Russland spioniert in Deutschland
von Sebastian ~ 23. Oktober 2011. Zu lesen unter: MilNWBw BND MAD.Mutmassliche Spione in Haft
Die Botschaft der Russischen Föderation hat ihren Sitz in Berlin-Mitte Unter den Linden 63-65, die Einfahrt zum Botschaftsgelände liegt in der Behrenstraße (Karte unten). Kenner wissen, dass dort mancher ein- und ausfahrende “Diplomat” wenig Diplomatisches als Auftrag hat.
Der Verfassungsschutz berichtet alle Jahre wieder: “Hauptträger der Spionageaktivitäten gegen Deutschland sind derzeit die Russische Föderation und die Volksrepublik China”. Der russische Auslandsnachrichtendienst SWR, Nachfolgeorganisation des KGB der Sowjetunuion bei dem noch Wladimir Putin (im Bild oben als russischer Miniserpräsident oben mit Kanzlerin Merkel) mitwirkte, beschäftigt rund 13.000 hauptamtliche Mitarbeiter und sei auch in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie aktiv. Der Schwerpunkt liege bei Informationen über moderne Fahrzeug-Antriebssysteme sowie Satelliten-, Sensor- sowie Informations- und Kommunikationstechnik. In den letzten Jahren flogen nachweislich russische Agenten zum Beispiel in Belgien, Schweden, Großbritannien auf. Die westlichen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der SWR ein “Illegalenprogramm” betreibt und mit Falschidentität ausgestattete Agenten für langfristige Geheimdiensteinsätze oder als “Reise-Illegale” in Zielländer einschleust.
Nun wurde durch das Bundeskriminalamt (BKA) und GSG9-Kräfte ein mutmaßliches russisches Agentenpaar namens Andreas und Heidrun A.  festgenommen, das seit gut 20 Jahren aktiv gewesen sein soll. Andreas A. war als Maschinenbauer für einen Autozulieferer tätig. Der Bundesgerichtshof erließ nach Angaben der Bundesanwaltschaft Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit. Gefälschte Pässe und Funksende-Anlagen seine sichergestellt worden. Das ist der erste “klassische Spionage-Fall” seit der Wiedervereinigung 1990.
Der Hinweis auf die beiden in Deutschland aktiven mtmaßlichen Spione kam von den US-Partnern. Das FBI hat in 2010 einen Agentenring des russischen Auslandsgeheimdienstes in den USA ermittelt. Die beiden in Deutschland aktiven Agenten sollen intensiven Kontakt in die USA mit der russischen Agentin Anna Chapman gehabt haben.
Am vergangenen Dienstag, 18. Oktober 2011 wurden in Marburg/Lahn (Hessen) und in Balingen (Baden-Württemberg) die verdächtigen Eheleute festgenommen. Das Paar steht im Verdacht, für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben, mit falscher Identität sollen die beiden über über Mexiko nach Deutschland eingereist sein, als Legende dienten österreichische Pässe mit Geburtsorten in Peru und Argentinien.
Der Generalbundesanwalt meldete:
Festnahme wegen mutmaßlicher Spionage
Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstag (18. Oktober 2011) in Baden-Württemberg und Hessen zwei Personen wegen des dringenden Tatverdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit (§ 99 Abs. 1 Nr. 1 StGB) in Tateinheit mit mittelbarer Falschbeurkundung (§ 271 Abs. 1 und 2 StGB) durch Beamte des Bundeskriminalamts und der GSG 9 festnehmen lassen.
Die Beschuldigten sind dringend verdächtig, seit längerer Zeit in der Bundesrepublik Deutschland für einen ausländischen Nachrichtendienst tätig gewesen zu sein.
Die Beschuldigten wurden am Mittwoch (19. Oktober 2011) dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der Haftbefehle gegen sie erlassen und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.
Mit den weiteren Ermittlungen ist das Bundeskriminalamt beauftragt. Über diese Erklärung hinausgehende Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden. (Zitatende)
(Textquelle kursiv: Generalbundesanwalt.de;
Bildquelle: Russische-Botschaft.de,
Karteneinbindung: google)
Hintergrundinformationen: Verfassungsschutzbericht 2010






















