Die nächste Generation Light-MG Made in USA – Lightweight Medium Machine Gun (LWMMG) von General Dynamics
von Sebastian ~ 16. Mai 2012. Zu lesen unter: Rüstungsindustrie.Der “BMVg-Haus- und Hoflieferanten” Heckler&Koch und Rheinmetall bekommen transatlantisches “Gegenfeuer”. Der US-Hersteller General Dynamics trumpft mit der nächsten Generation Lightweight Medium Machine Gun (LWMMG) auf. Lightweight steht bei dem LVMMG für 24 Pounds = 10,9 Kg und Distanz für eine maximale Kampfentfernung von 1.700 Meter.
Einen Rückstoss wie die 7,62×51 NATO soll das leichte US-amerikanische MG haben, aber Reichweite wie ein Schweres MG3 (11,7 Kg, maximale Kampfentfernung: 1.200 Meter) vom Hersteller Rheinmetall.
Man kann sich vorstellen was die Soldaten z.B. im ISAF-Einsatz in Afghanistan mit einer solchen leichten-schweren Waffe in der Hand an Feuer- und Durchschlagskraft zur Verfügung hätten. Die Waffe hat in einigen Bereichen die Wirkung eines schweren Maschinengewehrs und geht durch Lehmwände “wie ein heisses Messer durch Butter”.
Die Munition ist sehr ähnlich der .338 Lapua Magnum, die z.B. Großbritannien schon lange in ihren Scharfschützengewehren verwendet. Mit dieser Munition wurde u.a. der weiteste bekannte Treffer eines Scharfschützen im Kampfeinsatz verzeichnet. Die Bundeswehr schießt mit maximal .300 Winchester (G22) oder mit 12,7 mm im sperrigen H&K G82, das zu schwer(12,9 kg ungeladen, maximale Kampfentfernung: ca. 1.800 Meter)  ist, um in Gesamtheit wirklich optimal zu sein.
Dazu auch der Sturmgewehr-Beitrag: Bundeswehr-Gewehr G36 bedingt einsatzbereit, Waffe wird bei Feuergefechten heiß, Treffergenauigkeit sinkt auf Eindrittel (Video).
Technische Daten des neuen Lightweight Medium Machine Gun (LWMMG):
Caliber: .338
Weight: 24 pounds
Length: 49 inches
Rate of fire: 500 rounds per minute
Ammunition: .338 Norma Magnum
Projectile: 300gr Sierra HPBT, FMJ, AP
Muzzle Velocity: 2,650 feet per second
Barrel Length: 24 inches
Max Effective Range: 1,860 yards (1,700 meters)
Maximum range: 6,170 yards (5,642 meters)
Mount: M192 tripod, or various vehicle mounts
Hintergrundinformationen: GENERAL DYNAMIC Combat Systems (Bildquelle)
Dank an Raptor für den Leser-Hinweis!


16. Mai 2012 um 20:48 Uhr
Da sind ein paar Fehlerchen im Text.
Reichweite wie schweres MG M2 Browning in 12,7 mm
wiegt aber weniger als das MG3 der BW.
16. Mai 2012 um 20:51 Uhr
Durch ne 1m dicke Lehmmauer wird das LWMMG auch nicht gehen, aber durch etwas dünnere Wände oder eine mitteleuropäische Ziegelmauer, Baumstämme etc. mit Sicherheit.
16. Mai 2012 um 21:17 Uhr
Der doppelte Sniper-Kill wurde übrigens mit .338 Lapua Magnum auf 2475 Meter erzielt. Der Schütze hat 2 Taliban beseitigt, die ein MG bemannt hatten, welches auf ISAF-Truppen feuerte.
https://en.wikipedia.org/wiki/Sniper#Longest_recorded_sniper_kills
16. Mai 2012 um 23:55 Uhr
Während der Operation Desert Storm 1981 waren 12 % der amerikanischen Verluste direkte Treffer durch eigene Schützen. Eine offizielle Statistik für “Kollateralschäden” an Zivilbevölkerung und Únbeteilgten habe ich nicht gefunden, diese liegt jedoch nach Schätzungen ganz erheblich über der Zahl getöteter “Feinde”. Und das gilt für die gut ausgerüsteten, ausgebildeten und geführten US-Miltärs – es wird bei allen anderen Militärs noch viel schlimmer sein.
http://www.salon.com/2009/01/15/friendly_fire_6/
Nicht besser abgestimmte Waffen, sondern intelligentere Lösungen und weniger infantiles Personal sind nötig.
17. Mai 2012 um 13:24 Uhr
@JFHF: Also, bei allem Respekt…. mehr am Thema vorbei geht ja nun wirklich nicht….. und dann noch so einseitig. Als wäre nicht Beides notwendig!
17. Mai 2012 um 14:03 Uhr
@JFHF und TheDude
“sondern intelligentere Lösungen und weniger infantiles Personal sind nötig”
Was soll denn das bitte heißen?
17. Mai 2012 um 17:12 Uhr
@Koffer: Frag nicht mich, frag JFHF !
18. Mai 2012 um 00:26 Uhr
Das soll heißen, dass bei den US-Amerikanern offensichtlich eine völlig andere Einstellung gegenüber anderen Kulturen herrscht, was sich auch durchaus im Verhalten der Soldaten zeigt.
Um es deutlich zu sagen: In den unteren Dienstgraden tummeln sich in keiner Armee die geistigen Überflieger, sodass Probleme mit schlecht geführtem Personal insbesondere bei den Amerikanern keine Neuigkeiten sind. Allerdings sind auch wir Deutschen davon nicht verschont, wenn man sich einige Vorfälle der letzten Zeit anguckt.
Mag sein, dass das mit der Ausbildung der Führungspersonen zu tun hat – nach meinen Erfahrungen unterscheidet sich da die Bundeswehr mit dem preußischen Prinzip des gebildeten (vgl. Studium, auch wenn sich daraus nicht zwangsläufig Intelligenz ableiten lässt) Offiziers von dem für die US-Armee üblichen “Personenlenker”, der seine Einheit mehr oder weniger an der Leine halten kann.
Aber genug Schmutz über den Amerikanern ausgeschüttet, die mit den gegebenen Mitteln und Soldaten doch einiges geschafft haben – mit nicht geringen Opfern!
Hier gilt es wohl eher in der Politik anzusetzen, welche insbesondere in den USA die Armee nur als längeren Arm ihrer Machtinteressen verwendet hat und verwendet.
18. Mai 2012 um 09:37 Uhr
Hurra,
da wird ein MG über den grünen Klee gelobt, welches grade mal 600 gr leichter ist als das HK 121, aber der Truppe im Einsatz drei weitere neue Munitionssorten beschert.
Zugegebenermassen beträgt die wirksame Reichweite 1.200 m, aber Infanterie kämpft in der Regel bis 600m effektiv und hält bis 800m nieder. Das schafft die 7,62 x 51 mm auch!
Jetzt bitte noch folgendes bedenken:
Die Patrone .338 Norma Magnum wiegt etwa 34 gr, die NATO 7,62x51mm etwa 24 gr. Bei 200 Patronen im Kasten macht das einen Gewichtsunterschied von satten 2 kg! – das war ja wohl nichts mit “Lightweight”.
Und die Mauern in AFG “fressen” selbst 12,7mm Geschosse.
Das einzige Argument, welches ich zählen lasse, ist die bessere Durchschlagsleistung eben bis 800m – aber ist das wirklich 1,4 kg mehr Gewicht wert?
18. Mai 2012 um 13:32 Uhr
@Bear: Das LWMMG ist eine Waffe für spezielle Situationen und spezielle Soldaten. Mag sein, dass man 100 Schuss weniger herumträgt, dafür sind aber Ziele bei richtiger Anwendung auch mit deutlich weniger Munition erledigt.
Vor allem befähigt es zur Bekämpfung von Zielen, die vorher immun waren, und das wäre mir immer 1,4 kg wert!
Zugegeben, auf ner langen Fusspatrouille durch die Berge wollte ich auch nicht unbedingt die dicken Murmeln schleppen, aber da kann man halt auch mal das MG4 einpacken.
Zumindest ist das Konzept m.E. interessant genug, um ein paar Testreihen bezüglich der Praktikabilität durchzuführen.
18. Mai 2012 um 13:34 Uhr
Zur Lehmmauer: Ich würde darauf wetten, dass sich ein LWMMG mit ein paar Salven schneller durch eine Lehmmauer gefressen hat, als ein G82 im langsamen Einzelfeuer es täte.
18. Mai 2012 um 13:41 Uhr
http://www.defensereview.com/general-dynamics-armament-technical-products-gdatp-338-nm-lwmmg-338-norma-magnum-lightweight-medium-machine-gun-for-overmatch-capability-potential-game-changer-for-mobile-infantry/
18. Mai 2012 um 17:38 Uhr
@TheDude
D’accor – für spezielle Situationen und spezielle Soldaten = für Spezialkräfte. Da stimme ich zu!
Aber Du wirst zugeben müssen, dass 1,4 kg für den regulären Infanteristen schon eine ganze Menge sind! In meinen Augen sogar zuviel, da es mit 200 Patronen ja nicht getan ist.
Testreihen – ja, die Spezialkräfte haben dafür sogar Mittel – das Feldheer hat sie nicht!