Archiv für September, 2012

EOD´ler veröffentlicht Fachbuch für Kampfmittelerkundung als E-Book

Sonntag, 30. September 2012

Die Autobombe … oder wie ich ein Fahrzeug richtig durchsuche.

“Auch wenn ich schon vor langer Zeit ausgeschieden bin, finde ich es als Plicht mein Wissen mit den Kameraden zuteilen, die jeden Tag ihr Leben für uns einsetzen. 2007 verfasste ich das weltweit erste Fachbuch über Kampfmittelerkundung am Fahrzeug und damit wollte ich die innere Sicherheit festigen und der andauernden Terror-Gefährdungslage begegnen. Bisher war das Buch nur über den Buchhandel und bekannte Verlaghäuser erhältlich. Auf Wunsch und viele Anfragen hin, habe ich die Erstausgabe als E-Book zum downloaden, online gestellt.

Den Preis habe ich auf das Minimum gesenkt, damit das Buch soviele Kameraden wie möglich erreicht. Ich setze sogar noch einen drauf! Als Buchautor gebe ich alle führende Kräfte der Fallschirmjägereinheiten, die ausdrückliche Genehmigung alles zu Vervielfältigen was –Nur für den Dienstgebrauch- nötig ist. Wenn ich mit dem Buch, vielleicht nur ein Leben eines Kameraden retten kann, dann hat sich der Schreibaufwand von 2 Jahren gelohnt”, schreibt Gerhard Nelson als Fachmann für Explosive Ordnance Disposal (EOD) an Soldatenglück.de. Danke Kamerad Gerhard Nelson!

Sein Fachbuch, nun als E-Book erhätlich:
Mit dem weltweit ersten Fachbuch über Kampfmittelerkundung am Fahrzeug will der Autor Gerhard Nelson die innere Sicherheit festigen und der “andauernden Terror-Gefährdungslage” begegnen. Noch nie wurde in der internationalen Sicherheitsliteratur etwas über diese außergewöhnliche Vorgehensweise geschrieben. Das ist erstaunlich, gehört doch eine Autobombe zweifellos zu den gefährlichsten und meistverwendeten Bomben in allen Krisengebieten und den befriedeten Leben. In den 210 Seiten starken Leitfaden wird notwendiges Wissen vermittelt, damit realisierbare Informationen und ergänzenden Praxisstudien in Ihre Sicherheit mit einfließt. Mit Formblätter, Musterplänen, Schablonen und gegliedert an den Kapiteln Terrorismus, Bombendrohung, Bombenbestimmung, Zündvorrichtungen, Fahrzeug-Durchsuchung, Passive Schutzmaßnahmen und Erste Hilfe, soll diese Ausbildung unterstützt werden.

Als EBook hier herunterladbar für 1,90,- Euro

[Textauszüge. Grafikquelle: Gerhard Nelson;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Vergleichsfotos, Übung Northern Coast im Kranzfelder Hafen in Eckernförde;
ISAF Einsatz - EOD (Explosive Ordnance Disposal/Kampfmittelbeseitigung) beim Sprengen im WADI ( zeitweilig austrocknender Flusslauf ) , in der Nähe des Provincial Reconstruction Team (PRT) Kunduz. Im Vordergrund ein Dingo;

Übung Northern Coast Beseitigung einer Briefbombe durch die Quick Reaction Force ]



Mehrheit der Deutschen hält Steinbrück für guten Kanzlerkandidaten

Samstag, 29. September 2012

Aber Merkel liegt bei Direktwahlfrage deutlich vor Steinbrück

Die Mehrheit der Deutschen hält Peer Steinbrück für einen guten Kanzlerkandidaten. In einer Blitzumfrage des ARD-DeutschlandTrends finden 58 Prozent, Steinbrück sei ein guter Kanzlerkandidat für die SPD. 21 Prozent sind nicht dieser Meinung. Bei den SPD-Anhängern ist die Zustimmung für Steinbrück noch größer: 75 Prozent der SPD-Anhänger halten ihn für einen guten Kanzlerkandidaten, 15 Prozent der SPD-Anhänger halten ihn für keinen guten Kandidaten. Wenn die Deutschen die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler direkt wählen könnten, läge Kanzlerin Angela Merkel allerdings klar vor ihrem SPD-Herausforderer. 50 Prozent würden sich für Merkel entscheiden (+ 5 im Vergleich zum Juli), 36 Prozent würden hingegen Steinbrück wählen (-5). Kanzlerin Angela Merkel ist aus Sicht der Deutschen sympathischer (42:37 Prozent) und glaubwürdiger (36:26 Prozent) als der Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, und sie wird als die stärkere Führungspersönlichkeit (61:21 Prozent) wahrgenommen. Nach Meinung der Bundesbürger verfügt Merkel über größeren Rückhalt in der eigenen Partei als Steinbrück (54:25 Prozent) und kann besser die Euro- und Schuldenkrise bewältigen als der ehemalige Finanzminister (35:25 Prozent). Jeweils 37 Prozent bescheinigen Merkel und Steinbrück, den größeren wirtschaftspolitischen Sachverstand zu haben. Beim Thema soziale Gerechtigkeit liegt Steinbrück vor Merkel: 40 Prozent finden, dass Steinbrück sich stärker für soziale Gerechtigkeit einsetzt, 24 Prozent denken dies über Amtsinhaberin Merkel. Für diese Blitzumfrage des ARD-DeutschlandTrends hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen am Freitag (28.09.2012) 1.001 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt.

Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
- Fallzahl: 1.001 Befragte
- Erhebungszeitraum: 28.09.2012
- Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
- Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
- Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50%

(Textquelle: ARD-Deutschlandtrend, WDR.de)

Bundeswehr beendet Auslandseinsatz in Bosnien-Herzegowina

Donnerstag, 27. September 2012

Kaum Wertschätzung

Sang- und klanglos geht der Bosnien-Einsatz der Bundeswehr zu Ende. Über 16 Jahre lang setzte sich Kontingent für Kontingent für eine Stabilisierung der Krisenregion in Europa ein, über ein Dutzend Deutsche ließen ihr Leben. Jetzt haben die letzten zwei Soldaten die Fahne in Sarajevo eingeholt. Doch kaum jemand schaute zu, dankte, bilanzierte oder gedachte der Opfer. Ist das die Wertschätzung, die die Gesellschaft der Truppe entgegenbringt? Weder Kanzlerin noch Außenminister oder Verteidigungsminister kamen zur Zeremonie. Selbst alle Staatssekretäre hatten wohl wichtigere Termine. Immerhin tauchte die deutsche Botschafterin auf. Viel weniger gibt das Protokoll aber nicht her.

Dieses freundliche Desinteresse gegenüber Auslandseinsätzen ist leider keine Ausnahme, sondern in der deutschen Gesellschaft oft die Regel. Das beklagen viele Soldaten, gerade jetzt in Afghanistan. Dort sind 4000 Männer und Frauen stationiert. Bisher sind mehr als 3000 NATO-Soldaten gefallen, darunter über 50 Deutsche. Wofür? Die Zweifel am Sinn von Auslandseinsätzen sind in der deutschen Bevölkerung groß. In Bosnien gibt es zwar Erfolge vorzuweisen. Zumindest schweigen dort im Unterschied zu Afghanistan die Waffen. Aber die Bundesregierung versäumt es, überzeugende Antworten und ehrliche Bilanzen zu liefern. Der Rückhalt für die Soldaten wird so nicht gestärkt. (Zitatende)

Kommentiert die ‘Neue Osnabrücker Zeitung’.
Die CDU Deutschlands teilte heute mit:
Gröhe: CDU dankt den deutschen Soldatinnen und Soldaten

Anlässlich des Abzugs der letzten deutschen Soldatinnen und Soldaten aus Bosnien-Herzegowina erklärt der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Hermann Gröhe:

Heute ziehen die letzten deutschen Soldatinnen und Soldaten aus Bosnien-Herzegowina ab. Voller Respekt und Anerkennung danken wir ihnen für ihr unermüdliches Engagement für Frieden in dem südosteuropäischen Land. Mit 17 Jahren war es der längste Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Über 60 000 Bundeswehrsoldaten haben dazu beigetragen, dass Bosnien-Herzegowina nach den Gräueln des Bürgerkriegs wieder die Chance auf eine gute Zukunft hat. In Gedanken sind wir besonders bei den 18 deutschen Soldaten, die für dieses Ziel ihr Leben gegeben haben. Wir werden ihnen ein würdiges Andenken bewahren. (Zitatende)

Bundeswehr.de berichtet aktuell  zur Chronologie des Einsatzes: Rückkehr aus Bosnien: Ein Einsatz endet.

(Textquellen kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de; CDU Deutschland;
Bildquelle: Bundeswehr.de, schweres Gerät der SFOR, der Verläufermission von EUFOR )

Hintergrundinformationen: EUFOR ALTHEA

Plante rechtsextremistische NSU-Terrorzelle Anschläge in Braunschweig/Niedersachsen?

Donnerstag, 27. September 2012

Offenbar hatte die rechtsextreme Zwickauer NSU-Terrorzelle Anschläge auch in Braunschweig geplant. Nach einem Bericht der in Hannover erscheinenden “Neue Presse” (Donnerstagsausgabe) fand sich unter den Asservaten ein Stadtplan von Braunschweig. Auf einem Kartenausschnitt waren mit blauem Stift Punkte markiert. Der türkische Generalkonsul Tunca Özcuhadar machte die Kreuze als Adressen von Moscheen, türkischen und iranischen Restaurants sowie Geschäften aus. Er habe nie gewusst, dass es eine solche Karte gab, sagte der Diplomat der Zeitung. Trotz der Zusicherung von Innenministern und Sicherheitsbehörden, alles für Sicherheit und Schutz zu tun, komme es nach wie vor zu Übergriffen, meist von Rechtsextremisten. “In den vergangenen Woche gab es islamfeindliche Schmierereien an der Ditib-Moschee in Göttingen und einer benachbarten Gemeinde wurde ein abgehackter Schweinekopf mit eingeritztem Hakenkreuz vor die Tür geworfen”, berichtet Özcuhadar. Wie die “Neue Presse” ebenfalls berichtet, hatten die drei Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach dem sechsten Mord ausgelassen auf einem Campingplatz in Gifhorn als Gäste einer Hochzeit mitgefeiert. Durch das Grölen von Naziliedern fielen sie anderen Campern auf. Der Campingplatzbesitzer rief die Polizei zu Hilfe .”Die hat gesagt, ich solle mich nicht so anstellen”, sagte er. Nicht einmal die Personalien seien überprüft worden . (Zitatende)

Berichtet die ‘Neue Presse Hannover’ heute.

(Textquelle kursiv: Neue Presse Hannover.de;
Grafikquelle: BKA.de; NSU-Fahndungsplakat)

Im Netz von Salafisten – Wie radikale Muslime junge Menschen verführen

Mittwoch, 26. September 2012

Sendetermin: Mittwoch, 17. Oktober 2012, 21.00 Uhr bei PHOENIX

Sie verteilen den Koran massenhaft in der Fußgängerzone. Die Radikalen unter ihnen gehen auf Demos gegen Mohammed-Karikaturen mit Gewalt auf Polizisten los. In diesen Tagen lernt die Öffentlichkeit extrem fundamentalistische Muslime kennen, die den Sicherheitsbehörden schon lange Sorgen bereiten: sogenannte Salafisten. Sie stehen für einen Ur-Islam, den viele von ihnen hier in Deutschland durchsetzen wollen. Für sie steht der Koran über den deutschen Gesetzen. Den Propheten Mohammed gilt es zu verteidigen.

Ihr bizarres Weltbild von Himmel und Hölle, Gläubigen und Ungläubigen predigen sie in Moscheen und verbreiten es im Internet. Sie verführen damit junge Menschen, die auf der Suche nach Orientierung sind. Wie aber gelingt ihnen das? Und was sind die Folgen? Der Film erzählt die Geschichte von Jugendlichen, die in die salafistische Szene abgerutscht sind. Von jungen Männern, die radikalisiert wurden, die sogar in den Heiligen Krieg zogen, wo sie ihr Leben ließen. Von Eltern und Familien, die um ihre Söhne, Töchter und Geschwister bangen. Von Insidern, die Indoktrinierung durch Salafisten hautnah erlebt haben. Von Hasspredigern, die von Moschee zu Moschee ziehen. Und von Menschen, die aufklären wollen und vor einer Radikalisierungswelle junger Muslime warnen.

Die Autoren Eric Beres und Fritz Schmaldienst haben monatelang recherchiert und zeichnen ein erschreckendes Bild: Die salafistische Szene hat Zulauf. Ihre Führungsfiguren nehmen für sich in Anspruch, den “wahren Islam” zu verkünden und bieten einfache Antworten in schwierigen Lebensfragen. Wer sich ihnen zuwendet, erfährt scheinbar Geborgenheit. Und landet am Ende in einer Gemeinschaft, für die vor allem eines zählt: das, was Allah befiehlt.

Film von Eric Beres, Fritz Schmaldienst, SWR/2012

(Textquelle: PHOENIX.de;
Bild: Koran, Mohammeds Aufruf zum Prophetentum und die erste Offenbarung; Blatt aus einer Kopie des Madschma at-tawarich, ca. 1425, timuridisch, aus Herat, heute im Metropolitan Museum of Art)



Polnische ISAF-Soldaten in Afghanistan retten Baby – am Wegesrand bei Patrouille entdeckt

Dienstag, 25. September 2012

Glücklicher Fund namens ‘Pola’

Im Osten Afghanistans in der Provinz Ghazni waren ISAF-Soldaten aus Polen auf Patrouille als sie am Wegesrand des Highway 1 etwas Verdächtiges entdeckten. Es stellte sich heraus, es war diesmal kein Sprengstoff (IED), sondern ein 2 Tage junges Baby (Bild oben), im 2-Kilometer-Radius keine weitere Menschenseele. Die polnischen Kameraden haben das Baby medizinisch versorgt, ihm geht es gut, sie gaben dem Findelkind, einem Mädchen, den Namen ‘Pola’
In der Original-ISAF-Mitteilung heißt es dazu:
Polish soldiers save 2-day-old baby in Ghazni
By Polish Capt. Marcin Gil

Task Force White Eagle
GHAZNI PROVINCE, Afghanistan (Sept. 21, 2012) —

Polish Soldiers found a 2-day-old infant on the side of the road while conducting a security patrol in Waghez District here, Sept. 19.

The Soldiers were patrolling down Highway 1 when they noticed a small bundle lying on the side of the road. They stopped and discovered the tiny female baby. There wasn’t a soul or building anywhere within two kilometres of the area.

“At first, we were afraid the bundle was an [improvised explosive device],” said Polish Lt. Krzysztof Kałwak, patrol commander. “After examining it turned out that it was a newborn girl wrapped up in a towel instead of IED. We were very surprised.”

A paramedic with the patrol immediately began checking over the little baby before she was taken to the field hospital at Forward Operating Base Ghazni.

At the Polish field hospital the entire staff waited in full readiness for the small patient. It was the first such an event in the history of the hospital.

We were prepared for the baby to be in very poor health, said Polish Major Waldemar Machala, a doctor at the field hospital. But after examining it, it turned out the girl was healthy. Machala said she was probably born about two days earlier.

The child quickly stole the hearts of the entire hospital staff. After several minutes they named the girl Pola, after Poland. Since the field hospital isn’t configured for neonatal care, one of the platoons was called on for a special task.

“I was called to the [Tactical Operations Center] for an urgent task; buy milk, a bottle and a teat, said Polish Master Cpl. Mirosław Myszka. “At first I thought that they were joking, but they told me briefly a history of the child so I conducted this task as quickly as I could. It is my fourth tour but I have not had such a task, yet.”

Later on, the Polish Task Force informed the local authorities and the Chief of the Provincial Hospital in Ghazni about the baby; and then Pola was given to the local Afghan doctors to continue care (Zitatende)
SPIEGEL ONLINE berichtet auch dazu.

(Bild-, Grafik-, Textquelle kursiv englisch: NATO.ISAF.int)

Insel-Streit: Taiwan und Japan liefern sich Wasserschlacht (Video)

Dienstag, 25. September 2012

Der Streit zwischen Japan, China und Taiwan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer wird immer heftiger: Dutzende taiwanische Schiffe drangen jetzt in japanisches Hoheitsgewässer vor – beide Seiten setzten Wasserwerfer gegeneinander ein.

(Videoquelle: Spiegel.tv;
Grafikquelle: CIA.gov)

GORCH FOCK kehrt zurück nach Kiel – Einlaufen am 27.09.2012 an der Tirpitz-Mole

Montag, 24. September 2012

Lang ersehntes Wiedersehen im Marinestützpunkt Kiel. Unter Führung seines neuen Kommandanten, Kapitän zur See Helge Risch (49), wird das Segelschulschiff “Gorch Fock” am Donnerstag, den 27. September, an seinem Stammplatz an der Tirpitz-Mole festmachen. Die Stadt Kiel bekommt damit nach mehr als neun Monaten Abwesenheit eines ihrer Wahrzeichen zurück. Die “Gorch Fock” wird in den kommenden Wochen mit der Segelvorausbildung der Stammbesatzung und der Segelcrew starten.

Zum Jahresende verlegt das Segelschulschiff in südlichere Gewässer. Im Frühjahr 2013 wird in Las Palmas auf Gran Canaria dann der erste Törn der Offizieranwärter der Crew VII/2012 an Bord gehen, um seine seemännische Basisausbildung aufzunehmen.

“Ich bin stolz Kommandant dieses Schiffes zu sein und freue mich mit meiner Besatzung auf die vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen”, sagte Kapitän zur See Helge Risch.

(Text-, Bilderquelle: Marine.de)

Wehrbeauftragter: Bundeswehr braucht bewaffnete Dohnen

Montag, 24. September 2012

Der Bundestags-Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus (FDP) fordert die Nutzung bewaffneter Drohnen bei Auslandsinsätzen der Bundeswehr wie in Afghanistan.
“Hätten unsere Soldaten bewaffnete Drohnen zur Verfügung, müssten sie nicht mehr hilflos zuschauen, wenn eigene Leute bedroht werden”, sagte er der ‘Süddeutschen Zeitung’. “Sie könnten dann eingreifen und den Gegener vertreiben, ohne Leben und Gesundheit eigener Kräfte zu gefährden.”

Die Bundeswehr hat in letzter Zeit wiederholt den Bedarf nach einer Bewaffnung mit Kampfdrohnen formuliert, Soldatenglück.de berichtete dazu, zuletzt Deutsche klar für Kampfdrohnen-Einsätze durch die Bundeswehr.

Zum SZ-Artikel: Afghanistan-Einsatz – Wehrbeauftragter für Kauf bewaffneter Drohnen.

Die ‘Neue Osanbrücker Zeitung’ kommentiert heute dazu:
Die Epoche der Kampfroboter hat begonnen

Die Bundeswehr benötigt für Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten die bestmögliche Ausrüstung. Kaum ein deutscher Verteidigungspolitiker würde dieser Grundmaxime widersprechen. Nur: In der Praxis wird gegen dieses wichtige Gebot immer wieder verstoßen, wie die unsägliche Debatte über den Kauf von Kampfdrohnen zeigt.

Es ist eine Zumutung für die deutschen Einsatzsoldaten in Afghanistan, dass sie im Unterschied zu den verbündeten US-Truppen seit Jahren keinen eigenen Zugriff auf diese moderne Technologie haben. Der Vorteil der Waffe liegt auf der Hand: Gegner können gezielter bekämpft werden, ohne das Leben eigener Soldaten gefährden zu müssen.

Künftige Militärhistoriker werden den verstärkten Einsatz von Kampfdrohnen wohl als Beginn einer Epoche einstufen, in der Roboter angefangen haben, den Menschen auf dem Schlachtfeld zu ersetzen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Pazifisten diese Entwicklung schrecklich finden. Daher sind die Gegenstimmen von Teilen der Opposition nicht verwunderlich.

Aus Sicht kämpfender Soldaten stellen bewaffnete Drohnen jedoch einen enormen Fortschritt dar, weil die Maschinen für sie das Risiko reduzieren, verletzt zu werden oder zu sterben.

Was mit den neuen Robotern gemacht wird, bleibt aber eine politische, rechtliche und ethische Frage. Der Drohnenkrieg des US-Präsidenten Obama in Pakistan wäre etwa nach deutschem Recht undenkbar. (Zitatende)

(Bilderquellen: Bundeswehr.de, Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus bei den Soldaten im ISAF-Einsatz;
U.S. AF.mil, PREDATOR-Drohne;
Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de

Hintergrundinformationen: Wehrbeauftrager des Deutschen Bundesatges

Soldat und Wölfe beim Nachtmarsch – Truppenübungsplatz Munster Wolfsrevier

Sonntag, 23. September 2012

Die Tiere sind neugierig aber nicht gefährlich

Munster – Im Rahmen des Ausbildungsbetriebes der Bundeswehr ist es vor kurzem zu einer ersten Begegnung eines Soldaten mit Jungwölfen gekommen. Während einer Nachtausbildung traf ein Soldat im Bereich des Truppenübungsplatzes Munster Nord auf mehrere Jungwölfe. Die Tiere folgten ihm auf seinem Orientierungsmarsch in einigem Abstand über einen längeren Zeitraum. Blieb der Soldat stehen, stoppten auch die Wölfe, ging er weiter, liefen sie ihm wieder hinterher. Als der Soldat zur Erfüllung seiner Aufgaben auf einen Turm kletterte, kam einer der Jungwölfe bis an die Leiter heran und lief erst davon, als der Soldat wieder herabkletterte und mit Füßen nach ihm trat. Mit einigem Abstand folgten die Wölfe dem Soldaten dann noch ein Stück auf seinem weiteren Weg, verloren nach einiger Zeit offensichtlich das Interesse und verschwanden in der Dunkelheit.

In enger Abstimmung mit dem Wolfsbeauftragten der Truppenübungsplätze Munster Nord und Süd hat der Standortälteste, Brigadegeneral Bernd Schütt, diesen Vorfall zum Anlass genommen, an die Soldaten Verhaltenshinweise für den Umgang mit Wölfen herauszugeben.

Da sich die Wölfe nicht nur in dem überwiegend gesperrten Bereich des Truppenübungsplatzes aufhalten, informieren die Bundeswehr Munster und die Bundesforst die Bevölkerung über diesen Vorfall. Es ist nicht auszuschließen, dass z.B. Pilzsammler oder Spaziergänger auf die Wölfe treffen.

Helge John, Wolfsberater des Bundesforstbetriebes für den Bereich Munster / Bergen stellt klar, dass die Jungwölfe, die jetzt circa sechs Monate alt sind, grundsätzlich keine Gefahr darstellen. “Die jungen Tiere sind neugierig, interessiert an allem Unbekannten!” Während “Alttiere” die Flucht ergreifen, wenn sie auf Menschen treffen oder Gefahr wittern, hierbei auch ihre Jungen zurücklassen, gehen die jungen Wölfe auf fast alles Unbekannte zu.

Für den Fall, dass Sie auf Wölfe treffen, gibt Helge John folgende Empfehlungen: “Verhalten Sie sich ruhig! Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand! Falls das Tier noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist, sprechen Sie den Wolf bestimmend an.”

Der Wolfsberater hat auch eine Bitte: Prägen Sie sich das Aussehen des Tieres gut ein, machen Sie gegebenenfalls ein Foto und teilen Sie ihre Beobachtungen mit. Helge John, der auch für weitere Fragen zur Verfügung steht, ist unter der Telefonnummer 05192 / 9825-19, erreichbar. Weitere Auskünfte können auch die Wolfsberater für den Heidekreis, Martin Tripp, Telefon 0170 / 3300940, bzw. des Landkreis Uelzen, Volker Einhorn, Telefon:05829 / 216, geben

Anmerkung:
Es ist bekannt, dass sich im Bereich Munster das erste Wolfsrudel, zwei Alttiere mit drei circa sechs Monate alten Jungtieren, aufhält. Diese Tiere sind bereits mehrfach gesehen worden, einer Begegnung mit Menschen war bisher nicht bekannt geworden.

(Textquelle: Polizei Niedersachsen.de, Polizeinspektion Celle;
Bildquelle: Wolfswelpen” von Sebastian Koerner / NDR-Naturfilm)