Archiv für Juli, 2011

Bundeswehr ist ineffizient und im westeuropäischen Vergleich schlecht aufgestellt

Samstag, 2. Juli 2011

Die Bundeswehr im Umbruch schneidet im Vergleich mit andern westeuropäischen NATO-Streitkräften schlecht ab.

Wie aus Daten der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) unter der Leitung der Französin Claude-France Arnould (EDA’s Chief Executive, im Bild oben beim Eurocorps) im Bereich der EU High Representative for Foreign Affairs and Security Policy Catherine Ashton (GB) hervorgeht, liegt die Zahl der einsatzfähigen deutschen Soldaten der Bundeswehr bei 7.000, bei den Franzosen sind es 30.000 (inklusive Fremdenlegion) und bei den Briten 22.000. Das berichtet die “Wirtschaftswoche” im Artikel: “Verteidigung – Bundeswehr ist ineffizienteste NATO-Armee”.

Dabei stehen hinter jedem Bundeswehr-Soldaten im Einsatz 35 Kameraden und 15 zivile Mitarbeiter daheim. Bei den Franzosen sind es 8 plus 2, bei den Briten 9 plus 4 und EU-weit 16 plus 4.
Ein deutscher Einsatzsoldat kostet dreimal so viel wie im EU-Durchschnitt, die Kosten pro eingesetztem deutschen Soldat liegen bei 5,16 Millionen Euro.

Bei heutigen Medienanfragen teilte das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) mit, dass die Studie nicht vorliege, man wolle sich am Montag dazu äußern.

(Bildquelle: Eurocorps.org;
Grafikquelle: EDA.Europa.eu; Dank an Raptor79 für den Hinweis!)

Hintergrundinformationen: European Defense Agency (EDA)



Kampfhubschrauber Tiger – Gemeinsames Training deutscher und amerikanischer Piloten (Video)

Samstag, 2. Juli 2011

Kampfhubschrauber Tiger und AH-64 Apache beim “Live Fire”-Training

Kampfhubschrauber Tiger und AH-64 Apache beim “Live Fire”-Training. Das Joint Multinational Command Training Center (JMCTC) in Grafenwöhr. Durch die Einführung des neuen Kampfhubschraubers Tiger, den geplanten Einsatz in Afghanistan im Jahr 2012 und dem daraus resultierenden neuen Aufgabenspektrums ändern sich auch die Anforderungen in der Ausbildung. Die Amerikaner nutzen seit Jahren den AH-64 Apache Kampfhubschrauber in Afghanistan – mit Erfolg. Warum also keine gemeinsame Übung mit deutschen Piloten der Bundeswehr in ihren neuen Tiger-Maschinen? Das dachte sich auch U.S. Army Chief Warrant Officer 3 Dennis Krumholtz, und so luden die Amerikaner die deutschen Piloten ein zum “Live Fire”-Training. Es ist das erste Mal, dass deutsche und amerikanische Kampfhubschrauber gemeinsam solch ein Training durchführen.

Grafenwoehr Training Area, Germany – U.S. and German pilots and ground crew members pose photo a photo in front of Germany’s new Eurocopter Tiger attack helicopter during training combined training here with U.S. Army Europe’s 12th Combat Aviation Brigade

Grafenwoehr Training Area, Germany – Two of Germany’s new Eurocopter Tiger attack helicopters taxi on the Grafenwoehr Army Airfield May 19 before departing after a weekend of live-fire training side-by-side with AH-64 Apache attack helicopters from U.S. Army Europe’s 12th Combat Aviation Brigade.

An attack formation consisting of two German Tiger attack helicopters from the Bundeswehr’s Attack Helicopter Regiment 36 (left and right) and a U.S. Army AH-64 Apache attack helicopter from U.S. Army Europe’s 2nd Battalion, 159th Aviation approaches Range 301 at the Grafenwoehr (Germany) Training Area, May 16. The 2-159th is an attack reconnaissance battalion that is part of U.S. Army Europe’s 12th Combat Aviation Brigade, based in Katterbach, Germany. CAB officials said the training made history, marking the first time Apache and Tiger helicopters flew side by side for training.

(Videoquelle: U.S. Army JMTC 16.5.2011 via Youtube; Bildquelle: Grafenwoehr Training Area, German Tiger helicopter training with US 12th Combat Aviation Brigade3, U.S. Army Europe Photo by Sgt. Rick Frost Bestimmte Rechte vorbehalten)

Russland über französische Waffen für Libyen verärgert (Video)

Freitag, 1. Juli 2011

Russland hat die Bewaffnung der Rebellen in Libyen durch Frankreich scharf kritisiert. Außenminister Sergej Lawrow forderte die französische Regierung zu einer offiziellen Stellungnahme über entsprechende Medienberichte auf: “Wir haben unsere französischen Kollegen um Informationen über Waffenlieferungen gebeten und warten auf Antwort. Falls es stimmt, wäre dies der gröbste Verstoß gegen den Libyenbeschluss des Weltsicherheitsrats”, sagte Lawrow.

(Video-, Textquelle: euronews.de)

Technischen Hilfswerks (THW) beendet Hilfsprojekte in Haiti

Freitag, 1. Juli 2011

Nach 18 Monaten, 150 Einsatzkräften, 75 Millionen Litern Trinkwasser und Hilfsmaßnahmen in mehr als 50 Notlagern endete am gestrigen Donnerstag der Einsatz des Technischen Hilfswerks (THW) in Haiti. Zum Projektabschluss besuchte der deutsche Botschafter Jens-Peter Voss eines der vom THW betreuten Camps in Port-au-Prince. Die humanitäre Hilfe für Haiti startete das THW unmittelbar nach dem verheerenden Erdbeben von Januar 2010. Nach der Nothilfe im Bereich der Wasserversorgung konzentrierte sich das Engagement des THW auf nachhaltige Hilfsmaßnahmen.

“Nach nunmehr eineinhalb Jahren haben wir unsere Hilfsmaßnahmen in Haiti abgeschlossen. In den Bereichen der Nothilfe, der Katastrophenvorsorge und der Ausbildung lokaler Mitarbeiter hat das THW einen wichtigen Beitrag geleistet. Nun kommt es aber darauf an, dass der nachhaltige Wiederaufbau vorangetrieben wird und Strukturen geschaffen werden, damit dieses Land wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft schöpfen kann”, sagte THW-Präsident Albrecht Broemme zum Abschluss der THW-Projektarbeit für Haiti in Bonn.

60 Sekunden bebte die Erde am 12. Januar 2010, die Folgen waren verheerend: Mehr als 200.000 Menschen starben, tausende wurden verletzt, hunderttausende obdachlos. Die Hilfe des THW in Haiti war neben der akuten Nothilfe und den Baumaßnahmen in Notlagern auf weitere Gebiete, wie der Katastrophenvorsorge und der Ausbildung lokalen Personales, angelegt.

Mit einem Erkundungs- und Unterstützungsteam für die Deutsche Botschaft startete am Tag nach dem Beben das THW-Engagement in einem der ärmsten Länder der Welt. Es folgten Logistikexperten zur Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) sowie die Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) des THW. Mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen versorgte das THW die notleidende Bevölkerung in Port-au-Prince und der Stadt nahe des Epizentrums, Léogâne. So produzierte das THW mehr als 75 Millionen Liter sauberes Wasser. Anschließend wurde die Ausstattung an zuvor eingewiesenes lokales Personal übergeben.

Im Auftrag des Amtes für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) führte das THW in zwei Projekten Baumaßnahmen in mehr als 50 Notlagern aus, um dadurch die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. In sogenannten “Cash-for-work”-Programmen legte das THW gemeinsam mit lokalen Mitarbeitern Drainagen an, befestigte Gehwege, installierte Sanitär- und Beleuchtungsanlagen und bereitete den Baugrund für neue Camps vor. Nach dem Ausbruch der Cholera stellte das THW, gemeinsam mit Malteser International, mobile Einheiten auf, die mit Desinfektionen, Aufklärungsfilmen und der Einweisung in den richtigen Umgang mit Hygiene gegen die Cholera vorgingen. Das gemeinsame Projekt wurde vom Auswärtigen Amt finanziert.

Ein wichtiger Bestandteil der THW-Hilfe in Haiti stellte das sogenannte Capacity Building dar. So hat das THW die haitianische Zivilschutzbehörde DPC, Mitarbeiter des haitianischen Gesundheitsschutzes sowie die lokalen Mitarbeiter des THW durch Fortbildungsmaßnahmen gestärkt und Strukturen aufgebaut. Ehemalige lokale THW-Mitarbeiter führen auch nach Beendigung der THW-Projektarbeit Trinkwasseraufbereitungsanlagen und Laboreinheiten zur Überprüfung der Wasserqualität fort.

(Text-, Bilderquelle: THW.de, Fotos: So wie auf diesem Bild sind in ganz Port-au-Prince Notlager für die Bevölkerung entstanden; mit einer Stärke von 7,0 auf der Richter Skala zerstörte das Erdbeben weite Teile der Hauptstadt Port-au-Prince. Fotoquelle: THW/Oliver Hochedez)

Erste Einberufung Freiwillig Wehrdienstleistender in Zahlen

Freitag, 1. Juli 2011

3.419 Soldaten, darunter 44 Soldatinnen zum 04. Juli 2011

Insgesamt treten am 04. Juli 3.419 Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr in den Teilstreitkräften Heer (1.408), Marine (173) und Luftwaffe (329) und in den Organisationsbereichen Streitkräftebasis (SKB, 1.236) und Sanitätsdienst (229) an.
Darunter sind 44 Frauen, davon 9 beim Heer, 4 bei der Marine, 1 bei der Luftwaffe, 24 SKB und 6 im Sanitätsdienst.

Die meisten Freiwilligen kommen aus dem Bevölkerungs-reichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (701) und den großen Flächenländern Bayern (417) gefolgt von Niedersachsen (412) und  Baden-Württemberg (373), die wenigsten aus den Stadtstaaten Bremen (19) und Hamburg (50). 665 von den bundesweit 3.410 Freiwillig Wehrdienstleistenden (FWDL) kommen aus den neuen Bundesländern (inklusive Berlin, 114), die meisten (164) aus Sachsen, aus Mecklenburg-Vorpommern der geringste Anteil (63).
Zur vollständigen Übersicht der Bundeswehr: Einberufungszahlen im Detail.

(Bildquelle: Bundeswehr.de, angetretene Soldaten aller Teilstreitkräfte, während des Feierlichen Gelöbnisses)



Afghanistan: USA ziehen Truppen ab, 1.600 US-Soldaten sind bislang am Hindukusch gefallen (Video)

Freitag, 1. Juli 2011

Nach zehn Jahren Afghanistan-Einsatz beginnt US-Präsident Obama den Truppenabzug. Rund 1600 US-Soldaten sind bisher gefallen. Über 30.000 Soldaten sollen bis nächsten Sommer nach Hause zurückkehren.

(Videoquelle: ZDF Morgenmagazin vom 01.07.2011;
Bildquelle: NATO.ISAF.int, LAGHMAN PROVINCE, Afghanistan – U.S. Army Staff Sgt. Daniel Schumacher, an infantry from Dubuque, Iowa, with Company A, 1st Battalion, 133rd Infantry Regiment, leads a group of Soldiers from the town of Gomerai, Afghanistan, back to Combat Outpost Najil June 15 in Laghman Province, Northeastern Afghanistan. It was one of the final patrols of the deployment for Schumacher, who is wrapping up his fourth deployment. Photo by Capt. Jason Beck, 210th Mobile Public Affairs Detachment)

BundeswehrVerbands-Vorsitzender: “Ich trauere der Wehrpflicht nach”

Freitag, 1. Juli 2011

Oberst Ulrich Kirsch ist der Vorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes. Die “Rhein-Neckar-Zeitung” aus Heidelberg sprach mit ihm über das Ende der Wehrpflicht, die Bundeswehr als Freiwilligenarmee und über die Angriffe Linksextremer.

Die Wehrpflicht ist Vergangenheit. Wie groß ist Ihre Wehmut?

Ich trauere der Wehrpflicht nach. Das hat mit meiner eigenen Biographie zu tun. Ich bin sozialisiert worden, als die Wehrpflicht noch eine der zentralen Säulen unserer Streitkräfte war. Ein Nachtrauern wird aber nur begrenzt helfen. Wir müssen jetzt die Zukunft gestalten [...] 

Gelockerte Radmuttern und Manipulationen an Privatwagen von Soldaten – eine Sabotageserie gegen die Bundeswehr sorgt für Verunsicherung. Was wissen Sie über die Hintergründe?
Das ist eine sehr ernste Entwicklung. Hier geht es offenbar um Aktionen Linksextremer. Ich bin selbst am Freitag vergangener Woche in Nürnberg angegriffen worden. Nach meinem Vortrag bei einer Sicherheitstagung kamen rund zwanzig junge Aktivisten aus der linken Szene auf mich zu. Sie schrieen: “Mörder!” Nach der Veranstaltung versuchten sie weiter, mich zu provozieren. Mehrere Frauen versuchten, mich einzukreisen, rissen mir das Barett vom Kopf. “Du bist alt genug, um zu sterben” …
Zum vollständigen Interview Artikel “Ich trauere der Wehrpflicht nach” von Rasmus Buchsteiner bei RNZ.de.

(Bildquelle: DBwV.de;
INterviewauszüge: RNZ.de)

Ende der Wehrpflicht – Ohne Konzept

Freitag, 1. Juli 2011

Auch wenn mancher in der Bundeswehr das Ende der Wehrpflicht bedauern mag: Es gab längst keine überzeugenden Argumente mehr für den Wehrdienst. Der Personalbedarf der Armee ging kontinuierlich zurück, zugleich konnten die Rekruten kaum noch sinnvoll beschäftigt werden. Daher existierte die Wehrgerechtigkeit allenfalls noch auf dem Papier. Die Art und Weise jedoch, wie der Übergang zur Freiwilligenarmee von der Politik übers Knie gebrochen wurde, könnte der Truppe in Zukunft erhebliche Probleme bereiten. Der sogenannte “freiwillige Wehrdienst” ist eine aus der Not geborene Idee, für die es noch immer kein abschließendes Konzept gibt. Vor allem aber dürfte sich auf diesem Wege kaum das qualifizierte Personal gewinnen lassen, dass die Bundeswehr in ihren internationalen Kriseneinsätzen benötigt. Die Truppe, die bislang noch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist, könnte ihr Personal künftig zunehmend von deren Rändern rekrutieren müssen. Aber nicht nur die Bundeswehr ist betroffen. Auch die Zivildienstleistenden müssen ersetzt werden. Und auch hier fehlt ein schlüssiges Konzept. Die Augen zumachen und fest die Daumen drücken, dass die Freiwilligen von alleine kommen, wird nicht reichen. (Zitatende)

Kommentiert Christian Altmeier von der “Rhein-Neckar-Zeitung” aus Heidelberg.

(Textquelle kursiv: Rhein-Neckar-Zeitung.de;
Bildquelle:
Bundeswehr.de, zweites Übungslager der letzten Wehrpflichtigen auf dem Truppenübungsplatz in Frankenberg. Die Rekruten des 5. Panzergrenadierbataillon 371 üben auf dem Truppenübungsplatz in Frankenberg Aufgaben, die im Rahmen einer internationalen Unterstützungsmission anfallen. Hier im Bild vom 15.03.2011: Verpflegungsaufnahme)