ISAF-Einsatz am Hindukusch: “Alarmstufe Rot” in Afghanistan (Video)
von Sebastian ~ 25. Februar 2012. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen, Video.In den Bundeswehrlagern in Afghanistan werden nach der Koranschändung die Wachen verstärkt. “Es wird mit weiteren Ausschreitungen gerechnet. Die Menschen sind plötzlich radikalisiert”, sagt ZDF-Reporter Uli Gack.
Soldatenglück.de berichtete zum Thema: Afghanistan-Einsatz: BundeswehrVerband kritisiert anhaltende Schwäche der afghanischen Sicherheitskräfte, Afghanistan: Bundeswehr auf der Flucht, USA-Afghanistan: Präsident Obama entschuldigte sich persönlich für Koran-Verbrennung (Video), Afghanistan-Einsatz: Bundeswehr räumt vorzeitig deutsches ISAF-Camp in Talokan, Afghanistan: Commander ISAF General John R. Allen reagiert auf die Protestwelle nach unabsichtlicher Koran-Verbrennung (Video) und Afghanistan – Zu früh für Truppenabzug? (Video).
(Videoquelle: ZDF.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, deutsche ISAF-Kräfte im Raum OP North)























25. Februar 2012 um 09:28 Uhr
was heißt, die Bw hätte Talokan “geräumt”? Die FAZ schreibt heute, man hoffe, daß man später das zurückgelassene Material noch vorfinden werde, die afghanischen Wachleute würden ja weiter bezahlt. Man kann sich vorstellen, wie diese Räumung vonstatten ging. Der Provinzgouverneur Abdul Dschabr Takwa hat der dpa über die deutschen Soldaten berichtet: “Sie gingen alle, ohne uns Bescheid zu “sagen.
Und in der SZ steht, die tödlichen Auseinandersetzungen zwischen afghanischen und amerikanischen SOLDATEN hätten ein Ausmaß angenommen, dass in der modernen Militärgeschichte zwischen “Alliierten” beispiellos sei, dies war vordem in der New York Times in Form der vertraulichen Studie eines Heereskommandos veröffentlicht worden. Dieser Geheimreport zeichnet ein Bild tiefsten Mißtrauens und latenten Hasses zwischen den Soldaten zweier fremder Kulturen. Und deutsche Soldaten bilden die afghanischen aus….
25. Februar 2012 um 10:29 Uhr
Wir demütigen die Afghanen seit Jahren, verletzen ihren Stolz und merken es nicht.
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2267765
Die meisten Menschen frieren im Winter und leben von der Hand in den Mund. Dann kommen zuweil nachts nette Spezialtruppen mit Stiefeltritten zu Gast und durchsuchen die Privathäuser. Kampfflugzeuge im Tiefflug und Hubschrauber schrecken die Leute aus dem Schlaf. Die Afghanen sind traumatisiert. Die medialen Erfolgsmeldungen des Westens empfinden sie als Hohn. Damit werden sie beleidigt.
Vor diesem Hintergrund können Partnering, Zusammenwirken und geordnete Übergabe der Sicherheitsverantwortung nicht funktionieren. Aber auch das ist keine spektakulär neue Erkenntnis. Vor einem Jahr habe ich deutlich darauf hingewiesen.
http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/das-partnering-kann-nicht-funktionieren–43234836.html
Die afghanischen Soldaten und Polizisten sind Teil des durch uns gedemütigten Volkes. Sie wissen, dass sie nach dem Abzug der Soldaten des Westens ihren Familien Rechenschaft ablegen müssen.
Ein Funke genügt, um dem Zorn der Menschen freien Lauf zu geben.
Entschuldigungen von Politikern und Militärs empfinden die Leute als Hohn. Immer wieder und schnell wird ihr unterschwelliger Hass erneut in Aggressionen ausbrechen.
Nichts von alledem ist verwunderlich. Entsprechende Warnungen an die Politik gibt es seit Jahren. Aber die Leute, die bei uns Warnungen und Empfehlungen aussprechen werden ausgegrenzt. Auch eine Art der Demütigung.
25. Februar 2012 um 11:28 Uhr
Habe mir erlaubt, den letzten Absatz Ihres Beitrages hierher zu kopieren:
Gibt es eine Alternative zum Partnering und wenn ja, wie könnte die aussehen?
Heiducoff: Ja gibt es – aber nicht nur in Form von militärischem Druck. Die Alternative zum Partnering ist der Beginn von Verhandlungen. Die afghanischen Soldaten sind doch nicht mit dem Herzen bei der Ausbildung. Sie wissen, dass sie nach 2014 alleine zurück bleiben und denken an die Zukunft ihrer Familien. Das Partnering kann nicht funktionieren.”
Die Alternative zum Partnering ist also Verhandeln? Mit Verlaub, das ist ein bisschen dünn als Schlussfolgerung. Wer soll hier mit wem wozu verhandeln? Könnten Sie Ihren Ansatz etwas präzisieren?
25. Februar 2012 um 12:01 Uhr
Den Bonus, den die US-Amerikaner bei den Afghanen(vor allen Dingen ja vorwiegend bei der Nordallianz) vor 10 Jahren
hatten, haben sie durch ihr eigenes, durch Unwissendheit und Arroganz geprägtes Gehabe,was in meinen Augen etwas
urtypisch US-Amerikanisches ist, selbst verschuldet.
Früher hieß es ,, Am deutschen Wesen soll die Welt genesen”.
Um die US Politik zu charakterisieren braucht da nur etwas ausgetauscht zu werden.
Schon mal überlegt; vielleicht wollten die Afghanen garnicht
befreit werden?? Vielleicht geht es ja nur um seltene Erden?
Lächerlich ist es zu behaupten die Menschen sind plötzlich
radikalisiert. Der Reporter sollte nach Brüssel versetzt werden!! Was alle nicht begriffen haben,ist die Tatsache
das man im Grunde nicht gewaltsam von Aussen als Fremdmacht in einen inländischen Bürgerkrieg eingreifen kann.Wenn ja führt das immer zu einer Eskalation wie alle gerade erleben. Schon vor 10 Jahren war diese Art des Eingreifens Unsinn! Viel Spass bei einem geordneten Truppenabzug ohne Gesichtsverlust!!
25. Februar 2012 um 12:14 Uhr
Kleine Ergänzung:
Im 1. Satz wollte ich zum Ausdruck bringen das die US Amerikaner ihren Anfangsbonus durch ihren Benimm bei den Afghanen längst verloren haben.
25. Februar 2012 um 12:24 Uhr
@Ernst Bause
Stimme Ihnen voll zu, es tut gut, zu erfahren, dass sich immer mehr Bürger gegen diesen Unfug zur Wehr setzen.
Erlaube mir, zwei Bücher zu empfehlen, die äußerst spannend zu lesen sind und für das Verständnis des heutigen Amerikas unentbehrlich:
F7 POLK, William R.: Aufstand – Widerstand gegen Fremdherrschaft XXXXX
Vom amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis zum Irak
Aus dem Englischen von Ilse Utz
Hamburger Edition Sept. 2009 340 S.
Es reicht, die Einleitung und den Ausblick, den vor allem, zu lesen, die Länderkapitel enden ja alle gleich.
E9 GREINER, Bernd: Krieg ohne Fronten XXXXXX
Die USA in Vietnam
Hamburger Edition 2009 596 S.
Das ist die Wahrheit über Vietnam: Imperium – Macht – Gewalt! Ein grausames Buch, der Autor hat neulich hier in Hamburg einen Vortrag gehalten.
25. Februar 2012 um 13:20 Uhr
Erinnerungen an Saigon, die haben da gar nichts im Griff…..nun haben wir genug Geld vergoldet, kommt nach Hause !
25. Februar 2012 um 13:43 Uhr
@mietsch
Die Alternative zum Partnering ist also Verhandeln? Mit Verlaub, das ist ein bisschen dünn als Schlussfolgerung. Wer soll hier mit wem wozu verhandeln? Könnten Sie Ihren Ansatz etwas präzisieren?
In aller Kürze:
Das Inteview ist bereits einige Monate alt.
Zum Thema “Verhandeln” sind inzwischen viele Vorschläge an die NATO und die Bundesregierung gemacht worden. Verhandlungen zunächst um einen Waffenstillstand. Es gab erste Kontakte zwischen ISAF und Mittlern der Taliban. ISAF hat die Kontakte einseitig beendet.
Lesen Sie bitte den Shorish-Plan und weiter führende links:
http://www.aixpaix.de/afghanistan/milizen.html
Selbst die seriöse FAZ hat ein Interview mit Shorish gemacht.
Offensichtlich sind seitens des Westens Shorish und seine Verhandlungsvorschläge nicht gewollt. Man müßte auch die nächtlichen Hausdurchsuchungen und Drohneneinsätze einstellen. Dies wollen die Amerikaner nicht.
Sicher ist das Thema “Verhandeln” sehr kompex und schwierig, aber man muß sich dieser Herausforderung stellen. Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger gestaltet sich ein Verhandlungsprozess.