“Our message is simple: If you take the risks that reform entails, you will have the full support of the United States”, so Obama in seiner Middle East Speech.

Obama kündigte weitere Hilfen des Westens an. Allein Ägypten versprach er eine Milliarden US-Dollar Schuldenerlass. Es war Obamas erste umfassende Rede zu den Umwälzungen in der arabischen Welt nach den noch andauernden Volksaufständen in der Region.

Gleichzeitig warnte der U.S. Präsident vor zu großen Hoffnungen der Menschen. Mancherorts werde der Wandel schnell, teilweise aber auch langsam erfolgen.

Die vollständige Rede (49:51 Min)
Moment of Opportunity: American Diplomacy in the Middle East & North Africa:

Die Rheinische Post aus Düsseldorf kommentiert diese Obama-Rede:
Obamas Realpolitik

Barack Obamas neue Rede an die islamische Welt ist der Versuch, die demokratischen Blütenträume des arabischen Frühlings mit etwas zu begleiten, was aussieht wie eine Strategie. Im Wandel liegen Chancen, liegt Hoffnung, ruft Obama den Skeptikern zu, dem saudischen Königshaus ebenso wie dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu. Damit ordnet er Amerika dort ein, wo es aufgrund seiner eigenen Geschichte zu stehen hat: auf der Seite von Menschen, die alles riskieren für ihre Rechte. Doch eine kühne Vision zu entwerfen, gar einen neuen Marshall-Plan, das konnte nur eine “Mission Impossible” sein. In der praktischen Politik setzt der US-Präsident nun mal andere Akzente. Er entscheidet von Fall zu Fall, pragmatisch und durchaus widersprüchlich. Gaddafi forderte Obama resolut zum Rücktritt auf, aber Assad ließ er lange gewähren, bevor er Sanktionen verhängte, die eher symbolisch sind. Es ist kein Zickzackkurs, sondern nüchterne Realpolitik, bestimmt von handfesten Interessen und der Erkenntnis, dass Amerika die Rolle des Weltpolizisten weder spielen kann noch spielen sollte. Obama hat versucht, die Kakophonie ein wenig zu ordnen. Aber er weiß, wirklich beeinflussen können die USA nicht, was im Nahen Osten geschieht. (Zitatende)

Soldatenglück.de berichtete: Barack Obama wird sich heute in Kairo mit einer Rede erneut an die muslimische Welt wenden (Video), U.S. Präsident Obamas Rede an die Islamische Welt (Videos) oder U.S. Präsident Barack Hussein Obama reicht Muslimen die Hand – Peacemaker im Weißen Haus (Video).

(Bild-, Videoquelle: White House.gov, Obama bei der Rede zur Demokraiebewegung in der arabischen Welt am 19. Mai 2100 im Ben Franklin Room, State Department, Washington, DC, President Obama speakson the Middle East & North Africa at the State Department, White House Photo, Pete Souza;
Textquelle kursiv unten: Rheinische Post.de;
Videoquelle: euronews.net, d
ie USA wollen im arabischen Raum eine historische Chance nutzen: Davon spricht angesichts der Umwälzungen dort der amerikanische Präsident.
Barack Obama befasst sich in seiner Rede mit den Entwicklungen in den arabischen Ländern. Dazu zählen auch Länder, die sich reformunwillig zeigen. Der Präsident geht vor allem auf Syrien ein, wo die USA bisher weniger entschlossen als zum Beispiel in Libyen wahrgenommen wurden.)

Königin Elisabeth II. auf Irland-Besuch, nicht jeder Ire mag die Queen (Videos)

Mittwoch, 18. Mai 2011

Nicht Jedermann in Irland war begeistert: vom Besuch der Queen.

Irische Nationalisten der Sinn Fein riefen zu einer Demonstration gegen die Visite der britischen Königin auf, dem zahlreiche Anhänger lautstark folgten. Die republikanischen Demonstranten, deren Zahl von der Polizei lediglich mit einigen Hundert angegeben wurde, entzündeten Feuerwerkskörper und warfen Flaschen. Der Polizei gelang es aber, sie unter Kontrolle zu halten.

Die britische Königin Elizabeth II. hat ihren viertägigen, historischen Besuch in der Republik Irland begonnen. Am “Garden of Remembrance”, einer Gedenkstätte des irischen Widerstandes gegen die Briten, legte sie zusammen mit Irlands Staatspräsidentin Mary McAleese einen Kranz nieder. Zum Besuch der Queen, die von ihrem Gatten Prinz Philipp begleitet wurde, wurden die umfangreichsten Sicherheitsmaßnahmen in der Geschichte Irlands getroffen. Vor ihrer Ankunft in Dublin waren eine echte Bombe und eine Attrappe gefunden worden. Irland gehörte jahrhundertelang zum Vereinigten Königreich.

Aus Furcht vor Anschlägen durch nordirische Terroristen sind rund 6000 Polizisten und Soldaten im Einsatz.

Soldatenglück.de berichtete: Historischer Irland-Besuch von Queen Elisabeth II. beginnt mit Bomben-Alarm (Video)

(Videoquelle: euronews.net)

Hintergrundinformationen: The British Monarchy

Historischer Irland-Besuch von Queen Elisabeth II. beginnt mit Bomben-Alarm (Video)

Dienstag, 17. Mai 2011

Unmittelbar vor dem heute beginnenden 4-tägigen historischen Besuch von Königin Elisabeth II. in Irland hat die irische Polizei in einem Bus in der Nähe von Dublin eine funktionsfähige Bombe gefunden und entschärft. Der Sprengsatz wurde am Montagabend in Maynooth entdeckt nachdem ein anonymer Anruf bei der Polizei eingegangen ist. Eine zweite Bombendrohung am heutigen Dienstag erwies sich als falsch.

Das britische Außenministerium teilte mit, der Besuch werde wie geplant stattfinden. Es ist das erste Mal seit der Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien, dass ein britisches Staatsoberhaupt ins Nachbarland reist.

Im Vorfeld hatte eine irische Untergrundorganisation mit einem Anschlag in der britsichen Hauptstadt London gedroht. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden massiv verschärft.

Als erster britischer Monarch überhaupt besucht Queen Elisabeth II. mit Gemahl Prinz Philip die unabhängige Republik Irland. Die irische Staatspräsidentin Mary McAleese, die die Königin einlud, sprach von einem “außergewöhnlichen Moment in der irischen Geschichte”.

Der viertägige Besuch der Königin des Vereinigten Königreiches von Großbriatannien udn Nordirland mache deutlich, dass der Friedensprozess erfolgreich verlaufe. Zuletzt besuchte der Großvater der Königin, King George IV., vor 100 Jahren, als britisches Staatsoberhaupt Irland. Damals gehörte die gesamte irische Insel noch zum Vereinigten Königreich, United Kingdom.

(Grafikquelle: CIA.gov, Irland Karte;
Videoquelle: BBC.com)



Allentsteig, Übungsplatz des Österreichischen Bundesheeres (Video)

Sonntag, 15. Mai 2011

Der Truppenübungsplatz Allentsteig in Österreich existiert seit 1938. Ab 1957 wird er vom österreichischen Heer genutzt.

1938 wurde von der deutschen Wehrmacht im österreichischen Waldviertel einer der damals größten Truppenübungsplätze Europas errichtet. 42 Dörfer wurden geräumt, knapp 7.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Seit 1957 dient das Areal dem österreichischen Bundesheer als Schieß- und Ausbildungsstätte, und bis heute ist der Truppenübungsplatz Allentsteig auf einer Fläche von über 160 Quadratkilometern militärisches Sperrgebiet.

In einer tief verschneiten Landschaft hält ein Militärjeep vor einem rot-weiß-roten Scherengitter. Wenig später sieht man, wie vermummte Soldaten aus getarnten Verstecken schießen oder sich mit Gasmasken im Schnee eingraben. Das donnernde “Guten Morgen, Herr Major” der ganzen Kompanie beim Morgenappell klingt wie ein Echo auf die nächtlichen Panzerschießübungen mit scharfer Munition oder die Explosion eines Blindgängers. Nüchtern beschreibt der Dokumentarfilm den Übungsalltag im Sperrgebiet und schafft ungewöhnliche Einblicke in ein geschlossenes System.

Nikolaus Geyrhalter (“Unser täglich Brot”) gilt als versierter Landvermesser des österreichischen Dokumentarfilms. Er nähert sich dem buchstäblich besetzten Territorium aus verschiedenen Richtungen. Da sind jene Menschen am Rand des Sperrgebiets, die die Soldaten kaum zu Gesicht bekommen, wie einer der Bäcker beim Teigkneten im Ort Allentsteig meint. An die Schüsse gewöhne man sich, sie erinnern an ein Gewitter, wenn nicht – wie während der Dreharbeiten – mitten im Ort eine Panzergranate einschlägt.

Dann gibt es jene, die vor vielen Jahren aus dem Gebiet ausgesiedelt wurden und nun ihre ehemaligen Heimatdörfer zwischen den Bäumen suchen. Dass der Grund für die Sperrung durch die Nationalsozialisten vielleicht ganz wo anders zu suchen ist, erfährt man fast nebenbei: Hitlers Großmutter soll aus einem der ausgesiedelten Dörfer stammen und hier bei einer jüdischen Familie gearbeitet haben. Doch alle Aufzeichnungen und Chroniken wurden vernichtet, ebenso wie ihr Ehrengrab aus der Nazi-Zeit.

Wenn die damals Ausgesiedelten heute vor kleinen, an Bäumen befestigten Ortsschildern stehen, wird ein eigentümliches Zusammenwirken von Geschichte und Natur spürbar. Die Natur hat sich Räume zurückerobert. Auf dem Militärgebiet leben, scheinbar ungestört, unzählige Tier- und Pflanzenarten. Am Ende dieser Begegnungen in der geschlossenen Zone hebt die Kamera ab, überfliegt Panzer und Soldaten und dann nur mehr grüne Wälder und Wiesen.

(Video-, Textquelle: arte.tv;
Bildquelle: Österreichs Bundesheer.at, Foto: MINICH, Kampfpanzer LEOPARD 2 auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig beim scharfen Schuss, die Explosion der Treibladung treibt die Granate durch das Rohr.)

Geheimaktion Geronimo – Die Rätsel um den Tod von Osama Bin Laden (Video)

Donnerstag, 12. Mai 2011

Mit den Worten “Die Gerechtigkeit hat gesiegt”, verkündete Barack Obama den Tod des meist gesuchten Terroristen. In den USA war der Jubel groß. Soldaten der Eliteeinheit Navy Seals hatten Osama Bin Laden in seinem Versteck in Pakistan aufgespürt, erschossen, seine Leiche außer Landes gebracht und im Meer “begraben”.

Fast zehn Jahre hatte ganz Amerika auf die Rache gewartet. Doch der Glanz dieses langersehnten Erfolges bekam schon nach Stunden Schrammen. Die erste Darstellung Obamas, nach der Bin Laden und seine Leibwächter sich gewehrt haben sollen, wurde zurückgenommen. CIA-Chef Leon Panetta schien sogar von einem klaren Tötungsbefehl auszugehen. Wie war es wirklich? Hatte die Spezialeinheit den Auftrag Osama Bin Laden vor Ort zu töten?

Der Einsatz von Abbottabad

ZDFzoom ist dem Einsatz in Abbottabad, der “Geheimaktion Geronimo”, nachgegangen und rekonstruiert die Ereignisse der Nacht. Im Gespräch mit Elitesoldaten, CIA-Experten und Völkerrechtlern stellt sich die Frage: “Musste Amerika den Top-Terroristen wirklich töten?”

(Videoquelle: ZDFzoom vom 11.05.2011 via YouTube, Geheimaktion Geronimo – Ein Film von Souad Mekhennet, Nicolai Piechota, Michael Renz und Frédéric Ulferts;
Kartengrafikquelle: CIA.gov)

Chronologie der Tötung Bin Ladens (Video)

Dienstag, 10. Mai 2011

US-amerikanische Soldaten haben den meistgesuchten Terroristen, Osama Bin Laden, in seinem pakistanischen Versteck getötet.

Seitdem muss der US-Präsident viele Fragen zu den Todesumständen beantworten.

Soldatenglück.de berichtete CIA-Direktor Leon Panetta mit Details zur US-Operation gegen Terrorführer Osama bin Laden (Video), Details der Operation GERONIMO des U.S. Special Operations Command und der CIA gegen Osama bin Laden (Video) und Präsident Obama: USA veröffentlicht keine Bilder des getöteten Terror-Führers bin Laden (Video).

(Videoquelle: ZDF Wochenjournal vom 07.05.2011 via YouTube;
Bildequelle: White House.gov;
Grafikquelle: CIA.gov, Illustration des Verstecks des Terrornetzwerk Al Qaida Führes Osama bin Laden in Abbottabad/Pakistan)

Obama und die Bilder und das fehlende Osama-Foto – Die Wirkungsmacht politischer Bilder (Video)

Montag, 9. Mai 2011

Obama und die Bilder

Konzentriert sitzen die Männer im Halbkreis. Die einzige Frau im Vordergrund hat die Augen weit geöffnet, die rechte Hand vor den Mund geschlagen. Ein wenig abseits sitzt, fast wie geduckt, ein schlanker, schwarzer Mann, die Ellenbogen aufgestützt. Eine Situation, die zeigt: Er ist Teil des Teams, aber doch der Chef. Das Foto ging vor wenigen Tagen um die Welt. Es ist schon jetzt historisch zu nennen und zeigt US-Präsident Obama mit seinen Beratern während des Angriffs auf Bin Laden.

Der sitzt fast am anderen Ende der Erde. Nahezu in Lumpen, mit einem Haufen Müll im Nebenraum, bedient er ungelenk einen veralteten Fernseher. Kabel hängen wirr an der Wand, die Möbel sind schäbig. Auch diese Aufnahme hat die US-Regierung herausgegeben. Sie stammt aus einem privaten Video Bin Ladens und hat den Zweck, den Al-Kaida-Führer armselig wirken zu lassen. Vorbildfunktion? Fehlanzeige.

Beide Bilder sind Teil einer neuen Kommunikationsstrategie des Weißen Hauses, die aufgeht. Die Motive wirken zurückhaltend und authentisch zugleich, ganz anders als die zerstörerische, den USA selbst schadende Wucht von Fotos der Hinrichtung Saddam Husseins, dem inszenierten Sturz einer Statue in Bagdad oder von den grünlich-sterilen Bildern vermeintlich chirurgischer Raketenschläge, mit denen die USA bisher gerne punkten wollten. (Zitatende)

Kommentiert die Neue Osnabrücker Zeitung.

Dazu das ttt-Video: Der Tod Osama Bin Ladens und das fehlende Foto – Über die Wirkungsmacht politischer Bilder

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bilderquelle: White House.gov, Präsident Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden, zusammen mit Mitgliedern der nationalen Sicherheits-Team, erhalten ein Update auf die Mission gegen Osama bin Laden im Situation Room des Weißen Hauses, 1. Mai 2011. Sitzend, von links, sind: Brigadier General Marshall B. “Brad” Webb, stellvertretender Kommandierender General, Joint Special Operations Command, Deputy National Security Advisor Denis McDonough, Außenministerin Hillary Rodham Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates. Stehend, von links, sind: Admiral Mike Mullen, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, Nationaler Sicherheitsberater Tom Donilon; Stabschef Bill Daley, Tony Binken, Nationaler Sicherheitsberater des Vizepräsidenten; Audrey Tomason Direktor für Terrorbekämpfung, John Brennan , Assistent des Präsidenten für Homeland Security und Anti-Terror; und Direktor der National Intelligence James Klappe. Bitte beachten Sie: ein klassifiziertes Dokument in diesem Foto zu sehen verdunkelt wurde. Official White House Foto von Pete Souza;
Foto unten: Al Qaida Medya aus einem Osama Privat-Video, Osama bin Laden in seinem Versteck, sichergestellt vom Pentagon in Abbottabad/Pakistan am 01. Mai 2011;
Vidoequelle: daserste.ttt.de, titel, thesen, temperamente. Der Tod Osama Bin Ladens und das fehlende Foto – Über die Wirkungsmacht politischer Bilder – Immer neue Details über den Tod Osama bin Ladens kommen ans Licht. Nur eines hat die Welt, die daran gewöhnt ist, wichtige Ereignisse in Bildern wahrzunehmen, noch nicht gesehen: das Foto der Leiche des Topterroristen. Barack Obama entschied, es nicht zu veröffentlichen. Über Macht und Widermacht politischer Bilder hat ttt mit dem Kunsthistoriker Michael Diers gesprochen.)

Der neue Obama

Montag, 9. Mai 2011

Seine Gegner haben ihn gerne als Zauderer verspottet, oder – schlimmer noch – als Schwächling. Deswegen kann man es Barack Obama nicht verübeln, dass er sich jetzt als Mann präsentiert, der Nägel mit Köpfen macht. Er weiß ganz genau, dass sich die Amerikaner nach so einem sehnen, in diesen unsicheren Zeiten. Also schlüpfte Obama wenigstens für die Zeit eines Interviews in die Rolle des zupackenden Befehlshabers, der eiskalt entscheidet. Auch wenn es natürlich nicht ganz so war, und Obama lange mit sich gerungen hat, bis er das Kommandounternehmen gegen Osama bin Laden anordnete. Dass er es dann getan hat, beweist allerdings eine ordentliche Portion politischen Mutes. Wäre die Aktion misslungen, hätte er seine Wiederwahl abschreiben können. Die Amerikaner entdecken einen neuen Obama, doch das könnte für den Präsidenten auch zur Last werden. Denn die in seiner verbleibenden Amtszeit anstehenden Entscheidungen wird er nicht einsam wie ein Feldherr fällen können. Um die amerikanische Wirtschaft endlich aus der Rezession zu führen, reicht kein Befehl an die Navy Seals. Die Bin-Laden-Aktion gehorchte, bei aller Risikoabwägung, einem einfachen Schema: Gut gegen Böse, ganz schwarz-weiß gedacht. Politik ist aber vor allem eines: grau. (Zitatende)

Kommentiert Matthias Beermann von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: White House.gov, President Barack Obama is reflected in a mirror in the Outer Oval Office as talks with Chief of Staff Bill Daley, left, and Vice President Joe Biden in the doorway of the Oval Office, April 8, 2011. Official White House Photo by Pete Souza;
US President, Barack Obama, arriving in Lisbon, today’s 19th November 2010.)