Baupläne des neuen Bundesnachrichtendienst-Hauptquartiers verschwunden
von Sebastian ~ 11. Juli 2011. Zu lesen unter: MilNWBw BND MAD.BND-Baupläne verschwunden – Peinlich
An ihren Fahrzeugen benutzen sie Tarnkennzeichen und bei ihren Operationen Decknamen. Sie werben allerlei verdeckte Informanten, um sicherheits- und außenpolitisch relevante Erkenntnisse aus dem Ausland zu erlangen. Alles in allem agiert der Bundesnachrichtendienst (BND) so geheim, dass es geheimer gar nicht mehr geht. Sollte man jedenfalls meinen. Doch nun sind ausgerechnet von seiner Großbaustelle in Berlin brisante Unterlagen wie vom Erdboden verschwunden. Baupläne für die neue und angeblich “modernste Geheimdienstzentrale Europas” sind womöglich gestohlen worden und in die Hände von Kriminellen gelangt. Sollte sich das bewahrheiten, wäre es hochgradig peinlich. Aber nicht nur das: Der gesamte Kernbereich des Gebäudes, wo 4.000 Geheimdienstler arbeiten sollen, müsste neu geplant werden. Die Kosten für den Bau hatten sich ohnehin schon von ursprünglich 500 Millionen auf über eine Milliarde Euro verdoppelt. Die peinliche Panne dürfte den Steuerzahler nun noch viele weitere Millionen kosten. Personelle Konsequenzen sind da eigentlich unverzichtbar. (Zitatende)
Kommentiert Hubertus Gärtner von der ”Neue Westfälische” aus Bielefeld.
Die “Saarbrücker Zeitung” berichtet in seiner morgigen Ausgabe:
Bosbach sorgt sich um Arbeitsfähigkeit des BND
Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), hat die Spitze des Bundesnachrichtendienstes (BND) aufgefordert, in der Affäre um verschwundene Baupläne unverzüglich für Klarheit zu sorgen. Bosbach sagte der “Saarbrücker Zeitung” (Dienstag): “Es muss jetzt rasch geklärt werden, ob durch den Diebstahl die Arbeit des Dienstes gefährdet werden kann.” Es sei zudem “hochgradig peinlich, dass ausgerechnet einem Geheimdienst geheime Unterlagen gestohlen werden.”
Er gehe davon aus, dass der Vorgang ein Nachspiel im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages zur Kontrolle der Geheimdienste habe. Bosbach weiter: Sollte die bauliche Sicherheitskonzeption der neuen BND-Zentrale beachtlich verändert werden müssen, “dann können die Folgen für den Steuerzahler erheblich sein.” Bosbach erinnerte daran, dass der Umzug von großen Teilen des BND nach Berlin einst mit 500 Millionen Euro veranschlagt worden sei. Dann habe es einen Kostensprung auf 750 Millionen Euro gegeben, inzwischen sei man bei über einer Milliarde Euro angelangt. (Zitatende)
Soldatenglück.de merkt an: Es muss kein gegnerischer Nachrichtendienst gewesen sein, es kann durchaus möglich sein, dass BND-Mitarbeiter, die den Gesamtumzug von Pullach an der Isar nach Berlin an die Spree in Abstimmung mit dem BND-Betriebsrat weiter verzögern wollen, die Baupläne “verlegt” haben. Denn der deutsche Auslandsnachrichtendienst ist in weiten Teilen bloß ein bajuwarisch dominierter Bundesbeamtenladen, Mobilität, Flexibilität inklusive Umzugsbereitschaft nach Preussen sind keine Stärken dieser Behörde.
(Textquellen kursiv: Neue Westfälische.de, Saarbrücker Zeitung.de;
Grafikquelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, BBSR.Bund.de, Modellansicht der Gesamtbaumaßnahme 1: Gebäudeensembles Schule, Internat und Besucherzentrum, 2: Hauptgebäude, 3: Technik und Logistikzentrale)
Hintergrundinformationen: Bundesnachrichtendienst (BND)
























11. Juli 2011 um 21:46 Uhr
Besser ein gemütlicher “bajuwarisch dominierter Bundesbeamtenladen” als einen schlampigen und tief im berliner Sumpf verstrickten Schnöselhaufen. Noch besser wäre es, wenn man die bei diesem Verein “Quellen” titulierten Zeitungen selbst lesen würde. Aber wer hat schon soviel Zeit und Geld.