Archiv für September, 2011

Die Bundeswehr mustert ihren letzten Bock aus

Freitag, 2. September 2011

Die Bundeswehr hat bald keinen Bock mehr – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wie die in Bielefeld erscheinende Tageszeitung Neue Westfälische (Freitagausgabe) berichtet, will die in Höxter stationierte 2. Kompanie des ABC-Abwehrbataillons 7 Ziegenbock Josef aus dem Militärdienst entlassen.

“Ein lebendiges Wappentier ist nicht mehr zeitgemäß”, sagt Kommandeur Patrick Gaisbauer. Höxter ist der letzte deutsche Bundeswehrstandort, der noch über ein solches Wappentier verfügt. 40 Jahre lang hatte ein lebender Ziegenbock die 2. Kompanie begleitet. Vor Josef gab es schon Franz-Josef, Charles und Erwin. Seit 1973 haben die Höxteraner Wappentiere aktiv an allen Vorhaben wie Bataillonsappell, Sondervorhaben oder Patenschaftsveranstaltungen teilgenommen. Josef wurde bei seiner Aufnahme ins Bataillon im Juli 2010 sogar ein Ziegen-Beauftragter zur Seite gestellt. Der Gefreite Daniel Kleikemper verfügt über eine Ausbildung zum Viehwirt mit den Schwerpunkten Schaf- und Ziegenzucht. Wann genau Josef nun aus der Bundeswehr ausscheiden wird, ist noch nicht klar. Gaisbauer: “Zum Schlachter kommt er auf keinen Fall.” Gedacht ist unter anderem an die Unterbringung in einem Streichelzoo. Erste Interessenten haben sich schon gemeldet. (Zitatende)

Berichtet die “Neue Westfälische” aus Bielefeld.

(Textquelle kursiv: Neue Westfälische.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, Y-Punkt, Fotos: Sascha Schürmann, das Wappen der 2. Kompanie des ABC-Abwehrbataillons 7 in Höxter mit Ziege, OG Kleikemper ist Tierwirt und “Ziegenbeauftragter”)

Hintergrundinformationen: ABC-Abwehrbataillon 7 (Höxter) der 1. Panzerdivsion



Explosives Expertentreffen – Minentaucher aus neun Nationen üben gemeinsam in Eckernförde

Freitag, 2. September 2011

Am 5. September beginnt das weltgrößte, dreiwöchige Manöver der Minentaucher “Sandy Beach” in Eckernförde. Neben den deutschen Minentauchern beteiligen sich Kampfmittelbeseitigungsexperten aus Dänemark, Frankreich, Italien, Israel, Niederlande, Portugal, Türkei und den USA an dieser Übung. Das Manöver dauert bis zum 23. September, wobei die Übungsorte innerhalb Norddeutschlands und Dänemarks mehrfach wechseln. Im Fokus der multinationalen Übung stehen die Beseitigung von Kampfmitteln, das Sprengen von Minen sowie das Ab- und Durchsuchen von Hafenanlagen. Darüber hinaus hat der internationale Austausch von Erfahrungen einen sehr hohen Stellenwert. Seit dem Jahr 2000 treffen sich Minentaucher diverser Länder im Zweijahrestakt in Eckernförde, um gemeinsam zu üben.

Minentaucher sind weltweit nicht nur am und im Wasser tätig, sondern zu großen Teilen auch an Land. Ihre besondere Ausbildung und ihre Kenntnisse von Spreng- und Kampfmitteln machen sie zu einem unverzichtbaren Faktor für die Truppen in den Auslandseinsätzen.

(Text,- Bilderquelle: Marine.de, Anbringen einer Sprengladung an eine Ankertaumine durch 2 Minentaucher Minentaucher während des Medientages in Eckernförde; Sprengung einer Seemine durch Minentaucher; ein Einsatzabschnitt der Übung SANDY BEACH befindet sich in Olpenitz. Die Minentaucher machen sich klar zum Tauchgangum zuvor geortete Ziele Unterwasser zu untersuchen. Zum Schutz ist ein MSK Soldat der Norweger an Bord.)

FDP-Verteidigungspolitikerin fordert Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Entschädigung versehrter Soldaten

Donnerstag, 1. September 2011

Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, will eine Korrektur des vom Bundeskabinett gestern gebilligten Entwurfs des Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetzes. “Ich finde es sehr erfreulich, dass sich die Bundesregierung dieses Thema zu eigen macht”, sagte sie der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Online-Ausgabe). “Denn das Problem wurde lange geleugnet.” Für den Kurswechsel sei sie insbesondere Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) dankbar. Das Gesetz sieht im Kern eine Anhebung der Entschädigungs-Zahlungen für verletzte Soldaten vor. Hoff forderte allerdings, dass Soldaten bereits bei einer 30-prozentigen Wehrdienstbeschädigung von der Bundeswehr weiter beschäftigt werden müssten. “50 Prozent sind zu hoch gegriffen. Die Schwelle muss niedriger sein. Die Leute wollen ja arbeiten.” Auch könne es nicht sein, dass ein Soldat selbst seine Beschädigung nachweisen müsse. “Wenn jemand gesund Soldat geworden und eine Beschädigung offensichtlich ist, dann muss der Dienstherr das anerkennen.” Die FDP-Politikerin betonte: “Wir werden versuchen, das zu revidieren.” Darin sei sie sich mit den Verteidigungsexperten der Union einig. Zu verfassungsrechtlichen Bedenken gegen eine 30-Prozent-Regelung stellte sie fest: “Ein Klagerisiko kann man nie ausschließen. Aber dann müssen die Dinge eben gerichtlich geklärt werden.” (Zitatende)

Berichtet die “Mitteldeutsche Zeitung” in Halle heute.

Soldatenglück.de berichtete gestern: Verbesserte Einsatzversorgung – BundeswehrVerband: “Dafür haben wir lange gekämpft”.

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Evakuierung eines Verwundeten in Nordafghanistan mit CH-53)