Thema im Schweriner Landtag: Bundeswehr an Schulen (Videos)

von Sebastian ~ 27. April 2012. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik, Video.

Auslegung des “Beutelsbacher Konsens” in Meck-Pomm strittig -
Bundeswehr als Störfaktor in Schule und Gesellschaft?

Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern schlagen der Antrag “Bundeswehr nicht bevorzugen” von den Bündnis-Grünen und deren Erklärungen dazu in der Öffentlichkeit hohe Wellen, einzelne Grüne unterstellen Jugendoffizieren der Bundeswehr und der einladenden Lehrerschaft den gezielten militärischen Mißbrauch der Politischen Bildungs-Aufgabe u.a. an Schulen für Nachwuchswerbung.
Torsten Renz MdL spricht am 26.04.2012 im Landtag Mecklenburg-Vorpommern zum Thema “Keine Bevorzugung der Bundeswehr an Schulen und eine breite politische Bildungsarbeit (Beutelsbacher Konsens) gewährleisten”.

16. Landtagssitzung – Keine Bevorzugung der Bundeswehr an Schulen – Andreas Butzki (SPD).

Hintergrund:
Beutelsbacher Konsens
I. Überwältigungsverbot.

Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der “Gewinnung eines selbständigen Urteils” zu hindern . Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.

2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.

Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknüpft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten. Zu fragen ist, ob der Lehrer nicht sogar eine Korrekturfunktion haben sollte, d. h. ob er nicht solche Standpunkte und Alternativen besonders herausarbeiten muss, die den Schülern (und anderen Teilnehmern politischer Bildungsveranstaltungen) von ihrer jeweiligen politischen und sozialen Herkunft her fremd sind.

Bei der Konstatierung dieses zweiten Grundprinzips wird deutlich, warum der persönliche Standpunkt des Lehrers, seine wissenschaftstheoretische Herkunft und seine politische Meinung verhältnismäßig uninteressant werden. Um ein bereits genanntes Beispiel erneut aufzugreifen: Sein Demokratieverständnis stellt kein Problem dar, denn auch dem entgegenstehende andere Ansichten kommen ja zum Zuge.

3. Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren,

sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen. Eine solche Zielsetzung schließt in sehr starkem Maße die Betonung operationaler Fähigkeiten ein, was eine logische Konsequenz aus den beiden vorgenannten Prinzipien ist. Der in diesem Zusammenhang gelegentlich – etwa gegen Herman Giesecke und Rolf Schmiederer – erhobene Vorwurf einer “Rückkehr zur Formalität”, um die eigenen Inhalte nicht korrigieren zu müssen, trifft insofern nicht, als es hier nicht um die Suche nach einem Maximal-, sondern nach einem Minimalkonsens geht. (Zitatende)

(Videoquellen: YouTube CDU Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern;
Grafikquelle: Bundeswehr.de,

Hintergrundinformationen: Jugendoffiziere der Bundeswehr, Jugendoffiziere im Unterricht

7 Kommentare zu Thema im Schweriner Landtag: Bundeswehr an Schulen (Videos)

  1. Kerveros

    Aber wenn Lehrer gegen die Bundeswehr hetzen ist das genehm? Grade die Grünen haben in der Hinsicht doch so den einen oder anderen Vorfall in mir bekannten Schulen gehabt…

  2. Michael

    Ich habe im Allgemeinen bedenken, die Schulen sollten “Frei” von jeglicher Indoktrination sein…ob BW, Versicherer oder sonstige Firmen…..die BW kann wie McDoof eine Filiale betreiben und sich dort ihre Kunden besorgen ! Besser; eine BW und McDoof Filiale nebeneinander….

  3. Steffen

    @ Michael:
    Die Schulen sollten auch ein gewisses Maß an praxisorientierten Bildungsinhalten liefern und die findet man nun Mal nur sehr begrenzt bei Lehrern.
    Die deutsche Gesellschaft (und insbesondere die Politik) mokiert sich ständig über die Politikverdrossenheit und Politikunwissenheit der Jugend. Aber wenn mal das Verteidigungsministerium echte Experten an die Schulen schickt, NICHT um zu werben, sondern um über Aussen- und Sicherheitspolitik zu referieren, dann schreit das rote und grüne Gesocks wieder los.
    Bitte nicht vergessen: Die Bundeswehr gibt keine Doktrin vor, sondern ist dem Primat der Politik unterstellt. Wenn Offiziere über Sicherheitspolitik referieren, dann kann das für die Schüler nur ein Gewinn sein, denn sie erhalten Einblicke in diese Themenbereiche, die ihnen der gemeine Lehrer niemals vermitteln könnte.
    Also mal schön die Kirche im Dorf lassen, ja? Bundeswehr an Schulen hat nichts mit Indoktrination zu tun, sondern mit Bildung. Den Unterschied sollte man besser kennen, bevor man Bw und McDoof-Filialen nebeneinander stellen will.

    Wenn wir mal ehrlich sind, sind die ablehnenden Haltungen von Linkspartei, Grünen und teilweise SPD der Bundeswehr gegenüber nicht in rationalen Sorgen begründet. Sie basieren auf komplett irrationalen Annahmen, die Bundeswehr würde Dinge tun und von ihr würden Gefahren ausgehen, die sich in der Realität nie bestätigen ließen. Oder aber auf einer über Generationen hinweg angewöhnten ablehnenden Haltung, frei nach dem Motto “Bundeswehr ist doof – warum? – Is’ so!”.

    Und übrigens…. Werbung an Schulen? Why the hell not? Letztes mal als ich in das GG geschaut habe,m stand dort, dass der Bund Streitkräfte zur Verteidigung aufstellt und dass im erweiterten Sinne dass die Bundeswehr die freiheitlich demokratische Grundordnung schützt. Wenn jetzt diese Vorzeigemodelle politischer Parteien *hust* versuchen, Werbemaßnahmen der Bundeswehr an allen Ecken und Enden zu untergraben, zu verhindern usw…. Dann spricht das doch schon Mal Bände über die Ansichten dieser Parteien bzgl. dem Staatsgefüge der BRD.
    Man könnte in besonders krassen Fällen sogar so weit gehen, an der Verfassungstreue gewisser Politiker zu zweifeln… Aber leider wird ja hierzulande jeder, der solche Vorwürfe äußert, sofort als Nazi beschimpft und damit jedes Gegenwort im Keim erstickt…

  4. Dr.Stern

    @Michale: Es heißt richtigerweise McDonald’s, eine Firma namens McDoof konnte ich auch nach intensiver Recherche nicht ausfindig machen, meine Such maschine schlug aber immer wieder “meinen Sie McDonald’s?” vor, so dass ich davon ausgehe Du meinst McDonald’s und hast dies mit Deinem überschwelligen Anti-Amerikanismus versehen.

  5. TheDude

    Was habt ihr denn auf ein Mal mit McFress? ^^

  6. Michael

    @ Dr.Stern

    McDonald´s hat nichts mit meinen kritischen Standpunkten gegenüber den USA zu tun ! Seit dem ich dort nicht mehr esse habe ich ordentlich Abgenommen !

    Als ich noch in der Schule war, gab es Vorträge von jeglichen Menschen aus aller Welt, auch Soldaten….beeindruckend !

  7. Peter

    Soweit ist es also schon gekommen dass unsere BW nicht an den Schulen referrieren kann als ob sie Verbrecher wären.Gleichzeitig hat man aber keine Probleme ehemalige RAF-Mörder in den Schuldienst zu übernehmen wie es in Bremen passierte.Deutschland ach was Europa ist vor allem moralisch am Ende nicht so sehr finanziell

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