Rechtsterrorismus: SPD-Innenpolitiker Wiefelspütz gibt Fehler in der Sicherheitspolitik zu (Video)
von Sebastian ~ 17. November 2011. Zu lesen unter: POLIZEI Land/Bund, GSG9, Video.Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz hat die einseitige Orientierung der Sicherheitspolitik am islamistischen Terrorismus beklagt und sich bei dieser Kritik auch selbst einbezogen. “Die Schwerpunkte sind in den letzten Jahren falsch gesetzt worden”, sagte er der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Donnerstag-Ausgabe). “Wir müssen sie in Zukunft anders setzen.” Unter anderem müsse man “intensiver reden über Rechtsextremismus in der Mitte unserer Gesellschaft. Ich habe das Gefühl, dass sich das verfestigt.” Wiefelspütz fügte hinzu: “Wenn Sie mich vor zehn Tagen gefragt hätten, ob es in Deutschland Terrorismus gibt, dann hätte ich gesagt: Ja, wir haben islamistischen Terrorismus. Wir haben aber keinen Linksterrorismus und keinen Rechtsterrorismus. Offenbar ist die Antwort falsch gewesen. Insoweit haben wir uns alle selbstkritisch zu prüfen.” Ausschlaggebend seien die Anschläge des 11. September 2001 in New York und Washington gewesen. “Es sicherlich so, dass der Verfassungsschutz stark umgebaut worden ist in Richtung islamistischen Terrorismus”, so Wiefelspütz. “Damals sind die Schwerpunkte anders gesetzt worden.” Das müsse man nun korrigieren. (Zitatende)
Berichtet die “Mitteldeutsche Zeitung” aus Halle heute.
Soldatenglück.de berichtete in der Rubrik “Polizei Land/Bund, GSG9″: BKA übernimmt: Mordanschläge auf Polizisten in Heilbronn und Döner-Morde stehen in Verbindung (Video), Rechtsradikal motivierter tödlicher Terror in Deutschland, Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen, Rechter Terrorismus aus Ostdeutschland – Unions-Innenpolitiker Uhl befürchtet nun eine Verfassungsschutz-Affäre, Rechtsextremismus-Experte Wagner: Militante Gruppierungen schon seit langem bekannt (Video), Polizei prüft Beteiligung des Neonazi-Trios an bislang ungeklärten Anschlägen in Berlin und Saarbrücken, “Braune Armee Fraktion”, Neonazi-Trio der “Braunen Armee Fraktion” wird zum Quartett, vierter Verdächtiger festgenommen, “Verfassungsschutz hat versagt”, so der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages (Video), Nationalsozialistischer Untergrund: Hessischer Verfassungsschützer in Verdacht, Neue Dimension des Terrorismus: Sicherheitsbehörden müssen Hand in Hand arbeiten (Video) und Mordserie: Verfassungsschutzämter wurden gezielt um Informationen zu möglichem rechtsextremistischen Hintergrund gebeten.
Dazu das ARD-Video: Mordserie von Rechtsextremisten: Die Blindheit der Politik – Deppendorfs Woche – Tagesschau
Bei der Beobachtung der rechtsextremen Szene hat Blindheit geherrscht, meint Ulrich Deppendorf im Gespräch mit Rike Woelk. Nur so sei zu erklären, dass Neonazis jahrelang unbehelligt Morde an Migranten begehen konnten. Statt zu sparen müsse die zuständige Ministerin Schröder Förder-Programme im Kampf gegen Rechts dringend nachbessern.
Das “Westfalen-Blatt” aus Bielefeld berichtet heute:
Konfliktforscher sieht Rechtsextremismus als längst etabliert an
Nach Ansicht des Bielefelder Konfliktforschers Professor Andreas Zick ist der Rechtsextremismus in Deutschland längst etabliert. Das sagte der Wissenschaftler dem Bielefelder “Westfalen-Blatt” (Donnerstagsausgabe).
Deutschland habe den rechten Terror unterschätzt, sagte der 49-Jährige der Zeitung. “Probleme, die man nicht gerne hat, unterschätzt man leicht. Wir haben seit Jahren eine immer härtere Form rechter Gewalt. Dass sich dann eine Terrorzelle bilden kann, lag nahe, war absehbar.”
Derzeit sei das große Problem, so Zick, “dass sich viele Gruppen wieder auf den Straßenkampf konzentrieren. Wenn die Hemmschwelle einmal überschritten ist, sind auch rechtsextreme Amokläufe in Zukunft nicht ausgeschlossen.”
In der Vergangenheit sei “bei Straftaten mit rechtsradikalem Hintergrund nicht so genau hingeguckt” worden. “Der Rechtsextremismus ist sehr stark etabliert. Das sind nicht nur rechtsextreme Parteien, die in Parlamenten agieren. Die gewaltbereiten Rechten, die jederzeit zuschlagen könnten, werden auf 5000 bis 6000 Personen geschätzt. Sie sind in ein großes Freundschaftsnetzwerk eingebunden, das viel größer ist.”
Besonders im Osten Deutschlands hätten sie sich “verfestigt, weil die rechtsextreme Szene dort nach der Einheit Erfolgsmöglichkeiten sah. Menschen in der ehemaligen DDR haben Orientierung gesucht. Es gab viele Verlierer. Die Rechtsextremen haben vor Ort Jugendliche rekrutiert und sich eingenistet.”
Zick forderte: “Wir müssen mit Projekten rein in die Regionen und aufklären. Das wirkt. Nicht nur der Verfassungsschutz hat Fehler gemacht. Viele Bürger haben die Gardinen zugezogen, um das Problem nicht sehen zu müssen.”
Ein Lösungsansatz sei es, Aussteigern aus der rechten Szene zu helfen. “Dazu braucht es mehr Geld für Aussteigerprogramme wie »Exit« oder die Plattform »Netz gegen Nazis«. Sie sind unterbesetzt und nur für wenige Jahre finanziert, danach verschwinden sie.” Hier müsse nun investiert werden, sagte Zick: “Es geht schließlich um die Rettung demokratischer Grundwerte.” (Zitatende)
(Textquellen kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de, Westfalen-Blatt;
Grafikquelle: Bundesamt für Verfassungsschutz.de;
Videoquelle: ARD.de)























17. November 2011 um 13:52 Uhr
Wo aber kommen die Thüringer Rechtsextremisten her?
http://jungle-world.com/artikel/2000/24/27579.html
Dienel, NPD-Chef in Thüringen
Der Absolvent der SED-Bezirksparteischule war zehn Jahre Mitglied der SED und bis 1989 Sekretär der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Mehrfach berichteten Zeitungen über Dienels angebliche Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit. Anfang 1990 tauchte er als Landesgeschäftsführer einer dubiosen Deutschen Sex Liga in Weimar auf, wechselte aber bald zur NPD. Deren ostdeutsche Landesverbände befanden sich zu dieser Zeit erst im Aufbau. Dienel fungierte zuerst als Geschäftsführer, im Oktober 1990 stieg er zum thüringischen Landesvorsitzenden auf.
21. November 2011 um 09:00 Uhr
[...] mit brennenden Autos – auch in Brandenburg Ich wollt´, dass Du es weißt… In Blogs gefunden: Rechtsterrorismus: SPDInnenpolitiker Wiefelspütz gibt Fehler in der Der SPDInnenpolitiker Dieter Wiefelspütz hat die einseitige Orientierung der Sicherheitspolitik [...]
24. November 2011 um 11:28 Uhr
Herr Bundesminister,
Zu Ihrer Aussage, über den Rechtsterror – siehe ZDF Text 124 – “Als ob einige Behörden Kläglich versagt haben ” , möchte ich hier mal sehr klare Worte sprechen. Wenn heute die Behörden im Freistaat Sachsen mit einem alle Vorstellungen sprengenden Aufwand seit zwei Jahren angebliche linke Autonome verfolgen – Observierungen, Hausdurchsuchungen, DNA-Tests, Telefonüberwachung – das ganze Programm und das alles ohne greifbares Resultat, dann ist Sachsen auf dem Rechten Auge blind. Die Verfolgung angeblicher linker Staatsfeinde dient der Polizei in Sachsen als Vorwand für alle denkbaren Fehl- und Übergriffe. Wenn ein Herr Oberstaatsanwalt Matthieu aus Görlitz das Plakat der NPD mit den Slogan – Polen Invasion stoppen – nicht als Volksverhetzung interpretiert und Ermittlungen einleiten, dann unterstützt dieser Ex-SED-Kreisstaatsanwalt die rechtsnationale NPD. Das ist staatsanwaltschaftliche Unterstützung offensichtlich mit dem Hintergedanken – wenn’s dann einen politischen – rechten Umsturz gibt – Generalstaatsanwalt zu werden. Dieser Matthieu lebt in jedem Regime und System als politischer Wendelhals auf. Und weil ich dies immer so klar sage, bin ich für diesen Typen ein Geisteskranker. Das wurde man bei der Gestapo und in der DDR ja auch ganz schnell. Unwertes Leben. Dieser Mann aus Görlitz gehört vom Verfassungsschutz überprüft.
Das muss ich hier und jetzt von Ihnen verlangen. Ich habe aufschlussreiche Beweise hier vorliegen.
Hochachtungsvoll
Aziz Madani