Bundeswehr-Kampfdrohnen und die Logik des Krieges
Donnerstag, 30. August 2012Die Logik des Krieges ist schlicht. Es geht darum, mit möglichst wenig eigenen Opfern maximal auf den Gegner einzuschlagen und ihm höchste Verluste zuzufügen. Drohnen sind danach aus militärischer Sicht ideale Waffen. Unbemannt, mit großer Reichweite und langer Flugdauer, können sie tief über Feindgebiet eingesetzt werden, ohne die eigene Haut zu riskieren. Die Bundeswehr wird sich dem Trend nicht entziehen können, schon weil sie fest in ein Bündnis integriert ist. Das allein kann jedoch keine Rechtfertigung für das Anschaffen derartiger Waffensysteme sein. Drohnen erlauben denen, die ihre Fernsteuerung in der Hand halten, den sterilen Waffeneinsatz im klimatisierten Lenk- Container. Da riecht es nicht nach Blut und Tod. Das geringe Eigenrisiko birgt zweifellos die Gefahr, dass die Hemmschwelle für den Waffeneinsatz sinkt. Deshalb muss es klare Einsatzregeln geben. Nötig ist eine breite gesellschaftliche Debatte – nicht nur über Drohnen, sondern überhaupt darüber, wann die Bundeswehr für welche Ziele ihr Arsenal einsetzen soll. (Zitatende)
Kommentiert die Ostsee-Zeitung aus Rostock.
Hintergrund: Der Inspeketuer der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, bezeichnet die Beschaffung von bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr als “militärisch sinnvoll”, an einer Beschaffung führe kein Weg vorbei. Die Bundeswehr plant von 2014/15 an, eigene unbemannte Kampfdrohnen zu beschaffen. Die US-Drohne Predator (Vergleichsbild oben) wird favorsiert.
“Ich kann den Soldaten am Boden nicht erklären, warum aus politischen Gründen erst ein bemanntes Flugzeug zur Luftunterstützung angefordert werden muss, was auch eine Drohne hätte leisten können”, sagte der Inspekteur der Luftwaffe heute in Berlin. Mit dem Zeitverzug gehe in solchen Fällen auch eine längere Bedrohung der Soldaten einher. Bewaffnete Drohnen könnten diese Gefahr minimieren. Damit folgt der Luftwaffen-Inspekteur der Position von Bundesverteidigungsminister de Maiziere. Soldatenglück.de berichtete dazu: Kampffähige Drohnen – Zum besseren Schutz unserer Soldaten.
(Textquelle kursiv: Ostsee-Zeitung.de;
DoD.gov, Predator-Drohne)

















