Archiv für August, 2012

Bundeswehr-Kampfdrohnen und die Logik des Krieges

Donnerstag, 30. August 2012

Die Logik des Krieges ist schlicht. Es geht darum, mit möglichst wenig eigenen Opfern maximal auf den Gegner einzuschlagen und ihm höchste Verluste zuzufügen. Drohnen sind danach aus militärischer Sicht ideale Waffen. Unbemannt, mit großer Reichweite und langer Flugdauer, können sie tief über Feindgebiet eingesetzt werden, ohne die eigene Haut zu riskieren. Die Bundeswehr wird sich dem Trend nicht entziehen können, schon weil sie fest in ein Bündnis integriert ist. Das allein kann jedoch keine Rechtfertigung für das Anschaffen derartiger Waffensysteme sein. Drohnen erlauben denen, die ihre Fernsteuerung in der Hand halten, den sterilen Waffeneinsatz im klimatisierten Lenk- Container. Da riecht es nicht nach Blut und Tod. Das geringe Eigenrisiko birgt zweifellos die Gefahr, dass die Hemmschwelle für den Waffeneinsatz sinkt. Deshalb muss es klare Einsatzregeln geben. Nötig ist eine breite gesellschaftliche Debatte – nicht nur über Drohnen, sondern überhaupt darüber, wann die Bundeswehr für welche Ziele ihr Arsenal einsetzen soll. (Zitatende)

Kommentiert die Ostsee-Zeitung aus Rostock.

Hintergrund: Der Inspeketuer der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, bezeichnet die Beschaffung von bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr als “militärisch sinnvoll”, an einer Beschaffung führe kein Weg vorbei. Die Bundeswehr plant von 2014/15 an, eigene unbemannte Kampfdrohnen zu beschaffen. Die US-Drohne Predator (Vergleichsbild oben) wird favorsiert.

“Ich kann den Soldaten am Boden nicht erklären, warum aus politischen Gründen erst ein bemanntes Flugzeug zur Luftunterstützung angefordert werden muss, was auch eine Drohne hätte leisten können”, sagte der Inspekteur der Luftwaffe heute in Berlin. Mit dem Zeitverzug gehe in solchen Fällen auch eine längere Bedrohung der Soldaten einher. Bewaffnete Drohnen könnten diese Gefahr minimieren. Damit folgt der Luftwaffen-Inspekteur der Position von Bundesverteidigungsminister de Maiziere. Soldatenglück.de berichtete dazu: Kampffähige Drohnen – Zum besseren Schutz unserer Soldaten.

(Textquelle kursiv: Ostsee-Zeitung.de;
DoD.gov, Predator-Drohne)



Nackte Solidarität mit Prinz Harry von Windsor (Bilder, Video)

Donnerstag, 30. August 2012

Britische Soldaten sind königstreu und Kameraden und zeigen das mit nackten Tatsachen.

 Ihr Kamerad, Prinz Harry von Windsor, und Enkel der Queen ist mal wieder in Bedrängnis geraten, weil er Partys feiert und dabei die (Kampf)Sau rauslässt, zuletzt in Las Vegas/USA.
Soldatenglück.de berichtet regelmäßig über Prinz Harry und Prinz William, die in den britischen Streitkräften als Offiziere dienen. Vor fast 15 Jahren am 06. September 1997 war der Tag als die Mutter von Harry, Prinzessin Diana, beigesetzt wurde. Die Bilder, wie ihre damals 15 und 12 Jahre alten Söhne William und Harry den Sarg begleiteten und das Schicksal der Halbwaisen, von denen der eine immer mal wieder über die Stränge schlägt, sind jedem noch präsent. Wohl auch darum haben viele Kameraden und Briten Verständnis und sogar Sympathie für Harry´s Eskapaden, die gelegentlich derb sind, doch nie wirklich schlimm.

Mehr bei salute4harry bei facebook, wer als deutscher Soldat auch Bilder machen und einstellen will, kann das dort oder auch bei Soldatenglück.de,

bitte immer gut und brav die äußeren Geschlechtsmerkmale mit Waffe, Helm, Mütze, Hand, Panzerrohr etc bedecken … wie die beschnittenen Jungs unten von den Israel Defence Forces (IDF).

 Harry daheim in England

(Bilderquellen: facebook, nackte britische Kameraden;
MoD.uk, Prinz Harry erhält die Pilotenschwingen von seinem Vater Prinz Charles Prinz Harry salutiert;
Videoquelle: via YouTube)

Fliegende Krankenschwester in Afghanistan – Niederländisch-deutscher Transall-MEDEVAC am Hindukusch (Video)

Donnerstag, 30. August 2012

TWO NATIONS - ONE MISSION > FOR LIFE – AIRMEDEVAC

Op Mazar-e-Sharif staat 24 uur per dag, 7 dagen per week een C-16 Transall-transportvliegtuig klaar om gewonden van en naar de verschillende kampen in Noord-Afghanistan te vervoeren.
Der holländischen Text muss eigentlich nicht übersetzt werden, die niederländischen und deutschen Mädels und Jungs holen 24/7 (twentyfourseven) mit der ‘Trall’ verwundete Kameraden der ISAF-Truppe aus den Feldlagern in Nordafghanistan nach Mazar (MES) ins ISAF Regional Command North (Feldlager Marmal mit Feldlazarett und den medizinischtechnischen Möglichkeiten* eines deutschen Kreiskrankenhauses) zur medizinischen Weiterbehandlung – und das ist gut zu wissen.
* mit Multifunktions- und Schockräumen, einer Intensivstation und Behandlungsräumen, Operationssäle und eine umfangreiche Diagnostik sowie Labors und einer Apotheke

Hier direkt zum richtigen Flight nurse in Afghanistan Video

(Videoquelle: Defensie.nl)

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel gibt mögliche Kanzlerkandidatur auf

Mittwoch, 29. August 2012

Im heutigen stern-Interview erklärt der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel (52), der neben Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier, als Kanzlerkandidat der SPD gehandelt wurde: “Ich werde nicht mehr 12 bis 16 Stunden verfügbar sein”. Als Vater könne er “natürlich nicht mehr jede Veranstaltung mitmachen, das wird nicht jeder verstehen”. Einiges könne er allerdings auch von zu Hause erledigen.

Damit gibt Gabriel, den der FDP-Politiker Christian Lindner (Jahrgang 1970) aktuell im Handelsblatt einen “pubertierenden Schulhofschläger” nennt, offenbar seine mögliche Kanzlerkandidatur auf und überlässt Steinbrück (Jahrgang 1947) und Steinmeier (Jahr 1956) das Feld.
Gabriel ist zwar ein “alter” Vater aber gefühlt jung genug, um sich zu einem späteren Zeitpunkt als SPD-Spitzenkandidat um die Bundeskanzlerschaft zu bewerben. Inwiefern Frank-Walter Steinmeier sich mit seiner gesundheitlichen Einschränkung den Belastungen einer möglichen Kanzlerschaft gewachsen sieht, bleibt abzuwarten.
Nach der aktuellen Umfrage im DeutschlandTrend der tagesschau vom 17. August 2012 zur Frage nach dem SPD-Kanzlerkandidaten mit den besten Voraussetzungen  antworteten 29 Prozent “Peer Steinbrück”, 27 Prozent “Frank-Walter Steinmeier” und nur 12 Prozent “Sigmar Gabriel”. Bei der Bewertung des ZDF-Politbarometers vom 24 August 2012 rangiert Gabriel auf Platz 7, Steinmeier auf Platz 4 und Steinbrück auf Platz 5, bei der Frage “wer wäre ihnen als Bundeskanzler lieber” hat Steinmeier 37 Prozent (Merkel 54 %) Zustimmung, Steinbrück 36 Prozent (Merkel 54 %) und Gabriel 28 Prozent (Merkel 63 %) Zustimmung.

stern-Interview:
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat angekündigt, nach der Rückkehr aus seiner Babypause sein Leben nicht mehr komplett der Politik unterzuordnen. “Ich werde nicht mehr 12 bis 16 Stunden am Tag verfügbar und unterwegs sein. Das wird nicht mehr gehen”, sagte Gabriel, der im April Vater eines Mädchens geworden ist, in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Als Vater könne er “natürlich nicht mehr jede Veranstaltung mitmachen, das wird nicht jeder verstehen”. Einiges könne er allerdings auch von zu Hause erledigen.

In diesem Zusammenhang wies Gabriel Kritik an seiner Medienpräsenz während seiner als Auszeit von der Politik angekündigten Babypause zurück. “Man kann Interviews auch am Telefon führen. Und Papiere am Computer schreiben, wenn das Kind schläft”, sagte Gabriel dem stern. “Wohl nur die wenigsten Eltern sitzen monatelang am Kinderbett und warten darauf, dass ihr Baby wach wird. Nachdenken übrigens ist auch mit Kindern durchaus üblich und auch nicht verboten.”

Der SPD-Chef sieht es als “eine der ganz großen Aufgaben dieses Jahrzehnts” an, “Arbeit und Leben wieder mehr zu verschränken” und Lebensarbeitszeitmodelle zu entwickeln, die es Arbeitnehmern ermöglichen, ohne Einkommensverluste in bestimmten Lebensabschnitten weniger zu arbeiten. Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, “dass die wöchentliche Arbeitszeit in jeder Lebensphase gleichbleibt und immer nur um höheren Lohn gekämpft wird. Eigentlich ist es ein Kampf um Leben, um Zeit. Zeit ist für viele Menschen eine neue Währung”, so Gabriel zum stern. Moderne Sozialpolitik sei deshalb auch Zeitpolitik.

Gabriel warnte im stern vor der Debatte um ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Wer hoffe, dass danach alles leichter werde, täusche sich. “Das würde den Euro nicht dauerhaft stabilisieren. Und das Land würde auch außerhalb der Euro-Zone ohne Hilfe im Elend verkommen. Das wird niemand zulassen wollen.” (Zitatende)

(Textquelle kursiv: Gruner+Jahr, stern.de;
Bildquelle: BMU.de)

Deutsche Meisterschaft Sportschießen mit über 5.000 Teilnehmern in München

Mittwoch, 29. August 2012

Endspurt zum “Wochenende der Schützenvereine” hat begonnen

Über 5.000 Sportlerinnen und Sportler kommen vom 31.08. bis 11.09.2012 auf der Olympia-Schießanlage Garching-Hochbrück bei München zusammen, um bei diesen nationalen Titelkämpfen ihre Sieger zu ermitteln. Damit ist die DM Sportschießen eine der größten jährlich stattfindenden Sportveranstaltungen in Deutschland.

Der Veranstaltungsort könnte kaum geschichtsträchtiger sein: Die Olympia-Schießanlage Hochbrück im Norden der bayerischen Landeshauptstadt wurde anlässlich der Olympischen Spiele 1972 errichtet. Erst vor zwei Jahren fand hier unter den Augen vieler tausend Zuschauer die Weltmeisterschaft im Sportschießen statt – die “beste WM, die es je gab”, wie Garry Anderson, Vizepräsident des Internationalen Schießsportverbandes ISSF, damals betonte.

Ab Freitag werden nun die nationalen Titelträger in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Flinte, Laufende Scheibe und Armbrust 10 Meter ermittelt. Dabei ist gerade die gute Stimmung auf dem weitläufigen Gelände legendär. Viele Teilnehmende kommen mit ihrer Familie oder Freunden nach Hochbrück, die sie bei den Wettbewerben unterstützen, und nutzen die Zeit für ein Wiedersehen mit anderen Schießsportbegeisterten. In diesem Jahr werden darüber hinaus auch nahezu alle Olympiateilnehmer der DSB-Mannschaft an den Start gehen. Zuschauer sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Der Deutsche Schützenbund sowie der Bayerische Sportschützenbund werden die diesjährige Deutsche Meisterschaft schließlich nutzen, um mit einem Trimm-Dich-Parcours den Endspurt zum “Wochenende der Schützenvereine” am 6. und 7. Oktober einzuläuten. Dieses besondere Wochenende steht ganz im Zeichen des sympathischen Maskottchens “Trimmy”. Am ersten Oktoberwochenende werden alle Interessierten dann die Gelegenheit haben, den faszinierenden Schieß- und Bogensport in einem von weit über 4.000 teilnehmenden Vereinen selbst kennenzulernen.

Der Deutsche Schützenbund ist mit 1,4 Millionen Mitgliedern in 20 Landesverbänden und 15.000 Vereinen der älteste und viertgrößte Spitzensportverband Deutschlands. Weitere Informationen zur Deutschen Meisterschaft sowie zum “Wochenende der Schützenvereine” finden Sie unter http://www.dsb.de/start/.

(Text-, Grafikquelle: Deutscher Schützenbund, DSB.de)



Helikopter-Weltmeisterschaft 2012 im russischen Drakino (Video)

Mittwoch, 29. August 2012

Bei der 14. World Helicopter Championship in Drakino, rund 100 Kilometer südlich von Moskau, messen sich Hubschrauber-Piloten aus aller Welt. Wettkampf-Disziplinen sind unter anderem Präzisions-Flug oder Slalom, aber auch ein Freestyle-Wettbewerb wird ausgetragen. Mehr bei DW.de und bei 14whc2012.org.

(Videoquelle: Deutsche Welle.de)

Hintergrundinformationen: 14th FAI WORLD HELICOPTER CHAMPIONSHIP

Fall Uwe Barschel: Nach zehn Monaten immer noch kein StA-Bericht über verschwundene DNA-Spur Haar

Dienstag, 28. August 2012

 

Die internen Ermittlungen über ein in der Lübecker Staatsanwaltschaft verlorenes Haar, das aus dem Genfer Hotelzimmer Uwe Barschels stammt, sind auch zehn Monate nach Bekanntwerden der Panne immer noch nicht abgeschlossen. Das berichten die Lübecker Nachrichten (Mittwoch-Ausgabe). “Jedes einzelne Asservat im Fall Barschel wird jetzt bei uns nachgeschaut. Da haben wir keine Eile”, sagte der stellvertretende Behördenleiter, Ralf Peter Anders, der Zeitung und verwies auf die notwendige Sorgfalt.

Die Kieler Staatsanwaltschaft soll das mysteriöseVerschwinden des Haars, das im Landeskriminalamt einer DNA-Analyse unterzogen werden sollte, auf eine strafrechtliche Relevanz prüfen. Den Ermittlern in der Landeshauptstadt seien aber die Hände gebunden, solange die Lübecker Kollegen ihren internen Bericht nicht übermittelten, schreibt das Blatt weiter. Das Haar war auf dem Bett des 1987 unter ungeklärten Umständen in Genf ums Leben gekommenen Ex-Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) gefunden worden. Es stammt mit Sicherheit nicht von ihm selbst.

An anderen Kleidungsstücken des Politikers sowie einem Hotel-Badetuch, die inzwischen auf einen genetischen Fingerabdruck untersucht worden waren, war die DNA-Spur einer zweiten, unbekannten Person nachgewiesen worden. Damit muss sich in der Todesnacht eine zweite Person in Barschels Hotelzimmer aufgehalten haben. Die Lübecker Staatsanwaltschaft, die den Fall übernommen hatte, lehnte die Neuaufnahme von Ermittlungen erst zuletzt ab. In ihrem Abschlussbericht lassen die Ermittler ausdrücklich offen, ob Barschel Selbstmord beging oder ermordet wurde. (Zitatende)

Berichten die “Lübecker Nachrichten” in ihrer morgigen Ausgabe.
Soldatenglück.de berichtet regelmäßig über den “Fortgang” im Kriminalfall Barschel, zuletzt Ende Juli 2012: Neue Spur im Fall Uwe Barschel – Fremde DNA-Spuren an Kleidung (Video).

(Textquelle: Lübecker Nachrichten.de;
Grafiqkquelle: Landespolizei Schleswig-Holstein.de))

Bundeswehrführung drängt das Thema “Sexuelle Gewalt in den Streitkräften” an den Rand

Dienstag, 28. August 2012

Die Bundeswehr-Führung hat nach Angaben aus führenden Bundeswehr-Kreisen Einfluss auf die neue Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr zur Lage der Frauen in der Bundeswehr genommen mit dem Ziel, das Thema sexuelle Gewalt an den Rand zu drängen. Das berichtet die in Halle erscheinende “Mitteldeutsche Zeitung” (Dienstag-Ausgabe). Die einschlägigen Fragen seien zunächst im Entwurf des Fragebogens enthalten gewesen, heißt es. Sie seien jedoch auf Anweisung des ehemaligen Inspekteurs der Streitkräftebasis und stellvertretenden Generalinspekteurs Wolfram Kühn gestrichen worden. Instituts-Geschäftsführer Ernst-Christoph Meier sagte dazu, wer in dem Prozess der Erarbeitung der Studie welche Rolle gespielt habe, sei “für Externe nicht relevant”. Das Thema sei in der Studie jedenfalls erneut erfasst. In welcher Weise, das wollte er aber nicht verraten, da sie noch nicht fertig sei. Er ließ zudem offen, ob die Ergebnisse in absehbarer Zeit präsentiert würden. Denn über die Veröffentlichung entscheide nicht das Institut allein, sondern auch das Ministerium, so Meier. Und die Auswertung und interne Diskussion innerhalb der Bundeswehr könne durchaus “ein paar Monate” dauern. Bei der ersten Studie über die Lage der Frauen in der Bundeswehr von 2008 seien zwischen Fertigstellung und Publikation immerhin drei Jahre vergangen. Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels erklärte der “Mitteldeutschen Zeitung” daraufhin, die Bundeswehr sei wie jede andere Armee der Welt aufgrund der Kasernierung “eine besondere Institution. Und deshalb muss man auf das Thema ein besonderes Augenmerk legen. Es gibt keinen Grund, es zu tabuisieren.” Der sicherheitspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, sagte dem Blatt: “Sollte Kühn in die Freiheit des Sozialwissenschaftlichen Instituts eingegriffen haben, wäre das ein Skandal. Und so lange keine neue Studie auf dem Tisch liegt, gelten die alten Zahlen. Die sind gravierend.” In der Studie von 2008 gaben fünf Prozent der Frauen zu Protokoll, sexuelle Gewalt in der Bundeswehr erlitten zu haben, 19 Prozent sprachen von sexuellen Belästigungen und 58 Prozent von sexistischen Bemerkungen. Die Studie rückte in den Fokus, nachdem eine 25-jährige Soldatin im niedersächsischen Bückeburg brutal vergewaltigt worden war. Als ihr Autor, der Wissenschaftliche Instituts-Direktor Gerhard Kümmel, öffentlich auf die Zahlen verwies, wurde er von Meier öffentlich korrigiert. (Zitatende)

Berichtet die “Mitteldeutsche Zeitung” aus Halle heute.
Soldatenglück.de berichtete gestern: Sexuelle Gewalt in der Bundeswehr – SOWI will es nicht mehr so genau wissen ….

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Soldatinnen bei der Marine)

Sexuelle Gewalt in der Bundeswehr – SOWI will es nicht mehr so genau wissen …

Montag, 27. August 2012

Die Zahlen des Jahres 2008 sprechen ihre eigene Sprache. Sie förderten unter anderem zutage, dass Vorgesetzte einschlägigen Hinweisen oft nicht nachgehen und viele Frauen deshalb resigniert haben. So was möchten sie im Verteidigungsministerium nicht so gerne in der Zeitung lesen. Dennoch führt an Transparenz kein Weg vorbei. Denn Frauen bedürfen in der Bundeswehr des besonderen Schutzes, weil sie eine Minderheit sind und Armeen einen besonderen Charakter haben. Die neue Studie sollte also nicht erst nach Monaten, sondern sofort nach ihrer Fertigstellung publiziert werden. Und wenn sie so große Probleme aufzeigt wie die letzte, dann muss der verantwortliche Minister reagieren. (Zitatende)

Kommentiert die “Mitteldeutsche Zeitung” aus Halle.
Mehr Informationen im MZ-Artikel
Sexuelle Gewalt in der Bundeswehr – Institut will es nicht mehr so genau wissen -
Als eine 25-jährige Soldatin vor zwei Wochen in der Kaserne von Bückeburg brutal vergewaltigt wurde, da wies der Wissenschaftliche Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr, Gerhard Kümmel, daraufhin, dass dies kein Einzelfall sei. Etwa fünf Prozent aller Frauen in der Bundeswehr erführen ausweislich einer von ihm erarbeiteten Studie aus dem Jahre 2008 sexuelle Gewalt am eigenen Leibe, 19 Prozent hätten Erfahrungen mit sexueller Belästigung und 58 Prozent mit sexistischen Bemerkungen …. (weiter).

Soldatenglück.de berichtete bereits im Juni 2008: Wie geht es den Frauen in der Bundeswehr – Gleichberechtigung erst beim Sterben? (Videos).

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Frauen als Soldatinnen)

Bundespräsident Gauck gegen Fremdenfeindlichkeit: Tausende gedenken Ausländerhatz in Rostock (Videos)

Montag, 27. August 2012

Zum 20. Jahrestag der fremdenfeindlichen Krawalle in Rostock-Lichtenhagen hat Bundespräsident Gauck zu einer wehrhaften Demokratie und zum Eintreten gegen Rechtsextremismus aufrufen. Die Vorfälle von damals seien “bis heute für die Stadt ein Brandmal”, sagte der in Rostock geborene Präsident.
Seine Rede wurde kurzzeitig durch Zwischenrufe wie “Heuchler” von Linksautonomen gestört.
Tausende Menschen, viele aus anderen Teilen Deutschlands angereist, demonstrierten an diesem Wochenende in Rostock gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz.
Die Übergriffe hatten 1992 weltweit für Entsetzen gesorgt. Tagelang hatten rechte Randalierer in Lichtenhagen ein überfülltes Asylbewerberheim belagert und unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze auf das Haus und das dort ebenfalls untergebrachte Ausländerwohnheim geworfen, das schließlich in Brand geriet. Die Polizei war mit der Situation überfordert.

Die “Neue Osnabrücker Zeitung” kommentiert dazu:
Ein echter Gauck

Das war wieder mal ein echter Gauck. Der Bundespräsident aus Ostdeutschland und Rostocker Ehrenbürger hat in Lichtenhagen erneut viele eigene Erfahrungen in eine Rede einfließen lassen. Es war eine persönlich gefärbte und zugleich staatsmännische Ansprache im besten Sinne – mit Kritik am zögerlichen Verhalten von Polizei und Feuerwehr im Sommer 1992 und mit Erklärungen, warum die Krawalle entstanden, ohne dass Gauck das Verhalten der Jugendlichen und der Zuschauer in irgendeiner Form billigte.

Grundsätzliche Ausführungen zum Gewaltmonopol des Staates kamen ebenso vor wie Gaucks Lieblingsthema Freiheit und Verantwortung. Auf die Situation der Asylbewerber ist der Bundespräsident eingegangen, ohne sich in tagespolitischen Details etwa über das Bleiberecht zu verlieren.

Entschieden wandte sich Gauck gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Dabei musste er sich gleichzeitig Zwischenrufe von linksextremistischen Störern anhören. Auch das belegt: Aufrufe zu Toleranz und für eine wehrhafte Demokratie sowie gegen Hass und Gewalt bleiben 20 Jahre nach den erschreckenden ausländerfeindlichen Vorfällen von Lichtenhagen aktuell.

Allen, die immer noch meinen, das Amt des Bundespräsidenten sei überflüssig, beweisen Reden wie diese: Nein, das ist es nicht. Deutschland braucht ein Staatsoberhaupt, das sich für Minderheiten und die Menschenwürde einsetzt. (Zitatende)

Dazu auch das Spiegel-TV-Video: Knirschendes Gedenken in Rostock: Linke brüllen gegen Gauck, Ärger um deutsche Eiche

Bundespräsident Gauck nimmt Staat und Bürger im Kampf gegen Rassismus in die Pflicht – linke Aktivisten brüllen ihm “Heuchler” entgegen. Wie schwierig das Gedenken an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen von 1992 ist, zeigte sich in Rostock-Lichtenhagen bereits am Morgen, als ein umstrittener Baum gepflanzt wurde.

(Videoquellen: euronews.de; spiegeltv;
Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Bundespräsident.de)

Hintergrundinformationen: Die vollständige Rede von Bundespräsident Joachim Gauck am 26. August 2012 in Rostock-Lichtenhagen.