Die neue Traditionsdebatte in der Bundeswehr, Nationale Volksarmee inklusive?
Sonntag, 16. Oktober 2011Kann die Bundeswehr in der NVA Traditionswerte finden? Das fragte Verteidigungsminister Thomas de Maizière bei der Eröffnung des Militärhistorischen Museums in Dresden. Er ging noch weiter und gab der Öffentlichkeit auf zu überlegen, ob nicht Stasi-Oberstleutnant Harald Jäger, der am 9. November 1989 gegen alle Befehle die Grenze an der Bornholmer Straße öffnete, durch seine Einzeltat zum traditionsstiftenden Vorbild tauge. Jäger hatte selbständig nachgedacht, auf sein Gewissen gehört, menschlich reagiert. De Maizière leitet damit eine bemerkenswerte, vernünftige geschichtspolitische Wende ein. Er fordert auf, aus den primitiven Schwarz-Weiß- und Gut-Böse-Klischees heraus zu finden und dem individuellen Verhalten eines Menschen den Rang zu geben, den ihm die kollektivistische Erinnerungsroutine bislang verweigert. (Zitatende)
Kommentiert die “Berliner Zeitung”.
Soldatenglück.de berichtet am 14. Oktober 2011: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden eröffnet – Entwaffnend ehrlich (Videos).
Soldatenglück.de merkt an: Die Grenztruppen der DDR, die dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) zugeordnet waren, gehörten ab September 1961 als “Kommando Grenze” zur Nationalen Volksarmee (NVA). Die Grenztruppen der DDR hatten die höchste Durchdringung mit Informellen Mitarbeitern (IM) aller DDR-Institutionen, jeder fünfte Angehörige der DDR Grenztruppe war IM. Aufgabe der DDR-Grenztruppen waren die Sicherung der “territorialen Integrität der Deutschen Demokratischen Republik” und die “Vorbeugung, Aufklärung und Verhinderung von nach DDR-Recht illegalen Grenzdurchbrüchen”. Die Besatzungen der Grenzübergangsstellen (GÜSt) Passkontrolleinheiten (PKE) waren MfS-Angehörige der Hauptabteilung VI.
Hintergrundinformationen: Militärhistorische Museum der Bundeswehr, MHMBw.de
(Textquelle kursiv: Berliner Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Festakt zur Neueröffnung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr – Nach einer siebenjährigen Umbauzeit wird das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden am 14. Oktober 2011 neu eröffnet. Das Museum ist mit über 10500 in der Dauerausstellung gezeigten Exponaten auf 19.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eines der größten und modernsten militärhistorischen Museen Europas. Im Bild v.l.: Der Direktor des Museums Oberst Priv.-Doz. Dr. phil. Matthias Rogg, der Bundesminister der Verteidigung Dr.Thomas de Maizière, der Architekt Daniel Libeskind und der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich beim Rundgang durch den Bereich ” 1945 bis heute”.)














