Fotoausstellung “Krieg” von James Nachtwey im Militärhistorischen Musem Dresden (Video)
von Sebastian ~ 14. Februar 2012. Zu lesen unter: Soldatenglück Kultur, Video.“KRIEG – Fotografien von James Nachtwey”
12. Februar 2012 bis 31. Mai 2012
Für die erste Sonderausstellung hat das Militärhistorische Musem (MHM) der Bundeswehr in Dresden den wohl renommiertesten Kriegsfotografen unserer Zeit, den New Yorker James Nachtwey (63), ausgewählt. Es werden rund 70 Bilder von Nachtwey gezeigt, die aus 6 Themenkomplexen seines Schaffens stammen, sowie in einer Deutschlandpremiere sein berühmtes rund 11m breites Wandfries “The Sacrifice” – erst zum dritten Mal überhaupt nach Ausstellungen in den USA und Frankreich. Thematisch geht es neben den Kriegsgebieten von Afghanistan bis Indonesien auch um “Hunger als Waffe”.
Fotoausstellung
Kriege werden vor allem über einprägsame Bilder erinnert. Fehlen diese, werden Kriege jenseits der Kampfzone nicht wahrgenommen. Deshalb erfüllen Kriegsfotografen, wenn sie sich einer Zensur oder politischen Vereinnahmung entziehen, eine überlebenswichtige Aufgabe für die Selbstwahrnehmung von Gesellschaften. Die weltberühmten Fotografien von James Nachtwey sind Teil des neuzeitlichen Bildgedächtnisses. Sie sind Zeugnisse äußerster Gewalt, die sich einer Beschreibung mit Worten meist versagt. Einige der von James Nachtwey porträtierten Menschen scheinen sich mit ihren Blicken direkt an ihr Gegenüber außerhalb des Bildes zu wenden. Ihre Blicke gerinnen dabei zu Fragen, denen man sich nicht entziehen kann.
James Nachtwey
James Nachtwey zählt zu den weltweit bekanntesten Kriegsfotografen unserer Zeit. Seit 1981 dokumentieren seine Bilder die allgegenwärtige Gewalt auf allen Erdteilen. Dabei zeigen seine Fotografien nicht nur physische und psychische Gewaltausübung, sondern auch Armut und Hunger als Folgen und Mittel der Gewalt. James Nachtwey erhielt für sein fotografisches Werk zahlreiche Auszeichnungen: den Heinz Award, die Robert Capa Gold Medal, den World Press Photo Award, den Leica Award. Sieben Mal wurde er zum „Magazine Photographer of the Year“ gewählt. Am 11. Februar 2012 erhält James Nachtwey für sein Engagement gegen Krieg und Gewalt den „Dresdner Friedenspreis“. Seit 2010 vergibt der Förderverein „Friends of Dresden“ den mit 25.000 € dotierten Preis als internationalen Friedenspreis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Konflikt- und Gewaltprävention.
Zum Flyer der Sonderausstellung
Öffnungszeiten des Museums
Donnerstag bis Dienstag 10 bis 18 Uhr
Montag 10 – 21 Uhr
Mittwochs ist das Museum geschlossen
Die Sonderausstellung im 2. OG (Wechselausstellungshalle) ist während der Öffnungszeiten ohne zusätzliche Eintrittsgebühr beim Besuch der Dauerausstellung zugänglich.
(Textauszüge: MHM Bw.de, Bildquelle: Bundeswehr.de;
Videoquelle: via YouTube)























14. Februar 2012 um 14:18 Uhr
Am 18.05.11 titelte die FAZ: „Das neue Antikriegsmuseum der Bundeswehr“. Der Leiter des Museums, Oberst Rogg, erklärte dazu: „Wir blicken auf unsere Streitkräfte auch kritisch, während sie woanders nach wie vor Teil der Identifikation sind.“
Mir fällt dazu nur ein: Gibt es in diesen Land eigentlich auch jemand, der wohlwollend auf „unsere“ Streitkräfte schaut. Immerhin tragen die am Hindukusch im Auftrag unserer Parlamentarier „ihre Haut zu Markte“. Ich kann mir nicht helfen, ich finde diese unendliche „Selbstzerfleischung“ inzwischen nur noch abstoßend.
15. Februar 2012 um 10:44 Uhr
@Politikverdruss
Die Bevölkerung wird sich von “unseren” Streikräften nicht vorschreiben lassen, wie sie über sie zu denken hat. Die Spitze unserer Streitkräfte sollte darüber nachdenken, woher das Stirnrunzeln (mindestens) und die Wut (zunehmend) der Gesellschaft kommt und ob und wie man das ändern kann. Speziell der Einsatz in AFG wird von der Bevölkerung hier überhaupt nicht verstanden. Und von der Bevölkerung dort in AFG ja auch nicht. Wenn Sie heute in der FAZ S.3 ganzseitig lesen, dass die Leute dort meist die Mittelfinger zeigen und schon die Kinder Steine schmeissen, und wenn sie lesen, wie dort die Blicke sind, muß man sich fragen, was der ganze grobe Unfug dort überhaupt soll. Es wird niemand gezwungen, sehr geehrter Herr Politikverdruss, dort “seine Haut zu Markte zu tragen”. Die, die das dort machen, müssen das mit ihrem Gewissen vereinbaren.
15. Februar 2012 um 11:47 Uhr
@Michael Lindner
“Wenn Sie heute in der FAZ S.3 ganzseitig lesen, dass die Leute dort meist die Mittelfinger zeigen und schon die Kinder Steine schmeissen…”
Dort steht: “Dass die Leute hier regelmäßig Steine schmeißen und den Mittelfinger zeigen, versucht die Besatzung zu ignorieren.” In großen Teilen des Nordens verhält sich die Bevölkerung nicht feindselig gegenüber der Bundeswehr, und Steinwürfe gegen Schützenpanzer sind nicht selten Ausdruck kindlichen oder jugendlichen Übermutes. Feindselige Afghanen würden IEDs legen.
Was es jedoch gibt, ist ein deutlicher Vertrauensverlust v.a. der nichtpaschtunischen Bevölkerungen und der paschtunischen Partner von ISAF gegenüber der Bundeswehr. Man nimmt die Bundeswehr als Armee mittlerweile nur noch wenig ernst. Wenn Oberst Rogg sagt: “Wir blicken auf unsere Streitkräfte auch kritisch, während sie woanders nach wie vor Teil der Identifikation sind”, dann bringt er damit ein militärisches Selbstverständnis zum Ausdruck, das für die Masse der Afghanen nicht nachvollziehbar ist und nicht respektiert wird.
Da die Bundeswehr im politischen Auftrag handelt, trägt die Politik zwar dafür die Hauptverantwortung. Nicht selten handelt die militärische Führung aber in vorauseilendem Gehorsam. Die Verlegung der Schützenpanzern oder Artillerie wurde z.B. lange Zeit von der militärischen Führung bewusst nicht gefordert, weil angeblich “zu martialisch”. Irgendwann ging es nicht mehr anders, und dann stellte sich heraus, dass die Schützenpanzer bei den meisten Afghanen nicht Ablehnung sondern Vertrauensgewinn und Respekt erzeugen und die Artillerie oft eine besssere (und auch zivilbevölkerungsschonende) Alternative zur Luftnahunterstützung ist.
Der Habitus des Unmilitärischen, für den auch das Militärhistorische Museum steht, und der im Einsatz mancher Fehlentscheidung zu Grunde lag, sollte m.E. daher kritisch hinterfragt werden.
15. Februar 2012 um 12:07 Uhr
@Thomas Schneider
Wenn die Besatzung des deutschen Panzers, was Sie glauben herausstellen zu müssen, versucht, ein Verhalten zu ignorieren (Steine, Mittelfinger), ändert das nichts daran, dass das stattfindet, was zu ignorieren sie sich bemüht: Steine und Mittelfinger für die deutschen Soldaten!
Es ist zu vermuten, daß Sie nie in Zentralasien waren. Vielleicht sprechen Sie mal -bevor Sie sich dazu hier weiter auslassen – wenigstens mit Dr. Schetter in Bonn oder sehen in dessen neueste Veröffentlichung: Der Taliban-Komplex, zwischen Aufstandsbewegung und Militäreinsatz Campus Herbst 2011.
Und wenn Ihnen das Militärhistorische Museum nicht gefällt: Dann besuchen Sie es doch nicht. Aber wenn Ihnen die Museen, die die Bevölkerung sich errichtet, nicht gefallen, dann gefällt Ihnen die Bevölkerung, die hzu den Museen gehört, wahrscheinlich auch nicht. Womit wir dann wieder beim eigentlichen Thema wären: Sie werden uns nicht zwingen, Sie so, wie Sie sich darstellen, zu lieben.
Mit allen guten Wünschen
Michael Lindner
15. Februar 2012 um 12:25 Uhr
@Michael Lindner
Mir fällt auf, dass Sie gerne “Name Dropping” an die Stelle eines Argumentes setzen. Was sagt Herr Stetter denn, was meiner Darstellung widersprechen würde?
Und was haben Sie in Afghanistan erlebt, das Sie die Dinge so anders sehen lässt? Gerne würde ich Ihre Eindrücke mit meinen vergleichen. Wo waren Sie denn genau eingesetzt?
15. Februar 2012 um 12:43 Uhr
Machen Sie sich schlau, der Mann heißt Dr. Schetter, Sie legen ja auf Titel soviel Wert und wenn Sie dann noch was für sich und Ihre Meinungsbildung tun wollen, lesen Sie die Studien usw. der SWP zum Thema, z.B. “Freund oder Feind” von Münch. Und dann erklären Sie mir, wer Sie sind, für wen Sie sprechen und wo Sie stecken. Ansonsten werde ich mich mit Ihnen nicht weiter unterhalten können. Es sind ja gar nicht so viele, die sich mit Ihnen überhaupt noch auseinandersetzen wollen, gestern bei der FüAk hörte ich, die seien froh über jeden von außen, der da überhaupt hinkomme. Also: Sie müssen mit uns von der Bevölkerung schon vernünftig umgehen. Dienstgrad kennen Sie ja. Haben Sie denn auch einen?
mfg ML
15. Februar 2012 um 12:54 Uhr
Herr Lindner, woher rührt Ihre Verbitterung? Können Sie es als Ex-Soldat nicht nachempfinden, dass Ihre ehemaligen Kameraden in Afghanistan auch ihrer Gehorsamspflicht nachkommen. Sie dienen loyal, treu und tapfer einem Staat, der in jeder Hinsicht rechtlich einwandfrei Streitkräfte in Afghanistan einsetzt. Können Sie auf diesem Hintergrund einen stichhaltigen Grund nennen, der die Bundeswehrsoldaten von ihrer Gehorsamspflicht entbinden könnte.
Über den Afghanistan-Einsatz kann man geteilter Auffassung sein. Keine Frage. Aber alleine aus der oben beschriebenen Lage heraus schuldet das Land ihren Soldaten ebenfalls Loyalität. Und jeder Einzelne kann sich in diesem Punkt nicht aus seiner Verantwortung heraus stehlen. Die Frage des Für und Wider im Afghanistan-Konflikt ist eine politische. Dort sollte der Streit darüber auch ausgetragen werden. Nicht aber auf dem Rücken der Soldaten.
15. Februar 2012 um 13:09 Uhr
@Michael Lindner
“Und dann erklären Sie mir, wer Sie sind, für wen Sie sprechen und wo Sie stecken.”
Ich wähnte mich bislang in einer Diskussion und wusste ja nicht, dass ich hier an einem Verhör teilnehme
Dass Sie meine Fragen zu Ihrer Afghanistan-Erfahrung so nervös machen, hätte ich nicht vermutet.
Aber bitte: Mein letzter Dienstgrad war Hauptmann; ich bin ursprünglich ausgebildeter Infanterist (Jägertruppe), in Afghanistan war ich in drei Einsätzen insgesamt ca. 1,5 Jahre eingesetzt und habe dort hauptsächlich Gesprächsaufklärung im Raum Kabul sowie nördlich und ostwärts davon sowie im Raum Mazar-e-Sharif betrieben, und ich “stecke” mittlerweile wieder in Deutschland. Sprechen tue ich nur für mich bzw. gebe hier nur meine Privatmeinung wieder.
Ich bin leider nicht so belesen wie Sie und interessiere mich aufrichtig dafür, was ggf. Herr Schetter oder die SWP zum Thema schreiben, was meine Darstellungen ggf. wiederlegt. Vielleicht können Sie darauf kurz eingehen, da Sie die Literatur ja offenbar gut kennen.
Und ich bitte Sie nochmals höflich, etwas näher auszuführen, welche persönlichen Erfahrungen in Afghanistan (wo Sie ja offenbar eingesetzt waren) Sie zu anderen Schlussfolgerungen kommen lassen, die Sie so selbstbewusst vortragen.
15. Februar 2012 um 13:49 Uhr
@Politikverdruss
Der Herr Major Pfaff hat Ihnen das Beispiel dazu gegeben.
Dennoch ist er immer noch im Dienst. Näheres Art. 4 GG.
Und aus den 120 Seiten des Urteils Bundesverwaltungs-gericht dazu.
@Thomas Schneider
Besten Dank für Ihre Klarstellungen. Ihre Kriegserfahrungen dort in AFG selbst kann ich nicht teilen, habe aber 5 Jahre lang als Geograph an den Einsatzgrundlagen mitgearbeitet und im Jahr 2009 im Amt erklärt, warum ich das nicht länger machen möchte. Ich war längere Zeiten in Nordpakistan, Tadschikistan und immer wieder in Kirgisistan usw., insgesamt fünfzehn Mal in Zentralasien, aber nie in einem Ihrer Eisenschweine.
Zu den Literaturen ,müssen Sie mal die letzten Monate bei AFG hier nachsehen, ich hab öfter was geschrieben und das geht ja alles erst richtig los, Ihr werdet Eure Debatte noch bekommen. Ich hatte schon versprochen, eine Literaturliste von 100 Titeln zu machen, die bei Soldatenglück ca. 15.März erscheinen soll mit Hinweisen darauf, in welcher Datenbank dann Einzelheiten zu den Büchern ersichtlich sind, aber, wie ich Sie kenne, wird es Sie sowieso Überwindung kosten, die Seite anzuklicken. Dann Ihr Problem. Wir können nur anbieten.
Nun muß ich das bis heute Nacht fertig haben, bin aber schon bei Nr.98. Dann geht das zu den Technikern der Datenbank. Das kostet alles Zeit,. viel Zeit. Und heute abend ist noch eine Veranstaltung über Kriegsverrat, also Vergangenheitspolitik in Deutschland mit Opfern der Militärjustiz, leben ja noch welche, an der Debatte muß ich mich natürlich beteiligen, das werden Sie inzwischen einsehen. Ich werde ggflls. auch von meinen Erfahrungen bei Soldatenglück erzählen und zwar zeitnah. Und darum bitte ich jedenfalls jetzt, mich mit weiteren Fragen nicht abzulenken, denn sonst werde ich nicht termingemäß fertig.
SWP und Dr.Schetter können Sie leicht ergoogeln, SWP ist ja für die Bundesregierung tätig und Schetter hat recht viel veröffentlicht auch an Aufsätzen, mit ihm hatte ich öfter “sozusagen dienstlich” zu tun und sehe auch, die Veränderungen seiner Haltung vor dem Zeithindergrund.
Bitte nicht diese gelben Monde, die mochte ich schon bei Koffer nicht. Alles Quatsch. Gehöre nicht zu dieser Mondgeneration.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Lindner
15. Februar 2012 um 16:28 Uhr
Herr Lindner,
Herr Pfaff hat den Gehorsam im Zusammenhang mit dem völkerrechtlich umstrittenen Irak-Krieg verweigert. Dass er nun im Fall des Afghanistan-Krieges in irgendeiner Weise als Beispiel taugen könnte, sehe ich nicht.
15. Februar 2012 um 16:41 Uhr
Beide Fälle verbindet, dass der Dienstherr eine gewissensschonende Alternative anzubieten hat, wenn den Soldaten das Gewissen drückt. Urteil 2 WD 12.04 runterladen, ausdrucken, durcharbeiten, steht alles drin. Oder Sie kaufen sich das Buch vom Herrn Major Pfaff: Totschlag im Amt. Da steht sogar noch mehr drin. Aber lassen Sies lieber, sonst werden Sie nur noch politikverdrossener als so schon. Ob das Problem mit dem Gewissen für den Irak, in Afghanistan, in Mali, in Syrien oder im Iran oder einen kommenden Einsatz auf der Rückseite des Mondes besteht, ist egal. Und wenn es erstmal um die Rückseite des Mondes geht, werden die Juristen auch begründen warum unser Grundgesetz auch da gilt – wenn auch nur für unsere Soldaten. ML
15. Februar 2012 um 17:17 Uhr
@Michael Lindner
Danke für die offene und sachliche Antwort. Vermutlich lassen sich solche Themen von Angesicht zu Angesicht besser diskutieren als im Netz.
15. Februar 2012 um 22:37 Uhr
@Michael Lindner
Meine Meinung zu “Major” Pfaff kennen Sie ja, dass muss ich nicht wiederholen.
Aber eines möchte ich hier nochmals deutlich machen:
Das Pfaff-Urteil ist bisher ein Einzelfall der Rechtsprechung, weder wurde das Gesetz geändert, noch hat sich dies bisher in der Rechtsprechung durchgesetzt (glücklicherweise).
Und nach dem man den Richter der das verbockt hat zwischenzeitlich in einen andere Senat abgeschoben hat, dürfte sich das vermutlich so auch nicht wiederholen.
15. Februar 2012 um 22:41 Uhr
@Poltikverdruss
Volle Zustimmung!
Der Glaube die Innere Führung oder der Staatsbürger in Uniform oder der Gutmensch oder oder oder würde uns von unserer Gehorsamspflicht entbinden stört mich immens.
Und auch, dass man UNS Soldaten für eine Entscheidung “mithaftbar” machen will, die eine politische ist…
16. Februar 2012 um 00:58 Uhr
@koffer
ist das Urteil in Sachen Pfaff rechtskräftig oder nicht? Sind Sie bereit, sich an Urteile der Judikative zu halten oder nicht? Ist der Major Major oder nur “Major” aus Ihrer Sicht? Keine Ausflüchte, veröffentlichungsfähige Antwort erwartet Ihr
Michael Lindner
Oberstleutnant d.R. Hamburg
16. Februar 2012 um 07:25 Uhr
@Michael Lindner
1. Das Urteil in der Sache “Major” Pfaff ist rechtskräftig. Aber eben nur in diesem Einzelfall. Wenn das BVerwG Dinge als für alle gültig betrachtet, dann spricht es normalerweise von einer gefestigten Rechtsprechung.
Das ist hier NICHT der Fall!
Und angesichts der Tatsache, dass der Richter der dieses Urteil maßgeblich “verbrochen” hat zwischenzeitlich keine Bw-Fälle mehr entscheiden darf, kann man davon ausgehen, dass das auch nie eine gefestigte Rechtsprechung werden wird!
2. Natürlich halte ich mich an die Entscheidungen der Judikative. In den Parametern die mit meine gesetzlichen Pflichten gebieten. Und da ich nicht die Enzlassungsdiensstelle von “Major” Pfaff bin, muss ich mich an dieses Einzelurteil glücklicherweise nicht halten. Sondern kann das sagen was in der Fachliteratur und in der Lehre derzeit einhellig die herrschende Meinung ist: das Urteil war ein Einzelfall und vermutlich ein Fehlurteil.
3. Was ich über jemanden denke (und über seine Ehre), der erst einen Eid leistet, diesen dann bricht, sich dann über seinen Dienstherren in öffentlicher, schriftlicher und wiederholter Weise abfällig bis hinzu Kriegsvernrechervorwürfen äußert, dürfte ja wohl klar sein…
Ich zumindest bin froh, dass “Major” Pfaff schon einige Zeit nicht “Oberstleutnant” Pfaff wurde
16. Februar 2012 um 10:02 Uhr
@Koffer
Guten Morgen, so ungefähr ist die Meinung des Ministeriums und darum ja wohl auch ihre. Aber der Prozess ist gerichtlich ja noch anhängig. Ich ssehe Pfaff demnächst ja wieder, werde ja hören, was los ist.
Aber das ganze Ministerium samt Koffer ist ja von gesellschaftlicher Ablehnung gerahmt. Lesen Sie mal in dem Band “Vertiefungen ” von Helmut Schmidt den Abschnitt von Henning Voscherau: Rückkehr des Gerechten Krieges? Voscherau war in unserm Hamburg mal Erster Bürgermeister, ist Notar und zu Schmidt muß man nichts mehr sagen.
Voscherau rahmt seinen Artikel mit der causa Pfaff, fängt also gleich mit dem an. Dann kommt er zum Völkerrecht, wie es sich entwickelte, dann geht er zum heutigen Völkerrecht, dann kommt er nach 15 Seiten recht zügig zu den neuen Entwicklungen im Völkerrecht und am Ende spricht er, na raten Sie mal von wem? Da kommt er wieder zu den zwei NATO-Offizieren (der andere war Amerikaner).
Also da ist er dann wieder bei Pfaff.
Ich kann hier nicht alles schreiben, was da steht. Nur soviel:
Gegen die Unterstützungleistungen Deutschlands im Irak-Krieg bestanden und BESTEHEN GRAVIERENDE (H.v.m)
völkerrechtliche Bedenken. Weder der NATO-Vertrag noch…..sehen eine Verpflichtung Deutschlands vor, UN-Charta und geltendem Völkerrecht Handlungen entgegenstehende Handlungen von NATO-Partnern zu unterstützen. Und ziemlich am Ende kommt dann der Satz:
Es gibt noch Richter in Preußen!
Es gibt natürlich auch Koffer in Preußen, liegt einem da auf der Zunge. Aber ich sage Ihnen eins: Mit Ihrer abwegigen Meinung vergrößern Sie nur die Distanz dieser Bundeswehr zur Gesellschaft! Schmidt wird gemocht, nicht Karst, Grashey, Schnez und Schultze-Rohnhoff und wie sie alle heißen, Reinhardt haben wir ja jetzt auch auf dem Schirm. Wollten Sie nicht etwas ganz anderes? Die fehlenden Demonstationszüge gegen den Krieg in AFG dürfen sie nicht mißdeuten. Das ist ja keine schweigende Zustimmung zu Ihrem eher sinnlosen Hin- und Herfahren in den FAZschen Eisenschweinen da. Das ist der völlige Unwille, sich mit dieser Streitmacht überhaupt noch zu beschäftigen. Die Leute wollen mit dieser Art von Militär überhaupt nicht mehr behelligt werden und zwar so sehr nicht mehr, daß sie es gar nicht merken müßten, wenn sie ganz und gar nicht mehr behelligt werden würden.
Wenn Sie Berufsoffizier sind, haben Sie ein Leben in sozialer Isolation vor sich, aber Sie können sich ja als Koffer in ihrem Ministerium einmauern, dann kriegen Sie ja sogar noch Ministerialzulage. Und ihre Kinder wird man in der Schule spüren lassen, dass ihr Vater Soldat ist. Gruß ML
16. Februar 2012 um 10:28 Uhr
@ Michael Lindner
Meine Meinung ist meine Meinung, weil ich mir diese gebildet habe und NICHT weil es die der Ministerialbürokratie ist! In den allermeisten Fällen empfinde ich de Rechtsposition der Abteilung R als wehrkraftzersetzend und fachlich abwegig.
Das “Maj” Pfaff irgedwann auch “Oberstlt” ist ja abzusehen. Vermutlich auch unter finanzieller Schadlosstellung aber dennoch kann sein Fall gut dazu dienen allen klar zu machen was geschieht, wenn man als Offizier seinen Eid verrät.
16. Februar 2012 um 11:52 Uhr
Herr Lindner,
wie Sie natürlich wissen, geht es um die völkerrechtliche Entwicklung der „Humanitären Intervention und Schutzverantwortung“.
http://www.johannes-varwick.de/wp-content/kieler-analysen-zur-sicherheitspolitik-nr-25-jv-r2p-1.pdf
Henning Voscheraus Beitrag kommt aus dem Lager der Gegner dieser völkerrechtlichen Entwicklung. Er war ja auch schon gegen Schröders/Fischers Beteiligung an den Balkankriegen. Es ist also nur eine Seite, die Sie „repräsentieren“. Ich empfehle Ihnen im Sinne der Ausgewogenheit mal die o.a. Analyse von Prof Dr. Varwick. „Staatliche Souveränität ist immer noch eine „licence to kill“, wie in Syrien aktuell zu beobachten. Aber das muss ja nicht so bleiben. Natürlich hat die „Umsetzung“ der „Schutzverantwortung“ noch viele Haken. So wird ja z.B. die Fähigkeit zur Intervention gerade massiv abgebaut. Die weltweite Finanzkrise lässt grüßen. Gleichwohl könnte ich aus der Haut fahren, wenn ich sehe, dass diese „Menschenschlächter“ mit Mörser-Munition gegen eigene Mitmenschen vorgehen.
Ihre pauschale Verurteilung der Bundeswehrgeneräle, die auch in der Wehrmacht eingesetzt waren und die die Bundeswehr aufgebaut haben, ist unausgewogen und daher nicht akzeptabel. General a.D. Helge Hansen hat dazu gesagt: „Angesichts der Tatsache, daß diese Bundeswehr weit überwiegend von Soldaten aller Dienstgrade der ehemaligen Wehrmacht aufgebaut worden ist, kommt es meines Erachtens dem Dienstherrn und nicht selbsternannten oder aber auch tatsächlichen Historikern zu, den Soldaten der Bundeswehr, ja unserer Öffentlichkeit sehr klar zu sagen, wer denn diese verantwortlich handelnden Soldaten waren: Waren es ausgewiesene Widerstandskämpfer – sicher nicht –oder aber, wie Hans-Adolf Jacobsen die Soldaten unterschiedslos tituliert, ? Sicher ebensowenig!“ Sie werden sicher auf der Seite von Jacobsen sein. Ich aber bin sicher: „Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit“. Gut zu beobachten an der Kriegsschuldfrage des ersten Weltkrieges. In diesem Sinne, Herr Lindner, wünsche ich Ihnen ein ausgewogenes Urteil. Dass aber unser „Dienstherr“ die „Kraft“ besitzt, in dieser Frage Position zu beziehen, daran glaube ich schon lange nicht mehr.
16. Februar 2012 um 13:02 Uhr
@Koffer
@Politikverdruss
Für Ihre abschließenden sachlichen Beiträge bedanke ich mich und meine, wir müssen sowieso mit unseren unterschiedlichen Auffassungen weiterleben und können das auch. Früher oder später werden wir hier ja wieder miteinander zu tun haben. Momentan ist mir nach Pause zumute.
Die kommende Nacht ist jene, in der hier vor 50 Jahren in Hamburg die Deiche brachen. Die über 300 Toten legten wir als Soldaten auf eine Eisbahn. Die Spezialaufgabe des Gefreiten Lindner war, die aufgedunsenen Kühe, die in den Ställen angekettet ersoffen waren, aufzustechen, damit sie abtransportiert werden konnten, immer 26 Kadaver auf einen 10-Tonner. Was da los war, finden Sie heute in der SZ und in der FAZ.
Dass das Schloß der Stadt Plön, in der ich 10 Jahre lang stationiert war, mal eine Napola war, habe ich in diesen 10 Jahren nie erfahren, sondern erst später, wie so vieles erst später, vor allem in Wolgograd, in St.Petersburg, in Charkow und Sewastopol, in Kiew, in Auschwitz und in Warschau und das, was ich dort erfahren habe, stand nie in Euren Lesebüchern.
16. Februar 2012 um 16:50 Uhr
Sehr geehrter Herr Lindner,
bitte lassen Sie Ihre angedeutete Pause ausfallen; dieses Forum lebt von Ihren kritischen Beiträgen. Auch wenn ich einige Ihrer Meinungen ganz und gar nicht teile, Denkanstöße für die eigene Auseinandersetzung geben sie zuhauf. Zum anderen verstehen Sie es immer wieder, hier einigen “Forums-Ungeistern” ihre Grenzen aufzuzeigen . Na ja, Herr Lindner, und Ihnen würde doch auch etwas fehlen, oder?
Ja, das, was Sie in Plön (in der Nähe bin ich zu Hause) erlebt haben, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe während meiner Dienstzeit nie erfahren, dass Adolf Hitler immer noch Ehrenbürger meiner Garnisonsstadt war; nach 1945 noch 63 Jahre lang!
Mit Interesse habe ich Ihren Hinweis auf die Sturmflut 1962 gelesen. Die Erlebnisse und Strapazen der damals eingesetzten Soldaten sind bei vielen Ehemaligen auch heute noch präsent. Es war nicht nur die Stunde der Pioniere, von diesen großartigen Hilfseinsätzen hat die gesamte Bundeswehr imagemäßig Jahrzehnte profitiert.. Seien Sie stolz, Sie waren dabei!
Auf der Website http://www.muendener-pioniere-kurhessenkaserne.de/aktuelles.htm finden Sie eine kurze Erlebnisschilderung aus diesem Einsatz.
Mit den besten Grüßen
Pionier B. R.
16. Februar 2012 um 17:17 Uhr
@Pioniertradition
herzlichen Dank, hab mich echt gefreut. Sie waren ja aber auch schon öfter zu lesen. Werd mir das nachher mal ansehen, das von Ihnen.
Es ist eine Schande, dass wir das, was eingetreten ist insgesamt, nicht haben verhindern können, und es wird Zeit, die Menschen aufzuwecken, denn der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!
Naja, Pause bezog sich vor allem auf heute, wo ich grade die Literaturliste an die Technik gab, da weise ich dann Mitte März drauf hin usw. und geb hier die Vorschläge rein.
Natürlich sehe ich auch, daß ich mich hier ziemlich häufig herumschreibe und es ist ja nun nicht mein Privatzoo. Manchmal wollte ich schon gar nicht mehr antworten, aber dann packts einen wieder. Es soll ja auch ein wenig zum Widerspruch reizen, sonst fühlt sich ja keiner gekitzelt. Aber hier treiben sich schon Leute herum, die mit mir oder ich mit denen, wir hätten normalerweise nichts miteinander zu tun.
Aber wir können doch unsere schöne Bundeswehr nun nicht kampflos übergeben, nicht wahr? An den Suhrer See denk ich gern zurück und an den Sturmbootmißbrauch für den Wasserski. Machen Sies gut, aber ich bin kein Pionier, sondern war ABCist damals und mutierte erst äußerst spät zu GEO. Ihr Lindner