
Mit dem Slogan “Wir. Dienen. Deutschland.” will die Bundeswehr nach dem Aussetzen der Wehrpflicht um Nachwuchs werben. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere will die Formel am kommenden Montag (04. Juli 2011) in der Berliner Julius-Leber-Kaserne bei der feierlichen Begrüßung der ersten Rekruten für den neuen Freiwilligendienst, der jungen Männern und Frauen offensteht, vorstellen.
Die Kernbotschaft “Wir. Dienen. Deutschland.” stehe für “das Selbstverständnis und das Verantwortungsbewußtsein mit dem die Angehörigen der Bundeswehr ihren Dienst versehen”, erklärte das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg).
Soldatenglück.de beherzigt die Formel “Wir. Dienen. Deutschland.” ebenso.

Letzter Tag der Wehrpflicht: 30. Juni 2011
Die letzten Wehrdienstleistenden verlassen heute die Kasernen. Von morgen an ist die Bundeswehr eine reine Freiwilligenarmee. Mit dem zuletzt noch 6-monatigem Wehrdienst, den der vormalige Verteidigungsminister zu Guttenberg in dieser Kürze eingeführt hatte, endet auch der Zivildienst. Ersetzt werden beide durch den militärischen und verschiedene zivile Freiwilligendienst-Optionen, geöffnet für Männer und Frauen. In den vergangenen 54 Jahren seit Bestehen der Bundeswehr leisteten rund 8 Millionen wehrpflichtige Männer aus Deutschland ihren Dienst. Die Wehrpflicht bleibt im Grundgesetz mit Verfassungsrang verankert und kann bei Bedarf mit einfacher Mehrheit im Deutschen Bundestag und mit Zustimung des Bundesrates wieder eingeführt werden.

Stichwort Wehrpflicht
Die Wehrpflicht hat in Deutschland eine rund 200-jährige Geschichte mit einigen Unterbrechungen. Ihr Ursprung liegt in den Freiheitskriegen Anfang des 19. Jahrhunderts. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie dem unterlegenen Deutschen Reich im Versailler Vertrag von den Siegermächten verboten. 1935 führten sie die Nationalsozialisten wieder ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es 12 Jahre bis die Bundeswehr für die junge männliche Bevölkerung wieder zur Pflicht wurde. Am 01. April 1957 wurden die ersten 10.000 Wehrpflichtigen eingezogen. Die DDR zog 1962 mit der Nationalen Volksarmee (NVA) nach. Ausgesetzt wird die Wehrpflicht nun im Jahr 2011 21 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, weil sie sicherheitspolitisch und miitärisch nicht mehr begründbar ist und eine Wehrgerechtigkeit nicht besteht.
Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor die Wehrpflicht immer mehr an Legitimation. Vergangenes Jahr wurden nur noch 17 Prozent der jungen Männer eingezogen. Faktisch wurde niemand mehr gegen seinen Willen einberufen.

Hinzu kam, dass die Dienstzeit so verkürzt wurde, dass eine sinnvolle Ausbildung nicht mehr möglich war. Zuletzt dauerte der Wehrdienst nur noch 6 Monate, dieser kurze Pflichtdienst belastete die Bundeswehr letztlich mehr als das er ihr nutzte.

NATO-weit halten lediglich die Staaten Griechenland, Türkei, Estland und Norwegen eine Wehrpflicht für die Streitkräfte des Landes aufrecht. Unsere engen Partner USA, Großbritannien und BENELUX zum Beispiel verfügen über Berufs- bzw. Freiwilligenarmeen. Keines der Länder, das die Wehrpflicht abgeschafft haben, haben dieser wieder eingeführt.
Ende der Wehrpflicht
Am Montag, dem 04. Juli 2011 werden erstmals ausschließlich Freiwillig Wehrdienstleistende in ganz Deutschland ihren Dienst in den Streitkräften antreten. Die Arä der Wehrpflicht mit all ihren Stärken geht damit endgültig zu Ende.

(Bilderquelle: Bundeswehr.de)