Himmelfahrtstag 2011 in Afghanistan: 52. toter Bundeswehr-Soldat, 5 Verwundete – Der Befehlshaber Einsatzführungskommando meldet sich zu Wort
von Sebastian ~ 2. Juni 2011. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen.Wenige Stunden nach der erneuen Taliban-Attacke gegen die Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz meldet sich der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr (EinsFüKdoBw), Generalleutnant Rainer Glatz, anlässlich des Sprengstoffanschlags vom heutigen 02. Juni 2011, zu Wort. Der Bundesminister der Verteidigung hält sich heute in Dresden beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag auf und wird sich wohl im Verlauf des Tages noch äußern.
Der Befehlshaber EinsFüKdoBw:
Mit großer Betroffenheit haben wir zum dritten Mal in wenigen Tagen zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Einsatz der Bundeswehr für die Sicherung des Friedens und die Wiederherstellung menschenwürdiger Lebensverhältnisse in Afghanistan sowie die Erhaltung unserer Sicherheit in Deutschland einen weiteren deutschen Gefallenen gefordert hat.
Heute gegen 07:24 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit wurde auf deutsche Kräfte des Ausbildungsschutzbataillons Mazar-e Sharif in der Provinz BAGHLAN im Raum BAGHLAN-E-JADID, im sogenannten KANDAHARI GÜRTEL, 36 km südlich KUNDUZ ein Sprengstoffanschlag verübt. Dabei wurde ein Schützenpanzer MARDER 1A5 (modernster Typ des Schützenpanzers, im Einsatzland sind nur MARDER 1A5 eingesetzt) angesprengt.
Ein deutscher Soldat ist gefallen, fünf weitere deutsche Soldaten wurden verwundet, zwei von ihnen schwer und drei leicht. Alle fünf Verwundeten sind per Lufttransport in die Rettungszentren in KUNDUZ bzw. MAZAR-E SHARIF verbracht worden.
Bei dem betroffenen Truppenteil handelt es sich um die 2. Kompanie des Ausbildungsschutzbataillons Mazar-E-Sharif, die vom Außenlager OP NORD aus nördlich der Stadt PUL-E-KHUMRI im sogenannten KHANDAHARI GÜRTEL eingesetzt ist.
Das AusbSchtzBtl MES ist dort in der Operation BAHAR zusammen mit afghanischen Sicherheitskräften (ANSF), hier sowohl afghanischer Armee (ANA) als auch afghanischer Polizei (ANP und ANCOP) eingesetzt.
Ziel der Operation BAHAR ist es, den Raum KHANDAHARI GÜRTEL zwischen PULE-KHUMRI und ALIABAD in der Provinz KUNDUS zu halten und damit eine Rückkehr von Aufständischen in diesen Raum zu verhindern.
Dieser Raum wurde im Frühjahr 2011 in der Operation NAWROZ durch afghanische, deutsche und US-amerikanische Kräfte genommen, wobei es gelungen war, ihn von Aufständischen zu befreien.
Die betroffene verstärkte 2. Kompanie des Ausbildungsschutzbataillons MAZAR-E SHARIF hatte den Auftrag entlang einer Hauptverbindungsstrasse nach Sprengfallen zu suchen, um die Strasse für eigenen Bewegungen zu öffnen. Die Kompanie war mit Pionier- und Sanitätskräften verstärkt. Der betroffene Zug gehörte zu den Sicherungskräften für die Überprüfung eines Verdachtsortes, an dem Sprengfallen vermutet werden.
Die Angehörigen des Gefallenen und die Angehörigen der Verwundeten werden zur Zeit unterrichtet.
Seit dem 25. Mai 2011 haben wir bei drei heimtückischen Anschlägen gegen deutsche ISAF-Kräfte vier Gefallene Soldaten und 12 Verwundete zu beklagen. Wir verneigen uns vor unserem gefallenen Kameraden aber auch vor den Verwundeten, in Achtung und mit höchstem Respekt. Wir werden unseren gefallenen Kameraden in unseren Herzen ein ehrendes Andenken bewahren und wünschen den Verwundeten eine schnelle und hoffentlich vollständige Genesung.
Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen, Freunden und Kameraden unserer Gefallenen, aus deren Mitte sie gerissen wurden. Wir sind in Gedanken bei Ihnen und wünschen ihnen Trost, Kraft und Zuversicht sowie Gottes Segen für die vor Ihnen liegende schwere Zeit.
Dennoch werden wir diesen heimtückischen Anschlägen nicht nachgeben und unseren Auftrag mit hoher Professionalität und ungebrochenem Engagement weiter fortsetzen. (Zitatende)
Soldatenglück.de berichtete heute: So feiern die Taliban gelungene IED-Anschläge gegen ISAF-Soldaten – Nur ein toter Taliban ist ein guter Taliban (Videos), Der 52. Soldat der Bundeswehr ist heute in Afghanistan umgekommen, gefallen durch Feindeinwirkung, “Himmelfahrtskommando Afghanistan-Einsatz”, heute erneut Taliban-Attacke, MedEvac-Hubschrauber im Einsatz
(Textquelle kursiv, Kartengrafik: Bundeswehr.de, Vergleichsfoto GenLt Glatz vor der Presse auf dem Flugplatz Wunstorf)
























2. Juni 2011 um 22:32 Uhr
IHRE Frau verliert auch nicht ihren Mann. Und IHRE Kinder verlieren auch nicht den Vater. So wie ich oder meine Tochter. Oder die vielen anderen Frauen die die Soldaten zu Hause hinterlassen !!! Da kann man so eine Aussage tätigen.