Zukünftig Frauen beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr

von Sebastian ~ 13. Oktober 2011. Zu lesen unter: Bundeswehr, KSK, SEK M.

Das Kommando Spezialkräfte (KSK), militärische Spezialeinheit und Großverband auf Brigadeebene der Bundeswehr, möchte sich jetzt auch für Frauen öffnen. Dies kündigte der Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte(KSK) der Bundeswehr, Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann, am Donnerstag (13.10.) im ARD-Morgenmagazin an.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Mazière zeigte sich offen für diese Pläne: “Was die Frauen angeht: Wenn sie gleich geeignet sind, warum nicht”.

Bisher seien im Unterstützungsbereich des KSK bereits 53 weibliche Soldaten eingesetzt, erläuterte der General. Angedacht ist, auch bei den eigentlichen Einsatzkräften, in denen bisher nur Männer dienen, Frauen zuzulassen.

“Und wir überlegen für die Zukunft auch Optionen, wie wir bei den Einsatzkräften auch die weiblichen Kompetenzen abbilden können”, erklärte der General. Die Pläne steckten zwar noch “in den Anfangsschuhen”, im nächsten Jahr jedoch will das KSK bereits konkrete Konzepte vorlegen.

Bisher ist das KSK darauf angewiesen, bei Festnahmen und Durchsuchungen von Frauen im Haupteinsatzgebiet Afghanistan unter anderem auch auf amerikanische Soldatinnen zurückzugreifen, die in den US-Spezialeinheiten bereits Dienst tun. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbs um geeignete Nachwuchskräfte ist auch das Kommando Spezialkräfte, dessen Einsätze vor allem in Afghanistan bisher stets streng geheim bleiben, derzeit bemüht, sich stärker nach außen zu öffnen, eine Absicht, die auch von Verteidigungsminister de Mazière unterstützt wird. “Wir wollen, dass die KSK sich öffnet und zeigt, was sie tut, damit auch ein bestimmter Eindruck, den es gar nicht gibt, verwischt”, erklärte de Mazière im ARD-Morgenmagazin. (Zitatende)

Soldatenglück.de berichtet regelmäßig über das Kommando Spezialkräfte (KSK), zuletzt ”Zu Besuch beim Kommando Spezialkräfte (Video)“ und begrüßt die Öffnung für weibliche Kameraden. Wer sportlich fit, mental und charakterlich geeignet ist, kann zum Einsatz-Team gehören, auch Frauen haben Power und viele vorbildliche Soldatinnen sind den besonderen körperlichen Herausforderungen und Belastungen in Kampfeinheiten unter “kriegsähnlichen” Einsatz- und Gefechtsbedingungen gewachsen, mental sowieso und physisch lässt sich mit hartem Training und stählernem Willen von beiden Geschlechtern einiges bewegen, auch 45 Kilogramm Gepäck oder schwere Waffen – wie oben die Soldatin (an zweiter Stelle gehend) der Schutzkomanie Kunduz – auf dem Soldatinnen-Rücken.

Soldatenglück.de berichtete bereits am 31. Juli 2008: Wie geht es den Frauen in der Bundeswehr – Gleichberechtigung erst beim Sterben? (Videos).

(Textquelle kursiv: ARD Morgenmagazin, ARD.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Soldaten und Soldatinnen im ISAF-Einsatz, Artikel “Patrouille im Nordosten – die Schutzkompanie Kundus im Einsatz”)

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7 Kommentare zu Zukünftig Frauen beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr

  1. Someone

    1. Sind laut US Army-Rekrutierungswebsite die Special Forces (MOS 18) “closed to women!”
    Das gilt auch für die MOS 11, Infanterie.

    2. Steht es Frauen doch seit 2001 offen zum KSK zu gehen, der Einstellungstest muss nur in den selben Vorgaben wie für die Männer bestanden werden.
    Und hier halte ich es für falsch, die Anforderungen herabzusetzen.

  2. Joe

    de Maizière über die Aufgaben des KSK und die Frage von Frauen in diesem Verband:
    http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8466668

  3. Joe

    Bei den Österreichern hat es doch mal eine Frau ins Jagdkommando geschafft bzw. die erste Hürde im Auswahlverfahren. Machen wir uns nichts vor, ein Kommandosoldat muss auch mal 70kg an Gewicht über einen längeren Zeitraum mit sich schleppen. Das wird eine Frau nicht bewältigen können, das ist einfach so. Im Unterstützungsbereich des Kommando Spezialkräfte gib es sicherlich viele Aufgaben, die auch von Frauen bewältigt werden können. Aber das Kerngeschäft des KSK wird auch in Zukunft von Männern dominiert werden – weil es einfach physische Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein gibt.

  4. StefanS

    @Someone
    Das stimmt im Prinzip, aber man hat damit angefangen für Frauen spezielle Lehrgänge durchzuführen, damit diese reguläre Spezialkräfte bei Einsätzen begleiten. Das ist ähnlich wie die normalen FETs, aber anspruchsvoller.

    http://www.military.com/news/article/female-special-operators-now-in-combat.html

  5. Bang50

    Willkommen in der schönen Welt der Gleichmacherrei…wir beugen Realität mit Hilfe des kollektiven Solipismus…den Preis für das Zerschellen der Ideologie an der schroffen Realität, werden diese Frauen mit ihrem Leben bezahlen. Da klingt mir das Wort eines ehem. KSK Kommandeurs im Ohr:” Bei der Auswahl können wir keine Konzessionen machen, da dies die beste Lebensversicherung für den jungen Mann ist.” Wir werden schon sehr bald erleben das es für diese Frauen leider keine Lebensversicherung gab.

  6. TheDude

    Wenn die Auswahlkriterien die gleichen sind und wenn es dann trotzdem eine Frau schafft, dann bin ich relativ zuversichtlich, dass sie auch geeignet ist. Wenn das Wörtchen “wenn” nicht wär….. :) Sagen wir es mal so: “Die” will ich sehen und dann frage ich mich, ob man sie noch einwandfrei als Frau identifizieren kann *g*

  7. Someone

    Die gehen aber auch den Weg über die MOS “Interkultureller Einsatzberater”. Das ist also wie bei uns “UstgPers KSK”. Wenn ein EloKa-Fw (w) bei LEKE eingesetzt wird oder im EGB-Zug eines FschJgBtl, dann ist die trotzdem nicht beim KSK, auch wenn sie mit denen in der Weltgeschichte herum tobt.

    Und keine Frage, ich kenne Frauen, die echt fit sind, deutlich fitter als viele Männer; aber allein die Höllenwoche während des Auswahlprogrammes (Block 2) dürfte auf Grund der Anatomie der normalen Frau schon fast nicht machbar sein, ohne sich das Kreuz kaputt zumachen.

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